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Bergischer Bierhase
Verfasst: Dienstag 11. Oktober 2016, 20:19
von BaxBunny
Hallo zusammen,
nachdem ich seit einigen Tagen nach Bierrezepten google und seit dem ersten Tag an diesem Forum klebe, dachte ich sollte ich mich mal vorstellen.
Also mein Name ist Lucas,bin 27Jahre alt und neben meinem Faibel für einen frechen Hasen (siehe Nick und ja der ist absichtlich falsch geschrieben

) will ich alles selber machen
Das hat bei so normalen Sachen wie Tomaten züchten angefangen und gipfete bisher bei der Tabakherstellung auf dem eigenen Balkon (bisher nur ein Versuch).
Bier trinke ich zwar gern aber recht selten und wenn dann alkohlfreies...Halt! noch nicht hauen ich werde es begründen: Ich fahre sehr gerne Auto und Motorrad daher fällt das trinken Abends flach und Morgens...tja da hat mein Chef was gegen.
Also kommt meisetens ein alkoholfreies Weizen nach dem Sport ins Glas.
Naja alkoholfreies Bier selber herzustellen ist anscheinend nicht so leicht, also will ich mit Malzbier anfangen.
Dabei stellt sich mir die Frage, ob man für diesen "Test" wirklich nen riesen Equiment braucht?
Freue mich auf euch!
Re: Bergischer Bierhase
Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2016, 23:27
von Ladeberger
Herzlich Willkommen im Forum!
Diese alkoholarmen Geschichten sind alle recht aufwendig:
- Das echte Malzbier wird zunächst mit Hefe versetzt, die Gärung jedoch durch Kälte unterdrückt. Vor Abfüllung muss die Hefe daher wieder abfiltriert werden oder zumindest durch Pasteurisierung inaktiviert werden, sonst gärt dir das weiter und die Flasche explodiert. Das ist sehr schwierig steuerbar. Die Chance für Fehlaromen ist hoch und alkoholfrei wird das i.d.R. auch nicht.
- Der Malztrunk kommt zwar ohne Hefe aus, denn das ist im Grunde einfach Würze mit Kohlensäure. Das bekommt man aber mit heimischen Mitteln praktisch nur im Edelstahl-KEG hin: kochend heiß abfüllen (steril) und dann nach Kühlung mit der CO2-Flasche karbonisieren. Da bräuchtest du also gleich zu Beginn einiges an Equipment, Platz und auch Know-How was eine geeignete Würze für Malztrunk angeht.
- Alkoholfreies Bier durch Entalkoholisierung ist quasi nicht machbar. Aber mit der Hefe Saccharomycodes ludwigii ist es gar nicht so schwierig. Man muss "nur" penibel sauber arbeiten oder besser: Pasteurisieren, was im Einkocher aber ganz gut machbar ist. Geschmacklich, naja... mir sind viele dieser Biere aus unvollständiger Gärung zu süß.
Ganz ehrlich, wenn du eher selten und wenn dann alkoholfrei trinkst, beschäftige dich doch lieber (erstmal) mit sowas wie Kombucha, Wasserkefir, Kwas oder Limos aus natürlichen Zutaten. Das ist m.E. deutlich dankbarer und zugänglicher als die ganze Abteilung "alkoholfreies Bier".
Gruß
Andy
Re: Bergischer Bierhase
Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2016, 00:03
von afri
Ich würd's lieber kaufen, als selbst zu machen. Deine Intention in Ehren, aber der Aufwand lohnt das Ergebnis nicht. Sicherlich kann auch der ambitionierte Hobbybrauer alkoholarmes Bier machen. Aber warum? An alkfreien oder -armen Sorten hast du keinen Mangel, nur um es selbst gemacht zu haben, würde ich mir den Aufriss nicht antun.
Achim (einige alkfreie Sorten getestet habend)
Re: Bergischer Bierhase
Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2016, 07:58
von hutschpferd
wenns nur ums erste prbieren geht, machs doch mit malzextrakt.
spricht meiner meinung nach nix dagegen
oder ginger beer
Re: Bergischer Bierhase
Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2016, 15:41
von BaxBunny
Hey, danke schonmal für die ehrlichen Antworten.
Mir ist bewusst, dass in der heutigen Zeit viele Dinge einfacher zu kaufen sind.
Es wird sicher auch billiger sein und der Handel bietet für jeden Geschmack etwas.
