Samba Pale Ale nicht jodnormal / Verzuckerung von Maisstärke

Bulli
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Samba Pale Ale nicht jodnormal / Verzuckerung von Maisstärke

#1

Beitrag von Bulli » Sonntag 28. Februar 2016, 16:02

Hallo zusammen,

braue gerade das Samba Pale Ale: http://www.maischemalzundmehr.de/index. ... torhav=3.6

Kombirast 90 min bei 67° (+/-1 Grad getroffen), dann auf 72° - 74° hoch, hier seit inzwischen rund einer Stunde gehalten, aber die Maische will ums Verrecken ('schuldigung :puzz ) nicht Jodnormal werden. Jodprobe ist und bleibt rabenschwarz.

Kann das am Polenta-Maisgries bzw. den Cornflakes liegen? Hab keine Seitenbacher Cornflakes bekommen, hab die zuckerfreien "Bio" Cornflakes aus dem DM Drogeriemarkt genommen. Polenta Maisgries ist ausm Norma.

Irgendwo hab ich mal gelesen, dass der Polenta Maisgries vorbehandelt wäre, und man daher den nicht vorkochen müsse zum Bier brauen.... Vielleicht ist das nicht bei allen der Fall...?

Das Pilsner Malz hab ich vor ca. 3 Monaten gekauft (bereits geschrotet), kann es sein dass es daran liegt...? :Waa
Zuletzt geändert von Bulli am Donnerstag 3. März 2016, 11:33, insgesamt 2-mal geändert.

El Gordo

Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#2

Beitrag von El Gordo » Sonntag 28. Februar 2016, 16:05

Das ist seltsam. Ich würde mal weiter machen. Oft ist es dann spätestens nach dem Läutern iodnormal. Die Alphaamylase bleibt ja beim Läuter aktiv.
Und ein Blausud ist kein Weltuntergang wenn man das Bier nicht zu lange lagert.

Stefan

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#3

Beitrag von raistlin » Sonntag 28. Februar 2016, 16:09

Rühr noch mal sehr gut um und warte. Ich weiß nicht, ob es was damit zu tun hat. Die Polenta setzt sich sehr fest ab. Evtl. behindert dies die Verzuckerung. Es muss ja irgendwie Wasser rankommen.
Maischt du im Thermoport?

Gruß

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#4

Beitrag von Bulli » Sonntag 28. Februar 2016, 17:14

raistlin hat geschrieben:Rühr noch mal sehr gut um und warte. Ich weiß nicht, ob es was damit zu tun hat. Die Polenta setzt sich sehr fest ab. Evtl. behindert dies die Verzuckerung. Es muss ja irgendwie Wasser rankommen.
Maischt du im Thermoport?

Gruß
Hallo,

nein, ich maische im Profi-Cook mit Rührwerk. Temperaturverteilung oben / unten im Kessel war +/- 1°, d.h. die Durchmischung hat sehr gut funktoniert. Daran kanns nicht liegen.

Ich hab jetzt inzwischen abgemaischt, kann ja nicht ewig die Würze kochen... Blau hin, Sud her...

Obwohl wenn ich mir das Läutern jetzt so ankucke, wirds wahrscheinlich morgen früh bis ich fertig bin...das ist ja eine Katatrophe... :Shocked
Da läuft ja gar nix :thumbdown

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#5

Beitrag von flying » Sonntag 28. Februar 2016, 17:24

Das geschrotete Malz war nach 3 Monaten offensichtlich schon geschädigt. Den Sud kannst Du vermutlich in die Tonne kloppen, wenn es noch so dick (durch Stärke?) ist.
Held im Schaumgelock

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#6

Beitrag von El Gordo » Sonntag 28. Februar 2016, 17:24

Irgendwie scheint Polenta nicht gleich Polenta zu sein.
Ich hab das echt schon oft gebraut und hatte weder Blausud noch Läuterprobleme.

Mach auf keinen Fall den Hahn zu weit auf und schneide immer wieder mit einem langen Messer quadratförmig auf.

Stefan

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#7

Beitrag von wwwcom » Sonntag 28. Februar 2016, 17:29

Könnte er nicht versuchen nochmal Pilsner Malz dazu zu geben? Und zu hoffen das die Enzyme dann ausreichen? Pilsner wäre zwar optimal aber andere würden auch gehen.

Gruß Manu
Auch Wasser wird zum edlen Tropfen, mischt man es mit Malz und Hopfen.

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#8

Beitrag von Johnny H » Sonntag 28. Februar 2016, 17:32

Sich nicht einstellende Jodnormalität und Läuterprobleme beim Samba? Gibt's ja nicht! :Wink

Bei meinem ersten Samba hatte ich letzteres. Die Polenta (einfach miteingemaischt) hat sich bei mir nicht aufgelöst, ist munter durchs Läuterblech gerutscht und hing dann teilweise nach dem Kochen am Deckel meines Einkochers. Geschmeckt hat's trotzdem.

Bei meinem zweiten Samba habe ich die Polenta sehr ausgiebig separat vorgekocht. Jodnormal wurde es aber trotzdem nicht richtig bzw. es hat ewig gedauert. Geschmeckt's hat's trotzdem.

Bei meinem dritten Samba habe ich die Polenta (eine Bio-Polenta aus dem Biomarkt) nach Packungsvorschrift im Einkocher "zubereitet", d.h. kurz vorgequollen in heißem Wasser, wenn ich mich recht erinnere. Diesmal hat alles einwandfrei funktioniert: keine Läuterprobleme und perfekte Jodnormalität. Geschmeckt's hat's eher weniger, was aber an der etwas unpassenden Withefe lag.

Auch bei einem Gemeinschaftssud (diesmal mit Maisflocken) hatten wir immense Probleme mit der Jodnormalität, und von einem mir bekannten professionellen Brauer habe ich ähnliches gehört.

