Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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Sebasstian
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Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#1

Beitrag von Sebasstian » Sonntag 14. Juli 2019, 17:42

Hallo,
ich hab heute meinen 30. Sud gebraut und mal ein bisschen dokumentiert zur Feier des Tages.
Ziel ist mein erstes Untegräriges überhaupt, mein erstes Pils. Trocken, schlank und ordentlich bitter mit einer feiner Hopfenblume soll's werden.
Hier das Rezept:
  • ~45 Liter mit 12°P und 35 IBU
  • 100% Pilsner Malz (8,5kg)
Rasten:
  • 52°C für 5 Min.
  • 62°C für 40 Min
  • 72°C bis Jodnormal
Hopfenkochen, 75 Min:
  • 25g Simcoe für 75 Min.
  • 30g Mandarina Bavaria für 30 min
  • 15g Opal für 10 min.
  • 30g Hallert. Cascade für 5 Min.
Hefe:
  • Saflager W34/70
Aber nun die Bilder. Los ging's gestern, am Samstag, abend mit den Vorbereitungen.
Malz abwiegen, schroten, alles bereitlegen, Wasser einfüllen und mit Zeitschaltuhr so eingestellt, dass ich So. früh nach dem Aufwachen sofort einmaischen kann.
01_Malz.jpg
02_Utensilien.jpg
03_Wasser aufbereiten.jpg
03_Wasser aufbereiten.jpg (48.24 KiB) 3292 mal betrachtet
Heute, Sonntag, früh dann 7:20 Uhr Einmaischen und "Rührwerk" an (das ist das hölzerne Ding rechts im Bild :Wink ).
04_Einmaischen.jpg
Während der Rasten hab ich mir die Zeit vertrieben mit einem Test meiner neuen Funksteckdosen, mit denen ich mich an das Thema Automatisierung und CraftbeerPi rantasten will. Leider ein Reinfall... die Funksteckdose hat nach ca. 20 Minuten Hendi auf 3500W den Geist aufgegeben, obwohl sie für diese Leitung spezifiziert ist. Mist.
Nächster Zeitvertrieb: Thermometer-Vergleich. Das billige Einstechthermometer zeigt ein Grad mehr an als die beiden anderen.
05_Funksteckdose.jpg
06_Thermometer.jpg
Da ich das Bier gerne recht trocken haben will, hab ich die Maltoserast auf 40 Minuten angesetzt. Das war vielleicht schon zu lang(?), denn nachdem ich auf 72°C aufgheizt hatte und nur 5 Minuten verzuckert hab, war ich bereits Jodnormal. Ich hab die Rast trotzdem auf 10 Minuten ausgedehnt, sicher ist sicher.
07_Jodprobe.jpg
Dann aufheizen auf 78°C und Abmaischen. Beim Umschöpfen der Maische habe ich früher immer Wasser unter das Läuterblech vorgelegt, um Lufteinschlüsse unterm Blech zu vermeiden. Das spare ich mir mittlerweile dadurch, dass ich die Maische solange auf eine Seite des Läuterbottichs schöpfe, bis auf der anderen Seite die Würze von unten durch den Läuterboden kommt. D.h. keine Luft mehr. Dann kann ich bedenkenlos das Blech beim Schöpfen bedecken.
08_Abmaischen.jpg
Die angestrebten Menge von >45 Liter erreiche ich mit meinem Equipment nur dann, wenn ich jedes Teil voll ausreize und mit ca. 10% HighGravity Faktor. Hier also Läuterbottich... schön voll.
09_Läuterbottich voll.jpg
Während der Läuterruhe (ca. 15 Minuten) reinige ich grob den 50 Liter Topf in dem ich gemaischt habe und mache ihn damit zur Sudpfanne.
10_Maischbottich zu Sudpfanne.jpg
Dann Läutern. Erst vorschießen bis Klarlauf. Lief heute nach ca. 5 Litern schön klar. Dann Schlauch an den Hahn für weniger Plätschern und laufen lassen mit ca. 1-1,5 Litern/Minute.
11_Läutern Vorlauf.jpg
Das Läutern geht sehr entspannt, denn ich muss eigentlich gar nichts tun. Oben läuft der Nachguss (über einen Löffel) in der gleichen Geschwindigkeit rein wie unten die Würze raus. Vollautomatisches System. :Bigsmile
12_Gravitationsläutern.jpg
13_Nachguss.jpg
Ich fange gleich zu Beginn des Läuterns bereits an zu heizen. Damit habe ich bei Läuterende bereits 85°C in der Sudpfanne.
15_Läuterende.jpg
14_Treber.jpg

