No-go's bei Rezepten

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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No-go's bei Rezepten

#1

Beitrag von void17 » Montag 11. Dezember 2017, 08:56

Hallo,
mich würde eure Meinung bei zu No-gos bei Rezepten interessieren.
Prinzipiell kann man ja alles mögliche kombinieren aber wo seht Ihr die Grenzen, bzw gibt es welche?
Was ich damit meine wären zB. mehr als 20% Caramalze, IBU unter 10 oder Stammwürze unter 7°, etc.
Mir ist klar, dass das subjektiv ist, aber bei gewissen Stammwürzen könnte es zu Problemen mit der Hefe, bei anderen Parametern zu einer schlechten Drinkability bzw Haltbarkeit kommen.
Was wäre eure Meinung dazu?

LG
Thomas

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Re: No-go's bei Rezepten

#2

Beitrag von Ladeberger » Montag 11. Dezember 2017, 09:18

Solche Aussagen sind m.E. kaum möglich. Hohe Caramalzgaben spielen bei einigen Bierstilen durchaus eine Rolle, insb. bei Leichtbieren. Unter 10 Bittereinheiten kommen gewerblich bei Weißbier durchaus und bei Sauerbieren sowieso vor. Stammwürze unter 7 % und noch viel niedriger werden bei der Herstellung alkoholfreier Biere eingesetzt.

Übertreibungen in die andere Richtung haben auch ihre Fans, es seien nur mal Mikkeller 1000 IBU oder Brewmeister Snake Venom (67,5 %vol Alc.) erwähnt.

Gruß
Andy

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Re: No-go's bei Rezepten

#3

Beitrag von void17 » Montag 11. Dezember 2017, 09:21

Danke für die Antwort, 1000 IBU bzw Snake Venom kannte ich noch nicht.
Wobei ich gehört habe die sensorische Grenze für IBU liegt bei ~130
LG

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Re: No-go's bei Rezepten

#4

Beitrag von Bierjunge » Montag 11. Dezember 2017, 09:56

Ich sehe absolute No Gos bei Rezepten eher im Methodischen: Zum Beispiel Angaben fester Speisemengen, oder vor allem eine bestimmter Restextrakt oder eine feste Zeit zu der abgefüllt werden solle.

Moritz

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Re: No-go's bei Rezepten

#5

Beitrag von Mjoelnir » Montag 11. Dezember 2017, 10:10

Bierjunge hat geschrieben:
Montag 11. Dezember 2017, 09:56
Ich sehe absolute No Gos bei Rezepten eher im Methodischen: Zum Beispiel Angaben fester Speisemengen, oder vor allem eine bestimmter Restextrakt oder eine feste Zeit zu der abgefüllt werden solle.

Moritz
Hä? Was spricht denn gegen 40% Speise bei Abfüllung nach 1,5 Tagen Gärung? :Bigsmile
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Grüße
Daniel

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Re: No-go's bei Rezepten

#6

Beitrag von muldengold » Montag 11. Dezember 2017, 10:54

Mjoelnir hat geschrieben:
Montag 11. Dezember 2017, 10:10
Hä? Was spricht denn gegen 40% Speise bei Abfüllung nach 1,5 Tagen Gärung? :Bigsmile
Genau! :Bigsmile Ich empfehle allerdings für die Freunde gut karbonisierter Biere in diesem Fall Edelstahlflaschen.

Ich finde Thomas' Vorschlag einer no go Zusammenstellung allerdings gar nicht so schlecht, insbesondere Brauneulinge lesen diese bestimmt gerne. Konsens wird's wohl nicht bei allen nur bei wenigen Punkten geben, aber Thomas ist sich ja der Subjektivität einer solchen Liste bewusst.

Sandro

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Re: No-go's bei Rezepten

#7

Beitrag von Blancblue » Montag 11. Dezember 2017, 12:04

No-go ist eine fehlende Geschmacksbeschreibung bzw. die Idee hinter dem Rezept.
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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Re: No-go's bei Rezepten

#8

Beitrag von tauroplu » Montag 11. Dezember 2017, 13:26

Für mich ein no-go ist die sogenannte Malzresteverwertung (ich habe noch diverse Malzreste, die müssen wech).
Da sollte man lieber Knuspermalz draus machen oder alles zu Mehl vermahlen und ein leckeres Malzbrot draus backen, aber bitte kein Restebier herstellen.
Beste Grüße
Michael

„Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist das Beste, was die Natur uns bietet.“
Aus "Das Erbe des Bierzauberers" von Günther Thömmes, Gmeiner Verlag

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Re: No-go's bei Rezepten

#9

Beitrag von Dinkhopf » Montag 11. Dezember 2017, 15:12

tauroplu hat geschrieben:
Montag 11. Dezember 2017, 13:26
Für mich ein no-go ist die sogenannte Malzresteverwertung (ich habe noch diverse Malzreste, die müssen wech).
Da sollte man lieber Knuspermalz draus machen oder alles zu Mehl vermahlen und ein leckeres Malzbrot draus backen, aber bitte kein Restebier herstellen.
:goodpost:

Das kann ich auch nicht verstehen. Zumal wir uns im Hobbybereich echt keine Gedanken um wirtschaftliche Effizienz machen müssen. Ausgewogene Rezepte werden schließlich nicht umsonst entwickelt. Ich hau mir ja auch keinen Senf aufs Eis, nur weil die Tube in zwei Tagen abläuft.
Beste Grüße
Alex :Drink

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Re: No-go's bei Rezepten

#10

Beitrag von Dyrdlingur » Montag 11. Dezember 2017, 15:27

Dinkhopf hat geschrieben:
Montag 11. Dezember 2017, 15:12
Ich hau mir ja auch keinen Senf aufs Eis, nur weil die Tube in zwei Tagen abläuft.
Jetzt muss ich auch mal: :goodpost:
Klaus.

