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Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Sonntag 28. Dezember 2025, 19:16
von HankSchrader
Hi,
da ich trotz ewigen Einstellens der PID Werte immer arge Probleme mit dem Halten der Temperatur habe, überlege ich, ein Rührwerk für den Brewzilla 65L Gen 4 zu installieren. Momentan rühre ich alle 10-15 Minuten per Hand. Ins Auge gefasst hatte ich das Rührwerk 15 Gallonen von Brauhardware, welches passen müsste.
https://www.brauhardware.de/de/Ruehrwerk10Gal-68.html
Spricht da etwas dagegen, sowas auf einem Malzrohrsystem zu installieren?
Hat jemand eventuell Erfahrungen?
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass dann das Wasser zu schnell durchlaufen soll, was man ja aber mit der Pumpe gut regulieren könnte.
Bin für jeden Input dankbar!
LG Alf
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Montag 29. Dezember 2025, 14:11
von IronHosch
Hallo Alf,
ein zusätzliches Rührwerk bei einem Malzrohrsystem halte ich nicht für sinnvoll. Ich kenn jetzt den Brewzilla nicht genau aber wenn der Würze Durchfluss durch das Malzrohr halbwegs passt, sollte das Halten der Temperatur kein großes Problem darstellen.
Evtl. passt die Schrotung nicht ganz (zu fein)?
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Montag 29. Dezember 2025, 14:34
von Shortbreaker
Denke auch, dass das Rührwerk evtl. ein Overkill wäre, sehe jedoch schon eine Berechtigung im Rühren in diesen Systemen an sich.
Ich würde in erster Linie beim Aufheizen gut rühren um sicher zu stellen, dass die Temperatur im gesamten Malzkorb der gewünschten Temp. entspricht. Mittlerweile maische ich eigentlich auch fast immer so ein, dass ich direkt die Maltoserast treffe, da das Hochheizen bei vollem Korb sonst recht unübersichtlich werden kann. Der Sensor des Gerätes zeigt z.B. schon 66°C an, aber oben sind noch nicht einmal 60°C erreicht. Ich messe daher auch immer mit einem Bratenthermometer oben ein paar cm tief in der Würze. Es ist schon richtig, dass man keine Probleme hat, so lange das Malz nicht zu fein ist, aber manchmal passt dort trotzdem was nicht und dann ist es halt schwierig noch dagegen zu arbeiten. Daher mein Einmaischen auf die Maltoserasttemperatur. Mit den niedrigeren Temperaturen hatte ich zudem auch nie sichtbare Vorteile (außer vielleicht bei Weizenbieren…).
Wenn dann die Temperatur überall in etwa gleich ist, kann man auch aufhören zu rühren (= rasten).
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Montag 29. Dezember 2025, 15:12
von HankSchrader
Shortbreaker hat geschrieben: Montag 29. Dezember 2025, 14:34
Denke auch, dass das Rührwerk evtl. ein Overkill wäre, sehe jedoch schon eine Berechtigung im Rühren in diesen Systemen an sich.
Ich würde in erster Linie beim Aufheizen gut rühren um sicher zu stellen, dass die Temperatur im gesamten Malzkorb der gewünschten Temp. entspricht. Mittlerweile maische ich eigentlich auch fast immer so ein, dass ich direkt die Maltoserast treffe, da das Hochheizen bei vollem Korb sonst recht unübersichtlich werden kann. Der Sensor des Gerätes zeigt z.B. schon 66°C an, aber oben sind noch nicht einmal 60°C erreicht. Ich messe daher auch immer mit einem Bratenthermometer oben ein paar cm tief in der Würze. Es ist schon richtig, dass man keine Probleme hat, so lange das Malz nicht zu fein ist, aber manchmal passt dort trotzdem was nicht und dann ist es halt schwierig noch dagegen zu arbeiten. Daher mein Einmaischen auf die Maltoserasttemperatur. Mit den niedrigeren Temperaturen hatte ich zudem auch nie sichtbare Vorteile (außer vielleicht bei Weizenbieren…).
Wenn dann die Temperatur überall in etwa gleich ist, kann man auch aufhören zu rühren (= rasten).
Meine Schrotung ist bei 1,14 mm und ich habe eine Ausbeute von gut 80%, komme damit also gut zurecht. Ich benutze auch immer 5% Reisspelzen und alles andere passt ganz gut.
