Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
Antworten
Der Monarch
Neuling
Neuling
Beiträge: 1
Registriert: Freitag 31. März 2017, 11:47

Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#1

Beitrag von Der Monarch » Mittwoch 12. April 2017, 10:33

Liebe Brauergemeinde,

kürzlich habe ich meine ersten Sude hergestellt mit dem Ziel ein herbes und zugleich aromatisches Pils ohne starke Malznote zu brauen. Gebraut wird in einem Klarstein Beerfest mit realistischem Fassungsvermögen von ca. 25l und Maischefiltereinsatz (BIAB), gegoren in einer Glasblase, nachgegoren in einem 19l NC Keg, dann umgedrückt durch gekürztes Steigrohr in ein anderes NC Keg zur Lagerung.

1. Brauung war mit folgenden Eckdaten:
- Hauptguss 20 l (Wasser hat 4 dbh Restalkalität), Schüttung von 5 kg Pilsner Malz
- Einmaischen 48°
- Eiweißrast 58° ca. 15 Min.
- Maltoserast 64° ca. 45 Min.
- Verzuckerungsrast 73° ca. 5 Min
Abmaischen und Nachguss (ca. 3l) auf 12° Stammwürze

dann Hopfenkochen 80 Min 1. Hopfengabe nach 5 Min 30g Saazer mit 4 g Alpha, 2. Hopfengabe 5 Minuten vor Kochende mit 30 g Saazer (4 %), Stammwürze nach Kochen ca. 12,5°

runterkühlen auf 7°C angestellt mit Brewferm Lager (1 Päckchen auf die noch verbleibenden ca 17 l) und dann in den 11°C kalten Keller gestellt, dort Hauptgärung ca. 1 Woche, danach ins Nachgärfass mit Spundventil. Drei Tage Diacetylrast bei 16° C, danach wieder in den Keller bei ca. 8° C. Heute soll das Bier umgedrückt werden, denn die Nachgärung ist nach einer Woche abgeschlossen (Druck bleibt konstant bei 1,6 bar). Die Lagerung erfolgt dann bei 6° C-. Bei der nächsten Brauung werde ich Saflager W 34/70 einsetzen

Haben die erfahrenen Brauer Verbesserungsvorschläge? Interessieren würde mich insbesondere, ob man noch etwas Bitterhopfen zu Beginn hinzusetzen sollte und welcher Bitterhopfen sich gut mit dem Saazer verträgt. Wie lange sollte das Bier mindestens lagern?

Vielen Dank im Voraus

raistlin
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 329
Registriert: Samstag 19. September 2015, 07:30
Wohnort: Neuss

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#2

Beitrag von raistlin » Mittwoch 12. April 2017, 11:30

Ich finde 1 Päckchen Hefe ist recht wenig. Ich hätte 2 genommen.
Lagern würde ich es 4-6 Wochen, nahe an 0Grad.

Gruß

Benutzeravatar
danieldee
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 991
Registriert: Montag 25. Juli 2016, 12:34
Wohnort: Bamberg
Kontaktdaten:

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#3

Beitrag von danieldee » Mittwoch 12. April 2017, 12:41

Hi,

Ich würde eine andere Hefe vorziehen, die 34/70 ist gut, alternativ die S189 die vergärt auch ziemlich hoch, dann wird es trockener.
Ob das bei 7° mit einem Päckchen nach 7 Tagen durch ist wage ich zu bezweifeln.

Die Verzuckerung würde ich überspringen und gleich hochheizen auf 78° und abmaischen, dafür die Maltoserast auf 60min verlängern.
Die Eiweißrast kannst du weglassen, die Malze sind auch so gut gelöst.

Warum gerade 80min Kochen? Idealerweise würde ich 90min nehmen um möglichst viel DMS auszuscheiden.
Ja es gibt auch leute die nur 60min kochen, auf anraten meines Onkels (der in der Barauerei 60min kochen muss und nicht länger darf!) würde ich im Hobbybereich immer 90min nehmen.

Bei der hellen Schüttung auch auf Sauerstoffeintrag achten, die Oxidation könnte dir den Geschmack versauen.

Die Lagerung bei 6° ist ok, sollte halt dann bisl länger sein.

Für ein klassisches Pilsner ist das Wasser zu hart, hier würde ich auf -3-0 gehen, am einfachsten mit Milchsäure.

