Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#1

Beitrag von rakader » Sonntag 1. Juli 2018, 01:43

Nachdem ich mir zwei neue Eichenfässer besorgt habe, soll das zweite nunmehr mit dem Ship Wreck von Brewdog gefüllt werden. Das Bier hatte ich kürzlich im Shop meiner Wahl getrunken und war hin und weg. (Übrigens sind die Rezepte Online im Gegensatz zum PDF fehlerbereinigter.)

Eigentlich ist bei diesem Rezept alles klar, mit Ausnahme, dass keine Zeitangaben fürs Hopfenkochen existieren. Es wurde hier ja schon mehrfach diskutiert, was der Brite unter "Middle Flavour" versteht und eine Meinung war, dass darunter die Hopfengabe 5 min. vor Kochende zu verstehen ist. 5 min MF haut hier aber nicht hin.

Wenn ich die Angaben bei 80 min Kochzeit durch den Müggelland-Rechner für die Hopfenausnutzung jage, komme ich da auf einen Wert von 51,3 statt 60 IBU. Um auf 60 IBU zu kommen, benötigte ich fantastische 150 min Kochzeit mit der angegebenen Menge. Kann das sein? Wenn ja, dürfte der Attentuation Level von 82,95% grundlegend falsch sein. Ich fange zwar erst an mich mit Rezeptberechnungen zu beschäftigen, aber selbst als Anfänger sagt das mir, dass hier irgendwo etwas falsch ist:
bildschirmfoto_2018-07-01_um_01.32.10.jpg
Wo also ansetzen: Die Gesamtkochzeit verlängern oder die Hopfengabe erhöhen oder Hopfen mit einem höheren Alphawert besorgen? (Ich vermute fast letzteres, weil über 80 min erhöht sich die Bittere nicht mehr signifikant.) (Und: Weiß jemand eine Quelle mit besonders hohem Alphasäuregehalt von Magnum und Citra? Magnum soll ja bis 16% gehen.

Dann noch eine weitere Frage: Gemaischt wird bei 65°C auf 75 min, was die hohe Malzigkeit des Ship Wrecks erklärt. Mit einem Verhältnis von ca. 1:3 Stw zu IBU ist es auf den ersten Blick sehr herb, mithin unausgewogen. Das gibt sich aber wohl durch die in Mezcal geimpften Eichenholzchips.

Ich selber würde mir in einem zweiten Schritt weniger Malzkörper bei meinem Klon wünschen und das Hopfenaroma ein wenig mehr betonen (und ggf. mehr Amarillo einsetzen). Ich würde also zum Ende hin etwas mit der Temperatur nach oben in den Bereich der alpha-Amylase gehen. Macht das Sinn - und wenn ja: wieviel empfehlt ihr bei eingesetzten Extra Pale?

Die Angabe FV steht für Fermentuation Level (muss man erst mal rausbekommen) und versteht sich als Zugabe wie beim Trockenhopfen; ich würde die Eichenchips vorher in kräftig Mezcal einlegen, dann zusammen mit dem Agaven-Dicksaft ins Jungbier und ab damit ins Holzfass. Habe ich was übersehen?

Vielen Dank vorab für Euren Input,
Radulph
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#2

Beitrag von whatwouldjesusbrew » Sonntag 1. Juli 2018, 11:10

Ich nutze für BrewDog-Klone den kleinen Brauhelfer, gebe die angegeben Zieldaten für SW, IBU etc. ein und passe die Hopfengaben entsprechend dem aktuellen Alpha-Wert/Alter des Hopfens an. Häufig passen bei DIYDog die Hopfenmengen und angegebenen IBUs vorne und hinten nicht zusammen...
FV steht übrigens für „fermentation vessel“. Ich würde die Eichenchips schon zu Beginn mit der Hefe zugeben (falls irgendwelche ungebetenen Gäste den Mescal überlebt haben), den Agavendicksaft eher etwas später, nach der stürmischen Phase, um möglicherweise mehr Aromen zu behalten.
cheers, Bene

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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#3

Beitrag von rakader » Sonntag 1. Juli 2018, 11:35

Vielen Dank, das hatte ich mir schon fast gedacht. Deine Bestätigung macht mich da aber sattelfest. Ich habe inzwischen sogar eine Magnum bei Braupartner mit 17% gefunden, dass ich die normalen Zeiten einhalten kann. Der kleine Brauhelfer wird mir aber letzte Gewissheit geben. (Übrigens schön, dass ich mal erfahre, dass auch andere das Hopfenalter berücksichtigen.)

Nachgehakt: Der Mescal stört die Hefe nicht? Ist ja schließlich Bierhefe… Das mit den ungebetenen Gästen ist natürlich ein schlagendes Argument. Werde ich so machen. Und es erscheint mir sogar logischer, um auf die angestrebten Alc. Vol. zu kommen.

Jenes mit dem FV weiß ich - nur mein Browser nicht, der aus Vessel Level macht.

Danke auch für den Tipp mit dem Agavendicksaft und den Aromen. Auch hier nachgehakt: Wo würdest Du noch an den Aromen (wenn) schrauben? Der Aromeneindruck (s. Bild oben) ist ja gering.