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Re: No-go's bei Rezepten

#11

Beitrag von hkpdererste » Montag 11. Dezember 2017, 15:48

1. Resteverwertung sehe ich ehrlich gesagt absolut nicht als no-go an. Ich hab's selber einmal gemacht und ist eines meiner beliebtesten Biere geworden.

2. Eine gezielte "Überdosierung" über die normal empfohlenen Mengen von Caramalzen kann man zu Lernzwecken durchaus auch mal machen um seine eigenen geschmacklichen Grenzen auszuloten.

Gruß Klaus

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Re: No-go's bei Rezepten

#12

Beitrag von Mjoelnir » Montag 11. Dezember 2017, 16:45

Gegen Resteverwertung spricht absolut nichts, solange man damit ein anständiges Rezept machen kann.
Sagt ja keiner dass man einfach alles reinschmeißt was noch rumliegt. Man kann ja trotzdem ein ausgewogenes Rezept erstellen, das dann zu einem leckeren Bier führt.
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Grüße
Daniel

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Re: No-go's bei Rezepten

#13

Beitrag von jemo » Montag 11. Dezember 2017, 17:06

Für mich ist es ein No-Go, wenn nicht stilkonform gebraut wird, also obergäriges Pils oder Düsseldorfer Alt mit einer Ale-Hefe.
Kann man natürlich alles machen, aber dann eben nicht als Pils, Alt oder wasweißich deklarieren.
Viele Grüße,
Jens

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Re: No-go's bei Rezepten

#14

Beitrag von hkpdererste » Montag 11. Dezember 2017, 17:08

:goodpost:

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Re: No-go's bei Rezepten

#15

Beitrag von Oberbräu » Montag 11. Dezember 2017, 18:29

Na da hab ich ja gerade ein no go Bier gebraut haha - und ich hab den Eindruck das wird klasse:
50l, Schüttung 9kg Pilsener, 7 kg Weizen, 1 kg Haferflocken roh
Haferschleim vorgekocht
2kg Malz geröstet bei 150°C
Schalen von zwei Orangen kleingeschnitten im Sud
33g Huell melon 60mn, 33g bei 80°C im whirlpool, 33g sollen in der Nachgärung gestopft werden, zusammen mit den Schalen von 3 Orangen
Beim Sudkochen 2kg dunkelbraum karamelisierter Zucker dazu (der war auch übrig - vom imkern)
Zufällig fand ich noch einen halben TL Zimt und eine Msp Kreuzkümmel in der Küche :Angel

Gruß Michael

edit: Vergessen - da war auch noch die Hefe vom Pils von letzter Woche übrig :Greets

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Re: No-go's bei Rezepten

#16

Beitrag von §11 » Montag 11. Dezember 2017, 20:07

Ja, das Thema Rezeptentwicklung. Eine Geschichte voller Missverständnisse....

Auf der einen Seite würde ich sagen das es manchmal an der nötigen Balance fehlt. Tonnenweise Karamalz wird mit Röstmalz eins zu eins gemischt.... Aber, es gibt Biere die genau so gemacht werden und trotzdem gut sind. Gibt halt keine pauschale Regel. Dafür sind die Rohstoffe und die Stellschrauben einfach zu vielfältig.

Schöne Grüße

Jan
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Re: No-go's bei Rezepten

#17

Beitrag von gulp » Montag 11. Dezember 2017, 20:32

Oberbräu hat geschrieben:
Montag 11. Dezember 2017, 18:29
Na da hab ich ja gerade ein no go Bier gebraut haha - und ich hab den Eindruck das wird klasse:
50l, Schüttung 9kg Pilsener, 7 kg Weizen, 1 kg Haferflocken roh
Haferschleim vorgekocht
2kg Malz geröstet bei 150°C
Schalen von zwei Orangen kleingeschnitten im Sud
33g Huell melon 60mn, 33g bei 80°C im whirlpool, 33g sollen in der Nachgärung gestopft werden, zusammen mit den Schalen von 3 Orangen
Beim Sudkochen 2kg dunkelbraum karamelisierter Zucker dazu (der war auch übrig - vom imkern)
Zufällig fand ich noch einen halben TL Zimt und eine Msp Kreuzkümmel in der Küche :Angel

Gruß Michael

edit: Vergessen - da war auch noch die Hefe vom Pils von letzter Woche übrig :Greets
Nenns halt "lucky freestyle" , Das Pils zu nennen wäre ein "no go". :Greets
Im Übrigen ist das Thema zu uferlos. Wo soll man da anfangen? Bei obergärigem Pils, Märzen oder Maibock, untergärigem IPA, 5 bis 10 verschiedenen Malzen und fünferlei Hopfen bei klassischen Bierstilen? usw, usw.

Gruß
Peter
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Re: No-go's bei Rezepten

#18

Beitrag von §11 » Montag 11. Dezember 2017, 20:33

Blancblue hat geschrieben:
Montag 11. Dezember 2017, 12:04
No-go ist eine fehlende Geschmacksbeschreibung bzw. die Idee hinter dem Rezept.
Da gebe ich dir zu 100% recht. Es macht es vor allem unmöglich den Rezeptersteller zu helfen. Dazu müsste man verstehen was denn geplant war.

