Fränkisches Braunbier mit neuer Läutermethode

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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matschie
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Fränkisches Braunbier mit neuer Läutermethode

#1

Beitrag von matschie » Freitag 16. November 2018, 12:28

Hallo!

Das hier wird keine richtige Braudoku, mehr eine Vorstellung der Läutermethode in Bildern.

Ich habe mich lange gefragt, ob es geht - und heute mal ausprobiert.

Konkret: Ich habe die Pumpe, statt an den Läutergrant - direkt an den Läutertopf gehängt. Um den Druck einzustellen, habe ich noch ein provisorisches Läutermanometer angebracht.
IMG_0134.jpeg
Ich war darauf eingestellt, dass das ganze direkt dicht macht. In dem Fall hätte ich einfach den Hahn zugemacht, alles nochmal aufgerührt, absitzen lassen und klassische mit Läutergrant geläutert.

Hat es aber nicht! :Smile

Ich habe bei 8kg Schüttung ca. 30cm Treberhöhe. Ich habe zunächst den Treber wie gewohnt absitzen lassen, dann eine Weile im Kreis gepumpt ("Vorschiessen")
Anschließend an den Hahn der Sudpfanne und geläutert:
IMG_0136.jpeg
Die Würze lief schön klar und kontinuierlich. Insgesamt habe ich für 53 Liter Vorderwürze ziemlich genau eine Stunde gebraucht - also etwas langsamer als 1 l/min. Ingsgesamt bin ich zufrieden - ich werde die SHA noch posten.
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Dr.Edelherb

Re: Fränkisches Braunbier mit neuer Läutermethode

#2

Beitrag von Dr.Edelherb » Samstag 17. November 2018, 01:05

Verstehs ehrlichgesagt nicht.
Wenn du den Vorschuss jetzt in einen Meßbehälter gegeben und einfach oben reingekippt hättest müsstest du weder Pumpe noch unnötige Schläuche reinigen, wo ist jetzt der Vorteil?

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matschie
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Re: Fränkisches Braunbier mit neuer Läutermethode

#3

Beitrag von matschie » Samstag 17. November 2018, 08:46

Es ging nicht primär um den Vorschuss, sondern darum, ohne Läutergrant direkt mit Pumpe in die Sudpfanne zu läutern.

Der Vorschuss wurde dann durch das zirkulieren ersetzt, da Pumpe und Schläuche ja eh dran waren.

Der Reinigungsaufwand ist gleich geblieben, Pumpen musste ich mit Läutergrant auch.

Der Riesen Vorteil liegt darin, dass ich sehr kontinuierlich läuter und nicht ständig den Grant im Blick haben und die Pumpe hin- und her regeln muss.
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Re: Fränkisches Braunbier mit neuer Läutermethode

#4

Beitrag von Bierjunge » Samstag 17. November 2018, 09:02

Im Prinzip machen die großen Brauereien das auch nicht anders; der offene Läutergrant ist ja so gut wie ausgestorben.
Spannend fände ich jetzt noch, wie Du Deine Pumpe regelst: Auf Druck, auf Volumenstrom, manuell nach Gefühl?
Das Läutermanometer halte ich für eine gute Idee, um nicht unbemerkt den Treber dichtzuziehen.
Graf Plato läutert übrigens ganz ähnlich, mit einer Dialyse-Schlauchpumpe, die sich sehr gut auf konstante kleine Volumenströme einstellen lässt.

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matschie
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Re: Fränkisches Braunbier mit neuer Läutermethode

#5

Beitrag von matschie » Samstag 17. November 2018, 11:51

Bierjunge hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 09:02
Spannend fände ich jetzt noch, wie Du Deine Pumpe regelst: Auf Druck, auf Volumenstrom, manuell nach Gefühl?
Das Läutermanometer halte ich für eine gute Idee, um nicht unbemerkt den Treber dichtzuziehen.
Graf Plato läutert übrigens ganz ähnlich, mit einer Dialyse-Schlauchpumpe, die sich sehr gut auf konstante kleine Volumenströme einstellen lässt.
Das war ja jetzt der erste Versuch. Da habe ich nach Gefühl den Volumenstrom eingestellt, dabei mit kleinst möglichem angefangen, also so dass die Würze gerade über den Topfrand kam. Dann habe ich so lange erhöht, wie sich der Stand im Läutermanometer gerade nicht sichtbar verringert hat. Das war eine Differenz von ca. 3-4cm (geschätzt). Da ich am Anfang ja im Kreis gepumpt habe war der Flüssigkeitsstand im Läuterbottich ja konstant.

