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vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Mittwoch 3. Dezember 2025, 16:14
von Götz404
Hi,
ist starte hier auf mehrfachen Wunsch einen provokativen Thread
Ich bin seit wenigen Tagen beim Bierbrauen - also ein absolutes Greenhorn.
Ich werde mal in den nächsten Tagen mit der Dokumentation meines "Bierbrauprozesses" beginnen.
Gebraut wird ein Bier
"Grünmalz-Weizen-Ale" 12°P | 5 % vol
- Gerste 1,5kg x 0,32€ = 0,48€
- Weizen 1,0kg x 0,40€ = 0,40€
- Weizenmalz dunkel 0,3kg x 2,50€ = 0,75€
- Hafer 0,5kg x 0,40€ = 0,20€
Summe 3,3kg (soll 12l Sud werden) Material 1,83€
Hopfen:
20g Strisselspalter (Würze) 0,80€
30g Hallertau Cascade 1,00€ Hopfen 1,80€
ca. 28 IBU → ausgewogen, leicht herb, passend zu 12 °P.
Hefe: SafAle US05 - Amerikanische Ale-Hefe, die neutrale und ausgewogene, reine und spritzige Ales erzeugt
(alt: Hefe aus der aktuellen Gärung "Mangrove Jack's California Lager Yeast M54" - unterer gärige Hefe - mit obergäriger Gärtemperatur.)
• Alkohol: ca. 4,8–5,2 % vol
• Farbe: hellgolden bis bernstein
• Geschmack: fruchtig-hopfig mit leichter Getreidenote vom Hafer und Weizen, grasige Frische durch Grünmalz.
Maischen:
- Wassermenge 18-20l Haupguss plus 8-10l Nachguss
Rasten:
- 45°C 15 min Proteinrast
- 62°C 30 min Maltoserast
- 72°C 20 min Verzuckerungsrast (bis Jod neutral)
- 78°C 10 min Abmaischen
Kochen:
- Ziel 16l Würze vor Kochbeginn
- Kochzeit 60 min, mit Hopfengabe
...20g Strisselspalter bei Kochbeginn
...15g Hallertau Cascade bei 15 min Restzeit
...15g Hallertau Cascade mit Whirlpool bei 80°C
Kühlen:
- mit Kühlspirale auf 18°C bis 20°C
Gärung: (es sollten ca. 12l Würze im Gäreimer sein)
- Haupgärung 5-7 Tage bei 20°C bis 24°C
- Nachgärung 1-2 Wochen bei 12°C bis 15°C.
Alles landet im Eimer und wird gewaschen und mit ca. 4g Kaliumpyrosulfit von unerwünschten Keimen befreit.
Das Wasser wird regelmäßig gewechselt und das Getreide wird aufgequollen - angekeimt.
Nach ca 2-3 Tagen sieht es im Eimer jetzt so aus:
Jetzt kann das Getreide feucht geschrottet werden:
Re: vom Viehfutter zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Mittwoch 3. Dezember 2025, 16:43
von emjay2812
Warum feucht schroten? Malz wird es doch erst, wenn das gekeimte Korn getrocknet (gedarrt) wird. Was das jetzt werden soll?
Re: vom Viehfutter zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Mittwoch 3. Dezember 2025, 16:54
von thopo68
Hallo Götz404,
Das frage ich mich auch gerade. Was verarbeitest Du denn? Getreide vom Feld oder Malz?
Malz muss nicht mehr keimen. Das ist schon lange in der Mälzerei erfolgt.
Malzherstellung (Kurzversion) : Getreide anfeuchten --> keimen lassen --> Keimung unterbrechen --> Darren (trocknen). Dann hast Du Malz.
Verwirrte Grüße aus Bonn...
Re: vom Viehfutter zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Mittwoch 3. Dezember 2025, 16:56
von Stuggbrew
emjay2812 hat geschrieben: Mittwoch 3. Dezember 2025, 16:43
Warum feucht schroten?
Malz wird es doch erst, wenn das gekeimte Korn getrocknet (gedarrt) wird. Was das jetzt werden soll?
Hi Emjay,
Nicht unbedingt. Das Keimen braucht er um die Enzyme im Korn zu erzeugen. Das darren „killt“ Ja die weitere Keimung um das
Malz lagerfähig zu machen (Basismalze) bzw. um entsprechende aromastoffe noch reinzubekommen (Kara/Röstmalze usw).
Nachdem Götz das gekeimte Getreide sofort verwendet dürfte es funktionieren. Bekommst halt keine Caranoten rein usw.
Re: vom Viehfutter zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Mittwoch 3. Dezember 2025, 17:59
von Commander8x
Castle Malting hat vor einigen Jahren so etwas ähnliches gemacht. Sie haben ein Bier mit Grünmalz gebraut, also ohne vorheriges Darren . Das Malz war vom 4. Keimtag, glaube ich. Das resultierende Bier war in Ordnung, aber im direken Vergleich nicht geschmacklich überzeugend.
Dazu erschien ein Artikel in der "Brauwelt".
Gruß Matthias
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Mittwoch 3. Dezember 2025, 19:11
von Götz404
Wozu gibt es Gpt% ;-)

Was ist Grünmalz?