Bei mir ist das auch so, zu erst steht die Idee, die Geschichte zum Bier. Das Rezept folgt dem dann.

Jan
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Re: No-go's bei Rezepten

#19

Beitrag von marsabba » Montag 11. Dezember 2017, 20:50

No-gos sind für mich überladene Rezepte mit 6 Malzsorten und 7 Hopfensorten drinne.

Martin

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Re: No-go's bei Rezepten

#20

Beitrag von Alt-Phex » Montag 11. Dezember 2017, 21:13

marsabba hat geschrieben:
Montag 11. Dezember 2017, 20:50
No-gos sind für mich überladene Rezepte mit 6 Malzsorten und 7 Hopfensorten drinne.
Wieso muss ich jetzt eigentlich an Brewdog denken ? :Grübel
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Re: No-go's bei Rezepten

#21

Beitrag von muldengold » Montag 11. Dezember 2017, 21:16

Andererseits muss man das Thema Rezeptentwicklung auch nicht zuuu ernst nehmen. Das gruseligste Rezept ever habe ich kürzlich in der Halloween Show von Basic brewing video gesehen: die Schüttung enthielt u.a. ein Schokomarshmallowfrühstücksflockenwasauchimmer, meine rote Linie wäre da definitiv überschritten. Aber die Show war so verdammt lustig, dass ich fast versucht bin so etwas auch mal zu machen - fast wohlgemerkt.
:Ahh

Meine rote Linie liegt zum Beispiel in der Verwendung von Gelatine zur Klärung. Auch Süßstoffe wäre ein absolutes No-go, obwohl im Hobbybrauerbereich wohl nicht sehr verbreitet. Ansonsten bin ich eher sehr offen und hab eine ausgeprägt experimentelle Ader. Märzen mit der Notti? - wird definitiv nicht nach einem stilechten Märzen schmecken - but why not? :Smile
Sandro

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Re: No-go's bei Rezepten

#22

Beitrag von afri » Montag 11. Dezember 2017, 22:21

Als exotischste Zutaten bei meinen Bieren werte ich bereits Holunderblüten und (Achtung) Lemongras-Tee. Da sind nicht fünf Malze und sechs Hopfen dabei, aber das finde ich bereits abenteuerlich, wenn auch nicht no-go. Ein No-Go wäre für mich, weil selbst probiert, das mitmaischen von Röstmalz, das schmeckt mir nicht.

Keine Ahnung, ob das in Richtung Schlenkerla geht, aber wenn ich Röstmalz wg. Farbe verwenden möchte, dann allenfalls in den Läuterbottich, damit bloß nicht zuviel Röstaroma dazu kommt. Dann jedoch gelingt es mir durchaus, fast schwarzes Bier zu machen, das eben nicht brenzlig riecht.
Achim (noch immer einige Gramm Röstmalz in der Gefriere habend, weil in einem Anfall von Irrsinn mal ein ganzes kg bestellt usw.)
Bier ist ein Stück Lebenskraft!

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Re: No-go's bei Rezepten

#23

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Montag 11. Dezember 2017, 22:36

Beim Röstmalz bin ich bei dir Achim. Ein µ ungeschroteter Röstgerste macht vor dem Abmaischen auf Wunsch schöne Röstaromen. Rezepte mit 4% Röstgerste würde ich sofort überblättern.
Resteverwertungsbieren stehe ich auch positiv gegenüber. Mein bestes Weißbier war eine Resteverwertung. Allerdings gehören solche Rezepte nicht unbedingt in eine öffentliche Rezeptdatenbank, bevor sie nicht ein zweites mal gebraut, bereinigt und für gut befunden wurden.
Ein No-Go sind für mich Rezepte bei denen metrische und nicht metrische Einheiten durcheinander gewürfelt sind oder z.B. keinen Hinweis enthalten ob jetzt britische oder US Gallonen gemeint sind usw. Da bekomme ich Pickel und suche mir eine andere Inspiration.

Jens
(Auch 4 Kg Röstgerste auf Halde habend)
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

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Re: No-go's bei Rezepten

#24

Beitrag von Oberbräu » Dienstag 12. Dezember 2017, 05:40

gulp hat geschrieben:
Montag 11. Dezember 2017, 20:32
Nenns halt "lucky freestyle"
Das klingt gut. Oberbräu 'lucky freestile' 1st edition :Smile

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Re: No-go's bei Rezepten

#25

Beitrag von grüner Drache » Dienstag 12. Dezember 2017, 06:34

Blancblue hat geschrieben:
Montag 11. Dezember 2017, 12:04
No-go ist eine fehlende Geschmacksbeschreibung bzw. die Idee hinter dem Rezept.
Hallo!

Hm,
Eigentlich würd ich es gerne mal so angehen wie
"Sonntagabend in der Singleküche"
- einfach nur sehen was man hat und gucken was man draus machen kann...
Aber ne Idee vom Endprodukt muss ich dabei schon haben, und Mengenmässig geht es ja auch nich ohne messen, rechnen beim Hopfen und schon bin ich beim Rezept :Grübel
Allzeit gut Sud!
:Drink
Ciao, Alex!
Der grüne Drache zu Wasserau - Dort brauen sie ein Bier so braun, dass selbst der Mann im Mond kam schauen ...

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Re: No-go's bei Rezepten

#26

Beitrag von Johnny H » Dienstag 12. Dezember 2017, 07:23

marsabba hat geschrieben:
Montag 11. Dezember 2017, 20:50
No-gos sind für mich überladene Rezepte mit 6 Malzsorten und 7 Hopfensorten drinne.

