Extraktbrau ExBIERiment

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Chrissi_Chris
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Extraktbrau ExBIERiment

#1

Beitrag von Chrissi_Chris » Dienstag 4. Juli 2017, 22:02

Moin moin,

In einem Thread wo es um Malzextrakt ging und ich mich eingeklinkt habe, fiel das Wort Tütensuppe, worauf ich mir als Koch überlegt habe wie verwerflich diese Art des Brauens doch wohl sein mag, oder auch nicht ?!?!

viewtopic.php?f=15&t=13900&p=215360&hil ... kt#p215360

Das ganze gab mir einen Denkanstoß weil ich doch erschrocken war, jedesmal wenn das Wort "Extraktbrauen" fällt gibt es heftige Reaktionen von allen Seiten, wobei ich mir sicher sind das mindestens 30% derjenigen, die dieses verurteilen selber noch nie einmal Malzextrakt brauen getestet haben.

So wie meine wenigkeit, ich habe davon eigentlich immer negativ gedacht, doch bin ich so eingestellt das ich nicht über etwas Urteilen kann was ich selber nicht getestet/ probiert habe.
Für einige was das Extraktbrauen der Einstieg wie für andere ein Besserbrauerset, ich möchte hier nun gar nicht über Qualität reden oder sonstiges nur kurz anmerken das irgendwie jeder einmal bei null angefangen hat.

Ich habe mir seit dieser Diskussion vorgenommen es einfach mal ganz unvoreingenommen und Neutral auszuproBIERen um mir selbst ein Bild davon zu machen und wirklich überzeugt zu sagen "Jupp, das ist ok oder das ist nicht das wahre".
Und ich denke erst dann dar ich mir anmaßen darüber zu reden und nicht weil alle sagen Extraktbrauen ist schlecht sag ich das auch.In Amerika ist es gang und gebe mit dem sogenannten "Mini Mash" verfahren Bier zu brauen.

Ich habe mich daher für ein relativ hochwertiges Extrakt entschlossen wo 3kg Flüssiges Malzextrakt beiliegen und keine Mischung aus Flüssig Malzextrakt wo man Malzzucker hinzugeben muss.
Mein Wahl fiel auf das Mountons St. Peter India Pale Ale
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Machte für mich einen soliden Eindruck.
In dem Extraktset enthalten sind:
  • 2x 1,5 kg
  • 1x Tütchen Hopfenpulver
  • 1x Trockenhefe NBV 69 Yeast
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Mir ist bewusst das ich das Extraktkit auch aufwerten hätte können, indem ich zum beispiel Hopfenkochen selber mache anstatt das Pulver zu verwenden, eine andere Hefe nehmen kann weil ich mir bei der Hefe gar nicht sicher oder aber auch das Bier nach der HG stopfen kann um es Geschmacklich besser zu machen. Auf alles das, verzichte ich an dieser Stelle, nicht weil ich es nicht kann, sondern weil ich das Extrakt in seiner vollem Pracht testen möchte und die ungeschönte Wahrheit erleben möchte um mir ein klares Bild davon zu machen was ein Extraktkit kann.

Bei einen Punkt habe ich allerdings eine Ausnahme gemacht, ich habe die Trockenhefe nicht wie beschrieben aufgestreut sondern ordnungsgemäß Rehydriert da durch das aufstreuen die Hefe doch stark gestresst wird und Zellen absterben.
Ich denke das beeinflusst den Geschmack nicht scheint mir aber eine bessere Alternative entgegen dem aufstreuen.

Aber bevor es meinem stressigen und sehr Zeit intensivem Brautag entgegen geht musste ich mich erst einmal stärken und wie geht das besser als mit einem 450g Rib Eye Steak... :thumbsup
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Der Inhalt des Paketes macht einen guten Eindruck, die Beschreibung ist etwas schwammig formuliert und auch die Verwendung von dem Hopfenpulver taucht in keinster Form auf. Desweiteren ist hier die Rede von:
Nach 4-6 Tagen ist die Gärung abgeschlossen oder auch nachdem keine Blasen mehr aus dem Gärröhrchen aufsteigen.
Dazu kommt das das Bier nun in Flaschen abgefüllt werden soll und pro Liter eine ungefähre Menge von 1 TL Zucker zur Kohlensäurebildung hinzu gegeben wird zum Karbonisieren.
Die warme Nachgärung ist dann natürlich auch in 2 Tagen beendet :Shocked

Alles in allem eine richtige Anleitung zum Bomben bauen .. Zum Glück habe ich mir in den letzten 20 Suden schon ein Gewisses Grundwissen aneignen dürfen durch hervorragende Unterstützung hier im Forum, Danke noch einmal an dieser Stelle.

Ich habe mir an dieser Stelle meinen Freund, den Läutereimer aufgebaut damit ich wenigstens ein besseres Gefühl habe und wenigstens irgendwas aufbauen kann meiner Anlage bevor ich den Dosenöffner benutze.
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So, das Extraktkit noch einmal in seiner vollen Pracht
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Als erstes habe ich 3,5 Liter Wasser zum kochen gebracht
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Als nächstes habe ich die Hefe Rehydriert, da absehbar war das der Brautag nicht mehr so lange dauert.
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Anschließend sollte ich laut Beschreibung die Dosen mit dem Malzextrakt in heißem Wasser 5 min aufwärmen
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Danach kam der Dosenöffner zum Einsatz
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Das lauwarme Malzextrakt habe ich nun aus der Dose in den Gäreimer
gegeben es roch angenehm sehr Malzig und nach Schwarzbrot, das Malzextrakt möchte ich nirgendwo haben außer im Gäreimer das ist eine superklebrige angelegenheit.
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Nun soll ich laut Beschreibung die 3,5 Liter kochendes Wasser hinzugeben und anschließend die fehlenden 18 L kaltes Wasser hineintun und alles vernünftig rühren damit sich das Malzextrakt ordentlich auflösen kann.
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Nachdem alles wunderbar aufgelöst war habe ich das Hopfenpulver hinzu gegeben und erneut alles verrührt bis sich alles gelöst hat. Das Hopfenpulver hat einen extrem penetranten Geruch, ich denke es liegt an der Konzentration eine Mischung aus Citrus WC Reiniger und Ingwer.
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Da mir weder die Beschreibung noch die Verpackung Informationen über IBU, EBC oder Stammwürze liefert (einziges ist 5,5% alc das ist auch wichtiger als Stw. :Mad2 ) habe ich nun gespindelt und die Gegenprobe mit dem Refraktometer gemacht um Handfeste Daten zu haben mit denen ich arbeiten und Rechnen kann. Heraus kahmen exakt 10 °P, mir ist zwar Schleicherhaft wie ich da auf 5,5% alc kommen soll was meines Erachtens nur mit einem sEvg von 100% annähernd möglich ist aber ich lass mich überraschen...
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Die Hefe wurde nun hinzu gegeben und vernünftig belüftet.
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Nachdem der Gärspund plaziert war und mit WASSER gefüllt war kam der Gäreimer zu seinen Artgenossen... ich werde die Nacht wohl etwas aufpassen müssen ob die 3 sich verstehen, wenn es in irgendeiner Form Diskussionen über Daseinsberechtigung gibt muss ich die 3 halt Notfalls einfach räumlich trennen. Daneben gärt ein Marilyn Monroe Ale und meine Centinal Bitch ein Single Hop.
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Wieder zurück in der Küche, erwartet mich nun der schlimmste teil des brauens... das abwaschen und reinigen :thumbdown wie soll ich diese Mengen nur bewältigt bekommen ? :Waa
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Nachdem ich mich durchgekämpft habe und den Abwasch bewältigt habe gönne ich mir ein Weizen was ich mir nach dem anstrengenden Brautag wirklich verdient habe.
Bei meinen Brautagen herrscht absolutes Alkoholverbot während des brauens.
Durch diverse Messfehler bis hin zu vergessenen Brauprotokoll in der Anfangsphase gibt es bei mir die Belohnung erst zum Schluß.. ich nehme das mittlerweile etwas ernster als in der Anfangsphase :Drink
image26.JPG
So, das war mein "ExtraktbrauexBIERiment" das ganze dauerte knapp 45 Minuten war relativ unspektakulär aber dafür eine neue Erfahrung. Es riecht sehr Citruslastig und malzig, angeblich soll es einen sehr vollen Malzigen und vollen Körper bekommen und frisch und spritzig schmecken...i`ll stay tuned ... was dabei herauskommt und wie es weiter geht, werde ich hier immer mal wieder Aktuelles posten und Berichten.
Leider habe ich die iSpindel gerade in einem anderen Sud sonst hättet ihr das ganze Online verfolgen können.