Definition: Grünmalz ist Gerste, die gerade gekeimt hat, aber noch nicht gedarrt (getrocknet) wurde.
Eigenschaften: Es enthält aktive Enzyme, viel Feuchtigkeit und ist biologisch instabil.
Problem: Wegen der hohen Wassergehalte ist es nicht lagerfähig und muss sofort verarbeitet werden.

Brauen mit Grünmalz – Ablauf
Keimen lassen:
Gerste wird eingeweicht und zum Keimen gebracht.
Nach einigen Tagen entsteht Grünmalz mit aktiven Enzymen.
Direkte Verarbeitung:
Anders als beim üblichen Brauen wird das Grünmalz nicht getrocknet.
Es muss sofort
geschrotet und eingemaischt werden.
Maischen:
Das Grünmalz wird wie normales
Malz in Wasser eingemaischt.
Die Enzyme wandeln Stärke in Zucker um.
Wegen des hohen Wassergehalts kann die Schüttung angepasst werden.
Würzekochen & Hopfen:
Nach dem Läutern wird die Würze wie üblich gekocht und mit Hopfen versetzt.
Gärung:
Nach dem Abkühlen wird Hefe zugegeben.
Der weitere Prozess entspricht dem normalen Bierbrauen.

Besonderheiten & Herausforderungen
Enzymaktivität: Grünmalz hat sehr starke Enzyme, die den Maischprozess beeinflussen können.
Geschmack: Das Bier kann frischer, grasiger oder „grün“ schmecken – weniger malzig.
Haltbarkeit: Da Grünmalz nicht stabil ist, muss der gesamte Brauprozess direkt nach dem Keimen erfolgen.
Praxis: In der Hobbybrau-Szene wird Grünmalz selten genutzt, da es logistisch schwierig ist.

Fazit
Mit Grünmalz zu brauen ist ein spannendes Experiment, aber nichts für Anfänger. Es verlangt sofortige Verarbeitung, präzises Arbeiten und Erfahrung. Wer starten möchte, sollte zunächst mit normalem
Malz üben und dann kleine Test-Sude mit Grünmalz wagen.
Lg Götz
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Mittwoch 3. Dezember 2025, 19:31
von §11
Historisch gesehen ist die Idee Malz zu darren und haltbar zu machen sogar relativ neu. Früher(TM) war Mälzen integraler Teil der Bierbrauerei (siehe auch Bayrisches Landesordnung aka. RHG)
Es gibt derzeit einige Forschungsprojekte zu diesem Thema, da zum einen das Darren sehr energieintensiv ist, es Verluste gibt und es natürlich aus Prozesssicht unsinnig ist, dem Malz erst Wasser zu entziehen um es zum Einmaischen wieder hinzuzufügen.
Such mal auf Englisch, da gibt es auch einige Homebrew Versuche dazu.
Cheers
Jan
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Mittwoch 3. Dezember 2025, 20:33
von thopo68
Das ist ja interessant! Wieder was gelernt. Das macht das Hobby so spannend

Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Mittwoch 3. Dezember 2025, 20:52
von afri
Ich kann mir vorstellen, dass es wegen der noch vorhandenen Keime grün schmeckt, die werden in der Mälzerei vor (oder nach?) dem Darren ja entfernt (was bestimmt einen guten Grund hat).
Achim
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 09:13
von Ras Tafaric
Grünmalz war halt durchaus nicht ganz einfach immer zur rechten Zeit zum Brauen fertig zu haben. Soweit ich gelesen habe, war Mälzen nicht ganz wetterunabhängig. Wenns zu warm wurde, sind die Körner beim Mälzen mit Schimmel oder Bakterien verkeimt und wurden muffig oder sauer im Geschmack, bzw der Stapeleffekt konnte das Malz ziemlich krass erwärmen (Brandgefahr).
Wurde es zu kalt, keimte nichts. Wenns zu feuchtes Wetter war, schimmelte der Spass auch ordentlich anstatt zu trocknen. Klimasteuerung etc gabs nicht. Damit man trotzdem bedarfsgerecht brauen konnte, brauchte man was was zumindest etwas vorratsfähig war.
Verkeimung war auch der Grund wieso Luftmalz relativ schnell aus der Mode kam.
Man hat auch schon früh rausbekommen, dass Malz, was man warm oder heiss gedarrt hat, analog zu Brot ein paar interessante Geschmäcker zusammenbekommt. Zumindest in der Zeit, in der ich grad recherchiere, also ab dem Zeitpunkt wo Hopfen langsam in Mode kam.
Entweder hatte der Dorfbrauer eine Hausdarre wo er das frische Malz nach dem Schwelken direkt über Holzkohle abgedarrt hat, oder das Zeugs ging in den noch warmen Backofen, wenn das Brot raus war. Je nachdem wie warm die Trocknung war und wie befeuert wurde, gabs dann verschiedene Bierfarben (oder ein paar Backpfeifen für den Verantwortlichen, wenn man plötzlich Röstmalz hatte) bzw Rauchigkeit.
