Vorstellung meiner 20l-Mini-HERMS-Brauanlage und gleichzeitig Brautag

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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Vorstellung meiner 20l-Mini-HERMS-Brauanlage und gleichzeitig Brautag

#1

Beitrag von contraste » Freitag 1. Juni 2018, 20:14

Anfang 2017 fing ich meine autodidaktische Hobby-Brauer-Lehre mit einem Klarstein Beerfest an. Ich entschied mich gegen die Biggie, weil mein Topf doppelwandig aus dünnem Edelstahl ist und einen guten Hahn besitzt (links im Bild).
Da die Temperaturregelung mir nicht genügte kamen noch zwei China-Temperaturregler hinzu (mitte).

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Viele Hobbybrauer kotzten damals über den Topf. Und auch ich mußte Lehrgeld zahlen: Einmaischen, aufheizen, Notabschaltung Heizung. Was war geschehen? Das durch das Läuter-Sieb sickernde Malzmehl ist am Topfboden angebrannt. Und sofort wußte ich warum man Läutertopf und Maischekessel trennt, und warum eine Schleppkette am Boden Sinn macht.

Dennoch ist dieses für mich mit seinen 2,5kW ein super Kessel. Ich heizte halt nur Wasser auf, und fuhr dann Kombirast, da durch die Doppelwandigkeit die Rasttemperatur (wie beim Thermoport) super gehalten wurde. Ich spielte in Folge mit Kombirast, dann BIAB, dann Dekoktion.
Als Schnäppchen-Angebot legte ich mir dann einen zweiten Kessel zu - den Füllhorn aus demselben Hause. Ebenfalls hoher Kessel, jedoch nun mit digitaler Temperaturregelung, und vor allem schaltbarer Leistungsregulierung. Konnte der Beerfest mit seinen 2,5kW nur brodelnd kochen, um dann zeitgesteuert unterbrochen zu werden, kann der neue wallend durchkochen, da 900W dazu reichen.
Mit nun zwei Pfannen gleichzeitig und einem Thermoport mit Mattmill kann ich nun also Doppelsude fahren, ohne die Topfgröße der Anlage zu ändern. Mit zwei mal 25 Litern (und zwei getrennten Steckdosen) sind die Töpfe für einen Ü50-jährigen gut händelbar - im Gegensatz zu einem 50L-Kessel.

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Der neue hat einen Pin als Temperatursensor am Boden. Rühren beim Heizen ist daher Mist. Ich wollte aber unbedingt Rasten fahren (außerhalb von Dekoktion und BIAB. Also verfiel ich schnell dem Gedanken, ähnlich dem Grainfather, meine Braukessel als RIMS-System auszustatten. Günstige China-Pumpe und Schlauchware kam hinzu.
Da die Pumpe aber echt günstig ist, verfiel ich dem Gedanken Wasser statt Würze zu pumpen (Hobbybrauer Stahlsau, Antwort 6) als umgekehrtes HERMS. Hierzu startete ich eine Testreihe (hier ausführlicher). Fazit; wird wohl nix für mich. Wie man oben sieht: Ich habe mich heute für das klassische HERMS-Verfahren entschieden. Mein Bericht:


1. Brautag mit zwei Pfannen als klassisches Bastel-HERMS betrieben.


Und so braue ich heute 20 Liter meines Standard-Bieres (50% Pilsener Malz, 50% Böhmisches Malz), mit dem ich diverse Hopfensorten oder Hefen austeste. Da ich auf dem Hannoveraner Bierfest ein leckeres Roggenbier getrunken habe, kommt diesmal jedoch noch 10% RoggenMalz hinzu. Also Malz schroten in der hauseigenen Bosch MUMM:

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Im rechten Beerfest wird der Hauptguß erhitzt, danach ist dieses ein reiner Läutertopf. Das Malz wird im Bag hinzugefügt.