Solche Probleme hängen m.E. irgendwie mit der Maisstärke zusammen. Dazu gibt es Unterschiede bei den verschiedenen Maisgries- bzw. Polentasorten. Mit manchen klappts ohne Probleme, aber andere muss man m.E. vorverkleistern (und auch das klappt nicht immer problemlos).
Zuletzt geändert von Johnny H am Sonntag 28. Februar 2016, 19:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#9

Beitrag von Bulli » Sonntag 28. Februar 2016, 18:55

Johnny H hat geschrieben:Sich nicht einstellende Jodnormalität und Läuterprobleme beim Samba? Gibt's ja nicht! :Wink

Geschmeckt hat's trotzdem.
danke @ Johnny H, die aufmunternden Worte hab ich gebraucht, war nämlich kurz davor, den kompletten Sud den Gully runterzukippen...

Läutern mit dem Strain-Buddy funktioniert hier nämlich GAR NICHT. Nada. Niente. Der macht komplett dicht, bereits nach 2 Litern war Ende, selbst permanentes Rühren (!) während des Läuterns bringt nichts. Offensichtlich "passen" die Körner der Polenta (oder irgendwelche anderen Bestandteile der Schüttung) genau in die Siebgröße des Strain-Buddys und machen den komplett dicht (Zur Ehrenrettung muß ich erwähnen, dass das Ding bei meinen zwei anderen Suden (nur "normales" Malz) sehr gut funktioniert hat).
DSC_0326.JPG
Ich hab dann in meiner Not den Strain-Buddy ausm Läutereimer genommen und den Rest der Würze bzw. den Nachguß direkt und lediglich durch den 3/4" Plastikhahn und Monofilamentfilter geläutert. Was soll ich sagen.... PERFEKT !

Den Monofilamentfilter hätte es gar nicht gebraucht, nach 3...4 Körnern bzw. Spelzen lief die Würze komplett klar und kontinuierlich! 15 Liter Nachguß liefen in ca. 30-40 Minuten durch.

Das hat mir jetzt den Abend gerettet :Bigsmile

Und... ich hab eine Neue "Geheimwaffe" zum Läutern von Problemschüttungen: den 3/4" Plastikhanh für 4,50 Euro :thumbsup
Dateianhänge
DSC_0321.JPG
DSC_0325.JPG

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#10

Beitrag von floflue » Sonntag 28. Februar 2016, 19:12

Hi Du,

ich nutze einen doppelten Läuterkorb. Habe im Januar ein Wit mit Weichweizengries gebraut, das Läutern war auch eine katastrophe... Mit "normalen" Malzmischungen hatte ich noch nie Probleme.
Bierbrauen ist ein perfektes Hobby um etwas wichtiges zu lernen: Geduld!

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#11

Beitrag von Archie » Sonntag 28. Februar 2016, 19:35

Hallo Bulli,

mein erster Sud war auch das Samba Pale Ale - Läutern war eine Katastrophe, jodnormal wurde auch nicht erreicht. Aber das Bier war soooo lecker, also einfach weiter machen.

Übrigends, meinen kompletten Braubericht mit allen Katastrophen kannst du hier: viewtopic.php?f=10&t=5388 nachlesen.

Gruß
Archie

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#12

Beitrag von raistlin » Sonntag 28. Februar 2016, 19:43

Oje, mit diesem Strain-Buddy konnte das nichts werden.
Mit der Läuterhexe musste ich schon 2 mal aufrühren. Aber super, dass am Ende alles gut gegangen ist.

Ich hatte die Bio Polenta vom Edeka genommen und hatte keine Probleme mit der Jodprobe.

Gruß

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#13

Beitrag von Johnny H » Sonntag 28. Februar 2016, 20:01

Ja, prima, dass es doch noch gut gegangen ist!

Mir ist eben noch eingefallen: bei unserem ersten Sud mit der Polenta am Deckel der Würzepfanne war nach dem Kochen ein ziemlich großer Berg an grauem Schleim am Grund der Pfanne. Ich gehe mal davon aus, das war Stärke. Das Bier war auch lange trotz Notti-Hefe recht trüb. Geschmeckt hat's trotzdem super! Also keine Bange!

Wir werden das Rezept vielleicht dieses Jahr wieder brauen, evtl. diesmal mit einer englischen Hefe.
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#14

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 28. Februar 2016, 20:03

Ich benutze ja auch so einen Saugkorb in meinem Läuterbottich.
Bei zwei Bieren hatte ich ebenfalls Polenta in der Schüttung, 10%
und beim zweiten Bier sogar 20%. Ich hatte weder Probleme mit
dem Läutern noch mit der Jodprobe.

Erster Sud mit Polenta von Rossmann und der zweite Sud mit
Bio-Polenta vom Aldi.
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#15

Beitrag von Ladeberger » Sonntag 28. Februar 2016, 20:39

Es gibt tatsächlich zwei Arten von Polentagrieß. Vorverkleisterter "Instant" Polentagrieß und die unbehandelte Variante. Unbehandelter Polentagrieß muss je nach Mahlgrad bis zu einer Stunde gekocht werden. Die Instantpolenta zieht hingegen innerhalb von wenigen Minuten komplett an. Das macht sicher auch beim Brauen gewaltig was aus. Oft steht die Art von Polenta nicht explizit auf der Packung, man erkennt es dann aber an der angegebenen Zubereitungszeit.

Gruß
Andy

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#16

Beitrag von Bieriges » Sonntag 28. Februar 2016, 20:46

Ladeberger hat geschrieben:Es gibt tatsächlich zwei Arten von Polentagrieß. Vorverkleisterter "Instant" Polentagrieß und die unbehandelte Variante. Unbehandelter Polentagrieß muss je nach Mahlgrad bis zu einer Stunde gekocht werden. Die Instantpolenta zieht hingegen innerhalb von wenigen Minuten komplett an. Das macht sicher auch beim Brauen gewaltig was aus. Oft steht die Art von Polenta nicht explizit auf der Packung, man erkennt es dann aber an der angegebenen Zubereitungszeit.

Gruß
Andy
...und welche Polenta sollte man für das Samba Pale Ale verwenden, um keine "Katastrophe" zu bekommen?

