3 Flaschen geplatzt!

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Johnny H
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3 Flaschen geplatzt!

#1

Beitrag von Johnny H » Freitag 4. März 2016, 23:13

So, liebe Kollegen,

heute hat es uns so richtig erwischt: es sind uns vorhin drei Flaschen eines Sudes, der sich gerade auf dem Küchenschrank zur Nachgärung befindet (Flaschen stehen lose nebeneinander), um die Ohren geflogen. Wobei letzteres nicht wörtlich zu nehmen ist: wir waren zum Glück beide nicht zugegen, haben aber im Wohnzimmer den Knall bzw. das Gesplitter gehört.

Vermutlich ist folgendes passiert: eine nur zu etwa 2/3 gefüllte kronkorkenverkorkte (grüne) 0,33l-Flasche ist geplatzt und hat zwei weitere (braune), die in unmittelbarer Nähe standen "mitgenommen". Bei weiteren direkt daneben stehenden Flaschen sieht man Kratzer bzw. kleinste Splitter an der Oberfläche. Die geplatzte grüne Flasche ist in kleinste Splitter (tw. <1mm!) zerfetzt worden und die Splitter hat es meterweit durch die Küche und bis in den Korridor hinaus geschleudert. Die beiden weiteren Flaschen sind "nur" in größere Bruchstücke zerbrochen, und die Böden mit Resten der Flaschen und Bier darin beider standen auch weiter auf dem Küchenschrank.

Zur Ursachenforschung:
- die geplatzte Flasche war eine Kronkorkenflasche (0,33l ex-Neumarkter Lammsbräu, nur etwa 2/3 voll - das weiß ich, weil es die einzige grüne und letzte Flasche war)
- die daneben stehenden Flaschen waren ebenfalls beide kronkorkenverkorkt (nicht sicher welche Größe oder Herkunft, ich verwende meist querbeet was da ist)
- ich verkorke mit der Greta und muss oft ziemlich Kraft aufwenden
- überkarbonisiert ist der Sud m.W. nicht
- Kontamination einer einzelnen Flasche ist äußerst unwahrscheinlich (ich reinige sehr gründlich)

Ich habe die Greta in Verdacht, zumal mir erst vor zwei oder drei Suden auch eine kronkorkenverkorkte Flasche geplatzt ist. Möglicherweise ist es aber auch nicht gut, Flaschen nur teilzubefüllen - dann entsteht Druck an Stellen unterhalb des Halses. Kann das kritisch sein?

Der Haussegen hängt natürlich auch ein wenig schief jetzt. :crying

Was sind Eure Erfahrungen / Meinungen dazu?

Edit: ich schildere das natürlich auch, damit man vielleicht gemeinsam was draus lernt, denn, ehrlich gesagt, so was ist ganz schön gefährlich!

Auslagern kann ich das auch nicht (kein Platz), aber das möchte ich natürlich in Zukunft nicht mehr haben. Nicht zuletzt gab es ja auch noch eine Kettenreaktion!
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#2

Beitrag von philipp » Freitag 4. März 2016, 23:18

Johnny H hat geschrieben: Möglicherweise ist es aber auch nicht gut, Flaschen nur teilzubefüllen - dann entsteht Druck an Stellen unterhalb des Halses. Kann das kritisch sein?
Nein, der Druck ist überall in der Flasche derselbe.

Allerdings expandiert durch einen großen Kopfraum eine große Menge Gas, dadurch ist die "Explosion" stärker als wenn es in der Flasche zu gut wie keinen Kopfraum gegeben hätte.
Der Porter, den man in London gemeiniglich Bier zu nennen pflegt, ist unter den Malz-Getränken das vollkommenste.
http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/h ... ew/1817246

Im alten Forum als 'rattenfurz' bekannt gewesen.

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#3

Beitrag von Johnny H » Freitag 4. März 2016, 23:38

philipp hat geschrieben:Nein, der Druck ist überall in der Flasche derselbe.

Allerdings expandiert durch einen großen Kopfraum eine große Menge Gas, dadurch ist die "Explosion" stärker als wenn es in der Flasche zu gut wie keinen Kopfraum gegeben hätte.
Ok, ersteres stimmt natürlich, da ja auch die Flüssigkeit unter dem gleichen Druck stehen muss. Theoretisch müsste der Gesamtdruck in der Flasche sogar niedriger sein, da sich das durch die NG entstehende CO2 zusätzlich zur Flüssigkeit in einem größeren Gasraum verteilen kann (siehe dazu auch olibaers Überlegungen zum Druckverlust in Kegs mit Kopfraum).

Potentiell übel war das heute aber trotzdem. Halb oder 2/3 befüllen werde ich in Zukunft jedenfalls nicht mehr, und der Gedanke in punkto Gasvolumen leuchtet ein.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#4

Beitrag von Hagen » Freitag 4. März 2016, 23:51

Mensch Tilo, da habt ihr ja richtig Schwein gehabt, dass keiner von euch in der Küche war!
Bei der Eplosion hätte es euch sicherlich übel erwischt!
Trink mit Kasi darauf lieber ein Bier! :thumbup
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Besten Gruß

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#5

Beitrag von Lasso » Samstag 5. März 2016, 08:20

Mein Beileid...

Ich hab derzeit einige Flaschen in der Nachgärung welche ich zu voll gemacht hab. Also weniger als 5 mm Luft im Kopfraum. Da ich Ploppflaschen verwende (ohne festgeklebtes Gummi) haben sich bei diesen Flaschen die Gummis rausgedrückt und die haben so zum Glück etwas abgeblasen. Das nächste mal sollte ich beim Abfüllen genauer hingucken...
Zuletzt geändert von Lasso am Samstag 5. März 2016, 08:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#6

Beitrag von Humba » Samstag 5. März 2016, 08:37

Hast du deine Flaschen im Backofen sterilisiert?

Gruß Humba

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#7

Beitrag von Johnny H » Samstag 5. März 2016, 08:47

Humba hat geschrieben:Hast du deine Flaschen im Backofen sterilisiert?

Gruß Humba
Berechtigte Frage, aber die Antwort ist Nein.

@Lasso: mit Bügelflaschen, die ich ja häufig und bevorzugt verwende, hatte ich auch noch nie ein Problem. Es waren bei den zwei Unfällen bisher immer die Kronkorkenflaschen. Bisher auch immer bei der Nachgärung (Temperatur und damit Druck am höchsten).

Die Bügelflaschen sind allerdings auch dicker, und wenn da schon ein bisschen was verzogen ist, dann blasen die auch mal ab.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#8

Beitrag von okris » Samstag 5. März 2016, 08:50

Hallo Tilo.

- Hast Du mit Zucker karbonisiert und die volle Menge gegeben, obwohl nur halbvoll?
- Sind die Lammsbräu echte Mehrwegflaschen oder werden die üblicherweise nur 1x verwendet? Gibt es da welche mit Abnutzungsspuren?
- Lagerung in Harassen könnte zumindest Kettenreaktionen eindämmen. AKWs werden ja auch moderiert.

Viel Spaß beim Putzen. War das Bier wenigstens Dunkel und extra klebrig.
Gruß okris.
3x auf Holz klopf...

