Es wird a Bier
Verfasst: Mittwoch 11. Februar 2026, 09:23
https://www.youtube.com/watch?v=OYuxsEzWwd8
Ciao baeckus
Ciao baeckus
Seh ich auch so, mords Tamtam und Show, aber wenig Substanz.naja, wer's nag.gulp hat geschrieben: Donnerstag 12. Februar 2026, 20:02 Dieser Bierschoff hat keine Ahnung von der Geschichte des Bierbrauens. Wie man sich nur da hinstellen mag um dergleichen Unsinn zu verbreiten?![]()
Gruß
Peter
Genau das stößt mir auch auf. Ob Christ oder Nichtchrist. Ich empfinde es als anstößig als Nicht-Bischof so in einem Bischofs-Outfit aufzutreten. Man stelle sich mal vor, er würde statt Bischof im Umfeld von Pejes und Schtreimel auftreten. Der Aufschrei im Netz wäre wahrscheinlich etwas größer.Ludgerus hat geschrieben: Donnerstag 12. Februar 2026, 14:44 ... aber mich stört die permanente Verballhornung klerikaler Gesten, Wörter und auch der Optik. Und das obwohl ich gar nicht soooo christlich bin. Mir kommt es teilweise einfach ein bisschen drüber und/oder erzwungen vor... aber sowas ist ja Geschmackssache.
maecki-maecki hat geschrieben: Samstag 14. Februar 2026, 00:22 Meine Meinung: was die vier da veranstaltet haben ist Unterhaltung, nicht eine Hochschulvorlesung. Sieht man sofort an den Kostümen und hört man sofort am eingeschlagenen Ton.
Und mit Bildungsformaten würde man auch nicht im Fernsehen landen, also haben sie unserem Hobby was Gutes getan.
Das ganze hier auseinanderzunehmen ist wie im Kino lauthals über die physikalische Unmöglichkeit der Action-Szenen zu diskutieren…
Mäcki
Danke!Becher hat geschrieben: Samstag 14. Februar 2026, 07:42 Hallo in die Runde.
Ich möchte als derjenige, der den Versuch praktisch umgesetzt hat etwas dazu sagen.
Ich finde es schade, dass anstelle von offenem Interesse für unser gemeinsames Hobby, wieder einmal der in diesem Forum weit verbreitete Geist "alles Falsch" seinen vortritt hat. In den Vorangegangenen Kommentaren lese ich leider nicht ein einziges Mal die Aussage, dass jemand gerne mehr darüber erfahren würde. Nachdem ich darüber nachgedacht habe, solche Kommentare nicht an mich heranzulassen, habe ich mich dazu entschieden, dass es unfair wäre den Versuch nicht weiter zu beschreiben, da man es nicht besser Wissen kann. Wer ehrliches Interesse hat darf sich eingeladen fühlen weiterzulesen.
Die Idee, ein bierähnliches Getränk aus der neolithischen Revolution (Ort Mesopotamien) zu brauen, stammte vom lieben Bierschoff. Auf einer Reise im vergangenen Jahr hat er Göbekli Tepe in der Türkei besucht. zu dieser Zeit fand ein Forum statt, welches sich mit der Sesshaftwerdung der Menschheit in dieser Region beschäftigte. Dies weckte das Interesse und stellte aufgrund seiner offenen und herzlichen Art den ersten Kontakt her.
Ende Letzten Jahres schrieb er mich an, ob wir nicht gemeinsam etwas machen wollen.
In Göbekli Tepe wurden Steingruben gefunden in denen man Oxalate nachweisen konnte.
Damit kann man zuerst Rückschlüsse auf vieles ziehen, es kann aber durchaus auch ein Hinweis auf ein (stand heute) erstes Bierähnliches Getränk sein.
Nun bin ich aber kein Hobbybäcker. Ich persönlich finde das Thema spannend und ich habe Zugestimmt.
Es folgten lange Tage und Wochen in denen wir überlegt haben wie man etwas in der Art machen könnte.
Ziel ist es nicht ein Hundertprozentiges Rezept auszuarbeiten, sondern sich anzunähern und zu gucken was hätte vielleicht sein können.
