Kühlen von Gärbehältern / Zusammenfassung / Erfahrungen

Alles zur Nutzung und Herstellung von Utensilien (Töpfe, Braupfannen, Heizgeräte etc.), die für das Brauen nützlich sind.
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matschie
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Kühlen von Gärbehältern / Zusammenfassung / Erfahrungen

#1

Beitrag von matschie » Donnerstag 21. Juni 2018, 11:22

Hallo alle miteinander!

Nachdem ich mich durch Google, das alte und das neue Forum wundgegoogelt habe, gefühlt jedoch kein Deut schlauer geworden bin, habe ich hier mal eine Bitte an alle die ihren Gärbehälter ohne Kühlschrank kühlen.

Bei großen Gärbehaltern ist es ja üblich, über eine innenliegende Kühlspirale oder einen Kühlmantel zu kühlen.
Dazu wäre es ja nötig, einen Kühlwasserkreislauf anzuschliessen, mit dem der Tank auf Temperatur gehalten wird.
Nun gibt es die verschiedensten Ansätze, die ich mal versuche hier zusammenzutragen.

1) Herstellerprodukte: Glykolkühler, z.B. Grainfather oder sS Brewtech
Mit SIcherheit die eleganteste Variante, jedoch auch teuer.

2. Begleitkühler
Begleitkühler haben einen Wassertank, sowie eine eingebaute Pumpe und können mittels Relais gesteuert werden. Pumpe und Kompressor müssen separat geschaltet werden (Richtig?)

3. Durchlaufkühler Aquarienbereich
Oft empfohlen werden auch Durchlaufkühler wie z.B. Hailea.

4. Bierdurchlaufkühler
Hierzu findet man recht wenig, aber es sollte ja möglich sein, mittels einer Pumpe Kühlwasser statt Bier durch die Leitungen zu Pumpen und damit einen Gärbehälter zu kühlen. Hier gibt es ja noch den Unterschied Trocken- und Nasskühler. Bei Nasskühler denke ich, dass der Kompressor geschaltet wird um eine gewisse Temperatur des Kühlwassers zu halten und die Pumpe um tatsächlich Wasser durch den Kreislauf zu pumpen. Aber wie sieht es bei Trockenkühlern aus?
Vorteil wäre ggf. dass der Kühler auch zum Zapfen genutzt werden kann.


Mein Vorschlag wäre jetzt folgender:
Jeder, der eines dieser Systeme im Einsatz hat, möge bitte einmal das Setup beschreiben:
  • Größe Gärbehälter
  • Kühlspirale oder -Mantel
  • Art des Kühlers im Einsatz (Kurze Beschreibung; ggf. inklusive Kälteleistung)
  • Art der Steuerung (Nur Pumpe, Pumpe und Kompressor,..
  • Umgebungstemperatur und erreichbare Würzetemperatur (z.B. Cold Crash Möglich oder nicht)
  • ggf. ein Foto der Anlage
  • evtl. aufgetretene Probleme
  • Stromaufnahme /-Verbrauch
Dies sollte jedem einen Überblick darüber verschaffen, was für welche Anlage bzw. was überhaupt geeignet ist.

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matschie
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Re: Kühlen von Gärbehältern / Zusammenfassung / Erfahrungen

#2

Beitrag von matschie » Freitag 22. Juni 2018, 20:56

Besteht hier kein Interesse? Da viele Infos in vielen Threads verteilt sind, dachte ich, dass das ein hilfreiches Thema sein könnte..

PxTREME
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Re: Kühlen von Gärbehältern / Zusammenfassung / Erfahrungen

#3

Beitrag von PxTREME » Samstag 23. Juni 2018, 05:29

Danke dir vielmals für die super Zusammenfassung, ich habe letztens auch viel danach gesucht und bin gespannt ob hier jemand seine Erfahrung teilt.

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Re: Kühlen von Gärbehältern / Zusammenfassung / Erfahrungen

#4

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Samstag 23. Juni 2018, 07:25

Ich habe Varianten 2,3,4 und 5 (Peltier Kühlung) bis zum Exzess durch und werde dieses Wochenende die ersten Sude mit Glycol-Kühlung (1) anstellen. Bisher alles mit innenliegenden Spiralen, aber die Kühlmäntel liegen auch schon bereit und wollen getestet werden. Mit der Isolation mit selbstgebauten Neoprenjacken, CoolBrewing-Bag, Fastferment Cooling-Bag und alten Wolldecken habe ich auch viel Praxiserfahrungen gesammelt.
Der Faden wurde einfach 4 Wochen zu früh aufgemacht. :Bigsmile
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

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AxelS
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Re: Kühlen von Gärbehältern / Zusammenfassung / Erfahrungen

