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WLP001 vs. US-05

Verfasst: Mittwoch 5. April 2017, 15:48
von jemo
Das ist wirklich kurios, bei allen möglichen Experimenten schmecken die Tester keinen Unterschied, aber zwischen der WLP001 und der US-05, die angeblich der gleiche Stamm sind, da sind auf einmal signifikante Unterschiede zu schmecken.
Die WLP001 soll im Vergleich neutraler vergären. Ich habe beide Hefen schon eingesetzt und würde zumindest sagen, da ist kein großer Unterschied. Allerdings habe ich auch noch keinen direkten A/B-Vergleich gemacht...

http://brulosophy.com/2017/04/03/yeast- ... t-results/

Re: WLP001 vs. US-05

Verfasst: Mittwoch 5. April 2017, 15:59
von Ladeberger
Ja, schon witzig wie bei xBmts eigentlich immer das Gegenteil der Erwartung herauskommt. Vielleicht will M. Scott die Community auch einfach trollen. Nicht die XBmts sind das eigentliche Experiment, sondern die Community ist Teil eines großen psychologischen Experimentes!

Gruß
Andy

Re: WLP001 vs. US-05

Verfasst: Mittwoch 5. April 2017, 16:32
von Johnny H
Ladeberger hat geschrieben:Ja, schon witzig wie bei xBmts eigentlich immer das Gegenteil der Erwartung herauskommt. Vielleicht will M. Scott die Community auch einfach trollen. Nicht die XBmts sind das eigentliche Experiment, sondern die Community ist Teil eines großen psychologischen Experimentes!
Der Gedanke drängt sich wirklich so langsam auf! :Bigsmile

Ansonsten sind mehr als 1,5l-Startervolumen, bei dem zudem noch unklar ist, worin der Starter angesetzt wurde, eine ziemlich große Hefemenge und auf ca. 10l Anstellwürze auch eine nicht zu unterschätzende Verdünnung, auch wenn er wohl einen Teil des Starters weggekippt hat.

Re: WLP001 vs. US-05

Verfasst: Mittwoch 5. April 2017, 18:34
von tbln
Fermentis gibt für die US-05 ebenfalls "würzig" an als Geschmacksprofil.

Re: WLP001 vs. US-05

Verfasst: Donnerstag 6. April 2017, 10:07
von Butterbrot
Ich finde die Idee von brulosophy echt super, aber manchmal muss man dem Betreiber der Seite schon beinahe bewusstes Verbreiten von Fehlinformation vorwerfen.
jemo hat geschrieben:Das ist wirklich kurios, bei allen möglichen Experimenten schmecken die Tester keinen Unterschied
Genau das ist ja das Fazit und die Botschaft unzähliger xBmts. Wenn man aber das Setup und die Ergebnisse anschaut, müsste es heißen:
Das xBmt konnte kein signifikantes Ergebnis produzieren.
Ich habe hier im Forum mal gelesen, dass der Seitenbetreiber Psychologe sei - wenn das stimmt (und eigentlich auch sonst), sollte er hinreichende Statistikkenntnisse besitzen, um den Unterschied einzusehen (ansonsten sollte er auch gar nicht erst versuchen, den Anschein zu erwecken). Also kann ich mir das nur so erklären, dass sich "Dieses Experiment bleibt ergebnislos" weniger gut anhört und er es deswegen bewusst verdreht. Und in den Kommentaren wird er dann noch von seinen Jüngern gefeiert, die Mythen des Bierbrauens zu entlarven... :Ahh

Ich weiß nicht, ob an so etwas Interesse besteht oder ob man damit nur allen bekanntes wiederholen würde, aber vielleicht wäre es hilfreich, hier im Forum einen Referenzthread über Nullhypothesentests zu haben. :Grübel

Re: WLP001 vs. US-05

Verfasst: Donnerstag 6. April 2017, 10:44
von philipp
Also. Zuerst einmal macht der viele gute Dinge. Von seiner Herangehensweise können sich viele Leute etwas abschneiden. Wie oft ich hier Schwachsinn lese wie "habe ich schon immer so gemacht, das ist der Königsweg" - also bitte.
Natürlich hinkt es, seine ExBeerimente wissenschaftlich zu betrachten, weil sie die Ansprüche dort nicht erfüllen. Er fragt halt irgendwelche Leute z.B. beim Stammtisch oder auf Events. Wer weiß, wie betrunken die sind oder was die vorher gegessen haben. Noch dazu ist das Setting halt nicht Verkostungseinladend.
Aber auch hier wieder: Was kommt denn z.B. hier aus dem Forum? "Ich habe das all meinen Freunden zu trinken gegeben, die fanden, dass es gleich schmeckt? Alle meine Freunde mochten mein Bier?".

Ja, oftmals kommt das Gegenteil der Erwartung heraus. Das liegt aber auch daran, dass er genau dort sich die Fragen stellt. Und oftmals, da hat das Butterbrot recht, kommt halt kein Ergebnis heraus. Wenn z.B. nicht ein statistisch signifikanter Anteil den Unterschied schmeckt, heißt das noch nicht, dass die Biere gleich schmecken. Das schreibt er allerdings auch.

Sagt mir bitte einen Hobbyisten, der solche Vergleiche sauberer hin bekommt! Die aktuellen Parallelbrau-Versuche von Udo, die teilweise schon in Gesprächen als Beleg genannt werden? Ich bitte euch.


Bei der Methodik des aktuellen Experimentes kann man ihm ankreiden, dass er die Flüssighefe gestartet hat, die Trockenhefe aber nur normal rehydriert. Selbst wenn es der gleiche Stamm wäre, hat er also mit einer stark unterschiedlichen Zellanzahl angestellt. Der Vergleich wäre also dann eher under vs. overpitching.

Re: WLP001 vs. US-05

Verfasst: Donnerstag 6. April 2017, 12:15
von cyme
philipp hat geschrieben:Sagt mir bitte einen Hobbyisten, der solche Vergleiche sauberer hin bekommt! Die aktuellen Parallelbrau-Versuche von Udo, die teilweise schon in Gesprächen als Beleg genannt werden? Ich bitte euch.
So ist es. Man muss diese Versuche nicht als Beweis von irgendetwas akzeptieren, wer sich aber hinstellt und behauptet die Ergebnisse können ja nur falsch sein, der bringe bitte selbst seinen Beweis.

Re: WLP001 vs. US-05

Verfasst: Donnerstag 6. April 2017, 12:43
von Mikros
Zuerst einmal muss ich sagen das ich die herangehensweise von dem Blog sehr gut finde und es immer interessant war zu lesen.

Ich persöhnlich finde es aber grenzwertig von p-values zu schreiben, wenn es auf der Aussage von ~19 Personen beruht. Vielleicht haben da Sozial"wissenschaftler" ( :P ) andere Ansprüche.

Für mich sind die Rezepte meist zu komplex, wenn es um Geschmacksunterschiede gehen soll. Ein Smash mit Pilsner und einer Bittergabe wäre meiner Meinung nach besser....

Re: WLP001 vs. US-05

Verfasst: Donnerstag 6. April 2017, 13:36
von cyme
Mikros hat geschrieben:Für mich sind die Rezepte meist zu komplex, wenn es um Geschmacksunterschiede gehen soll. Ein Smash mit Pilsner und einer Bittergabe wäre meiner Meinung nach besser....
Der Reproduzierbarkeit halber wäre es sicher am besten, bei allen Vergleichen die nicht auf Schaltung oder Maischeführung abzielen, direkt mit Malzextrakt zu arbeiten.