Bevor ich nun weiter Ausführe, liefer ich gerne einige Quellen die wir für unseren Versuch genutzt haben.
- "A History of beer and brewing" - Ian S. Hornsey
- "Barley, Malt an Ale in the Neolithic" - M. Phil Thesis
- "Beer and its Drinkers: An Ancient near Eastern Love Story" - University Chicago
- "Mesolithisches Brauen am Haspelsee - Geschichtliche Hintergründe und Experimente" - Ulrich Bähr
- "Genussfreuden der Bronzezeit in Bötzingen am Kaiserstuhl" - Tünde Kaszab-Olschewski
- "The role of cult and feasting in the emergence of Neolithic communities. New evidence from G¨obekli Tepe, south-eastern Turkey" - Oliver Dietrich, Manfred Heun, Jens Notroff, Klaus Schmidt und Martin Zarnkow
Den persönlichen Kontakt zu Archäologen und Forschern führe ich nicht auf. Es übersteigt eine Schwelle über der man hier zu Glaubhaftigkeit bereit ist.
Die erste Frage, die wir uns gestellt haben war die der Rohstoffe.
Da wir uns zeitlich um die Sesshaftwerdung des Menschen bewegen (Bauphase Göbekli Tepe), kamen für uns nur Urgetreidesorten wie Emmer und Einkorn in betracht. Diese Getreidesorten sind nachweislich die ersten, die der Mensch bewusst angebaut hat. Dementsprechend war unsere Schlussfolgerung, dass der Mensch dieses Getreide kannte und auch durchaus aufsammeln konnte. Ganz nach dem Motto, was nicht gut für mich ist, werde ich auch nicht vermehren. Nach langer suche habe ich Emmermalz gefunden und auch ein Einkorn, welches vorgekeimt ist - aber nicht vermälzt. Die Schüttungszusammensetzung bestand am Ende aus 10 kg Emmermalz, 2kg Gekeimter Einkorn und 2 Kg Grünweizen.
- Emmermalz:
https://www.autobrasseur.fr/malts-et-fl ... ids-500_gr
- Gekeimter Einkorn:
https://raw-living.de/raw-superfoods/nu ... gKAkPD_BwE
- Grünweizen: überall verfügbar
Die Frage nach Wasser haben wir uns nicht gestellt. Für den Sud haben wir 55Liter Leitungswasser als Hauptguss genommen.
Einen Nachguss gab es nicht.
Die Frage nach weiteren Zutaten hat uns viel länger und intensiver beschäftigt. Neben dem eingesetzten Beifuß, der für die Zeit in der Region plausibel ist haben wir uns bewusst für nur eine weitere zusätzliche Zutat entschieden. Der Beifuß ersetzt in unserem modernen Denken, den Hopfen der zu der Zeit noch lange nicht verwendet wurde. wir wollten ein schlichtes, minimalistisches Getränk nachbrauen um die eigentliche Charakteristik nicht mit zu starken Geschmäckern zu übertönen. Vorstellbar sind natürlich jegliche Art an Früchten, Honig, usw.
Die verwendeten Feigen, die in dem TV-Beitrag leider nicht gezeigt werden haben wir verwendet, da Sie für uns als beispielgebende Träger von Hefekulturen dienen. In den Sud wurden 8 frische Feigen direkt vor dem Anstellen gegeben (halbiert und zerquetscht). Die Idee dahinter war, dass Sie als "Gärstarter" gedient haben können.
Da wir uns gerade der Kulturen nähern, möchte ich betonen, dass die Wahl direkt von Martin Zarnkow kam. Die Zusammenarbeit war hervorragend. Solltest du dass hier lesen möchte ich mich nochmal öffentlich herzlich bei dir Bedanken!
Wir haben die TUM Primo 610 und den Lactobacillus Amylolyticus verwendet. Über Spontangärung im winterlichen Frankenwald brauchen wir nicht reden.
Damit steht die Zusammensetzung der Rohstoffe.
Der Prozess des Steinbierbrauens brauche ich nicht weiter beschreiben. Doppelter Inhalt ist im Forum unerwünscht, ich verweise auf:
viewtopic.php?t=28797&start=200
Dem hinzufügen möchte ich, dass selbstredend ein sicherer Umgang mit heißer Würze, glühendem Stein und Feuer geben muss.