Anschließend hab ich die Pumpe ausgemacht, den Schlauch an die Sudpfanne angeschlossen und die Pumpe wieder angemacht. Das will ich noch über einen zusätzlichen Schlauch und ein 3-Wege-Ventil lösen.
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Re: Fränkisches Braunbier mit neuer Läutermethode

#6

Beitrag von Isegrimm » Samstag 17. November 2018, 12:02

… wie verkraftet denn die Pumpe die ganzen Feststoffe, die zu Läuterbeginn (wenn du zirkulierst) noch mitkommen? Oder hängt irgendein Filter dazwischen?
grüße Wolfgang

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Re: Fränkisches Braunbier mit neuer Läutermethode

#7

Beitrag von matschie » Samstag 17. November 2018, 13:39

Bislang problemlos. so viele Feststoffe sind das bei mir allerdings auch nie..
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Re: Fränkisches Braunbier mit neuer Läutermethode

#8

Beitrag von §11 » Samstag 17. November 2018, 15:15

In Traunstein hab ich ähnlich geläutert. Die Automatik regelt auf Volumenstrom, was bei großen Schüttungen und hohen Stammwürzen schon im Ansatz in der Katastrophe enden muss. Also war Handarbeit angesagt. Mit etwas Übung bekommt man ein Gefühl dafür.

Gruß

Jan
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Re: Fränkisches Braunbier mit neuer Läutermethode

#9

Beitrag von Malzwein » Samstag 17. November 2018, 15:57

So ganz verstehe ich das noch nicht. Bei Kombirast im Thermoport mit Hexe habe ich die Pumpe direkt am Thermoport und pumpe in die Pfanne. Meinst du das? Geregelt wird über Netzteilspannung bzw. Hahn am Thermoport.

Aber eine Anmerkung: Wenn ich einen mit kochender Würze randvollen Topf wenige Zentimeter neben einem offenen Gehäuse mit Stromkabeln sehe, drehen sich mir die Fußnägel hoch.
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut! :P

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Re: Fränkisches Braunbier mit neuer Läutermethode

#10

Beitrag von matschie » Samstag 17. November 2018, 16:29

Malzwein hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 15:57
Aber eine Anmerkung: Wenn ich einen mit kochender Würze randvollen Topf wenige Zentimeter neben einem offenen Gehäuse mit Stromkabeln sehe, drehen sich mir die Fußnägel hoch.
Da hast du völlig recht. Das Gehäuse ist auch eigentlich zu; ich musste aber während des Brauens den Lüfter dran machen (Sieht man noch teilweise) da eins der Relais sich temperaturbedingt bereits verabschiedet hatte..
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Re: Fränkisches Braunbier mit neuer Läutermethode

#11

Beitrag von matschie » Samstag 17. November 2018, 16:31

Malzwein hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 15:57
So ganz verstehe ich das noch nicht. Bei Kombirast im Thermoport mit Hexe habe ich die Pumpe direkt am Thermoport und pumpe in die Pfanne.
Ja. Bislang habe ich allerdings immer überall gelesen: "Pumpe direkt dran, dann macht der Treber dicht. Das geht nicht. Und so weiter..
Geregelt wird über Netzteilspannung bzw. Hahn am Thermoport.
Über Netzspannung verstehe ich, Drehzahl der Pumpe. Hahn am Thermoport ist ungünstig, dieser liegt ja vor der Pumpe, oder nicht? Drosseln sollte man Pumpen immer am Ausgang, nie am Eingang..
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Re: Neue Maischmethode

#12

Beitrag von contraste » Samstag 17. November 2018, 16:40

Moin matschie,

dein Threat hat mich ein wenig irritiert, von wegen „neuer“ Läutermethode. Für mich ist die dargestellte Methode Absaugen unten ohne Läutergrant, Pumpe, und eingeben oben das Standardsystem des Grainfathers, Mundschenk, Beacon, BrewMonk und Pit und wie sie alle heißen.

Auch schwer begreiflich war für mich dein Schlauchknoten.
Bild
So haben die Schläuche 2 und 3 dieselbe Würzefarbe – dieses wäre jedoch ein im Kreis pumpen. Ich gehe nun jedoch davon aus, daß Schlauch 1 von der Pumpe in Schlauch 5 zum Umguß übergeht. Das Läutermanometer irritierte mich dann ebenfalls: Klassisch geht ein Läutermanometer vom T-Stück gerade gen Himmel und womöglich bis zum Topfrand. Ich gehe bei Dir davon aus, daß vom T-Stück Schlauch 2 das Läutermanometer ist, welches dann in Schlauch 3 übergeht, der zu Schlauch 4 wird.

