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7-Korn-Landbier
Verfasst: Montag 23. Mai 2022, 10:44
von thopo68
Hallo zusammen,
ich hatte gestern unerwartet einen freien Tag und entschied mich daher spontan, mein nächstes Bier zu brauen.
Meine Wahl fiel dabei auf das Rezept
7-Korn Landbier von
Alt-Phex aus MMuM. Ich habe mich dabei ans Rezept gehalten. Daher verzichte ich hier auf die Auflistung. Einzige Ausnahme: Statt der OGA9 verwendete ich die US-05. Beim Brautag kamen erstmalig mein neuer Biggie und das Rührwerk zum Einsatz. Abgesehen davon, dass das Läutern ewig dauerte und ich meine geplante Ausstoßmenge um 2,5 Liter nach unten verfehlte, lief alles glatt. Doch ich lasse nun die Bilder sprechen...
Viele Grüße
Thomas

- Vor dem Frühstück noch schnell schroten

- erledigt. 5,25 kg. Musste allerdings zweimal den Akku des Schraubers wechseln.

- Jetzt wird aufgebaut

- Oben wird gemaischt, unten gekocht.

- Einmaischen. Rührwerk läuft

- 10 Minuten vor Ende der letzten Rast. Kann noch ein wenig

- Punktlandung 10 Minuten später.

- Nachgusswasser heizt während der Läuterruhe schon mal auf

- Trübwürze vorschießen lassen.

- Noch sehr trüb.

- Nach 5-6 Litern klar.

- Hier wird der Vorderwürzehopfen vorgelegt.

- Vorderwürze ist abgelaufen

- Nachgüsse sind aufgebracht und es läutert....und läutert.... und läutert....

- Während die Würze schon kocht, kommt immer noch Würze aus dem Hahn...

- Aber da sie immer noch 12°Brix hat, lasse ich sie weitertröpfeln.

- In den letzten 10 Minuten kommen die zweite Hopfengabe, Kühlspirale und Hopfensieb zum Desinfizieren rein

- Kühlen dauert ewig. Vielleicht hätte ich die Isolierung vorher entfernen sollen. Hinterher ist man immer schlauer...

- Umschlauchen in den Gäreimer mithilfe Schlauch und Hopfensieb.