Cheerio
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#17

Beitrag von Ladeberger » Sonntag 28. Februar 2016, 20:53

Meines Erachtens der Instantgrieß, weil er durch die zügigere Verkleisterung schneller für den enzymatischen Abbau bereit steht.

Gruß
Andy

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#18

Beitrag von El Gordo » Sonntag 28. Februar 2016, 21:06

Dann hab ich bis jetzt wohl immer Glück gehabt. Ich vermerke das mal so im MMuM Rezept.

Stefan

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#19

Beitrag von Bieriges » Sonntag 28. Februar 2016, 21:20

Ladeberger hat geschrieben:Meines Erachtens der Instantgrieß, weil er durch die zügigere Verkleisterung schneller für den enzymatischen Abbau bereit steht.

Gruß
Andy
Aber macht der dann nicht schneller beim Läutern dicht??? :Waa
Cheerio :Drink
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#20

Beitrag von flying » Sonntag 28. Februar 2016, 21:31

Mais unterzieht man einer Nixtamalisierung, wenn es für den menschlichen Verzehr gedacht ist.
Held im Schaumgelock

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#21

Beitrag von El Gordo » Sonntag 28. Februar 2016, 21:33

Bieriges hat geschrieben:
Ladeberger hat geschrieben:Meines Erachtens der Instantgrieß, weil er durch die zügigere Verkleisterung schneller für den enzymatischen Abbau bereit steht.

Gruß
Andy
Aber macht der dann nicht schneller beim Läutern dicht??? :Waa
Wie denn wenn sich die Stärke in Zucker verwandelt hat?

Stefan

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#22

Beitrag von Bulli » Sonntag 28. Februar 2016, 21:45

der von mir benutzte Polentagries braucht lt. Packung auch lediglich eine Kochzeit von 15 Minuten (sollte also Richtung "Istant" gehen?).
Trotzdem hatte ich bis zum Schluß kein Jodnormal. Ich nehme an, da sind auch noch andere Faktoren beteiligt. Interessant wäre trotzdem, wer mit welchem Gries KEINE Jodnormal-Probleme hatte.
Bisher ist Bio-Gries von Edeka, Polentagries von Rossmann und Bio-Polentagries von Aldi (Nord?) im Rennen, die keine Jodnormal-Problemem machten.
Wobei man bei Gries vom Discounter wahrscheinlich trotz gleicher Einkaufsquelle (von "Marke" kann man beim Discounter ja nicht sprechen) verschiedene Lieferanten erwischen kann, und somit evtl. verschieden vorbehandelten Polentagries.

Die Probleme beim Läutern kommen (so denke ich) hauptsächlich daher, dass die Polentagries-Körner die Spalten bzw. Löcher in den jeweiligen Läutervorrichtungen verstopfen.
Dafür sprechen auch die Berichte von denjenigen, die von Läuterproblemen mit Weizengries berichten. Da hat man u.U. einfach Glück oder Pech mit verschiedenen Korngrößen.

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#23

Beitrag von El Gordo » Sonntag 28. Februar 2016, 21:46

Sonst nehmt halt einfach Maisflocken.

Stefan

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#24

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 28. Februar 2016, 22:53

Bisher ist Bio-Gries von Edeka, Polentagries von Rossmann und Bio-Polentagries von Aldi (Nord?) im Rennen, die keine Jodnormal-Problemem machten.
Das Maisgrieß war von Aldi Süd. Beim zweiten Sud hatte ich sogar noch unvermälzten Dinkel
(Bio-Dinkel geschliffen auch vom Aldi) mit eingemaischt. Insgesamt gut 25% Rohfrucht.
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#25

Beitrag von Johnny H » Sonntag 28. Februar 2016, 23:08

Mit Maisflocken hatten wir bei einem Gemeinschaftssud in Werder Probleme mit der Jodnormalität. Das ging einem mir bekanntem Brauer bei einem Experimentalsud (nicht Samba) ähnlich. Da gibt's m.E. irgendein Problem mit der Maisstärke.

In Bezug auf Polenta habe ich gute Erfahrungen gemacht mit Davert (nicht vorverkleistert) aus dem Bioladen.

Ich meine auch, mich zu erinnern, dass Uwe12 mal was dazu geschrieben hat, dass die Verkleisterungsmethodik auch eine Rolle spielen kann.
Zuletzt geändert von Johnny H am Sonntag 28. Februar 2016, 23:16, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#26

Beitrag von El Gordo » Sonntag 28. Februar 2016, 23:14

Hab gedacht die Flocken seien vorverkleistert.

Stefan

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#27

Beitrag von Johnny H » Sonntag 28. Februar 2016, 23:21

Ich verstehe es auch nicht. Vielleicht kommt man ja mit einer Literaturrecherche weiter. Maisstärke im Bier wird ja oft verwendet.
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#28

Beitrag von Der Unterhopfte » Montag 29. Februar 2016, 01:26

Nur mal eine Überlegung zu später Stunde, ich will dieses Bier auch irgendwann nochmal für den Sommer brauen und ja..Läuterprobleme sind zu 50/50 wahrscheinlich, wie man immer wieder lesen kann.
Könnte man das ganze, nicht irgendwie umgehen, in dem man die Polenta als einzigen Bestandteil in einen Sack tut und eben mit maischt? Also Polenta alleine im BIAB quasi?
Nur wie fein muss das Gewebe sein, um das feine Zeugs auch zu halten?
Oder eben zur Not nur Maisflocken ....wobei ich mir vorstellen kann das es geschmacklich schon ein Unterschied macht zwischen Polenta und Maisflocken.

VG
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Wer seine Schwerter zu Pflugscharen schmiedet, wird für die pflügen, die dies nicht getan haben.