Wäre mal interessant zu lesen, ob es schon spezialisierte Mälzer gab, zumindest in den Hochburgen wo viel für den Handel gebraut wurde. Die großen Brauereien hatten zumindest eine gut belüftete und beheizte Trockentenne.
Reines Grünmalz dürfte halt auch seeehr getreidig schmecken, wenns so gar keine Maillardreaktion drauf gab vor dem Brauen. Ob das jedem gemundet hat..?
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 09:34
von maecki-maecki
Spannend wäre für mich, wie das Bier aus Grünmalz schmeckt.
Und Maillard/Karamellnoten kann man in gewissem Umfang auch beim Maischen mit Dekoktion noch erzeugen.
Reichen seine 2 Tage zum Keimen wirklich?
Aber unabhängig davon müsste das doch ein sehr kostengünstiges Verfahren für die Destillierer sein, oder?
Mäcki
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 10:14
von Zoigl Jehovas
Spannend wäre es auch zu wissen, ob es Sinn macht, einen kleinen Anteil von sagen wir mal 10% Grünmalz der konventionellen Schüttung beizufügen, um durch die fitteren Enzyme einen höheren Vergärgrad zu erreichen..? Würde das Sinn machen?
Grüße
Martin
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 10:59
von Colindo
maecki-maecki hat geschrieben: Donnerstag 4. Dezember 2025, 09:34
Reichen seine 2 Tage zum Keimen wirklich?
Ich kann dazu beitragen, dass Warminster 5-6 Tage keimen lässt, bei Maris Otter immer einen Tag mehr. Wichtig ist, dass das innere wie Kreide auf dem Finger verschmierbar ist ("Brewer's Chalk").
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 12:51
von Räuber Hopfenstopf
Ich denke, es wäre nur gut, den eigentlichen Brauprozess sicher in den Griff zu bekommen, bevor man sicherlich interessante Experimente durchführt. Zumindest würde das helfen, eventuell auftretende Probleme in den Griff zu bekommen. Maischen, läutern und kochen muss man ja trotzdem. Und wie die Spelzen nach einer „Naßschrotung“ aussehen, weiß ich nicht. Wäre gut, wen dann zumindest das Setup zum Läutern einigermaßen erprobt ist und die Maischarbeit das gewünschte Ergebnis bringt.
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 13:09
von bwanapombe
§11 hat geschrieben: Mittwoch 3. Dezember 2025, 19:31
Historisch gesehen ist die Idee
Malz zu darren und haltbar zu machen sogar relativ neu. Früher(TM) war Mälzen integraler Teil der Bierbrauerei (siehe auch Bayrisches Landesordnung aka. RHG)
...
In den ältesten schriftlichen Quellen, die mir auf Anhieb präsent sind, wurde immer gedarrt. Weil die Schriften aber immer aus einem städtischen Umfeld stammen, könnte es aber bei Landbier im Unterschied zu Stadtbier lange noch anders ausgesehen haben. Ob das der Grund dafür war, dass Stadtbier regelmäßig einen besseren Ruf hatte?
Jedenfalls muss der Aufwand einen Grund gehabt haben. Man kann das Korn ja schon mal leichter aufbrechen, wenn es trocken ist. Das ist ab einer gewissen Größenordnung schon ein Faktor, wenn man das einfach in der verfügbaren Mühle machen kann.
Aus der Lübeckischen Zunftordnung für Brauer von 1363:
To deme ersten male scholen de bruwere hebben ghut molt, dat nicht brandich si vnd nicht kymich sy, vnd dat id reyne stovet vnd reyne ghemaket sy, vnd wan dith molt tho der mølen kumpt, so willet de heren dar twe personen to voghen, de dat vorstan vnd vorwaren scolen, vnd de sulven twe personen scolen dat molt beseen; were dat dar jenich brake an were, alse hir vorscreven steyt, so scal de, deme dat molt tohøret, dat wedden vor den weddeheren bi dren marken sulveres, vnd dat molt scal nemend malen, id en si ane wandel, alse hirvor ghescreven steyt.
Zum ersten sollen die Brauer gutes
Malz haben, dass nicht verkohlt sei und nicht keimig (i.e. schimmelig) sei, und dass es rein gestäubt (i.e. vom Staub gereinigt) und rein hergestellt sei. Und wenn dieses
Malz zur Mühle kommt, so will es die Obrigkeit, dass zwei Personen hinzukommen, die dem vorstehen und beaufsichtigen sollen und dieselben zwei Personen sollen das
Malz beschauen, wäre es, dass irgendein Verderb daran sei, wie hiervor geschrieben steht, so soll der, dem das
Malz gehört, das mit drei Mark Silber beim Gericht büßen, und das
Malz soll niemand mahlen, es sei ohne Wandel (i.e. nicht anders), so wie hiervor geschrieben steht.
Hier schön zu erkennen die Qualitätskontrolle, um verkohltes und schimmeliges
Malz auszusondern.
Dirk
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 13:16
von Commander8x
Colindo hat geschrieben: Donnerstag 4. Dezember 2025, 10:59
maecki-maecki hat geschrieben: Donnerstag 4. Dezember 2025, 09:34
Reichen seine 2 Tage zum Keimen wirklich?
