Low gravity, Vorderwürzebier anyone?

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afri
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Low gravity, Vorderwürzebier anyone?

#1

Beitrag von afri » Samstag 16. Februar 2019, 23:49

Mir kam gestern eine Idee hoch und die möchte ich hier diskutiert haben. Bislang braute ich mit einem großen Topf auf Hendi, Nachgüsse kamen aus dem Einkocher oder sonstwo her. Externer Läuterbottich inklusive, den ich per Umschöpfen aus dem großen Topf befeuerte. So.

Was wäre, wenn ich alles in einem großen Topf machte, also die Nachgüsse gleich gäbe beim Maischen? Bislang maische ich ca. 8kg Malzschrot in ca. 21l Wasser ein, dann schöpfe ich um und gebe ca. 35l Nachgusswasser, bis es ungefähr unter 3°P läuft, in der Regel habe ich dann die erforderliche STW, die nach dem Kochen ca. 13°P ergibt. Wenn ich nun in einem abermals größeren Topf maischte, mit eingebauter Hexe, könnte ich mir doch das Umschöpfen sparen und die STW plus Kochgewinn gleich beim Maischen messen.

Richtiger Gedanke oder völlig neben der Spur? Ein Polsi-Gärfass residiert hier nämlich, ohne wirklich gebraucht zu werden, das könnte ich dann nämlich zum kombinierten Maische-Läuter-Bottich umfunktionieren, wenn ich denn in Erfahrung brächte, wie man dieses Fass per Induktion heizen könnte.
Achim
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Re: Low gravity, Vorderwürzebier anyone?

#2

Beitrag von flensdorfer » Samstag 16. Februar 2019, 23:57

"parti-gyle"
Eine ähnliche Idee hatte ich beim entspannten Weihnachtsbierchen:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 11#p310111
Gruß, Arne

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Re: Low gravity, Vorderwürzebier anyone?

#3

Beitrag von Pivnice » Sonntag 17. Februar 2019, 00:18

flensdorfer hat geschrieben:
Samstag 16. Februar 2019, 23:57
"parti-gyle"
nee - das was Achim meint ist nicht parti-gyle
Bier: Einfach zu brauen, schwierig zu verstehen

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Re: Low gravity, Vorderwürzebier anyone?

#4

Beitrag von VolT Bräu » Sonntag 17. Februar 2019, 01:15

Klar geht das. Warum nicht?
Die Frage ist nur wie stark die Ausbeute leidet bzw. wie viel weniger man im Verhältnis zur Größe des Maische-Läutergefäßes maximal rausbekommt.
So arbeitsintensiv ist das umschöpfen und Nachgiessen ja nicht - ich glaube da wäre mir der höhere Ausschlag wichtiger.
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Low gravity, Vorderwürzebier anyone?

#5

Beitrag von Boludo » Sonntag 17. Februar 2019, 01:17

Das geht, die Ausbeute wird aber schlechter, da der Treber nicht ausgewachsen wird, sondern mit unverdünnter Würze getränkt bleibt.

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Re: Low gravity, Vorderwürzebier anyone?

#6

Beitrag von olibaer » Sonntag 17. Februar 2019, 11:32

Hallo Achim,
afri hat geschrieben:
Samstag 16. Februar 2019, 23:49
Was wäre, wenn ich alles in einem großen Topf machte, also die Nachgüsse gleich gäbe beim Maischen? Bislang maische ich ca. 8kg Malzschrot in ca. 21l Wasser ein, dann schöpfe ich um und gebe ca. 35l Nachgusswasser, bis es ungefähr unter 3°P läuft, in der Regel habe ich dann die erforderliche STW, die nach dem Kochen ca. 13°P ergibt. Wenn ich nun in einem abermals größeren Topf maischte, mit eingebauter Hexe, könnte ich mir doch das Umschöpfen sparen und die STW plus Kochgewinn gleich beim Maischen messen.
Grundsätzlich:
Alles was weniger Geräte, Prozessschritte und Zeit in Anspruch nimmt und keinen negativen Einfluß auf die Qualität hat, ist aus meiner Sicht immer positiv zu werten - auch wenns mal auf die Ausbeute geht. Im Ausgleich dazu gewinnt man an Rüstzeit, Nerven, Einfachheit und Kontrolle.
Sprichwörtlich: man reist mit kleinem Gepäck.

Für deinen konkreten Fall würde ich annehmen, dass deine SA% massiv in den Keller geht, da du bisher sehr große Nachgussmengen in Einsatz gebracht hast(HG:NG = 1:1,6 ), die jetzt gänzlich entfallen. Ich denke schon, dass sich deine Schüttung auf 10 kg erhöhen wird.