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Im linken Füllhorn wird das Nachgußwasser vorgelegt.
Erste Rast.
Das ganze wird nun nach dem HERMS-Verfahren erhitzt:

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Über die Pumpe (mit 9l/min, ja - noch provisorischer Aufbau):

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geht die Dünnmaische durch meinen Durchlaufkühler, der jedoch im heißen Wasserbad im Füllhorn (HLT) steht - somit eher ein Durchlauferhitzer ist.

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Hier habe ich die nächste Rasttemperatur vorgelegt, allerdings aus Effizienzgründen ca 2 Grad mehr. Also nun 65°C statt 63°C. Um dann wieder zurück in dem MLT, den Maischetopf zu gehen.

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Das Aufheizen war super. Schalter an. Pumpe läuft - Klarlauf. und die Temperatur im Läutertopf steigt. Keine 2 Minuten aufheizen von 57-63°C:

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Auch die zweite Rasttemperatur 72°C ist mit 6 Minuten (360s) schnell erreicht:

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Während der Rasten läßt sich nun auch per Schalter-Klick super wieder auf die Rasttemperatur nachheizen. Selbst wenn man es vertrödelt, kein Überhitzen möglich. Einfach. Klasse. Bin begeistert. Probe ob Jodnormal ist auch gut:

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Also ab auf die Abmaischtemperatur. Und danach Schlauch-Umbau auf Anschwänzen:

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Im Füllhorn (links) liegt ja schon das Nachguß-Wasser mit der richtigen Temperatur bereits vor. Aus dem Hahn, durch die Pumpe, durch die Kühlspirale, die damit dann bereits von innen gereinigt wird, in den Beerfest (MLT) zum Anschwänzen:

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Unten aus dem Beerfest in ein altes Gärfass. Klarlauf. Toll.

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Doch kein Brauen ohne Katastrophe:
Wollte dann zur Kühlung mal schnell meine Faßlimo anzapfen (19l-KEG, 2l Apfelsaft, 1l Zitronensaft, Teebeutel: 12 Ingwer/Zitrone, 25 Minze, 6 Ingwer, 10 Brennessel, 8 Apfel/Zitronengras, 8 Brombeer/Granatapfel, 8 Waldfrucht plus 100ml Monin Minze), da spritzt es aus dem Schlauch meiner Zapfe in hohem Bogen. Ich hatte das Faß gut aufkarbonisiert, doch bei den heißen Sommertemperaturen im Wintergarten ging innen der Druck hoch. Das Manometer schlug bei über 4 bar an.

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Schaum pur, schmeckt aber dennoch. Nur das Reinigen des Raumes hätte man sich sparen können, wenn man etwas mißtrauischer sich vorher gewundert hätte, warum das Faß von sich aus abbläst...



Egal. Zielwürze erreicht. 23l mit 11° Brix. Wenn ich dann nicht noch den Trebersack ausgepresst hätte und ohne messen mit dazugekippt hätte. Mist 28l mit 9°Brix. zu wenig. Nun also Umbau auf Würzekochen. Der Füllstein (ehemals HLT) hat ja bisher nur Wasser gesehen, kann also als Pfanne direkt befüllt werden.

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Und auch das macht mit der Pumpe echt Spaß. wenn man erst einmal das Ansaugen geschafft hat.
Hopfen vorlegen und Sprühpistole gegen Überkochen (Ja, war richtig!).

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Trester für die Hühner und Gänse;

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Würzebruch:

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danach Bitterhopfengabe (Magnum) und Vorbereiten der Kühlspirale auf Kühlung. Ganz wichtig, dieses Gardena-Drehdingens. Schließlich habe ich mir schon einmal einen Sud knapp versaut weil ich den Durchfluß nur am 2m entfernten Wasser-Hahn regeln konnte. Steckte halt den Schlauch auf, und prompt löste sich (trotz Klammer) durch den Wasserdruck das andere Ende von der Spirale, Gartenwasser ungebremst in die Würze. Nie wieder bitte. Das Gardena-Ventil habe ich dann dank einem Tip hier im Forum gekauft.