#5

Beitrag von AxelS » Samstag 23. Juni 2018, 08:11

Dann trau ich mich mal:
– Größe Gärbehälter
Ich verwende die Ss Brewtech Bucket mini mit 5gal/13l Inhalt. Davon sind vier Stück im Einsatz, einer mit Kühlung, die übrigen zur Nachgärung/Reifung.
– Kühlspirale oder -Mantel
Seit gestern habe ich die von Brewtech angebotene Kühleinrichtung FTSs (Fermentations-Temperatur-Steuerung) bei einem Behälter im Einsatz. Die FTSs ist eine sensorgesteuerte Pumpe, die eine im Deckel des Bucket installierte Kühlspirale durchströmt.
– Art des Kühlers im Einsatz (Kurze Beschreibung; ggf. inklusive Kälteleistung)
Die Pumpe liegt in einem GN-Behälter mit 10l Inhalt (nicht im Lieferumfang enthalten), welcher mit Wasser und Kühlakkus gefüllt ist. Der Behälter ist mit Neopren rundherum isoliert, um die Kühlverluste möglichst gering zu halten.
– Art der Steuerung (Nur Pumpe, Pumpe und Kompressor,..
Gesteuert wird die FTSs über einen ebenfalls im Deckel des Bucket eingebauten Temperatursensor. An der Steuereinheit kann die Temperatur (logisch!) eingestellt werden, bei der die Pumpe aufhören soll, kaltes Wasser durch die Spirale zu pumpen. Die Pumpe schaltet sich bei einer Temperaturerhöhung von 1,0°C über Soll ein, bis die Solltemeratur wieder erreicht ist. Das Ganze dauert etwa 3 bis 4 Minuten (von 20°C auf 19°C). Durch die gute Isolation des Bucket (ein Neoprenüberzug liegt der FTSs bei!) hält der Bucket die Temperatur für etwa 2 bis 3 Stunden (Raumtemperatur 5°C über Solltemperatur)
– Umgebungstemperatur und erreichbare Würzetemperatur (z.B. Cold Crash Möglich oder nicht)
Gekauft habe ich mir die FTSs nach der ersten Hitzewelle in diesem Jahr, weil ich trotzdem Bier gebraut habe (bei 34°C Raumtemperatur) und das natürlich glatt in die Hose ging. Ich hoffe, ab jetzt ganzjährig zumindest obergärig brauen zu können, vielleicht sogar im Winter auf dem Balkon untergärig (FTSs dann mit warmem Wasser als Heizung). Ein Coldcrash ist mit der FTSs theoretisch möglich. Man könnte die Kühleinrichtung mit Glycol statt mit Wasser betreiben, den Kühlbehälter in einen Gefrierschrank stellen und mit längeren Schläuchen das -15°C-kalte Glycol durch die Kühlschlange pumpen. Laut Hersteller würde die Pumpe das hergeben, probiert habe ich es noch nicht.
– ggf. ein Foto der Anlage
./.
– evtl. aufgetretene Probleme
Die Probleme, die ich sehe, sind momentan noch theoretischer Natur, da die Anlage erst seit gestern in Betrieb ist. Zum einen wird es bestimmt nicht einfach, die Sache wieder zu trennen. In den Zuläufen vom Tank zur Spirale steht Wasser, die Schläuche müssen aber abgezogen werden, um den Bucket zu reinigen. Das wird ein Gepansche, da meine Anlage im Wohnzimmer steht. Vielleicht zieht die Anlage nach der ersten Reinigung in die Küche um...
Ferner ist die Anschlussleitung für den Temperatursensor arg dünn geraten (2x0,2qmm) und sehr filigran. Der Sensor muss aber bei jeder Reinigung aus der Sensorhülle im Deckel gezogen werden. Hier werde ich zur Vorsicht am Übergang der Anschlussleitung zum Sensor etwas Schrumpfschlauch als Knickschutz drüber ziehen.
Mit der Kühlakku-Bestückung muss ich mir noch etwas einfallen lassen. In den 3 Stunden, in denen die Pumpe nicht für Bierkühlung sorgt, erwärmt sich leider das Kühlwasser ebenfalls. Wird dann Kühlleistung benötigt, sind die Akkus aufgetaut. Ich müsste also azyklisch jeweils ein paar Minuten vor erreichen der Maximaltemperatur (im Beispiel 20°C) die Kühlakkus wechseln, damit dann die volle Kühlleistung zur Verfügung steht, wenn sie gebraucht wird. Das lässt sich vielleicht mit einem Wecker realisieren...
– Stromaufnahme /-Verbrauch
Das Netzteil hat 12V/3A, was einer Leistungsaufnahme von 36W entspricht, wenn die Pumpe läuft. In den Pausen leuchtet ein LED-Display an der Steuereinheit, das ein paar Milliwatt verbrauchen wird. Die Kühlakkus müssen in einem Gefrierschrank gefroren werden. Den zusätzlichen Stromverbrauch dafür kann ich nicht errechnen, da die Kühltruhe eh läuft :Smile .

