Fehlgeschmack nach Abfüllung

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Freibier28
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Fehlgeschmack nach Abfüllung

#1

Beitrag von Freibier28 » Sonntag 9. Juni 2019, 12:38

Servus miteinander!
Habe mal wieder ein Problem.
Habe nun insgesamt 3 Sude Weizenbier gebraut. Bei allen Bieren wurde mit unterschiedlichen rehydrieten Trockenhefen vergoren. Jeweils 1 Päckchen auf 20 Liter.
Die Stammwürze lag bei allen drei Anfangs bei 13Grad Plato. Nach abgeschlossener Gärung je nach Sud bei 3,5 bis 4,5 Grad Plato. Gemessen mit einer 20 Grad Spindel bei Raumtemperatur. Vergoren wurde bei 18 Grad Umgebungstemperatur.
Danach 14 Tage Nachgärung in der Flasche bei selber Temperatur.
Die Schüttung hat sich aus 50% Weizenmalz Hell und 50% Hellem Basismalz zusammengesetzt.
Gehopft auf ca 25IBU.
Maischeprogramm war auch immer im Aufheizverfahren
Einmaischen bei 45Grad
Aufheizen zur 1ten Rast bei 63 Grad für ca 30 bis 40 min
Dann 72Grad für 20 min (Jodnormal)
78 Grad Abmaischen. Kochzeit 70 bis 90 min.
Alles im einkocher mit Selbstgebautem Rührwerk.

So nun zum Problem.
2 Sude Obergäre Weißbier Hefe
1Sud die Nottingham Ale Yeast (auch Obergärig)

Ein Sud wurde mit gelöstem Zucker in abgekochtem Wasser karbonisiert auf ca. 6g/co2.

Die anderen mit frischer Speise. Keine abgelagerte sondern direkt nach dem kochen verwendet.

Der Fehlgeschmack war eindeutig vor der Abfüllung nicht wahrnehmbar und entwickelt sich wohl während der Flaschengärung. Flaschen mache ich natürlich sauber und meine Anlage reinige ich auch nach jedem Sud.

Der Geschmack ist süsslich und extrem vollmundig und bleibt so auf der Zunge liegen das man keinen zweiten nehmen möchte.

Eine Infektion in der Anlage kann ich ausschließen da ich zwischendurch untergärig gebraut habe und da ist kein Fehlgeschmack wahrnehmbar.

Ich habe beim 3ten Sud extra Malz von einer anderen Marke bestellt weil ich mir dachte nicht das es am Malz liegt. Das war aber auch nicht der Fehler.

Die Biere sind nun 1, 2 und 3 Monate alt und eine Besserung durch Lagerung ist auch nicht der Fall.

Was kann speziell bei Weizen für ein Fehler auftreten der sich erst in der Flaschengärung entwickelt?
Bei meinen Untetgärigen gehe ich genauso vor und hatte noch nie Probleme.

Danke schonmal
Gruß

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afri
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Re: Fehlgeschmack nach Abfüllung

#2

Beitrag von afri » Sonntag 9. Juni 2019, 23:04

Freibier28 hat geschrieben:
Sonntag 9. Juni 2019, 12:38
Die anderen mit frischer Speise. Keine abgelagerte sondern direkt nach dem kochen verwendet.
Frisch im Sinn von "ein gerade gekochter Sud liefert Speise" oder frisch im Sinn von "nach dem Kochen und Kühlen abgezweigt und ein paar Tage gelagert bis zum NG-Beginn"? Falls zweiteres, wie erfolgte die Lagerung?

Kann ja eigentlich keinen Einfluss haben, weil der Sud mit dem Zucker ebenfalls betroffen war, aber sicherheitshalber diese Frage.
Achim
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Re: Fehlgeschmack nach Abfüllung

#3

Beitrag von Freibier28 » Sonntag 9. Juni 2019, 23:19

Nein die Speise wurde von einem frischen sud entnommen aus dem dann ein untergäriges Helles wurde.
Also nach dem kochen entnommen.
Fg

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danieldee
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Re: Fehlgeschmack nach Abfüllung

#4

Beitrag von danieldee » Dienstag 11. Juni 2019, 09:46

Freibier28 hat geschrieben:
Sonntag 9. Juni 2019, 12:38

Der Geschmack ist süsslich und extrem vollmundig und bleibt so auf der Zunge liegen das man keinen zweiten nehmen möchte.
Könntest du das etwas mehr präzisieren?