Ich kann dazu beitragen, dass Warminster 5-6 Tage keimen lässt, bei Maris Otter immer einen Tag mehr. Wichtig ist, dass das innere wie Kreide auf dem Finger verschmierbar ist ("Brewer's Chalk").
Die längere Keimdauer ist vor allem für den Abbau der Zellwände (Zytolyse) beim Mälzen wichtig. Das führt zu deutlich höherer Sudhausausbeute, weil die Enzyme besser an die Stärke herankommen. Man kann das aber nicht zu weit treiben, weil dann zu viel der Stärke schon beim Mälzen abgebaut wird (Mälzungsschwand). Bei der Keimdauer muss der Mälzer also einen guten Ausgleich beider Effekte finden. Die Züchtung neuer Gerstensorten war unter anderem auch auf eine höhere Enzymausstattung orientiert.
Im Narziss Band I (Technologie der Malzbereitung) gibt es eine Grafik über den Verlauf der Aktivität der wichtigsten Gerstenenzyme während des Mälzens und Darrens. Das Maximum der meisten Enzyme lag bei Tag 4, denke ich. Da ja das Grünmalz nicht gedarrt wird, was etwa die Hälfte der Enzymaktivität wieder zerstört, dürfte schon am 2. Keimtag genügend Aktivität fürs Maischen dasein. Kann man ja mit einer Jodprobe leicht ermitteln.
Gruß Matthias
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 13:23
von Colindo
Commander8x hat geschrieben: Donnerstag 4. Dezember 2025, 13:16
Die längere Keimdauer ist vor allem für den Abbau der Zellwände (Zytolyse) beim Mälzen wichtig. Das führt zu deutlich höherer Sudhausausbeute, weil die Enzyme besser an die Stärke herankommen. Man kann das aber nicht zu weit treiben, weil dann zu viel der Stärke schon beim Mälzen abgebaut wird (Mälzungsschwand). Bei der Keimdauer muss der Mälzer also einen guten Ausgleich beider Effekte finden. Die Züchtung neuer Gerstensorten war unter anderem auch auf eine höhere Enzymausstattung orientiert.
Im Narziss Band I (Technologie der Malzbereitung) gibt es eine Grafik über den Verlauf der Aktivität der wichtigsten Gerstenenzyme während des Mälzens und Darrens. Das Maximum der meisten Enzyme lag bei Tag 4, denke ich. Da ja das Grünmalz nicht gedarrt wird, was etwa die Hälfte der Enzymaktivität wieder zerstört, dürfte schon am 2. Keimtag genügend Aktivität fürs Maischen dasein. Kann man ja mit einer Jodprobe leicht ermitteln.
Tatsächlich hatte ich eben noch einmal den Originalpost gelesen und verstehe das jetzt so, dass er nur zwei Tage geweicht und gar nicht hat keimen lassen. Also unter Umständen sind die Körner noch enzymfrei. Na ja, wir wissen ja noch nicht, wie es weitergeht.
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 14:56
von gulp
Hier bei 5:20:
https://www.youtube.com/watch?v=PdwYjFnFoJU&t=15s
So könnte alles begonnen haben.
Was hier versucht wird ist also auch nichts Neues.
Gruß
Peter
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 14:58
von Götz404
Hi,
danke für euer Interesse.
Ich bin selbst noch am optimieren des Keinprozesses ;-)
- wichtig ist der ersten Arbeitsschritt; Säubern des Getreides und Entfernung von Beimischungen. Das sind in der Regel schon 3mal Wasserspülung.
- die Zugabe von 4g (oder weniger) Kaliumpyrosulfit bemeidet die Probleme mit der "wild fermentation" - also dem sauerwerden und schimmeln. Diese Zugabe wird nur im 1. Keimwasser gemacht. Ich möchte die Chemikalie nicht im weiteren Prozess haben.
- im normal Fall arbeite ich mit handwarmen Wasser - das verkürzt die Zeitdauer.
- der Eimer steht bei mir auf der Fussbodenheizung und hat so immer ca. 30°C
- das Ende der Keimung wird durch eine Verkostung bestimmt - nicht durch die Uhr (2 Tage ist ein ca. Wert)
- spätestens wenn die ersten Körner eine grüne Farbe bekommen wird geschrotet.
Die Schrotung kann ich als Kaltprozess oder bei 70°C durchführen. Ich habe beides schon gemacht.
Bei 70°C habe ich dann eine sehr schöne Verkleisterung, also kein Schrot sondern Pudding im Krug.
Diese Verkleisterung sollte aber erst langsam beim Einmaischen passieren ;-)
Zum Geschmack:
Ich beachte das Reinheitsgebot - darum helfe ich mit einem Malzgetränk etwas nach, damit die Farbe und der Geschmack stimmt ;-)
Lg Götz
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 16:21
von hiasl
Götz404 hat geschrieben: Donnerstag 4. Dezember 2025, 14:58
Ich beachte das Reinheitsgebot - darum helfe ich mit einem Malzgetränk etwas nach, damit die Farbe und der Geschmack stimmt ;-)
Das ist nicht korrekt, denn der Einsatz von Kaliumpyrosulfit ist bereits nicht mehr RHG-konform.