Martin
Das sehe ich auch so. Ganz oft ist da weniger mehr, und bei einem Übermaß an Zutaten wird das Gebräu oft ein unausgeglichenes ... Gebräu.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: No-go's bei Rezepten

#27

Beitrag von Boludo » Dienstag 12. Dezember 2017, 10:16

Rezepte sind auch irgendwie überbewertet. Man kann aus ein und dem selben Rezept zwei verschiedene Biere brauen, wenn das Wasser verschiedenen ist oder die Gärführung eine andere (Hefe Menge und Qualität, Temperaturführung), Sauerstoffeintrag, Verdampfungsrate usw.
Münchner Malz ist auch nicht gleich Münchner Malz und der eine steckt den Hopfen ins Säckchen, der andere nicht.
Ein gutes Rezept macht nicht automatisch ein gutes Bier.
Lustig finde ich immer, wenn zB nach dem Rezept eines Augustiner Hell gefragt wird. So ein Rezept alleine bringt gar nichts.

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Re: No-go's bei Rezepten

#28

Beitrag von M0ps » Dienstag 12. Dezember 2017, 11:37

Das stimmt zwar, aber ein ordentliches Rezept ist auf jeden Fall die Basis für ein gutes Bier - wenn da schon der Wurm drin ist wird's sehr schwierig.

Du hast natürlich anderseits Recht, dass ein gutes Rezept nicht automatisch ein gutes Bier garantiert.

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Re: No-go's bei Rezepten

#29

Beitrag von philipp » Dienstag 12. Dezember 2017, 12:00

jemo hat geschrieben:
Montag 11. Dezember 2017, 17:06
also obergäriges Pils
Da bin ich bei dir.
oder Düsseldorfer Alt mit einer Ale-Hefe.
Das finde ich dann schon crazy. Die sind so eng verwandt, ich behaupte einfach mal: Die wirst du einfach so geschmacklich nicht unterscheiden können.

(Die Gärführung mach hier wahrscheinlich den größeren Unterschied: Beim Düsseldorfer Alt so 17-19°C, beim englischen Ale wärmer).
Der Porter, den man in London gemeiniglich Bier zu nennen pflegt, ist unter den Malz-Getränken das vollkommenste.
http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/h ... ew/1817246

Im alten Forum als 'rattenfurz' bekannt gewesen.

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Re: No-go's bei Rezepten

#30

Beitrag von jemo » Dienstag 12. Dezember 2017, 12:15

philipp hat geschrieben:
Dienstag 12. Dezember 2017, 12:00
Das finde ich dann schon crazy. Die sind so eng verwandt, ich behaupte einfach mal: Die wirst du einfach so geschmacklich nicht unterscheiden können.
Ich meine, da einen Unterschired zu schmecken, unabhängig der Gärtemperatur. Bei Verwendung einer typischen Alt-Hefe hat das Bier einen leicht "metallischen" Geschmack. Wobei ich mich mit solchen Beschreibungen etwas schwer tue ...
Viele Grüße,
Jens

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Re: No-go's bei Rezepten

#31

Beitrag von Ladeberger » Dienstag 12. Dezember 2017, 13:12

Du hast natürlich anderseits Recht, dass ein gutes Rezept nicht automatisch ein gutes Bier garantiert.
Ein wirklich gutes Rezept würde schon ein gutes Bier garantieren. Das Problem ist nur, dass Rezepte in der Regel so weit verallgemeinert erfasst und weitergegeben werden, dass die Ergebnisse in alle Richtungen streuen.

Beispiele:
- Generische Malzbezeichnungen ohne Spezifikationen und Hersteller (wird dann zu Hause gerne noch weiter substituiert)
- Abarbeitung des Themas...
-- Maischeprozess/-verfahren/-system mit einem Einzeiler wie "20 min bei 62 °C, 45 min bei 70 °C, Abmaischen bei 67 °C"
-- Hefemanagement, Anstelltechnologie, Gärung, Reifung und Konditionierung mit dem Tripel "Hefe", "Gärtemperatur" und "Karbonisierung g/l"
-- Hopfenstopfen mit "[n] g/l"
- Angabe von Hopfensorten ohne Jahrgang, Ölgehalt, Provenienz, Form (Dolden, Pellets), Einsatz (lose/Säckchen)
- Vermutete/errechnete, in der Praxis wohl nie gemessene Angaben wie Farbe und Bittereinheiten; häufig genug fehlerbehaftete Angaben wie Karbonisierung, Alc., Extraktwerte

Das erzeugt einen Bias hin zu Rezepten, die sich eher auf Seite der einfachen Rezepturen (=weniger Fehlerquellen) und aromatisch im sicheren Mittelfeld mit großer, tolerierbarer Varianz bewegen. Daran ist auch nichts auszusetzen. Das impliziert aber nicht, dass Rezepturen außerhalb dieser in der Hobbybrauercommunity wahgenommenen Norm nicht funktionieren würden.

Gruß
Andy

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Re: No-go's bei Rezepten

#32

Beitrag von §11 » Dienstag 12. Dezember 2017, 15:54

Boludo hat geschrieben:
Dienstag 12. Dezember 2017, 10:16
Rezepte sind auch irgendwie überbewertet. Man kann aus ein und dem selben Rezept zwei verschiedene Biere brauen, wenn das Wasser verschiedenen ist oder die Gärführung eine andere (Hefe Menge und Qualität, Temperaturführung), Sauerstoffeintrag, Verdampfungsrate usw.
Münchner Malz ist auch nicht gleich Münchner Malz und der eine steckt den Hopfen ins Säckchen, der andere nicht.
Ein gutes Rezept macht nicht automatisch ein gutes Bier.
Lustig finde ich immer, wenn zB nach dem Rezept eines Augustiner Hell gefragt wird. So ein Rezept alleine bringt gar nichts.