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#9

Beitrag von okris » Samstag 5. März 2016, 08:53

Vielleicht solltest Du auch die anderen Flaschen mal auf abnormalen Druck hin überprüfen (zumindest per Stichprobe). Vielleicht hast Du bei der Speisegabe ja doch was falsch gemacht und alle Flaschen sind gefährdet.

Gruß okris

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#10

Beitrag von Johnny H » Samstag 5. März 2016, 09:20

okris hat geschrieben:Hallo Tilo.

- Hast Du mit Zucker karbonisiert und die volle Menge gegeben, obwohl nur halbvoll?
- Sind die Lammsbräu echte Mehrwegflaschen oder werden die üblicherweise nur 1x verwendet? Gibt es da welche mit Abnutzungsspuren?
- Lagerung in Harassen könnte zumindest Kettenreaktionen eindämmen. AKWs werden ja auch moderiert.

Viel Spaß beim Putzen. War das Bier wenigstens Dunkel und extra klebrig.
Gruß okris.
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Das Putzen war nett. Das Bier ist der 7-Brauersud - zwar nicht ganz schwarz, aber man riecht die leckere 100% MüMa-Schüttung jetzt überall :puzz

Ich lege immer die gesamte Zuckerlösung im Umschlauchbehälter vor und schlauche dann das Jungbier drauf, und zwar so, dass von unten durchmischt wird. Es bildet sich auch ein Wirbel, weil das Bier quasi horizontal einströmt. Danach rühre ich dann nochmal kurz um. Das gab eigentlich noch nie Probleme, aber eine Stichprobe werde ich am besten wirklich mal machen.

Der Tip mit Kästen ist auch gut. Am besten dazu noch eine Überlaufwanne.

Ob die Flaschen von Lammsbräu echte Mehrwegflaschen sind, kann ich jetzt nicht sagen, aber ich denke schon. Ich hatte leider nur die eine und kann es jetzt nicht überprüfen.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#11

Beitrag von Schnippel » Samstag 5. März 2016, 10:00

Hi!

Haben afangs die Bierkisten in einen Trog, der vom Hausbau über war , gestapelt und Decke drüber. War aber nix :Angel
Regards
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#12

Beitrag von Ursus007 » Samstag 5. März 2016, 10:15

Beileid auch von mir.

Mir ist was ähnliches passiert:
Mir hat es eine 0,33l Steini im Schrank zerlegt. Aber harmloser als bei Dir, nur 3 Teile, nämlich die Flasche ohne Boden, und den Boden, sauber in der Mitte halbiert. Und als "Kollateralschaden" hat es nur eine 2. Flasche umgeworfen, mehr war nicht, ausser der Aufwischerei.

Hab auch Ursachenanalyse betrieben, allerdings auch bisher ohne definitive Lösung.

Rausgekommen sind folgende Fragen:
- Flasche vorgeschädigt? Lässt sich schwer sagen, im Backofen waren ja weder die des TE noch meine.
- "Verzuckert?" Ich meine damit, vielleicht 2 Messlöffel voll auf eine Flasche gegeben? Aber auch hier wieder Entwarnung, ich mache es wie der TE: Aufzuckern der gesamten Abfüllmenge mit Zuckerlösung, wirbelnd umschlauchen und dann nochmal rühren, was, wie ich finde wichtig ist.
- Lief die Nachgärung noch, d.h. wie lange nach dem Abfüllen ist es passiert? Vom TE weiß ich es nicht, bei mir waren es fast 4 Monate, also NG mit Sicherheit vorbei.
- Bei welcher Temp. ist es passiert? Und hier macht mir die Situation beim TE Sorgen, denn im Kühlschrank gelagert, geht der Druck ja zurück und wenn es hier passiert, sollte das ein Warnsignal sein, nicht auszudenken, wenn die Flasche kurz vor dem Öffnen bei Dir am Esstisch bei Zimmertemp. steht und dann passiert es.

Nun, mancher Grund wird sich einem wohl nie ganz erschliessen, aber Vorsicht ist die Mutter der Porzelan ... ähhh, des Bierschrankes, wollte ich sagen.

Bei mir vermute ich eine vorgeschadigte Flasche.

Ursus

Edit: Lammsbräu ist Mehrweg für mehrfache Wiederbefüllung.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#13

Beitrag von Johnny H » Samstag 5. März 2016, 10:28

Ursus007 hat geschrieben:Beileid auch von mir.
[...]
Rausgekommen sind folgende Fragen:
[...]
- Lief die Nachgärung noch, d.h. wie lange nach dem Abfüllen ist es passiert? Vom TE weiß ich es nicht, bei mir waren es fast 4 Monate, also NG mit Sicherheit vorbei.
- Bei welcher Temp. ist es passiert? Und hier macht mir die Situation beim TE Sorgen, denn im Kühlschrank gelagert, geht der Druck ja zurück und wenn es hier passiert, sollte das ein Warnsignal sein, nicht auszudenken, wenn die Flasche kurz vor dem Öffnen bei Dir am Esstisch bei Zimmertemp. steht und dann passiert es.
[...]
Edit: Lammsbräu ist Mehrweg für mehrfache Wiederbefüllung.
Meine Flaschen stehen zur Nachgärung im Moment auf dem Kühlschrank bei Raumtemperatur, nicht darin. Abgefüllt wurde am 26.2., also dürfte die NG jetzt praktisch durch sein. Die Flaschen sollen aber erst in einer Woche in den Kühlschrank (Dauer der HG war 16 Tage)

Ich vermute auch eine vorgeschädigte Flasche, und ich habe deswegen auch immer noch den Greta-Verkorker im Verdacht. Das ist jedesmal ein ziemliches Gewürge und manchmal verzieht es mir beim Verkorken auch die Greta bzw. sie sitzt dann schräg drauf. Für einen fest installierten Verkorker habe ich leider keinen Platz.

Naja, eine Überlaufwanne werde ich auch auf jeden Fall kaufen.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#14

Beitrag von tauroplu » Samstag 5. März 2016, 10:53

Puuh, echt Glück gehabt, aber besser ist das!

Ich stelle - weil ich sowieso so eine Schissbuxe bin - meine paar Kronkorkflaschen (0,75er) in eine Kunststoffkiste. Durch den Bericht zeigt sich, dass dann aber ganz gerne eine Schissbuxe bin :Bigsmile

Als ich vor Äonen mal in der Brauerei gearbeitet habe, da sind öfter mal Flaschen im Füllautomat explodiert. Die wurden zwar vorher visuell vor einem nintergrundbeleuchteten Kasten kontrolliert (eine Scheißarbeit übrigens, die man höchstens 1 Stunde machen konnte). Kurze Zeit später wurde ein Gammastrahlprüfgerät installiert, das beschädigte Flaschen automatisch erkennt und aussortiert. Und siehe da, keine Explosionen mehr. Die Leuchtkastengeschichte war also insofern unzulänglich, als man vor allem kleinste Beschädigungen an der Wulst am Flaschenmund, wo später der Kronkorken aufgedrückt wurde, nicht immer erkannt hat. Diese z.T. sher kleinen Beschädigungen haben dann am Füller für die Explosionen gesorgt.
Ich habe mir später dann immer wieder mal die vom Automaten aussortierten Flaschen angeschaut (ich war so neugierig) und da gabe fast ausschließlich Buddelsn, die sehr kleine Mäckchen an dieser Wulst hatten. Vereinzelte Flaschen mit deutlich erkennbaren kleinen Rissen, vorzugsweise am Boden waren aber auch dabei.