Gut Sud,

Daniel
"Bier ist der überzeugende Beweis dafür,
dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will"
Benjamin Franklin

Benutzeravatar
s3b0
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 493
Registriert: Donnerstag 5. September 2013, 17:27

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#4

Beitrag von s3b0 » Mittwoch 12. April 2017, 12:58

- 60 min. Kochen reichen
- Ich kann Dir folgende Schüttung empfehlen: 95 % PiMa, 5 % CaraPils
- Sauerstoffeintrag vermeiden - sehr wichtig!
- beim Anstellen gut belüften
- Die Restalkalität würd ich auf 0°dH bringen (Braugips, Milchsäure, Kochsalz)

Eine alte Brauerregel sagt: Pro % Stammwürze eine Woche lagern (Brauer und Mälzer, 9. Auflage)

Kraeusenpils
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 108
Registriert: Montag 6. April 2015, 18:03

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#5

Beitrag von Kraeusenpils » Mittwoch 12. April 2017, 13:30

ich bin da auch seit jahren dran, meine pilsener fand ich immer okay, aber
es geht noch besser, gärführung scheint mir sehr sehr wichtig.

90% pils, 10% münchener , braumeister 20
Temperatur Dauer
50 10
62 20
67 60
78 -

S189, drei (!!) päckchen (35,5g) für 22L, anstellen bei 11°C (Entscheidend!!)
zwei wochen hauptärung bei 9°C
später diacetylrast bei 19°C, 2 Tage

Vorderwürze: 20 g Saazer (3,5%)
20 g magnum (12,4%) 80 min
20 g Saazer (3,5%), 3 min vor whirlpool
11,2 °P

das bier ist nach 5 Wochen schon fantastisch, sehr rein im geschmack.

das hopfenaroma im geruch und auch im geschmack könnte noch intensiver sein, bittere
ist okay. da bin ich etwas ratlos, wie man das noch besser macht... :puzz

Benutzeravatar
danieldee
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 991
Registriert: Montag 25. Juli 2016, 12:34
Wohnort: Bamberg
Kontaktdaten:

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#6

Beitrag von danieldee » Mittwoch 12. April 2017, 13:49

Kraeusenpils hat geschrieben:Temperatur Dauer50 1062 2067 6078 -
Was hat es für einen Grund dass du klassische Rasten mit der Kombirast mischst? Da macht doch gar keinen Sinn
"Bier ist der überzeugende Beweis dafür,
dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will"
Benjamin Franklin

Kraeusenpils
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 108
Registriert: Montag 6. April 2015, 18:03

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#7

Beitrag von Kraeusenpils » Mittwoch 12. April 2017, 14:09

ja, stimmt.
habe ich fast immer so gemacht, warum? keine ahnung ;-)

scheint keinen negativen einfluss zu haben

Benutzeravatar
s3b0
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 493
Registriert: Donnerstag 5. September 2013, 17:27

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#8

Beitrag von s3b0 » Mittwoch 12. April 2017, 15:13

Kraeusenpils hat geschrieben:das hopfenaroma im geruch und auch im geschmack könnte noch intensiver sein, bittere
ist okay. da bin ich etwas ratlos, wie man das noch besser macht... :puzz
Gib während dem Runterkühlen ab < 60°C eine großzügige Menge Hopfen hinzu - das hilft!

Benutzeravatar
danieldee
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 991
Registriert: Montag 25. Juli 2016, 12:34
Wohnort: Bamberg
Kontaktdaten:

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#9

Beitrag von danieldee » Donnerstag 13. April 2017, 07:19

ja, stimmt. habe ich fast immer so gemacht, warum? keine ahnung ;-)scheint keinen negativen einfluss zu haben
.

Entweder oder :thumbup
"Bier ist der überzeugende Beweis dafür,
dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will"
Benjamin Franklin

Benutzeravatar
Boludo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 17541
Registriert: Mittwoch 12. November 2008, 20:55

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#10

Beitrag von Boludo » Donnerstag 13. April 2017, 09:29

danieldee hat geschrieben: Entweder oder :thumbup
Da bin ich vollkommen anderer Meinug.
Sehr hohe Vergärungsgrade bekommt man, wenn man erst die Betaamylase 20 Minuten ihre Arbeit bei 62 Grad machen lässt. Länger braucht die eh nicht. Dann ist sie noch altiv und man macht eine Kombirast bei 67 Grad. Dann springt die Alphaamylase an und liefert noch mal jede Menge Futter fur die Betaamylase, die noch altiv ist.
Das bringt viel mehr als lange Maltoserasten, bei denen die Betaamylase sehr schnell eh nichts zu tun hat und nur denaturiert.
Ich komm so mit PiMa locker über 85% Vergärungsgrad.

Stefan

Benutzeravatar
danieldee
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 991
Registriert: Montag 25. Juli 2016, 12:34
Wohnort: Bamberg
Kontaktdaten:

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#11

Beitrag von danieldee » Donnerstag 13. April 2017, 10:46

Ok Krass, hör ich zum ersten Mal.