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#29

Beitrag von Bulli » Montag 29. Februar 2016, 08:21

Der Unterhopfte hat geschrieben:Nur mal eine Überlegung zu später Stunde, ich will dieses Bier auch irgendwann nochmal für den Sommer brauen und ja..Läuterprobleme sind zu 50/50 wahrscheinlich, wie man immer wieder lesen kann.
Könnte man das ganze, nicht irgendwie umgehen, in dem man die Polenta als einzigen Bestandteil in einen Sack tut und eben mit maischt? Also Polenta alleine im BIAB quasi?
Nur wie fein muss das Gewebe sein, um das feine Zeugs auch zu halten?
Oder eben zur Not nur Maisflocken ....wobei ich mir vorstellen kann das es geschmacklich schon ein Unterschied macht zwischen Polenta und Maisflocken.

VG
Alex
...da geht wohl wie so oft Probieren über Studieren. Wenn ich meinen Maisgries so anschaue, sind das Korngrößen von geschätzt 1/10 mm bis 1 mm (Trockenzustand). Die musst du irgendwie zurückhalten. Ich nehme an, die üblichen Hopfensäckchen etc. würden es hier tun. Wenn Du mit Rührwerk arbeitest, hast du allerdings das Problem dass der Sack mit dem Rührwerk kollidiert. Da müste man sich was überlegen wie man den richtig befestigt. Richtige Auslaugung vom Gries in so einem Sack ist wohl auch u.U. auch schwierig.
Wobei so ein Versuch insofern interessant wäre, ob die Läuterprobleme damit behoben wären. Wenn die Läuterprobleme von unverzuckerter Stärke kommen, hättest du die auch mit so einem extra Sack (vorausgesetzt, du erreichst nicht Jodnormal).

Wir haben hier ja zwei Probleme: nicht Jodnormal und Läuterprobleme. Ich seh das als zwei unabhängige Phänomene, wobei ich mich natürlich irren kann.

Gruß Stefan

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#30

Beitrag von hutschpferd » Montag 29. Februar 2016, 08:59

Jodnormal wird bei mir das Samba Pale Ale fast nie, eigentlich wurscht, Bier wirds immer und schlecht ist mir selbst nach bis zu einem Jahr Lagerung noch keines geworden.

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#31

Beitrag von El Gordo » Montag 29. Februar 2016, 09:09

Ich hattd beide Probleme wie gesagt noch nie. Sieht sehr danach aus, dass die Polentaqualität ausschlaggebend ist.
Vielleicht sagt mal Brauwolf was dazu. Der hat das Rezept schon zigmal gebraut.

Stefan

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#32

Beitrag von Brauwolf » Montag 29. Februar 2016, 10:04

Ich habe immer Polenta von Alnatura verwendet, auch wegen des geringen Fettgehalts (0,8%). Die Polenta von Rossmann hat doppelt soviel Fett.

Läuterprobleme gab es mit Thermoport/Panzerschlauch nie.
Einmal gab es Stress in einer 100l-Anlage mit Lochblech, aber das hatte andere Gründe.

Ich werde heute mal eine Kongressmaische mit 30/70 Maisflocken/Pima ansetzen. Schaun wer mal was passiert.

Cheers, Ruthard
Wir haben alle den gleichen Himmel, aber nicht denselben Horizont.
Mein Blog: Brew24.com

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#33

Beitrag von freeflyer201 » Montag 29. Februar 2016, 10:05

Der Unterhopfte hat geschrieben:Könnte man das ganze, nicht irgendwie umgehen, in dem man die Polenta als einzigen Bestandteil in einen Sack tut und eben mit maischt? Also Polenta alleine im BIAB quasi?
Nur wie fein muss das Gewebe sein, um das feine Zeugs auch zu halten?
Oder eben zur Not nur Maisflocken
Oder du machst das ganze gleich BIAB. Ich mache das generell bei Problemschüttungen und das Wort Läuterkatastrophe kannst du aus deinem Vokabular streichen. Habe das Samba letztens im DM Wäschenetz gemaischt, hat sehr gut geklappt. Das Bier ist extrem Klar geworden, geschmacklich ist es sehr sauber und ohne Fehler.
Gruß
Yannick
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#34

Beitrag von El Gordo » Montag 29. Februar 2016, 10:29

Auf Ruthard ist einfach Verlaß :thumbup

Stefan

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#35

Beitrag von Johnny H » Montag 29. Februar 2016, 13:46

Auf das Ergebnis dieses Experiments mit Maisflocken bin ich auch gespannt!

Ich komme nochmal auf die Maisstärke zurück. In dieser Quelle sind die Verkleisterungstemperaturen bzw. -bereiche angegeben. Man sieht, dass sich diese bei Maisstärke über einen sehr weiten Bereich von 62°C bis zu 77°C und im Falle von "Waxy corn (amylose free)" sogar bis zu 80°C strecken können. Hat man nun viele solche schwer verkleisterbaren Stärkekörnchen in der Maische (oder der verwendeten Polenta) vorliegen, dann reicht natürlich eine normale Kombirasttemperatur nicht aus, um die Stärke vollständig zu verkleistern.

Darüber hinaus können stark konzentrierte Kohlehydratlösungen (also z.B. auch Maischen) die Verkleisterungstemperatur nochmal nach oben drücken. So wurde z.B. für Maisstärke(!) nachgewiesen, dass eine 25% Saccharose-Lösung die Verkleisterungstemperatur von 70°C auf 78°C erhöhen kann.

Es dürfte also sehr stark darauf ankommen, in a) welcher Form (z.B. Körnchengröße) die Maisstärke vorliegt, bzw. b) ob und wie diese bereits vorbehandelt wurde (vorverkleistert ja/nein, vollständig verkleistert ja/nein). Daher vermutlich auch die doch recht unterschiedlichen Ergebnisse bzw. Probleme mit manchen Polentachargen und -sorten, Maisflocken etc.

Den bei Braukaiser als Quelle angegebenen 600 Seiten-Schmöker "Starch in food: Structure, function and applications" kann man übrigens hier runterladen. Kapitel 5 und 10 dürften in diesem Fall die wichtigsten sein, ich habe aber noch nicht reingeschaut.

