Einkocher mit automatischer Temperaturregelung nicht optimal

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maninthehighcastle
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Einkocher mit automatischer Temperaturregelung nicht optimal

#1

Beitrag von maninthehighcastle » Mittwoch 24. April 2019, 10:07

Hallo zusammen,

ich habe vor kurzem meine ersten Gehversuche mit einem Einkocher gemacht. Es ist ein Gerät ähnlich dem Klarstein Biggie Digital, also ein Topf der automatisch die eingestellte Temeperatur hällt bzw. auch entsprechend nachheizt. Ich habe den Eindruck, dass diese Art von Temperatur-halten nicht optimal ist. Mein Eindruck war, dass der Topf zu stark nachheizt und ich garnicht so schnell rühren kann um die Temperatur wie gewünscht zu halten. Wie sind eure Erfahrungen damit? Habt ihr einen Tipp der mir helfen könnte? Ich habe es als extrem nervig empfunden so zu Maischen.

Danke schonmal.

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DerDallmann
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Re: Einkocher mit automatischer Temperaturregelung nicht optimal

#2

Beitrag von DerDallmann » Mittwoch 24. April 2019, 10:33

Dieser Regelung würde ich keinesfalls vertrauen. Besorg dir ein anständiges Thermometer und miss manuell.
Unter Rühren aufheizen, bei erreichen der Rasttemperatur (oder kurz davor, wegen Nachheizen) einfach ausschalten, noch etwas nachrühren, dann abwarten, bei der nächsten Rast genau das gleiche. Funtioniert gut, wenn man den Einkocher isoliert. So hab ich es damals im einkocher gemacht.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Bitter
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Re: Einkocher mit automatischer Temperaturregelung nicht optimal

#3

Beitrag von Bitter » Mittwoch 24. April 2019, 10:38

Das musst du testen! Messe mit einem externen Thermometer nach, um wieviel K die Temperatur überschwingt. Beim nächsten Sud korrigierst du die Zieltemperatur um die Überschwingtemperatur nach unten.

Also Zieltemperatur 63°C, Überschwingemperatur 3K, dann stellst du die Zieltemperatur auf 60°C. Nun kannst du durch kurzfristiges Ein- und Ausschalten versuchen die Temperatur zu halten.

Natürlich ist, je nach Zieltemperatur, die Überschwingtemperatur unterschiedlich, jedoch ist das bei aufsteigender Infusion zu vernachlässigen. Bei einer Kombirast sieht es etwas anders aus.

Gruß Lothar

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Re: Einkocher mit automatischer Temperaturregelung nicht optimal

#4

Beitrag von SaltCityBrew » Mittwoch 24. April 2019, 10:39

Ich habe das Teil von Silvercrest mit digitaler Steuerung.
Der dürfte nahezu baugleich sein. Ich kann deine Beobachtung bestätigen. Ich habe darin drei Sude von Hand gerührt, das ging gar nicht. Dann habe ich mir ein Rührwerk zugelegt. Aber selbst mit Rührwerk ist die Temperaturanzeige sehr ungenau. Die Dinger sind für sowas einfach nicht gebaut, da muss man wohl Kompromisse eingehen....
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Re: Einkocher mit automatischer Temperaturregelung nicht optimal

#5

Beitrag von maninthehighcastle » Mittwoch 24. April 2019, 10:49

Ich messe mit einem Thermometer natürlich noch nach, allerdings ist dieser Workflow mit dem Topf, der macht was er will für mich ausgesprochen nervig. Macht da nicht eher ein isolieren des Topfs + Abschalten bei erreichen der Temperatur Sinn? Ein isolierter Topf müsste ja die Temperatur für eine Gewisse Zeit halten können. Was dagegen arbeitet ist das Rühren. Dabei kühlt es ja wieder schneller aus, aber wenn der Topf ausgeschaltet ist, muss ich doch erstmal nicht mehr rühren, oder?