Alles bis zum Limit ausreizen, hier Pfannevoll im buchstäblichen Sinne, 47 Liter Würze im 50 Liter Topf, ob das gutgeht? Neee :( Bei Kochbeginn dann die erste Hopfengabe und... natürlich... übergekocht. Danach gings dann aber ohne weitere Zwischenfälle ab, die Menge hat sich im Laufe des Kochens ja verringert.
16_Hopfengaben.jpg
Würzebruch schön zu erkennen als große Flocken.
17_Würzebruch.jpg
Gärbehälter schonmal vorbereiten ("starsanieren").
18_Gärbehülter starsanieren.jpg
Nach Kochende kühle ich mit dem Eintauchkühler zügig in ca. 4-5 Minuten auf < 80°, geht übrigens sehr viel schneller wenn man den Kühler dabei bewegt. Danach dann Whirlpool andrehen.
19_Kühlen Whirlpool.jpg
Nachdem sich der Whirlpool beruhigt hat, werfe ich einen desinfizierten Tortenring in die Sudpfanne und lasse durch eine Hopsocket in den Gärbehälter ab. Der Tortenring macht eine guten Job und hält den Heißtrub wirksam zurück. In der Hopsocket landet heute dann nicht mehr so viel (war bei IPAs und sehr viel Hopfen aber auch schon anders).
20_Hopfenseihen.jpg
Dann weiterkühlen mit dem Eintauchkühler im Gärbehälter.
Hier kommt der erste Unterschied zwischen meinen bisherigen OG Suden und diesem ersten UG Sud zum Vorschein. Mein Leitungswasser hat heute ~18°C. Ich komme unterhalb von 30°C Würzetemperatur nur noch sehr schleppend voran, knapp über 20°C ist dann Schluss. Ich hab noch keine andere Möglichkeit da, den Sud zügig auf UG Anstelltemperatur zu bringen (muss das nächste Projekt werden!), als bleibt mir nur der Kühlschrank mit entsprechender Zeitverzögerung. Das wird wohl gezwungenermaßen ein 'Übernachtabkühlen' werden müssen. Ich hoffe das geht gut. :puzz
21_Weiterkühlen im Gärbehälter.jpg
23_Kühlschrank.jpg
Hier noch ein paar Messwerte:
- Vor dem Kochen: 47 Liter mit 12,6%
- Nach dem Kochen/vor dem Seihen: 44 Liter mit 13,5%
- Nach dem Hopfenseihen: 41 Liter im Gärbehälter
- Verdünnt auf 46,5 Liter mit 12°P
- Verdampfungsrate:~6,5% (ich hab nach dem Überkochen die Leistung etwas runtergenommen und nur ganz leicht wallend gekocht.)
- Sudhausausbeute: 71% :Pulpfiction
22_Stammwürze.jpg
So, dann heißt es jetzt abwarten bis der Sud auf Anstelltemperatur abgekühlt ist. Mein Plan ist, mit 4Pckg. (46g) Saflager W34/70 bei 8° anzustellen und dann auf 9-10°C kommen zu lassen. 4-5 Tage nach dem Ankommen dann schrittweise erhöhen. Schaumermal... ich berichte.
Boah, ist das lang geworden. Danke an alle die bis hierher durchgehalten haben. :Greets
Zuletzt geändert von Sebasstian am Montag 15. Juli 2019, 11:49, insgesamt 2-mal geändert.
Grüße,
Sebastian

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#2

Beitrag von Braufex » Sonntag 14. Juli 2019, 19:21

Servus Sebastian,
danke für die interessante Doku.
Hab an meinem letzten Brautag (Sud 13!) meinen Einkocher auch zum erstenmal richtig "ausgereizt" :Ahh
Putzen ist ja eh das eigentliche Hobby :Wink
Hast Du den übergekochten Hopfen nachdosiert? Ein paar Gramm wurden bei mir noch "nachgelegt".

Ich seh auf dem Inkbird 8°C Solltemperatur; warum stellst Du ihn nicht weiter runter, dann gehts Abkühlen etwas schneller.
Gerade bei den letzten paar Grad. Musst natürlich zum Schluss ein bisserl aufpassen, dass die Würze nicht zu weit runterkühlt.
Hab mir für 17€ eine Aquariumpumpe zugelegt (Tipp von Kai (Sura) und irrwisch) und werd das nächste mal beim Untergärigen mit einem Eimer mit 1°C kaltem Wasser (und evtl. einem Eisblock) im Kühlkreislauf nachhelfen.