Der Einsatz von Edelstahlpaddel, Eisenzange und anderem Hobbybrauerequipment (sowie auch meinem Bottich) ist darin begründet.
Mit größeren Finanziellen aufwand kann man hier bestimmt auch etwas noch authentischeres machen.
Noch bevor ich in "unserem" Forum einen Beitrag zu diesem Experiment verfassen konnte, indem ich das eine oder andere hätte berichten oder mit Bildern hätte zeigen können, hat man sich wie eben oben zu lesen darüber hergemacht. Ich finde es erschreckend, dass sich sogar Moderatoren direkt anschließen. Ich wünsche, dass sich jeder für sich durch seinen Kommentar befriedigt fühlt.
Ich bin mit der TV-Aufnahme unzufrieden, kann sie aber nicht rückgängig machen.
Glaubt Ihr wirklich, dass die teuren Kulturen in heiße Würze gegeben wurden?
Ich möchte es offen halten, zu einer interessierten, freundlichen Diskussion zurückzukehren, um nachfolgende Versuche zu optimieren.
Ich hoffe inständig, dass mit solchen Reaktionen keiner davon absieht sich selbst Versuchen zu widmen und diese dann auch zu teilen.
Ich nehme Entschuldigungen auch via privater Nachrichten entgegen.
Gruß Helge
Hallo Christoph,Colindo hat geschrieben: Samstag 14. Februar 2026, 11:14 Hallo Helge,
vielen Dank für den ausführlichen Text. Da sieht man doch, wie viel Gedanken sich du und der Bierschoff über das Projekt gemacht haben. Die kritischen Stimmen hier, die entweder ad hominem in Richtung Bierschoff argumentieren, sich falsche Fehler wie die Hefegabe in heiße Würze ausdenken oder den leider vorhandenen Vereinfachungen der Fernsehproduktion auf den Leim gegangen sind finde ich daneben. Ich würde gerne alle bitten, beim nächsten Mal lieber kritisch nachzufragen, als von vorneherein zu verurteilen.
Mit besten Grüßen
Christoph
Vielen Dank für die vielen Infos und große Hochachtung für den Aufwand und die Gründlichkeit, mit der Ihr gearbeitet habt.Becher hat geschrieben: Samstag 14. Februar 2026, 07:42 Ich möchte als derjenige, der den Versuch praktisch umgesetzt hat etwas dazu sagen.
Ein Moderator, Einzahl und du kannst mich ruhig direkt ansprechen. Ich wüsste jetzt auch nicht, wo ich dich kritisiert haben soll.Noch bevor ich in "unserem" Forum einen Beitrag zu diesem Experiment verfassen konnte, indem ich das eine oder andere hätte berichten oder mit Bildern hätte zeigen können, hat man sich wie eben oben zu lesen darüber hergemacht. Ich finde es erschreckend, dass sich sogar Moderatoren direkt anschließen. Ich wünsche, dass sich jeder für sich durch seinen Kommentar befriedigt fühlt.
Das wäre schön gewesen! Der Bierschoff spricht sehr selbstbewusst von experimenteller Archeologie.Mit größeren Finanziellen aufwand kann man hier bestimmt auch etwas noch authentischeres machen.
Das ist nun mal in dem Filmchen zu sehen, dass Flüssighefe zugegeben wird.Glaubt Ihr wirklich, dass die teuren Kulturen in heiße Würze gegeben wurden?
Das ist ja mal eine echte Information. Danke, wieder was gelernt!Die verwendeten Feigen, die in dem TV-Beitrag leider nicht gezeigt werden haben wir verwendet, da Sie für uns als beispielgebende Träger von Hefekulturen dienen. In den Sud wurden 8 frische Feigen direkt vor dem Anstellen gegeben (halbiert und zerquetscht). Die Idee dahinter war, dass Sie als "Gärstarter" gedient haben können.
Servus Helge,Das Schroten mit dem Reibstein hatte für mich durchaus Einfluss auf das Ergebnis, da das Schrotbild Teils sehr grob und Teils schon fast Mehlig war.
