Endvergärungsgrad

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Endvergärungsgrad

#1

Beitrag von Longli » Samstag 23. Mai 2020, 07:46

Moin,
was ich bisher nirgends gefunden habe ist eine Information zum „wünschenswerten“ scheinbaren Endvergärungsgrad.
Mein untergäriges Kellerbier ist mit 8,25°P gestartet und jetzt am 11 Tag, seit 3 Tagen stabil bei 4,85°P.
Gemessen jeweils mit Spindel und Refraktometer bei 20°C.
Beim nächsten Mal werde weniger Brauwasser als angegeben verwenden.
Laut einem Tool komme ich damit auf einen scheinbaren EVG von 69,28.
Ist das im Rahmen?

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Re: Endvergärungsgrad

#2

Beitrag von Malzknecht » Samstag 23. Mai 2020, 10:49

Moin,

der sEVG ist von vielen Faktoren abhängig und variiert auch von Bier zu Bier (mitunter sogar stark). Das kommt u.A. von den Rasten und zum anderen von der Hefe. Beide Angaben fehlen uns, daher können wir dir leider nicht helfen.
Ein Kellerbier mit 8°P ist schon sehr wenig. Wenn man den sEVG mit deinen Werten ausrechnet, dann komme ich auf 41%.
Bitte poste zudem auch mal das ganze Rezept.
VG
Viele Grüße,
Tobi

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Re: Endvergärungsgrad

#3

Beitrag von Longli » Samstag 23. Mai 2020, 12:20

Hmmm, dass Rezept im Forum „Bierkitbrauen“ ist eher schwierig :Pulpfiction

Der Refraktometer Rechner https://bierselbermachen.de/refraktometer-rechner/
Meint allerdings 69,28°P sEVG

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Re: Endvergärungsgrad

#4

Beitrag von Unbewegter Beweger » Samstag 23. Mai 2020, 13:44

Hallo,
wenn deine Angaben im ersten Post stimmen, kommt das mit 69% nicht hin. Dann bist du wie Tobi schon geschrieben hat bei ca. 41%. Ohne ausführliche Beschreibung deines Vorgehens kann dir aber niemand weiter helfen als mit dieser Information. 8,25 Plato scheint mir für ein Kellerbier sehr niedrig zu sein.
Liebe Grüße, Sven

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§11
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Re: Endvergärungsgrad

#5

Beitrag von §11 » Samstag 23. Mai 2020, 15:55

Ich will euch den Spaß nicht verderben, aber gerade weil in letzter Zeit die Diskussion über die richtige Verwendung von Fachbegriffen aufkam. Was Ihr meint ist nicht der sEVG sonder der Ausstoßvergärungsgrad.

Der sEVG ist der VG der Laborprobe, also das was gemeinhin als Schnellvergärprobe bezeichnet wird. Als solcher (höhere Temperatur, viel mehr Hefe, ständiges Rühren) ist er für gewöhnlich höher als der Ausstoßvergärungsgrad.

Schöne Grüße

Jan
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Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: Endvergärungsgrad

#6

Beitrag von Longli » Samstag 23. Mai 2020, 15:56

Es ist halt ein Bierkit. Was soll ich dazu noch sagen?
Laut Beschreibung sollten es 20 - 22 l Brauwasser sein, ich habe 21 genommen.
Die Büchse mit dem gehopften Malzextrakt erhitzt und mit kochendem Wasser ausgespült.
Die Flasche mit dem ungehopften Malzextrakt erhitzt und untergerührt. Das hierfür verwendete Brauwasser (Osmose Filter Behandelt) ist in den 21 l enthalten.
Die Hefe 30 Min in lauwarmen Zuckerwasser dehydriert und in einen „Wirlpool“ im Speidel Gärbottich eingerührt.
Angegeben waren 18-22°C für die Gärung, ich habe die Temperatur bei 16°C gehalten und nach 24 Stunden war die Hefe in Bestform. Nach 2 Tagen wurde es kontinuierlich weniger und ich bin dann auf 18°C hoch gegangen. Seit drei Tagen tut sich jetzt nichts mehr und ich bin bei den erwähnten 5 Brix.

Ich habe beim Händler nachgefragt, da mir mit meinem hier angelesenen Wissen 18-22°C für ein untergäriges sehr hoch vorkam und habe die Antwort erhalten, dass die verwendete Hefe In dem Temperaturbereich keine Fruchtester bildet.

Vielleicht war es doch etwas kühl, vielleicht auch 1 l Wasser zuviel. Ich habe das Bierkitbrauen angefangen um zu lernen, insofern kein Problem.

Gibt der https://bierselbermachen.de/refraktometer-rechner/ falsche Werte aus?

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Re: Endvergärungsgrad

#7

Beitrag von Unbewegter Beweger » Samstag 23. Mai 2020, 16:28

§11 hat geschrieben:
Samstag 23. Mai 2020, 15:55
Was Ihr meint ist nicht der sEVG sonder der Ausstoßvergärungsgrad.
Hallo Jan,
da hast du natürlich recht. Es ist halt viel mehr zu schreiben, wenn man das bei allen Anfragen noch erwähnt und am Ende hilft‘s dem TE nicht bei seiner ursprünglichen Frage :puzz
Es werden ja auch beide Vergärungsgrade mir der Schüttung und der Maischearbeit festgelegt und da fehlen halt die Angaben.
Liebe Grüße, Sven

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Re: Endvergärungsgrad

#8

Beitrag von bierfaristo » Samstag 23. Mai 2020, 16:37

Der Umrechnungsfaktor Von 1,03 °Brix zu °P gilt nur für unvergorene Würze, egal was bei bierselbermachen.de steht. Da du schreibst du hättest sowohl gespindelt als auch mit dem Refraktometer gemessen, wäre es schon interessant, wann du welchen Wert mit welchem Messmittel gemessen hast.
Fühle mich oft unverstanden, bin vermutlich ein Genie.