Malztrunk enthält im Übrigen Glucosesirup und Farbstoff. Verstehe dann nicht, warum man dann vorher vermeintlich das Reinheitsgebot beachten sollte.
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 17:20
von Matthias H
Hallo Götz, vorweg: Ich mag Experimente.
Es empfiehlt sich für die ersten Experimente auf Bewährtes zurück zu greifen, auch um Erfahrungen zu sammeln.
Ich bin aber sicher, dass Du mit Deinem Prozedere einem Sauerwerden kaum entgehen kannst, weil Du den überall vorhandenen Milchsäure- und allerhand anderer Bakterien ideale Voraussetzungen schaffst.
Zitat: "- spätestens wenn die ersten Körner eine grüne Farbe bekommen wird geschrotet"
Keimende Körner werden nicht grün. Selbst die kleinen Keimblätter sind zunächst nicht grün. Die kleinen Wurzelfäden ebenso nicht.
Die Keimblätter als auch die kleinen Wurzeln werden nicht umsonst nach dem Darren entfernt: Es geht u.a. darum, eine unangenehme Eiweißbittere zu vermeiden.
Dein Maischen und besonders Läutern würde mich interessieren.
Ich halte es für möglich, dass Du mit Deinem experimentellen Verfahren was in irgendeiner Weise Alkoholhaltiges herstellst.
Ein schmackhaftes Bier wird das meines Erachtens nicht, sorry.
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 17:32
von Commander8x
Colindo hat geschrieben: Donnerstag 4. Dezember 2025, 13:23
Tatsächlich hatte ich eben noch einmal den Originalpost gelesen und verstehe das jetzt so, dass er nur zwei Tage geweicht und gar nicht hat keimen lassen. Also unter Umständen sind die Körner noch enzymfrei. Na ja, wir wissen ja noch nicht, wie es weitergeht.
Bei zwei Tagen weichen sind die Keimlinge ersoffen. Da passiert dann gar nix mehr.
Gruß Matthias
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 20:04
von bwanapombe
Neu sind solche Versuche nicht. Ich habe allerdings Zweifel, dass die Entsstehung von Bier so abgelaufen ist. Am Anfang kann das unmöglich berauschend gewesen sein, maximal säuerlich erfrischend, denn auf dem Getreide allein ist kaum Hefe, sondern vor allem Milchsäurebakterien. Hefe findet auf Getreide einfach nichts, wovon sie leben und sich vermehren könnte.
Die Hefe kann initial in nennenswertem Umfang nur über Früchte eingetragen worden sein. Denn das ist das natürliche Habitat von brauchbaren Hefen. Vielleicht noch über Honig. Der muss aber noch genug Wassergehalt haben, dass die Hefe nicht stirbt. In handelsfähigem Honig ist heute die Hefe tot. Maltose, also das was im großem Maße den Extrakt ausmacht, können wilde Hefe nicht verstoffwechseln. Die heutige Bierhefe musste erst "lernen" Maltose zu verdauen. Also, erstens war da für die Wildhefe nicht viel Nahrung, zweitens herrschte große Konkurrenz durch Milchsäurebakterien, drittens kann die Ausbeute unmöglich so hoch gewesen sein, dass nenneswert Alkohol entstanden ist.
Aber müsste es tatsächlich mal selbst versuchen, wie es in dem Video beschrieben ist, mit Wild-Getreide ohne Hefezugabe.
Dirk
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 08:04
von Colindo
Commander8x hat geschrieben: Donnerstag 4. Dezember 2025, 17:32
Colindo hat geschrieben: Donnerstag 4. Dezember 2025, 13:23
Tatsächlich hatte ich eben noch einmal den Originalpost gelesen und verstehe das jetzt so, dass er nur zwei Tage geweicht und gar nicht hat keimen lassen. Also unter Umständen sind die Körner noch enzymfrei. Na ja, wir wissen ja noch nicht, wie es weitergeht.
Bei zwei Tagen weichen sind die Keimlinge ersoffen. Da passiert dann gar nix mehr.
Gruß Matthias
Warminster weicht drei Tage lang. Nur nicht am Stück, sondern mit Atmungsintervallen dazwischen.
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 09:11
von Götz404
hiasl hat geschrieben: Donnerstag 4. Dezember 2025, 16:21
Das ist nicht korrekt, denn der Einsatz von
Kaliumpyrosulfit ist bereits nicht mehr RHG-konform.
Malztrunk enthält im Übrigen Glucosesirup und Farbstoff. Verstehe dann nicht, warum man dann vorher vermeintlich das Reinheitsgebot beachten sollte.
Das
Kaliumpyrosulfit ist nur im ersten Wasser und wird durch die folgenden Spülungen fast vollständig wieder ausgewaschen. Ohne diese Deinfektion wird das Getreide zu 100% von der "wild fermentation" verdorben und man kann es nur noch entsorgen - nicht einemal die Vögel/Mäuse wollen es dann noch fressen.
Ich habe schon überlegt den Mälzvorgang auch in der Anlage mit Hilfe der Pumpe durchzuführen, denn die Mönchne haben nicht ohne Grund ihr Getreide im Bachlauf gemälzt.
