Pliny the Elder

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Re: Pliny the Elder

#51

Beitrag von Kurt » Donnerstag 8. Februar 2018, 22:58

Mach auf jeden Fall einen großen Hefestarter und denk über Hefenahrung nach. Eine kurze Eiweißrast für ausreichend FAN wäre außerdem eine Überlegung wert. Die Flaschen kann man locker bis auf 2 cm füllen. Beim nächsten Double IPA experimentiere ich mit Ascorbinsäure oder Kaliumdisulfit. Das Bier oxidiert unfassbar schnell! Schönungsmittel sind auch angebracht. Das Bier ist sonst durch den vielen Hopfen untypisch trüb.

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Re: Pliny the Elder

#52

Beitrag von karlm » Donnerstag 8. Februar 2018, 23:15

Ja, Starter und Hefenahrung sind fest eingeplant. Über eine Einweißrast habe ich noch nicht nachgedacht, guter Gedanke. Genau wie die Ascorbinsäure. Das Bier wird bestimmt mehrfach gebraut. :-)

Das gibt's doch gar nicht: 20 g zu wenig Simcoe bestellt, wie ist das jetzt passiert??
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Re: Pliny the Elder

#53

Beitrag von Kurt » Freitag 9. Februar 2018, 08:09

Ersetz eine frühe Gabe durch Columbus. Eine gute Lektion ein Rezept nicht auf die 3. Nachkommastelle zu planen ;)

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Re: Pliny the Elder

#54

Beitrag von DevilsHole82 » Donnerstag 15. März 2018, 11:19

Was wurde denn aus dem Pliny? Hast Du es gebraut?
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Re: Pliny the Elder

#55

Beitrag von karlm » Donnerstag 15. März 2018, 12:13

DevilsHole82 hat geschrieben:
Donnerstag 15. März 2018, 11:19
Was wurde denn aus dem Pliny? Hast Du es gebraut?
Falls du mich meinst, noch nicht, die Zutaten sind aber komplett im Kühlschrank. Ostern hätte ich Zeit, es wartet aber noch ein alkoholfreies in der Liste. Ich werde von meinen Versuch auf jeden Fall hier berichten.

Inzwischen habe ich CC KEGs. Vielleicht sollte ich das Pliny in zwei 9er abfüllen, die ich vorher mit CO2 gespült habe... Mal schauen!
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Re: Pliny the Elder

#56

Beitrag von Kurt » Donnerstag 15. März 2018, 12:34

Das Bier in KEGs abzufüllen ist auf jeden Fall eine gute Idee! Ich hab mein letztes unter größten Vorsichtsmaßnahmen in Flaschen abgefüllt und doch wieder etwas Oxidation gehabt.

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Re: Pliny the Elder

#57

Beitrag von DevilsHole82 » Donnerstag 15. März 2018, 12:43

Das Problem kenn ich. Bei meinem letzten Pliny hatte ich zwei Liter mehr als ins KEG passen. Den Rest hab ich dann mit Zucker in der Flasche karbonisiert. In den Flaschen ist es der Farbe nach zu urteilen deutlich oxidiert. Im KEG ist gar nichts passiert.
Mittlerweile gehe ich dazu über sowohl bei der Kalthopfung, als auch beim Abfüllen ins KEG Ascorbinsäure hinzuzugeben. Jeweils 25 mg/L. Geschmacklich hab ich die Ascorbinsäure in dieser Konzentration noch nicht wahrgenommen.

Da gab es die Tage doch mal einen Link zu einem Brülosophy Vergleich zwischen Zwangskarbonisierung und Flaschengärung :Grübel
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Re: Pliny the Elder

#58

Beitrag von Felix83 » Donnerstag 15. März 2018, 12:47

Kurt hat geschrieben:
Donnerstag 15. März 2018, 12:34
Das Bier in KEGs abzufüllen ist auf jeden Fall eine gute Idee! Ich hab mein letztes unter größten Vorsichtsmaßnahmen in Flaschen abgefüllt und doch wieder etwas Oxidation gehabt.
Du musst den Kopfraum durch CO2 ersetzen. Das ist der Knackpunkt. Der Sauerstoff im Kopfraum wird nicht ausreichend von der Hefe verstoffwechselt und reicht locker aus, das Bier zu oxidieren.
When you don't know what you are doing, anything is possible. - Tony Magee

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Re: Pliny the Elder

#59

Beitrag von karlm » Samstag 7. April 2018, 15:51

Moin,

kleines Update: Ich habe das Pliny gebraut, ging auch alles so ganz gut nach Plan, bei den Stopfhopfenmengen hatte ich einen kleinen Rechenfehler und Traubenzucker hatte ich auch keinen und hab's in Haushaltszucker umgerechnet.