Wieder was dazu gelernt. Muss ich auch unbedingt mal probieren, ich mag furztrockene Biere.

Die Kombirast bis Jodnormal?

Gruß Daniel
"Bier ist der überzeugende Beweis dafür,
dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will"
Benjamin Franklin

Kraeusenpils
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 108
Registriert: Montag 6. April 2015, 18:03

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#12

Beitrag von Kraeusenpils » Donnerstag 13. April 2017, 11:49

ich hatte nen restextrakt von etwa 2,4P, macht knapp 79% mit dem maischprogramm und
der s189 in erster führung

Benutzeravatar
flensdorfer
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 521
Registriert: Freitag 5. Februar 2016, 09:26
Wohnort: Flensburg

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#13

Beitrag von flensdorfer » Donnerstag 13. April 2017, 11:50

Ähnlich liegt mein Pils mit der W34/70 (91,5% PiMa, 9,5% CaraHell)
Gruß, Arne

Anfänger in der 20l-Klasse

Benutzeravatar
Boludo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 17541
Registriert: Mittwoch 12. November 2008, 20:55

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#14

Beitrag von Boludo » Donnerstag 13. April 2017, 13:02

danieldee hat geschrieben:Ok Krass, hör ich zum ersten Mal.

Wieder was dazu gelernt. Muss ich auch unbedingt mal probieren, ich mag furztrockene Biere.

Die Kombirast bis Jodnormal?

Gruß Daniel
Ja bis iodnormal.
Ich läufete dann auch gleich bei 67 Grad.
Einmaischen, so dass man bei 62 Grad rauskommt und dann nach 20 min kochendes Wasser zubrühen bis man bei 67 Grad ist. Dann nach einer Stunde den Hahn aufmache und läutern.
Das Ganze im Thermoport und mit Hexe.
Einfacher geht's kaum und die Vergärungsgrade sind enorm.
Man sollte aber ergänzen, dass untergärig eine kurze Eiweißrast nicht verkehrt ist damit es nicht so schwefelt. Und alle Angaben hängen letztendlich von der Malzanalyse ab.

Dass man nach der Maltoserast noch eine Kombirast draufsetzen kann ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern bekannt.
Der Trick ist meiner Meinung nach, dass man nicht zu lange bei 62 Grad rastet, da nach spätestens 45 Minuten die Betaamylase hinüber ist. Modernes Pilsner Malz ist nach 20 Minuten fertig mit der Maltoserast. Jährliche Schwankungen können natürlich vorkommen.


Stefan

Benutzeravatar
danieldee
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 991
Registriert: Montag 25. Juli 2016, 12:34
Wohnort: Bamberg
Kontaktdaten:

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#15

Beitrag von danieldee » Donnerstag 13. April 2017, 13:39

Wo kann ich denn detailliert die Maischeführung mit allem PiPaPo nachlesen (außer Narziß der is mir zu teuer)

Ich möchte mich ja kontinuierlich weiterbilden allerdings hab ich schon sehr viel "freie" Literatur gelesen.

Falls jemand etwas empfehlen kann (zum Thema), nur her damit

Danke
"Bier ist der überzeugende Beweis dafür,
dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will"
Benjamin Franklin

kochmann
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 345
Registriert: Mittwoch 8. Februar 2017, 02:26

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#16

Beitrag von kochmann » Donnerstag 20. April 2017, 13:18

Habe vor ein UG Pilz zu Brauen mit der S 189 Hefe
bei welcher Temperatur soll ich anstellen und wie Kalt die nächsten Tage Vergären
Gruss Michael :Drink
Mein Lieblingstier ist der Zapfhahn...!

Benutzeravatar
Felix83
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 808
Registriert: Samstag 17. Dezember 2016, 17:27
Wohnort: Karlsruhe

Re: Pils Verbesserungsvorschläge gesucht

#17

Beitrag von Felix83 » Donnerstag 20. April 2017, 13:31

Wegen der Hefe Menge. Will da kein Fass aufmachen, aber ich benutze nur zwei S-189 Päckchen für 27 l. Nach unter 24 Stunden blubbert es. 1 Woche bei 11-12 Grad, dann 1 Woche bei 18 Grad. Absolut neutrales Hefeprofil. Benutze aber auch die Wyeast Hefenahrung. Damit läuft die Gärung definitiv stürmischer/schneller ab und kommt auch früher an. Außerdem schwefelt es kaum noch.

Zum Hopfen: Mein Standardpils hat Perle in der Vorderwürze und dann zwei Gaben Saazer hintenraus. Ist total weich!
When you don't know what you are doing, anything is possible. - Tony Magee

Antworten