Ich wünsch Dir viel Erfolg und eine fleißige W34/70 :thumbsup
Gruß Erwin

Edit: Link korrigiert

Sebasstian
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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#3

Beitrag von Sebasstian » Sonntag 14. Juli 2019, 20:56

Hi Braufex,
kleine Pumpe und ein geschlossener Kühlkreislauf mit Eiswasser, genau sowas hab ich auch vor für den nächsten UG Sud.

Bzgl. Inkbird: Es geht nicht schneller wenn ich unter 8° stelle. Solange der Istwert über dem Sollwert (egal welcher Sollwert) liegt, kühlt der Kühlschrank mit allem was er kann. Der steht auf maximaler Leistung und der Inkbird schaltet ihn doch sozusagen nur ein.
Grüße,
Sebastian

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#4

Beitrag von Braufex » Sonntag 14. Juli 2019, 21:29

Hast natürlich recht!
Hab übersehen, dass Du nicht die Kühlschrank-Temperatur regelst, sondern der Fühler direkt im Gärfass steckt :Ahh
Gruß Erwin

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#5

Beitrag von Sebasstian » Montag 15. Juli 2019, 11:59

So, heute früh war die Temperatur der Würze (gemessen direkt im Gärbehälter) bei knapp über 10°C. Ich bin nicht ganz sicher ob der Kühlschrank nicht mehr schafft, oder ob ich einfach noch nicht lange genug gewartet hab. Egal, das wäre ja auch eine akzeptable Gärtemperatur und wenn es noch 1-2° sinkt im Laufe des Tages...auch fein. Ich will das Risiko einer Fremdinfektion aber nicht weiter ausreizen. Also rein mit der Hefe.
Die Würze machte einen unauffälligen Eindruck. Anscheinend hat sich über nacht also kein anderer Organismus breit gemacht.
20190715_110058-648x1152.jpg
20190715_100548-648x1152.jpg
20190715_110207-648x1152.jpg
Grüße,
Sebastian

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#6

Beitrag von bobeye » Montag 15. Juli 2019, 16:42

Gratulation zu deinem ersten untergärigen Sud. Die Doku ist 1A, genauso wie deine Vorbereitung und Methodik.
Hoffentlich läuft bei der Gärung alles glatt.

Ich habe nur zwei Fragen, eine an dich:
Hast du einen bestimmten Gärverlauf vor, oder bleibst du durchwegs bei der gleichen Temperatur?

Und eine eher allgemeine:
Ich habe bei meinen mehrstufigen Maischverfahren in letzter Zeit meine Eiweißrast immer bei 57°C gehalten, bzw. eigentlich die Temperatur zum Einmaischen verwendet und dann nach ein paar Minuten auf die Maltoserast hochgeheizt.
Gibt es einen Grund doch bei 52°C zu rasten?

LG,
Bob

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#7

Beitrag von Braufex » Montag 15. Juli 2019, 17:37

Servus Bob,
vieleicht hilft Dir das:
bobeye hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 16:42
Hast du einen bestimmten Gärverlauf vor, oder bleibst du durchwegs bei der gleichen Temperatur?
Sebasstian hat geschrieben:
Sonntag 14. Juli 2019, 17:42
Mein Plan ist, mit 4Pckg. (46g) Saflager W34/70 bei 8° anzustellen und dann auf 9-10°C kommen zu lassen. 4-5 Tage nach dem Ankommen dann schrittweise erhöhen. Schaumermal... ich berichte.
Gruß Erwin :Wink

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#8

Beitrag von bobeye » Montag 15. Juli 2019, 17:54

Danke, das hatte ich gestern Abend doch glatt überlesen..

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#9

Beitrag von Bierbert » Dienstag 16. Juli 2019, 08:20

Schöne Doku - danke

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#10

Beitrag von danieldee » Dienstag 16. Juli 2019, 14:54

Sehr schöne Braudoku.