HG
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#4

Beitrag von gulp » Sonntag 1. Juli 2018, 12:20

Gemaischt wird bei 65°C auf 75 min, was die hohe Malzigkeit des Ship Wrecks erklärt.
Keineswegs, Durch diese Rast wird das eher trockener. Bei 68° wird es malziger, Da genügt dann auch eine Stunde.
Wo also ansetzen: Die Gesamtkochzeit verlängern oder die Hopfengabe erhöhen oder Hopfen mit einem höheren Alphawert besorgen? (Ich vermute fast letzteres, weil über 80 min erhöht sich die Bittere nicht mehr signifikant.) (Und: Weiß jemand eine Quelle mit besonders hohem Alphasäuregehalt von Magnum und Citra? Magnum soll ja bis 16% gehen.
Natürlich nimmste da mehr Hopfen!

Bitte nicht falsch verstehen, aber ich rate dir dringend, dich noch weiter in die Materie einzulesen. Für dergleichen Platobomben ist schon etwas Erfahrung nötig!



Gruß
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#5

Beitrag von rakader » Sonntag 1. Juli 2018, 20:31

Moin Peter,

danke dafür. Keine Sorge, meine Lernkurve ist steil, sonst würde ich mich nicht an so was herantrauen. Bei Blindverkostungen konnten meine Biere bisher gegen Kaufbiere mehr als mithalten. Bis jetzt ist alles gut gegangen, eben weil ich frage und mich auch mal dumm anstelle oder mir eine Blöße gebe. Wenn man dann verbessert wird, sehe ich das als Chance; dafür ist ein Forum ja da. Ich versuche beim Brauen aber Empirie, Versuch und Irrtum, zu vermeiden. Dafür bin ich zu ungeduldig. Es reizt mich die Herausforderung, weil immer das Gleiche schnell langweilig wird. Und Variation ist ja das Schöne beim Craftbrauen. Ich bin allerdings kein Naturwissenschaftler, Ingenieur, sondern komme aus der sozialwissenschaftlichen Ecke; deswegen tue ich mich mit den Begrifflichkeiten zuweilen schwer (oder lege nicht so viel Wert darauf.) Also trockener, weil Beta-Amylase vermute ich...

Wo empfiehlst Du mir mich in das Thema Plato-Bomben einzulesen?

HG
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#6

Beitrag von gulp » Montag 2. Juli 2018, 14:44

Servus Radulph,

gib mal in die Suche Platobomben ein. Es gibt immer wieder Probleme mit dem EVG und Flaschenabfüllen. Bei diesen Bieren weiß man halt nie genau, wann die Gärung zu Ende ist. Wenn du in Fässer abfüllst, hast du an dieser Stelle ein Problem weniger.

Das ist hier ein Fachforum und da muss man sich halt auch mit Fachbegriffen auseinandersetzen. Dazu muss man weder Ingenieur noch Naturwissenschaftler sein. Jans Buch ist da sehr zu empfehlen, auch als Nachschlagewerk! https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... BCcklmeier

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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#7

Beitrag von rakader » Montag 2. Juli 2018, 14:50

Servus Peter,

ich fülle ins Fass, genauer ins KEG, ab. Würde aber gerne die Platobomben im Holzfass ausbauen. Evt. dann später auf die Flasche. Eine kleine Gegendruck-Abfüllanlage habe ich. Woran es bisher hapert ist ein Kühlraum, um CO2 genauer steuern zu können. Aber danke für den richtigen Suchbegriff.

Und Asche auf mein Haupt mit den Fachbegriffen. Ich mache das ja schon ein Weile. Jans Buch habe ich gerade bestellt. Was ich bisher an Literatur habe, geht eben nicht auf Spezialitäten ein.

Grüße
Radulph
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#8

Beitrag von flamberger » Donnerstag 5. Juli 2018, 09:33

Da ich schon öfters mal eine Platobombe gebraut habe möchte ich noch kurz was beisteuern.

1. Um die angestrebte IBU vom Rezept zu erreichen, musst du die Hopfenmenge anpassen. Daher ist es wichtig, zu schauen wie viele Alpha-Säure dein Hopfen hat. Aber das hast du denke ich schon selber rausgefunden.

2. Die Gärung kann unter Umständen mal länger dauern. Ich hatte es mal, dass bei mir ein Bier 4 Wochen am gären war. Also lieber nach einer Woche nochmals etwas zuwarten. Es schadet dem Bier meiner Meinung nach auch nicht wenn es mal eine Woche zusätzlich auf der Hefe liegt.

3. Unterschätz die Reifezeit nicht. Mein RIS lagert ca. 6 Monate in Flaschen bevor es gut wird. Das hat aber auch 24° Plato und 10% Alc. Also eine schöne dicke Suppe.

4. Hohe IBU bei solch starken Bieren ist nötig. Mich dünken die 60 IBUS sogar sehr wenig bei der Stammwürze. Ich habe das Bier nicht getrunken, aber persöndlich hätte ich da wenig Hemmung auf 90 IBU zu bittern. Denn mit der vortlaufenden Lagerung geht die Bittere zurück. Das ganze wird harmonischer und runder im Geschmack. Mein RIS hat extrem viel mehr IBU (Theoretisch) und ist nach einem Jahr in der Flasche so zu sagen nicht mehr bitter. Ja fast schon zu süss.

