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Nachgärungstemperatur nach Diacetylrast

Verfasst: Freitag 7. Juni 2019, 15:04
von Tonkrug
Hallo ihr Brauroutiniers,ich hätte da mal ne Frage.
Ich habe zur Zeit ein Pils in der Hauptgärung (Saflager W34/70)
Gärtemperatur 11 Grad ,die Gärung ist nach 2,5 Wochen zu 90% abgeschlossen
ich würde jetzt eine Diacetylrast mit Erhöhung auf 16 grad für weitere 5 tage einlegen und gehe davon aus
das die Hauptgärung dann abgeschlossen ist-- nun meine frage:
Kühle ich zur Nachgärung wieder auf 11°c wie hauptgärung ab oder lass ich es bei16°c
wie berechne ich die zuckermenge für die Nachgärung auf basis11°c oder 16°c jungbiertemperatur und wie verhalte ich mich falls die hauptgärung doch noch nicht abgeschlossen ist?
Danke für euere mithilfe
Tonkrug

Re: Nachgärungstemperatur nach Diacetylrast

Verfasst: Freitag 7. Juni 2019, 16:48
von Boludo
Nicht wieder kalt machen und mit 16°C den Zucker berechnen. Wenn es noch nicht fertig war, einfach bei 16°fertig gären lassen. Gegen Ende ist das alles nicht so schlimm.

Stefan

Edit : Herzlich willkommen!

Re: Nachgärungstemperatur nach Diacetylrast

Verfasst: Freitag 7. Juni 2019, 19:22
von Alt-Phex
Lass es doch komplett ausgären, dann füllst du es ab und machst die Nachgärung bei 16-20°C. Da hast du deine Diacetylrast gleich mit drin. Falls überhaupt Diacetyl entstanden ist. Die gefürchteten Fehlaromen bilden sich zu Beginn der Gärung, nicht am Ende. Daher kann die Nachgärung auch warm verlaufen.

Re: Nachgärungstemperatur nach Diacetylrast

Verfasst: Freitag 7. Juni 2019, 19:40
von Snowman
Hallo "Tonkrug",

voll super, dass Du Dir Gedanken um die optimale Gärführung gemacht hast! Das ist schon mal die Grundvoraussetzung für ein optimales untergäriges Ergebnis.
Allerdings kann ich Dir aus persönlicher Erfahrung nur raten, keine Trocken-Saflager W34/70 mehr zu verwenden. Diese Trockenhefe ist leider nicht dasselbe wie sie von sehr vielen Brauereien verwendet wird. Bei mir kamen immer sehr blumige (Fehl-)Aromen heraus.
Bei der Hefebank in Weihenstephan kann man einen Reinzucht-Stamm in flüssiger Form bestellen. Allerdings müsstest du diese noch entsprechend hochpropagieren auf deine Ausschlagmenge, aber ich verspreche dir ein viel besseres Ergebnis!
Ich denke, Diacetyl wird nicht dein Problem werden...

LG Björn

Re: Nachgärungstemperatur nach Diacetylrast

Verfasst: Samstag 8. Juni 2019, 06:30
von Chrissi_Chris
Tonkrug hat geschrieben: Freitag 7. Juni 2019, 15:04 Hallo ihr Brauroutiniers,ich hätte da mal ne Frage.
Ich habe zur Zeit ein Pils in der Hauptgärung (Saflager W34/70)
Gärtemperatur 11 Grad ,die Gärung ist nach 2,5 Wochen zu 90% abgeschlossen
ich würde jetzt eine Diacetylrast mit Erhöhung auf 16 grad für weitere 5 tage einlegen und gehe davon aus
das die Hauptgärung dann abgeschlossen ist-- nun meine frage:
Kühle ich zur Nachgärung wieder auf 11°c wie hauptgärung ab oder lass ich es bei16°c
wie berechne ich die zuckermenge für die Nachgärung auf basis11°c oder 16°c jungbiertemperatur und wie verhalte ich mich falls die hauptgärung doch noch nicht abgeschlossen ist?
Danke für euere mithilfe
Tonkrug

Wenn du kalt vergoren hast, bildet sich nichtmal Diacetyl, das ist hier im Hobbyforum auch immer so ein Schrecken Gespenst mit dem Diacetyl,das jeder automatisch bei UG eine Diacetylrast machen muss.

LG Chris

Re: Nachgärungstemperatur nach Diacetylrast

Verfasst: Samstag 8. Juni 2019, 07:35
von Beerkenauer
Das Buch Yeast - Practical Guide to Beer Fermentationvon Christ White empfiehlt ("...may require a diacetyl rest." S.113) auch für manche Untergärigen Hefen eine Diacetyl Rast, da sich das Diacetyl bei niedrigen Temperaturen nur langsamer abbaut.

Gruss

Stefan

Re: Nachgärungstemperatur nach Diacetylrast

Verfasst: Samstag 8. Juni 2019, 08:28
von Boludo
Chrissi_Chris hat geschrieben: Samstag 8. Juni 2019, 06:30
Wenn du kalt vergoren hast, bildet sich nichtmal Diacetyl, das ist hier im Hobbyforum auch immer so ein Schrecken Gespenst mit dem Diacetyl,das jeder automatisch bei UG eine Diacetylrast machen muss.

LG Chris
Das stimmt so nicht, hast du schon mal ein Pilsner Urquell getrunken? Nur mal so als Beispiel.
Es entsteht vielleicht weniger, aber immer noch genügend um es zu schmecken. Kommt aber auch auf die Hefe drauf an, manche mehr, manche weniger.
Es entsteht zuerst einmal Acetolactat. So lange das Bier immer kalt bleibt, schmeckt man da auch nicht viel. Wird es wärmer, zerfällt das Acetolactat zu Diacetyl. Das kann dann von der Hefe reduziert werden und bildet das Diol, was man auch wieder nicht schmeckt.
Die Diacetylrast dient eigentlich dazu, daß das Diacetyl überhaupt erst entsteht und abgebaut werden kann, solange die Hefe noch aktiv ist. Ganz wichtig natürlich wenn filtriert wird.

Re: Nachgärungstemperatur nach Diacetylrast

Verfasst: Sonntag 9. Juni 2019, 13:29
von Tonkrug
Danke für euere schnelloen Nachrichten,Hat mir manchen "SCHRECKEN " genommen