Edit:
Als Lösungen bieten sich vermutlich an:
a) Gründlich vorverkleistern (bei mir hat das einmal gut geklappt mit einer Polentacharge bei etwa 80°C, nach Verpackungsvorschrift)
b) Adjunct Mashing bzw. Dekoktion (Stichwort Rohfruchtmaische)
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#36

Beitrag von Bergbock » Montag 29. Februar 2016, 16:06

Es liegt in der Tat v.a. an der Verkleisterungstemperatur und der Vollständigkeit des Vorverkleisterns bei der Polentaherstellung.
Unverkleisterte Stärke baut enzymatisch nur extrem langsam ab, daher wird Dein Sud auch nicht jodnegativ, zumal ja die Amylaserasten unterhalb der Verkleisterungstempartur liegen.

Ich hatte dieses Problem v.a. mit Maismehl, das ja gar nicht vorverkleistert ist. Trotz intensiven Vorkochens gab es immer mal Probleme hier (hinsichtlich Jodprobe wohlgemerkt).
Es scheint so zu sein, dass nach dem Abkühlen auch reversive Prozesse ablaufen (wie das genau gehen soll, weiss ich nicht, habe ich aber von verschiedenen Stellen mitgeteilt bekommen), soll heissen, die Stärke lagert sich irgendwie wieder um, so dass sie enzymatisch kaum zugänglich wird.
Auf gut Deutsch, je nach Polenta-Art und Hersteller kann es grosse Probleme mit dem vollständigen Stärkeabbau geben oder überhaupt keine.

Als jemand, der externen Enzymen sehr offen gegenübersteht, hat mir eine HT-alpha-Amylase hier stets gute Dienste getan, seither habe ich dieses Problem nicht mehr.
Ich behandle Maismehl / Polenta immer separat bei 90 C ca. 45 min mit dem Enzym vor.

Stattdessen kann man ja auch abwarten, ob es Probleme gibt, wenn nein, Enzym weglassen, wenn ja im Zuge des Hopfenkochens das Enzym zugeben.

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#37

Beitrag von Johnny H » Montag 29. Februar 2016, 16:50

Ich bin gerade noch mitten in der Literaturrecherche. Stefan, da hast Du ganz schön was losgetreten: nicht nur ist das Rezept sehr lecker und deswegen sehr populär, es bietet auch den wissenschaftlich Interessierten unter uns reichlich Lese- und Forschungsstoff!

Ich habe inzwischen festgestellt, dass die Maisvariante Waxy Corn bzw. Maize (ich kenne die genaue Übersetzung nicht - Wachsmais?) sich auch im Hinblick auf die chemische Struktur der Stärke von "gewöhnlicher" Getreidestärke unterscheidet. So besteht Wachsmaisstärke (von der ja auch in den Quellen Braukaiser sowie dem Buchabschnitt von Donald die Rede ist) zu 100% aus Amylopektin (verzweigte Stärke). Normalerweise ist das Verhältnis Amylopektin:Amylose etwa 70:30. Damit dürfte die Effektivität der ß-Amylase ebenfalls reduziert sein, da diese m.W. beim Amylopektin ja nur an einem Teil der Kettenenden (den nicht-reduzierten Enden) angreifen kann und über die 1,6-Verzweigungen nicht hinwegkommt. Das könnte eine weitere Erklärung für die Probleme mit der Jodnormalität sein. Nun, wer kann nun Auskunft darüber geben, ob Wachsmais auch zu Polenta oder Maisflocken weiterverarbeitet wird?
Zuletzt geändert von Johnny H am Montag 29. Februar 2016, 21:28, insgesamt 1-mal geändert.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#38

Beitrag von Eisenkopf » Montag 29. Februar 2016, 19:14

Ich möchte am Freitag auch dieses feine Gesöff zum ersten mal brauen und habe mir heute Bio Maisgrieß von Rinatura gekauft, Fettgehalt:1%.
Was ist jetzt eine verkürzte Kochzeit?
Auf der Verpackung steht 2 Minuten kochen lassen und weitere 10 Minuten ziehen lassen.
Was steht auf anderen? Im Laden war noch eine mit 15 Minuten Kochzeit.
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#39

Beitrag von Brauwolf » Dienstag 1. März 2016, 00:19

So Leute, hier ist das Ergebnis.

Aufgabe war festzustellen, ob eine Schüttung aus Maisflocken und Pilsner Malz jodnormal werden kann.
Bisher habe ich für mein Samba Pale Ale immer Polenta von Alnatura verwendet. Leider wird das bei DM nicht mehr gelistet, im Edeka (neuer Partner von Alnatura) habe ich es noch nicht gefunden. Mit Cornflakes und Haferflocken bin ich auf maximal 14% Rohfruchtanteil gekommen, hier klotzen wir mit 30% - wenn schon, denn schon!

Der Versuchsaufbau:
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WP_20160229_006.jpg (28.51 KiB) 6446 mal betrachtet
Thermoskanne mit 1,6 Liter Wasser 70°C
280g Pilsener Malz, aus Sommergerste Ernte 2015 von der Mälzerei Naheland. Geschrotet mit einer Corona, so eingestellt, dass gerade noch keine ganzen Körner durchgehen.
120g Maisflocken, so wie sie bei Amihopfen aus dem Sack kommen, nicht weiter geschreddert. Das Zeug ist sehr knusprig, so will Opi das nicht im Muesli haben.
Thermometer
Jod
Kurzzeituhr
Refraktometer

30% Rohfrucht sind schon ergeizig, ob die 70% Pima das schaffen? HG im Verhältnis 1:4, das gibt einen guten Kontrast zum Jod.
WP_20160229_007.jpg
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1,6l mit 70°C vorgelegt, eingemaischt - mit 66,5°C auf den Punkt getroffen! Die Kanne ist gut voll.

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Kontrollmessung. Klar tut sich noch nix, aber das Jod ist in Ordnung. Rohrschach lässt grüßen.

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Nach 10 Minuten noch tote Hose, war auch nicht anders zu erwarten.

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Nach 20 Minuten: Hoppela, ein deutlicher Sprung!