Stefan
Da bin ich ganz bei Moritz. Das Problem ist nicht das Rezept per se, das Problem ist das oft die Haelfte fehlt um zu verstehen was das warden soll.

Da gab es auf FB genau so ein Biespiel:
70% Pilsner
30% Wiener
Kombirast 50 Minuten
Kochen 60 Minuten
Magnum 60 Minuten
Cascade 20 Minuten
Tettnanger 10 Minuten
Safale S04 19C

Verbesserungsvorschlaege?
Das ist jetzt kein Angriff, denn solche Rezepte findet man zu hauf. Dafuer wird dann genau angegegeben wieviel Nachguss man geben soll.

Jan
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Re: No-go's bei Rezepten

#33

Beitrag von Johnny H » Dienstag 12. Dezember 2017, 16:09

§11 hat geschrieben:
Dienstag 12. Dezember 2017, 15:54
[...]
Da gab es auf FB genau so ein Biespiel:
70% Pilsner
30% Wiener
Kombirast 50 Minuten
Kochen 60 Minuten
Magnum 60 Minuten
Cascade 20 Minuten
Tettnanger 10 Minuten
Safale S04 19C

Verbesserungsvorschlaege?
Das ist jetzt kein Angriff, denn solche Rezepte findet man zu hauf. Dafuer wird dann genau angegegeben wieviel Nachguss man geben soll.

Jan
Die Facebook-Gruppe finde ich hinsichtlich der Diskussionsqualität teilweise wirklich sehr schlecht. Da herrscht hier viel mehr Disziplin, und es sind ja in letzter Zeit einige angepinnte "Referenz"-Threads entstanden, auf die immer wieder verwiesen werden kann. So stellt sich leichter eine Lernerfahrung ein.

Bei Facebook dagegen rutscht alles immer nach unten durch ins Nirvana, und die meisten Posts drehen sich immer wieder um die gleichen Fragestellungen. Dazu alles möglichst in Einzeilern. Wenn's mal längere Fragen oder Antworten gibt, sind sie schnell schlecht lesbar aufgrund des Formats.

Das begünstigt dann natürlich so Dinge wie oben.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: No-go's bei Rezepten

#34

Beitrag von §11 » Dienstag 12. Dezember 2017, 16:15

Die Facebook-Gruppe finde ich hinsichtlich der Diskussionsqualität teilweise wirklich sehr schlecht.
Aber der Lernerfolg scheint unglaublich schnell zu sein. Es gibt einige die sich noch vor wenigen Wochen als blutige Anfaenger geoutet haben, die jetzt meinen jedem erklaeren zu koennen wie Brauen wirklich geht :Grübel :Shocked

Jan
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Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
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Re: No-go's bei Rezepten

#35

Beitrag von Malzwein » Dienstag 12. Dezember 2017, 16:22

Boludo hat geschrieben:
Dienstag 12. Dezember 2017, 10:16
Rezepte sind auch irgendwie überbewertet. Man kann aus ein und dem selben Rezept zwei verschiedene Biere brauen, wenn das Wasser verschiedenen ist oder die Gärführung eine andere
...
Stimmt! Bei unserem total simplizifierten SMASH Experiment mit Münchner, Magnum und US05 hatten wir natürlich eine deutliche Gemeinsamkeit, aber praktisch so viele Biere wie Brauer. Ich erinnere mich an ein Spektrum von süffig (aber langweilig) über trinkbar zu "nicht so dolle".
Gruß Matthias

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Re: No-go's bei Rezepten

#36

Beitrag von Johnny H » Dienstag 12. Dezember 2017, 20:15

Malzwein hat geschrieben:
Dienstag 12. Dezember 2017, 16:22
Stimmt! Bei unserem total simplizifierten SMASH Experiment mit Münchner, Magnum und US05 hatten wir natürlich eine deutliche Gemeinsamkeit, aber praktisch so viele Biere wie Brauer. Ich erinnere mich an ein Spektrum von süffig (aber langweilig) über trinkbar zu "nicht so dolle".
Was? Das waren doch insgesamt prima Biere. Meins wurde jedenfalls immer besser. Ganz ernstgemeint.

Aber die Unterschiede waren in der Tat groß, wobei kaum festzustellen war warum. In einem Fall wurde eindeutig ein helleres Münchner Malz verwendet aber sonst?
§11 hat geschrieben:
Dienstag 12. Dezember 2017, 16:15
Die Facebook-Gruppe finde ich hinsichtlich der Diskussionsqualität teilweise wirklich sehr schlecht.
Aber der Lernerfolg scheint unglaublich schnell zu sein. Es gibt einige die sich noch vor wenigen Wochen als blutige Anfaenger geoutet haben, die jetzt meinen jedem erklaeren zu koennen wie Brauen wirklich geht :Grübel :Shocked

Jan
Das liegt wohl daran, dass dort die Kunst des Brauens wirklich auf seine absolute Essenz kondensiert wird: 6000 Jahre Erkenntnissuche in größtenteils Einzeilern konkretisiert! Das beschleunigt die Aufnahme von Wissen natürlich ungeheuer! Quasi eine Art Haiku des Brauwesens! Vielleicht kann ich da doch noch was lernen :Grübel
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: No-go's bei Rezepten