LG Chris
Zuletzt geändert von Chrissi_Chris am Freitag 7. Juli 2017, 09:32, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#2

Beitrag von Droeger » Dienstag 4. Juli 2017, 22:29

Hi Chris,

eine sehr konsequente Vorgehensweise von Dir - Respekt! Danke für die ausführliche Doku.

Ich bin zwar noch nicht so lange dabei und noch mitten in der ersten Lernphase, aber es sieht schon ein bißchen abstoßend aus.

Da meine Frau und ich vieles gerne selber machen, wie z.B. Marmelade, Brot, Gewürzmischungen, Wurst, Grillsoßen, etc. - und natürlich Bier, wissen wir wie wichtig qualitativ hochwertige Zutaten sind.
Von daher kann ich mir nicht vorstellen, dass man mit so einem Kit ein befriedigendes Ergebnis erzielen kann. Dies ist natürlich auch stark abhängig vom eigenen Anspruch. Aber ich denke, dass alle hier das Hobby betreiben um auch hochwertige Produkte herzustellen.

Ich bin sehr gespannt auf Dein Ergebnis.

Gruß Holger
Et hätt noch emmer joot jejange!

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#3

Beitrag von ggansde » Dienstag 4. Juli 2017, 22:57

Moin,
das wird bestimmt ein kontroverses Thema. Extraktbrauen ist kein Hexenwerk und bestimmt auch nicht schlechter als full-grain. Einzig beschneidet man sich ein wenig die Möglichkeiten, wenn es an Extrakt nur Hell, Bernstein und Kupfer gibt (ein wenig übertrieben). Ansonsten ist die Würzebereitung mit eines der unwichtigsten Tätigkeiten beim Bierbrauen. Die entscheidenden Parameter sind Hefe, Wasser, Hopfen, Gärführung. Klar, auch ich muss die Anschaffung meines Braumeister irgendwie rechtfertigen, aber es geht dabei irgendwie in die Richtung, ob ich meine Spaghetti selber mache oder kaufe. Ich habe mit Extrakt bislang ausnahmslos sehr schöne Biere gebraut, seit ich weiß, wie man Bier braut.
Qualitativ hochwertige Zutaten werden sicherlich auch bei der Herstellung von Extrakt verwendet, das ist also ein schwaches Argument. So kann ich Holgers Argumentation im letzten Absatz nicht nachvollziehen. Geht es um den Spaß und den Anspruch, Sachen selber zu machen reden wir wieder dieselbe Sprache.
VG, Markus
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Insofern dieser Beitrag nicht durch MOD MODE ON gekennzeichnet ist, enthält er lediglich die Meinung eines gewöhnlichen Benutzers

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#4

Beitrag von Chrissi_Chris » Dienstag 4. Juli 2017, 23:07

Hier geht es nur darum meine Wissbegierigkeit zu befriedigen und in erster Linie mir ein erstes Bild von dem verrufenen "Extraktbrauen" zu machen..
In keinster weise geht es darum hier irgend etwas schlecht zu reden, es ist einzig und allein nur ein Persönliches ExBIERiment woran ich euch gerne teil haben lassen möchte.
Ich würde es sehr schade finden wenn dieser schon recht aufwendiger Thread nun wieder in einer Grundsatz Diskussion untergeht.
Ich stehe dem ganzen bis jetzt Neutral gegenüber und würde ihm gerne ein Chance geben.

LG Chris

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#5

Beitrag von afri » Dienstag 4. Juli 2017, 23:22

Droeger hat geschrieben:
Dienstag 4. Juli 2017, 22:29
Von daher kann ich mir nicht vorstellen, dass man mit so einem Kit ein befriedigendes Ergebnis erzielen kann. Dies ist natürlich auch stark abhängig vom eigenen Anspruch. Aber ich denke, dass alle hier das Hobby betreiben um auch hochwertige Produkte herzustellen.
Ich auch. Man kann mit Tütensuppe befriedigt satt werden, aber es geht natürlich auch anders. Genau das ist es, was zu beweisen wäre.
Achim (dessen einziger Versuch mit Extrakt schief ging, vermutlich auch wegen jahrelang überschrittenen MHDs)
Bier ist ein Stück Lebenskraft!

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#6

Beitrag von M0ps » Dienstag 4. Juli 2017, 23:56

Besonders suspekt ist mir ja das Hopfenpulver... Ansonsten kann ich Achim nur zustimmen.

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#7

Beitrag von Chrissi_Chris » Dienstag 4. Juli 2017, 23:57

M0ps hat geschrieben:
Dienstag 4. Juli 2017, 23:56
Besonders suspekt ist mir ja das Hopfenpulver... Ansonsten kann ich Achim nur zustimmen.
Hast du schon einmal selber Extraktbrauen gemacht ?

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#8

Beitrag von Simstex » Mittwoch 5. Juli 2017, 00:00

:thumbsup
Toller Thread, danke, dass du dir die Mühe gibst uns Teil haben zu lassen. Ich bin gespannt, was du zu berichten hast und freu mich auch mal was aus der Richtung hier zu lesen!
Unser Blog übers Biertrinken, Brauen und Genießen: bierspindel.net oder Instagram @bierspindel

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#9

Beitrag von M0ps » Mittwoch 5. Juli 2017, 00:05

@Chrissi_Chris: Nope -habe ich auch nicht behauptet. Ich habe allerdings auch nicht behauptet,dass es ein schlechtes Bier wird. Auch Fertiggerichte sind nicht alle schlecht und so finde ich den Vergleich nach wie vor schlüssig. Selbst die Idee dahinter ist letztendlich die gleiche: Verkürzte Zubereitung mit kontrollierter Qualität.

Allerdings: während ich mir beim Sirup ja noch vorstellen kann wie man von "natürlicher" Maische zum dunkelbrauen, klebrigen Sirup kommt, fällt nur das beim Hopfenpulver durchaus schwerer

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#10

Beitrag von grüner Drache » Mittwoch 5. Juli 2017, 06:36

Chrissi_Chris hat geschrieben:
Dienstag 4. Juli 2017, 23:57
M0ps hat geschrieben:
Dienstag 4. Juli 2017, 23:56
Besonders suspekt ist mir ja das Hopfenpulver... Ansonsten kann ich Achim nur zustimmen.
Hast du schon einmal selber Extraktbrauen gemacht ?
Hallo!