Habe versucht alles sehr O2 Arm zu machen, nur zum Stopfen musste ich halt 2 Mal den Deckel öffnen. Habe übrigens ca. 25 mg / L Ascorbinsäure beim ersten Stopfen dazugetan. Jetzt crasht das Bier gerade bei 3 °C für 2-3 Tage und hoffentlich sinkt der Hopfen ab, beim letzten IPA hat er das aber getan.

Jetzt rätsel ich ein bisschen an der weiteren Vorgehensweise.

Ich könnte zB zwangskarbonisieren, aber ich hatte bei der Zuckermenge diejenige Menge weggelassen, die ich später zum aufkarbonisieren dazugeben würde. D.h., beim Zwangskarbonisieren würde mir etwas vergorener Zucker im Bier fehlen.

Ich habe jetzt hier diverse gereinigte CC KEGs stehen, 18 und 9 L. Bier ist inkl. Schmodder ca. 22 Liter. Desweiteren hätte ich Star San da. Ich bin allerdings CC KEG Anfänger.

Frage wäre folgende zB:
Ich möchte eigentlich das Star San nachspülen. Ich traue dem nicht so.
Wie kriege ich den Zucker ins KEG ohne CO2 Eintrag?

Plan könnte also folgender sein: Ich könnte mir 18 Liter Star San anrühren in einem Reinigungskeg. Dann drücke ich ca. 1 Liter Star San in des Bierkeg und schüttel fleissig. Dann drücke ich den Liter wieder zurück. Dann nehme ich das Bier KEG und mache es voll Wasser und drücke das Wasser mit CO2 wieder raus. So weit so gut.

Dann was tun? Deckel einen Spalt weit öffnen und abgewogene Zuckermenge schnell rein? Oder Zucker umständlich auflösen und irgendwie über den Getränkeanschluss einfüllen?

Wenn der Zucker dann drin ist, würde ich mal ein erstes Pliny in eine Flasche abfüllen und gucken wie viel Schmodder mit kommt. Dann über eine Waage 18 Liter Pliny ins Fass füllen über den Getränkeanschluss und dicht machen.

Oder ist das alles viel zu kompliziert gedacht? Könnte auch einfach das Fass desinfizieren, dann spülen, Zucker rein, Bier mit Schlauch bis zum Boden und Monofilamentfilter einfüllen, dann Kopfraum mit CO2 fluten (zB ein paar Mal CO2 drauf und wieder ablassen) und das wars? Dann hab ich weniger Risiko Schmodder ins Fass zu bekommen. Und entspannter scheint es mir auch.

Bei meinem letzten stark gestopften IPA war das so: Ich hatte es in Flaschen und 5 Liter Fässer abgefüllt. Während die Flaschen schon recht schnell dunkel wurden und irgendwann komisch schmeckten, war das IPA aus dem 5 Liter Fass zur gleichen Zeit noch köstlich und hell. Irgendwelche besonderen Tricks wie CO2 fluten oder Ascorbinsäure hatte ich nicht angewendet. Alles einfach mit Abfüllröhrchen abgefüllt. Und vorher sogar nochmal umgeschlaucht mit Bierheber. Vielleicht war im 5 Liter Fass weniger Kopfraum im Verhältnis zum Bier?

Gruß
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Re: Pliny the Elder

#60

Beitrag von Bronkhorst » Samstag 7. April 2018, 21:21

Ich würde den Zucker ganz weglassen. Ich glaube die 0,2-0,3% weniger Alk. fallen nicht negativ ins Gewicht unnötiger O2 dagegen schon.
Deswegen schlage ich Zwangskarbonisierung vor, bei der du vorher das Wasser aus dem Keg mit CO2 herausdrückst und anschließend vom Gärbottich direkt über den Getränkeanschluss befüllst.

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Re: Pliny the Elder

#61

Beitrag von karlm » Dienstag 10. April 2018, 21:46

Wollte nur berichten: Ich hab das ganz traditionell gemacht: KEG keimarm gemacht, dann über Schlauch bis zum Boden und Monofilamentfilter vorsichtig das Pliny ins Fass gelassen. Das war auch gut so, es kam noch ein wenig Hopfen mit. Dann Deckel zu und den Kopfraum 5 Mal mit ca. 0,6 Bar CO2 gespült. Jetzt bin ich gespannt. Das CO2 Spülen und die Ascorbinsäure müssen es richten. Jetzt steht das KEG erst mal zur Karbonisierung. Derweil muss ich mir irgendeinen Kühlschrank besorgen... Unser normaler Kühlschrank ist nämlich randvoll mit lagerndem Heimbräu (und ein paar Lebensmitteln) da geht kein KEG mehr rein, ohne, dass ich sämtliche Flaschen rausräume...