Lange Rege, kurzer Sinn: Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass die Greta (in diesem Fall) der Grund für die Explosionen war.
Beste Grüße
Michael

„Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist das Beste, was die Natur uns bietet.“
Aus "Das Erbe des Bierzauberers" von Günther Thömmes, Gmeiner Verlag

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#15

Beitrag von El Gordo » Samstag 5. März 2016, 10:55

Hier hat mal jemand steif und fest behauptent, dass Flaschen nicht platzen können.
Hoffentlich liest derjenige diesen Thread.
Wobei das vermutlich auch nichts ändert.

Ich bin sehr froh, dass Dir nichts passiert ist.


Stefan

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#16

Beitrag von Ursus007 » Samstag 5. März 2016, 11:07

Hier meine Bilder.
image.jpeg
image.jpeg
Hab mir auch mal die Bruchkanten angeschaut und eine Merkwürdigkeit am Boden bemerkt: Normalerweise sind die Bruchkanten alle sehr glatt. Nur am Boden in der Mitte ist eine wellige Besonderheit. Ich vermute das als Ursache (Spannung), ohne hierin eine besondere Kompetenz zu besitzen.

Übrigenz der einzige Unfall dieser Art seit 2,5 Jahren Brautum.

Ursus
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#17

Beitrag von Johnny H » Samstag 5. März 2016, 11:12

tauroplu hat geschrieben:Puuh, echt Glück gehabt, aber besser ist das!

Ich stelle - weil ich sowieso so eine Schissbuxe bin - meine paar Kronkorkflaschen (0,75er) in eine Kunststoffkiste. Durch den Bericht zeigt sich, dass dann aber ganz gerne eine Schissbuxe bin :Bigsmile
Sehr vernünftig. Vielen Dank auch für die Hinweise zu den Beschädigungen - da haben wir als Hobbybrauer echt nicht viele Möglichkeiten, das im Vorfeld zu erkennen! Von daher bleibt wohl nur der Versuch, die Auswirkungen zu begrenzen: Kästen, Wannen etc.
El Gordo hat geschrieben:Hier hat mal jemand steif und fest behauptent, dass Flaschen nicht platzen können.
Hoffentlich liest derjenige diesen Thread.
Wobei das vermutlich auch nichts ändert.

Ich bin sehr froh, dass Dir nichts passiert ist.


Stefan
Danke.

Hier auch noch ein Foto: die grüne Flasche stand oben ganz vorne (nicht auf dem Kühlschrank sondern auf dem mittigen Hochschrank), die beiden braunen etwas dahinter. Splitterreigen über die gesamte Küche hinweg!! Man sieht auch "schön", wie die ganze Soße hinter den Schrank und an der Wand runter (hinter dem Brotkasten) gelaufen ist.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#18

Beitrag von Ursus007 » Samstag 5. März 2016, 11:29

Noch 2 Bemerkungen:

1. wenn Du am 26.2. abgefüllt hast, muß die NG noch nicht ganz durch sein. Manchmal ziehen sich die letzten "Dezibar" Druckaufbau ewig hin, bei mir schon bis zu 5...6 Wochen.

2. Wenn Du die Greta im Verdacht hast, dann schau doch mal, ob ggf. Die Zentrierbleche zu eng sind und am Flaschenhals drücken oder "quetschen". Und ist die Glocke die richtige und fehlerfrei (keine Dellen oder Ausbuchtungen)?

Ach ja, zu meinem obigen Kommentar: Wer lesen kann, ist... usw. Ich hatte Küchen- mit Kühlschrank verwechselt. Sorry!

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#19

Beitrag von SaBe » Samstag 5. März 2016, 11:57

Johnny H hat geschrieben:
Hier auch noch ein Foto: die grüne Flasche stand oben ganz vorne (nicht auf dem Kühlschrank sondern auf dem mittigen Hochschrank), die beiden braunen etwas dahinter. Splitterreigen über die gesamte Küche hinweg!! Man sieht auch "schön", wie die ganze Soße hinter den Schrank und an der Wand runter (hinter dem Brotkasten) gelaufen ist.
Oje, das war ja ein "voller Erfolg". Vielleicht solltest Du den Schrank von der Wand abmachen, damit Dir dahinter nicht alles schimmelt!
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#20

Beitrag von Johnny H » Samstag 5. März 2016, 12:39

Ursus007 hat geschrieben:2. Wenn Du die Greta im Verdacht hast, dann schau doch mal, ob ggf. Die Zentrierbleche zu eng sind und am Flaschenhals drücken oder "quetschen". Und ist die Glocke die richtige und fehlerfrei (keine Dellen oder Ausbuchtungen)?
Die richtige Glocke ist es auf jeden Fall. Ich verwende die Greta ja schon seit mindestens 1 1/2 Jahren.

Den Hinweisen auf Dellen in der Glocke und auf die Zentrierbleche werde ich mal nachgehen, wobei ich bei letzteren nicht weiß, wie man sie ggf. verstellt.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#21

Beitrag von Ursus007 » Samstag 5. März 2016, 12:45

Die Bleche kann man rausschrauben und dann mal testen, ob die ohne zu kratzen über den Flaschenhals unter der Verdickung passen. Wenn nicht: Auffeilen!
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#22

Beitrag von Johnny H » Samstag 5. März 2016, 12:56

Ursus007 hat geschrieben:Die Bleche kann man rausschrauben und dann mal testen, ob die ohne zu kratzen über den Flaschenhals unter der Verdickung passen. Wenn nicht: Auffeilen!
Ich habe das jetzt mal angeschaut, aber noch nicht rausgeschraubt. Die beiden 26er-Zentrierbleche sind an manchen Stellen ganz schön scharfkantig, wenn man mit dem Finger drüberfährt - vielleicht liegt es also daran!

Die noch nie verwendeten jungfräulichen 29er-Bleche sind im Vergleich dazu sehr glatt. Da hat sich also bei den 26ern möglicherweise mit der Zeit was verändert! Ich schraube die Bleche später mal raus und stelle ein Photo ein.

Die 26er-Glocke sieht ok aus.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#23

Beitrag von Ursus007 » Samstag 5. März 2016, 13:01

Ahhh, habs grad gecheckt: Die Lammsbräu 330ml in grün haben einen schmalen Kragen oben. Die bekomm ich mit der Greta auch nicht zu. Drum hab ich mir die Eterna zugelegt. Greta nehm ich nur noch für 29mm KK.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#24

Beitrag von Johnny H » Samstag 5. März 2016, 13:04

Ursus007 hat geschrieben:Ahhh, habs grad gecheckt: Die Lammsbräu 330ml in grün haben einen schmalen Kragen oben. Die bekomm ich mit der Greta auch nicht zu.
Naja, zu war die Flasche ja schon - von daher die "phänomenale" Sprengkraft! :achtung
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#25

Beitrag von Sto Lat » Samstag 5. März 2016, 13:52

El Gordo hat geschrieben:Hier hat mal jemand steif und fest behauptent, dass Flaschen nicht platzen können.
Hoffentlich liest derjenige diesen Thread.
Wobei das vermutlich auch nichts ändert.