Ein Super Experiment!

Und auch ich bin gespannt was aus dem "penetranten Geruch" des HopfenPulver "nach WC-Reiniger und Ingwer" und den "Schwarzbrot-Geruch" des Malzes Wird.
Das sind doch schonmal die Sachen, die aufgefallen sind. Wenn das Bier fertig ist, wird der Chris uns da ja sicher was zu sagen können.
Dann weiß man was sich wie entwickelt. ...
Bin gespannt!
Allzeit gut Sud!
:Drink
Ciao,Alex!
Der grüne Drache zu Wasserau - Dort brauen sie ein Bier so braun, dass selbst der Mann im Mond kam schauen ...

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#11

Beitrag von Exedus » Mittwoch 5. Juli 2017, 07:09

Das Expertiemt hattest Du ja bereits angekündigt :thumbup

Hut ab vor der ganzen Arbeit :Ätsch

Wenn ich das nächste Mal mit meinem Onkel braue, nehme ich auch mal wieder Extakt. Dann dauert der "Brautag" nicht solange :Bigsmile

Bin mal gespannt, was Du zu der Verkostung zu sagen hast. :Greets
Meine Anlage

mit freundlichen Grüßen

Steven

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#12

Beitrag von mo* » Mittwoch 5. Juli 2017, 07:42

Danke Chris fürs ausprobieren und wieder anstossen der Diskussion. Ich finde es sehr schade, dass das Extraktbrauen hier so negativ behaftet ist. Dabei kann man damit viele tolle Sachen machen.

Ich habe von meinen 10 Suden deren 3 mit Trockenmalzextrakt gemacht, und alle sind für meinen Geschmack lecker geworden. Im Gegensatz zu deinem Test habe ich jedoch nur Trockenmalzextrakt verwendet, gehopft und gekocht habe ich selber.

Der Hauptgrund wieso ich nicht selber gemaischt habe war eigentlich immer die mangelnde Zeit. Wenn ich selber maische, dann reichts für nichts anderes mehr an diesem Tag. So reduziert sich mit Familie, Arbeit und anderen Hobbys die Anzahl der möglichen Brautage schon stark.

Mit Trockenmalzextrakt stehe ich auf, fülle den Einkocher und stelle die Temperaturregelung auf 80°C. Dann kann ich gemütlich mit der Familie "Zmörgele". Sind wir fertig hat das Wasser die Temperatur erreicht und ich rühre den Extrakt ein. Wenn ich eine Vorderwürzehopfung machen will gebe ich den entsprechenden Hopfen auch noch gerade dazu. Schon bald kocht die Würze, und weil das DMS beim Extrakt schon ausgekocht ist (http://braumagazin.de/article/wege-zum- ... aktbrauen/) reichen auch 30min Kochzeit.

Schon kann gekühlt werden, und am Mittag habe ich die Anstellwürze schon fertig und es bleibt wieder genügend Zeit für die Familie.

Weil das ganze viel weniger Zeit benötigt, bleibt mir mehr Zeit fürs experimentiern. So war das erste Extraktbier ein Wit mit Koriander und Orangenschalen, bei zweiten habe ich einen Teil der Würze abgezweigt und mit Cascadehopfen gestopft. Und beim dritten Mal habe ich mit frischen Holdunderblüten gestopft. Hätte ich selber gemaischt, hätte ich das nicht machen können, da ich in der Holunderblütenzeit von etwa einer Woche keinen ganztägigen Brautag habe unterbringen können.

Ich habe mir aus Neugier verschiedene Hopfensorten gekauft, ich will die austesten und vergleichen. Da bin ich der Meinung, dass sich ein eher leichtes Bier auf Extraktbasis besser dazu eignet, weil ich das "Grundbier" in den verschiedenen Suden genauer reproduzieren kann als wenn ich jedesmal selber Maischen würde. Daher finde ich auch den Titel "Extraktbrauen für die Wissenschaft" sehr treffend, weil mir der Extrakt erlaubt, schneller "Wissen" zu schaffen.

In diesem Sinne: ein Hoch auf das Extraktbrauen :thumbsup

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#13

Beitrag von Sura » Mittwoch 5. Juli 2017, 09:12

Vorweg: Schönes Experiment, Chriss.

Ich habe damals in dem Thread das Wort "Tütensuppe" geschrieben. Allerdings im Zusammenhang das der geschätzte Threadersteller dort 100l Bier mit Malz-Extrakt, Zucker und Hopfen-Extrakt herstellen wollte, und als Hefe irgendeine hergenommen hat. Von den vier "Zutaten" Wasser, Malz, Hopfen und Hefe brauchte er sich also um drei garnicht zu kümmern, und bei der vierten wusste er auch nur das hinterher der Gärspung blubbern muss. Sorry, aber das IST Tütensuppe und hat rein garnichts mit dem Handwerk Bier brauen zu tun.

Aber sicher kann man mit Malzextrakt Bier herstellen. Das behaftet auch niemand hier negativ, Malzextrakt ist ein Schritt den man machen kann.
Wenn man sich beim Brauvorgang allerdings auf fertige Zutaten beschränkt, nimmt meiner Meinung nach mit jeder Zutat um die man sich nicht kümmert/kümmern muß der Tütensuppen-Index halt zu. Da muss man dann auch mal zu stehen.
Niemand behauptet das es nicht schmecken kann. Man kann auch einen leckeren Kuchen aus fertigem Boden und Dosenfrüchten machen. Man ist dann aber trotzdem kein Kuchenbäcker. Ich sage ja auch nicht das ich als Hobby Brötchen backe, wenn ich Knack-und-Back Brötchen mit ein paar Körnern bestreue und im Backofen aufbacke. Und ich behaupte auch nicht das ich selbst Möbel baue, wenn ich einen Bausatz von Ikea zusammenkloppe. Und ich bin auch kein Hobbykoch wenn ich nur Convenience Food warm mache. Und ich bin auch kein Mälzer, wenn ich das fertige Malz im Internet bestelle. (Ich kann das unendlich weiterführen.....)
mo* hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juli 2017, 07:42
[....]
Der Hauptgrund wieso ich nicht selber gemaischt habe war eigentlich immer die mangelnde Zeit. Wenn ich selber maische, dann reichts für nichts anderes mehr an diesem Tag. [....]
Hätte ich selber gemaischt, hätte ich das nicht machen können, da ich in der Holunderblütenzeit von etwa einer Woche keinen ganztägigen Brautag habe unterbringen können.
[...]
Zeit als Grund für den Extrakt zu nehmen finde ich ehrlich gesagt absoluten Blödsinn. Ein ordentliches Minimalprogramm dauert von den Prozessen her 2,75h: Schroten und einmaischen 10min, 1h Kombirast, läutern 20min, 1h kochen, 15min Whirlpool. Wo ist da immer das Problem das ihr nen ganzen Tag braucht?! Alles (ausser den Kessel) kann man putzen während man kocht. Danach hat man noch den Kessel, einen Filterbeutel, ein Thermometer und eventuell eine Spindel zu putzen. Wenn man über Nacht abkühlt dann dauert das ganze incl. heizen keine 4h wenn ich von 1°C/h Aufheizzeit ausgehe.
Wenn ich am Wochenende braue, dann bereite ich abends das Wasser vor, stelle mir den Wecker auf 5:20 ( da stehe ich auch in der Woche auf ), und spätestens um 6:00 wird eingemaischt. Und zwischen 9:00 und 10:00 ist der Brauraum und der Brauer geputzt, und ich sitze mit der Familie am Frühstückstisch. (Den ich nebenbei noch gedeckt habe)
Klar kann man das mit aufwendigem Maischprogramm etc. noch ausweiten, aber hier geht es um den Vergleich zu einer Extraktwürze!

