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Hopfenkochen im konischen Gärtank
Verfasst: Sonntag 25. Januar 2026, 18:22
von SimonI
Hallo zusammen,
Ich braue in der 20er einkocher Klasse und habe mir hier im Forum einen konischen Gärtank (Brewtaurus, 30 Liter) besorgt. Da man ja immer nach besseren (schnelleren, einfacheren) Wegen am Brautag sucht kam mir diese Idee:
Was hindert mich am Hopfenkochen im gärtank?
Ich könnte über Tauchsieder oder gar über eine Heizstab mit Tri clamp Anschluss die Würze kochen, danach kühlen und einen Whirlpool andrehen. Nach x Minuten sollte ich nach meiner Logik am Konusablauf den würzebruch und den Hopfen einfach ablaufen lassen.
Dadurch hätte ich einen Kessel gespart, da ich vom läutern direkt in den Gärtopg zum kochen gehe. Zusätzlich habe ich meinen Gärtank durch das kochen direkt Keimarm und verringere die Gefahr einer Infektion.
Funktioniert das ganze tatsächlich so bzw. Sind meine Gedanken hierzu korrekt? Was passiert, wenn Würzebruch und/oder Hopfen mit zur Gärung dazu kommen?
Gruß Simon
Re: Hopfenkochen im konischen Gärtank
Verfasst: Sonntag 25. Januar 2026, 19:47
von Stuggbrew
Hallo Simon,
Ich kenne den Brewtaurus nicht selbst. Wichtig ist das du keine kondensatbildung beim kochen hast und die Verdunstungsrate einhalten kannst.
Ich persönlich würde davon abraten mit einem Tauchsieder zu kochen, da dir dort die Würze immer karamellisiert und damit sich ein Geschmack bildet den du vielleicht nicht bei jedem bierstil haben willst.
Der Trubkegel wirst du schon durch den komischen Behälter abziehen können. Sollte Eiweiß oder Hopfen - also heiss- und kalttrub mit in die Gärung kommen kann sich das negativ auf den Geschmack auswirken; solle also absolut minimiert werden.
Re: Hopfenkochen im konischen Gärtank
Verfasst: Montag 26. Januar 2026, 06:33
von SimonI
Danke für die Antwort.
Beim Tauchsieder nehm ich was mit geringer Leistungsdichte und regelbarer Leistung, damit sollte das Karamellisieren ja vom Tisch sein. Mein einkocher hat ja auch 2,5 kW und durch die Fläche eine geringe Leistungsdichte.
Welcher Effekt genau wirkt sich beim
1. Würzebruch und
2. beim Hopfen auf de Gärung aus?
Bei letzterem kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dass das wirklich was macht, da Hopfenstopfen im Endeffekt das gleiche macht, nur ohne das kochen zuvor.
Kann jemand hierzu die Hintergründe erklären?
Re: Hopfenkochen im konischen Gärtank
Verfasst: Montag 26. Januar 2026, 07:05
von Stuggbrew
Der Würzebruch (Heißtrub) entsteht durch Eiweißgerinnung beim Kochen. Er muss vor der Gärung abgetrennt werden, da er sonst zu Trübung, Geschmacksfehlern (Eiweißbittere) und Hefeverschmierung führen kann.
Lange Lagerung auf Hopfenbestandteile kann zu Hop Creep führen (auch beim Stopfen btw), was eine astringierende Bittere ergeben kann.
Beim wallenden kochen habe ich am oberen Rand immer Ablagerungen. Die müsstest du ja abwischen sonst hängen die ja die GanzeZeit im Gärbehälter; das wöllte ich persönlich nicht.
Re: Hopfenkochen im konischen Gärtank
Verfasst: Montag 26. Januar 2026, 11:56
von SimonI
Guter Hinweis bezüglich des Randes. Dann verwerfe ich das erstmal :)
Re: Hopfenkochen im konischen Gärtank
Verfasst: Montag 26. Januar 2026, 14:20
von Lui
Ich kenne jemanden der das macht und sehr zufrieden damit ist. Die Biere dich bisher probieren konnte sind ganz gut.
Der stopft aber auch mit viel Citra und nutzt sehr gerne Kveik Hefen.
Damit übertüncht man natürlich eventuelle Fehlaromen...
Für ihn und diese Biere scheint das zu passen.
Re: Hopfenkochen im konischen Gärtank
Verfasst: Montag 26. Januar 2026, 15:16
von §11
Schaut man sich kommerzielle Pfannen an, dann sind diese ja in den seltensten Fällen "Töpfe" wie wir sie verwenden. Konisch ist im Grunde absolut möglich. Allerdings ergibt sich in deinem Fall ein gravierender Nachteil, wie willst du in der Aufheizphase ein Anbrennen der Würze verhindern? Du müsstest mit einer Pumpe arbeiten.
Die Idee im selben Tank dann auch gleich zu vergären würde ich verwerfen. Wie schon angesprochen wäre mir das Thema Bruch und Hopfentreber zu riskant.
Cheers
Jan
Re: Hopfenkochen im konischen Gärtank
Verfasst: Dienstag 27. Januar 2026, 15:38
von Stuggbrew
Aber wenn es dir um Schnelligkeit und geringen Reinigungsaufwand geht, schau dir doch ma BIAB an. Entgegen der Meinung die mancherorts aufschlägt, kann ma hier auch verschiedene Maischeprogramme gut fahren.
Damit sparst du dir doch deutlich Zeit (läuterruhe entfällt) und du hast auch nur einen Behälter zum reinigen.