Konzeption einer 50 Liter Anlage

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Schwabenbrauer
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Konzeption einer 50 Liter Anlage

#1

Beitrag von Schwabenbrauer » Freitag 13. November 2020, 18:01

Hallo zusammen,

ich will über den Jahreswechsel meinen Ausstieg aus der Einkocherklasse und den Einstieg in die 50 Liter Klasse konzeptionieren.
Nun überlege ich den grundsätzlichen Aufbau. Ich will mittels Schwerkraft aus der Sudpfanne in den Läuterbottich übergeben. Das haben wir ja bereits in einem anderen Beitrag besprochen. Nun stehe ich allerdings vor der Frage, wie ich nun aus dem Läuterbottich in die Pfanne zum Hopfenkochen wieder umfülle.
Die Konzeption meiner Brauküche erlaubt nicht, dass ich auf drei Stufen arbeite, will heißen, oben die Sudpfanne, Mitte Läuterbottich und unten dann die Hopfenpfanne.
Anheben des Läuterbottich ist auch nicht möglich, da ich oft alleine arbeite.
Soweit ich das sehe, bleiben mir zwei Möglichkeiten:
1. läutern in ein kleines Gefäß und ständig in den Hopfenstopf umfüllen
2. eine Pumpe verwenden.

Gibt es noch weitere Möglichkeiten?
Bei 1. habe ich meiner Meinung nach natürlich Sauerstoffeintrag. Mir ist bekannt, dass Sauerstoffeintrag beim umfüllen aus der Sudpfanne in den läuterbottich nicht gut ist. Ist das hier nicht auch so?

Für eure Kommentare jetzt schon vielen Dank!

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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#2

Beitrag von gerold » Freitag 13. November 2020, 19:13

Hi,

Ich bin auch in der 50l Klasse unterwegs und mein Isolierter Läuterbottich steht erhöht, die sudpfanne darunter. Entweder mache ich Dekoktion der Kombirast da brauche ich die Maische nicht komplett umschöpfen. Geläutert wird in einen tricher mit 2m silikonschlauch. Dann läutert es sauerstoffarm

Grüße Gerold
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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#3

Beitrag von Rumborak » Freitag 13. November 2020, 19:21

Hi,

schau mal in meiner Braudoku...da findest du einen Aufbau mit Läutergrant in der 50-70l Klasse:

https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 38#p275538

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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#4

Beitrag von Beerkenauer » Freitag 13. November 2020, 19:36

Und hier:
https://braumagazin.de/article/klassengesellschaft/

Dieser Artikel aus dem Braumagazin hat mir damals sehr geholfen meine Anlagengrösse auszulegen.

Stefan

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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#5

Beitrag von Alt-Phex » Freitag 13. November 2020, 21:20

Die Maische lässt sich doch in wenigen Minuten Umschöpfen. Da würde ich eher den Läuterbottich höher stellen um die direkt in die Pfanne zu läutern. Manche hier nutzen aber auch Motorrad Hebebühnen um die Töpfe in der Höhe anpassen zu können.
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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#6

Beitrag von Hopfenlaub » Freitag 13. November 2020, 23:35

Ich kann dir dazu den genannten Hubtisch sehr ans Herz legen, hab ich mal hier beschrieben: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 79#p389979

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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#7

Beitrag von Innuendo » Samstag 14. November 2020, 06:27

Weil noch keiner zu Pumpen etwas geschrieben hat, beschreibe ich Dir meine Lösung.
Vom Maische-Sud-Kessel geht es durch eine 2" Abmaischvorrichtung in den tieferstehenden gedämmten Läuterbottich mit Senkboden und Bodenablauf. Am Bodenablauf mit Läuterhahn hängt eine kleine Pumpe, welche die Würze zurück in den Masche-Sud-Kessel durch ein 1/2 Ventil befördert. Die Lösung ist kein günstiger Aliexpress-Schnapper, aber wenn Dein Budget es hergibt macht sie unglaublich viel Spaß. Leider habe ich durch die Verlinkungen keine Werbeeinnahmen :Drink

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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#8