Was macht ihr denn immer noch das es den ganzen Tag dauert?!
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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#14

Beitrag von Exedus » Mittwoch 5. Juli 2017, 09:34

Bei mir dauert es auch den ganzen (halben Tag)

Equipment aufbauen: ca. 15 Minuten
Haupt & Nachguss einfüllen: 10 Minuten
Hauptguss auf Einmaischtemperatur bringen: 40 Minuten
Maischen, je nach Rezept: 60-90 Minuten
Läuterruhe: 20 Minuten
Läutern: 60-80 Minuten
Würze zum kochen bringen: 20 Minuten
Würze kochen: 60-90 Minuten
Würze kühlen: 40 Minuten
Würze in Gäreimer schlauchen: 10 Minuten
Putzen und Wegräumen: 40 Minuten
-------------------------------------------------------------------
Bestcase: 6,3h Worstcase: 7,6h

Un weil das ganze für mich ein entspannendes Hobby ist und keine reine Bierproduktion, stehe ich nicht um 6 Uhr dafür auf. Meistens fange ich gegen 10 Uhr an. Dementsprechend bin ich meistens zwischen 16:30 und 18 Uhr fertig. Und schwups ist der Tag "weg" :Greets
Zuletzt geändert von Exedus am Mittwoch 5. Juli 2017, 09:43, insgesamt 1-mal geändert.
Meine Anlage

mit freundlichen Grüßen

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#15

Beitrag von Bierjunge » Mittwoch 5. Juli 2017, 09:40

Ein schöner Bericht!
Ich habe nur noch nicht ganz begriffen, worin genau der wissenschaftliche Anspruch besteht bzw. ein wissenschaftliches Vorgehen erkennbar wird. Ich bitte um Aufklärung.

Gruß, Moritz

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#16

Beitrag von Sura » Mittwoch 5. Juli 2017, 09:54

Exedus hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juli 2017, 09:34
Bei mir dauert es auch den ganzen (halben Tag)

Equipment aufbauen: ca. 15 Minuten
Haupt & Nachguss einfüllen: 10 Minuten
Hauptguss auf Einmaischtemperatur bringen: 40 Minuten
Maischen, je nach Rezept: 60-90 Minuten
Läuterruhe: 20 Minuten
Läutern: 60-80 Minuten
Würze zum kochen bringen: 20 Minuten
Würze kochen: 60-90 Minuten
Würze kühlen: 40 Minuten
Würze in Gäreimer schlauchen: 10 Minuten
Putzen und Wegräumen: 40 Minuten
-------------------------------------------------------------------
Bestcase: 6,3h Worstcase: 7,6h

Un weil das ganze für mich ein entspannendes Hobby ist und keine reine Bierproduktion, stehe ich nicht um 6 Uhr dafür auf. Meistens fange ich gegen 10 Uhr an. Dementsprechend bin ich meistens zwischen 16:30 und 18 Uhr fertig. Und schwups ist der Tag "weg" :Greets
Ist doch alles ok (von der Läuterzeit mal abgesehen). Aber es muss nicht der ganze Tag weg sein, und es gibt kein zeitliches Problem. Ich verbringe halt gern ab 10:00 den Tag mit der Familie, und davon abgesehen habe ich ab 18:00 meistens keine Lust mehr zu putzen. :Wink
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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#17

Beitrag von KCSteevo » Mittwoch 5. Juli 2017, 10:35

Exedus hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juli 2017, 09:34
Bei mir dauert es auch den ganzen (halben Tag)
...

Bestcase: 6,3h Worstcase: 7,6h

Un weil das ganze für mich ein entspannendes Hobby ist und keine reine Bierproduktion, stehe ich nicht um 6 Uhr dafür auf. Meistens fange ich gegen 10 Uhr an. Dementsprechend bin ich meistens zwischen 16:30 und 18 Uhr fertig. Und schwups ist der Tag "weg" :Greets
Also ich bin da auch deiner Meinung. Vorteil in er Zeitersparnis liegt definitiv im Extraktbrauen. 45 min zu 2,75 bzw. realistischer für den Großteil der Hobbybrauer, die nicht so schnell unterwegs sind 6 bis 8 Std ist schon ein Wort.

Was die Qualität angeht, bin ich auch der Meinung, dass es nicht unbedingt schlechter sein muss. Fertigprodukte (z.b. TK Gemüse) sind oftmals qualitativ besser was Vitamine etc. an geht als Gemüse, das tagelang bei nicht optimalen Lagerbedingungen daheim rum liegt. Da ist die schonende und kontrollierte Verarbeitung schon von Vorteil für viele Inhaltsstoffe. Problematisch wirds bei Fertigprodukten dann natürlich oftmals Geschmacksverstärker etc. Das gibt dem ganzen wieder ein Dämpfer.
Um wieder zum Thema zu kommen. Vom Extrakt her sehe ich absolut kein Problem. Gibts eigentlich auch helles Extrakt? Könnte mir vorstellen, dass es beim aufkonzentrieren ggf. etwas schwierig wird wegen der Farbe und dem vielen Zucker bzw. möglichen karamellisierens? Und gibts eigentlich auch nur das Extrakt ohne den Hopfen und die Hefe? Das wäre ja dann für diejenigen, die wirklich die Zeit als Faktor nehmen, ein Vorteil. Und man hätte noch einige Stellschrauben um seinen eigenen Stil rein zu bringen...

:thumbup Top Thema!

Grüße, Stefan
Sind die Hühner flach wie Teller, war der Traktor wieder schneller. Prost!
:Drink

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#18

Beitrag von Chrissi_Chris » Mittwoch 5. Juli 2017, 10:48

Moin Stefan,

An Extrakten gibt es alle möglichen Sorten Weizen, Alt, Irish Red, Pils.... jede Menge verschiedener Sorten.

Ja, es gibt gehopftes Malzextrakt und ungehopftes Malzextrakt, da wird dir quasi die ganze Maischarbeit und Läuterarbeit abgenommen.

Du kannst das Malzextrakt auch einfach nur auf die angegebene Menge verdünnen und dann dein eigenes Programm durchziehen Hopfenkochen mit Pellets oder Dolden deiner Wahl und anschließend mit der Hefe deiner Wahl anstellen, was mir authentischer erscheint als dieses Hopfenpulver und die unbekannte Hefe.

Bye the way, weiß jemand was zu der beiliegenden Hefe NVB 69 Yeast ?
Im Netz konnte ich da nichts drüber in Erfahrung bringen.

LG Chris

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#19

Beitrag von riffi » Mittwoch 5. Juli 2017, 11:38

Ich komme auch vom Extrakt-Brauen und habe einige Gozdawa Kits genutzt, als sie es noch bei HuM gab.
Gerade das "Deutsche Schwarzbier" stach da positiv hervor. War für meinen Geschmack durchaus trinkbar.