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Re: Pliny the Elder

#62

Beitrag von karlm » Mittwoch 2. Mai 2018, 00:53

Das Pliny ist wirklich gigantisch geworden. Super lecker. Und schleckt laut meiner Frau auch wie das Original, welches wir letztes Jahr in Sonoma probiert haben. Ich selbst erinnere mich nicht so genau, aber es ist super lecker. Bis jetzt ist alles im 19 Liter Fass, vielleicht fülle ich noch ein paar Flaschen ab per GDA.
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Re: Pliny the Elder

#63

Beitrag von Kurt » Montag 5. August 2019, 09:28

Mein aktueller Ansatz gärt gerade, diesmal wieder ohne Hopfenextrakt (weil kurzfristig nicht verfügbar):

Pliny 3.0 (03.08.2019)

17 Brix
100 IBU
8 Vol.-%

Hauptguss:

6300 g Pilsner Malz
120 g Caramünch II

19 L RO-Wasser
3,8 g Braugips
3,8 g CaCl2
2,5 ml Milchsäure

Maischen (abweichend vom Original um einen hohen EVG zu erreichen):

Einmaischen @ 55°C
Aufheizen auf 62°C
->62°C halten für 45 Minuten
Rast bei 67°C für 20 Minuten
Rast bei 72°C für 10 Minuten
Abmaischen bei 78°C

Läutern:

20 L RO-Wasser
3,8 g Braugips
3,8 g CaCl2
2,5 ml Milchsäure

Hopfenkochen:

Pfannevollwürze 14,5 Brix
Ausschlagwürze vor Zucker 16,0 Brix
Ausschlagwürze mit Zucker 17,0 Brix

30 g Apollo (18,5%) für 90 Minuten
15 g Amarillo für 45 Minuten
30 g Simcoe für 30 Minuten

25 g Cascade Whirlppol @ 80°C
25 g Centennial Whirlpool @ 80°C
25 g Amarillo Whirlpool @ 80°C
25 g Simcoe Whirlpool @ 80°C

250 g Dextrose Whirlpool
1/2 TL Hefenährsalz Whirlpool

Vergären mit der US-05 (1 L Starter)

Stopfen gegen Ender der Hauptgärung:

30 g Simcoe 3 Tage
25 g Cascade 3 Tage
15 g Columbus 3 Tage

30 g Simcoe 7 Tage
20 g Cascade 7 Tage
10 g Amarillo 7 Tage
10 g Columbus 7 Tage

~ 20L Abfüllen mit ~140 g Dextrose

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Re: Pliny the Elder

#64

Beitrag von integrator » Dienstag 6. August 2019, 11:32

Kurt hat geschrieben:
Montag 5. August 2019, 09:28
19 L RO-Wasser
3,8 g Braugips
3,8 g CaCl2
2,5 ml Milchsäure
Hallo Kurt
und Danke für das Teilen deines Rezeptes.
Kannst du noch Angaben zu deinem Rohwasser machen. Was war das Ziel deines Wasserprofils?
Ich :Drink du ... läuft.

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Re: Pliny the Elder

#65

Beitrag von DevilsHole82 » Dienstag 6. August 2019, 11:37

Kurts Ziel werden wahrscheinlich die Wasserwerte aus seinem PtE Rezept mit Osmosewasser sein:

Ca = 100 ppm
SO4 = 100 ppm
Cl2 = 100 ppm

und RA = 0°dH
Gruß, Daniel

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Re: Pliny the Elder

#66

Beitrag von Kurt » Dienstag 6. August 2019, 12:29

Ich baue mein Wasser auf Basis von Osmosewasser das ich in erster Näherung als reines H2O betrachte. Das Zielprofil kommt aus dem geleaktem Brauprotokoll:

https://hobbybrauer.de/forum/download/f ... =25840&t=1

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Re: Pliny the Elder

#67

Beitrag von karlm » Dienstag 6. August 2019, 14:06

Um Post #40 rum haben wir über die Wasserwerte spekuliert...
Ich stelle Sulfat und Chlorid auf 200 ppm ein. pH auf 5,4.
Ich hab es im Frühjahr mal wieder gebraut, nach dem Rezept, dass ich angegeben hatte. Geniales Zeug.... Wüsste gar nicht, was ich da ändern sollte.
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Re: Pliny the Elder

#68

Beitrag von Kurt » Donnerstag 5. September 2019, 20:50

Mein Pliny 2019 ist mittlerweile trinkreif und sehr gut gelungen! Aus dem Gedächtnis heraus würde ich sagen der Clone kommt zu 95% an das Original ran.
K1024_Pliny_Handy2.JPG

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Re: Pliny the Elder

#69

Beitrag von rakader » Mittwoch 4. November 2020, 15:05

karlm hat geschrieben:
Dienstag 6. August 2019, 14:06
Um Post #40 rum haben wir über die Wasserwerte spekuliert...
Ich stelle Sulfat und Chlorid auf 200 ppm ein. pH auf 5,4.
Ich hab es im Frühjahr mal wieder gebraut, nach dem Rezept, dass ich angegeben hatte. Geniales Zeug.... Wüsste gar nicht, was ich da ändern sollte.
Ich meine der Chlorid-Anteil ist mit 200 mind um Faktor 2-4 zu hoch. Das kippt in Richtung süß, ist das gewollt? BnW warnt bei einer SO4/Cl-Ratio unter 1.0. Sulfat jazze ich mit Bittersalz hoch, das eben den Chlorid-Anteil unangetastet lässt. Ich meine eine Ratio von 2.0 und mehr würde ich passen.