Wenn Du die Verluste etwas kompensieren möchtest, besteht natürlich trotzdem die Möglichkeit einen kleinen Nachguss zu machen, denn im Falle von Vorderwürzebier handelt es sich bei verlustig gegangen Nachgussmengen nicht um Glattwasser mit ~1-3°P, sondern um konzentrierte Vorderwürze.

Als Idee würde ich 10% von der berechneten Gesamtgussmenge, hier rund 5 Liter, nicht einmaischen, sondern erst kurz vor Ende Läutern als Nachguss dosieren(-> Wasserkocher genügt: 1,7 L Brauwasser in einem Kochgang bereitstellen, der Rest ist warmes/heisses Leitungswasser).
Diese Menge "schiebt" zumindest den Rest der Vorderwürze aus den Trebern, was zurückgerechnet auf "Schüttung", über 1 kg Malzgewinn entspricht.
--> 78 [g Extrakt/100g Malz] / (13[°P] x 1,05 [g/ml] x 5[Liter])
Gruss
Oli
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Re: Low gravity, Vorderwürzebier anyone?

#7

Beitrag von fg100 » Sonntag 17. Februar 2019, 13:01

Hallo Achim,
das hab ich die letzten Sude immer schon so gemacht. Allerdings im Einkocher. Ich hab mir eine Berechnungstabelle auf Grundlage meiner Anlage (Verdampfeungswert, Restfeuchtigkeit im Treber, SHA usw.) erstellt. Ich gebe dann nur die gewünschte Stammwürze ein und erhalte die nötige Wassermenge und Schüttung. Die Zielstammwürze habe ich bisher immer auf den Punkt getroffen.
Als SHA passt 55% bei mir mit Einkocher, Rührwerk und Läuterfreund als Maischepfanne und abläuten direkt in einen zweiten Einkocher für Stammwürzen um die 12-13°P.
So bekomme ich aus meinen Einkocher den ich mit 27l (Schüttung + Wasser) fülle 16l Bier, das mit vollkommen von der Menge her reicht.
Ohne Nachgüsse ist das schon deutlich weniger Aufwand da ja ein Topf "wegfällt".
Grüße Franz

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Re: Low gravity, Vorderwürzebier anyone?

#8

Beitrag von afri » Sonntag 17. Februar 2019, 22:01

Vielen Dank euch allen für die Hinweise. Das hatte ich so nicht auf dem Schirm, dass ich bei geläuterter Vorderwürze mit 13°P doch einiges an Zucker verschenke. Ich werde erstmal weiterhin tun, wie ich es sonst auch tat, was immerhin recht hohe SHA lieferte. Zwar bin ich nicht geizig, was erhöhten Malzeinsatz angeht, aber ich müsste auch noch eine andere Stellschraube drehen, nämlich einen "Konverter" zwischen Hendi und Polsi-Fass bauen (lassen), der hinreichend magnetisch für Induktion ist, siehe oben.

Ich werde die Idee weiter im Hinterkopf behalten und gegebenenfalls so lange daran herumfeilen, bis ich mal einen Versuch wage. Danke nochmals, hat mir sehr geholfen.
Achim
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Re: Low gravity, Vorderwürzebier anyone?

#9

Beitrag von clmnsk » Freitag 22. Februar 2019, 17:15

Ich habe einen 50L Thermobehälter und koche im 34L Topf.
Wenn ich eine Kombirast im mit Wasser komplett befüllten Thermobehälter mache, wasche ich doch beim läutern genug Zucker aus, oder?
Ich würde davon ausgehen, dass sich das Malz unten absetzt und darum quasi konzentrierte Vorderwürze ist, in den "Würze"-Schichten weiter oben dann deutlich weniger, die beim läutern dann eben den noch vorhandenen Zucker mitnehmen.
Spricht da was dagegen?
Grüße, Clemens
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Re: Low gravity, Vorderwürzebier anyone?