Ebenso iritierte mich der Kreisbogen Schlauch 3 – wozu? Der müßte doch derzeit eigentlich vollaufen? Und bei Pumpenstillstand müßte doch das Manometer denselben Höhenstand anzeigen, wie die Topfwürze. Müßten hier nicht bei Pumpenstillstand etwa 10 cm Würze durch Schlauch 4 ablaufen?

Und sollte Schlauch 2 dein Manometer sein, so hat sich hier wohl einiges an Schmodder angesammelt (2. Bild). Ich kann somit Isegrimm beruhigen: Ja, diese China-Pumpen reißen schon einiges an Schmodder gnadenlos mit durch.
Ich habe eine ähnliche Würzepumpe, wie du, und schätze daher deinen Würze-Fluß auf ca. 1-2 l/min. Ist die Läutermanometerhöhe der Schlauch2, somit wäre der Manometerstand gut 10 cm unter der Topf-Würze? Ich denke, das ist schon ein ganz guter Unterdruck mit 10cm Wassersäule.

Ich habe denselben Aufbau, allerdings ungeregelt mit 6-7 l/min mittlerweile einigemale gemacht, und eine hervorragend klare Würze dabei erhalten. Doch kann ich auch bestätigen, daß hierbei das echt robuste Mattmill-Läuterblech einen Bogen bekommt!

Angefixt vom verbogenen Läuterblech und der LOB(LowOxygenBrewing)-Diskussion des Braumeisters bin ich mittlerweile zu folgender Version gekommen:
Ich habe weiterhin im Läutertopf unten mein wieder gerade gebogenes Mattmill-Blech und könnte/kann somit mit Schwerkraft abläutern.

Da ich das hineinplätschern der Würze oben vermeiden wollte, kam ich auf die Idee (ähnlich dem Braumeister) die Würze oben abzuziehen. Da ich auch eine Läuterhexe besitze, dachte ich, es sei das einfachste, diese in die obige Dünnwürze einfach hineinzuwerfen (ähnlich Dannis BT-Diskussion).

Bild

Wenn ich von oben abziehe und unten einblase verwirbel ich die Dick-Maische auch, ähnlich dem Braumeister – was vermutlich eine bessere Auslaugung der Maische bewirken könnte. Klar ist das erste Ansaugen etwas lästig, doch ich kann sagen vom Prinzip her funktioniert es!

Bild
(extra für sura mit Katzenbild :Smile )

Allerdings auch noch nicht ausgereift. Denn ich muß auch zugeben, daß die Spirale tiefen-unbestimmt in die Maische absackt. Es könnte passieren, daß Teile der obersten Dünnmaische nicht abgezogen werden – und somit in der Würze Würzekonzentrationsunterschiede entstehen. Daher habe ich bisher noch ab und zu umgerührt, um in der Maische eine gleichmäßige Würzekonzentration zu erreichen und überlege derzeit die Spirale höhenbestimmt kurz unter der Oberfläche zu fixieren (Lochsieb oder Schwimmdeckel).

Tatsache jedoch: Hier plätschert nix mehr. Und Verwirbelung statt Festziehen des Trebers.
An Nachteilen habe ich noch nichts bisher feststellen können.

Matschie, entschuldige bitte daß ich deinen Threat entere. Aber die Hexe oben statt unten reinzuschmeißen sehe ich eher als neue Maisch-METHODE, denn deine, die mir von einigen Systemen bekannt vorkommt. Das Läutern kommt ja erst danach, egal ob mit oder ohne Grant. Soweit meine 2pence.

Dennoch, möge die Vielfalt der Systeme leben,
allzeit gut Sud,
:Drink
wünscht jörch
Zuletzt geändert von contraste am Samstag 17. November 2018, 20:01, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Fränkisches Braunbier mit neuer Läutermethode

#13

Beitrag von matschie » Samstag 17. November 2018, 17:00

Danke für die Antwort. Ich versuche, das mal etwas zu "entheddern".

Die ganzen Schläuche "3" und 4" sind nur dem Umstand geschuldet, dass der Silikonschlauch so lang war und ich ihn nicht kürzen wollte. Ist natürlich eigentlich über.

Außerdem ist die Methode natürlich nicht "neu" an sich, sondern für mich neu. Das war dann wohl von mir etwas unverständlich ausgedrückt. Ich werde mir deine Lösung nochmal in Ruhe anschauen, jetzt komme ich da leider nicht zu.
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