Geht es in Richtung Karamell?
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dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will"
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Re: Fehlgeschmack nach Abfüllung

#5

Beitrag von Archie » Dienstag 11. Juni 2019, 10:07

Hallo Freibier,
ich hatte ein ähnliches Phänomen, der Fehlgeschmack (extrem fruchtig) entwickelte sich erst während der Nachgärung. Auch bei mir war es ein obergäriges Bier, karbonisiert mit einer abgekochten Zuckerlösung. Nach der Nachgärung schäumten die Flaschen bein Öffnen über, das Bier war sehr stark karbonisiert.
Da ich meine Sude vor dem Abfüllen immer auf die Zuckerlösung (im Plastikeimer) umfülle glaube ich, dass ich mir dabei etwas eingefangen habe. Ich hatte davor einen untergärigen Sud, vergoren mit der 34/70, abgefüllt und ich vermute, dass einige Hefezellen, trotz Reinigung und Desinfektion, in besagtem Plastikeimer überlebt haben. Diese Hefezellen, so glaube ich, haben dann bei 20°C während der Nachgärung noch einmal ganze Arbeit geleistet. Aber ,wie gesagt, alles nur Vermutungen.

Mittlerweile habe ich auf Edelstahl umgestellt. :Smile

Gruß
Archie

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Re: Fehlgeschmack nach Abfüllung

#6

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Dienstag 11. Juni 2019, 10:32

Hallo Archie,
so mach ich das auch seit über 50 Suden und hatte noch nie ein Problem. Vor dem Umschlauchen auf die Zuckerlösung sprühe ich Spiritus und den Kunststoffeinmer, gieße danach kochendes Wasser hinein und schwenke das so aus dass innen die ganze Oberfläche erreicht wird.

Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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Re: Fehlgeschmack nach Abfüllung

#7

Beitrag von Freibier28 » Dienstag 11. Juni 2019, 11:12

Ich gehe bei dem Umschlauchen genauso vor. Speise oder Zuckerlösung vorlegen und draufschlauchen.
Ich koche den Hahn und den lebensmittelechten Silikonschlauch aus.
Den Eimer Sprühe ich auch mit Lebensmittelgeignetem Reinigungsalkohol ein und schwenke ihn nach ein paar Minuten mit heissem Wasser aus. Ca 65Grad warm.
Bei Untergärigen Bieren gehe ich genauso vor und habe das Problem nicht.
Fg

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Re: Fehlgeschmack nach Abfüllung

#8

Beitrag von OS-Schlingel » Dienstag 11. Juni 2019, 12:14

Hallo Freibier!
Vielleicht eine blöde Frage, aber machst Du die Nachgärung in der Flasche bei 20°C +??
Oder stellt die diese in den kalten Kühlschrank? Bei tiefen Temperaturen legt sich Weizenhefe schlafen!
Dein Zucker oder Speisevorlage würde nicht aufgearbeitet. Folglich müssten die Biere auch nur schwach
karbonisiert sein......der Geschmack dürften sonst so Richtung Öttinger gehen...

Gruß

Stephen
Or kindly when his credit's out
Surprise him with a pint of Stout
:Smile

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Re: Fehlgeschmack nach Abfüllung

#9

Beitrag von Sebasstian » Dienstag 11. Juni 2019, 14:04

OS-Schlingel hat geschrieben:
Dienstag 11. Juni 2019, 12:14
Hallo Freibier!
Vielleicht eine blöde Frage, aber machst Du die Nachgärung in der Flasche bei 20°C +??
Oder stellt die diese in den kalten Kühlschrank? Bei tiefen Temperaturen legt sich Weizenhefe schlafen!
Dein Zucker oder Speisevorlage würde nicht aufgearbeitet. Folglich müssten die Biere auch nur schwach
karbonisiert sein......der Geschmack dürften sonst so Richtung Öttinger gehen...

Gruß

Stephen
Hi Stephen,
er schrieb:
Vergoren wurde bei 18 Grad Umgebungstemperatur.
Danach 14 Tage Nachgärung in der Flasche bei selber Temperatur.
Grüße,
Sebastian

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Re: Fehlgeschmack nach Abfüllung

#10

Beitrag von Freibier28 » Dienstag 11. Juni 2019, 14:26

Ja richtig. Hauptgärung bei 18 grad. Nachgärung 14 Tage bei 18 Grad. Und dann ab in den Kühlschrank bei ca 5Grad.
Mit der Karbonisierung habe ich keine Probleme die ist in Ordnung.
Fg

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Re: Fehlgeschmack nach Abfüllung

#11

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 11. Juni 2019, 14:37

Such dir am besten einen Hobbybrauerstammtisch in deiner Nähe und nehme dein Bier zum Verkosten mit.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

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