Ich habe zusätzlich zu dem am Boden angebrachten Temperatursensor ein Rapt Bluetooth Thermometer, welches den Brewzilla steuert und zum prüfen ein anderes Laborthermometer. Ich fahre, außer bei Weizenbier, grundsätzlich nur noch Kombirast bei 65 bis 67°C und Maische dann bei 76-78°C ab. Deshalb maische auch ich gleich bei ca. 70°C ein und habe dann die richtige Temperatur am Anfang. Aber ab da wird es schwierig. Die Thermometer stimmen haargenau, aber die Temperaturdifferenz zwischen dem Rapt, welches mittig in der Maische ist, und dem Bodensensor kann schon mal leicht über 10 Grad sein. Auch der Unterschied zwischen Mitte der Maische und Rand ist immer gravierend. Die Pumpe läuft auf 100%, ist aber nur viertel geöffnet. Die Heizleistung habe ich variiert zwischen 29 und 40% während des Maischens. Trotzdem schwingt die Temperatur immer extrem über. Auch verschiedene, von Kegland und David Heath empfohlene PID- Einstellungen habe ich versucht. Ich steuere nur noch von Hand und maische ohne Deckel mit dem Schlauch an den Rand geklemmt. Ich kann nur durch rühren per Hand alle 10 Minuten eine halbwegs gleichmäßige Temperaturverteilung erreichen. Nach dem Rühren stimmt sie 2 Minuten und wird dann da heißer, wo die Würze aus dem Schlauch in den Kessel gepumpt wird, was zwar auch logisch ist, aber das kann ja im Grunde nicht im Sinne des Erfinders sein. Also dachte ich mir, ich setze einfach ein Rührwerk auf, in welches ich ein zusätzliches Loch in den Deckel für den Schlauch mache und lasse das ganz langsam laufen. So verteilt sich die rücklaufende Würze im Kessel und die Temperatur sollte konstant bleiben. Die Frage ist, ob dann die Würze zu schnell nach unten durch laufen wird.

Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Montag 29. Dezember 2025, 15:39
von Shortbreaker
Wie lange brauchst du zum Läutern und mit welcher Sud- bzw. Schüttungsmenge?
Was du schreibst hört sich erst einmal sehr nach zu feinem Schrot an. Natürlich ist die Ausbeute mit feinerem Schrot höher, aber wenn es zu fein wird, kann es halt die anderen Probleme mit sich führen. Welche Mühle nutzt du?
Wenn du mit 100% offener Pumpe fährst, läuft dit dann nicht alles wieder durch den Überlauf?
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Montag 29. Dezember 2025, 16:39
von HankSchrader
Shortbreaker hat geschrieben: Montag 29. Dezember 2025, 15:39
Wie lange brauchst du zum Läutern und mit welcher Sud- bzw. Schüttungsmenge?
Was du schreibst hört sich erst einmal sehr nach zu feinem Schrot an. Natürlich ist die Ausbeute mit feinerem Schrot höher, aber wenn es zu fein wird, kann es halt die anderen Probleme mit sich führen. Welche Mühle nutzt du?
Wenn du mit 100% offener Pumpe fährst, läuft dit dann nicht alles wieder durch den Überlauf?
Läutern geht relaviv schnell. Sudgröße 40L bei 10-11 kg Schüttung. 39L Hauptguss und 16L Nachguss. Mühle ist die Grain Gorilla. Das Malz ist definitiv nicht zu fein, ich habe kaum Mehlanteil dabei, die Spelzen sind gut intakt. Das ist nicht das Problem, glaube ich. Aber ich kann ja testweise mal noch gröber schroten.
Ich fahre ja nicht mit 100% offener Pumpe, die läuft zwar 100% der Zeit durch, ist aber nur zu nem viertel aufgedreht. Das heiß der Durchfluss ist nicht soooo groß. Einen Überlauf gibt da nicht.
Mal eine Verständnissfrage: Warum haben diese Malzrohrsysteme überhaupt diese Rezirkulationspumpe? Warum wird eigentlich die Würze, die unten durchläuft, oben wieder drauf gepumpt? Wenn ich die Pumpe schließe, habe ich doch praktisch einen ganz normalen Braukessel wie z.B. einen Einkocher oder ähnlich. Da wird ja auch nichts wieder drauf gepumpt, sondern nur geheizt und gerührt. Man hat hier zwar einen Totraum unter dem Malzrohr von vielleicht 3-4 Litern, aber das wäre dann auch schon der einzige Unterschied. Wenn man die Pumpe aber laufen läßt und die pumpt die unten aufgeheizte Würze oben drauf, ist es natürlich dort wo sie auftrifft am heißesten. Seitlich davon und am unteren Ende natürlich viel kälter, weil sich die nach unten durchlaufende Würze natürlich abkühlt. Es wird ja nichts gerührt normalerweise. Außer man öffnet die Pumpe sehr weit, sodass die Würze richtig weit über das Maischbett steigt, dann ist oben eine Schicht drauf, die gleichmäßig heißt und nach unten gleichmäßig durch läuft. Problem ist dann aber, es wird unten irgendwann leer laufen. Deshalb dachte ich, langsam drauf laufen lassen, langsam konstant rühren und das Ergebnis wäre gleichmäßige Temperaturverteilung.