5. Bei solch hohen Stammwürzen ist die Ausbeute in der Regel sehr schlecht. Daher ist es eine Überlung wert nach erreichen der Zeil Stammwürze ein in einen anderen Topf weiter zu läutern bis nix mehr kommt. Dann hast du eine Würze mit sagen wir mal 8° Plato. Diese nimmst du nun und maischt damit neu ein. Um damit auf ein normal starkes Bier zu kommen brauchst du dann nur noch wenig Malz.

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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#9

Beitrag von rakader » Donnerstag 5. Juli 2018, 11:49

Hallo, erst einmal vielen Dank für Deinen Input!
flamberger hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 09:33
1. Um die angestrebte IBU vom Rezept zu erreichen, musst du die Hopfenmenge anpassen. Daher ist es wichtig, zu schauen wie viele Alpha-Säure dein Hopfen hat. Aber das hast du denke ich schon selber rausgefunden.
So ist es. Ich habe eine Magnum mit 17%α , die lässt viel zu. Ich suche jetzt noch nach einer Citra mit hohem α.
flamberger hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 09:33
2. Die Gärung kann unter Umständen mal länger dauern. Ich hatte es mal, dass bei mir ein Bier 4 Wochen am gären war. Also lieber nach einer Woche nochmals etwas zuwarten. Es schadet dem Bier meiner Meinung nach auch nicht wenn es mal eine Woche zusätzlich auf der Hefe liegt.
Guter Tipp. Ich hätte jetzt eine Packung in 2l Starter angesetzt. Aber da nehme ich besser 2 Pck. Mit was setzt Du den Starter an, wenn Du nicht die passende Würze hast?
flamberger hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 09:33
3. Unterschätz die Reifezeit nicht. Mein RIS lagert ca. 6 Monate in Flaschen bevor es gut wird. Das hat aber auch 24° Plato und 10% Alc. Also eine schöne dicke Suppe.
Das ist deutlich länger als erwartet. Ich ging von 3 Monaten aus. Das ShipWreck hat 22,1° Plato und 13,2% Alc (durch die in Mezcal getränkten Eichenholzchips). Woran machst Du fest, dass es gut ist? Das ist mir immer noch ein sensorisches Rätsel… Was ist denn RIS?
(Ich habe gelernt, dass IBU zu Stammwürze Faktor 2-2,5 sein soll, auch mal 3. Aber mir scheint, dass dies bei Platobomben nicht mehr gilt, zumal bei diesem Rezept durch den Mezcal-Eintrag eigentlich von einer viel höheren Stammwürze auszgehen ist. Ich habe aber noch keine Ahnung, wie ich das berechnen kann. Muss ich mal den Brauhelfer anschmeißen, damit ich rausbekomme, wie hoch die Stammwürze ohne Mezcal wäre. Dann die Differenz, und ich glaube, so komme ich an die optimale IBU. Macht Sinn - oder?)
flamberger hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 09:33
4. Hohe IBU bei solch starken Bieren ist nötig. Mich dünken die 60 IBUS sogar sehr wenig bei der Stammwürze. Ich habe das Bier nicht getrunken, aber persöndlich hätte ich da wenig Hemmung auf 90 IBU zu bittern. Denn mit der vortlaufenden Lagerung geht die Bittere zurück. Das ganze wird harmonischer und runder im Geschmack. Mein RIS hat extrem viel mehr IBU (Theoretisch) und ist nach einem Jahr in der Flasche so zu sagen nicht mehr bitter. Ja fast schon zu süss.
Das bestätigt meine Annahme. Als ich das Original trank, war es mir zu süß und es fehlte mir Bittere, die es ausgewogener machte. Ganz wichtiger Tipp mit der abnehmenden Bittere bei fortlaufender Lagerung. Vielen Dank! Ich werde es - vorbehaltlich meiner Neuberechnung - mit 90 IBU anlegen. Ich hatte vor es lange im Holzfass auszubauen. Nun lese ich, dass Du es in der Flasche reifen lässt. Was meinst Du - ab wann empfiehlt es sich das Bier auf die Flasche zu drücken?
flamberger hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 09:33

5. Bei solch hohen Stammwürzen ist die Ausbeute in der Regel sehr schlecht. Daher ist es eine Überlung wert nach erreichen der Zeil Stammwürze ein in einen anderen Topf weiter zu läutern bis nix mehr kommt. Dann hast du eine Würze mit sagen wir mal 8° Plato. Diese nimmst du nun und maischt damit neu ein. Um damit auf ein normal starkes Bier zu kommen brauchst du dann nur noch wenig Malz.
Schlau. Stark. Da jauchzt mein Schwabenherz. Meine Sudpfanne lässt bei der Menge Malz eh nur 20l zu, d.h. ich will mit 5 l Nachguss arbeiten. Aber dann… Das ist für mich eine schwierige Berechnung: Wieviel zusätzliches Malz würdest Du empfehlen?

Viele herzliche Grüße und nochmals Dank für Deinen hervorragenden Input,
Radulph
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#10

Beitrag von gulp » Donnerstag 5. Juli 2018, 12:19

Das wird vielleicht nach einem Jahr gut sein. Für solche Langzeitprojekte nimmt man besser Hopfen mit weniger Alphasäure, bzw. mit gutem Alpha zu Bettasäure Verhältnis. Während der Lagerung baut sich die Alphasäure langsam ab und die Beta Säure übernimmt teilweise die Bitterung.
Sämtliche Nobelhopfen sind da gut, auch ein paar Amis, Amarillo und Cascade. Citra und Magnum sind da leider nicht so gut.

