IPA mit Hallertauer Blanc

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haefner
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IPA mit Hallertauer Blanc

#1

Beitrag von haefner » Donnerstag 6. Dezember 2018, 12:43

Hallo,

ich hab vor diese Woche noch ein IPA zu brauen, und habe mich mal an ein eigenes Rezept gesetzt. Zwar haben mich auch schon Rezepte bei MMuM begeistert (z.B. IPA Simcoe) aber für den kommenden Sud finde ich nicht wirklich etwas, das mich anmacht. Herauskommen soll ein relativ vollmundiges Bier bei dem die Fruchtaromen komplex aber nicht zu stark sind. Das gleiche gilt für die Bittere - soll man definitiv schmecken, soll aber nicht zu viel des Guten sein. Aus der Hüfte geschossen würd ich mich in Richtung East Brooklyn IPA orientieren wollen (Gesamteindruck meinerseits).


25l, 14°P, 51 IBU, Wasser 0°dh, 14 EBC

Hefe US05, Hauptguss 23l


Rasten:
Einfache Kombirast. 67°C für 60min und dann bei 78°C abmaischen.

Malz:
78% Pale Ale Malz
10% MüMa
7% CaraHell
5% Haferflocken

Hopfen:
VWH 30g Hallertauer Blanc 8,2% 90min
17,2g Hallertauer Blanc 8,2% 40 min
12,8g Hallertauer Blanc 8,2% 10 min
12,8g Cascade 7,3% 5min
12,8g Amarillo 8,4% 5min

10min Nachisomersieren.

Hopfenstopfen nach HG mit 75g Cascade, 37g Amarillo und 37g Hallertauer Blanc


Ich weiß, dass der Blanc hier etwas komisch aussieht (Bezogen auf IPA Stil). Das Aroma (Geruch) finde ich aber so unglaublich genial, dass ich mir das Ganze als sehr gute Basis vorstelle. Dennoch sollen Cascade und Amarillo mit starken Fruchtaromen dominieren, weswegen ich den Cascade doppelt so hoch stopfe. In meiner Vorstellung sollte das recht komplex an Aromen werden.

Was meint ihr, wird das was in meine Richtung oder habt ihr bessere Vorschläge? Was kann ich optimieren?

Gruß Micha

respect
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Re: IPA mit Hallertauer Blanc

#2

Beitrag von respect » Donnerstag 6. Dezember 2018, 13:31

Hallo,
bei Haferflocken & US05 fällt mir mein IPA ein, das ein ungeplantes NE-IPA geworden ist.
Altphex meinte dass es evtl. einen Zusammenhang zwischen der Hefe, den Flocken & der Trübung gibt.
Ich kann das auch bestätigen. Mein letztes IPA ohne Haferflocken ist mit der US05 recht klar geworden.

Mathias
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Re: IPA mit Hallertauer Blanc

#3

Beitrag von Bieryllium » Donnerstag 6. Dezember 2018, 15:12

Die letzten beiden Hopfengaben nicht mitkochen und dafür in den Whirlpool.
Grüße aus Nürnberg!

Euer Christopher

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Re: IPA mit Hallertauer Blanc

#4

Beitrag von Blancblue » Donnerstag 6. Dezember 2018, 17:27

Der Hallertauer Blanc ist ein recht filigraner Hopfen, der geht unter bei so viel Cascade und Amarillo.

Ich würde:

Nur 60 Minuten kochen

Dann weniger Vorderwürzehopfung, dafür Whirlpool mit 2g/l Liter

Aufteilung (auch beim Stopfen): 2/4 Blanc, 1/4 Cascade, 1/4 Amarillo
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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flying
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Re: IPA mit Hallertauer Blanc

#5

Beitrag von flying » Donnerstag 6. Dezember 2018, 18:14

Bei unserer diesjährigen Grünhopfen- Verkostungstour im Elbe- Saale Gebiet hatte der Hallertauer Blanc mit die schönsten Fruchtaromen. Eindeutig Passionsfrucht und Litschi. Ganz anders als ich ihn kannte. Wegen der parfümigen Kaugummisüße mochte ich den früher nicht so aber dieses Jahr ist er ein Pfund. Ist natürlich alles terroirabhängig..
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Re: IPA mit Hallertauer Blanc