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Montag 29. Dezember 2025, 18:14
von Shortbreaker
Die Pumpe ist dafür da, das man eben nicht rühren muß. In der Theorie solltest du deine Rasten einprogrammieren können, einmaischen und dann erst zum Abläutern wieder nach der „Braumaschine“ schauen müssen. Wie gesagt, das ist die Theorie, aber schon alleine wegen dem justieren der Pumpe würde ich das nicht empfehlen. Aber so alle 10min mal schauen und sonst nichts tun, funktioniert schon.
Ich kenn den Brewzilla nicht, hatte aber ein Video gesehen, wo die Stange im Malzrohr hohl ausgeführt war und somit den Überlauf gebildet hat (analog zum Mundschenk). Dein Hauptguß scheint ebenfalls groß genug zu sein, was ansonstenebenfalls zu Problemen führen könnte. Als Faustformel empfehle ich ebenfalls die 2,5fache Schüttung plus dem Volumen unter dem Siebkorb.
Die Pumpe stelle ich so ein, dass die Würze bis knapp unter dem Überlauf steht. Bei (zu) kleinen Schüttungen evtl. weniger, damit der Raum unter dem Malzkorb nicht leer läuft (plätschert dann).
Bei der von dir genannten Schüttung und Haupt- und Nachgußgröße würde ich sagen, dass das Läutern bei 78°C in unter einer Stunde zu machen sein sollte. Dauert es deutlich länger oder muss der Treber sogar aufgehackt werden, war das Schrott zu fein oder es waren hohe Schüttungsanteile ohne Spelzen (z.B. Weizen) im Spiel. Reisspelzen sind meines Erachtens bei Gerstenmalzen nicht nötig.
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Montag 29. Dezember 2025, 18:27
von peter_braut
Aloha!
Ich hab den Brewzilla 65l Gen3 und kann die geschilderten Erlebnisse nachvollziehen.
Gerne rühre ich mit Akkuschrauber und dem Würzebelüftungspaddel, aber das grundsätzliche Drama ist halt, dass die Pumpe mehr pumpen kann, als durchsickert…
Läutern war (außer einmal mit viel Weizen und ohne Reisschalen) eigentlich in gut 50 Suden nie ein Drama…
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Montag 29. Dezember 2025, 18:49
von HankSchrader
Shortbreaker hat geschrieben: Montag 29. Dezember 2025, 18:14
Die Pumpe ist dafür da, das man eben nicht rühren muß. In der Theorie solltest du deine Rasten einprogrammieren können, einmaischen und dann erst zum Abläutern wieder nach der „Braumaschine“ schauen müssen. Wie gesagt, das ist die Theorie, aber schon alleine wegen dem justieren der Pumpe würde ich das nicht empfehlen. Aber so alle 10min mal schauen und sonst nichts tun, funktioniert schon.
Ich kenn den Brewzilla nicht, hatte aber ein Video gesehen, wo die Stange im Malzrohr hohl ausgeführt war und somit den Überlauf gebildet hat (analog zum Mundschenk). Dein Hauptguß scheint ebenfalls groß genug zu sein, was ansonstenebenfalls zu Problemen führen könnte. Als Faustformel empfehle ich ebenfalls die 2,5fache Schüttung plus dem Volumen unter dem Siebkorb.
Die Pumpe stelle ich so ein, dass die Würze bis knapp unter dem Überlauf steht. Bei (zu) kleinen Schüttungen evtl. weniger, damit der Raum unter dem Malzkorb nicht leer läuft (plätschert dann).
Bei der von dir genannten Schüttung und Haupt- und Nachgußgröße würde ich sagen, dass das Läutern bei 78°C in unter einer Stunde zu machen sein sollte. Dauert es deutlich länger oder muss der Treber sogar aufgehackt werden, war das Schrott zu fein oder es waren hohe Schüttungsanteile ohne Spelzen (z.B. Weizen) im Spiel. Reisspelzen sind meines Erachtens bei Gerstenmalzen nicht nötig.
