Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

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respect
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Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#1

Beitrag von respect »

Ganz klar ist mir das noch nicht.
Angenommen der Gärtank hat einen max. Betriebsdruck von 1bar.:
OG wäre der Druck mit 5g CO2 / l deutlich höher, d.h. ich muss erst drucklos ausgären lassen, dann die Temperatur auf 5°C senken & zwangskarbonisieren auf 0,9bar Spunddruck? Das kühle Bier dann zB. mit Beergun oder GDA in die Flasche bringen, oder in ein KEG umdrücken.

Hab ich einen Denkfehler?
Macht dann ein Gärtank mit 'nur' 1bar Druck überhaupt Sinn?


Danke euch
MAthias
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danieldee
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#2

Beitrag von danieldee »

Meiner Meinung nach sind solche Drucktanks für untergärig ausgelegt.
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ApfelHans
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#3

Beitrag von ApfelHans »

Wie du schon richtig sagst, die Gärung findet drucklos statt und anschließend kann die Nachärung unter Druck erfolgen.

Gruß
Hans
respect
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#4

Beitrag von respect »

Wenn der Tank jetzt zB. 2bar schafft, ist es einfacher, oder?
Lt. Rechner haben 5g/l bei 19°C 2bar.
dH. Spundventil auf 2bar einstellen, Temperatur auf 19°C halten. Dann mit GDA in das KEG.
Oder wieder kühlen auf 1°C und mit der Beergun in die Flasche.

Trotzdem alles irgendwie komplizierter als bisher (Nachgärung in der Flasche - Bodensatz inklusive).

Hmmm...
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danieldee
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#5

Beitrag von danieldee »

Also ich würde zum Tank mit besserer Druckfestigkeit greifen, einfach weil man dann auch obergärig machen kann.

HG immer drucklos!

Bei untergärig SVG machen und grünschlauchen. Den Zeitpunkt bei obergärig zu erwischen ist schwieriger. Hier würde ich zw. 50-60% zumachen und den Rest abpfeifen lassen.

Gruß Daniel
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#6

Beitrag von Seduceddirtguy »

Aus welchen Grund die HG drucklos? man könnte doch im geeigneten Behälter von vorn herein auf nötige Carbonisierung Spunden.?
Wenn die HG drucklos erfolgt müsste man doch wieder füttern.?
Oder passt man den Zeitpunkt ab (wie beim Grünschlauchen) um dann noch genug CO2 zu generieren?
Und wenn, warum?
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Tozzi
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#7

Beitrag von Tozzi »

Seduceddirtguy hat geschrieben: Mittwoch 10. Januar 2018, 23:29 Oder passt man den Zeitpunkt ab (wie beim Grünschlauchen) um dann noch genug CO2 zu generieren?
Genau das.
Seduceddirtguy hat geschrieben: Mittwoch 10. Januar 2018, 23:29 Und wenn, warum?
Von vornherein Druck draufzugeben schadet der Hefe und dem Geschmack.
Der Trick ist, den richtigen Zeitpunkt gegen Ende der HG zu erwischen.
Eine SVG hilft da natürlich, weil man weiß, wo die Reise hingeht und (z.B. mittels iSpindel) zumachen kann, wenn der Restextrakt noch ein paar %w/w drüberliegt.
Untergärig ist dieser Zeitpunkt leichter abzupassen, da die typische UG Gärung gegen Ende langsamer abläuft.
Viele Grüße aus Fasano
Stephan
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#8

Beitrag von Seduceddirtguy »

[/quote]
Von vornherein Druck draufzugeben schadet der Hefe und dem Geschmack.
Der Trick ist, den richtigen Zeitpunkt gegen Ende der HG zu erwischen.
Eine SVG hilft da natürlich, weil man weiß, wo die Reise hingeht und (z.B. mittels iSpindel) zumachen kann, wenn der Restextrakt noch ein paar %w/w drüberliegt.
Untergärig ist dieser Zeitpunkt leichter abzupassen, da die typische UG Gärung gegen Ende langsamer abläuft.
[/quote]
Verstehe. Danke für die Antwort.
Das mit der SVG kenne ich ja. Schlauche grün. Dachte damit kann ich das mit dem Zeitpunkt umgehen. Aber wenn ich das richtig interpretiere ist der Zeitpunkt an den Man das Spundventil zu dreht nicht ganz so empfindlich wie beim reinen Grünschlauchen?
Würde man (ganz genau genommen) beim korrekten SVG das Spundventil zudrehen und dann dem entsprechend Vorspannen?
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#9