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späte Hopfengabe (Ariana, Blanc):

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Ich habe die Kochzeit dann mal verlängert und statt wallend eher brodelnd gekocht, um viel Wasser zu verdunsten. Flameout und Kühlen

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Das Kühlwasser wird dann sofort weiterverwendet zum Flaschen-Waschen.

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Whirlpool. Läuterruhe, hat diesmal gefühlte Ewigkeit gedauert bis zum Klarlauf. Abseihen, mit Trubkegel, Paddel gegen Trubkegel-Zerfall.

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Klarlauf bis zum Trubkegelbruch:

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Nochmal gemessen, 13°Brix sind es geworden. Könnte also doch was werden.
Nachkühlung im Keller, dann mit GozdavaPAY07 und I-Spindel bei 18° dem Kühlschrank und InkBird zur Betreuung übergeben.

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Mein Fazit: Klasse Brautag (bis auf die Pfütze). Das HERMS-System hat mich voll überzeugt.
Ich werde die nächsten Sude wieder so brauen!


Euch allen,
allzeit gut Sud,

joerch
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Re: Vorstellung meiner 20l-Mini-HERMS-Brauanlage und gleichzeitig Brautag

#2

Beitrag von seppo » Samstag 2. Juni 2018, 21:05

Gude joerch,
schönes System hast du da. Das Paddel gegen den Trubkegelzerfall einzusetzen ist ein guter Trick, den muss ich mir merken. Aber die würze durch die Innenseite deiner spirale zu pumpen würde ich mich ehrlich gesagt nicht trauen. Aber vielleicht bin ich bei sowas einfach eine feige sau...

:Drink

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Re: Vorstellung meiner 20l-Mini-HERMS-Brauanlage und gleichzeitig Brautag

#3

Beitrag von contraste » Sonntag 3. Juni 2018, 14:19

Moin seppo,

ich verstehe deine Ängste nicht. :Grübel Die Innenseite der Kühlspirale ist derselbe Edelstahl, wie die Außenseite. Die Spirale wird ja mit dem kompletten Nachgußwasser (14l bei 78°C) innen gereinigt, und dann noch mit dem kompletten Kühlwasser nachgewaschen. Was soll da pasieren?
Viel mehr Angst hätte ich wegen der Pumpe: Mit 9l/min saugt die schon ganz kräftig an der Maische. Da ich hier keinen Läutergrant nutze (BM, GF, etc. aber auch nicht) hätte ich also eher Angst vorm Zusetzen der Maische, oder alternativ blockieren der Pumpe wegen durchgerutschtem MalzKorn …

Ach ja, das mit dem Paddel is nich von mir, hatte ich irgendwo hier aus dem Forum, ich glaube auch bebilderte Doku. Häufig wird aber auch ein Tortenring genommen.

update: das gärt ja gewaltig. Doch die Gravity kann nicht richtig geeicht sein:
Bild

Gruß nach Darmstadt :Drink
joerch
Zuletzt geändert von contraste am Montag 4. Juni 2018, 01:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vorstellung meiner 20l-Mini-HERMS-Brauanlage und gleichzeitig Brautag

#4

Beitrag von Detorice » Sonntag 3. Juni 2018, 18:36

Vielen Dank für den Bericht.

Das Schrotbild sieht auf den Bildern extrem gut aus wie ich finde. Wie hast du geschrotet?

Grüße Matthias

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Re: Vorstellung meiner 20l-Mini-HERMS-Brauanlage und gleichzeitig Brautag

#5

Beitrag von contraste » Montag 4. Juni 2018, 00:44

Moin Matthias,

ist mir fast peinlich zu sagen, aber es ist eine Haushalts-Küchenmaschine. Nix mit Quetsche.
Ich hab sie oben nur verkehrt (ein M zuviel) beschrieben: Bosch MUM 84 – eine Getreidemühle mit Kegelmahlwerk. Eingestellt auf grobes schroten (ca. Stufe 5,2). Jedoch mit 1400W purre.