(Kleine Anmerkung...Profis berichten dass man die Maltoserast sogar noch länger fahren sollte bei nem Pilsner und ein wenig dunkles Caramalz hilft für die goldgelbe Farbe)

Weiter so!!!
"Bier ist der überzeugende Beweis dafür,
dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will"
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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#11

Beitrag von Franco » Dienstag 16. Juli 2019, 15:47

Super! Ich drücke die Daumen für das weitere

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#12

Beitrag von Sebasstian » Donnerstag 25. Juli 2019, 11:05

bobeye hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 16:42
Gratulation zu deinem ersten untergärigen Sud. Die Doku ist 1A, genauso wie deine Vorbereitung und Methodik.
Hoffentlich läuft bei der Gärung alles glatt.

Ich habe nur zwei Fragen, eine an dich:
Hast du einen bestimmten Gärverlauf vor, oder bleibst du durchwegs bei der gleichen Temperatur?

Und eine eher allgemeine:
Ich habe bei meinen mehrstufigen Maischverfahren in letzter Zeit meine Eiweißrast immer bei 57°C gehalten, bzw. eigentlich die Temperatur zum Einmaischen verwendet und dann nach ein paar Minuten auf die Maltoserast hochgeheizt.
Gibt es einen Grund doch bei 52°C zu rasten?

LG,
Bob

Hi Bob,
bin bisher gar nicht auf deine Fragen eingegangen, sorry. Zum geplanten Gärverlauf hatte ich ja oben schon was geschrieben. Tatsächlicher Gärverlauf sieht mittlerweile so aus: Nach dem Anstellen bei 10°C hab ich dann doch noch weitergekühlt und bin auch in wenigen Stunden noch bis 8°C runtergekommen. Heizung hab ich komplett abgestöpselt und den Inkbird dann auf 10°C eingestellt, d.h. ich hab von den 8°C am Anstelltag dann wieder auf 10°C kommen lassen, was ca. einen Tage gedauert hat. Dann bin ich in den Urlaub gefahren :Bigsmile .
Zurück aus dem Urlaub am Sonntag, also 8. Tag der Gärung, hatte ich dann 6% Restextrakt und hab von 10°C auf 12°C erhöht.
Heute zweite Messung, ich hab aktuell 4% und hab jetzt von 12°C auf 14°C Soll erhöht (ohne Heizen, langsam kommen lassen auf 14°C).
Übrigens: Während ich hier schreibe kocht der nächste Sud, bei dem ich das gleiche nochmal mache. Einziger Unterschied bisher: ich hab 300g CaraMalz dazugegeben. @Danieldee: Danke für den Tip!

Achso, bzgl. Einweißrast und 52°C vs 57°C, da kann ich dir keine handfesten Argumente geben. Ich mach das halt einfach so! :Wink
Grüße,
Sebastian

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#13

Beitrag von bane22222 » Donnerstag 7. Mai 2020, 13:22

Hi Sebasstian,

vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht! Sehr informativ! Ich hätte mal ein paar Fragen. Ich habe nach nunmehr 15 Suden (obergärig) auch die Absicht das 1. Mal ein untergäriges Bier zu brauen. Hab mir für die Gärung dazu Kühltruhe und Inkbird besorgt. Als Hefe soll ebenfalls die W34/70 (Trockenhefe) zum Einsatz kommen.

1.) Wie ich gelesen habe, hast du idealerweise die Hefe rehydriert. Wie bist du anschließend bis zur Zugabe in die Würze vorgegangen? Hast du die rehydrierte Hefe ebenfalls bis auf 10° abkühlen lassen oder hast du sie nach der Rehydrierung (bei 20-23°C ?) direkt in die 10° Würze hineingegeben?

2.) Thema Nachgärung: Hast du in Flaschen oder KEG abgefüllt? Bei welcher/n Temperatur(en) hast du nachvergären lassen?

3.) Wie zufrieden bist du schlussendlich mit dem Ergebnis gewesen, sprich hat dir das Bier gemundet? :Smile

4.) Du hast 4 Päckchen (46g) Trockenhefe für 41l Würze eingesetzt. Würdest du im Nachhinein sagen, dass das ausreichend bzw. zu viel war? Ich plane für mein anstehenden Sud (27l), nach dem was ich so gelesen habe, 3 Päckchen ein, daher nochmal die Nachfrage.

Danke schon mal.