#37

Beitrag von Michael Wendt » Dienstag 12. Dezember 2017, 22:47

Boludo hat geschrieben:
Dienstag 12. Dezember 2017, 10:16
Rezepte sind auch irgendwie überbewertet. Man kann aus ein und dem selben Rezept zwei verschiedene Biere brauen, wenn das Wasser verschiedenen ist oder die Gärführung eine andere (Hefe Menge und Qualität, Temperaturführung), Sauerstoffeintrag, Verdampfungsrate usw.
Münchner Malz ist auch nicht gleich Münchner Malz und der eine steckt den Hopfen ins Säckchen, der andere nicht.
Dazu fallen mir jetzt einige Kommentare auf MMuM ein. Manchmal liest man da Sachen wie „Super Rezept! Ich hab‘s genauso gebraut, nur Weizen- statt Gerstenmalz genommen und statt Perle Cascade genommen.“ Ähm, ja.

Gruß
Michael
„Ah, das schmeckt wie ein richtiges Vierzehnzwanziger“

Meine Anlage: viewtopic.php?f=20&t=12052
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Re: No-go's bei Rezepten

#38

Beitrag von hyper472 » Dienstag 12. Dezember 2017, 22:54

Michael Wendt hat geschrieben:
Dienstag 12. Dezember 2017, 22:47
Boludo hat geschrieben:
Dienstag 12. Dezember 2017, 10:16
Rezepte sind auch irgendwie überbewertet. Man kann aus ein und dem selben Rezept zwei verschiedene Biere brauen, wenn das Wasser verschiedenen ist oder die Gärführung eine andere (Hefe Menge und Qualität, Temperaturführung), Sauerstoffeintrag, Verdampfungsrate usw.
Münchner Malz ist auch nicht gleich Münchner Malz und der eine steckt den Hopfen ins Säckchen, der andere nicht.
Dazu fallen mir jetzt einige Kommentare auf MMuM ein. Manchmal liest man da Sachen wie „Super Rezept! Ich hab‘s genauso gebraut, nur Weizen- statt Gerstenmalz genommen und statt Perle Cascade genommen.“ Ähm, ja.

Gruß
Michael
:goodpost:

Trotzdem: Das Pils fürs Volk habe ich mal, den Umständen gehorchend, mit Notti angestellt. Ganz klare Empfehlung!
Viele Grüße, Henning
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
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Re: No-go's bei Rezepten

#39

Beitrag von Blancblue » Donnerstag 14. Dezember 2017, 02:35

Johnny H hat geschrieben:
Dienstag 12. Dezember 2017, 07:23
marsabba hat geschrieben:
Montag 11. Dezember 2017, 20:50
No-gos sind für mich überladene Rezepte mit 6 Malzsorten und 7 Hopfensorten drinne.

Martin
Das sehe ich auch so. Ganz oft ist da weniger mehr, und bei einem Übermaß an Zutaten wird das Gebräu oft ein unausgeglichenes ... Gebräu.
Tja, und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die einen würfeln Zutaten, die anderen wissen was sie tun. Das eine Bier schmeckt nach Brei, das andere super komplex. Ich würde hier nach eigener Erfahrung nicht pauschalisieren.
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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Re: No-go's bei Rezepten

#40

Beitrag von M0ps » Donnerstag 14. Dezember 2017, 07:06

Ladeberger hat geschrieben:
Dienstag 12. Dezember 2017, 13:12


Ein wirklich gutes Rezept würde schon ein gutes Bier garantieren. Das Problem ist nur, dass Rezepte in der Regel so weit verallgemeinert erfasst und weitergegeben werden, dass die Ergebnisse in alle Richtungen streuen.

Beispiele:
- Generische Malzbezeichnungen ohne Spezifikationen und Hersteller (wird dann zu Hause gerne noch weiter substituiert)
- Abarbeitung des Themas...
-- Maischeprozess/-verfahren/-system mit einem Einzeiler wie "20 min bei 62 °C, 45 min bei 70 °C, Abmaischen bei 67 °C"
-- Hefemanagement, Anstelltechnologie, Gärung, Reifung und Konditionierung mit dem Tripel "Hefe", "Gärtemperatur" und "Karbonisierung g/l"
-- Hopfenstopfen mit "[n] g/l"
- Angabe von Hopfensorten ohne Jahrgang, Ölgehalt, Provenienz, Form (Dolden, Pellets), Einsatz (lose/Säck
Da hast du natürlich recht. Die Rezepte im Hobbybereich sind halt ein Kompromiss zwischen Handhabbarkeit und Reproduzierbarkeit. Kaum einer hat die Möglichkeit IBU oder EBC zu messen. Der Gehalt an Hopfenölen ist praktisch immer unbekannt etc etc
Ich denke man sollte die Rezepte eher als groben Leitfaden verstehen, der eine Richtung vorgibt, aber eben das Ziel nicht ausdefiniert und entsprechend Raum für Interpretation lässt. Man kann also eher nicht von besonders leckeren Rezepten, sondern höchstens von leckeren Bieren, die auf Basis dieses Rezeptes entstanden, sind sprechen.

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Re: No-go's bei Rezepten

#41

Beitrag von Malzwein » Donnerstag 14. Dezember 2017, 08:27

Ich muss an "Chefkoch" denken, wie oft da in Kommentaren das "super Rezept" gelobt wird. Aber "Statt frische Tomaten haben wir Tomatenmark, statt Kurkuma und Kreuzkümmel haben wir einen Brühwürfel genommen und Morrüben, weil die noch da waren. Wir mögen auch kein Schweinefleisch, das haben wir weggelassen."