Lg Götz
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 09:15
von Götz404
Matthias H hat geschrieben: Donnerstag 4. Dezember 2025, 17:20
Ich bin aber sicher, dass Du mit Deinem Prozedere einem Sauerwerden kaum entgehen kannst, weil Du den überall vorhandenen Milchsäure- und allerhand anderer Bakterien ideale Voraussetzungen schaffst.
Genau darum ist das Kaliumpyrosufit im ersten "Mälzwasser" so wichtig.
Lg Götz
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 09:21
von Götz404
Colindo hat geschrieben: Freitag 5. Dezember 2025, 08:04
Warminster weicht drei Tage lang. Nur nicht am Stück, sondern mit Atmungsintervallen dazwischen.
Ich wechsle ca. alle 12 Stunden das Wasser und sorge dadurch auch wieder für Sauerstoff. Mein Prozess ist noch lange nicht optimal - das könnte er in mehren Jahren Tests aber werden
Bis jetzt habe ich erst eine Charge weggeschüttet und das war ein 100% Hafer-Test.
Lg Götz
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 10:03
von Räuber Hopfenstopf
Wenn es einfach darum geht, die Stärke zu verzuckern und das „unterwegs“ machen zu können (so las es in dem anderen Thread), könnte man auch Amylase einsetzen. Ist dann aber nicht mehr RHG-konform.
Hefe aus der aktuellen Gärung "Mangrove Jack's California Lager Yeast M54" - obergärig
Die Lager Hefe ist unrergärig, aber man kann sie natürlich auch bei höheren Temperaturen einsetzen. Eine Ale Hefe wird dann aber wahrscheinlich die besseren Ergebnisse.
Mir ist auch noch nicht so ganz klar, wie nach der Verkleisterung die enzymatische Umsetzung der Stärke erfolgt. Reichen zwei Tage einweichen? Das ist doch kein Keimvorgang und somit auch kein
Malz. Grünmalz heißt auch nicht so, weil es grün ist, sondern grün wird im Sinne von frisch/nass verwendet. Bei nicht getrocknetem Holz spricht man auch von Grünholz. Das sieht aber auch ganz normal aus.
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 10:06
von Räuber Hopfenstopf
Ich wechsle ca. alle 12 Stunden das Wasser und sorge dadurch auch wieder für Sauerstoff.
Das ist Getreide, keine Fische. Getreide wird geweicht und dann zum Keimen abgelegt. Ohne Wasser. Und regelmäßig gewendet.
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 10:29
von Götz404
Räuber Hopfenstopf hat geschrieben: Freitag 5. Dezember 2025, 10:03
Hefe aus der aktuellen Gärung "Mangrove Jack's California Lager Yeast M54" - obergärig
Die Lager Hefe ist unrergärig, aber man kann sie natürlich auch bei höheren Temperaturen einsetzen. Eine Ale Hefe wird dann aber wahrscheinlich die besseren Ergebnisse.
Ja - die Hefe ist untergärig ;-) Ich habe sie aber speziell wegen der "obergärigen Gärtempertur ausgesucht.
(oben im Thread ist das jetzt korrigiert.)
Ich habe auch die obergärige Ale-Hefe US-05, diese werde ich dann mal im nächsten Sud benutzen und das Ergebnis vergleichen.
Ich bin deshalb schon auf nur 12l Sudmenge runtergegangen und muste neue, kleinere Gärbehälter kaufen.
Lg Götz
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 10:45
von Räuber Hopfenstopf
Was hat das mit der Sudmenge zu tun? Ich stehe da auf dem Schlauch. Sowohl unter- als auch obergärige Hefen kann man doch passend dosieren. Untergärige, wenn denn die Gärtemperatir stimmt, werden meist etwas höher dosiert. Also gern zwei Tütchen auf 20 Liter oder ein Starter, in dem die Hefe schon etwas in Gange kommen kann und sich vermehrt.
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 11:04
von Colindo
Götz404 hat geschrieben: Freitag 5. Dezember 2025, 09:21
Ich wechsle ca. alle 12 Stunden das Wasser und sorge dadurch auch wieder für Sauerstoff. Mein Prozess ist noch lange nicht optimal - das könnte er in mehren Jahren Tests aber werden
Gibst du den Körnern dann auch mehrere Stunden zum Atmen oder nur kurz zwischendurch? Wie gut belesen bist du denn im Mälzerwissen?
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 11:36
von Götz404
Räuber Hopfenstopf hat geschrieben: Freitag 5. Dezember 2025, 10:45
Was hat das mit der Sudmenge zu tun? Ich stehe da auf dem Schlauch. Sowohl unter- als auch obergärige Hefen kann man doch passend dosieren. Untergärige, wenn denn die Gärtemperatir stimmt, werden meist etwas höher dosiert. Also gern zwei Tütchen auf 20 Liter oder ein Starter, in dem die Hefe schon etwas in Gange kommen kann und sich vermehrt.
Was ich braue will/muss ich auch trinken ;-)
So kann ich mehr testen.
Lg Götz
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 11:40
von Götz404
Räuber Hopfenstopf hat geschrieben: Freitag 5. Dezember 2025, 10:03
Wenn es einfach darum geht, die Stärke zu verzuckern und das „unterwegs“ machen zu können (so las es in dem anderen Thread), könnte man auch Amylase einsetzen. Ist dann aber nicht mehr RHG-konform.