Die FTSs hat ca. 220,- € gekostet und ist, wie alle Produkte von Ss Brewtech, (bis auf die Sensorleitung) sehr wertig verarbeitet. Die Steuereinheit und die Pumpe gibt es als Ersatz einzeln zu kaufen. Wer möchte, kann mit einem Erweiterungsset auf Kühlen und Heizen upgraden.
10l-Einsteiger: 17l-Kochtopf, Läutereimer mit -hexe, Ss-Brewing-Gäreimer, FTSs-Kühlung, iKegger 2l + 10l, 1l-Bügelverschluss-Flaschen

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AxelS
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Re: Kühlen von Gärbehältern / Zusammenfassung / Erfahrungen

#6

Beitrag von AxelS » Sonntag 24. Juni 2018, 14:48

Nachtrag:

Hier das im Beitrag fehlende Bild:
IMG_20180624_142530.jpg
Links der GN-Behälter (10l) mit der Pumpe, davor die Temperatursteuerung, rechts der Bucket mit Zu- und Ablaufschlauch für das Kühlwasser und dem Einsatz für den Thermofühler.

Nach drei Tagen "Erfahrung" kann ich für den Betrieb noch ergänzen: Bei 24°C Raumtemperatur und einem Soll von 19°C springt die Pumpe etwa alle 2 Stunden an und pumpt für etwa 2-3 Minuten, je nach Temperatur der Kühlflüssigkeit. Diese schwankt von 6°C (vier frische Akkus eingelegt) bis 16°C (Kühlakkus 8 Stunden im Einsatz). Die Akkus wechsle ich Morgens, Nachmittags und Abends.
Ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis und vor allem auf den Unterschied zwischen einem temperiert vergorenen Bier und einem raumtemperaturvergorenen.
10l-Einsteiger: 17l-Kochtopf, Läutereimer mit -hexe, Ss-Brewing-Gäreimer, FTSs-Kühlung, iKegger 2l + 10l, 1l-Bügelverschluss-Flaschen

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Re: Kühlen von Gärbehältern / Zusammenfassung / Erfahrungen

#7

Beitrag von Sascha89 » Mittwoch 18. Juli 2018, 11:15

Moin zusamen,
ich habe seit kurzem die Variante 3 im Einsatz, also einen 1/2 Barrel Chronical (innenliegende Kühlspirale) mit Hailea Durchlaukühler HC 300a (390 Watt Kühlleistung) und als Kältespeicher/Ausgleichsbehälter eine Kühlbox.
In der Kühlbox befinden sich zwei kleine Aquarienpumpen.
Pumpe 1 pumpt dauerhaft durch den DruchlaufKühler, welcher sich ab der eingestellten Temparatur automatisch zuschaltet.
Pumpe 2 wird von dem Temparaturcontroller des Gärbehälters nach Bedarf zugeschaltet und pumpt das Kalte Wasser aus der Kühlbox durch die Kühlspirale des Gärbehälters.
Weiterhin befindet sich unter dem Neopranmantel noch eine Heizmatte, welche ebenfalls von dem Controller gesteuert wird.
Zu Problemen oder ähnlichem kann ich noch nichts sagen, da das System so grad erst entstanden ist und in der Kombination grad den ersten Sud vergärt.
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Gruß Sascha

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Re: Kühlen von Gärbehältern / Zusammenfassung / Erfahrungen

#8

Beitrag von Astir » Mittwoch 18. Juli 2018, 16:34

Hi,
Da es bei mir so langsam schwierig wird mit den Kühlschränken, überlege ich mir auch gerade wie ich es vielleicht in Zukunft auch mal ohne hinbekommen kann. Dabei ist mir folgende Idee gekommen, als ich neulich vor meinen Brau Utensilien gestanden habe... (ist aber bis jetzt nur so eine Idee)...
IMG_2454.JPG
IMG_2455.JPG
Es handelt sich um einen Thermoport 38 Liter mit einem 17 Liter Gäreimer, der im Wasserbad stehen soll. Jetzt braucht es noch eine Umwälzung und eine Kühlung für das Wasserbad ....ab da wird es nun schwieriger... Das müsste dann aber auch mit entsprechend größeren Thermobehältern und Gäreimern/Fässern gehen...

Grüße,
Holger

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Re: Kühlen von Gärbehältern / Zusammenfassung / Erfahrungen

#9

Beitrag von hb9cjs » Mittwoch 18. Juli 2018, 21:07

Ich braue in einem 8qm Gartenhaus und habe eine Klimaanlage mit Wärmepumpe installiert. Die Anlage ist für Weinkeller konzipiert und kühlt auf ca. 10 Grad ab. Damit kann ich meine 2 24üL Gärtanks plus kleinere Tanks und auch KEGs perfekt kühlen resp. im Winter auf Temperatur halten. So kann ich günstige Gärtanks verwenden und selber auch noch etwas chillen. Funktioniert seit ca. 5 Jahren perfekt.
Gruss Üelu

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