Ums Abfüllen musst du dir keinen großen Kopf machen. Mit Fässern geht halt vieles leichter.

Gruß
Peter
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#11

Beitrag von rakader » Donnerstag 5. Juli 2018, 12:36

Hallo Peter,

danke für den wichtigen Hinweis!
gulp hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 12:19
Das wird vielleicht nach einem Jahr gut sein. Für solche Langzeitprojekte nimmt man besser Hopfen mit weniger Alphasäure, bzw. mit gutem Alpha zu Bettasäure Verhältnis.
Jetzt stehe ich vor dem Problem, dass die meisten Anbieter nur den α-Wert angegeben haben. D.h. die 17%α-Magnum ist vermutlich suboptimal. Was ist denn ein guter Alpha-zu-Beta-Wert?

(Den empfohlenen Brücklmeier habe ich inzwischen. Dort steht auf S. 326ff, dass das Verhältnis Alpha zu Beta 1:9 beträgt und insbesondere die Lupolonen der Beta-Säure zu einer weichen Bittere beitragen. Über die Änderungen bei der Lagerung steht da aber nichts. Ich vermute fasst, dass dies unter Erfahrung eingebucht werden muss? Gut, ich kann auch noch meinen Hopfenhändler fragen… Allemal ein sehr interessantes Thema.)
gulp hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 12:19
Ums Abfüllen musst du dir keinen großen Kopf machen. Mit Fässern geht halt vieles leichter.
Eine Baustelle weniger. Danke!

VG
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#12

Beitrag von gulp » Donnerstag 5. Juli 2018, 13:40

Magnum hat 5-7 % Betasäure.
Amarillo: Alpha 7-11, Beta 6-7
Citra: 10-14 Alpha, Beta 3-5
Cascade 4-7 Alpha, 4-7 Beta

Halletauer 3,5 - 5,5 Alpha, 3-4 Beta.

Usw. usw.
Sowas kann man hier: https://www.amazon.de/Hop-Variety-Handb ... 1475265050 nachlesen.
dass das Verhältnis Alpha zu Beta 1:9 beträgt
Ich meine mich an 1:7 zu erinnern, finde das aber gerade nicht.
Ich vermute fasst, dass dies unter Erfahrung eingebucht werden muss?
Dass gewisse IPAs nach ein paar Monaten abbauen, hast du ja sicher schon bemerkt. Da werden in der Regel eben Hochalpha Sorten eingesetzt.
Ich hatte mal ein Single Hop Cascade IPA, das war nach 2 Jahren noch gut.

Gruß
Peter
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#13

Beitrag von flamberger » Donnerstag 5. Juli 2018, 13:49

@rakader

Zum Starter: Ich habe bis jetzt immer ohne Starter gearbeitet. Habe einfach die Trockenhefe im Falle von meinem Russian Imperial Stour (RIS) eine M42 von Mangroove Jack auf 21° warmes Wasser gestreut. Wenn diese gut angekommen ist ab auf die Würze. Ich nehme aber meist zwei Packungen anstelle einer. Nur um sicher zu gehen. Einen Starter zu bauen ist aber sicher die bessere Variante.

Ich habe keine Erfahrung mit der Reifung im Fass oder mit Chips. Bisher habe ich immer nach der Gärung direkt in Flaschen abgefüllt (0.33er und 0.75er) und darin die Reifung durchgeführt.
Was ich aber mal gehört habe, ist das man mit dem Holz aufpassen muss. Das kann sehr schnell dominant werden.

Die 90 IBU waren einfach mal eine Zahl. Mir ging es nur darum zu verdeutlichen, dass mir 60 IBU bei solch einem grossen Bier als zu wenig erscheint. Aber das Old Foghorn von Anchor hat 90IBU und ca 9% und das schmeckt mir z.B. extrem gut. Das Bier wird als American Barley Wine verkauft.

Gulb hat es aber gut beschrieben was bei der Reifung passiert. Sein Meinung von einem Jahr Reifezeit kann ich nur unterschreiben.

Zu deiner Frage wie ich weiss das es gut ist. Das ist natürlich so eine Sache. Den ersten Schluck nehme ich beim abfüllen in Flaschen. Also gleich nach der Hauptgärung. Danach lasse ich das Bier sicher mal 3 Monate reifen. Nach diesen 3 Monaten mache ich eine "Qualitätskontrolle" :Bigsmile Dann habe ich mal eine Vorstellung was in diesen 3 Monaten so vor sich ging. Nun lasse ich weitere 2-3 Monate verstreichen. Wenn es nun nach rund 6 Monaten anfängt zu munden, koste ich jeweils immer nach einem Monat ein weiters. Ab einem gewissen Punkt finde ich es für mich perfekt.

Diese Methode ist natürlich nur ein ranntasten. Aber beim zweiten Sud hat man dann eine Vorstellung davon wie lange man sicher warten muss.