Ich verfolge den Thread hier gespannt weiter und freue mich über Fortschritte.

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#20

Beitrag von mo* » Mittwoch 5. Juli 2017, 11:55

Exedus hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juli 2017, 09:34
Bei mir dauert es auch den ganzen (halben Tag)

Equipment aufbauen: ca. 15 Minuten
Haupt & Nachguss einfüllen: 10 Minuten
Hauptguss auf Einmaischtemperatur bringen: 40 Minuten
Maischen, je nach Rezept: 60-90 Minuten
Läuterruhe: 20 Minuten
Läutern: 60-80 Minuten
Würze zum kochen bringen: 20 Minuten
Würze kochen: 60-90 Minuten
Würze kühlen: 40 Minuten
Würze in Gäreimer schlauchen: 10 Minuten
Putzen und Wegräumen: 40 Minuten
-------------------------------------------------------------------
Bestcase: 6,3h Worstcase: 7,6h
Danke für diese Aufstellung, sie bildet auch meinen Maische-Brautag schön ab. Und wenn ich da 3h mit Extraktbrauen raushauen kann (Aufheizen parallel zum Frühstück + Maischen + Läutern), dann bin ich mit der Würze bis Mittag fertig und das Brauen wird viel familienfreundlicher (zumindest bei mir).
KCSteevo hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juli 2017, 10:35
... Gibts eigentlich auch helles Extrakt?...
...
...Und gibts eigentlich auch nur das Extrakt ohne den Hopfen und die Hefe?...
Das ist genau das was ich verwende: helles Trockenmalzextrakt und Weizentrockenmalzextrakt. Beides ungehopft und ohne Hefe. So kann ich mit dem Hopfen variieren und auch verschiedene Hefen testen. Und da ich die Würze mit Extrakt besser reproduzieren kann, kann ich die Änderungen genauer auf die Einflussfaktoren zurückführen (Hopfen, Hefe, Gärführung, ...). Und weil ich so auch öfters brauen kann, bin ich überzeugt, dass ich insgesamt schneller lernen kann...

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#21

Beitrag von SingleUser » Mittwoch 5. Juli 2017, 12:28

Ich habe nur noch nicht ganz begriffen, worin genau der wissenschaftliche Anspruch besteht bzw. ein wissenschaftliches Vorgehen erkennbar wird. Ich bitte um Aufklärung.
Hmmmm, Bekannte Voraussetzungen, aber unbekanntes Ergebnis. Anders gesagt: "Schluckt er oder Spuckt er ?".
> M. A.W.; nimm es doch einfach mal locker als wissenschaftlich-kulinarisches Experiment im weitesten Sinn ...

Ich bin auf das Ergebnis neugierig und reserviere eine Pulle für den Selbstversuch am lebenden Objekt ... :-)

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#22

Beitrag von gulp » Mittwoch 5. Juli 2017, 13:06

Die Überschrift stimmt irgendwie nicht. Extrakt zusammenschütten wäre passender. Mit brauen hat das ja nichts zu tun, von der Arbeit der Hefe mal abgesehen. :P

Bevor das jetzt wieder losgeht, ja ich habe das auch mal gemacht, allerdings mit Hopfen kochen und ich war zu blöde dazu. Alles angebrannt. :P

Gruß
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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#23

Beitrag von Chrissi_Chris » Mittwoch 5. Juli 2017, 13:16

So, bevor das hier wieder in einer Grundsatz Diskussion endet möchte ich doch sehr bitten dem ganzen etwas gelassener gegenüber zu stehen.
Ich habe für diese Doku mit Bilder drehen und schreiben gute 2 Std gestern Abend am Rechner gesessen, daher würde ich es Respektlos finden wenn jetzt hier nach dem Haar in der Suppe gesucht wird und dadurch der Thread zerschossen wird.


Der Threadname Bierquälerei ist genauso wenig sinnvoll hab mich aber drüber amüsiert und finde es lustig.
Wie man auch an meinem Text und der Stärkung in Form von dem Rib Eye Steak vor dem anstrengendem "Brautag" unschwer erkennen kann fundiert das ganze auf einer lustigen Basis.

LG Chris

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#24

Beitrag von Bierjunge » Mittwoch 5. Juli 2017, 14:31

Ok, war nicht böse gemeint.
In Arbeiten (z.T. verzweifelt) den wissenschaftlichen Anspruch zu suchen ist bei mir leider Berufskrankheit. Mag sein, dass ich daher etwas dünnhäutig reagiere.

Moritz

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#25

Beitrag von M0ps » Mittwoch 5. Juli 2017, 15:07

Falls ein falscher Eindruck entstanden sein sollte: Ich finde deinen Versuch sehr spannend und bin schon sehr neugierig wie am Ende dein Fazit als erfahrener Brauer dazu aussieht! Von daher vielen Dank und weiter so :)

Ich hatte mich damals dagegen entschieden sowas zu benutzen, möchte dem aber nicht seine Daseinsberechtigung absprechen. Nur die 100L Aktion des einen Einsteigers fand ich schon arg suspekt...

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#26

Beitrag von §11 » Mittwoch 5. Juli 2017, 16:25

ggansde hat geschrieben:
Dienstag 4. Juli 2017, 22:57
Moin,
das wird bestimmt ein kontroverses Thema. Extraktbrauen ist kein Hexenwerk und bestimmt auch nicht schlechter als full-grain. Einzig beschneidet man sich ein wenig die Möglichkeiten, wenn es an Extrakt nur Hell, Bernstein und Kupfer gibt (ein wenig übertrieben). Ansonsten ist die Würzebereitung mit eines der unwichtigsten Tätigkeiten beim Bierbrauen. Die entscheidenden Parameter sind Hefe, Wasser, Hopfen, Gärführung. Klar, auch ich muss die Anschaffung meines Braumeister irgendwie rechtfertigen, aber es geht dabei irgendwie in die Richtung, ob ich meine Spaghetti selber mache oder kaufe. Ich habe mit Extrakt bislang ausnahmslos sehr schöne Biere gebraut, seit ich weiß, wie man Bier braut.
Qualitativ hochwertige Zutaten werden sicherlich auch bei der Herstellung von Extrakt verwendet, das ist also ein schwaches Argument. So kann ich Holgers Argumentation im letzten Absatz nicht nachvollziehen. Geht es um den Spaß und den Anspruch, Sachen selber zu machen reden wir wieder dieselbe Sprache.
VG, Markus
Hallo Markus,

ich benutze Trockenextrakt ab und an um Biere fuer Verkostungen zu brauen. dabei variiere ich eben nur eine Zutat bei sonst gelichem Bier. Was mir dabei eben schon negative aufgefallen ist, ich hab null Einfluss auf die Extraktzusammensetzung. Der Extrakt (Muntons) scheint, was das Maischen angeht, auf moeglichst hohe Vergaerbarkeit ausgelegt zu sein. Das heist die Biere warden alle relative trocken. Dieser Einflussfaktor fehlt mir dabei manchmal.

Gruss

jan
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Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#27

Beitrag von Boludo » Mittwoch 5. Juli 2017, 16:40

Wenn man selber maischt, macht man meiner Meinung nach nicht automatisch die bessere Würze, egal welche wertvollen Rohstoffe man verwendet.
Von Oxidation bis Gerbstoffe aus den Spelzen und kratziger Bittere kann da alles mit dabei sein.
Wie immer sollte man da nicht verallgemeinern.