Die American Homebrewer diskutieren ein Interview von Greg Noonan, Inhaber von Russian River und Braumeister des Pliny the Elder, dass er 700ppm SO4 verwendet: https://www.homebrewersassociation.org/ ... ic=12860.0
Das wäre die gegenteilige Aussage zu Kurts Angabe, dass die Szene von hohen Sulfat-Werten abgekommen ist. Zu bedenken ist: Das Pliny gibt es ja schon eine ganze Weile, das würde im Umkehrschluss für hohe Sulfat-Werte sprechen.
Bildschirmfoto 2020-11-04 um 15.19.49.png
Ihr schreibt, dass die Süße und der Hopfen beim Pliny gut ausbalanciert ist. Ich habe bisher keine IPA Profile mit hohem Cl-Anteil gesehen. Beliebt ist immer noch Randy Moshers IPA Profil, das 300 SO4 und 110 Ca bei 50 Cl hat. Kurt meint aber, dass diese Profile etwas out sind. Ist dem wirklich so? Ich kann das bisher nicht bestätigen.
Kurt hat geschrieben:
Freitag 1. Dezember 2017, 09:11
Auf Homebrewtalk schreibt jemand das für ihn optimale Wasser sei Osmosewasser mit 0,2g/L Gips, 0,2g/L CaCl2 und 0,1ml/L Milchsäure 80%.
Die Salzmenge passt recht passabel zum Rezept von "Firestone-Pliny" (0,27g/L), bei der Säure ist ein Faktor 2 bei der Menge erkennbar, allerdings ist unklar welche Säure benutzt wird. Das ergibt zwar recht hohe negative Restalkalitäten und geringe pH-Werte für die Maische aber genau diese sind bei IIPA-Brauern sehr beliebt (Interview mit John Kimmich von the Alchemist). Außerdem sind die Top-Brauer in der Szene von den absurd hohen Sulfatwerten abgekommen und legen mehr Wert auf hohe Chloridgaben.
Laut BnW ist das typische Osmose-Prfil Ca 1 / Mg 0 /Na 8 / SO4 / 1 Cl 4 / HCO3 16

Karim spekulierte, dass das Wasser von Paso Roble mit BnW angepasst wurde. Es kann natürlich auch sein, dass sie ein Mischwasser aus Osmose und Leitung benutzt haben. Gibt dass das geleakte Rezept her?

Ich habe mir den Wasserreport von Santa Rosa angesehen - danach fällt nur auf, dass der Natrium-Anteil sehr hoch ist. Von exzessiven Chlorid- oder Sulfat-Anteilen keine Spur: Santa Rosa (CA) Ca27,5 Mg8 Na52,3 SO0,65 CL20,7 HCO225
Die Werte sind aus dem Report, bis auf Magnesium, den ich auf die Anionen-Kationen-Balance 4,3:4,3 berechnet habe.

Der Autor von Brew'n Water, Martin Brungard, meint:
The Santa Rosa water isn't terrible. However, its alkalinity definitely needs attention. Acidification can take care of that. The only other issue with that water is a slightly high sodium content, but its not too bad at around 54 ppm. Sodium is not really a detriment unless you want to boost the sulfate content into the pale ale range.

Using RO water is NOT necessary for brewing in Santa Rosa.
Der Natriumgehalt des Reports deckt sich mit Brungards Angaben. Ich habe allerdings noch nie einen solch niedrigen Sulfat-Gehalt in einem Wasser gesehen.
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Re: Pliny the Elder

#70

Beitrag von rakader » Mittwoch 4. November 2020, 17:58

karlm hat geschrieben:
Dienstag 28. November 2017, 14:32
Da ich mich auch gerade mit diesem Rezept beschäftige, hier noch mal eine gephotoshoppte Version des Brauprotokolls, ist vielleicht einfacher zu lesen.

Folgt das aktualisierte Rezept von Kurt auf MMuM jetzt diesem Protokoll? Ich habe es noch nicht genau verglichen.