Meine Erfahrung ist noch dazu diese, dass je schlanker ein Bier ist im Körper umso länger muss es reifen. Ich habe mal ein 8% Ale gebraut welches Invertierter Zucker beinhaltet hatte. Das war zu Beginn stark alkoholisch. Nach 8 Monaten war es eine Bombe. Mein Russian welches einen viel schwerern Körper hat, war nie alkoholisch. Nur so krass bitter das es nicht schmeckte.

Restwürze weiterverwenden: Ich habe das erst einmal gemacht und habe dort nicht wirklich berechnet. Habe einfach nochmals eingemaischt aber mir nur 1/2 von der Malzmenge. Danach so lange geleutert bis ich bei 12° Plato rausgekommen bin.

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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#14

Beitrag von rakader » Donnerstag 5. Juli 2018, 14:09

Danke Peter,
damit kann ich schon einmal mehr als etwas anfangen:
gulp hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 13:40
Magnum hat 5-7 % Betasäure.
Amarillo: Alpha 7-11, Beta 6-7
Citra: 10-14 Alpha, Beta 3-5
Cascade 4-7 Alpha, 4-7 Beta
Sowas kann man hier: https://www.amazon.de/Hop-Variety-Handb ... 1475265050 nachlesen.
Das Buch habe ich bereits bestellt. Und mein Hopfenhändler schaut bis morgen in seinen Tabellen. Und dann werde ich rechnen müssen. In der Tat werden die Beta-Werte üblicherweise nicht angegeben. Ich stelle mich darauf ein, das Bier mindestens 2x brauen zu müssen, um ans Optimum zu gelangen. Werde dazu auch ein Verkostungsbuch anlegen. Wie Du schon richtig sagtest: Ein Langzeitprojekt.
gulp hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 13:40
Dass gewisse IPAs nach ein paar Monaten abbauen, hast du ja sicher schon bemerkt. Da werden in der Regel eben Hochalpha Sorten eingesetzt.
Ich hatte mal ein Single Hop Cascade IPA, das war nach 2 Jahren noch gut.
Mehr als. Mein sensorischer Eindruck ist auch der, dass gerade IIPAs und starke IPAs mit mahr als angegebener Reifung harmonischer werden. Ich habe im Dezember das Running Cat aus MMuM gebraut, das schmeckte im März zu stark alkoholisch mit einer leicht zu scharfen Bittere durch. Jetzt im Juni war es perfekt. Schade, es ist schon aus.

Viele Grüße
Radulph

PS: Mein Hopfenhändler hat mir gerade ein Single Hop IPA mit NZ Cascade empfohlen - ganz anderer Cascade-Geschmack, sagt er. Vielleicht ist das ja auch was für Dich…
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#15

Beitrag von rakader » Donnerstag 5. Juli 2018, 14:32

flamberger hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 13:49
Was ich aber mal gehört habe, ist das man mit dem Holz aufpassen muss. Das kann sehr schnell dominant werden.
Ich habe Medium-Chips bestellt und werde sie mit dem Hochkräusen reingeben. Danke für den Tipp. Ich mache mich mal schlau, ob eine gesplittete Zugabe Sinn macht, um den Geschmackseintrag besser zu steuern. (Bei Weinen ziehe ich die europäische Eleganz beim Barrique-Ausbau den amerikanischen oder australischen Chipsorgien vor; insbesondere einige Spanier in der Duero-Region um Valladolid machen das genial, indem sie 3-5x in verschiedene Fässer umfüllen. Allenthalben habe ich hier eine schöne Spielwiese entdeckt.) :thumbsup
flamberger hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 13:49
Die 90 IBU waren einfach mal eine Zahl. Mir ging es nur darum zu verdeutlichen, dass mir 60 IBU bei solch einem grossen Bier als zu wenig erscheint. Aber das Old Foghorn von Anchor hat 90IBU und ca 9% und das schmeckt mir z.B. extrem gut. Das Bier wird als American Barley Wine verkauft.
Das Foghorn kommt mal auf meine Liste :Bigsmile Wie gesagt, versuche ich mich mit dem im Post vorher beschriebenen Verfahren dem idealen IBU zu nähern.
flamberger hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 13:49
Zu deiner Frage wie ich weiss das es gut ist. Das ist natürlich so eine Sache. Den ersten Schluck nehme ich beim abfüllen in Flaschen. Also gleich nach der Hauptgärung. Danach lasse ich das Bier sicher mal 3 Monate reifen. Nach diesen 3 Monaten mache ich eine "Qualitätskontrolle" :Bigsmile Dann habe ich mal eine Vorstellung was in diesen 3 Monaten so vor sich ging. Nun lasse ich weitere 2-3 Monate verstreichen. Wenn es nun nach rund 6 Monaten anfängt zu munden, koste ich jeweils immer nach einem Monat ein weiters. Ab einem gewissen Punkt finde ich es für mich perfekt.