Beitrag von Tozzi »

Wenn Du einen Spundapparat einsetzt kannst Du den Zeitpunkt natürlich etwas großzügiger anpeilen.
Kann Dir ja dann nicht um die Ohren fliegen.
Ansonsten, wenn der gewünschte Druck nach Ende der HG nicht erreicht ist, muss man halt dennoch zwangskarbonisieren (braucht aber weniger CO2).
Viele Grüße aus Fasano
Stephan
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#10

Beitrag von Seduceddirtguy »

Also heisst zwangscarboniesieren ind diesem Fall Vorspannen mit Co2 und das gleicht sich dann mir dem Co2 im Bier aus?? Das wäre ja echt einfach.
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#11

Beitrag von Tozzi »

Warum vorspannen?
Ab dem Moment wo Du bei noch aktiver Gärung "zumachst" baut sich Druck auf.
Ist es zu viel, spundet hoffentlich das Ventil ab, ist es am Ende zu wenig, karbonisierst Du auf bis der gewünschte Druck erreicht ist.
Je nach verwendetem ZKG machst Du das nachträgliche "Zwangskarbonisieren" entweder wie üblich nachher im Keg, oder noch im ZKG (bietet sich z.B. beim Unitank von Ss Brewtech an).
Und ja, das ist echt einfach. Einigermaßen richtig ausrechnen sollte man es halt nach Möglichkeit, aber nicht mal das ist in dem Fall unbedingt nötig.
Viele Grüße aus Fasano
Stephan
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#12

Beitrag von SebastianG129 »

Hallo,
ich hätte zu diesem Thema ebenfalls eine weiterführende Frage... lese schon lange im Forum, schreibe aber nun meinen ersten Beitrag. Vorab vielen Dank an alle tollen Beiträge in dem Forum - hat uns extrem viel weiter geholfen. Da dieser Beitrag passend ist und noch "frisch" ist, würde ich das Thema gerne weiter führen.

Wir (drei Braufreunde, erst seit letztem Jahr im Geschäft ;) ) haben bisher mit Nachgärung / Traubenzucker in Flaschen gearbeitet bzw. karbonisiert. Nun beschäftigen wir uns mit einem ZKG-Tank, in welchem wir den gesamten Vorgang bis zur Abfüllung mittels Gegendruckabfüller durchführen wollen.

Geplanter Ablauf wäre bei dem Einsatz von OG Hefe:
- drucklose Hauptgärung bei Raumtemperatur
- Zeitpunkt abpassen bzw. berechnen (siehe oben) und Tank "verschließen" und Einstellen des Spundapparates
- Abtrennung der Hefe
- Nachgärung bei Raumtemperatur
- Wenn der gewünschte Druck nicht erreicht wird, nachdrücken mit CO2 (siehe oben)
- zwischendrin Abtrennen der Hefe (nach Ende der Nachgärung)
- wenn diese abgeschlossen ist, Kühlung des ZKG möglichst nahe an 0°C
- umdrücken mittels CO2 und abfüllen

Wenn es Einwände oder Ratschläge zur Vorgehensweise gibt, bitte immer her damit - sind über jede Hilfe und Info dankbar. Die Frage, die wir uns stellen, ist der Druck. Nach Rechner müssten wir im Zuge der Nachgärung folgenden Druck erreichen bzw. den Spundapparat wie folgt einstellen:

Gewünschter CO2-Gehalt (g/Liter): 5
Temperatur (°C): 18
Benötigter Druck: 1,86 bar

Folgende Fragen:
1) Was passiert mit dem Druck beim Herunterkühlen? Laut Rechner müsste der Druck bei 2°C dann 0,69 bar sein. Reguliert sich dieser beim Herunterkühlen selber? Was muss noch beachtet werden?
2) sollte schon bereits nach der Hauptgärung runter gekühlt werden?

Vielen Dank vorab für Eure Hilfe und Anregungen...
Sebastian
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Duke
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#13

Beitrag von Duke »

Nabend.

