Most/Cider Anfänger

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melloman
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Most/Cider Anfänger

#1

Beitrag von melloman » Dienstag 5. November 2019, 16:41

Hallo Zusammen

Bin neu hier im Forum und weiss auch nicht ob ich am richtigen Ort poste...

Jedenfalls habe ich vor genau 7 Tagen 20l frischen Apfelsaft von der Mosterei geholt und mit Mangrove Jack's M02 Cider Hefe angesetzt. Die ersten paar Tage den Glasballon geschwenkt und nun einfach stehen lassen. Die Farbe hat sich mittlerweile von einem trüben Braun in ein helles trübes Orange gewandelt. Am Gärspund steigen noch immer Blasen auf und am Boden ist eine dicke Schicht Material die sich abgelagert hat.

Meine Frage nun, wie weiter?
Ich lese dazu allerhand Sachen, von Abziehen und weiter gären lassen bis in Flaschen mit vorgelegtem Zucker abfüllen...

Aktuell würde ich irgendwie dazu tendieren das ganze in einen zweiten Ballon abzuziehen, aufzufüllen und nochmal einige Zeit stehen zu lassen.

Was meint ihr? Wenn ja, wie lange dann noch stehen lassen, bevor in die Falschen abgefüllt wird? Und wie lange in den Flaschen nochmals lagern?

Vielen Dank und Gruss
Daniel

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Re: Most/Cider Anfänger

#2

Beitrag von simpel » Dienstag 5. November 2019, 17:28

Hi Melloman

Ich lasse das ganze ca. 2 Wochen gären, bis sich nichts mehr tut (wie beim Bier, bis sich mit der Spindel/Refrakto nichts mehr tut) und fülle dann mit Haushaltszucker + Xylit (Birkenzucker) in Flaschen ab. Birkenzuckeranteil per Versuch festlegen.

Kalt liegen lassen (4 Wo +), führt zu Absetzen der Schwebestoffe und einem Abrunden des Geschmacks (bilde ich mir ein).
:Drink :puzz

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Re: Most/Cider Anfänger

#3

Beitrag von Pivnice » Dienstag 5. November 2019, 17:53

besser hier: https://forum.fruchtweinkeller.de/

Anleitung
https://fruchtweinkeller.de/apfelmost/herstellung.htm

und besorge Dir schon mal Kaliumdisulfit
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Re: Most/Cider Anfänger

#4

Beitrag von irrwisch » Mittwoch 6. November 2019, 14:00

Kurzversion:
Nach der Gärung von der Hefe abziehen und dabei Schwefeln.
Dann solange stehen lassen bis der Apfelwein klar ist und dann ohne Bodensatz abfüllen.
Das Lagergefäß am besten spundvoll halten oder besser noch in einem Keg lagern (so mache ich es).

Die fortgeschrittene Version wäre jetzt noch aus dem Lagergefäß zu filtrieren per Schichtenfilter. Das steht bei mir demnächst an mit meinen 3 Kegs voll frischem Apfelwein aus diesjähriger Saison.

Ansonsten, wie Pivnice schon schreibt, ist der Fruchtweinkeller die bessere Anlaufstelle für solche Angelegenheit.

Nachgärung per Zucker finde ich steht einem Apfelwein gar nicht gut zu Gesicht. Besser im Keg zwangskarbonisieren.

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Re: Most/Cider Anfänger

#5

Beitrag von simpel » Mittwoch 6. November 2019, 14:29

Hi
@irrwisch: Wieso steht Nachgärung in Flasche dem Cider "nicht gut zu Gesicht"?
Hast Du das mal verglichen? Ich hatte bislang immer in der Flasche nachgegärt und war happy damit.

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Re: Most/Cider Anfänger

#6

Beitrag von irrwisch » Mittwoch 6. November 2019, 14:39

Ich hab mal ein paar Flaschen in der Flasche nachvergoren weil die nicht mehr ins Keg gepasst haben.
Beim ausgießen lies es sich nicht vermeiden Bodensatz mitzubekommen und der Bodensatz bei Apfelwein schmeckt einfach scheußlich.
Mir schmeckts einfach nicht, kann ja aber auch sein, dass das subjektiv ist.
Ich mag meinen Apfelwein/Cider glasklar, da passt das für mich einfach nicht mit Nachgärung zusammen.

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Re: Most/Cider Anfänger

#7

Beitrag von simpel » Mittwoch 6. November 2019, 14:41

Ok, thx. Vom Bodensatz halte ich mich auch fern. happy brewing!