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nach 30 Minuten keine wirkliche Veränderung zur 20 Min Messung

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40 Minuten: ob das noch was wird?
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50 Minuten: Wir sind durch, jodnormaler kann es kaum werden. Unten der Punkt ist reines Jod ohne Dünnmaische.

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Der guten Ordung halber noch eine Messung bei 60 Minuten. Der Tropfen in der Mitte wieder reine Jodlösung. Kein Unterschied zum Jod in der Dünnmaische.

Kontrollmessung mit dem Refraktometer: 16,8° Brix in der Vorderwürze. Mit Nachgüssen und meiner üblichen Verdunstungsrate ergäbe das eine Ausschlagswürze von ca 12° Plato, das entspricht auch meinem Standard Samba.


Fazit: 70% Pilsener veratmen die 30% Maisflocken wie nix.

Wie sich die Maisflocken als Alternative zur Polenta geschmacklich verhalten, bleibt noch zu testen - auch das Verhalten beim Läutern.
Wir kommen also um einen großen Testsud nicht herum, irgendwer trinkts ja immer.

Cheers, Ruthard
Zuletzt geändert von Brauwolf am Dienstag 1. März 2016, 00:53, insgesamt 1-mal geändert.
Wir haben alle den gleichen Himmel, aber nicht denselben Horizont.
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#40

Beitrag von Blancblue » Dienstag 1. März 2016, 00:35

Danke Ruthard für den Test und die damit verbundene Arbeit!
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#41

Beitrag von Bulli » Dienstag 1. März 2016, 15:08

super-interessanter Faden! :thumbup
Bergbock hat geschrieben:... hat mir eine HT-alpha-Amylase hier stets gute Dienste getan, seither habe ich dieses Problem nicht mehr.
Ich behandle Maismehl / Polenta immer separat bei 90 C ca. 45 min mit dem Enzym vor.
"HT" steht hier wahrscheinlich für Hoch-Temperatur / High-Temperature, oder? Die Amylase, die natürlich im Malz enthalten ist, denaturiert ja schon bei rund 80° C..?
Brauwolf hat geschrieben:
...Fazit: 70% Pilsener veratmen die 30% Maisflocken wie nix.

Wie sich die Maisflocken als Alternative zur Polenta geschmacklich verhalten, bleibt noch zu testen - auch das Verhalten beim Läutern.
Wir kommen also um einen großen Testsud nicht herum, irgendwer trinkts ja immer.

Cheers, Ruthard
auch von mir :thumbup für Deine Mühe, Brauwolf/Ruthard!

Dass "meine" Würze nicht jodnormal wurde liegt dann wahrscheinlich daran, dass die von mir verwendete Polenta erst bei höheren Temperaturen verkleistert (> 75°) und somit die Amylasen die Maisstärke in meinem Sud nicht umwandeln konnten. Ich nehme an, da gibt es einfach große natürliche Schwankungen (Maissorte, Anbaubedingungen) und auch technologische Unterschiede wie die Polenta aufbereitet wurde. Nur die kurze Kochzeit (also "instant" Polenta) ist daher wohl kein hinreichendes Kriterium, dass die Maisstärke bei den im Brauprozess üblichen Rasttemperaturen abgebaut werden kann.

Wer sicher gehen will, muß "seinen" Maisgries wohl vorher testen (a la Ruthard)...

oder auf Jodnormal pfeiffen :P

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#42

Beitrag von DevilsHole82 » Dienstag 1. März 2016, 15:45

In Mexiko wird der Maisgries vorbehandelt. Die kochen den Gries in Salzwasser auf und rühren ihn bei hoher Temperatur 80°-90° ca. eine Stunde lang. Das würde mit den bisherigen Aussagen zusammenpassen.
Gruß, Daniel

Was von Herzen kommt gelingt, weil's einen gibt, der die Kelle schwingt. Heute back ich, morgen brau ich, wer heimlich nascht, den verhau ich.

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#43

Beitrag von Bulli » Dienstag 1. März 2016, 22:09

Ich hab auch ein bissl gebastelt. Ich wollte wissen, ob ein Vorkochen des Polentagrieses sich positiv auswirkt bezüglich Jodnormal.
Hierfür habe ich in 2 Töpfen parallel Polentagries und Wiener Malz (jeweils 30 g Gries und 70 g Malz in 400ml Wasser) bei 67°C gemaischt und laufend Jodproben gemacht.

Im einen Topf war die Polenta 30 min vorgekocht, im anderen nicht.
Versuchsanordnung.jpg
Versuchsanordnung
Im Topf links wurde 30 min bei > 90°C vorgekocht (laut Packung sollten 15 Min reichen zum gar werden, da sollten 30 Minuten sicher reichen um den Gries zu garen).
Nach den erwähnten 30 min war die Polenta im linken Topf deutlich zähflüssig und aufgequollen. Eine Verkleisterung sollte also geklappt haben.
Polenta links nach 30 min vorkochen.jpg
Polenta nach 30 min vorkochen
Währenddessen Wasser im rechten Topf auf 67°C angewärmt und dann ebenfalls 30 g Polentagries zugegeben:
nicht vorgekocht bei 67 grad.jpg
Polenta nicht vorgekocht bei 67°C eingemaischt
Nachdem beide Töpfe 67°C hatten, habe in beide jeweils 70 g Wiener Malz zugegeben (vorgeschrotet bei bekanntem Versender bestellt, ca. 3 Monate alt).