7# Steht für 7 ounces? Vermutlich war / ist das größte Problem den Hopfenextrakt umzurechnen auf Pelletgaben, oder?
Bedeutet dann 3# bei Braugips und Calciumchlorid auch 3 Unzen? Kaum bei 1300 Gallonen. Wohl eher Pfund. Wenn ja, kann man mit dem aktuellen Wasserreport das verwendete Brauwasser von Santa Rosa berechnen.
---
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Re: Pliny the Elder

#71

Beitrag von §11 » Mittwoch 4. November 2020, 18:35

rakader hat geschrieben:
Mittwoch 4. November 2020, 17:58
karlm hat geschrieben:
Dienstag 28. November 2017, 14:32
Da ich mich auch gerade mit diesem Rezept beschäftige, hier noch mal eine gephotoshoppte Version des Brauprotokolls, ist vielleicht einfacher zu lesen.

Folgt das aktualisierte Rezept von Kurt auf MMuM jetzt diesem Protokoll? Ich habe es noch nicht genau verglichen.

7# Steht für 7 ounces? Vermutlich war / ist das größte Problem den Hopfenextrakt umzurechnen auf Pelletgaben, oder?
Bedeutet dann 3# bei Braugips und Calciumchlorid auch 3 Unzen? Kaum bei 1300 Gallonen. Wohl eher Pfund. Wenn ja, kann man mit dem aktuellen Wasserreport das verwendete Brauwasser von Santa Rosa berechnen.
Ja # ist das gängige Zeichen für lbs

Ich interpretiere die 4. Zeile von unten als Volumen. Die ersten 2 in gal, die letzte in bbl (beer barrel = 1,17hl). Heisst die Ausschlagmenge ist 76hl.
Das passt ja auch recht gut zu 1300gal = 42bbl Einmaischwasser und 1100 gal = 35,5bbl Anschwänzwasser
„porro bibitur!“
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Re: Pliny the Elder

#72

Beitrag von rakader » Mittwoch 4. November 2020, 18:45

…und dann 3# amerikanische Pfund (10. Zeile von oben)?
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Re: Pliny the Elder

#73

Beitrag von §11 » Mittwoch 4. November 2020, 18:50

rakader hat geschrieben:
Mittwoch 4. November 2020, 18:45
…und dann 3# amerikanische Pfund (10. Zeile von oben)?pliny the elder.png
Der Hopfen? Ja.

Jeweils 15lbs in den Whirlpool
„porro bibitur!“
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Re: Pliny the Elder

#74

Beitrag von rakader » Mittwoch 4. November 2020, 19:11

Nein, ich meine Gypsum zum Umrechnen des Wasserprofils.

Das aktuelle Wasserprofil von Santa Rosa habe ich. Zusammen mit der Aufsalzung/Aufsäuerung hätten wir das aktuelle Wasserprofil für PtE.
---
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Re: Pliny the Elder

#75

Beitrag von §11 » Mittwoch 4. November 2020, 19:13

rakader hat geschrieben:
Mittwoch 4. November 2020, 19:11
Nein, ich meine Gypsum zum Umrechnen des Wasserprofils.

Das aktuelle Wasserprofil von Santa Rosa habe ich. Zusammen mit der Aufsalzung/Aufsäuerung hätte wir das aktuelle Wasserprofil für PtE.
Ja, da würde ich auch Pfund annehmen
„porro bibitur!“
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Re: Pliny the Elder

#76

Beitrag von rakader » Mittwoch 4. November 2020, 19:15

Danke Jan! Ich rechne es um um poste es hier. Dann sind das nicht mehr irgendwelche Näherungen oder Gerüchte (bei homebrewtalk sprach einer von 700ppm SO4), sondern mal was Handfestes. Aber erst morgen - ich zittere beim Wahlkrimi mit.
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Re: Pliny the Elder

#77

Beitrag von rakader » Mittwoch 4. November 2020, 23:25

Ich habe es soweit fertig berechnet und anhand des geleakten Brauprotokolls das aufgesalzte Wasser von Russian River Brewery nachgestellt. Nehme ich beide Aufsalzungen zusammen, komme ich auf den angegebenen ph 5,45, sonst nicht. Grundlage war das Larkfield Water Profile aus dem Russian River in Sonoma County.
Bildschirmfoto 2020-11-04 um 23.13.14.png
Bildschirmfoto 2020-11-04 um 23.13.19.png
Bildschirmfoto 2020-11-04 um 23.12.32.png
Will heißen: Schon etwas mehr Chlorid, aber eben nicht so viel, dass es durchschmeckt, Sulfat und Calcium auch kräftig, aber eben trotzdem eine milde Balance und nicht mit 0,9 Ratio chloridlastig - wovor der Braurechner warnt, sondern 1,3.

Was ich jetzt nicht weiß: Orientiert man sich wegen der Kettle-Zugabe Salze am Finished oder am Mashing Water Profile?
0,3 und 0,25g/l CaSO4 und CaCl ist natürlich eine Hausnummer. Mir diente die Angabe der Säure als Kontrolle. Es muss Milchsäure sein.
Das Wasser vom Russian River ist jedenfalls so salzarm, dass es für ein DIPA eigentlich nicht geeignet ist, einzig sein Natrium-Anteil sticht in der Gegenschau heraus. Aufgesalzt könnte aber das den salzigen Grundgeschmack egalisieren. -4,3 dH = -76 RA sind jedenfalls stiltypisch.