Und mal ehrlich, wieviele Hobbybrauer brauen wohl genau so? :Ätsch
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut! :P

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Re: No-go's bei Rezepten

#42

Beitrag von grüner Drache » Donnerstag 14. Dezember 2017, 08:56

M0ps hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 07:06
Ladeberger hat geschrieben:
Dienstag 12. Dezember 2017, 13:12


Ein wirklich gutes Rezept würde schon ein gutes Bier garantieren. Das Problem ist nur, dass Rezepte in der Regel so weit verallgemeinert erfasst und weitergegeben werden, dass die Ergebnisse in alle Richtungen streuen.

Beispiele:
- Generische Malzbezeichnungen ohne Spezifikationen und Hersteller (wird dann zu Hause gerne noch weiter substituiert)
- Abarbeitung des Themas...
-- Maischeprozess/-verfahren/-system mit einem Einzeiler wie "20 min bei 62 °C, 45 min bei 70 °C, Abmaischen bei 67 °C"
-- Hefemanagement, Anstelltechnologie, Gärung, Reifung und Konditionierung mit dem Tripel "Hefe", "Gärtemperatur" und "Karbonisierung g/l"
-- Hopfenstopfen mit "[n] g/l"
- Angabe von Hopfensorten ohne Jahrgang, Ölgehalt, Provenienz, Form (Dolden, Pellets), Einsatz (lose/Säck
Da hast du natürlich recht. Die Rezepte im Hobbybereich sind halt ein Kompromiss zwischen Handhabbarkeit und Reproduzierbarkeit. Kaum einer hat die Möglichkeit IBU oder EBC zu messen. Der Gehalt an Hopfenölen ist praktisch immer unbekannt etc etc
Ich denke man sollte die Rezepte eher als groben Leitfaden verstehen, der eine Richtung vorgibt, aber eben das Ziel nicht ausdefiniert und entsprechend Raum für Interpretation lässt. Man kann also eher nicht von besonders leckeren Rezepten, sondern höchstens von leckeren Bieren, die auf Basis dieses Rezeptes entstanden, sind sprechen.
Morgen!

Hier tritt aber auch das besondere am Bierbrauen zu tage.
Wenn ich da an diese "dark Abbot-Reihe", die mehrere Hobbybrauer nach gleichen Rezept gebraut haben :Grübel
Also ich hab drei davon probiert, eins war trinkbar, aber auch da war ich jetzt nich sicher was es sein sollte...
Vielleicht ist es ja auch so, dass bei besonders eigenwilligen Schüttungen Dinge wie Temeratursprünge beim Rasten und Gären, und zu hohe Gär/und Anstell-temperatur einfach auch eigenwilligere Fehlgeschmäcker produzieren, als vergleichsweise simple Schüttungen.
So nach dem Motto:
" wo man viel macht kann auch viel schief gehn..."
Allzeit gut Sud!
:Drink
Ciao, Alex!
Der grüne Drache zu Wasserau - Dort brauen sie ein Bier so braun, dass selbst der Mann im Mond kam schauen ...

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Re: No-go's bei Rezepten

#43

Beitrag von muldengold » Donnerstag 14. Dezember 2017, 09:49

Ladeberger hat geschrieben:
Dienstag 12. Dezember 2017, 13:12
Ein wirklich gutes Rezept würde schon ein gutes Bier garantieren. Das Problem ist nur, dass Rezepte in der Regel so weit verallgemeinert erfasst und weitergegeben werden, dass die Ergebnisse in alle Richtungen streuen.

Beispiele:
- Generische Malzbezeichnungen ohne Spezifikationen und Hersteller (wird dann zu Hause gerne noch weiter substituiert)
- Abarbeitung des Themas...
-- Maischeprozess/-verfahren/-system mit einem Einzeiler wie "20 min bei 62 °C, 45 min bei 70 °C, Abmaischen bei 67 °C"
-- Hefemanagement, Anstelltechnologie, Gärung, Reifung und Konditionierung mit dem Tripel "Hefe", "Gärtemperatur" und "Karbonisierung g/l"
-- Hopfenstopfen mit "[n] g/l"
- Angabe von Hopfensorten ohne Jahrgang, Ölgehalt, Provenienz, Form (Dolden, Pellets), Einsatz (lose/Säckchen)
- Vermutete/errechnete, in der Praxis wohl nie gemessene Angaben wie Farbe und Bittereinheiten; häufig genug fehlerbehaftete Angaben wie Karbonisierung, Alc., Extraktwerte

Das erzeugt einen Bias hin zu Rezepten, die sich eher auf Seite der einfachen Rezepturen (=weniger Fehlerquellen) und aromatisch im sicheren Mittelfeld mit großer, tolerierbarer Varianz bewegen. Daran ist auch nichts auszusetzen. Das impliziert aber nicht, dass Rezepturen außerhalb dieser in der Hobbybrauercommunity wahgenommenen Norm nicht funktionieren würden.

Gruß
Andy
Ich glaube derart präzise Rezepte sind selten - wohl auch deshalb, weil es m.E. darüber hinaus geht was ein Rezept leisten soll/kann. Was nützt z.B. die Angabe "Münchner Malz Hersteller so und so Charge so und so"? Dieses Malz bekomme ich i.d.R. nur schwer besorgt und nach nur kurzer Zeit gar nicht mehr. Trotzdem erzeugt die Angabe 75% Pilsner, 25% Münchner in meinem Kopf eine ungefähre Vorstellung über den Malzcharakter, Vollmundigkeit, Farbe usw. Gleiches gilt vermutlich noch stärker für Hopfen (Cascade Jahrgang 2012 ist spätestens 2014 out!) und weitere Zutaten etc. Aber ich finde das nicht schlimm. Ich sehe ein Rezept meist als Leitfanden mit Raum zur Kreativität. Aber trotzdem - und da gebe ich Dir Recht, je genauer das Rezept (auch in Details) beschrieben, um so wertvoller finde ich es als Startpunkt.