Anschließend nach 5 min die initiale Jodprobe:
5 min.JPG
5 min
Nach 30 min:
30 min.JPG
30 min
Nach 45 min tut sich was. Zu meinem Erstaunen scheint es so, als dass die Jodprobe auf der rechten Seite (nicht vorgekocht) etwas heller wird...
45 min.JPG
45 min
Die Maische mit "vorgekochter" Polenta ist nach 60 Minuten Rastzeit noch geringfügig trüb (auf dem Bild schlecht zu erkennen),
vorgekocht nach 60 min.JPG
vorgekocht nach 60 min
mit "nicht vorgekochtem" Polenta ist bereits sehr klar, trotzdem sind wir bei beiden noch weit von Jodnormal entfernt...
nicht vorgekocht 60 min.JPG
nicht vorgekocht nach 60 min
Nach 60 min
60 min.JPG
60 min
Nach 85 min
85 min.JPG
85 min
Interessant ist, dass man in der Jodprobe noch ganz klar die Maisbestandteile erkennen kann, die noch tief-violett erscheinen. Die hellen Bestandteile sind wohl vom Wiener Malz (schon Jodnormal).
85 min Detail nicht vorgekocht.JPG
Detail Polenta nicht vorgekocht nach 85 min
85 min Detail vorgekocht.JPG
Detail Polenta vorgekocht nach 85 min


Nach 90 Minuten habe ich dann beide Töpfe auf 72°C hochgeheizt und weiter beobachtet.

110 min
110 min.JPG
110 min
135 min
135 min.JPG
135 min
Nach 135 Minuten habe ich dann schließlich abgebrochen, Die Jodprobe an sich geht langsam Richtung Jodnormal, im Detail sieht man jedoch, dass die Maisgries-Bestandteile immer noch tief violett anschlagen (=Stärke).
135 min Detail.JPG
135 min Detail
Fazit:
30 Minuten Vorkochen bringt zumindest bei dieser Polenta keinerlei Vorteil, obwohl nach dem Vorkochen die Polenta deutlich aufgeqollen/eingedickt war. Die Jodprobe geht nach über zwei Stunden zwar langsam Richtung Jodneutral, im Detail sieht man jedoch, dass die Maisgries-Bestandteile immer noch tief violett anschlagen (=Stärke).

Beim Maischen mit Rührwerk könnte ich mir vorstellen, dass sich durch die Relativbewegung/Reibung in der Maische die Maisgriesbestandteile fein abschaben ("Risotto-Effekt": beim Risotto-Kochen soll man ja ständig rühren damit durch die Reibung Stärke aus den Reiskörnern löst und alles andickt) und daher die Maische noch länger nicht Jodnormal wird. So wie bei meinem Sud gestern, die Jodprobe war hier nach 2 Stunden hier immer noch tief violett/schwarz).

... diese Polenta ist einfach nicht geeignet. Wenn ich lustig bin pobier ich mal eine andere Sorte Polenta aus...

Gruß Stefan

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#44

Beitrag von Johnny H » Dienstag 1. März 2016, 22:51

Sehr interessant. Damit ist jetzt auch über die zahlreichen Erklärungen hinaus bewiesen, dass es tatsächlich die Polenta ist, die hier Probleme macht.

Ein Wort noch zum Begriff "Stärkeverkleisterung": das ist nicht das Gleiche wie "Quellen". Stärke liegt im unverkleisterten Zustand als teilkristalline Materie vor, d.h. (vereinfacht gesprochen) dass sich die Molekülketten in regelmäßige Strukturen/Blöcke organisieren, die man auch entsprechend beschreiben kann. Dahingehend ist Stärke durchaus synthetischen teilkristallinen Polymeren wie z.B. Polyethylen oder Polypropylen nicht unähnlich (und damit kenn ich mich ein bisschen besser aus als mit Stärke).

Unter Verkleisterung versteht man für gewöhnlich nun das Auflösen und Verschwinden dieser teilkristallinen Strukturen, oft (aber nicht immer) unter Zuhilfenahme von Wasser und Temperatur. Diese ist für einen enzymatischen Abbau zwingend notwendig, da sonst die Enzyme an die dicht gepackten Molekülketten innerhalb der kristallinen Ordnungsstrukturen nicht rankommen. Während einer Verkleisterung dringt nun als erstes Wasser in amorphe (d.h. nichtkristalline) Bereiche innerhalb der Ordnungsstrukturen ein und schwillt diese auf (Quellen). Das führt nun wiederum zu Spannungen und Umorganisationen innerhalb der kristallinen Strukturen und kann letztendlich zu deren Auflösung führen.

Das Quellen ist also nur ein Teil (der erste Schritt) der Verkleisterung. Wenn die Strukturen aber sehr stabil sind, reicht das aber vielleicht nicht aus, und man braucht noch mehr (mechanischen Abrieb, höhere Temperatur), damit letztendlich ausreichende Bedingungen (Platz!) für einen enzymatischen Angriff vorliegen.

Stärke kriegt man auch mechanisch (mahlen) und mit Temperatur kaputt. Ich glaube, auch das wird als Verkleisterung bezeichnet, weil es letztendlich immer um das Auflösen der kristallinen Bereiche geht.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#45

Beitrag von Eisenkopf » Mittwoch 2. März 2016, 20:08

Bulli hat geschrieben:
... diese Polenta ist einfach nicht geeignet. Wenn ich lustig bin pobier ich mal eine andere Sorte Polenta aus...

Gruß Stefan
Welche war es den, würde mich mal interessieren.
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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#46

Beitrag von Bulli » Donnerstag 3. März 2016, 00:48

so, ich nochmal. Auch auf die Gefahr hin, dass es langweilig wird, folgender "Versuch":

Dieses Mal eine wirkliche Instant-Polenta: die "Polenta - Maisgries fein" aus der MIGROS (Schweiz). Laut Packung fertig nach 2 Minuten kochen....
Diese Polenta ist deutlich feiner gemahlen als meine gestrige; ein Vergleich zeigt die unterschiedliche Korngröße der beiden Polentas; links die "2-Minuten-Polenta", rechts die "15-Minuten-Polenta". Ob der feinere Mahlgrad der einzige Unterschied ist, kann ich nicht sagen...
Größenvergleich Polenta.JPG
Größenvergleich Polentagries
Diese Polenta tritt nun an im "Maischversuch bis Jodnormal" gegen die "Bio Cornflakes ungesüßt" aus dem DM-Drogeriemarkt (die, die ich in meiner Schüttung hatte).
Jeweils 30g Polenta und 30g Cornflakes werden in je 400 ml Wasser bei 67°C eingemaischt, hinzu kommen jeweils 70g Wiener Malz (3 Monate alt, bereits vorgeschrotet gekauft).