Aber weshalb braut ihr euer Bier selbst? Weil es billiger ist oder es einfacher ist als in den Laden zu laufen?
Ich habe folgendes Rezept schon gefunden:
http://www.wambier.de/michael/brauen/malzbier.htm
Und laut der Zutatenliste bräuchte ich nur ein paar seeeehr große Töpfe usw.
Ihr habt mehr Ahnung und könnt mir vllt sagen ob die Anleitung plausibel klingt.
Meine Frage dazu wäre auch ob man die angegebene Menge nicht reduzieren kann.
Bei 1/4 des Rezeptes wird die Organisation der Peripherie deutlich einfacher :)
Re: Bergischer Bierhase
Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2016, 16:07
von inem
Die Anleitung würde ich schnell wieder vergessen, das ist eine Zusammenfassung von Jean Pütz Hobbythek aus 1982 - da hat sich doch einiges geändert.
Bis auf den Satz "Damit es nicht weiter gärt, wird es pasteurisiert" würde ich es als für Malzbier nicht brauchbar halten. Suche doch hier im Forum nach Anleitungen, es gab da früher schon einige Experimente die gelungen sind.
Eine allgemeine Brauanleitung findest du im Wiki, da gibts auch Möglichkeiten zur Optimierung fürs erste reicht sie aber.
Re: Bergischer Bierhase
Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2016, 16:19
von Boludo
Es fehlt eigentlich nur noch der Hinweis, dass man das Bier durch einen Gartenschlauch laufen lassen soll, dann wäre so ziemlich alles beinander, was man sich wünscht
Im Ernst: So braut heut eigentlich keiner mehr. Man läutert nicht über eine Stoffwindel und Hopfen seihen mit Windel macht man auch nicht mehr.
Natürlich kommt man so auch zum Ziel, aber es ist eine elende Plagerei mit viel Oxidation.
Was noch ganz schlecht ist, es wird nicht gesagt wieviel Alphasäure der Hopfen haben soll. Insgesamt ist das ein Rezept aus dem letzten Jahrtausend.
Die prinipielle Vorgehensweise stimmt aber. Flaschen pasteurisieren ist aber sehr gefährlich, die können Dir um die Ohren fliegen und da hört der Spaß auf. Wurde hier aber auch schon praktiziert, mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen.
Bei der ganzen Sache ist der Knackpunkt letztendlich, das Jungbier in genau dem Moment zu pasteurisieren, in dem noch nicht zu viel Alkohol entstanden, aber schon genug Kohlensäure enthalten ist. Da braucht man sehr viel Erfahrung.
Stefan
Re: Bergischer Bierhase
Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2016, 16:42
von not
Hey Bierhase,
hast Du Dich mal mit dem Gedanken beschäftigt, ein Einfachbier / Dünnebier zu machen? Da bekommst Du ohne gröbere Sicherheitsrisiken (Detonation von Flaschen etc.pp.) erfrischende und phantastisch schmeckende Biere hin.
Das könnte vlt. auch eine Option für Dich sein. Schwierig ist das richtige Verhältnis zwischen Bitterness und Malzkörper zu treffen, ein Bier mit wenig Alkohol kann mit beidem geschmacklich nicht so leicht umgehen wie ein Vollbier oder Starkbier, aber das kann ja auch den Reiz ausmachen...
Falls Alkohol überhaupt erlaubt ist könntest Du so viel Freude mit wenig Alkohol bekommen.
Dein Rezeptvorschlag ist wirklich "outdated" , was die Technik betrifft (Da lacht Jean Pütz zwischen den Zeilen hervor).
So oder so: Viel Freude und gut Sud,
Sönke am Fuße des Bergischen Landes (Dhünntal).
Re: Bergischer Bierhase
Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2016, 16:58
von ggansde
Moin,
ich weiß, das wird ohne das passende Equipment nichts, aber ich mache meinen von den Kindern abgenommenen Malztrunk immer ungefähr so:
Ein Sud mit ordentlich Münchner Malz, Caramalz und Melanoidinmalz. Stammwürze bis max. 12 °P, am besten eher weniger (10 -11) damit es nicht zu arg süß wird. Bitterhopfen bis max. 20 IBU. Nach dem Hopfenkochen heiß in ein sauberes KEG abfüllen, mit Zuckerkulör schön die Farbe einstellen, abkühlen lassen und zwangskarbonisieren: 1A Malztrunk.
VG, Markus