Der Brewzilla Gen 4 hat KEINEN Überlauf im Malzkorb. Deshalb wäre ja auch ein Rührwerk so verlockend. Läutern geht in einer halben Stunde ohne Probleme. Reisspelzen nehme ich Grundsäzlich, da ich oft Rohfrucht, wie Hafer,- und Weizenflocken verwende. Das schadet jedenfalls nicht. Es geht halt nur um die Temperaturen und deren Verteilung im Malzkorb. Da sind oben, unten, am Rand, in der Mitte der Maische, sowie das was aus der Rezirkulation kommt, alles unterschiedliche Temperaturen. Alle 10 min schauen funktioniert. Klar, aber miss mal an all diesen Stellen beim nächsten Sud in der Maische kontinuierlich nach, du wirst es auch sehen. Mein Vorredner hat ja, wie zig andere Leute in Facebookgruppen usw. auch, die selben Probleme. Ich bin drauf und dran, dieses Rührwerk zu bestellen und es auszutesten. Allerdings 200€.....
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Montag 29. Dezember 2025, 18:51
von HankSchrader
peter_braut hat geschrieben: Montag 29. Dezember 2025, 18:27
Aloha!
Ich hab den Brewzilla 65l Gen3 und kann die geschilderten Erlebnisse nachvollziehen.
Gerne rühre ich mit Akkuschrauber und dem Würzebelüftungspaddel, aber das grundsätzliche Drama ist halt, dass die Pumpe mehr pumpen kann, als durchsickert…
Läutern war (außer einmal mit viel Weizen und ohne Reisschalen) eigentlich in gut 50 Suden nie ein Drama…
Genau meine Erfahrungen. Ich rühre ebenfalls mit dem Paddel. Das bringt was, aber die Temperaturen stimmen, wie gesagt nirgends in der Maische.
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Montag 29. Dezember 2025, 19:31
von Shortbreaker
Aber wenn du eh „nur“ die Kombirast fährst, woher kommt dann der große Temperaturunterschied wenn du z.B. bei 71°C einmaischt um 67°C zu erreichen, dann sollte das Heizelement doch nur den Wärmeverlust der Pfanne ausgleichen. Das sollte es doch einigermassen konstant hinbekommen, oder? Beim Mundschenk kann man die Leistung des Heizelements vorgeben, dass funktioniert soweit ganz gut so lange der Treber zügig durchströmt werden kann und man nur so ca. 2000 Watt während der Rasten fährt. Zudem habe ich natürlich den Kessel mittels Isomatte isoliert.
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Montag 29. Dezember 2025, 20:55
von HankSchrader
Shortbreaker hat geschrieben: Montag 29. Dezember 2025, 19:31
Aber wenn du eh „nur“ die Kombirast fährst, woher kommt dann der große Temperaturunterschied wenn du z.B. bei 71°C einmaischt um 67°C zu erreichen, dann sollte das Heizelement doch nur den Wärmeverlust der Pfanne ausgleichen. Das sollte es doch einigermassen konstant hinbekommen, oder? Beim Mundschenk kann man die Leistung des Heizelements vorgeben, dass funktioniert soweit ganz gut so lange der Treber zügig durchströmt werden kann und man nur so ca. 2000 Watt während der Rasten fährt. Zudem habe ich natürlich den Kessel mittels Isomatte isoliert.
Isoliermantel ist drum. Heizleistung habe ich lange rum probiert, bin auch auf ziemlich geringer Leistung gelandet.
Vielleicht nochmal zum Problem:
Ich stelle zb. 67°C für die Kombirast ein. Nun habe ich zwei Sensoren, die den Brewzilla steuern. Am Boden wird geheizt, da sind 70°C. Oben das Maischethermometer zeigt vielleicht nur 64. Nun fängt er an zu heizen, um in der Maische die Zieltemperatur zu erreichen. Es wird unten immer heißer und diese heiße Würze kommt ja auch aus dem Schlauch. Dummerweise dauert es aber ewig, bis sich diese Temperatur im gesamten Kessel verteilt hat und so kommt es zu einer riesen Differenz, die ein Problem darstellt. Zusätzlich ist es so, dass überall in der Maische andere Temperaturen herrschen.