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Re: Einkocher mit automatischer Temperaturregelung nicht optimal

#6

Beitrag von HubertBräu » Mittwoch 24. April 2019, 10:53

Hinzu kommt noch, daß der Temperatur Sensor mittig am Boden sitzt und Du die Maische egal ob von Hand oder per Rührwerk nicht so durchmischt bekommst. Ich würde Dir auch zu einem anständigen Digital Thermometer und Rührwerk raten. Auf die Aufheizrate von 1K/Minute kannst Du Dich aber ziemlich gut verlassen, daher kann man mit dem Kocher auch recht ordentlichen maischen.

Gruß
Hubert

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Re: Einkocher mit automatischer Temperaturregelung nicht optimal

#7

Beitrag von Bitter » Mittwoch 24. April 2019, 10:55

Wie du ja selbst geschrieben hat, heizt der Topf nach. Ich würde nach dem Ausschalten der Heizung noch einen Moment weiterrühren!

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Re: Einkocher mit automatischer Temperaturregelung nicht optimal

#8

Beitrag von CastleBravo » Samstag 4. Mai 2019, 21:37

Genau dieses unkontrollierbare thermische Verhalten des Silvercrest hat mich dazu bewogen nach dem 2. Sud auf den Grainfather umzusteigen. Habs nie bereut.

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Re: Einkocher mit automatischer Temperaturregelung nicht optimal

#9

Beitrag von SingleUser » Donnerstag 9. Mai 2019, 00:32

Siehe mein Thema.
Hatte das gleiche Problem.
Das "Überschwingen" kann durchaus 2 Grad ausmachen. In Verbindung mit der recht ungenauen Temperaturmessung dieser Kocher kannst Du die Werte fast raten.... ich hatte mich immer gewundert, warum ich dauernd malzlastige "Winterbiere" produziere....

Mein Tipp: Opfer die 40-50 Euro für den Inkbird o. ä. und das Problem ist "zu 70%" beseitigt. Das Ding taugt zudem erstklassig zur Steuerung der Gärung und für viele andere Dinge im Haushalt (ich sag nur "Einmachkocher als Sous Vide...")

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Re: Einkocher mit automatischer Temperaturregelung nicht optimal

#10

Beitrag von Brauwolf » Donnerstag 9. Mai 2019, 08:10

Das ist alles merkwürdig, ich kann genau von gegenteiligen Erfahrungen berichten. Ich verwende zwei Silvercrest (Emaille) und zwei ProfiCook (Edelstahl) mit eben dieser digitalen Technik und ich kenne kein präziseres System mit exakter Temperaturverteilung und ohne Überschwingen.
Ich rühre sowohl von Hand, als auch mit selbstgeschnitztem Rührwerk (siehe Bild) und gewinne Preise mit meinen Bieren.
rue3.jpg
rue3.jpg (60.33 KiB) 504 mal betrachtet
Zum Testen wird mit drei Thermometern an drei verschiedenen Stellen gemessen - die Temperaturen weichen maximal 0,1K vom mittigen Sensor ab. Entscheidend ist das senkrechte Paddel am Rührwerk (der "Störer"), welches für eine innige Durchmischung der Maische sorgt, damit selbige nicht bloß Karussell fährt.

Cheers, Ruthard
Wir haben alle den gleichen Himmel, aber nicht denselben Horizont.
Mein Blog: Brew24.com

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Re: Einkocher mit automatischer Temperaturregelung nicht optimal

#11

Beitrag von flensdorfer » Donnerstag 9. Mai 2019, 09:21

Kann mich Ruthard nur anschliessen. Ich verwende aich den Proficook mit selbst gebauten Rührwerk (mit Störblech), das gibt eine ordentliche Aufwärtsbewegung duch das Rührwerk und Turbulenzen duch das Störblech (das ich auch noch nach Belieben verdrehen kann).

Ich klemme immer den Fühler von einem Ikea-Thermometer unter den Deckel, so dass die Spitze gut 1cm eintaucht und sich so ca. 3cm vom Rand entfernt befindet.

Abweichung zum eingebauten Fühler und damit zur Regelung maximal 1K, was sich leicht bein den Solltemperaturen berücksichtigen lässt.
Gruß, Arne

Anfänger in der 20l-Klasse

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