Was meint Ihr zu dieser Analyse - bin ich einem Bock aufgesessen oder ist das realistisch?

Grüße
Radulph

Edit: Wie rechnet man Hopfenextrakt in Pellets um?
---
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Re: Pliny the Elder

#78

Beitrag von DevilsHole82 » Donnerstag 5. November 2020, 09:40

Russian River hat 2018 die Brauerei von Santa Rosa nach Windsor verlegt. Hast Du mal nach dem Wasserprofil von dort geschaut? Könnte auch sein, dass die ihren eigenen Tiefbrunnen verwenden. Falls sowas in der Gegend möglich ist.
Ansonsten einfach mal eine E-Mail an die Brauerei schreiben. Der Vinnie ist ähnlich drauf wie Ken Grossman von Sierra Nevada, sehr Heimbrauer-freundlich.

Btw, 700 PPM SO4 ist natürlich sehr heftig. Ich hab meins immer so auf 150-200 PPM eingestellt und empfand das bei 90 IBU als grad noch so ertragbar.

Edit:
rakader hat geschrieben:
Mittwoch 4. November 2020, 23:25
... -4,3 dH = -76 RA sind jedenfalls stiltypisch.
Was genau meinst Du mit -4,3 dH = -76 RA?
Ist das eine Gleichung die nach RA aufgelöst wird und RA=0,0566°dH ergibt oder meinst du eine tatsächliche RA=-76°dH?
Letzteres habe ich so noch nie bei einem Bier gesehen. Laut Braumagazin ist bei einem US IPA eher eine RA=-3°dH bis 0°dH.
Zuletzt geändert von DevilsHole82 am Donnerstag 5. November 2020, 10:30, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß, Daniel

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Re: Pliny the Elder

#79

Beitrag von karlm » Donnerstag 5. November 2020, 10:20

Der Mensch von Russian River heißt Vinnie Cilurzo.
Das geleakte Rezept ist nicht von Russian River gebraut, sondern von Firestone Walker. Wir wissen nicht, wie das Rezept für Sude bei Russian River aussieht. Dieses Rezept ist schon für Firestone Walker angepasst. Es ist auch kein Rezept, sondern ein Brauprotokoll. Das sind Profis, die werden ihr Rezept anpassen je nach Wasser und Rohstoffen.
Ist aber alles hier im Faden beschrieben.
Gruß, Philipp
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Re: Pliny the Elder

#80

Beitrag von rakader » Donnerstag 5. November 2020, 10:48

DevilsHole82 hat geschrieben:
Donnerstag 5. November 2020, 09:40
Russian River hat 2018 die Brauerei von Santa Rosa nach Windsor verlegt. Hast Du mal nach dem Wasserprofil von dort geschaut? Könnte auch sein, dass die ihren eigenen Tiefbrunnen verwenden. Falls sowas in der Gegend möglich ist.
Ansonsten einfach mal eine E-Mail an die Brauerei schreiben. Der Vinnie ist ähnlich drauf wie Ken Grossman von Sierra Nevada, sehr Heimbrauer-freundlich.

Btw, 700 PPM SO4 ist natürlich sehr heftig. Ich hab meins immer so auf 150-200 PPM eingestellt und empfand das bei 90 IBU als grad noch so ertragbar.

Edit:
rakader hat geschrieben:
Mittwoch 4. November 2020, 23:25
... -4,3 dH = -76 RA sind jedenfalls stiltypisch.
Was genau meinst Du mit -4,3 dH = -76 RA?
Ist das eine Gleichung die nach RA aufgelöst wird und RA=0,0566°dH ergibt oder meinst du eine tatsächliche RA=-76°dH?
Letzteres habe ich so noch nie bei einem Bier gesehen. Laut Braumagazin ist bei einem US IPA eher eine RA=-3°dH bis 0°dH.
Oh, danke für dieses Update. An einen eigenen Brunnen habe ich auch schon gedacht. Deswegen nahm ich nicht das Mischwasser aus dem gesamten County, sondern dass aus dem Fluss, unter der Annahme, dass der Brauereiname nicht ganz zufällig ist :Smile
Eine Mail an Vinnie habe ich schon geschrieben.

Ich würde es mit SO4 wie Du halten - mein Rechenexperiment bestätigt das ja auch. nach meiner Kenntnis empfiehlt das Braumagazin bei einem IPA bis -5dh, meine gesamten Ales mache ich in diesem Bereich. der pH geht vor, wie es so schön heißt. "Gerade noch ertragbar" ist ein wichtiger Hinweis. ich bin ein Fan von Balance, von Entdeckungsreise auf der Zunge. Ich mache 70 IBU wie im Original.