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Allerdings staubt das Ding wie Hölle, und ich muß fürchterlich aufpassen, nicht zu großen Ärger mit der Küchenfee zu bekommen.

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Hier einmal der Versuch, das gefräßige Mahlwerk zu fotografieren.

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Liebe Grüße nach Witten, :Drink

joerch
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Re: Vorstellung meiner 20l-Mini-HERMS-Brauanlage und gleichzeitig Brautag

#6

Beitrag von Silvus » Montag 4. Juni 2018, 17:27

Hallo Joerch!
Dank für deinen ausführlichen Bericht! Für mich sehr interessant, auch weil ich überlegt habe, mir so ein System zu bauen (aus Platzgründen ist es dann doch der GF geworden). Die kleinen Pannen im Laufe eines Brautags kenn ich auch gut :Bigsmile , und es kommt nach mittlerweile 2 Jahren immer noch was neues dazu.
Der Trick mit dem Paddel ist schon vorgemerkt für das nächste WE.
Tschau, Silvus
---
Brauen macht zwar nicht immer Spaß, bringt aber Freude.

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Re: Vorstellung meiner 20l-Mini-HERMS-Brauanlage und gleichzeitig Brautag

#7

Beitrag von Detorice » Montag 4. Juni 2018, 19:47

contraste hat geschrieben:
Montag 4. Juni 2018, 00:44
Moin Matthias,

ist mir fast peinlich zu sagen, aber es ist eine Haushalts-Küchenmaschine. Nix mit Quetsche.
Ich hab sie oben nur verkehrt (ein M zuviel) beschrieben: Bosch MUM 84
Huch. Ich sehe jetzt erst, dass du das bereits in deiner Doku geschrieben hast. Sorry dafür.

Warum peinlich? Wenn es funktioniert? Sehr interessant, vor allem, weil ich so ein Teilchen auch in der Küche stehen habe. :Grübel Bin nie auf die Idee gekommen, das damit zu testen, weil es sich beim Mehl malen schon so anstrengt. Ich glaube so einen 10 Liter Durchgang mit dem BM würde ich mal riskieren :Smile

Danke für die Info und gerne mehr

Grüße Matthias

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Re: Vorstellung meiner 20l-Mini-HERMS-Brauanlage und gleichzeitig Brautag

#8

Beitrag von contraste » Montag 4. Juni 2018, 23:24

Moin Silvus,

ja, die Frage welch ein System?

auch ich sympathisiere heute noch mit dem GF (und Conical) oder dem BM. Ja, träum, geil. Doch habe ich mich damals relativ bewußt dagegen entschieden (oh klingt das altklug für einen Azubi im eigentlich ersten Lern-Jahr). Neue Brauer, neue IPA-Welle. Mir ging es beim Selberbrauen primär darum die einzelnen Hopfensorten unterscheiden zu lernen – bin noch heute weit weg davon (vorne, hinten, Kombi). Viele Biere sind immer ein Hopfen-Mix-Getränk, doch selten ist verzeichnet, welcher Hopfen wie/wo benutzt wurde.

Du wirst lachen, ich braue seit 1,5 Jahren im wesentlichen dasselbe Rezept. 50% PiMa, 50%BöMa. Doch fast immer andere Hefen (OG, UG), fast immer anderer Hopfen. Manchmal sogar andere Temperaturen, andere Verfahren (Dekoktion, Kombirast, jetzt HERMS), manchmal Beimischungen (Haferflocken, jetzt Roggen)

Insofern denke ich, daß ein Mehr-Pfannen-System einem Anfänger wesentlich mehr Möglichkeiten bietet umzuschalten, zu lernen: z.B. Kühlspirale als Heater??? Ich denke, meine Entscheidung ist vielleicht nicht ganz falsch (:PROLL und :GRINS) – ohne die deinige kritisieren zu wollen ...
Und ab und zu les ich im hier Forum von Leuten, die bewußt downgraden! BM verkaufen.