Dieses ganze Szenario ist mit einem Mundschenk usw. vielleicht nicht so offensichtlich, weil es dort nur einen Messsensor, nämlich am Boden gibt, nach welchem das ganze System sich richtet. Und wenn man nicht selbst in der Maische an verschiedenen Stellen kontinuierlich nachmisst, merkt man es gar nicht. Außer am EVG. Versuch es selbst. In der Maische bilden sich Schichten, da ist niemals eine einheitliche Temperatur. Der Treber wird nämlich nicht so zügig oder einheitlich durchströmt wie sein müsste, das kann man klar nachmessen. Fährt man mehrere Rasten, wird es ganz kompliziert, dann dauert es ewig bis die Maische durch geheizt ist. Das Gerät gibt zwar die Zieltemperatur an und stoppt dann das Heizen, aber die Maische ist eben nicht komplett auf dieser Temperatur. Nach kurzem Rühren sieht es anders aus. Aber halt nur kurz.
Du kannst ja mal in das Video in meiner Signatur schauen, da sieht man den Brewzilla mal in Aktion.
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Montag 29. Dezember 2025, 21:56
von Shortbreaker
Doch, das die Temperaturen innerhalb der Maische schwanken kenne ich auch. Das kenne ich sogar von einem normalen Topf in dem ich gelegentlich Teilmaischen, die ich dann später hinzu brühe, rasten lasse. Es ist nur nicht so extrem, da ich eben auch rühre. Ist aber eine Rasttemperatur erreicht, dann höre ich auf zu rühren und der Mundschenk hält dann die Temperatur eigentlich recht gut aufrecht erhält. Ich messe oben separat über ein Bratenthermometer und dabei auch an verschiedenen Stellen bzw. in verschiedenen Tiefen. Trotzdem rühre ich auch während der Rasten ab und an auf, aber halt nur so alle 10-20min und beim Aufheizen zur nächsten Rast.
Wenn der Mundschenk die Temperatur erreicht hat schaltet er ja ohnehin die Heizung irgendwann ab. Nur wenn das Malz zu fein ist, kenne ich es, dass die Temperatur unten zu stark überschwingt.
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Dienstag 30. Dezember 2025, 11:47
von Shortbreaker
Hallo Crazyalf,
nicht dass das jetzt falsch rüberkam, ich wollte die Diskussion über das Rührwerk nicht abwürgen und ich habe ehrlicherweise sogar selbst vor ca. einem Jahr darüber nachgedacht. Aus den genannten Gründen habe ich dann aber für mich entschieden, dass sich die Investition nicht lohnt.
Was ich stattdessen immer mal wieder überlege, ist die Erweiterung meiner Braukapazität bzw. die Veränderung des Brauvorgangs durch Umbau des Malzrohrsystems in ein RIMS System. Wenn ich einen zweiten Bottich hätte (in meiner Vorstellung aus Eichenholz, da vorhanden und das dem ganzen einen gewissen Touch gäbe) in dem ich kontinuierlich Würze abziehe (über Bodenblech oder Läuterhexe), diese dem Mundschenk zum erhitzen zuführe. Von dort würde diese Würze dann wieder in den Maischebottich gepumpt. In diesem Szenario würde ich dann ein Rührwerk auf den Holzbottich setzten und diesen so Dimensionieren, dass ich ein fertiges, günstigeres Rührwerk draufsetzen könnte.
Natürlich wäre dir Braukapazität dadurch erst einmal nicht wirklich größer, da die Sudpfanne noch die gleiche wäre. Hier spielt dann die Idee eines Holzbefeuerten Wurstkessels mit rein. Aber ich kann eh nur 55l vergären und die brauche ich eigentlich schon nicht jedesmal. Aber die Idee gefällt mir trotzdem irgendwie…
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Dienstag 30. Dezember 2025, 11:57
von PabloNop
HankSchrader hat geschrieben: Montag 29. Dezember 2025, 20:55
Ich stelle zb. 67°C für die Kombirast ein. Nun habe ich zwei Sensoren, die den Brewzilla steuern. Am Boden wird geheizt, da sind 70°C. Oben das Maischethermometer zeigt vielleicht nur 64. Nun fängt er an zu heizen, um in der Maische die Zieltemperatur zu erreichen. Es wird unten immer heißer und diese heiße Würze kommt ja auch aus dem Schlauch.
Welcher der beiden Temperatur-Sensoren ist für die PID-Regelung die relevante? Wenn es der in der Maische ist, ist verständlich, dass er sehr viel heizt und bei schlechtem Durchsatz ist dann unten am Boden schnell eine zu hohe Temperatur.