Dass das Getreide schon damals zerrieben wurde steht für mich außer Frage.
Dein Post ist durchaus differenziert, das gebe ich gerne zu. Ich würde jetzt aber auch nicht gerne jeden einzelnen Post durchgehen, bis wir den schlimmsten Buhmann gefunden haben. So ein Faden schaukelt sich auch hoch, da gehört eine gewisse Dynamik dazu. Jeder einzelne kann dazu beitragen, diese Dynamik zu beeinflussen. Teile kritisieren und andere loben ist dabei ein guter Weg, denke ich.Ludgerus hat geschrieben: Samstag 14. Februar 2026, 13:49 Hallo Christoph,
Ich fühle mich jetzt einfach mal angesprochen, da ich in diesem Faden als erster das klerikale TamTam des Bierschoffs kritisiert habe. Ich möchte aber den "ad hominem" Vorwurf entschieden verneinen.
Wir haben Emmer als Malz aber Einkorn sowie Grünweizen als Rohrfrucht verwendet.Mir geht es halt um die Enzyme. Rohfrucht hat da womöglich viel zu wenig im Vergleich zu Malz. Ha das denn genügt um ein Bier daraus zu machen.
Im Bierschoff Film wird ja zweifellos Malz verwendet. Aber funktioniert das auch mit Rohfrucht?
Danke :)Brauladi hat geschrieben: Sonntag 15. Februar 2026, 08:47 Zunächst muss ich sorry sagen für meinen Post mit Weyermann Malz.
Wenn du Abydos meinst, dann verstehe ich nicht, wie du darauf kommst, dass kein Malz vorhanden gewesen ist. Wenn man in der entsprechenden Podcast-Folge vom BierTalk nach "malt" sucht, kommt man schnell zu der Stelle, an der der Forscher davon spricht. Das Thema Backen kommt nur auf, wenn es um die Temperaturführung der Maische geht.Brauladi hat geschrieben: Sonntag 15. Februar 2026, 08:47 Aber brauen in der Steinzeit mit Malz halte ich für nicht möglich. Warum: Selbst die Agypter haben noch über den Umweg von Brot Bier gebraut. Man hat gerade eine solche ‚ Grossbrauerei‘ gerade ausgegraben. Wenn die Technologie des Mälzens bekannt gewesen wäre, hätten sie diesen Umweg nicht benötigt. Da befinden wir uns aber schon im Übergang zur Bronzezeit.
Bisher wurde es in einigen Posts angedeutet, aber ich konnte mir bis zu deiner klareren Aussage nicht vorstellen, dass hier irgendein Hobbybrauer der Vorstellung nachgeht, dass in der Steinzeit Bier aus 100% Rohfrucht gebraut wurde. Wie soll das denn funktionieren? Ich denke es ist selbstverständlich und auch gut genug belegt, dass immer ein gewisser Malzanteil vorhanden war, um eine (teilweise) Verzuckerung durchzuführen.But the grain was divided into two components. One was just grain that was ground, coarsely ground, but then another half of the grain would have been wet and allowed to sprout. And then the sprouted grain would be ground. And this then mixed with the other portion of the ground grain, and that introduces malt.
Die von mir aufgeführte Quelle bezieht sich explizit auf das 9. - 8. Jahrtausend vor Christus. Siehe Seite 27.Brauladi hat geschrieben: Sonntag 15. Februar 2026, 10:32 Ich verstehe, es handelt sich offensichtlich um die Zeit zwischen 3.300 und 2.100 Jahren v. Chr. mit hochkomplexen Keramiken, sogar mit Ornamenten.
Hast du mehr Informationen zum "gekeimten Einkorn"? Vielleicht vom Hersteller direkt?Becher hat geschrieben: Samstag 14. Februar 2026, 07:42 Die Schüttungszusammensetzung bestand am Ende aus 10 kg Emmermalz, 2kg Gekeimter Einkorn und 2 Kg Grünweizen.
- Emmermalz:
https://www.autobrasseur.fr/malts-et-fl ... ids-500_gr
- Gekeimter Einkorn:
https://raw-living.de/raw-superfoods/nu ... gKAkPD_BwE
- Grünweizen: überall verfügbar