#6

Beitrag von Blancblue » Donnerstag 6. Dezember 2018, 18:37

flying hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 18:14
Bei unserer diesjährigen Grünhopfen- Verkostungstour im Elbe- Saale Gebiet hatte der Hallertauer Blanc mit die schönsten Fruchtaromen. Eindeutig Passionsfrucht und Litschi. Ganz anders als ich ihn kannte. Wegen der parfümigen Kaugummisüße mochte ich den früher nicht so aber dieses Jahr ist er ein Pfund. Ist natürlich alles terroirabhängig..
Ja, bei neuen Hopfensorten dauert es immer einige Jahre, bis die Hopfenbauern ein Gefühl für den richtigen Erntezeitpunkt etc. bekommen. Wenn man eine gute Charge erwischt - wie bei Dir - ist das einer meiner Lieblingshopfen, gerade in einem Saison. Aber hat man Pech - dann hat man in der Tat "parfümige Kaugummisüße".
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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Re: IPA mit Hallertauer Blanc

#7

Beitrag von DerDallmann » Donnerstag 6. Dezember 2018, 20:24

Ich habe ein NEIPA damit gemacht, single hop.
Gestopft mit 12 g/l. Fand ich richtig gut. Massig Fruchtaromen, sehr angenehm und nicht zu eindimensional.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: IPA mit Hallertauer Blanc

#8

Beitrag von haefner » Donnerstag 6. Dezember 2018, 21:57

respect hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 13:31
Hallo,
bei Haferflocken & US05 fällt mir mein IPA ein, das ein ungeplantes NE-IPA geworden ist.
Altphex meinte dass es evtl. einen Zusammenhang zwischen der Hefe, den Flocken & der Trübung gibt.
Ich kann das auch bestätigen. Mein letztes IPA ohne Haferflocken ist mit der US05 recht klar geworden.

Mathias
Hmm, danke für den Hinweis. Ich hab mit Haferflocken un der US05 eigentlich ne ziemlich gute Erfahrung gemacht. Das hat sich sehr gut geklärt. Verunsichert mich jetzt aber trotzdem.. mal schauen, vielleicht lass ich sie weg.
Blancblue hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 17:27
Der Hallertauer Blanc ist ein recht filigraner Hopfen, der geht unter bei so viel Cascade und Amarillo.

Ich würde:

Nur 60 Minuten kochen

Dann weniger Vorderwürzehopfung, dafür Whirlpool mit 2g/l Liter

Aufteilung (auch beim Stopfen): 2/4 Blanc, 1/4 Cascade, 1/4 Amarillo
Das ist echt eine gute Info. Ich hatte da bereits bedenken, ob der Cascade dann nicht zuviel überdeckt. So wirds gemacht. Welchen Hopfen würdest Du in den WP tun? Die 5min Hopfen?
flying hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 18:14
Bei unserer diesjährigen Grünhopfen- Verkostungstour im Elbe- Saale Gebiet hatte der Hallertauer Blanc mit die schönsten Fruchtaromen. Eindeutig Passionsfrucht und Litschi. Ganz anders als ich ihn kannte. Wegen der parfümigen Kaugummisüße mochte ich den früher nicht so aber dieses Jahr ist er ein Pfund. Ist natürlich alles terroirabhängig..
Auch ein guter Hinweis! Ist der von 2017. Parfümig Kaugummisüß klingt natürlich nicht so toll. Im Geruch ist er richtig geil genau so wie Du schreibst: Passionsfrucht/Litschi evtl Stachelbeere.
DerDallmann hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 20:24
Ich habe ein NEIPA damit gemacht, single hop.
Gestopft mit 12 g/l. Fand ich richtig gut. Massig Fruchtaromen, sehr angenehm und nicht zu eindimensional.
12g/l? Das ist ja heftig. Wie lange hattest Du den Hopfen im Gärfass?


Danke euch allen für die vielen hilfreichen Antworten :-)

Gruß Micha

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