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Re: Most/Cider Anfänger

#8

Beitrag von Astir » Mittwoch 6. November 2019, 15:21

Hi, wir machen das bei uns immer so das wir den Apfelmost im kalten Keller ohne Zusatz von Hefe spontan vergären und auf der Hefe lassen. Bei den Speidel Most Fässern ist der Hahn hoch genug angebracht, die Hefe liegt immer fest am Boden und der Apfelwein wird eigentlich immer glasklar mit der Zeit. Vom Gär- und Lagerfass wird dann gezapft, meistens in einen Steinkrug (Bembel) das Fass sollte halt nur nicht bewegt werden und ein “Airlock” haben. Manche machen Schwefelhaltige Säure ins das Airlock, oder ich hab auch schon Alkohol genommen. Wasser ist nicht so ideal da es doch irgendwann umkippt. So wie wir es machen ist es vielleicht nicht wie es im Lehrbuch steht, kann aber auch funktionieren . Ich hab mir mal bei einer Apfelweinkneipe hier in Unterfranken die Lagertanks im Gewölbekeller zeigen lassen, und der Wirt meinte das der Apfelwein teilweise 2-3 Jahre auf der Hefe liegt.
Es ist ein Weg zum Ziel zu kommen aber wahrscheinlich ist der mit Reinzuchthefe, Umschlauchen etc der vielleicht besser. Mit Erfahrung geht es aber auch anders.
Zuletzt geändert von Astir am Mittwoch 6. November 2019, 15:45, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Most/Cider Anfänger

#9

Beitrag von irrwisch » Mittwoch 6. November 2019, 15:26

Hier in Hessen machen das halt auch viele mit der wilden Vergärung, aber teilweise schmeckt das Zeug halt auch scheußlich. Muss man einfach mal sagen.
Das schlimme ist, die Leute sehen das teilweise auch gar nicht ein, dass ihr Gesöff nicht schmeckt, weil "wir machen das doch schon immer so" und die Leute kennen es halt auch nichts anderes ;-)
Kahmhefe in den Weinballons ist da noch das mindeste.. gehört sich doch so.. Und immer schön oben raus kotzen lassen... :Grübel

Ich benutze für meinen Apfelwein Reinzuchthefe. Das zeug gärt sauber und flott durch, ohne Nebengeräusche und kommt dann zur Lagerung und Weiterverarbeitung in Kegs. Für mich die sauberste und beste Lösung. Und kein unnötiges Risiko das Zeug zu versemmeln.

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Re: Most/Cider Anfänger

#10

Beitrag von afri » Mittwoch 6. November 2019, 21:52

Passt nur teils hierher: ich habe bislang zweimal snake bite gemacht, also hälftig Jungbier und Apfelsaft vergären lassen. Dabei habe ich immer etwas Stevia gegeben, weil es sonst zu trocken würde, so meine Vermutung. Säuft man Cider so sauer und herb, wie er ohne künstliche Süße wäre? Ich habe bislang einmal Äppelwoi probiert und er schmeckte mir nicht so recht.
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Re: Most/Cider Anfänger

#11

Beitrag von irrwisch » Mittwoch 6. November 2019, 22:04

Wenn der Apfelwein zu sauer ist hat man in erster Linie das falsche Obst genommen zum keltern.
Wenn man nur die Schrottäpfel nimmt kommt auch nur Schrott bei raus.

Die echten Hobbywinzerprofis können die Säure gezielt Ausfällen (Doppelsalzfällung)
Ich beschränk mich darauf nen schönen Mix an Äpfeln zu haben mit einer guten Süße und nicht zuviel Säure.

Aber ja vom Prinzip her ist Apfelwein natürlich schon auf der sauren Seite, aber so muss es auch sein.

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Re: Most/Cider Anfänger

#12

Beitrag von melloman » Donnerstag 7. November 2019, 09:14

Danke für die Rückmeldungen :thumbsup

Zu Hause hätte ich Fässchen zum selber befüllen, wie auf dem angehängten Bild. Jedoch sind das normale Fässchen für Zapfanlagen, ohne Spund. Taugt sowas zum karbonisieren und lagern?

Wenn ja, nach dem befüllen direkt co2 rein? Oder einfach füllen und bei Gebrauch direkt durch die Zapfanlage?

Danke und Gruss
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Re: Most/Cider Anfänger

#13

Beitrag von irrwisch » Donnerstag 7. November 2019, 10:06

Ja klar taugen so Fässer zum befüllen.

Wenn du Cider haben willst (also mit Kohlensäure) musst du aber genauso zwangskarbonisieren wie beim Bier auch.
Ansonsten kannst direkt zapfen, dann ists halt eher Äbblwoi ohne Kohlensäure.

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Re: Most/Cider Anfänger

#14

Beitrag von melloman » Donnerstag 7. November 2019, 13:40

Komm ich dann vom Keg irgendwie in Flaschen, ohne Kohlensäure zu verlieren?