Beitrag von Sebasstian » Samstag 14. November 2020, 19:43

Ich hab auch eine Anlage in der 50 Liter Klasse. Ich hatte zuerst den Läuterbottich erhöht stehen und hab unten Maisch- und Sudpfanne stehen gehabt. Also Maische hochgeschöpft von Hand und per Schwerkraft zurück in die Sudpfanne geläutert. Alte Anlage:
20201114_190659.jpg
Jetzt hab ich umgebaut und die Maisch- und Sudpfanne erhöht stehen und mir eine Pumpe zugelegt. Also per Schwerkraft abmaischen nach unten in den Läuterbottich und dann Würze von dort mit Pumpe direkt (ohne Grant) wieder hoch in die Sudpfanne.
Screenshot_20201114-190523_Gallery.jpg
Screenshot_20201114-190848_Gallery.jpg
Beides funktioniert(e) gut und beides hat seine Vor-und Nachteile. Mit Abmaischvorrichtung und Pumpe ist bequemer und mehr Fun für Technikaffine. Aber halt auch etwas mehr zu putzen. Ich mag die neue Lösung. Aber Maische umschöpfen halte ich weiterhin in der 50 Liter Klasse für gar kein Problem. Das dauert nur sehr wenige Minuten.

Nachtrag: du hattest ja nach Sauerstoffeintrag gefragt. Der lässt bei beiden Varianten ausreichend gering halten wenn man sich Mühe gibt.
Zuletzt geändert von Sebasstian am Samstag 14. November 2020, 20:40, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße,
Sebastian

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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#9

Beitrag von Schwabenbrauer » Samstag 14. November 2020, 20:39

Super, vielen Dank für die wertvollen Beiträge!
Bisher habe ich mit einem umgebauten Lebensmitteleimer geläutert. Hat auch sehr gut funktioniert. Der Thermoport ist allerdings auch sehr charmant. Wenn wir die beiden Systeme zum läutern vergleichen (kunststoffeimer vs. Thermoport) ist vermutlich die Isolation der wesentliche Vorteil oder gibt es noch weitere Vorteile?

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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#10

Beitrag von fg100 » Samstag 14. November 2020, 21:46

Das Läutern in einen kleinen Behälter ist doch das einfachste und das mit dem wenigsten Reinigungsaufwand.
Wenn das vorsichtig in die Sudpfanne gegeben wird ist da auch kein Problem mit Sauerstoff.
Da ist das mit Pumpe aufbauen, Schläuche anschließen, einregulieren, Pumpe reinigen, Schläuche reinigen usw. doch tausendmal mehr Aufwand.

Am besten gleich mit zwei Behälter im Wechsel arbeiten und die maximal so groß wählen, dass die in die Spülmaschine passen.

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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#11

Beitrag von Sebasstian » Samstag 14. November 2020, 22:16

fg100 hat geschrieben:
Samstag 14. November 2020, 21:46
Das Läutern in einen kleinen Behälter ist doch das einfachste und das mit dem wenigsten Reinigungsaufwand.
Sehe ich nicht so. Wenn man ohne Pumpe arbeitet, würde ich auf jeden Fall eine Anordnung empfehle bei der man per Schwerkraft in die Sudpfanne läutert. Dabei muss man nämlich nichts weiter tun.
Das vorher Maische umschöpfen dauert nur wenige Minuten. Das Läutern hingegen dauert 40-60 Minuten in denen man sonst aufpassen und immer wieder den Behälter leeren muss.
Grüße,
Sebastian

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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#12

Beitrag von fg100 » Samstag 14. November 2020, 23:40

Sebasstian hat geschrieben:
Samstag 14. November 2020, 22:16
fg100 hat geschrieben:
Samstag 14. November 2020, 21:46
Das Läutern in einen kleinen Behälter ist doch das einfachste und das mit dem wenigsten Reinigungsaufwand.
Sehe ich nicht so. Wenn man ohne Pumpe arbeitet, würde ich auf jeden Fall eine Anordnung empfehle bei der man per Schwerkraft in die Sudpfanne läutert. Dabei muss man nämlich nichts weiter tun.
Das vorher Maische umschöpfen dauert nur wenige Minuten. Das Läutern hingegen dauert 40-60 Minuten in denen man sonst aufpassen und immer wieder den Behälter leeren muss.
Das Umschöpfen der Maische in den Läuterbottich finde ich auch am sinnvollsten. Aber er will ja erst in den Maischebehäter ablassen und fragt nach der besten Methode die Würze wieder in den Kochtopf zu bringen. Und das ist aus meiner Sicht auf keinen Fall die Pumpe in dieser Größenordnung.
Ich bin mir fast sicher dass du mit deiner Pumpe auch die 40-60 Minuten daneben stehst und beobachtest ob alles passt.
Wo ist da das Problem das dann statt zu pumpen einfach den Behälter zu leeren. Aber jeder kann ja machen wie er möchte.