Einmaischen...
W.JPG
Polenta mit Wiener Malz
W2.JPG
Cornflakes mit Wiener Malz

ich erspar euch jetzt die Jodproben der ersten Stunde... auf beiden Seiten schwatt wie die Nacht...!


ab 80 min tut sich langsam was... (links Polenta, rechts Cornflakes)
80.JPG
80 min
90.JPG
90 min
100.JPG
100 min
110.JPG
110 min
nach 120 min Abbruch. "Sieger" ist die Polenta, die Probe auf Seite der Cornflakes ist noch tief violett... da hat sich bei der Jodprobe optisch quasi gar nichts getan!
120.JPG
120 min
Aber auch bei der Polenta sieht man im Detailbild, dass die Stärke aus den Maiskörnern noch lange nicht komplett verzuckert ist:
120 Polenta Detail.JPG
120 min Detail Polenta
120 Cornflakes Detail.JPG
120 min Detail Cornflakes

Fazit... Cornflakes ist nicht gleich Cornflakes und schon gar nicht gleich Maisflocken...
Die "2-Minuten-Instant" Polenta wurde tendenziell ein bisschen besser verzuckert als die "15-Minuten-Instant Polenta" gestern. Ob das nur an der kleineren Korngöße liegt, kann ich nicht sagen. Zu Jodnormal hats aber auch nach 2 Stunden nicht gereicht.
Die Jodprobe bei den Cornflakes schlägt jedoch selbst nach 120 Minuten immer noch voll an, das hätte ich so jetzt nicht erwartet.
Ob mein Wiener Malz durch die 3 Monate Lagerung im bereits geschroteten Zustand nicht mehr die volle Enzymkraft hat, weiß ich nicht, der direkte Vergleich zeigt zumindest aber qualitativ, dass die Cornflakes am schlechtesten verzuckert wurden. Einfach so irgendwelche Cornflakes in die Schüttung zu nehmen kann ich nach diesem Versuch nicht empfehlen, wenn man "Jodnormal" erreichen will.
Da aber Viele hier bestätigt haben, dass das Samba auch ohne Jodnormal "lecker" wurde, weiß ich nicht inwiefern "Jodnormal" wirklich ein wichtiges Kriterium für ein lecker Bier ist...?

Interessant war aber auch die sensorische Seite meines "Versuchs": in der Polenta-Maische konnte man vom Mais weder etwas riechen noch schmecken. Bis zum Schluß hat das lediglich nach Silage/Heu bzw. Malz gerochen. Die Cornflakes-Maische hingegen hat von Anfang an bis zum Schluß intensiv nach Cornflakes gerochen (für meinen Geschmck sehr lecker/angenehm). Auch geschmacklich konnte man da Cornflakes/Mais schmecken. Ob sich das bis ins fertige Bier trägt wäre interessant herauszufinden.
Da die Cornflakes aber praktisch gar nicht verzuckert wurden, werd ich die nicht mehr als Schüttung verwenden...

wenn ich jetzt nochmal ganz arg lange Weile hab, bestell ich mir die Maisflocken, die Ruthard verwendet hat. Dann seh ich, obs an meinem Wiener Malz lag...

Gruß Stefan

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#47

Beitrag von Bulli » Donnerstag 3. März 2016, 01:08

Eisenkopf hat geschrieben: Welche war es den, würde mich mal interessieren.
Und vielen Dank für deine Mühe :thumbup
Hallo Eisenkopf,

meine "ungeeignete" Polenta war die Bio-Polenta aus einem Aktionsangebot bei Norma (Lebensmitteldiscounter).

Ich würde tendenziell eine Polenta wählen, mit möglichst kurzer Kochzeit (sollte immer auf der Packung stehen) und möglichst feiner Mahlung.
Die Polenta separat Vorkochen wird auch oft empfohlen. Bei mir hat aber 30 minuten Vorkochen keinen Unterschied gebracht. Also evtl. noch länger vorkochen...
Schau noch mal oben in den Beiträgen nach, da wurde erwähnt, mit welchen Polentasorten bereits gute Erfahrungen gemacht wurden.

Gruß Stefan

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#48

Beitrag von cyme » Donnerstag 3. März 2016, 07:24

Mit Wiener Malz bist du schon sehr an der unteren Grenze der Enzymstärke: http://beersmith.com/blog/2010/01/04/di ... your-beer/
Falls du Pilsener Malz zur Verfügung hast, damit wäre es besser zu testen, dann kannst du davon ausgehen, dass genügend Enzyme vorhanden sind zur Verzuckerung.

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#49

Beitrag von DevilsHole82 » Donnerstag 3. März 2016, 07:31

Also ist doch die Quintessenz: Um Jodnormalität zu erreichen muss der Maisgries möglichst lange (vor)gekocht, bzw. gemaischt werden. Dabei gehen aber so viele Geschmacksaromen verloren, dass es schon gar keinen Sinn mehr macht überhaupt Mais zum Maischen zu verwenden. Außer man möchte ein Maisbier à la Corona haben.

Ich denke mal, im Samba Pale Ale ist der Maisgeschmack gewünscht. Daher würde ich auf die Jodnormalität pfeifen und das im Rezept angegebene Maischprogramm befolgen. :Bigsmile
Gruß, Daniel

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Re: Samba Pale Ale wird nicht jodnormal

#50

Beitrag von Lasso » Donnerstag 3. März 2016, 09:24

Sehr schöne Versuche, danke dafür! Vielleicht kann man den Threadtitel noch etwas ergänzen und Verkleisterung und Verzuckerung von Maisflocken/Polenta oder so etwas in der Richtung ergänzen. Das macht sich in den Suchergebnissen später besser. Außerdem gucken dann bestimmt auch mehr Leute hier rein denn das beschränkt sich ja nicht mehr nur auf das Samba Pale Ale.
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