Bei den Brewtools-Geräten kann man die Zirkulation so steuern, dass ein Teil der Würze in den Malzkorb geht und der andere Teil die Würze im Behälter in Bewegung hält. Es geht also gleichmäßige Hitze von außen in den Korb und von oben durch die Zirkulation - trotzdem dauert es auch hier manchmal 5-7 Minuten, bis die Maische die richtige Temperatur hat.
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Dienstag 30. Dezember 2025, 15:11
von dierabenfliegen
Ich habe auch einen Brewzilla 65 Gen 4. Neben den beiden Thermometern (Boden und Rapt BT) habe ich noch ein zusätzliches am CamLock Anschluss des Würzeverteilerarms. Ich nutze idR nur das halbe Volumen des Brewzillas.
PID habe ich noch nicht probiert, steuere manuell. Deine "Probleme" beobachte ich auch. Hast du unten die Heat Exchanger disc, also das kleine Edelstahlblech unterhalb des False Bottom? Und ab wann beginnt bei dir der Temp. Override? Ich stelle den Wert nicht zu hoch ein (max. 5 Grad, eher Richtung 4 Grad). Je höher die Rasttemp. desto kleiner der Wert. Zudem habe ich noch diesen Sparge Verteiler von Kegland (so ein Plastikteil) um die Würze ein wenig zu verteilen. Bringt aber nur etwas, wenn der Durchfluss nicht ganz gering ist.
Bei viel Weizen tue ich mich auch schwer, die Temperatur der Maische zu erreichen. Bei Schüttungen ohne Weizen ist das eigentlich kein Problem, aber auch das dauert und ab und an schwingt das auch mal über. Ich setze den Hauptguss immer ein wenig höher an, so 1:4 bis 1:5.
Ich denke, die Temperatur ist ja immer eine Punktmessung, Wahrscheinlich haben auch andere Systeme diese "Probleme", nur misst kaum einer an verschiedenen Stellen. Ich habe vorher mit BIAB gebraut und eine Temperaturhülse am Deckel in die Mitte der Maische gehabt. Wie die Temperatur da am Rand war, wusste ich auch nie.
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Dienstag 30. Dezember 2025, 18:40
von HankSchrader
PabloNop hat geschrieben: Dienstag 30. Dezember 2025, 11:57
HankSchrader hat geschrieben: Montag 29. Dezember 2025, 20:55
Ich stelle zb. 67°C für die Kombirast ein. Nun habe ich zwei Sensoren, die den Brewzilla steuern. Am Boden wird geheizt, da sind 70°C. Oben das Maischethermometer zeigt vielleicht nur 64. Nun fängt er an zu heizen, um in der Maische die Zieltemperatur zu erreichen. Es wird unten immer heißer und diese heiße Würze kommt ja auch aus dem Schlauch.
Welcher der beiden Temperatur-Sensoren ist für die PID-Regelung die relevante? Wenn es der in der Maische ist, ist verständlich, dass er sehr viel heizt und bei schlechtem Durchsatz ist dann unten am Boden schnell eine zu hohe Temperatur.
Bei den Brewtools-Geräten kann man die Zirkulation so steuern, dass ein Teil der Würze in den Malzkorb geht und der andere Teil die Würze im Behälter in Bewegung hält. Es geht also gleichmäßige Hitze von außen in den Korb und von oben durch die Zirkulation - trotzdem dauert es auch hier manchmal 5-7 Minuten, bis die Maische die richtige Temperatur hat.
Für die PID- Regelung ist das Bluetooth Thermometer in der Maische verantwortlich.
Das mit den Brewtools Greäten hört sich super an. So wäre es ja top! Welches Gerät ist denn das?
dierabenfliegen hat geschrieben: Dienstag 30. Dezember 2025, 15:11
Ich habe auch einen Brewzilla 65 Gen 4. Neben den beiden Thermometern (Boden und Rapt BT) habe ich noch ein zusätzliches am CamLock Anschluss des Würzeverteilerarms. Ich nutze idR nur das halbe Volumen des Brewzillas.
PID habe ich noch nicht probiert, steuere manuell. Deine "Probleme" beobachte ich auch. Hast du unten die Heat Exchanger disc, also das kleine Edelstahlblech unterhalb des False Bottom? Und ab wann beginnt bei dir der Temp. Override? Ich stelle den Wert nicht zu hoch ein (max. 5 Grad, eher Richtung 4 Grad). Je höher die Rasttemp. desto kleiner der Wert. Zudem habe ich noch diesen Sparge Verteiler von Kegland (so ein Plastikteil) um die Würze ein wenig zu verteilen. Bringt aber nur etwas, wenn der Durchfluss nicht ganz gering ist.