Ich bin sehr froh, dass Dir nichts passiert ist.


Stefan
Nein, das habe ich nicht behauptet, auch wenn du es noch 100x falsch hier bringst (was ich außerdem sehr unprofessionell von dir finde und auch nicht zu dir passt).
Ich sage, dass Flaschen mit Bügelverschlüssen bei normalen Handling nicht platzen können (außer ich sorge dafür indem ich zum Beispiel zusätzlich Druck auf die Flasche ausübe (z.B. fallen lassen), aber dann ist das Handling nicht mehr normal...). Das wird von dir und anderen Usern bestritten obwohl die bisherige Versuchsreihe im Forum mir recht gibt. Für mich ist es total ok wenn ihr eine andere Meinung habt als ich - sofern ihr mir nicht ständig Dinge unterstellt, die nicht meiner Aussage entsprechen. Ich mache das ja auch nicht.

Ich verstehe erstens nicht, was dich daran so aufregt dass jemand mal eine andere Meinung hat als du und es wagt sie zu vertreten (dein einziges Argument mir gegenüber war, dass "die Neuen" das glauben könnten (wie bei einer Religion)) und ich verstehe auch nicht, warum du bei jeder Gelegenheit so unprofessionell versuchst meine Meinung falsch darzustellen, bzw. mich zu einer Stellungnahme durch deine falsche Darstellung zu zwingen.

Für dich nochmals zur Erklärung: Hier geht es um Flaschen die mit Kronkorken verschlossen wurden. Ich habe nie behauptet dass diese nicht platzen können.
Ich behaupte: Bei normalen Gebrauch können Bügelflaschen auch bei Überkarbonisierung nicht platzen. Diese lassen über den Gummi Druck ab.
Ja, es gibt User die behaupten ihnen seien Bügelverschlussflaschen gesprungen. Ich sage nicht dass diese lügen (was du mir auch in der Vergangenheit immer wieder unterstellt hast) sondern gebe zu bedenken, dass es auch andere Umstände geben kann unter denen Flaschen zerbrechen können. Auslösen von Eigenschwingungen des Glases, Haustiere oder schlicht kaputtes Interieur seien hier als Möglichkeiten genannt. Ich kenne die Ursachen nicht - du übrigens auch nicht.
Niemand der es bisher absichtlich versucht und dokumentiert hat, hat ohne nachzuhelfen eine überkarbonisierte Bügelflasche intrinsisch zum platzen gebracht. Soweit zur Faktenlage. Es gibt dazu bebilderte Dokumentationen im Forum. Diesen Versuchen gegenüber stehen ein paar Erzählungen, deren Umstände nicht kontrolliert waren und die ich daher nicht auf der selben Ebene werten kann.

Und ich Wahnsinniger nehme mir heraus davon etwas abzuleiten was nicht deiner Meinung entspricht. Muss ich mich jetzt dafür entschuldigen bis du aufhörst die Unwahrheit zu verbreiten? Muss ich irgendwo ein Opfer darbringen bis es OK ist eine eigene Meinung zu haben die deiner Meinung widerspricht?
Viel klüger wäre es, meiner Einladung zu folgen, dem Thema wissenschaftlich nachzugehen (du hast das leider ganz schnell abgelehnt, da es für dich bewiesen ist).

Abschließend empfehle ich den Abriss vom Narziß in seiner 7. Auflage der auf Seite 413 Bügelflaschen als ganz ungünstig empfindet, weil über den Verschluss verhältnismäßig viel Sauerstoff diffusiert, während Kronkorken relativ dicht sind.

Aja Johnny: Tut mir leid dass dir das passiert ist und ich hoffe es waren die letzten die dir geplatzt sind!

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#26

Beitrag von Ladeberger » Samstag 5. März 2016, 14:19

Mir ist bei verschiedenen Hobbybrauerbieren mit Kronenkorken aufgefallen, dass der Kronenkorken stark angepresst ist und sich schwerer öffnen lässt als kommerzielle Abfüllungen. Unter Umständen kann der Kronenkorken dann nicht mehr wie vorgesehen als Sollschwachstelle fungieren, sondern bleibt länger dicht. Kommen dann strukturelle Schäden an der Flasche und eine starke Karbonisierung hinzu ist die Katastrophe vorprogrammiert.

Ist aber nur eine Theorie.

Gruß
Andy

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#27

Beitrag von Ursus007 » Samstag 5. März 2016, 14:35

Johnny H hat geschrieben:
Ursus007 hat geschrieben:Ahhh, habs grad gecheckt: Die Lammsbräu 330ml in grün haben einen schmalen Kragen oben. Die bekomm ich mit der Greta auch nicht zu.
Naja, zu war die Flasche ja schon - von daher die "phänomenale" Sprengkraft! :achtung
Naja, Du schreibst ja, dass Du viel Kraft brauchtest / aufgewendet hast. Vielleicht liegt hier des Pudels Kern begraben. :Grübel Ich hab mit ganz normalem Kraftaufwand keinen Erfolg gehabt und hab dann nicht weitergemacht. Eben nur in "Normalhalsflachen umgefüllt" und den anderen Verkorker besorgt. Nur 'ne Theorie.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#28

Beitrag von tauroplu » Samstag 5. März 2016, 15:49

Andy, das kann ich so nicht bestätigen, zumindest mit meinem sehr massiven Kronkorkverschließgerät. Bei der Greta, die anfangs ja auch hatte, hast Du nicht so die Kontrolle über die Festigkeit beim Aufbringen des Kronkorkens.
Bei meinem Tischmodell kann man viel besser dosieren, sodass mehr oder weniger immer die gleiche Kraft beim Verschließen aufgewendet wird. Da wir momentan immer mal wieder Kaufbiere trinken im Gemisch mit Selbstgebrautem kann ich für mich zumindest sagen, dass es da keinen Unterschied beim Öffnen der Flaschen gibt, immer gleich schwer/leicht.
Beste Grüße
Michael

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#29

Beitrag von Ladeberger » Samstag 5. März 2016, 16:04

Das stimmt Michael, ich habe mit meiner Corona auch keine Probleme in der Richtung. Ich bezog mich auf fremde Hobbybrauerbiere und das betraf natürlich auch nicht alle.