- Angestellt.
Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Montag 23. Mai 2022, 11:19
von Basso
Beim 7 Korn Landbier kämpfe ich auch immer mit schlechter Ausbeute. Liegt vielleicht an der Kornmischung, weil hier unvermälzte Rohfrucht eingebracht wird, die wenig bis keine vergärbaren Zucker liefert. Auf MMum wird die Rohfrucht aber als Malz und somit teil der Ausbeute gerechnet. Vielleicht daher die schlechte Ausbeute, bei allen andere bisher gebrauten Rezepten bin ich immer dahin gekommen wo ich wollte. Bei mittlerweile 3 Suden Landbbier haben mir auch immer um die 2 Liter gefehlt.
Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Montag 23. Mai 2022, 11:52
von thopo68
Hallo Basso,
ich hatte mir so was fast schon gedacht und bin einigermaßen beruhigt... Kann mein Läuterproblem auch damit zusammenhängen? Oder liegt das eher an eventuell zu feiner Schrotung? Ich taste mich momentan noch an das ideale Spaltmaß heran, also will ich auch das nicht ausschließen. Da fällt mir ein, ich hatte während des Läuterns am Rand des Biggie auf der Maische liegend so einen grauen "Schleim", kann das von der Rohfrucht stammen?
Viele Grüße
Thomas
Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Montag 23. Mai 2022, 12:07
von BummlerD
In der 6-Korn-Mischung ist Roggen sowie Hafer enthalten. Beide Getreidearten enthalten relativ viele Pentosane. Diese Pentosane werden bei Wasserbindung zu diesem "Schleim" den du beschreibst.
Weizen besitzt auch Pentosane und da dieser dem Dinkel entstammt wird es hier nicht anders sein.
Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Montag 23. Mai 2022, 12:18
von thopo68
Das erklärt es dann. Danke für den Hinweis!
Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Montag 23. Mai 2022, 13:39
von renzbräu
BummlerD hat geschrieben: Montag 23. Mai 2022, 12:07
Weizen besitzt auch Pentosane und da dieser dem Dinkel entstammt wird es hier nicht anders sein.
Bei Weizen sind Pentosane weniger problematisch, da Weizen weniger enthält und zudem beim Maischen weniger freisetzt.
wikipedia hat geschrieben:Pentosane sind in vielen pflanzlichen Produkten zu finden. Roggen enthält etwa 6–8 % Pentosane (über das ganze Korn verteilt), Weizen etwa 2–3 %, die sich aber in den Randschichten des Korns konzentrieren.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Pentosane#Vorkommen
Weizen hat keine Spelzen und ist daher schwierigerbeim Läutern.
Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Dienstag 24. Mai 2022, 05:58
von Adrian S
Nette Doku! Darf ich fragen was für ein Induktionsfeld du verwendest?
Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Dienstag 24. Mai 2022, 09:39
von thopo68
Adrian S hat geschrieben: Dienstag 24. Mai 2022, 05:58
Nette Doku! Darf ich fragen was für ein Induktionsfeld du verwendest?
Klar. Das ist die Induktionskochplatte Sunmaki, 2000W, vom großen Fluss. Schafft 18L rollend zu kochen. Der Topf steht etwas über, klappt aber.
Viele Grüße Thomas
Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Dienstag 24. Mai 2022, 22:02
von Kobi
Basso hat geschrieben: Montag 23. Mai 2022, 11:19
Liegt vielleicht an der Kornmischung, weil hier unvermälzte Rohfrucht eingebracht wird, die wenig bis keine vergärbaren Zucker liefert. Auf MMum wird die Rohfrucht aber als Malz und somit teil der Ausbeute gerechnet.
Moin,
die Aussage ist m.E. so nicht ganz richtig. Rohfrucht hat eigentlich nicht weniger vergärbaren Extrakt als Malz, nur eben noch keine nennenswerten Enzyme, um die Stärke in vergärbare Zucker zu überführen. Daher braucht man für Rohfrucht immer auch Malz (oder zugesetzte Enzyme). Ein Anteil von rund 20 % ist eigentlich völlig problemlos beim Maischen und wird von den Malzenzymen gut verzuckert - vorausgesetzt natürlich, dass eine gute Verkleisterung des Getreides stattgefunden hat.
Bei unserem Wit verwenden wir regelmäßig Rohfruchtanteile (Weizen und Hafer) von rund 50 %, ohne dass die Ausbeute nennenswert zu wünschen übrig lässt und auch ohne eine Cereal Mash, wie sie oft dafür empfohlen wird. Daher ist es auch völlig richtig, die Rohfrucht wie Malz zu berücksichtigen.
Ich schätze, Du machst eine Kombirast bei ca. 67°?!? Dann sollte auch die Verkleisterung nicht das Problem sein. Falls Du eine Maltoserast bei unter 64° machst, hingegen schon, denn die Verkleisterungstemperatur hat sich in den letzten Jahren nach oben verschoben, was sich bei der Ausbeute bemerkbar machen kann.
Viele Grüße
Andreas
Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Dienstag 24. Mai 2022, 23:25
von Alt-Phex
Freut mich, dass du dich für mein Rezept entschieden hast.
Ich hab das natürlich auch schon ein paar mal gebraut - oder recht ähnliche Sachen. Eine schlechtere Ausbeute konnte ich dabei nie feststellen. Egal ob es mit den klassischen Rasten oder in fauler Kombirast bei 67°C gemaischt wurde.
So wie ich das sehe, sind dafür vorrangig zwei Dinge in deinem Prozess verantwortlich:
1) Du läuterst mit einem Schlauch direkt am Hahn. Das kann dir den Treber zuziehen, deshalb dauert das so ewig und du verschenkst ganz viel Extrakt im Treber.
2) Wenn ich das richtige verstehe, lässt du den Treber trocken laufen und gibst dann erst den Nachguß drauf. Das wiederrum verstärkt den Effekt mit dem Schlauch.
Die Rohfruchtmischung mit ihren wenigen Spelzen und ihren Pentosanen spielt da natürlich rein und verkleistert dir den Treber zusätzlich. Sie ist aber nicht der alleinige Auslöser. Ohne die beiden genannten Punkte, wäre das überhaupt kein Problem geworden.
Im Braumagazin wird das sehr gut "erläutert":
https://braumagazin.de/article/laeutertechnik/
Kurzform: Den Schlauch machst du an einen Trichter und den Trichter hängst du unter den Hahn. Den Treber möglichst nie leerlaufen lassen und kontinuierlich anschwänzen. Oder du läuterst die Vorderwürze komplett ab, so wie du es jetzt machst. Dann gibst du den Nachguß aber komplett, rührst alles nochmal durch und hälst erneut eine Läuterruhe.
Du wirst sehen, dass das auch bei anderen Rezepten deutlich besser funktionieren wird.
Berichte mal, wie das Bier geworden ist.

Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Mittwoch 25. Mai 2022, 08:47
von thopo68
Hallo zusammen,
danke für Eure Tipps und Hinweise.
@Kobi: Ich habe mich bzgl. der Rasten an Alt-Phex' Rezept gehalten:
10 Minuten Rast bei 57°C
40 Minuten Rast bei 64°C
20 Minuten Rast bei 72°C
@Alt-Phex: Jetzt, wo Du es erwähnst: Ich habe sonst auch immer mit Schlauch und Trichter geläutert. Habe ich irgendwie diesmal vergessen
Ich vermute, da liegt der Fehler.
Natürlich werde ich berichten, wie es geworden ist. Im Moment blubbert es im Keller bei 17°C ordentlich vor ich hin.
Viele Grüße
Thomas
Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Donnerstag 2. Juni 2022, 14:27
von thopo68
Hallo zusammen,
die Hauptgärung ist nach 11 Tagen bei ca. 15-16°C fast durch (Stand: 02.06.). RE liegt bei 6,2°B und ist jetzt den zweiten Tag gleich geblieben.
Ich konnte mich nicht beherrschen

, habe mal einen 1/2 Liter aus dem Gäreimer gezwickelt und mit dem Sodastream vorsichtigst(!) aufkarbonisiert.