MFG..Marco

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#14

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Donnerstag 7. Mai 2020, 13:35

Zu 1.: Unbedingt Hefe nach rehydrieren auf Würzetemp. runterkühlen.
Zu 4: 3 Päckchen sind ok

Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#15

Beitrag von integrator » Donnerstag 7. Mai 2020, 14:01

schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Donnerstag 7. Mai 2020, 13:35
Zu 4: 3 Päckchen sind ok
Grüßle Dieter
Sehe ich etwas anders ... ich nehme 4 Päckchen bei 27 Liter UG-Würze und einer (An)Gärtemperatur von 9-10°C.
Ich :Drink du ... läuft.

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#16

Beitrag von Sebasstian » Donnerstag 7. Mai 2020, 19:54

bane22222 hat geschrieben:
Donnerstag 7. Mai 2020, 13:22
Hi Sebasstian,

vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht! Sehr informativ! Ich hätte mal ein paar Fragen. Ich habe nach nunmehr 15 Suden (obergärig) auch die Absicht das 1. Mal ein untergäriges Bier zu brauen. Hab mir für die Gärung dazu Kühltruhe und Inkbird besorgt. Als Hefe soll ebenfalls die W34/70 (Trockenhefe) zum Einsatz kommen.

1.) Wie ich gelesen habe, hast du idealerweise die Hefe rehydriert. Wie bist du anschließend bis zur Zugabe in die Würze vorgegangen? Hast du die rehydrierte Hefe ebenfalls bis auf 10° abkühlen lassen oder hast du sie nach der Rehydrierung (bei 20-23°C ?) direkt in die 10° Würze hineingegeben?

2.) Thema Nachgärung: Hast du in Flaschen oder KEG abgefüllt? Bei welcher/n Temperatur(en) hast du nachvergären lassen?

3.) Wie zufrieden bist du schlussendlich mit dem Ergebnis gewesen, sprich hat dir das Bier gemundet? :Smile

4.) Du hast 4 Päckchen (46g) Trockenhefe für 41l Würze eingesetzt. Würdest du im Nachhinein sagen, dass das ausreichend bzw. zu viel war? Ich plane für mein anstehenden Sud (27l), nach dem was ich so gelesen habe, 3 Päckchen ein, daher nochmal die Nachfrage.

Danke schon mal.

MFG..Marco
Hallo Marco,
Ich möchte nicht behaupten, dass meine Vorgehensweisen jeweils der Weisheit letzter Schluss sind, aber hier ist wie ich es halt gemacht hab:

zu Frage 1. : Ich hab rehydriert mit ca. 20°C warmem Wasser. Dann über ein paar Minuten hinweg immer vorsichtig löffelweise die Hefe mit kalter Würze verdünnt bis ich mit dem Gemisch auf einer Temp. von vielleicht 12°C war. Dann damit angestellt.

zu Frage 2: Ich fülle in NC Kegs ab und ich bin bekennender Zwangskarbonisierer. :Bigsmile Also kalt ins Keg nachdem komplett ausgegoren, dann kalt bei 2°C stehen lassen und CO2 aus der Flasche. Sehr viel später dann einen Teilmit BeerGun in Flaschen abgefüllt. Großteil zur Geburtstagsfeier vom Fass getrunken.

zu Frage 3.: Es ist immernoch sehr lecker. Ich hab noch ein paar Fläschchen von denen ich ca. 1x im Monat eins trinke. Und eigentlich wird es immer besser. Brautag ist ja schon fast ein Jahr her. Ich bin also auch bekennender "lange reifen Lasser". Das Bier ist super getroffen bzgl. Bittere. Genau mein Geschmack von den IBUs her. Ich schmecke ein paar leichte Nuancen die mir nicht gefallen. Ich vermute Gärnebenprodukte, eventuell von nicht ganz entspannter Hefe. Damit...

zu Frage 4: schwer zu sagen was wäre gewesen wenn. Es hat geklappt, aber siehe 3. Außerdem ging es nicht grade fix mit der Gärung. Könnte sich um Underpitching gehandelt haben oder meine Temperierung der Hefe vorm Anstellen war nicht ideal? Ich denke, weniger Hefe sollte es nicht sein. Ob es mehr sein sollte? Weiß nicht.