Diese Methode ist natürlich nur ein ranntasten. Aber beim zweiten Sud hat man dann eine Vorstellung davon wie lange man sicher warten muss.
Super, So werde ich es auch machen.
flamberger hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 13:49
Meine Erfahrung ist noch dazu diese, dass je schlanker ein Bier ist im Körper umso länger muss es reifen. Ich habe mal ein 8% Ale gebraut welches Invertierter Zucker beinhaltet hatte. Das war zu Beginn stark alkoholisch. Nach 8 Monaten war es eine Bombe.
Die Erfahrung habe ich auch mit dem Running Cat IPA von MMuM gemacht. Die 7,5% Alc. schmeckten mir anfangs im Abgang zu scharf durch. Nach 6 Monaten war es der Hammer und schickt sich an, hier Hausmarke zu werden.
flamberger hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 13:49
Restwürze weiterverwenden: Ich habe das erst einmal gemacht und habe dort nicht wirklich berechnet. Habe einfach nochmals eingemaischt aber mir nur 1/2 von der Malzmenge. Danach so lange geleutert bis ich bei 12° Plato rausgekommen bin.
Das ist eine Ansage. Vielen Dank, freut mich, dass Du da lockerer rangehst - werde ich auch so machen.

Viele Grüße und nochmals Dank für Deine tolle Unterstützung
Radulph
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#16

Beitrag von flamberger » Donnerstag 5. Juli 2018, 15:19

rakader hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 14:32
Das ist eine Ansage. Vielen Dank, freut mich, dass Du da lockerer rangehst - werde ich auch so machen.

Viele Grüße und nochmals Dank für Deine tolle Unterstützung
Radulph
[/quote]

:thumbsup Mach das! Du kannst im Prinzip nur gewinnen. Wenn es schief geht, dann kostet es ja nicht die Welt.

Ich bin auch eher der learning by doing Typ. Daher war mein erstes Strong-Ale eines von Mmum. Das zweite mein Russian Imperial Stout. Das ist eine Eigenentwicklung. Das dritte eine Weiterentwicklung vom Red-Ale welches mein Braupartner und ich brauen. Das vierte war dann wieder das RIS. Ende Sommer werde ich aber mein Red-Strong Ale aka Lighthouse Ale weiter entwickeln. Das ist zwar gut gelungen, aber es hat Potential nach oben und es ist zu dunkel. Es müsste röter sein.

Deine Holz-Chips Idee baue ich vielleicht auch noch ein. Daher bin ich gespannt was du zu berichten hast.

Dieses Jahr habe ich am Beer Contest vom Brau und Rauchshop teilgenommen. In der Kategorie Russian Imp. Stout und Strong Ale.
Leider hat es nicht für den 1. Platz gereicht, aber ich bin mit beiden Bieren auf dem 2. Platz gelandet :Bigsmile
So was motiviert natürlich um weiter zu tüfteln.

Bevor ich mich aber an die starken Biere getraut habe, habe ich natürlich diverese normale Biere gebraut.
IMG_0463.JPG
Lighthouse Red Strong Ale 8%
IMG_0518.JPG
So gings an den Wettbewerb
IMG_0638.JPG
IMG_9267.JPG
Russian Imperial Stout mit 10% Alc.

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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#17

Beitrag von rakader » Donnerstag 5. Juli 2018, 15:40

Wow Ivo - das sieht aber fein aus. Mein Kompliment. Und noch mehr: Wir scheinen auch im Design (und vermutlich im Sinn für Geschmack und Qualität) in die gleiche Richtung zu gehen: Ich verwende exakt die gleichen Flaschen - Steini und Langhals (exakter Name unbekannt). Jetzt noch eine Frage: Wie labelst Du das so schön? Ich sehe einen ovalen Aufkleber und sogar noch einen zweiten.

Ich habe eine bekannte Karikaturistin, die mir die Etiketten designt. Aber bisher bin ich mir nicht sicher, mit was für einem Material ich das machen soll und woher ich es beziehe. Nach der Variante mit Milch sehen Deine Etiketten jedenfalls nicht aus. Ich habe mir mal Probepapiere bei Wir-machen-Druck bestellt, aber wie gesagt, weiß ich noch nicht, was bei meinen 80 bis 200 Flaschen pro Sud Sinn macht.

Meine Erfahrungen mit den Chips schreibe ich Dir gerne als PM; ich gehe mal davon aus, dass es in 3 Wochen so weit ist.

Übrigens: An dem Wettbewerb beim Brau- und Rauchshop hatte ich auch Interesse, die Anfahrt war mir dann aber zu aufwendig.

Viele Grüße
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#18

Beitrag von flamberger » Donnerstag 5. Juli 2018, 16:02

Danke :Smile

Den Namen der Langhals Flasche weiss ich auch nicht. Mir wurde aber mal gesagt, dass dies das Flaschendesign der Hürlimann-Braurei aus Zürich gewesen sei. Die Brauerei gibts aber nicht mehr.
Mir gefällt sie optisch schon sehr gut. Für die 0.75er haben wir Belgische Bügelflaschen und auch Champagner-Flaschen welche ich mit Kronkorken verschliesse. Die gefallen mir sehr gut um zu zweit gepflegt ein Starkes Bier zu kredenzen.

Bei der Etikette handelt es sich um die Milch Variante und stink normales Druckerpapier. Ich mache das aber nicht bei allen Flaschen. Der Aufwand ist enorm. Besonders, da ich die alle von Hand ausschneiden muss.