Gruß
Andy

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#30

Beitrag von tauroplu » Samstag 5. März 2016, 16:09

Ah, verstehe.
Beste Grüße
Michael

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#31

Beitrag von Sauhamml Seppl » Samstag 5. März 2016, 16:11

Aus eigener, leidvoller Erfahrung kann ich sagen, dass man mit der Greta sehr schnell zu viel mechanischen Druck auf die Flaschen ausübt und die Flaschen so durch Mikrorisse o. ä. am Hals und oben an der Öffnungswulst beschädigt. Das führt dann in Verbindung mit dem Druckaufbau im Innern dazu, dass die Flasche platzt, selbst bei niedrigeren Druckverhältnissen. Ich bin deswegen sicherheitshalber auf einen Standverkorker umgestiegen, der ist mir sicherer.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#32

Beitrag von Johnny H » Samstag 5. März 2016, 16:22

Ursus007 hat geschrieben:
Johnny H hat geschrieben:
Ursus007 hat geschrieben:Ahhh, habs grad gecheckt: Die Lammsbräu 330ml in grün haben einen schmalen Kragen oben. Die bekomm ich mit der Greta auch nicht zu.
Naja, zu war die Flasche ja schon - von daher die "phänomenale" Sprengkraft! :achtung
Naja, Du schreibst ja, dass Du viel Kraft brauchtest / aufgewendet hast. Vielleicht liegt hier des Pudels Kern begraben. :Grübel Ich hab mit ganz normalem Kraftaufwand keinen Erfolg gehabt und hab dann nicht weitergemacht. Eben nur in "Normalhalsflachen umgefüllt" und den anderen Verkorker besorgt. Nur 'ne Theorie.
Mit recht hoher Wahrscheinlichkeit sogar! Ich habe jetzt mal ein Foto gemacht von meiner Greta in geschlossenem Zustand. Die Zentrierbleche schließen zwar schon einigermaßen bündig, aber die vier Ecken, an denen die beiden Bleche zusammenkommen, sind recht scharfkantig (geworden?). Das Metall ist an der Innenseite, also da, wo Flaschenkontakt ist, auch ein wenig nach oben gedrückt (worden?). Auf dem Photo sieht man das so ein bisschen - ich habe ein paar Pfeile rangemalt.

Wenn man dann so kräftig beim Verschließen drückt wie ich, verursacht man vermutlich ganz einfach Schäden.

Die Bleche werde ich jetzt erst mal abfeilen bzw. entgraten. Langfristig muss ich mir dann was überlegen. Entweder einen Tischverkorker (Michael/tauroplu hat mir ein sehr schönes Modell empfohlen), oder nur noch Bügelflaschen. Dazu suche ich dann auch mal nach Überlaufwannen und/oder Kisten, die auf meine Schränke passen.

Auf jeden Fall vielen Dank für die zahlreichen Hinweise, und vielleicht nützt das ganze ja auch jemand anderem was. Gestern und heute ist mir mal wieder bewusst geworden, dass unser Hobby potenziell gar nicht mal so ungefährlich ist: Temperatur, Druck, CO2 etc. etc.
Greta.JPG
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#33

Beitrag von Bierwisch » Samstag 5. März 2016, 19:02

Ich behaupte: Bei normalen Gebrauch können Bügelflaschen auch bei Überkarbonisierung nicht platzen. Diese lassen über den Gummi Druck ab.
Das ist falsch!

Hallo sto lat,
ich habe es selbst ausproBIERt. Meine Flaschen werden so karbonisiert, wie oben beschrieben. Nur ein einziges Mal habe ich vergessen, das ganze nochmal umzurühren und hatte damit eine Kiste totel überkarbonisiertes und eine Kiste schales Bier, der Kasten dazwischen war größtenteils in Ordnung.
Zum Glück standen die Kisten übereinander im Nebengelaß, als es plötzlich einen ordentlichen Schlag gab - eine Bügelflasche hatte nichts von Deiner Theorie gewußt und war ob des zu hohen Drucks zerplatzt (atomisiert wäre nur unwesentlich übertrieben). Dabei hat sie noch zwei Nachbarn in den Untergang mitgerissen.
Meine Vermutung - es gab am Glas keine offensichtlichen Schwachstellen und abblasen hat nicht funktioniert, da war der Druck auf den Flaschenkörper überall gleich und so war kein Splitter größer als ein Sandkorn.

Darum kann ich allen, die nach diesem Schema karbonisieren nur empfehlen, immer sehr viel Sorgfalt auf eine gleichmäßige Durchmischung von Jungbier und Speise zu achten. Meine Ferndiagnose wäre auch in dem geschilderten Fall, daß es aus irgendeinem Grund zu einer zu hohen Speisegabe gekommen ist. Das Schadensbild spricht jedenfalls dafür.

Kronkorkenflaschen hingegen blasen sehr wohl ab: ein Bekannter hat ein Fuhrunternehmen und eines seiner Fahrzeuge ist mal vollbeladen mit Bier in einen Unfall geraten. Es ging einiges zu Bruch, aber die Flaschen, die ganz geblieben sind und das waren mehr als zwei Drittel, waren hinterher nur noch teilbefüllt...

Ich hoffe, daß diese Frage nun ein für alle Mal beantwortet ist, gelle?!

Gruß,
Bierwisch
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#34

Beitrag von Sto Lat » Samstag 5. März 2016, 19:49

Bierwisch hat geschrieben:

Kronkorkenflaschen hingegen blasen sehr wohl ab: ein Bekannter hat ein Fuhrunternehmen und eines seiner Fahrzeuge ist mal vollbeladen mit Bier in einen Unfall geraten. Es ging einiges zu Bruch, aber die Flaschen, die ganz geblieben sind und das waren mehr als zwei Drittel, waren hinterher nur noch teilbefüllt...
Sers,

danke für deinen Input.
Ich habe nie behauptet, dass Kronkorkenflaschen NICHT abblasen. Ich halte sie nur für deutlich gefährdeter was das Platzen betrifft. Für diese Theorie spricht auch das deutlich geringere diffusieren über den Kronkorken gegenüber dem Bügelverschluss. Die Dinger sind einfach dichter. Aber auch ich kenne Bilder (und habe diese hier schon gepostet), wo Kronkorkenflaschen ablassen. Ich würde aber keine Hand drauf verwetten, dass sie das immer tun.

Mich würde interessieren, ob du Bierflaschen, und zwar echte Bierflaschen verwendet hast. Was mich an deiner Erzählung wundert ist, dass es deine Flasche gleichmäßig in Sandkorngröße zerfetzt hat. Glas ist amorph und hat niemals eine gleichmäßige Struktur (außer Spezialgläser), dass es sie gleichmäßig klein zerlegt ist nicht möglich. Zudem verfügen echte Bierflaschen über Sollbruchstellen am Boden. Dies macht man, damit die Flasche sich nach unten entleert und nicht den ganzen Raum vollspritzt. Wenn es zu einem platzen durch Überdruck gekommen wäre, hätte das Ergebnis nie so ausgesehen wie du schreibst - oder du hast übertrieben (oder ich habe dich falsch verstanden).
Mich würde auch interessieren, ob auf den Flaschen noch etwas stand (Kiste auf Kiste gestapelt zB).

Vielleicht kannst du mir hier noch ein paar Infos geben, - wäre nett.