1) Der Druck wird sich nicht soweit "herunterregeln". Geh mal davon aus, dass der von ca. 1,9 nur auf etwa 1,3bar fällt. Das ist zumindest meine Beobachtung bei meinen ZKGs.
2) Lass das Bier nach der Hauptgärung noch zwei bis drei Tage stehen und kühl dann herunter.

Du kannst auch schon während der HG Schmodder durch den Totalauslauf abschießen. Ich mach das meistens am dritten Tag nach Gärbeginn.

Grüße

Norman
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#14

Beitrag von SebastianG129 »

Guten Morgen,
Duke hat geschrieben: Sonntag 11. Februar 2018, 23:43 Du kannst auch schon während der HG Schmodder durch den Totalauslauf abschießen. Ich mach das meistens am dritten Tag nach Gärbeginn.
Wie machst du das mit dem Ablassen? Stelle mir das spätestens bei der NG unter Druck ein wenig "spannend" vor.
Was hast du für Armaturen an deinen ZKG´s? Scheibenventile?
Sebastian
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Duke
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#15

Beitrag von Duke »

Ja, Scheibenventile. Schlauch mit Triclamp anschließen, Schlauchende in einen Kanister halten, um die Kanisteröffnung Küchentuch oder Lappen und dann das Ventil halb öffnen. So mach ich das zumindest und verhindert Sauerei.
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#16

Beitrag von Duke »

Achso: Ja, es ist spannend, wenn bei knapp zwei bar dir der Schmodder um die Ohren fliegt. Vor allem aber arbeitsintensiv. :Bigsmile
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#17

Beitrag von Duke »

Du kannst aber auch einen längeren Schlauch nehmen und ihn aus dem Fenster auf die Bushaltestelle oder den Lieblingsnachbarn halten. :Smile
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#18

Beitrag von SebastianG129 »

:thumbsup gute Idee :Bigsmile
Sebastian
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Barney Gumble
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#19

Beitrag von Barney Gumble »

:redhead Eine nicht im Forum gefundene weiterführende Frage hierzu bitte: wie viel Druck verliert man so gewöhnlich durch kurzes Abschießen der Hefe wie im braumagazin Artikel (*) beschrieben? Man mag ja nicht wieder zu viel Druck verlieren..
(* dort genannt "ein Viertel Glas".. welches genau..? Sind 100 mL Bier/Hefeschlamm zuviel?)

Blöd wenn es dann immer noch sehr trüb rauskäme (habe die HG im keg gemacht und gestopft.. :redhead )

Andererseits kann ich natürlich danach wieder etwas aufspunden, aber mal so um ein Gefühl vorab zu bekommen die Frag
Als ich von den schlimmen Folgen des Trinkens las, gab ich es sofort auf - das Lesen! (frei nach Henry Youngman)
Wenn ich nicht gleich antworte, liege ich unterm Zapfhahn :Bigsmile
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MaltHopMagic
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#20

Beitrag von MaltHopMagic »

Das kann man ausrechnen.
Pauschal kann man es nur so sagen:
Das Gasvolumen dehnt sich um das entnommenen Hefevolumen aus. Je größer das Gaspolster über dem Bier ist, um so weniger Druck verlierst du. Z.B. hast du 10L Gasvolumen und entnimmst 1L Hefe, hast du danach 11L Gasvolumen also 10% mehr.
Hast du ein sehr volles ZKG mit nur 1L Gas und entnimmst 1LHefe, hast du nachher 2L Gas, also 100% mehr.
Entsprechend verhalten sich die Drücke.
Grüße Thomas
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Re: Verständnisfrage zu ZKG -Gärung -> Abfüllung

#21

Beitrag von OS-Schlingel »

Das ist doch gar kein Problem.
Normalerweise hast Du einen Karbonisierungsstein und kannst da schonend nachfüllen.
Mit Kalthopfung kannst Du mit 2gr./ L Hopfen und Hopburst den abgesetzten Hopfen wieder aufwirbeln, ggf. auch Luftsauerstoff ausspülen.

So ein ZKG ist schon sehr wertvoll!

Gruß Stephen
Or kindly when his credit's out
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:Smile
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