Die -76 kommen aus BnW, stehen für Residual Alkalinity; kann man mit CaCO3 per ppm auf dH umrechnen.
karlm hat geschrieben:
Donnerstag 5. November 2020, 10:20
Der Mensch von Russian River heißt Vinnie Cilurzo.
Das geleakte Rezept ist nicht von Russian River gebraut, sondern von Firestone Walker. Wir wissen nicht, wie das Rezept für Sude bei Russian River aussieht. Dieses Rezept ist schon für Firestone Walker angepasst. Es ist auch kein Rezept, sondern ein Brauprotokoll. Das sind Profis, die werden ihr Rezept anpassen je nach Wasser und Rohstoffen.
Ist aber alles hier im Faden beschrieben.
Habe den Faden schon gelesen, aber das ist mir wohl entgangen. Ist ja auch egal, ob es ein Rezept ist oder nicht - man kann aus dem Protokoll das Rezept und eben das Wasser zurückverfolgen. In Homebrewtalk wird das Wasser als Natrium-lastig beschrieben. Ich dachte das seien Laien - so kann man sich täuschen :Greets Die Wasseraufbereitung steht drin, sonst hätte ich mir nicht die Mühe gemacht. Ich kann noch mal mit Firestone Walker abgleichen. Interessant für mich ist, dass sie den pH auch beim Kochen einstellen.

Grüße
Radulph

Edit: Habe das Wasserprofil von Paso Robles gefunden, ist dem von Russian River nicht unähnlich.
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Re: Pliny the Elder

#81

Beitrag von DevilsHole82 » Donnerstag 5. November 2020, 12:15

rakader hat geschrieben:
Donnerstag 5. November 2020, 10:48
Ich würde es mit SO4 wie Du halten - mein Rechenexperiment bestätigt das ja auch. nach meiner Kenntnis empfiehlt das Braumagazin bei einem IPA bis -5dh, meine gesamten Ales mache ich in diesem Bereich. der pH geht vor, wie es so schön heißt. "Gerade noch ertragbar" ist ein wichtiger Hinweis. ich bin ein Fan von Balance, von Entdeckungsreise auf der Zunge. Ich mache 70 IBU wie im Original.
Ich hab grad noch mal in meinem letzten Protokoll zum PTE geschaut. Da hab ich das Sulfat bei 100 PPM gehabt. Allerdings bei 90 IBU. Das ist definitiv schon ne Hausnummer. Über 150 PPM würde ich persönlich nicht mehr gehen. Jedenfalls bei 90 IBU :Wink
Gruß, Daniel

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Re: Pliny the Elder

#82

Beitrag von rakader » Donnerstag 5. November 2020, 14:09

DevilsHole82 hat geschrieben:
Donnerstag 5. November 2020, 12:15
Ich hab grad noch mal in meinem letzten Protokoll zum PTE geschaut. Da hab ich das Sulfat bei 100 PPM gehabt. Allerdings bei 90 IBU. Das ist definitiv schon ne Hausnummer. Über 150 PPM würde ich persönlich nicht mehr gehen. Jedenfalls bei 90 IBU :Wink
Klar - viel Sulfat macht viel IBU knackiger, aber auch harscher, wenn man nicht aufpasst. Kannst du mal schauen, wie Du es bei Natrium und Chlorid gehalten hast?

Bei Homebrewtalk steht, dass Firestone Walker grundsätzlich mit Osmosewasser arbeitet, weil das Paso Roble Wasser zu hart ist. Meine obige Schnellanalyse bitte vergessen. Das Original Russian River Wasser hat dagegen wirklich einen Na-Gehalt von >50ppm und fast 0 (.65) Sulfat. Das ist schon ungewöhnlich.
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Re: Pliny the Elder

#83

Beitrag von DevilsHole82 » Donnerstag 5. November 2020, 14:48

Ich hab von Haus aus schon sehr gute Wasserwerte, so dass ich überwiegend nur mit CaSO4 und Milchsäure aufbereite:

HCO3 : 1,24 mmol/l
Ca : 24 mg/l
Mg: 4,5 mg/l
SO4: 15 mg/l
Cl: 12 mg/l
Na: 8 mg/l

Für die meisten Stile (IPA, PA, Lager, Porter, Stout) reicht es mir durch CaSO4 das Sulfat zu erhöhen und in Kombi mit Milchsäure die RA zu senken. Beim Kölsch beispielsweise ist zusätzlich ein höherer Na-Wert erwünscht. Da kann man entweder mit NaCl oder NaHCO3 arbeiten, wobei beide m.M.n. nicht optimal sind. NaCl erhöht zum Na den Cl zu stark und in Verbindung mit dem Kalium des Malzes wird es geschmacklich zu schnell "salzig". Das passt für mich bei schlanken Bieren überhaupt nicht.
Daher verwende ich für Kölsch original Kölner Brauwasser (Peters Brauerei).