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#35

Beitrag von Sura » Samstag 5. März 2016, 20:29

Das ist ja ne schöne Sauerei...... :/

Ich habe im Baumarkt nach ner Plastikkiste mit Deckel geschaut in der meine Flaschen in der Nachgärung Platz finden. Passen 24 0.5er Flaschen rein und lassen sich stapeln.
Ich habe die Eterna zum verkorken, und habe nicht das Gefühl das die Flaschen schwerer aufgehen. Einzig unschön ist ein knapp 0.5cm durchmessender Abdruck mittig im Kronkorken nach dem verkorken. Ansonsten hat die seitliche Kunststoffführungen die den Flaschenhals packen.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#36

Beitrag von Ursus007 » Samstag 5. März 2016, 20:57

Drum find ich die Eterna besser: Mit den Kunststoffgreifern schont sie den Hals mehr als die Metallklauen der Greta.

Sorry, aufrund der femininen Namen schreib ich immer "die", obwohl es "der" Verkorker heißt.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#37

Beitrag von Hopfenprinz » Sonntag 6. März 2016, 08:48

Moin,

bei dem ganzen Geschmadder in der Küche kann man letztendlich aber noch "froh" sein, dass niemand in der Nähe war! Bei dem Gedanken wird einem ja echt anders..

Ich verwende auch nur Bügelverschluss- Flaschen. Es ging schon los, als ich früher noch Wein hergestellt und diesen dann in die Bügelflaschen gefüllt habe. Da ist es mir häufig passiert, dass der Wein in der Flasche noch langsam weiter vergoren ist, besonders bei Apfelweinen hatte ich damit Probleme. Meistens hat sich tatsächlich der runde Gummi-Dichtring nach außen gedrückt und der Druck konnte raus.
Bierwisch hat geschrieben:Ich behaupte: Bei normalen Gebrauch können Bügelflaschen auch bei Überkarbonisierung nicht platzen. Diese lassen über den Gummi Druck ab.
Dass eine Bügelverschluss-Flasche platzen kann, ist mir dabei auch schon passiert. Einer Flasche hat es den Boden weggesprengt (ähnlich wie auf'n Foto oben). Habe ich aber erst mal nicht gemerkt, die Flasche stand in Kisten gestapelt übereinander im Vorratsraum und von außen hat man nichts gesehen. Der Inhalt hat sich schön verteilt und die Fruchtfliegen haben sich drüber gefreut.
Mittlerweile haben die Bügelverschlüsse aber auch Dichtungskappen - was passiert dann?

Danach habe ich mein Wein-Equipment verschenkt und angefangen, Bier zu brauen. Mein dritter Sud war gleich heftig überkarbonisiert, mittels Bügelverschluss kann man dann wenigstens noch gut Druck abzischen lassen.

Grüße - André
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#38

Beitrag von Sto Lat » Sonntag 6. März 2016, 09:08

Danke Hopfenprinz, dein Bericht ist für mich interessant.
Nur zwei Fragen: Hat es Bierflaschen zersprengt (klingt für mich so, will nur sicher gehen) oder handelte es sich um "andere Flaschen"und war gewährleistet, dass der Verschluss wirklich ablassen konnte (mit anderen Worten: Kann es sein, dass die Kiste darüber den Verschluss am ablassen gehindert hat)?

El Gordo

Re: 3 Flaschen geplatzt!

#39

Beitrag von El Gordo » Sonntag 6. März 2016, 09:44

Hallo Sto Lat

Sorry, ich hab hier jetzt länger nicht mehr reingeschaut.
Tut mir leid, dass Du dich so aufregst.

Das ändert aber nichts daran, dass es durchaus Berichte von geplatzten Bügelflaschen gibt.
Ich kann nichts dafür, dass Du diese Berichte anzweifelst bzw irgendwelche Katzen oder vermutlich sogar Erdbeben oder was auch immer dafür verantwortlich machst. Die naheliegenste Lösung, dass die Flaschen einfach geplatzt sind, schließt Du seltsamerweise kethegorisch aus und suchst nach komplizierteren Ursachen, nur damit Deine Behauptung stimmt.
Ich halte diese Vorgehensweise für wesentlich sinnvoller:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ockhams_Rasiermesser

Ich kenne natürlich den Versuch, bei dem die Bügelflaschen alle abgeblasen haben. Dies wurde auch sehr gut dokumentiert. Nur hat das bei den paar Flaschen keine statistische Signifikanz. Ich könnte wetten, dass bei dem selben Versuch mit tausend Flaschen mehrere davon geplatzt wären. Und eine Flasche ist im Zweifelsfall schon eine zu viel wenn sie dich erwischt.

Dein Ton mir gegenüber ist jedenfalls nicht in Ordnung und zeugt nicht gerade von Souveränität.
Aber macht mir nichts aus, ich kann gut damit leben :Greets
Bierwisch hat geschrieben:
Ich hoffe, daß diese Frage nun ein für alle Mal beantwortet ist, gelle?!
Die Hoffnung stirbt zuletzt. ....


Stefan

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#40

Beitrag von Hopfenprinz » Sonntag 6. März 2016, 11:31

ja, das war definitiv eine Bierflasche der ortsansässigen Brauerei. Habe ich selbst ausgetrunken und gereinigt. Die Flaschen lagere ich in den dafür vorgesehenen Kisten, also werden die Verschlüsse nicht von darüber gestapelten Kisten am Ablassen behindert.
Letztendlich kann ich aber nicht ausschließen, dass die geplatzte Flasche schon eine Vorschädigung hatte. Im Bereich des Flaschenbodens könnte das etwa durch zu heftiges Aufsetzen der Pulle auf eine harte Fläche passieren. ...Theorie hin oder her..., wie Stefan schon schreibt, statistisch nicht verwertbar.

Ich bin kürzlich bei unserer Brauerei vorstellig geworden und habe dort eine größere Menge fabrikneuer Flaschen zum Einkaufspreis von 0,45 € plus Steuer gekauft. Die sind jedenfalls nicht schon -zig mal übers Band gelaufen und haben keine zweifelhafte Vorgeschichte. Das ganze ohne stundenlanges Reinigen!
Grüße - André

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#41

Beitrag von Johnny H » Sonntag 6. März 2016, 12:29

Bierwisch hat geschrieben:[...]ich habe es selbst ausproBIERt. Meine Flaschen werden so karbonisiert, wie oben beschrieben. Nur ein einziges Mal habe ich vergessen, das ganze nochmal umzurühren und hatte damit eine Kiste totel überkarbonisiertes und eine Kiste schales Bier, der Kasten dazwischen war größtenteils in Ordnung.
Zum Glück standen die Kisten übereinander im Nebengelaß, als es plötzlich einen ordentlichen Schlag gab - eine Bügelflasche hatte nichts von Deiner Theorie gewußt und war ob des zu hohen Drucks zerplatzt (atomisiert wäre nur unwesentlich übertrieben). Dabei hat sie noch zwei Nachbarn in den Untergang mitgerissen.
Meine Vermutung - es gab am Glas keine offensichtlichen Schwachstellen und abblasen hat nicht funktioniert, da war der Druck auf den Flaschenkörper überall gleich und so war kein Splitter größer als ein Sandkorn.

Darum kann ich allen, die nach diesem Schema karbonisieren nur empfehlen, immer sehr viel Sorgfalt auf eine gleichmäßige Durchmischung von Jungbier und Speise zu achten. Meine Ferndiagnose wäre auch in dem geschilderten Fall, daß es aus irgendeinem Grund zu einer zu hohen Speisegabe gekommen ist. Das Schadensbild spricht jedenfalls dafür.[...]
Bierwisch,

vielen Dank für Deine Schilderung, sehr interessant.