Daher werden nur einige Flaschen pro Sud etikettiert. Das ganze natürlich nur bei grossen Bieren welche lange gelagert werden.
Jene mit Etikette nehme ich dann hervor wenn ich Gäste habe. Ja ja der kleine Angeber in mir :redhead

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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#19

Beitrag von rakader » Donnerstag 5. Juli 2018, 16:07

flamberger hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 16:02
Bei der Etikette handelt es sich um die Milch Variante und stink normales Druckerpapier. Ich mache das aber nicht bei allen Flaschen. Der Aufwand ist enorm. Besonders, da ich die alle von Hand ausschneiden muss.
Eben der Aufwand schreckt mich, und ich bin alles andere als ein Feinmotoriker (gut, stimmt als Gitarrist auch wieder nicht).
flamberger hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 16:02
Daher werden nur einige Flaschen pro Sud etikettiert. Das ganze natürlich nur bei grossen Bieren welche lange gelagert werden.
Jene mit Etikette nehme ich dann hervor wenn ich Gäste habe. Ja ja der kleine Angeber in mir :redhead
Überlegst Du nicht auf ein weniger aufwendigeres Verfahren zurückzugreifen? Für welche würdest du Dich da entscheiden? Ja mei - der kleine Angeber. Das gehört zum Brauen dazu. Unbedingt :Angel Wir sind doch alle unglaublich stolz und das zu Recht :Drink
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#20

Beitrag von rakader » Freitag 6. Juli 2018, 11:31

Hallo Peter,

ich habe mich bei passenden Hopfensorten mit dem von Dir erwähnten ausgeglichenen Alpha- und Betasäuren schlau gemacht. Nun würde mich Deine Meinung interessieren.
gulp hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 12:19
Für solche Langzeitprojekte nimmt man besser Hopfen mit weniger Alphasäure, bzw. mit gutem Alpha zu Bettasäure Verhältnis. Während der Lagerung baut sich die Alphasäure langsam ab und die Beta Säure übernimmt teilweise die Bitterung.
Sämtliche Nobelhopfen sind da gut, auch ein paar Amis, Amarillo und Cascade. Citra und Magnum sind da leider nicht so gut.
Mein netter Hopfenhändler war so nett mir zu helfen und hat beim größten deutschen Anbieter zwei neue deutsche Sorten entdeckt:
  • Callista mit einem Alpha 2,0 und einem Beta 5-10. Callista ist ein Hallertauer Abkömmling und schmeckt nach Zitrone, Mango, Brombeere, Stachelbeere, Heu.
  • Der sehr ausgewogene Hüll Melon mit einem Alpha von 7-8 und einem Beta von 6-8 mit einem fruchtigen Geschmack von Pfirsicheistee, Anis, Waldbeere, Geranie, Früchtetee. Hüll Melon ist allerdings ein Aromahopfen, Abkömmling von Cascade.
Wenn ich Magnum und Callista vergleiche, könnte Callista mit einem ähnlichen Geschmacksprofil eine Alternative sein, wobei Callista das schololadige der Magnum fehlt. Und auch Hüll Melon scheint mir Citra mit Geranie und Stachel-/Waldbeere ähnlich zu sein. Callista ist aber Alpha-arm; ich müsste wohl große Mengen einsetzen und es besteht die Gefahr, dass am Ende der Beta zu hoch ist… oder?

Dass die beiden eine Alternative sind, ist mir klar, aber ob es auch Sinn macht nicht. Das Feld des Zusammenspiels von Hopfenaromen ist mir neu, und es ist hochinteressant.

Viele Grüße
Radulph
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#21

Beitrag von gulp » Freitag 6. Juli 2018, 12:40

Mein netter Hopfenhändler war so nett mir zu helfen und hat beim größten deutschen Anbieter zwei neue deutsche Sorten entdeckt:
Callista mit einem Alpha 2,0 und einem Beta 5-10. Callista ist ein Hallertauer Abkömmling und schmeckt nach Zitrone, Mango, Brombeere, Stachelbeere, Heu.
Der sehr ausgewogene Hüll Melon mit einem Alpha von 7-8 und einem Beta von 6-8 mit einem fruchtigen Geschmack von Pfirsicheistee, Anis, Waldbeere, Geranie, Früchtetee. Hüll Melon ist allerdings ein Aromahopfen, Abkömmling von Cascade.
Kenne ich beide nicht aus eigener Erfahrung. Hüll Melon ist da aber sehr interessant! Beim Brewdog Rezept würde ich Citra rausschmeißen und dafür Cascade nehmen. Cascade und Amarillo harmonieren perfekt.
Wenn ich Magnum und Callista vergleiche, könnte Callista mit einem ähnlichen Geschmacksprofil eine Alternative sein, wobei Callista das schololadige der Magnum fehlt.
Magnum schokoladig? Habe ich auch noch nicht gehört, Knoblauch ja. Beides habe ich noch nicht herausgeschmeckt.
ich müsste wohl große Mengen einsetzen und es besteht die Gefahr, dass am Ende der Beta zu hoch ist… oder?
Mein letztes (Eichenfass) Quadrupel mit 11% Alk. Vol. war mit Styrian Goldings und - Celeja (um die 4 % Alpha) auf ~ 65 IBU gehopft. Nächstes mal gehe ich auf 80 hoch.

Und ja, da braucht man schon etwas Hopfen. Gleichwohl ist die Menge geradezu lächerlich im Vergleich mit gewissen Stopfmengen, die hier kursieren.

Gruß
Peter
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#22

Beitrag von bierfaristo » Freitag 6. Juli 2018, 12:50

gulp hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 12:40

Magnum schokoladig? Habe ich auch noch nicht gehört, Knoblauch ja. Beides habe ich noch nicht herausgeschmeckt.