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Re: Most/Cider Anfänger

#15

Beitrag von irrwisch » Donnerstag 7. November 2019, 13:45

Jo mit einem GDA (Gegendruckabfüller) oder einer Beergun.
Ist wie gesagt genau dasselbe wie beim Bier. Zum Thema GDA gibts hier im Forum genug zu lesen, inklusive einem ellenlangen Eigenbau Thread.

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Re: Most/Cider Anfänger

#16

Beitrag von melloman » Samstag 9. November 2019, 18:12

Ich hab mich nun doch entschieden in Flaschen mit Zucker nachzugären. Die Hauptgärung ist abgeschlossen. Wie nun weiter? Das ganze ist noch nicht ganz klar, aber schon sehr viel näher dran als am Anfang. Vor der Flasche schwefeln? Kann man das mit schwefeliger Säure (H2SO3)? Oder einfach direkt abziehen und in Flaschen füllen?

Vielen Dank und Gruss

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Re: Most/Cider Anfänger

#17

Beitrag von irrwisch » Samstag 9. November 2019, 18:21

Abgezogen wird erst wenn der Wein ganz klar ist.
Einen trüber Wein sollte nicht in die Flasche
Geschwefelt wird mit Kaliumpyrosulfit
1g auf 10l
Das legt man im Weinballon vor und schlaucht dann von dem anderen Ballon um.
Dann stehen lassen bis es klar ist. Am besten spundvoll.
Mit Cold Crash wird es schneller klar.
Ohne Cold Crash und/oder Filtrieren kann das ein paar Monate dauern.
Ungeduld ist beim Wein machen genauso fehl am Platz wie beim Bier machen.

Hast du dich im Fruchtweinkeller eingelesen?
Da werden eigentlich alle Fragen beantwortet.

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Re: Most/Cider Anfänger

#18

Beitrag von melloman » Sonntag 10. November 2019, 09:31

Gelatine auch eine Option oder eher nicht?

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Re: Most/Cider Anfänger

#19

Beitrag von irrwisch » Sonntag 10. November 2019, 09:46

Jo am besten erst Kieselsol und dann Gelantine.

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Re: Most/Cider Anfänger

#20

Beitrag von Pivnice » Sonntag 10. November 2019, 11:33

Im Übrigen meine ich, daß das Selbststudium von https://fruchtweinkeller.de/Wine/abstich.html auch 'ne Option sein könnte um schlauer zu werden
Hubert
Bier: Einfach zu brauen, schwierig zu verstehen

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Re: Most/Cider Anfänger

#21

Beitrag von melloman » Donnerstag 14. November 2019, 19:05

Hallo Liebe Freunde

Hab soeben den Cider von der Hefe abgezogen und mit 1g/10l Kaliumpyrosulfit geschwefelt. Hab zudem mal einen Schluck abgezogen und probiert. Schmeckt wie trockener Cider ohne Blubber. Habs dann auch mal durch's Vinometer gelassen und bei 3 Tests 12, 10 und 11 Prozent gemessen. Ist das realistisch? Erscheint mir relativ viel für einen Cider...also nicht dass ich was dagegen hätte :D

Danke und Gruss

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Re: Most/Cider Anfänger

#22

Beitrag von irrwisch » Donnerstag 14. November 2019, 19:20

Hast du den gezuckert vor der Gärung?
Unser selbst gekelterter Apfelsaft hat typischerweise so 12 Plato.
Also sehr unwahrscheinlich dass du da jenseits der 10% Alkohol landest
Eher so bei 6-7

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Re: Most/Cider Anfänger

#23

Beitrag von melloman » Donnerstag 14. November 2019, 19:28

Nein, hab ich nicht. Direkt von der lokalen Mosterei bezogen. Hab extra 2 verschiedene Vinometer benutzt und beide sagen das gleiche...
Sollte demnächst mal mein Aräometer bekommen und mit dem nochmal messen...

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Re: Most/Cider Anfänger

#24

Beitrag von irrwisch » Donnerstag 14. November 2019, 20:24

Bei einem Alkoholgehalt von 11% müssten deine Äpfel ein Mostgewicht von ca 80°Oe gehabt haben.
Das halte ich für ziemlich ausgeschlossen.
Äpfel liegen meist so ungefähr so bei 50-55° Oe und damit landest du so bei 6-7% Alkohol im fertigen Wein.

Ich denke eher, dass dein Messergebnis verfälscht ist, z.B. durch Trübstoffe in deinem Wein.
So ein Vinometer ist halt auch nur ein Schätzeisen. Den Alkoholgehalt direkt kann man nicht messen, da müsste man Destillieren.

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