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Re: Endvergärungsgrad

#9

Beitrag von Longli » Samstag 23. Mai 2020, 18:25

Die unvergorene Würze hatte laut Refraktor 8,5 Brix.
Die Spindel zeigte etwas mehr, allerdings hatte ich nur eine sehr kleine, die sich auch nicht wirklich genau ablesen lässt.
Inzwischen habe ich auch eine große erhalten und die zeigt 4°P. Hierzu fehlt mir aber der Wert der Würze.

Welche Abweichungen entstehen in etwa bei 1-2°C Temperaturunterschied beim spindeln?

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Re: Endvergärungsgrad

#10

Beitrag von Malzknecht » Samstag 23. Mai 2020, 18:36

§11 hat geschrieben:
Samstag 23. Mai 2020, 15:55
Ich will euch den Spaß nicht verderben, aber gerade weil in letzter Zeit die Diskussion über die richtige Verwendung von Fachbegriffen aufkam. Was Ihr meint ist nicht der sEVG sonder der Ausstoßvergärungsgrad.

Der sEVG ist der VG der Laborprobe, also das was gemeinhin als Schnellvergärprobe bezeichnet wird. Als solcher (höhere Temperatur, viel mehr Hefe, ständiges Rühren) ist er für gewöhnlich höher als der Ausstoßvergärungsgrad.

Schöne Grüße

Jan
Hi Jan,

das wusste ich so auch noch nicht, danke für die Aufklärung. Aber dieser Fehler scheint sich inzwischen überall etabliert haben. Auch im "kleinenbrauhelfer" wird hier dann wohl fälschlicherweise von sEVG gesprochen. Ich denke ich bleibe erstmal bei sEVG wenn ich den Ausstoßvergärungsgrad meine, da die meisten Hobbybrauer sowieso nicht immer parallel den Vergärungsgrad unter Laborbedingungen bestimmen. Hauptsache man weiß, was gemeint ist :Wink
Longli hat geschrieben:
Samstag 23. Mai 2020, 15:56
Gibt der https://bierselbermachen.de/refraktometer-rechner/ falsche Werte aus?
Ja, was hier falsch ist, ist die °P Angabe unter dem "2. Extrakt Jungbier". Hier wurde der Alkoholfehler nicht beachtet. Das hat dich wahrscheinlich verwirrt.
Jetzt ist nur die Frage, was du gemessen hast. Wenn du mit Spindel und Refrakto gemessen hast, dann vergiss letzteres. Hast du also mit der Spindel 8,25°P vor dem Anstellen und 4,85°P jetzt bei der Gärung gemessen, dann hast du einen sEVG von 41%. Du kannst es hier nachrechnen: https://www.maischemalzundmehr.de/index ... &fg=4%2C85
Viele Grüße,
Tobi

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Re: Endvergärungsgrad

#11

Beitrag von Malzknecht » Samstag 23. Mai 2020, 18:39

Du warst schneller mit deiner Antwort :-)

Also dann hast du einen sEVG von 49%. Bei diesem Rechner kannst du Brix und Plato mischen.http://fabier.de/biercalcs.html
Kannst du uns das Bierkit verlinken?
Viele Grüße,
Tobi

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Re: Endvergärungsgrad

#12

Beitrag von Longli » Samstag 23. Mai 2020, 18:44

Ok, also wirklich etwas schwachbrüstig. Und das obwohl nur 19l rausgekommen sind.

https://www.braupartner.de/Braupartner- ... Kit-2-7-kg

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Re: Endvergärungsgrad

#13

Beitrag von Malzknecht » Samstag 23. Mai 2020, 19:08

Mh.. daraus werde ich leider nicht schlauer. Die Angaben zu dem Rezept sind eher Mau...
Aber abgesehen davon, dass wir die Hefe nicht kennen, sind die 49% sEVG zu wenig. Um ehrlich zu sein, vermute ich einen Messfehler vor dem Anstellen. Vielleicht hattest du doch mehr Stammwürze als die 8,25°P. Dann wäre der sEVG vielleicht jetzt OK.

Du sagst, dass sich der Wert seit Tagen nicht mehr ändert. Ich möchte dich jetzt aber nicht zum Abfüllen ermutigen, da es sehr gefährlich sein kann, gerade wenn man 49% sEVG ausrechnet hat. Daher würde ich jetzt vorschlagen, dass du das Bier noch einmal aufrührst, wärmer stellst (20-22°C wie in der Anleitung schon steht) und dann in 3 Tagen noch mal anfängst alle 2-3 Tage zu messen. Wenn sich dann nichts geändert hat, kannst du abfüllen.

Bei einem normalen Pils würde ich es natürlich nicht so warm stellen, aber es ist ja auch keins :-)
Viele Grüße,
Tobi

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Re: Endvergärungsgrad

#14

Beitrag von Longli » Samstag 23. Mai 2020, 19:33

Ok, dann mache ich das so.

Danke.

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