#10

Beitrag von Bierjunge » Freitag 22. Februar 2019, 17:52

clmnsk hat geschrieben:
Freitag 22. Februar 2019, 17:15
Wenn ich eine Kombirast im mit Wasser komplett befüllten Thermobehälter mache, wasche ich doch beim läutern genug Zucker aus, oder?
Ich würde davon ausgehen, dass sich das Malz unten absetzt und darum quasi konzentrierte Vorderwürze ist, in den "Würze"-Schichten weiter oben dann deutlich weniger, die beim läutern dann eben den noch vorhandenen Zucker mitnehmen.
Meines Erachtens erreichst Du diesen Zustand erst durch Anschwänzen.
Aber nochmal der Reihe nach:
Du wirst ja beim Maischen vor dem Läutern umgerührt haben, oder nicht? Dabei ist aller zugänglicher Zucker gelöst worden, und eine weitgehend homogene Verteilung in der flüssigen Phase erzielt worden.
In der Läuterrast sinken die unlöslichen Bestandteile ab, was aber an der homogenen Zuckerkonzentration der Würze kaum etwas ändert. Falls Du ein Refraktometer besitzt, kannst Du mal sowohl die bei Läuterbeginn abfließende Vorderwürze, als auch den Überstand über dem Treberkuchen messen.
Ist die Vorderwürze abgelaufen, hielte ohne Anschwänzen der Treberkuchen noch wie ein Schwamm etliche Liter Vorderwürze zurück. Das ist der Extrakt, den Du dadurch verschenken würdest. Was ja im Hobbybereich nicht weiter schlimm sein muss (Auch ich denke, dass man sich nicht zum Sklaven einer maximalen Ausbeute machen sollte, ganz im Gegenteil).
Merkliche Konzentrationsunterschiede, wie Du sie oben schilderst, erreichst Du hingegen erst und gerade beim Anschwänzen, indem Du mit den Nachgüssen die extraktreiche Würze aus dem Treberkuchen-Schwamm von oben nach unten auszuschieben versuchst, bis (fast) nur noch Wasser im Treber hängt. Das Aufhacken/Aufschneiden beim Anschwänzen hat daher nach meinem Verständnis auch weniger damit zu tun, neuen Zucker in Lösung zu bringen, sondern vielmehr damit, alle etwaigen Nester extraktreicher Würze zu erreichen und zu verdrängen.

Moritz

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Re: Low gravity, Vorderwürzebier anyone?

#11

Beitrag von clmnsk » Montag 25. Februar 2019, 16:14

Ich hab das jetzt mal so probiert, da ich parallel brauen wollte.
Mit dem Unterschied, dass ich gar nicht mehr gerührt habe nach dem einmaischen.
Ausbeute von 67% ist ganz gut geworden - ich hab allerdings ca 5l Glattwasser (1,5-2P) vom anderen Sud als Nachguss verwendet.
Aber auch so sollte das über 60% liegen, ganz ok finde ich.
Grüße, Clemens
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Re: Low gravity, Vorderwürzebier anyone?

#12

Beitrag von olibaer » Montag 25. Februar 2019, 17:13

clmnsk hat geschrieben:
Montag 25. Februar 2019, 16:14
Ich hab das jetzt mal so probiert, da ich parallel brauen wollte.
[...] ich hab allerdings ca 5l Glattwasser (1,5-2P) vom anderen Sud als Nachguss verwendet.
Wie verwendet man denn das Glattwasser "vom anderen Sud", wenn man parallel braut ?
clmnsk hat geschrieben:
Montag 25. Februar 2019, 16:14
Aber auch so sollte das über 60% liegen, ganz ok finde ich.
Was sollte über 60% liegen und ist genau weshalb ganz ok ?

Ich bin verwirrt.
Gruss
Oli
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Re: Low gravity, Vorderwürzebier anyone?

#13

Beitrag von clmnsk » Montag 25. Februar 2019, 23:42

olibaer hat geschrieben:
Montag 25. Februar 2019, 17:13
clmnsk hat geschrieben:
Montag 25. Februar 2019, 16:14
Ich hab das jetzt mal so probiert, da ich parallel brauen wollte.
[...] ich hab allerdings ca 5l Glattwasser (1,5-2P) vom anderen Sud als Nachguss verwendet.
Wie verwendet man denn das Glattwasser "vom anderen Sud", wenn man parallel braut ?
Sorry, das habe ich natürlich nicht ausreichend erläutert.
Ich hab eine Pfanne und zwei Thermobehälter in 32l/54l.
Ich kann also nur parallel Maischen.

Habe die Maische in dem 54L Thermoport zuerst eingemaischt (27l Wasser, 5,5kg Malz). Gerade genug, dass der die Temperatur ausreichend hält und ich noch eine kleine Nachgussmenge habe.

Dann habe ich meine zweite Maische angesetzt und mit Pfanne und dem kleinen Thermoport per Dekoktion gearbeitet und dieses Bier zuerst gekocht.
Dabei bis Pfannevoll geläutert, dann waren halt noch ein paar Liter Glattwasser drin, die als Nachguss für die erste Maische dienen konnten (+ weiteres Wasser).
olibaer hat geschrieben:
Montag 25. Februar 2019, 17:13
clmnsk hat geschrieben:
Montag 25. Februar 2019, 16:14
Aber auch so sollte das über 60% liegen, ganz ok finde ich.
Was sollte über 60% liegen und ist genau weshalb ganz ok ?

Ich bin verwirrt.
Den Satz direkt davor haste aber gelesen, ja?
Kommt doch sowieso nur die Ausbeute in Frage bei den Werten.
Und die finde ich ok, weil Kombirast mit 5:1 Wasser/Malz-Verhältnis und ein paar wenigen Litern Nachguß.
Grüße, Clemens
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