- 7-Korn-Landbier gezwickelt
Schmeckt schon ganz ordentlich, wenn auch noch etwas unrund. Aber ist ja in dem Stadium klar. Leider komme ich dieses Wochenende nicht dazu, abzufüllen. Muss dann eben noch bis nach Pfingsten warten. Insgesamt wären das dann 15 Tage im Gäreimer. Sollte doch kein Problem sein...
Viele Grüße
Thomas
Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Samstag 4. Juni 2022, 18:50
von Alt-Phex
thopo68 hat geschrieben: Donnerstag 2. Juni 2022, 14:27
Muss dann eben noch bis nach Pfingsten warten. Insgesamt wären das dann 15 Tage im Gäreimer. Sollte doch kein Problem sein...
Nein, das ist kein Problem. Solange du da nicht ständig dran fummelst, passiert auch nichts.
Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Donnerstag 23. Juni 2022, 11:43
von thopo68
Hallo zusammen,
nach abgeschlossener Flaschengärung und ca. 7 Tagen Flaschenreifung habe ich gestern Abend die erste "offizielle" (also mit Etikett

) Flasche geöffnet. Und ich kann nur sagen: Vielen Dank, lieber
Alt-Phex für dieses superleckere Rezept! Sehr süffig, malzig, mit einer leichteren Bittere im Abgang. Klasse!
Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Donnerstag 23. Juni 2022, 13:56
von Alt-Phex
thopo68 hat geschrieben: Donnerstag 23. Juni 2022, 11:43
Vielen Dank, lieber Alt-Phex für dieses superleckere Rezept! Sehr süffig, malzig, mit einer leichteren Bittere im Abgang. Klasse!
Freut mich, dass es dir schmeckt.

Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Donnerstag 23. Juni 2022, 14:12
von InFlames77
Hallo zusammen,
jetzt habt ihr mich angefixt.

Ich werd es auch demnächst brauen.
Frage: Wenn ich den CaraHell Anteil durch CaraMünch II ersetze, um es einen Ticken dunkler zu bekommen, sollte das geschmacklich ähnlich/gleich sein oder?
Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Freitag 24. Juni 2022, 00:45
von Alt-Phex
InFlames77 hat geschrieben: Donnerstag 23. Juni 2022, 14:12
Frage: Wenn ich den CaraHell Anteil durch CaraMünch II ersetze, um es einen Ticken dunkler zu bekommen, sollte das geschmacklich ähnlich/gleich sein oder?
Caramünch II bringt deutlich mastigere Noten ins Bier. Die können dir dann schnell die getreidigen Noten aus der 6-Korn Mischung überlagern. Würde ich nicht empfehlen. Wenn es dir um die Farbe geht, dann schmeiss halt noch 1-2% Carafa Spezial kurz vor Ende der letzen Rast mit rein.
Ich persönlich bevorzuge ja das Original, ohne große Änderungen.

Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Freitag 24. Juni 2022, 07:40
von InFlames77
Alt-Phex hat geschrieben: Freitag 24. Juni 2022, 00:45
Caramünch II bringt deutlich mastigere Noten ins Bier. Die können dir dann schnell die getreidigen Noten aus der 6-Korn Mischung überlagern. Würde ich nicht empfehlen. Wenn es dir um die Farbe geht, dann schmeiss halt noch 1-2% Carafa Spezial kurz vor Ende der letzen Rast mit rein.
Ich persönlich bevorzuge ja das Original, ohne große Änderungen.
Alles klar. Danke dir Alt-Phex für den Hinweis mit der Mastigkeit.
Die hatte ich so nicht auf dem Schirm. Ich denke ich werde es beim original belassen.

Re: 7-Korn-Landbier
Verfasst: Donnerstag 30. Juni 2022, 11:15
von thopo68
Hallo Gemeinde,
gestern haben wir drei Varianten des 7-Kornbiers bei mir zu Hause verkostet.

- Vergoren mit der BE134. Hopfen und Schüttung habe ich jetzt leider nicht (mehr) parat. War aber recht herb, vermutlich aufgrund eines Fehlers bei der Berechnung der Hopfengabe. Dem "Erschaffer" gefiel ist nicht so. Ich fand es durchaus trinkbar.

- Und hier die Version des Forumskollegen Shoegazer, vergoren mit der OGA-9. Auch schmackhaft!

- Meine Variante, vergoren mit der US-05. Schüttung und Hopfen stehen auf dem Etikett. War etwas kerniger als die beiden anderen. Schmeckte allen gut.
Einen eindeutigen "Gewinner" konnten wir aber nicht küren. War aber auch nicht das Ziel.
Es war ein sehr schöner Abend!