California Porter

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Northern Brewer
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California Porter

#1

Beitrag von Northern Brewer » Samstag 12. Oktober 2019, 18:36

Moin in die Runde,

Ich bewege mich auf unbekanntes Terrain und wollte mal horchen, ob der eine oder andere eine Idee zu meiner Rezeptskizze hat. Unbekannt deshalb, weil ich die Hefe erst ein Mal verwendet und das fertige Bier noch nicht gekostet habe (ging gerade heute in die Reifung). Zudem sind dunkle, schwere Biere bei mir eher die absolute Ausnahme.

Fixpunkte:
Ich habe die Hefe frisch geerntet und möchte sie weiter verwenden und vom Brown Malt habe ich versehentlich die zehnfache Menge gekauft und will es daher – gerne reichlich – einsetzen. Ansonsten soll es ein vollmundiges, dunkles Winterbier mit Alkohol >6% werden, aber letztlich ohne klare Geschmacksparameter die ich im Kopf hätte, am ehesten vielleicht ein Baltic Porter auf der leichteren Seite, ohne allzu starke Röstnoten. Dafür Ich kenne die Hefe einfach noch zu wenig und weiß nicht, in welche Richtung ich damit gehen kann (daher frage ich Euch ja).

Parameter vorläufig:
16°P
30 IBU

Malz:
77.5% Maris Otter
12.5% Brown Malt
10% Gerstenflocken

Hopfen:
60 min Herkules 22 IBU
10 min Fuggles 8 IBU (=1.1g/Liter)

Maischen/Kochen:
67°C 60 min
75 min Kochen

Gärtemperatur ca. 16-17°C.
Hefe geerntete WY 2112 California Lager

Was meint Ihr?

(Ich hätte Unmengen an Optionen für Veränderungen. Über 20 verschiedene Hopfen wären als Alternative vorrätig und auch bei den Malzen hätte ich neben PiMA, Pale, MüMa, WeiMa noch jeden Menge Spezialmalze.)
Bei mir ist es auch schon mal kein Bier geworden.

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Hpm
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Re: California Porter

#2

Beitrag von Hpm » Sonntag 13. Oktober 2019, 21:26

Hi

Ich bin jetzt nicht der Porter Spezialist, aber ich würde mich hieran orientieren.

http://www.bjcp.org/style/2015/20/20A/american-porter/

Für mich gehört in einen Porter immer etwas röstiges, auch finde ich die Hopfenwahl hat etwas wenig mit der Idee "California Porter" zu tun. Williamette oder Cluster würde ich da vorziehen.

Die Verbindung aus: Ich habe eine Hefe " California Lager" und Brown Malt zu Baltic Porter ist schon ein weiiiiiter Weg.

Aber das ist nur meine Meinung.

Gruss Klaus

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VolT Bräu
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Re: California Porter

#3

Beitrag von VolT Bräu » Montag 14. Oktober 2019, 11:54

Ich finde den Ansatz nicht so verkehrt. Ich finde auch nicht, dass ein Porter zwingend röstig sein muss. Daher finde ich es einen Versuch wert. Ich bin nun überhaupt kein Fachmann und habe auch keine Erfahrung mit Brown Malt. Für mich klingt das Rezept aber ok und ich würde das Ergebnis jederzeit gerne probieren (Hopfenauswahl ok, da kann man natürlich versuchen eher etwas dem Titel angemessenes zu nehmen).
Jetzt mal Bier bei die Fische!

Northern Brewer
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Re: California Porter

#4

Beitrag von Northern Brewer » Montag 14. Oktober 2019, 13:43

Danke an Euch für das Feedback. Ich habe noch ein wenig gelesen und die Schüttung überarbeitet. Lautet jetzt wie folgt:
65% Maris Otter
13% MüMa II
10% Brown Malt
10% Gerstenflocken
2% Chocolate Malt

Bezüglich der Hopfung nehme ich noch etwas East Kent Golding bei 10min dazu (einfach weil ich nicht genug Fuggles habe und die Kombi immer schön funktioniert). Das hat mit California nichts zu tun, aber so hatte ich den Arbeitstitel auch nicht gemeint. Der Name stammte einzig von der Hefe, eine fruchtige Hopfennote wollte ich nicht ins Bier bringen - sorry für das Mißverständnis.

Morgen wird gebraut, ich bin mal gespannt.
Bei mir ist es auch schon mal kein Bier geworden.

Butterbrot
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Re: California Porter

#5

Beitrag von Butterbrot » Montag 14. Oktober 2019, 19:14

Ich hab die Hefe nur zwei mal verwendet; war nicht so zufrieden mit dem Ergebnis. Ich fand beide Biere (ein California Common und einmal "Michas OG Märzen" von mmun) etwas kantig/unrund, was ich - vor allem beim "Märzen" - primär der Hefe zuschreiben würde. Ich würde es vielleicht sogar als adstringierend beschreiben (wobei ich dabei voll daneben liegen könnte). Allerdings konnte ich sonst keine ähnlichen Erfahrungsberichte finden, vielleicht lag der Fehler bei meinen Bieren auch woanders.

Falls das tatsächlich eine Eigenschaft der Hefe wäre, dann wäre sie für ein Porter mMn eher nicht so geeignet. Das Brown Malt kann auch etwas harsch rüberkommen. Ich würde das wohl eher bissl zurückfahren und dafür noch ein mittleres bis dunkleres Karamellmalz dazunehmen (und ne andere Hefe :P), das könnte das ganze etwas abrunden. Aber ehrlich gesagt ist meine Erfahrung mit Porter auch beschränkt.

Viel Erfolg beim Brauen; berichte dann wie's geworden ist!

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Bilbobreu
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Re: California Porter

#6

Beitrag von Bilbobreu » Dienstag 15. Oktober 2019, 00:37

Moin,
Brown Malt geht super bis ca. 40 %, gibt dann volle Kaffeearomen (mehrfach selbst erprobt).
Brown Malt mit 10-15 % in Kombination mit Karamalzen, z. B. 10 % CaraBelge, soll Noten von dunkler Schokolade ergeben (ist gerade in der Gärung, also noch nicht selbst erprobt).
Cluster im Whirlpool und auch zum Stopfen ist super zu dunklen Bieren, wenn der Jahrgang tatsächlich Brombeere macht. Das ist leider nicht immer der Fall.
Gruß
Stefan

Northern Brewer
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Re: California Porter

#7

Beitrag von Northern Brewer » Dienstag 15. Oktober 2019, 13:44

Moin Stefan,
vielen Dank für Deinen Kommentar. Aktuell kocht die Würze mit dem oben beschriebenen Rezept aber ich werde deinen Hinweis beim nächsten "Brown Malt Day" berücksichtigen. Im übrigen roch die Maische heute verlockend, bin echt auf das Ergebnis gespannt.
Cheers
Stefan
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