Bei viel Weizen tue ich mich auch schwer, die Temperatur der Maische zu erreichen. Bei Schüttungen ohne Weizen ist das eigentlich kein Problem, aber auch das dauert und ab und an schwingt das auch mal über. Ich setze den Hauptguss immer ein wenig höher an, so 1:4 bis 1:5.
Ich denke, die Temperatur ist ja immer eine Punktmessung, Wahrscheinlich haben auch andere Systeme diese "Probleme", nur misst kaum einer an verschiedenen Stellen. Ich habe vorher mit BIAB gebraut und eine Temperaturhülse am Deckel in die Mitte der Maische gehabt. Wie die Temperatur da am Rand war, wusste ich auch nie.
Moin, ja die Heat Exchanger Disc habe ich, frage mich aber manchmal ob die überhaupt sinnvoll ist. Hauptguss erhöhen und grober Schroten ist erstmal eine Option, die ich vielleicht versuchen sollte. Temperatur Override habe ich schon alles Mögliche versucht. Bei nur 5 Grad werde ich fast wahnsinnig, weil er dann fast gar nicht mehr hoch heizen kann. Das Thermometer in der Maische steuert ja und wenn unten geheizt wird und oben noch kühler ist, schaltet er ja bei Override trotzdem ab. Wenn ich bis 10 Grad hoch gehe, kommt jedoch oben viel zu heiße Würze an....
Shortbreaker hat geschrieben: Dienstag 30. Dezember 2025, 11:47
Hallo Crazyalf,
nicht dass das jetzt falsch rüberkam, ich wollte die Diskussion über das Rührwerk nicht abwürgen und ich habe ehrlicherweise sogar selbst vor ca. einem Jahr darüber nachgedacht. Aus den genannten Gründen habe ich dann aber für mich entschieden, dass sich die Investition nicht lohnt.
Was ich stattdessen immer mal wieder überlege, ist die Erweiterung meiner Braukapazität bzw. die Veränderung des Brauvorgangs durch Umbau des Malzrohrsystems in ein RIMS System. Wenn ich einen zweiten Bottich hätte (in meiner Vorstellung aus Eichenholz, da vorhanden und das dem ganzen einen gewissen Touch gäbe) in dem ich kontinuierlich Würze abziehe (über Bodenblech oder Läuterhexe), diese dem Mundschenk zum erhitzen zuführe. Von dort würde diese Würze dann wieder in den Maischebottich gepumpt. In diesem Szenario würde ich dann ein Rührwerk auf den Holzbottich setzten und diesen so Dimensionieren, dass ich ein fertiges, günstigeres Rührwerk draufsetzen könnte.
Natürlich wäre dir Braukapazität dadurch erst einmal nicht wirklich größer, da die Sudpfanne noch die gleiche wäre. Hier spielt dann die Idee eines Holzbefeuerten Wurstkessels mit rein. Aber ich kann eh nur 55l vergären und die brauche ich eigentlich schon nicht jedesmal. Aber die Idee gefällt mir trotzdem irgendwie…
Nein nein, kam nicht falsch rüber, alles ok. Das hört sich auch gut an, allerdings würde ich schon gern bei meinem Setup bleiben. Ich würde halt zu gerne wissen, ob das funktioniert mit dem Rührwerk. Das läßt mir keine Ruhe...

Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Dienstag 30. Dezember 2025, 18:49
von HankSchrader
dierabenfliegen hat geschrieben: Dienstag 30. Dezember 2025, 15:11
Ich habe auch einen Brewzilla 65 Gen 4. Neben den beiden Thermometern (Boden und Rapt BT) habe ich noch ein zusätzliches am CamLock Anschluss des Würzeverteilerarms. Ich nutze idR nur das halbe Volumen des Brewzillas.
PID habe ich noch nicht probiert, steuere manuell. Deine "Probleme" beobachte ich auch. Hast du unten die Heat Exchanger disc, also das kleine Edelstahlblech unterhalb des False Bottom? Und ab wann beginnt bei dir der Temp. Override? Ich stelle den Wert nicht zu hoch ein (max. 5 Grad, eher Richtung 4 Grad). Je höher die Rasttemp. desto kleiner der Wert. Zudem habe ich noch diesen Sparge Verteiler von Kegland (so ein Plastikteil) um die Würze ein wenig zu verteilen. Bringt aber nur etwas, wenn der Durchfluss nicht ganz gering ist.