Auch weiß ich nicht, ob ein Schwerkraftsystem (klettern auf drei Ebenen) für jemanden, wie mich (Ü50 - :KOKETTIER) zeitgemäß ist – Pumpe finde ich mittlerweile echt geil (in deinem Fall GF).

Jedoch war für mich damals die Rührwerksdiskussion eigentlich ersteinmal kein Thema. Selber rühren kann ich ja. Scheibenwischermotor und 12V Ansteuerung – oh bleib weg, kompliziert. Doch wo bin ich nun gelandet: Bei einer 12V Pumpe und eigentlich genau derselben Thematik – Mist – oder auch nicht.

Aber so mag halt jeder seinen eigenen Weg finden.


Ach ja, noch zum Paddel, ich tue das eigentlich immer sehr spät rein. Erst wenn ich den Trubkegel sehe. Das rührt zwar ein wenig Trub auf, doch scheint es für mich die praktikabelste Lösung zu sein, nicht den Whirlpool zu stören.

Insofern wünsch ich auch dir
„allzeit gut Sud“,
besonders für das kommende WE (evtl. Bilder?!?),
yep, und daß uns niemals „neue Erfahrungen“ ausgehen werden.

joerch
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Re: Vorstellung meiner 20l-Mini-HERMS-Brauanlage und gleichzeitig Brautag

#9

Beitrag von contraste » Sonntag 10. Juni 2018, 16:09

Die Gärung ist durch. Also heißt es, die beliebeteste Beschäftigung des Brauers wiederaufzunehmen: Waschen. Ersteinmal KEG cleanen:

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Bei mir mehrfach spülen mit 1,5l kochendem Wasser (verschließen und Schütteln, Kippen), Steigrohre mit Gartenschlauch (ab und zu auch Ausbau und Oxi-Bad), optische Kontrolle, evtl mit Schwamm innen schrubben, optische Kontrolle, eine Oxi-Spülung. Dann noch einmal mit 1,5l kochendem Wasser nachspülen.

Das Gärfaß habe ich vor zwei Tagen bereits in den leicht wärmeren Bastelkeller geschafft.
Messen heute: 8°Brix, 60%EVG, 63% Sudhausausbeute. Na ja.

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Ich habe bisher immer mit Schlauch abgezogen. Dazu der Messing-Schlauchverbinder, den ich als Mundstück nehme.
Der abgeschnittene Draht ist die Antenne, für die I-Spindel:

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Der erste Blick:

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Dann I-Spindel bergen und Hefereste abschöpfen. Doch oh Schock: Hat die I-Spindel Würze gezogen? Elektronikschaden? Batteriewürze?

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Na ja. Entwarnung, war wohl nur Kondensat. Nach dem Reinigen war sie wieder klar. Und innen auch trocken.
Ansaugen mit Mundstück, Schlauchklemme (nicht im Bild, Mist: das sind jedoch diese länglichen Plastikdinger aus dem Küchenfee-Bereich, um Folienbeutel zu verschließen) und Schlauchen:

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von nach:

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Rest ist Erntehefe:

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Aufkarbonisieren:

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Und dann zur Reifung in meine neue Truhe, eine Liebher aus dem letzten Jahrhundert (38Jahre alt), aber funzt mit nem Inkbird immer noch.
Hat ne zusätzliche Dichtung bekommen. Beim Verbrauch bin ich noch am messen, doch zuversichtlich (ich kühl ja nur bis 12°C, und das im Keller).

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Also kommen wir nun zur zweitbeliebtesten Brauerbeschäftigung: Warten. Warten. Warten. Bis zur ersten Probe.

so long,
allzeit gut Sud
wünscht

joerch
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