Trotzdem halte ich es in meinem Fall bisher für recht unwahrscheinlich, dass eine Überkarbonisierung aufgrund schlechter bzw. ungenügender Vermischung vorlag. Dafür gibt es die folgenden Gründe:

- ich mache es so, wie oben geschildert, seit geraumer Zeit und hatte, seit ich das so mache, noch nie ein Problem mit ungleichmäßiger Karbonisierung. Vorbehaltlich der Möglichkeit, dass ich in nächster Zeit diesbezüglich noch was an dem Sud feststelle, gilt für mich im Moment: die Vermischung war einwandfrei. Dafür (und für das im nächsten Punkt folgende) spricht übrigens auch, dass mir neulich schon eine Flasche geplatzt ist bei einem gleichmäßig karbonisiertem Sud.
- die Beobachtungen bzw. festgestellten scharfen Kanten an den Zentrierscheiben meiner Greta deuten m.E. eher darauf hin, dass hier die Ursache liegt (Probleme mit der Greta bzw. Mikrorisse am Flaschenhals oder -wulst als Ursache für das Platzen von Flaschen werden ja außerdem auch von anderen und in der Literatur geschildert)
- die Stärke der Explosion ist in meinem Fall vermutlich darauf zurückzuführen (wie von Philipp ganz oben schon angemerkt), dass die Flasche nur teilbefüllt war. Dadurch konnte eine relativ hohe Gasmenge schlagartig expandieren, was in diesem Fall auch zwei andere Flaschen mitgenommen hat

Zu letzterem ein paar Zahlen: angenommen, ich hatte in der fraglichen Flasche einen Leerraum von etwa 0,15l, die berechnete Karbonisierung von 5 g CO2/l und eine Temperatur von 21°C, dann lagen lt. Spundungstabelle etwa 2,1 bar vor (vermutlich etwas weniger, da sich das durch NG entstandene CO2 tw. im Kopfraum bzw. Leervolumen verteilt). Bei Versagen der Flasche fällt der Druck naturgemäß auf Atmosphärendruck, und somit (da p.V = konstant) expandiert das Gasvolumen in der Flasche von 0,15l schlagartig auf etwa das Doppelte, also 0,3l. Leicht verzögerte Entgasung bzw. Gasentbindung aus dem Bier kommt noch hinzu (bei 0,2l Bier und geplanten 5 g CO2/l näherungsweise nochmal 0,2l - habe hier das im Kopfraum verteilte CO2 bereits abgezogen). Das ist zwar nicht ganz genau gerechnet, aber insgesamt entstehen so schlagartig etwa 0,3l Gas auf engstem Raum und dann nochmals 0,2l. Die Flüssigkeit selbst expandiert hingegen kaum.

In Deinem Fall (bei Deinen überkarbonisierten Flaschen nehme ich jetzt mal 8 g CO2/l an, lt. Spundungstabelle entspricht das 3,9 bar bei 20°C) expandiert dagegen nur wenig Kopfraum (0,05l?). Bei schlagartiger Expansion dessen entstehen so etwa 0,05l x 3,9 Bar = 0,2l, also unmittelbar sogar weniger als in meinem Fall. Dazu kommt dann natürlich das sich vermutlich schnell entbindende Gas aus der Flüssigkeit - das sind bei 8 g CO2/l (0,5l Flasche) 4g CO2, was wiederum etwa 2 Litern (!!) Gas entspricht, was wiederum deutlich mehr ist als bei mir.

Bei so einem Druck ist es auch für mich eher nachvollziehbar, dass eine doch recht viel dickere Bügelflasche platzt. Hier wird übrigens behauptet, Bierflaschen müssten 4,0 bar Innendruck aushalten (ich weiß aber nicht, ob diese Behauptung stimmt, Alt-Phex hat glaube ich mal was zu Materialspezifikationen geschrieben). Bei Wikipedia ist die Rede von über 10 bar.

Aus dem Bruchmuster kann man m.E. nicht allzu viel herleiten, bis auf die Tatsache, dass "catastrophic material failure" (ich weiß nicht, ob es den wörtlich übersetzten Begriff "katastrophales Materialversagen" im Deutschen so gibt) vorlag. Das kann man schlecht vorhersagen. Sto Lat hat weiter oben geschrieben, Glasflaschen hätten Sollbruchstellen am Boden. Das steht hier auch. So gesehen vermute ich auch, dass in Deinem Fall Mikrorisse vorlagen, die schon weit vor dem Erreichen des Limits an der Sollbruchstelle ausgelöst haben.

Hier übrigens ein Gerichtsurteil zu den Folgen einer Flaschenexplosion aufgrund von Mikrorissen.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#42

Beitrag von Johnny H » Sonntag 6. März 2016, 12:43

Um noch was zur für diesen Thread nur indirekt relevanten Bügelflaschen-Frage zu schreiben: warum soll es nicht möglich sein, dass eine Bügelflasche durch innere oder äußere Mikrorisse so beschädigt ist, dass diese schon vor Erreichen des Ablassdrucks am Bügelverschluss bricht bzw. zersplittert? Dazu findet man doch wirklich jede Menge Literatur. So steht z.B. bei Wikipedia:
Die Innendruckbeständigkeit einer gefüllten, mit Kronkorken verschlossenen Bierflasche bei etwa 18 °C (Raumtemperatur) liegt um zehn bis maximal 40 bar. Sie nimmt mit jedem Kratzer an und in der Flasche deutlich ab. Der Kronkorkenverschluss ist der gewollte Schwachpunkt. Er soll bei mehr als sechs bar Innendruck undicht werden und den Druck ablassen - abblasen in der Brauersprache. Dies ist eine Sicherheitsmaßnahme, um einem Platzen der Glasflasche beim Transport und im Handel vorzubeugen.
Ja, ich weiß, der zitierte Absatz bezieht sich auf Kronkorkenflaschen. Relevant ist aber das, was ich fett markiert habe: Kratzer und Mikrorisse reduzieren die Druckfestigkeit von Glasflaschen ganz erheblich!

Darüber hinaus muss es doch sicherlich möglich sein, die relevanten Parameter herauszufinden (u.a. den Ablassdruck eines Bügelverschlusses). Dazu kommt sicherlich auch, dass der eine oder andere von uns schon mal Bügelverschlüsse nachgezogen hat, was den Ablassdruck höchstwahrscheinlich verändert.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#43

Beitrag von Sto Lat » Sonntag 6. März 2016, 12:51

Ja, ich muss mich wohl oder übel dahingehend damit abfinden, dass auch Bügelflaschen platzen können. Scheint aber trotzdem deutlich unwahrscheinlicher zu sein als bei Kronkorkenflaschen.
Die Erzählung von Hopfenprinz ist die Erste, die wirklich authentisch klingt.

Soweit ich weiß, halten echte Bierflaschen bis zu 6 Bar aus. Beim Flaschenbauer kann man sich vorher die Flaschen prüfen lassen - kostet dann aber mehr.
Risse dürften nicht zum platzen führen. Da kann sich kein Druck aufbauen. Hatte ich alles schon.
Es müssen eher Strukturelle Probleme vorliegen.