Werde ich im Februar machen - denn dann bin ich auf der Südhalbkugel und nehme "Bown bread flour" und "Oats" zum Bierbrauen.
Hopfen und Hefe schafft die Lufthansa zu transportieren.
Ich melde mich dann mit dem Ergebnis und den Gesichtern der Tester.
Lg Götz
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 12:44
von hiasl
Götz404 hat geschrieben: Freitag 5. Dezember 2025, 09:11
hiasl hat geschrieben: Donnerstag 4. Dezember 2025, 16:21
Das ist nicht korrekt, denn der Einsatz von
Kaliumpyrosulfit ist bereits nicht mehr RHG-konform.
Malztrunk enthält im Übrigen Glucosesirup und Farbstoff. Verstehe dann nicht, warum man dann vorher vermeintlich das Reinheitsgebot beachten sollte.
Das
Kaliumpyrosulfit ist nur im ersten Wasser und wird durch die folgenden Spülungen fast vollständig wieder ausgewaschen. Ohne diese Deinfektion wird das Getreide zu 100% von der "wild fermentation" verdorben und man kann es nur noch entsorgen - nicht einemal die Vögel/Mäuse wollen es dann noch fressen.
Ich habe schon überlegt den Mälzvorgang auch in der Anlage mit Hilfe der Pumpe durchzuführen, denn die Mönchne haben nicht ohne Grund ihr Getreide im Bachlauf gemälzt.
Lg Götz
Das wage ich ja nicht zu bezweifeln. Bestimmte Vorgehensweisen mit "Reinheitsgebot" zu begründen halt überflüssig, da bereits die Desinfektion dagegen verstößt. Will das aber nicht ausbreiten, sondern nur an die Logik appellieren.
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 12:54
von Räuber Hopfenstopf
Ich komme nicht so ganz mit. Du magst kein Bier, das wie Warsteiner schmeckt und nimmst dann eine (zu) warm angestellte Lagerhefe? Und jetzt Bier aus Brown Bread Flour und Haferflocken? Und andere gestandene Brauer, teilweise mit professionellem Hintergrund, machen sich Gedanken um Verzuckerung, Schrotbild, Beschaffenheit der Spelzen und das Läutern.
Ach ja, Gerste ist nicht gleich Braugerste. Hier wird viel davon angebaut und wir haben auch schon eine Tonne mälzen lassen. Ziel ist immer Braugerste, aber wenn die Qualität nicht stimmt muss sie als Viehfutter vermarktet werden. Daraus kann man bestimmt auch ein irgendwie berauschendes Getränk produzieren. Aber es geht sicherlich schöner.
Ich habe schon überlegt den Mälzvorgang auch in der Anlage mit Hilfe der Pumpe durchzuführen, denn die Mönchne haben nicht ohne Grund ihr Getreide im Bachlauf gemälzt.
Ich weiß nicht, was die alles im Bachlauf veranstaltet haben, aber mälzen sicherlich nicht. Einfach mal mit den Grundlagen des Mälzens und Brauens beschäftigen. Dias haben hier schon andere gemacht, teilweise mit Geste aus dem Garten. Das geht schon, aber die Methoden sollten passen.
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 13:27
von hiasl
Götz404 hat geschrieben: Freitag 5. Dezember 2025, 09:21
Colindo hat geschrieben: Freitag 5. Dezember 2025, 08:04
Warminster weicht drei Tage lang. Nur nicht am Stück, sondern mit Atmungsintervallen dazwischen.
Ich wechsle ca. alle 12 Stunden das Wasser und sorge dadurch auch wieder für Sauerstoff. Mein Prozess ist noch lange nicht optimal - das könnte er in mehren Jahren Tests aber werden
Bis jetzt habe ich erst eine Charge weggeschüttet und das war ein 100% Hafer-Test.
Lg Götz
Gerste ist wasserempfindlich. Daher führen Weichzeiten von mehr als 5 h in der Regel zu einer Inhibierung der Keimung. Die Gerste setzt dann massiv Ethanol frei und vergiftet sich dadurch langsam selbst.
Trockenphasen mit ausreichend Belüftung sind für eine erfolgreiche Keimung unumgänglich. Im Eimer nach zwei Tagen kann man allenfalls wenige spitzende Körner erahnen. Nennenswerte Enzymproduktion beginnt erst mit dem 3. Keimtag.
Im Übrigen kommen daher auch die mikrobiologischen Probleme. So lange die Gerste ordentlich keimt, hält sie schädliche Mikroorganismen in Schach. Nur schlechte Keimung führt entsprechenden Auswüchsen. Wieder ein Indiz dafür, dass die Gerste ertränkt wird.
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 13:55
von shudayo
Als kleine Randbemerkung:
- Gerste 1,5kg x 0,32€ = 0,48€ --> Pilsener
Malz 1,5kg = 1,50 EUR
- Weizen 1,0kg x 0,40€ = 0,40€ --> Weizenmalz 1 kg = 1,20 EUR
- Hafer 0,5kg x 0,40€ = 0,20€ --> Hafer 0,5kg = 0,40 EUR (von mir aus weiter als Rohfrucht verwenden)
Summe: 1,08 vs. 3,1 EUR

Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 14:10
von hiasl
Ich glaube nicht, dass das die Motivation des Vorhabens ist.

Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 14:17
von Götz404
hiasl hat geschrieben: Freitag 5. Dezember 2025, 13:27
Gerste ist wasserempfindlich. Daher führen Weichzeiten von mehr als 5 h in der Regel zu einer Inhibierung der Keimung. Die Gerste setzt dann massiv Ethanol frei und vergiftet sich dadurch langsam selbst.
Trockenphasen mit ausreichend Belüftung sind für eine erfolgreiche Keimung unumgänglich. Im Eimer nach zwei Tagen kann man allenfalls wenige spitzende Körner erahnen. Nennenswerte Enzymproduktion beginnt erst mit dem 3. Keimtag.
Im Übrigen kommen daher auch die mikrobiologischen Probleme. So lange die Gerste ordentlich keimt, hält sie schädliche Mikroorganismen in Schach. Nur schlechte Keimung führt entsprechenden Auswüchsen. Wieder ein Indiz dafür, dass die Gerste ertränkt wird.
Danke für diesen Hinweis!!!
Ich werde das "Einweichen" / "Keimen" in den Automaten auf die Läuterbleche verlegen, dann ist auch das Wasserwechseln (über den Hahn) wesentlich einfacher. Die Pumpe schaltet ich dann manuell nur kurzzeitig ein.
Wenn ich beide Bleche benutze sollten die 2.0 - 2.3kg Getreide genügent Platz haben.
Lg Götz
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 14:24
von Götz404
shudayo hat geschrieben: Freitag 5. Dezember 2025, 13:55
Als kleine Randbemerkung:
- Gerste 1,5kg x 0,32€ = 0,48€ --> Pilsener
Malz 1,5kg = 1,50 EUR
- Weizen 1,0kg x 0,40€ = 0,40€ --> Weizenmalz 1 kg = 1,20 EUR
- Hafer 0,5kg x 0,40€ = 0,20€ --> Hafer 0,5kg = 0,40 EUR (von mir aus weiter als Rohfrucht verwenden)
Summe: 1,08 vs. 3,1 EUR
Hier geht es um die Möglichkeit weltweit an Getreide/Getreideprodukte zu kommen.
Die Preise sind bei den kleinen Mengen uninteressant - im Hektoliterbereich sind 50% weniger Rohstoffkosten schon sehr interessant.
Sind aber gegenüber den fixen Kosten immer noch sehr gering.
Der Gewinne bei Massenproduktion wird im 10tel Centbereich gemacht. (Beispiel Jogurt)
lg Götz
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 15:05
von Räuber Hopfenstopf
Glaubst du nicht, dass die großen Brauereikonzerne solche Sachen nicht schon längst umgesetzt hätten, wenn es denn technisch so einfach wäre? Ich hatte es ja schon geschrieben: Versuch mal, mit der „Schrotung“ und dem verkleisterten Pudding normal zu läutern. Geht das?
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 15:33
von shudayo
hiasl hat geschrieben: Freitag 5. Dezember 2025, 14:10
Ich glaube nicht, dass das die Motivation des Vorhabens ist.
Das ist aus seinem Vorstellungs-Fred:
Götz404 hat geschrieben: Montag 1. Dezember 2025, 09:05
Guten Tag,
ich kaufe meine Hauptbestandteile bei der Agronomia Agraproduktions-GmbH & Co. Schönfeld KG ;-)
Die verkaufen normales Getreide/Viehfutter - mehr ist Gerste nicht ;-)
Das spart viel Geld, denn ein Kg Gerste kosten 32 Cent, Weizen 40 Cent.
Das Getreibe pro Sud liegt bei den Kosten bei ca. 2€. Bei Hopfen und Hefe kennt ihr ja die Preise.
Ich benutze nur
Malz in geringen Mengen zur Verbesserung der Farbe des Bieres.
Lg Götz
Ich hatte danach keine andere Quelle der Motivation gesehen.
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Samstag 6. Dezember 2025, 08:50
von Götz404
Guten Morgen,
Ich habe im Startthread die Rezeptur angepasst.
Ich hoffe der "Grünmalz" ist bereit zum Schrotten. Ich werde mal meine "Kauprobe" machen und mit den Speichelenzymen spielen ;-)
Lg Götz
Re: vom Viehfutter (Getreide vom Feld) zum Bier - ist das Möglich???
Verfasst: Samstag 6. Dezember 2025, 08:52
von Götz404
Räuber Hopfenstopf hat geschrieben: Freitag 5. Dezember 2025, 15:05
Ich hatte es ja schon geschrieben: Versuch mal, mit der „Schrotung“ und dem verkleisterten Pudding normal zu läutern. Geht das?
Hi,
ich mache mal zum "Kaltschroten" oder "Pudding kochen" einen extra Thread auf.
Die Nummer editiere ich dann hier rein.
Der Thread "Puddingkochen" ist hier am Werden:
viewtopic.php?p=552359
Lg Götz