Stefan

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#28

Beitrag von docpsycho » Mittwoch 5. Juli 2017, 16:56

Chrissi_Chris hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juli 2017, 13:16
So, bevor das hier wieder in einer Grundsatz Diskussion endet möchte ich doch sehr bitten dem ganzen etwas gelassener gegenüber zu stehen.
Ich habe für diese Doku mit Bilder drehen und schreiben gute 2 Std gestern Abend am Rechner gesessen, daher würde ich es Respektlos finden wenn jetzt hier nach dem Haar in der Suppe gesucht wird und dadurch der Thread zerschossen wird.
Gude,

also deine Arbeit in allen Ehren aber du musst uns schon die Möglichkeit geben das Thema zu diskutieren. Wenn es dann in diesem Rahmen zu einer Grundsatzdiskussion kommt, zeigt das ja nur, dass ein gewisser Diskussionsbedarf besteht. Ziel einer Untersuchung ist es ja nicht nur Ergebnisse zu präsentieren, sondern diese auch kontrovers zu diskutieren.
Ich persönlich kann dazu nur sagen, dass meinen ersten Brauversuche vor ca 12 Jahren (danach lange nicht), als ich mit einem Malzextraktpaket vom Onkel aus den US und A mit einem Kumpel das erste mal gepanscht habe. Da wir so gar keine Ahnung hatten, war das schwer trinkbare Ergebnis sicher nicht repräsentativ. Allerdings schließe ich mich hier vielen an, wenn ich sage: neben dem eigenen Bier habe ich auch den Anspruch den Prozess so gut als irgend möglich zu beeinflussen und ein Teil dessen ist sicher die Maischearbeit und das will ich mir ungern von einem Extrakt nehmen lassen.
Nichts desto trotz bin ich sehr an deinem Ergebnis interessiert und werde sicher weiter mitlesen.

Grüße, der Doc
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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#29

Beitrag von aegir » Mittwoch 5. Juli 2017, 18:48

Viel zu oft wird hier ja mit Halbwissen vom Hörensagen diskutiert, deshalb finde ich es gut, dass jemand auch mal was ausprobiert bevor er drüber diskutiert.
Die Qualität vom fertigen Bier ist jedenfalls nicht schlechter als von einem normal gebrauten. Natürlich ist man da etwas limitierter in seinen Möglichkeiten, aber eigentlich auch nur in der Malzzusammensetzung und selbst da kann man noch seine persönliche Note mit reinbringen indem man Spezialmalze zusätzlich in einem Säckchen einweicht. Alles andere kann man sowieso frei wählen.

Gruß Hotte

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#30

Beitrag von schollsedigger » Mittwoch 5. Juli 2017, 20:17

Hi,

vorab: Ich maische mittlerweile selbst, weil´s Spass macht.

Ich habe anfangs ebenfalls mit Malzextrakt in Form von Sirup oder Pulver gebraut, weil es Zeit spart und weniger Equipment benötigt. Ob das Argumente für das Brauen mit Malzextrakt sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Dafür ist der Extrakt wesentlich teurer als Malz. Bevor ich aus Zeitgründen ganz auf´s Brauen verzichte, nehme ich lieber Extrakt als Basis.

Wenn man jetzt noch mit Spezialmalzen steept und Hopfenpellets verwendet, anstatt eines Fertigpakets, dann sind die Gestalungsmöglichkeiten ähnlich wie beim Maischebrauen, da man nur die Basismalze ersetzt. Eines meiner besten Biere bisher, war ein Stout auf Malzbasis, das ich aus einem Maischerezept hergeleitet habe. Mit Tütensuppe hat das nix zu tun, eher mit Verwendung von Fertigfond zur Herstellung einer Soße. Die Individuelle Note kommt von den Gewürzen. Ich glaube kaum, dass hier alle Maischebrauer Ihre Soße aus Knochen zubereiten.

Maischen ist in erster Linie Handwerk und weniger (Brau-)Kunst. Allein die Diskussion pro und contra Kombirast zeigt immer wieder, dass der Einfluss des Maischens eher gering ist.

In den USA ist die Methode nicht so verschrien wie hierzulande, viele Rezepte findet man sowohl basierend auf Malz als auch auf Malzextrakten und es regt sich keiner darüber auf.

Gut, den wissenschaftlichen Ansatz sehe ich auch weniger. Der wäre gegeben, wenn man in einem Rezept die Basismalze durch Malzextrakt ersetzt, alle anderen Zutaten beibehält und dann einen Extrakt- und einen Maischesud durchzieht und die Ergebnisse vergleicht.

Wie Boludo bereits sagte, Maichen ist kein Garant für gutes Bier.

Grüße

Matze

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#31

Beitrag von Chrissi_Chris » Mittwoch 5. Juli 2017, 20:25

Die Hefe hat gestern direkt 4 Std danach Ihr Arbeit aufgenommen was ich eine sportliche Zeit finde...
Mittlerweile gärt es fleißig und die Kräusen sind wirklich ordentlich, kann michnicht errinern bei einem meiner Sude solch ausgeprägte Kräusen gehabt zu haben.
IMG_4213.JPG
LG Chris

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#32

Beitrag von gulp » Mittwoch 5. Juli 2017, 20:27

Die Hefe hat gestern direkt 4 Std danach Ihr Arbeit aufgenommen was ich eine sportliche Zeit finde...
Ganz normal.

Gruß
Peter
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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#33

Beitrag von Droeger » Mittwoch 5. Juli 2017, 23:22

afri hat geschrieben:
Dienstag 4. Juli 2017, 23:22
Droeger hat geschrieben:
Dienstag 4. Juli 2017, 22:29
Von daher kann ich mir nicht vorstellen, dass man mit so einem Kit ein befriedigendes Ergebnis erzielen kann. Dies ist natürlich auch stark abhängig vom eigenen Anspruch. Aber ich denke, dass alle hier das Hobby betreiben um auch hochwertige Produkte herzustellen.
Ich auch. Man kann mit Tütensuppe befriedigt satt werden, aber es geht natürlich auch anders. Genau das ist es, was zu beweisen wäre.
Achim (dessen einziger Versuch mit Extrakt schief ging, vermutlich auch wegen jahrelang überschrittenen MHDs)
Hängt halt auch viel vom subjektiven Empfinfen ab. Mich befriedigt eine Tütensuppe nicht mehr. Es sei denn ich hab Kohldampf und es ist sonst gar nichts mehr da...
Et hätt noch emmer joot jejange!

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#34

Beitrag von Droeger » Mittwoch 5. Juli 2017, 23:29

schollsedigger hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juli 2017, 20:17
Hi,

vorab: Ich maische mittlerweile selbst, weil´s Spass macht.


Grüße

Matze
:goodpost:
Et hätt noch emmer joot jejange!

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#35

Beitrag von Tozzi » Mittwoch 5. Juli 2017, 23:56

Mei, da gibt's halt aber (wie ja bereits beschrieben) auch Unterschiede.
Basismalze durch DME zu ersetzen, aber dann mittels BIAB/Steeping die Spezialmalze einzubringen und anschließend ganz normal Hopfen kochen/stopfen und so weiter kann ganz hervorragende Resultate bringen, das sehe und schmecke ich immer wieder bei meinen Freunden in Frankreich.
Malzextrakt ist halt teuer und muss schnell verbraucht werden, ist aber ansonsten eine gute Alternative, wenn man wenig Platz hat und trotzdem selber brauen will. Gute bis sehr gute IPAs kriegt man so auf jeden Fall hin.