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#44

Beitrag von Johnny H » Sonntag 6. März 2016, 13:17

Sto Lat hat geschrieben:Ja, ich muss mich wohl oder übel dahingehend damit abfinden, dass auch Bügelflaschen platzen können. Scheint aber trotzdem deutlich unwahrscheinlicher zu sein als bei Kronkorkenflaschen.
Sie sind m.E. dicker! Darin besteht m.E. der wesentliche Unterschied. Das mit dem Abblasen trägt aber vermutlich auch dazu bei. Ich finde leider keinen Wert für den Ablassdruck von Bügelverschlüssen.
Sto Lat hat geschrieben:Risse dürften nicht zum platzen führen. Da kann sich kein Druck aufbauen. Hatte ich alles schon.
Es müssen eher Strukturelle Probleme vorliegen.
Die Literatur ist voll mit Berichten über das Versagen von verschiedensten Glasflaschen aufgrund von Mikrorissen, teilweise mit katastrophalen Folgen. Hier ein paar:
http://www.kanzlei-rossleben.de/ranewsf ... s11628.htm
http://lorenz.userweb.mwn.de/urteile/bghz129_353.htm
http://www.ra-kotz.de/limoflaschenexplosion.htm
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#45

Beitrag von Johnny H » Sonntag 6. März 2016, 13:36

Noch als Nachtrag zu den 26er-Zentrierblechen von meiner Greta: die von mir oben im Foto markierten Stellen, an denen es das Metall weggedrückt hat, sind so scharf, dass ich problemlos Papier damit durchschneiden kann. Leider habe ich kein Fensterglas o.ä., damit ich ausprobieren kann, ob sich die Enden als Glasschneider eignen.

Ich kann nur jedem Greta-Besitzer raten, von Zeit zu Zeit sich die Zentrierbleche anzuschauen und bei evtl. scharfen Stellen sofort zu reagieren!!

Edit: Begrifflichkeit korrigiert bzw. präzisiert
Zuletzt geändert von Johnny H am Sonntag 6. März 2016, 14:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#46

Beitrag von Malzwein » Sonntag 6. März 2016, 13:50

Das bringt mich auf einen anderen Gedanken: wie oft kommt es eigentlich vor, dass eine Flasche "explodiert"? Haben das hier viele schon erlebt?

Seit meinem Schnitt in der Hand durch eine quasi explodierte Flasche, der genäht werden musste, bin ich ein gebranntes Kind. Mir sind in den Jahren schon einige Flaschen explodiert, nicht nur mit Selbstgebrautem. Letzteres sogar weniger, da ich das Bier normalerweise im Keg lasse. Eine "gesprengte" Flasche ist zwar nichts alltägliches, aber erscheint mir auch nicht gerade extrem selten.

Bezüglich der hier viel diskutierten Frage des geweblichen Verkaufs von Selbstgebrautem auch in Flaschen ist die Haftungsfrage auch von Bedeutung. Wenn es durch Glasbruch Verletzungen gibt, können die ja recht heftig sein.
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut! :P

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#47

Beitrag von Fricky » Sonntag 6. März 2016, 14:26

Malzwein hat geschrieben:Das bringt mich auf einen anderen Gedanken: wie oft kommt es eigentlich vor, dass eine Flasche "explodiert"? Haben das hier viele schon erlebt?
Eine Flasche explodiert immer nur einmal. :Wink

Nein Spass beiseite. Mir ist es in 17 Jahren vielleicht 3-5 mal passiert. Allerdings verwende ich nur Bügelverschlüsse.

Gruß, Peter.

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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#48

Beitrag von Hagen » Sonntag 6. März 2016, 14:38

Malzwein hat geschrieben: Bezüglich der hier viel diskutierten Frage des geweblichen Verkaufs von Selbstgebrautem auch in Flaschen ist die Haftungsfrage auch von Bedeutung. Wenn es durch Glasbruch Verletzungen gibt, können die ja recht heftig sein.
Moin Matthias, im kleinstgewerlichen Bereich würde man doch eher mit Flaschen mit GDA befüllen und auf Flaschengärung verzichten, oder? :Wink
Besten Gruß

Hagen

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Ursus007
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#49

Beitrag von Ursus007 » Sonntag 6. März 2016, 15:08

Seit über 25 Jahren Kaufbierkäufer und -vernichter (orale Entsorgung) ist mir das bei Kaufbier noch nie passiert. Nie! Und ich rede hier nicht von einer Flasche pro Woche. Nicht! Und ich behandel die Flaschen wahrlich nicht wie rohe Eier. Nicht!!

Bei Hobbybrauern kenne ich direkt nur den einen eigenen Vorfall seit 2,5 Jahren eigener Abflascherei. Den Rest nur aus diesem Forum.

Und mal ehrlich: Wieviel Millionen oder Milliarden Flaschen Kaufbier kreisen in der Republik und wieviel zehn-/hunderttausend Hobbybrauerflaschen erzeugen wir pro Jahr. Den Einzelfall mal nicht betrachtet: das sind verschwindend geringe Promillebruchteile, wo es mal knallt. Selbst wenn man hier so erwähnte 20 Fälle in Betracht zieht.

Also ruhig weiteratmen. Andere Gefahren im Leben sind viel wahrscheinlicher.

Ursus ... der jetzt sicher nicht auf Flaschenbier verzichten wird. Nicht!!!
Aus der Kehle dringt ein Schrei:
Schütt's nei, schütt's nei!

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Johnny H
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Re: 3 Flaschen geplatzt!

#50

Beitrag von Johnny H » Sonntag 6. März 2016, 15:22

Ursus007 hat geschrieben:Seit über 25 Jahren Kaufbierkäufer und -vernichter (orale Entsorgung) ist mir das bei Kaufbier noch nie passiert. Nie! Und ich rede hier nicht von einer Flasche pro Woche. Nicht! Und ich behandel die Flaschen wahrlich nicht wie rohe Eier. Nicht!!
[...]
Siehe Michas/tauroplus Beitrag weiter oben: es gibt entsprechende Kontrollmechanismen in den Brauereien, und was da durchkommt, platzt vermutlich(?) oft gleich während der Abfüllung unter Druck. Als wir vor 1 1/2 Jahren bei Hagen einen Gemeinschaftssud mit einem GDA abgefüllt haben, sind uns m.W. auch ein paar Flaschen geplatzt. Aus einer mir bekannten Kleinbrauerei kann ich ähnliches berichten. D.h. dort ist die Abfüllung gleich auch ein Materialtest, während bei uns ja i.d. R. ohne Druck abgefüllt wird und somit der wahre Test erst später kommt.

Bei uns passierts dann insgesamt auch vielleicht öfter weil a) ungleichmäßige oder falsch berechnete Karbonisierung, b) keine bzw. unzureichende technische Kontrollmöglichkeiten, c) wie bei mir und anderen vermutlich Probleme mit der Greta, d) Flaschensterilisation im Backofen, e) sonstiges...

Edit: Beitrag nochmal umgeschrieben
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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