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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#13

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 15. November 2020, 01:59

fg100 hat geschrieben:
Samstag 14. November 2020, 21:46
Am besten gleich mit zwei Behälter im Wechsel arbeiten und die maximal so groß wählen, dass die in die Spülmaschine passen.
Mache ich bei meiner 50L Anlage auch so. Zwei 6L Edelstahl Eimer mit Henkel aus dem Landwirtschaftsbedarf. Das funktioniert gut und wenn amn das vorsichtig in die Sudpfanne füllt ohne zu plätschern ist Oxidation auch kein großes Problem. Einfacher und Rückenschonender ist es aber direkt in die Sudpfanne zu läutern.
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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#14

Beitrag von Sebasstian » Sonntag 15. November 2020, 09:01

fg100 hat geschrieben:
Samstag 14. November 2020, 23:40
Ich bin mir fast sicher dass du mit deiner Pumpe auch die 40-60 Minuten daneben stehst und beobachtest ob alles passt.
Nicht ob, sondern dass alles passt. :Bigsmile

Ich will doch gar nicht die Pumpe rechtfertigen. Ich wollte nur darlegen, dass ich für eine Schwerkraft-Anlage (ohne Pumpe) das Maische-Umschöpfen dem Würze Hoch-Schöpfen vorziehen würde. Ich hab beide Varianten schon probiert und das ist halt meine Meinung. Aber das ist ja am Ende wirklich Geschmackssache.
Grüße,
Sebastian

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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#15

Beitrag von Schwabenbrauer » Sonntag 15. November 2020, 15:17

Hallo zusammen,

Vielen Dank für eure Hilfe.
Was mir heute noch gekommen ist: muss ich nicht in vier Stufen denken? Ich muss ja am Schluss noch in den Gärbottich umfüllen. Also wäre ja rein aus schwerkraftsicht Sudpfanne, Läuterbottich, Hopfenpfanne, Gärtank die Reihenfolge. Bisher haben wir das einfach durch ein Filtertuch zu zweit geleert - geht ja bei 20 liter auch gut. Bei 50 ist das wohl raus. Natürlich kann ich auch hier wieder in ein Zwischengefäß umfüllen und dann wieder händisch durch den Filter in den Gärtank. Mich würde aber interessieren, wie ihr das macht. Danke!

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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#16

Beitrag von Birnsojjel » Sonntag 15. November 2020, 15:24

Korrekt. Wenn du auf umschöpfen und/oder Pumpe verzichten willst, sind es 4 Etagen...
Ich schöpfe auf der obersten Ebene in den läuterbottich um, es reichen daher 3.
Siehe hier: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 56#p359756
Gruß, Thomas

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Re: Konzeption einer 50 Liter Anlage

#17

Beitrag von Sebasstian » Sonntag 15. November 2020, 17:18

Hab die Sudpfanne so hoch stehen, dass ich gerade so noch den Gärbotttich drunter geschoben krieege und lasse dann per Schwerkraft ab. Ging/geht bei mir in beiden Varianten auf den obigen Fotos.
Zukünftig werde ich dafür aber auch die Pumpe und nen langen Schlauch nutzen, damit ich den Gärtank (gefüllt ca. 50kg) nicht nochmal anfassen muss. Der steht dann schon im Inkbird-Kühlschrank bereit. Vorher gehts nämlich dann noch durch einen Gegestromkühler für den man eh die Pumpe braucht.
Das war übrigens auch der Werdegang. Ich hab mir die Pumpe für den Kühler angeschafft. Und weil ich sie dann eh schon hatte, bin ich dann von der reinen Umschöpf-Schwerkraft-Anlage weg. Ohne den Kühler hätte ich jetzt wahrscheinloch auch noch keine Pumpe.
Also Rat von mir: wirklich bis ganze zu Ende durchdenken und überlegen wo die Reise hingehen soll.
Grüße,
Sebastian

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