2 Dosen zähe Instant Pampe zusammenzukippen und eine nicht näher benannte Trockenhefe draufzustreuen ist da nicht so ganz gut vergleichbar.
Viele Grüße aus Selva di Fasano
Stephan

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#36

Beitrag von Schlupfer » Donnerstag 6. Juli 2017, 00:09

Ahoi,

vor ein paar Jahren hatte ich mal die Gelegenheit Coopers Brauerei in Adelaide von innen zu sehen. Die haben damals ca. 90% ihrer Würzeproduktion zu Sirup für Braukits verarbeitet. Das waren mehrere 100tausend hl und heute ist es sicher mehr.
Die Würzeherstellung im Sudhaus ist so normal wie in jeder anderen Brauerei auch, nur das die Ausschlagwürze in riesigen Verdampfern zu Sirup konzentriert und dann in Dosen abgefüllt wird.
Wenn man so etwas benutzt um Bier zu machen, kommt da nicht unbedingt was Schlechtes raus. Ob man das noch brauen nennen kann ist eine andere Frage.
Wobei, wie ist das noch beim Zoigl? Da vergären die verschiedenen "Hausbrauer" doch die fertige Würze welche sie sich aus dem Brauhaus holen.........

Gruß
Michael

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#37

Beitrag von Alt-Phex » Donnerstag 6. Juli 2017, 00:19

Tozzi hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juli 2017, 23:56
2 Dosen zähe Instant Pampe zusammenzukippen und eine nicht näher benannte Trockenhefe draufzustreuen ist da nicht so ganz gut vergleichbar.
Stimmt wohl. Und hat mit "brauen" jetzt auch nicht so viel zu tun :Greets

Wenn man sich die Herstellung solcher Extrakte ansieht dürfte auch klar sein das es ohne geschmackliche Einflüsse nicht gehen kann.
Daher wird es auch unterschiedliche Qualitäten an Extrakten geben. Das muss man halt für sich selber rausfinden, ich maische lieber.

Wieso ist Malzextrakt eigentlich OK und Hopfenextrakt ein No-GO ? :Greets
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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#38

Beitrag von Tozzi » Donnerstag 6. Juli 2017, 00:54

Meine frz. Freunde wollen auch baldigst selber maischen.
Bisher ging das bei denen halt nicht. Welche Qualitäten die genau verwenden bzw. verwendet haben, weiß ich auch nicht... :redhead
Hopfenextrakt muss auch nicht schlecht sein. Für mich kein No-Go. Solange man weiß was drin ist und da gibt es sicherlich auch Gutes.
Wenn ich mir mein Hopfen- und Malzlager mal so anschaue, dann werde ich diesbezügliche Experimente aber lieber hintanstellen oder gleich bleiben lassen.

Die Fertigmischungen, die aus 2 Dosen bestehen, wo nicht draufsteht was drin ist, finde ich halt weniger appetitlich.
Das ist halt dann wirklich Maggi-Kochstudio ("fein, das machen wir bald mal wieder")... :P

Aber ich oute mich jetzt auch mal als Benutzer von "Liquid Smoke" für meine Sous-Vide Fake-BBQ Ribs (ja ich weiß wie man sie "richtig" macht und kann das auch, hab aber meistens keinen Bock drauf).
Nicht alle Convenience Produkte sind automatisch schlecht.
Die Guten sind aber alle deutlich teurer als Selbermachen und letztlich meistens (wenn man's kann) immer noch unterlegen.
Viele Grüße aus Selva di Fasano
Stephan

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#39

Beitrag von Chrissi_Chris » Donnerstag 6. Juli 2017, 06:00

Tozzi hat geschrieben:
Mittwoch 5. Juli 2017, 23:56
Malzextrakt ist halt teuer und muss schnell verbraucht werden, ist aber ansonsten eine gute Alternative, wenn man wenig Platz hat und trotzdem selber brauen will. Gute bis sehr gute IPAs kriegt man so auf jeden Fall hin.

2 Dosen zähe Instant Pampe zusammenzukippen und eine nicht näher benannte Trockenhefe draufzustreuen ist da nicht so ganz gut vergleichbar.
Moin

Teuer ja, schnell verbrauchen nein...
Angegebenes MHD war Dez/2019

Und die Hefe wurde nicht draufgestreut sondern vernünftig rehydriert.
Das hat mit brauen auch nicht allzuviel zu tun aber in meinem Text schrieb ich ja bereits das ich die ungeschönte Wahrheit haben möchte und dann vergleiche wie gut oder schlecht so ein Kit ist.

Ich bin mir sicher wenn das ganze möglichst vernünftig weiter geführt wird, Malzextrakt dann Hopfenkochen mit Pellets oder Dolden und schließend eine bekannte vernünftige Hefe benutz.
Evtl. Noch gestopft nach der HG , erkennt keiner mehr den Unterschied ob Malzschrot eingemaischt wurde oder Malzsirup verwendet wurde.

LG Chris

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#40

Beitrag von gulp » Donnerstag 6. Juli 2017, 09:50

Wobei, wie ist das noch beim Zoigl? Da vergären die verschiedenen "Hausbrauer" doch die fertige Würze welche sie sich aus dem Brauhaus holen.........
.....die sie vorher gemeinsam im Brauhaus gebraut haben und wenn man den Filmberichten glauben mag, sind das lange Brautage. :Smile

Gruß
Peter
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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#41

Beitrag von ggansde » Donnerstag 6. Juli 2017, 09:58

Moin,
Teuer ja, schnell verbrauchen nein...
Angegebenes MHD war Dez/2019
Wenn es erstmal offen ist schimmelt es schneller als man piep sagen kann. Das ist mit schnell verbrauchen gemeint.
VG, Markus
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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#42

Beitrag von riffi » Donnerstag 6. Juli 2017, 09:59

Chrissi_Chris hat geschrieben:
Donnerstag 6. Juli 2017, 06:00

Ich bin mir sicher wenn das ganze möglichst vernünftig weiter geführt wird, Malzextrakt dann Hopfenkochen mit Pellets oder Dolden und schließend eine bekannte vernünftige Hefe benutz.
Evtl. Noch gestopft nach der HG , erkennt keiner mehr den Unterschied ob Malzschrot eingemaischt wurde oder Malzsirup verwendet wurde.

LG Chris
Das glaube ich auch. Habe ja auch schon recht gute Erfahrungen damit gemacht.

Wegen Kosten und Haltbarkeit:
Man kann sich für 7 Euro 1kg Trockenmalzextrakt bei HuM bestellen. Dazu dann wie sonst auch den Hopfen und die Hefe und man erhält 10 Liter Bier.
Haltbar ist das ganze meist 1-2 Jahre.
Ist so vermutlich kaum teurer/gleich teuer wie das Malz geschrotet oder ungeschrotet.

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#43

Beitrag von Chrissi_Chris » Donnerstag 6. Juli 2017, 11:01

riffi hat geschrieben:
Donnerstag 6. Juli 2017, 09:59

Ist so vermutlich kaum teurer/gleich teuer wie das Malz geschrotet oder ungeschrotet.