Kurt gibt in seinem Rezept ja auch die Salze mit je 100 PPM an, da er 100% Osmosewasser verwendet und aufsalzt.
Zuletzt geändert von DevilsHole82 am Donnerstag 5. November 2020, 15:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Pliny the Elder

#84

Beitrag von rakader » Donnerstag 5. November 2020, 15:05

Sieht nach sehr weichem Wasser aus. Das wird man neidisch. Tippe 4-5 dH.
OT: Ich mische immer Leitungs- und Osmose-Wasser, weil ich sonst nicht auf die gewünschten Sulfatwerte für meine starken Ales komme. Da Mg hier sehr niedrig ist, trage ich hohe Sulfat-Werte mit Bittersalz ein, sonst würde Calcium zu betont. Von Natron wird allgemein abgeraten, es schmeckt schnell sehr stark durch und es kann zu unerwünschten Effekten in Verbindung mit Säuregaben kommen. Soll es nicht salzig sein, aber Na wird benötigt, ist eine Lösung Natrium-Metabisulfit. Wird auch als Antioxidanz eingesetzt, kommt aus der Weinbereitung. Die Amis verwenden das gern. Wenn Interesse, PM.
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Re: Pliny the Elder

#85

Beitrag von §11 » Donnerstag 5. November 2020, 15:15

rakader hat geschrieben:
Donnerstag 5. November 2020, 10:48


Edit: Habe das Wasserprofil von Paso Robles gefunden, ist dem von Russian River nicht unähnlich.
Ich bin Gestern bei meiner Suche über ein paar Artikel gestolpert. Bevor die neue Brauerei gebaut wurde, wurden über 6 Monate an beiden Standorten Proben gezogen und das Wasser verglichen. Danach wurde beschlossen das die Wässer sich so ähnlich sind, das keine Aufbereitung nötig ist.

Gruss

Jan
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: Pliny the Elder

#86

Beitrag von rakader » Donnerstag 5. November 2020, 15:21

Danke Jan - super! Auf Homebrewtalk wurden mir soeben die Werte bestätigt und um Magnesium ergänzt. Sollte also für alte und neue Brauerei in Santa Rosa gelten. Wen es interessiert:
If it helps, your water analysis is:
-------------------------------------------
Ca++ = 27.5 ppm
Mg++ = 17.7 ppm
Na+ = 52.3 ppm
Cl- = 20.7 ppm
SO4-- = 0.65 ppm
Alkalinity = 225 ppm
Bicarbonate = 274.5 ppm
---
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Re: Pliny the Elder

#87

Beitrag von DevilsHole82 » Donnerstag 5. November 2020, 15:30

OffTopic
rakader hat geschrieben:
Donnerstag 5. November 2020, 15:05
Das wird man neidisch. Tippe 4-5 dH.
RA=2,2°dH
Das ist wirklich ein Traum. Theoretisch brauch ich gar nix zu machen. Der Maische-pH ist selbst bei 100% PiMa noch im Rahmen, und gewährleistet eine gute Maischearbeit.
rakader hat geschrieben:
Donnerstag 5. November 2020, 15:05
Wenn Interesse, PM.
Danke fürs Angebot, für mich reicht die Aufbereitung aber so wie ich sie momentan betreibe :Smile
Gruß, Daniel

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Re: Pliny the Elder

#88

Beitrag von DevilsHole82 » Donnerstag 5. November 2020, 16:03

If it helps, your water analysis is:
-------------------------------------------
Ca++ = 27.5 ppm
Mg++ = 17.7 ppm
Na+ = 52.3 ppm
Cl- = 20.7 ppm
SO4-- = 0.65 ppm
Alkalinity = 225 ppm
Bicarbonate = 274.5 ppm

Das ist interessant. Dass das Sulfat nahezu Null ist steht ja quasi im Widerspruch zu dem was ich sonst immer bei einem IPA angenommen habe: "Für "hop forward"-Beer muss Sulfat hoch sein!" :Grübel

Das werde ich beim nächsten PTE auf jeden Fall probieren. Dann heb ich das Na und Cl bei meinem Hauswasser mal mit NaCl in Richtung Santa Rosa Wasser an und belasse die anderen Salze wie sie sind. Das sollte bis auch Mg passen.
Gruß, Daniel

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Re: Pliny the Elder

#89

Beitrag von rakader » Donnerstag 5. November 2020, 16:07

Sorry, das ich nicht eher darauf hingewiesen habe. Konnte es anfangs nicht glauben, und das war der Grund, warum ich auf dem Thema so herumreite.
Aber vielleicht ist das der Grund für die "fehlenden 5%" bei den Clones - war nur eine Annahme, die mir beim Lesen des Riemens hier in den Sinn kam.
:Smile
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