Gruß
Peter
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#23

Beitrag von rakader » Freitag 6. Juli 2018, 13:42

Witzle :Smile Magnum
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#24

Beitrag von flamberger » Montag 16. Juli 2018, 15:15

Und schon gebraut?

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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#25

Beitrag von rakader » Montag 16. Juli 2018, 15:42

Nein. Ich muss das Fass noch besser vorbereiten. Mir wurde empfohlen es länger zu wässern, um unerwünschte Tanine zu beseitigen. Frühestens Ende August. Sind halt Erfahrungen, die man sammeln muss.

Wenn ich kostengünstig an ein gebrauchtes Whisky- oder Sherry-Fass herankomme, braue ich natürlich früher. Bis jetzt habe ich aber nur Fässer zu Apothekerpreisen gesehen.

Ich sage aber Bescheid, sobald der Sud steht. Beim Klabautermann :Angel
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#26

Beitrag von rakader » Freitag 14. September 2018, 10:21

flamberger hat geschrieben:
Montag 16. Juli 2018, 15:15
Und schon gebraut?
Ja, es ist jetzt gebraut und derzeit in der Gärung, die ich bei 19°C gestartet habe und bis auf 24°C hochführe.
Ich habe nach den Empfehlungen von Wyeast einen High Gravity Starter mit 1.6 l auf 23 l Ausschlagvolumen angesetzt. Der Starter war dabei ein Kleinsud mit 20° Plato, weil ich keine geschmacklichen Kompromisse eingehen wollte; er drückte aber gewaltig aus dem 2l-Kolben, beim nächsten Mal verwende ich mind. 3 l. Das Wasser habe ich auf Dublin mit Bru'n Water mit einer leichten Zugabe von destilliertem Wasser und auf einen pH von 5,4 eingestellt.

Unterdessen sind die über 6 Wochen mit einem echten Mezcal (kein Tequila) geimpften Eichenchips und der Agaven Dicksaft im Sud. Beides habe ich bei nachlassender Hauptgärung hinzugefügt (das wird nach meinem Dafürhalten bei Brewog unter "FV" verstanden, very special).

Mit Starter bin ich jetzt bei 25,25°Plato gelandet, vorgesehen waren 24,1. Ich werde aber nicht verdünnen. Die American II-Hefe kann lt. Datenblatt nur 76% vergären, bei Brewdog waren aber 83% angegeben. Mit 76% hätte ich die Stammwürze auf über 30°Plato führen müssen. Ich denke der High Gravity Starter ist die Kompromisslösung, mit dem ich 80% erreichen sollte. So habe ich mich jetzt für einen Mittelwert entschieden und bin guter Dinge, dass ich eine Punktlandung auf 13% Alc.Vol mache. Die große Unbekannte ist der Agaven Dicksaft, keine Ahnung, was der noch einträgt.

Ob ich das Jungbier noch eigens aufs Eichfass gebe oder normal ins Keg, wird ein Geschmackstest entscheiden, in den Eichenchips, ich habe middle toasted genommen, sind ja schon jede Menge Tanine.

Auf alle Fälle ein interessantes Rezept. Abteilung Vorfreude: Ich denke das wird mehr als gut.

Cheers
Radulph

Edit: @Ivo - die Verkostungszeiträume werde ich wie von Dir angegeben auch anwenden. Kann nur gut sein.
Edit 2: Zur hier angesprochenen niedrigen Bittere von 60 IBU: Ich habe 30% mehr Hopfen genommen, dabei allerdings die Hopfenalterung mit eingerechnet. Werden trotzdem 60 IBU sein - oder?
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#27

Beitrag von flamberger » Mittwoch 19. September 2018, 20:52

Na das hört sich aber spannend an! Wenn du 30% mehr Hopfen genommen hast, dann sind es aber keine 60 IBU mehr. Oder verstehe ich dich falsch?

Aber ich denke das kommt schon gut, davon bin ich überzeugt!

Bei mir wartet gerade ein Belgisches mit 24 plato darauf in die Flasche zu wandern. :Bigsmile

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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#28

Beitrag von rakader » Mittwoch 19. September 2018, 21:31

Im Prinzip hast Du recht, ich bin hier aber noch einen Schritt weitergegangen und habe die Hopfenalterung, also den Verlust an alpha-Wert einberechnet. Der macht ja die IBU - teilweise - aus.

Schaust Du hier - vielleicht ist es auch für Dich eine Option:
https://brauerei.mueggelland.de/hopaging.html

Da drücke ich Dir die Daumen mit Deinem belgischen!

LG
Radulph

Edit: Aber wie Peter geschrieben hat, übernimmt die Beta-Säure beim Altern die Bitterung. Somit könnten es doch gut und gerne 90 IBU sein. Aber das sollte diesem Bier weniger schaden als nutzen.
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Re: Ship Wreck von Brewdog Rezepthilfe

#29

Beitrag von flamberger » Sonntag 4. November 2018, 09:04

Mein "Belgisches" ist nach vielen Hochs und Tiefs und Frust seit gestern in der Flasche. Ich hoffe das nun die Karbonisierung funktioniert. Wenn nicht, landed es im Ausguss.

Wie läuft es bei dir?

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