Im Grunde ist es schon eine ganze Ecke teurer als ungeschrotetes Malz bestellen.
Gehen wir von einem Malzpreis von 1,70€ / kg aus benötigt man für 20 L ganz grob ca. 5 Kg je nach Stw. etc

5x 1,70€ = 8,50€ (noch keine Spezialmalze gerechnet )

2 kg Malzextrakt wären im gegenzug 14 €

6,50€ teurer

Aaaaaaber genau genommen muss man nun auch die Energiekosten die beim Schroten entstehen, Zeitaufwand, Arbeitsmaterialien und
Treberentsorgung rechnen :Wink

Gut das werden keine 6,50€ sein aber dennoch im Grunde nimmt es sich nicht viel das stimmt schon.

LG Chris

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#44

Beitrag von KCSteevo » Donnerstag 6. Juli 2017, 13:30

Chrissi_Chris hat geschrieben:
Donnerstag 6. Juli 2017, 11:01
...
Aaaaaaber genau genommen muss man nun auch die Energiekosten die beim Schroten entstehen, Zeitaufwand, Arbeitsmaterialien und
Treberentsorgung rechnen :Wink
...

LG Chris
Treberentsorgung übernehmen bei uns die Hühner. Kann man also auf Gewinnseite auch noch Eier mit auf nehmen... :Greets
Sind die Hühner flach wie Teller, war der Traktor wieder schneller. Prost!
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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#45

Beitrag von Sura » Donnerstag 6. Juli 2017, 14:27

Die "Vereinfachungen" die sich bieten und von denen hier teilweise geschwärmt wird.... wer will die eigentlich wirklich?

- Wasser: Destilliertes Wasser, und dann die fertige Mischung Ca/Cl/Su + Spurenelemte für 25l. Fertig. -> Arbeit und nachdenken gespart.
- Malzextrakt: Wenn mehr gebraut wird, wird auch hier mehr angeboten werden. Schaut mal alleine auf amazon.com. Dann braucht man halt nur noch abwiegen und fertig ist die Würze. -> Arbeit und nachdenken gespart.
- Hopfenextrakt: 10 Jahre in die Zukunft geschaut, und schon kann ich meine Hopfenmischung zusammenklicken die ich brauche. Die kommt dann bei 20min (ist eh die gesamte Kochzeit, reicht ja) in den Kocher, und fertig. -> Arbeit und aufpassen gespart.
- Gärung: Der Gärvatter(tm) kühlt, und bei der entsprechenden Temperatur wird die Hefe automatisch reingekippt, umgerührt, und kurz belüftet. Restextrakt misst der sowieso, gegebenenfalls kommt der Stopfhopfen automatisch, und wenn das Gärprogramm abgelaufen ist bekomme ich eine Nachricht aufs Handy. -> Arbeit und nachdenken gespart.
- Abfüllen: Ja, nervt. Macht Gottseidank meine Frau. Sonst macht das der Nachbarsjunge für nen Zehner und 10 Flaschen. -> Arbeit und nachdenken gespart. (Eventuell mal ne Abfüllanlage, das wärs noch.)


Bis auf den Hopfenextrakt kann man den Rest ja schon zusammenbauen. Aber mal ehrlich: Was soll das dann für ein Hobby sein, wenn man nur danach sucht es sich leichter zu machen? Und wenn man sich alles leichter und automatisiert gemacht hat, was für ein Hobby hat man dann noch? Ein ziemlich anspruchsloses.
Ich weiss ja nicht wie es euch geht, aber ich habe in den letzten 10 Jahren schon soviel Automatismen bei meiner Arbeit spendiert bekommen, daß ich manchmal nicht weit davon entfernt bin mich wie ein dressierter Affe zu fühlen. Beim Hobby möchte ich "machen" und nicht machen lassen.

Gruß,
Kai
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#46

Beitrag von Boludo » Donnerstag 6. Juli 2017, 14:35

Das muss doch letztendlich jeder selber wissen.
Es gibt nicht nur "gut" und "schlecht", sondern auch "anders".
Was soll das dann für ein Hobby sein, wenn man nur danach sucht es sich leichter zu machen?
Nach dieser Philosophie müsste man aber auch die Gerste selber anbauen und vermälzen.

Ich mag es ja auch lieber so einfach wie möglich, ohne Automatisierung und sonstigem Schnick Schnack.
Aber man muss deshalb nicht immer die Vorlieben anderer bewerten.


Stefan

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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#47

Beitrag von KCSteevo » Donnerstag 6. Juli 2017, 14:41

Boludo hat geschrieben:
Donnerstag 6. Juli 2017, 14:35
...

Ich mag es ja auch lieber so einfach wie möglich, ohne Automatisierung und sonstigem Schnick Schnack.
Aber man muss deshalb nicht immer die Vorlieben anderer bewerten.


Stefan
Bin deiner Meinung. In welchem Grad man sich die Arbeitsschritte abnehmen lassen will, muss dann jeder selber entscheiden. Die Eigene Meinung muss ja auch nicht jedem aufgedrückt werden
Sind die Hühner flach wie Teller, war der Traktor wieder schneller. Prost!
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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#48

Beitrag von Sura » Donnerstag 6. Juli 2017, 14:49

Wenn eine eigene Meinung von Usern die anders denken hier nicht gefragt ist, dann sollten wir ein Forenteil schaffen wo nur User mit der gleichen Meinung in Threads antworten würfen. :puzz

Ehrlich, hier wirds immer bekloppter: Eine Handvoll Alteingesenner hat zu 95% der Frangen die Weisheit mit Löffeln gefressen und widersprechen ist nicht gewünscht. Und bei kontroversen Themen dürfen alle die der selben Meinung sind "mitdiskutieren" und bei abweichender Meinung ist soll man die Klappe halten, diese nicht jedem aufdrücken, und andere Meinung respektieren. Bitte mal an die eigene Nase fassen! :thumbdown

https://de.wikipedia.org/wiki/Internetforum
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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#49

Beitrag von Boludo » Donnerstag 6. Juli 2017, 15:00

Hoppla, so war das aber auch wieder nicht gemeint.
Glaub da hab ich mich unglücklich ausgedrückt.
Natürlich darf hier kontrovers diskutiert werden. Das war auch nicht persönlich gemeint.

Stefan

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Chrissi_Chris
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Re: Extraktbrauen für die Wissenschaft

#50

Beitrag von Chrissi_Chris » Donnerstag 6. Juli 2017, 15:57

Es gibt immer 2 Meinungen das ist richtig und auch gut so...
Aber das heißt nicht das die Mehrheit bestimmt über gut und schlecht...

Außerdem gibt es kein gut und schlecht sondern einfach nur verschiedene Meinungen.
Das kann man bis ins unendliche weiterspinnen,
-Gerste selber anbauen
- selber vermälzen
- Hopfen anbauen
- Hefen selber weiterführen
...

Ich glaube die wenigsten schweißen sich selbst eine Anlage zusammen und und und.

Am Ende wird die gekaufte TÜTE Hefe aufgerissen und rehydriert...

Alles Ansichtssache und jeder hat seine Beweggründe um an irgendeinem Teil des Hobbys eventuell Zeit , Geld oder Arbeit zu sparen.

Warum auch nicht, es ist ein Hobby und darf frei ausgelebt werden.
Jedem das seine..

LG Chris :Greets

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