Bei viel Weizen tue ich mich auch schwer, die Temperatur der Maische zu erreichen. Bei Schüttungen ohne Weizen ist das eigentlich kein Problem, aber auch das dauert und ab und an schwingt das auch mal über. Ich setze den Hauptguss immer ein wenig höher an, so 1:4 bis 1:5.
Ich denke, die Temperatur ist ja immer eine Punktmessung, Wahrscheinlich haben auch andere Systeme diese "Probleme", nur misst kaum einer an verschiedenen Stellen. Ich habe vorher mit BIAB gebraut und eine Temperaturhülse am Deckel in die Mitte der Maische gehabt. Wie die Temperatur da am Rand war, wusste ich auch nie.
Kannst du mir das mit dem Thermometer am Camlock Anschluss nochmal genauer erklären? Da kann ich mir jetzt irgendwie nichts drunter vorstellen.
Und wofür ist der Sparge Verteiler und wo wird der angeschlossen? Wenn der die Würze so über das Maischebett "sprinkeln" würde, wie ich mir das jetzt so vorstelle, würde das ja schon was bringen denke ich.
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Dienstag 30. Dezember 2025, 19:18
von HankSchrader
Sparge Verteiler habe ich gefunden und in Verbindung mit dem flexiblen Arm gleich bestellt. Das könnte echt was bringen.
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Dienstag 30. Dezember 2025, 22:01
von dierabenfliegen
HankSchrader hat geschrieben: Dienstag 30. Dezember 2025, 18:49
Kannst du mir das mit dem Thermometer am Camlock Anschluss nochmal genauer erklären? Da kann ich mir jetzt irgendwie nichts drunter vorstellen.
Im Prinzip misst das Thermometer die Temperatur nach dem Schauglas vor dem Verteilerarm. Ist so wie das hier:
https://www.ontariobeerkegs.com/ss-inli ... mlock.html
Meins habe ich bei Aliexpress bestellt.
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Mittwoch 31. Dezember 2025, 07:30
von HankSchrader
dierabenfliegen hat geschrieben: Dienstag 30. Dezember 2025, 22:01
HankSchrader hat geschrieben: Dienstag 30. Dezember 2025, 18:49
Kannst du mir das mit dem Thermometer am Camlock Anschluss nochmal genauer erklären? Da kann ich mir jetzt irgendwie nichts drunter vorstellen.
Im Prinzip misst das Thermometer die Temperatur nach dem Schauglas vor dem Verteilerarm. Ist so wie das hier:
https://www.ontariobeerkegs.com/ss-inli ... mlock.html
Meins habe ich bei Aliexpress bestellt.
Vielen Dank! Habe ich gefunden und gleich bestellt. Diese 3 Dinge dürften jetzt schon deutlich was bringen. Jetzt kenne ich dann endlich mal die tatsächliche Temperatur, die von unten kommt, kann mit dem flexiblen Arm die Höhe über dem Maischebett variieren und der Sparge Adapter verteilt die Würze gleichmäßig. Wenn ich nun noch das Malz etwas gröber mache und alle 10 Minuten rühre, sollte das Problem behoben sein.
Ich könnte euch küssen....

Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Mittwoch 31. Dezember 2025, 10:24
von dierabenfliegen
HankSchrader hat geschrieben: Mittwoch 31. Dezember 2025, 07:30
kann mit dem flexiblen Arm die Höhe über dem Maischebett variieren
Magst du noch den Link zu dem flexiblen Arm einstellen? Den kenne ich nicht, ich nutze (noch) den mitgelieferten Schlauch. Danke.
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Mittwoch 31. Dezember 2025, 10:34
von HankSchrader
dierabenfliegen hat geschrieben: Mittwoch 31. Dezember 2025, 10:24
HankSchrader hat geschrieben: Mittwoch 31. Dezember 2025, 07:30
kann mit dem flexiblen Arm die Höhe über dem Maischebett variieren
Magst du noch den Link zu dem flexiblen Arm einstellen? Den kenne ich nicht, ich nutze (noch) den mitgelieferten Schlauch. Danke.
Aber gern doch :
https://a.aliexpress.com/_EJIz50U
Guten Rutsch ins neue Jahr!
Re: Rührwerk für Malzrohrsysteme (Brewzilla 65L)
Verfasst: Mittwoch 31. Dezember 2025, 10:48
von dierabenfliegen
Danke, den werde ich auch mal testen. Ebenso Guten Rutsch!