VG
Sandro

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Re: No-go's bei Rezepten

#44

Beitrag von hyper472 » Donnerstag 14. Dezember 2017, 10:34

Kennen wir doch alles vom Plätzchen backen: Ist das Rezept alt, muss ich berücksichtigen, dass die Eier früher kleiner waren. Ist es in der Küche zu warm, kriege ich kaum die richtige Konsistenz für den Heidesand hin etc.
Ich finde es gut, dass die gleichen Rezepte, von verschiedenen Köchen/Bäckern/Brauern realisiert, unterschiedliche Ergebnisse zeitigen.
NoGo bei Rezepten ist damit ein zu genaues Rezept ebenso wie ein zu allgemeines.
Viele Grüße, Henning
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Re: No-go's bei Rezepten

#45

Beitrag von gulp » Donnerstag 14. Dezember 2017, 13:55

NoGo bei Rezepten ist damit ein zu genaues Rezept ebenso wie ein zu allgemeines.
So schauts aus! :thumbup

Gar kein Rezept haben ist aber noch blöder, da kommen dann dreibeinige Hocker raus statt ordentlichen Stühlen. Drauf sitzen kann man natürlich auch, auf so einer Themaverfehlung. :Bigsmile

Gruß
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Re: No-go's bei Rezepten

#46

Beitrag von Boludo » Donnerstag 14. Dezember 2017, 14:26

gulp hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 13:55
Gar kein Rezept haben ist aber noch blöder, da kommen dann dreibeinige Hocker raus statt ordentlichen Stühlen.
Ich hab mal mit Frank 400 Liter Weizenbock ohne Rezept einfach so aus dem Bauch heraus gebraut.
Die Hopfenmenge haben wir schnell nach dem Läutern ausgerechnet, das Malz haben wir nach Gefühl aus dem gut gefüllten Malzlager zusammengeschrotet und wir hatten einen ordenlichen Batzen 3638 aus der Brauerei.
Das war eines meiner besten Biere.
:Wink

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Re: No-go's bei Rezepten

#47

Beitrag von gulp » Donnerstag 14. Dezember 2017, 14:38

Boludo hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 14:26
gulp hat geschrieben:
Donnerstag 14. Dezember 2017, 13:55
Gar kein Rezept haben ist aber noch blöder, da kommen dann dreibeinige Hocker raus statt ordentlichen Stühlen.
Ich hab mal mit Frank 400 Liter Weizenbock ohne Rezept einfach so aus dem Bauch heraus gebraut.
Die Hopfenmenge haben wir schnell nach dem Läutern ausgerechnet, das Malz haben wir nach Gefühl aus dem gut gefüllten Malzlager zusammengeschrotet und wir hatten einen ordenlichen Batzen 3638 aus der Brauerei.
Das war eines meiner besten Biere.
:Wink

Stefan
Zweifellos! :Smile Da waren zwei erfahrene Brauer am Werk. :Greets
Die Frage hier kam aber von einem Anfänger und der ist ohne Rezept schlecht beraten. Ich erinnere mich an Leute die mit 100% Carahell und dergleichen gearbeitet haben.

Gruß
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Re: No-go's bei Rezepten

#48

Beitrag von afri » Donnerstag 14. Dezember 2017, 21:49

Das ist doch das Dilemma eines jeden Rezepts, egal ob für Pudding oder Bier. Allein schon die nicht einheitlichen Wässer verbieten in der Regel, dass ein hier oder dort gebrautes Bier gleich wird. Von unterschiedlicher Gärführung oder mangelhafter Rehydration (z.B. in versifftem Glattwasser) der durchaus in gleicher Qualität zu bekommenden Hefe, und und und, ganz abgesehen.

Ich sehe das sportlich, ein Rezept zugrunde gelegt kann ich daraus machen, was mir beliebt, ganz wie bei Chefkoch. Wenn's gefallen hat, kann man beim nächsten Versuch eine Schraube verstellen und sehen, was passiert. Dann noch eine und noch eine, bis man das Optimum gefunden hat. Dauert beim Bier leider meist recht lange. Und hin und wieder findet man, dass das ursprüngliche Rezept eigentlich doch ganz gut war und macht das dann wieder. Siehe da: hat damals funktioniert, tut es noch immer, muss was dran sein.
Achim (inzwischen ernsthaft übers Abkochen von Glattwasser nachdenkend; die Argumente sind nicht von der Hand zu weisen, auch wenn sie entgegen den Forenregeln sehr abwertend dargeboten wurden)
Bier ist ein Stück Lebenskraft!

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Re: No-go's bei Rezepten

#49

Beitrag von tinoquell » Mittwoch 23. Januar 2019, 21:33

Ich bin eben über die ultimative Brauanleitung gestolpert. Das möchte ich gern mit Euch teilen:

Pils vom Chefkoch

:thumbsup

Schönen Abend!
Tino

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Re: No-go's bei Rezepten

#50

Beitrag von Wintermuffel » Donnerstag 24. Januar 2019, 07:42

Grandios der Braumeister.

Gruß
Heiner
Man ist nie zweimal durch den selben Wind.

Gruß
Heiner

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