Aber im Ganzen: Ich bin sehr zufrieden, trinke das Bier immernoch sehr gerne und hab von vielen Seiten Lob dafür bekommen. Kann also so falsch nicht gewesen sein alles. Weil du mich erinnert hast, hab ich mir gleich mal eins als Feierabend Bier aus dem Keller geholt. Und so sieht er aus, der "Dompfaff".
Pils Premiere.jpg
Prost!
Anfangs war es ziemlich trüb, daher der Untertitel auf dem Etikett. Durch die lange kalte Lagerung ist es aber sehr klar geworden.
Grüße,
Sebastian

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#17

Beitrag von bane22222 » Donnerstag 7. Mai 2020, 20:41

Hi Sebasstian,

vielen Dank für die ausführlichen Antworten :thumbsup
Du hast mir sehr geholfen.
Weil du mich erinnert hast, hab ich mir gleich mal eins als Feierabend Bier aus dem Keller geholt. Und so sieht er aus, der "Dompfaff".
Sieht super aus. Krass wie klar so ein Selbstgebrautes werden kann :Bigsmile
Schön, dass meine Nachfragen ein lecleres Bier zur Folge hatten :Drink Hab mir auch eins gekönnt (Kretzschmann-Bräu) :Smile

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#18

Beitrag von JackFrost » Donnerstag 7. Mai 2020, 22:19

Hi,

schöne Doku
Sebasstian hat geschrieben:
Sonntag 14. Juli 2019, 17:42
Während der Rasten hab ich mir die Zeit vertrieben mit einem Test meiner neuen Funksteckdosen, mit denen ich mich an das Thema Automatisierung und CraftbeerPi rantasten will. Leider ein Reinfall... die Funksteckdose hat nach ca. 20 Minuten Hendi auf 3500W den Geist aufgegeben, obwohl sie für diese Leitung spezifiziert ist. Mist.
Nächster Zeitvertrieb: Thermometer-Vergleich. Das billige Einstechthermometer zeigt ein Grad mehr an als die beiden anderen.
Die Relais sind meist für 3,6 kVA an Gebrauchskategorie AC1 ausgelegt.
Und dann ist nicht klar füe wieviele Schaltspiele das bei 3,6 kVA ausgelegt ist.

So eine Induktionsplatte ist aber keine lineare Last wie ein Heizstab.
Vereinfacht gesagt ist eine Induktionsplatte wie folgt aufgebaut :

Powerform correction( PFC) -> Gleichrichter -> Zwischenkreis -> Wechselrichter -> Spule mit HF-Litze

Der wichtige Teil für die Relais ist der Zwischenkreis. Der Wechselrichter für das Magnetfeld mit bis zu 40 kHz wird aus einem Kondensator
gespeist, der bei jedem einschalten geladen wird. So ein Kondesator zieht kurzzeitig mehr als die 16 A. Über die Dauer verschweist das die Kontakte.
Dein B16 Automat löst mit dem magnetischen Auslöser erst bei 48 - 80 A aus. Daher können da Ströme < 48A fließen.

Meine IDS2 zieht in der kleinsten Stufe pulisierend 3,6 kW, mehr kann das Messgerät leider nicht anzeigen. Leider kann man hier nicht richtig messen um den Ladestrom des Kondensators mal zu zeigen.

Steuer mit deiner Steckdose einen Schütz für 25A mit einer 230V Spule, damit kannst du dann alles an Automatisierung nutzen und der Schütz verkraftet den Stromstoss besser,

Zum Vergleicht, ein Finder 40.61 Relais kann an der Gebrauchskategorie AC1 4 kVA schalten, aber an AC3 ( Motorlast) nur 0,55 kW. Das ist wegen dem Anlaufstrom vom Kondensator

Gruß JackFrost
Meine Hardware:
eManometer
IDS2 ohne CBPi
Magnetrührer
Ss-Brewtech 10 Gal Topf
IDS2 Induktionsplatte

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Re: Sud Nr. 30 - Meine Pils-Premiere-Doku

#19

Beitrag von Sebasstian » Freitag 8. Mai 2020, 08:37

Ah, cool. Danke für die Hintergründe JackFrost, das hilft die Sache etwas besser zu verstehen. Mittlerweile hab ich mich von der Funksteckdose aber eh komplett verabschiedet und mit dem Bau einer CBPi basierten Steuerung mit ausreichend dinensionierten SSRs begonnen. Ruht aber zur Zeit, weil ich gleich ne ganze "Brauerei" baue. :Bigsmile Wenn ich da dann einziehe, dann aber mit Steuerung. Nur beschäftige ich mich aktuell halt eher mit Arbeiten wie Fliesen legen und Wasser/Abwasser-Anschluss. Aber die dicken Strom-Kabel liegen schon da und sind mit Namen wie "Zuleitung 3Phasen Brausteuerung 1" beschriftet. :Pulpfiction
Grüße,
Sebastian

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