Weizen-IPA

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Leibi
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Weizen-IPA

#1

Beitrag von Leibi » Montag 13. Januar 2020, 12:45

Hallo zusammen,


auf dem Plan für das Wochenende ist ein Weizen-IPA.
Ziel sind so 18 % Stammwürze und 7 bis 7,5 % Alk.
Meine beiden Fragen aktuell noch sind:
- welche Hefe?
- wie viel Hopfen? (Ziel-IBU sind 40; ich frage mich aber vor allem, wie viel Hopfen so ein Weizen-IPA im Whirlpool, unter 80 °C bzw. v.a. im Stopfen verträgt...)

Danke für euren Input!

Gruß
Leibi

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DerDallmann
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Re: Weizen-IPA

#2

Beitrag von DerDallmann » Montag 13. Januar 2020, 13:19

Für 18°P würde ich mindestens 60 IBUs anvisieren.
Ein Weizen-IPA verträgt genausoviel Hopfen, wie ein normales IPA. Je nach dem, was du vorhast.
Als Hefe würde ich eine gängige Weizen-Hefe nehmen, die 3068 zB. Schneider eher nicht, die kann mit so hohem Stammwürzen nicht so gut umgehen.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Weizen-IPA

#3

Beitrag von DevilsHole82 » Montag 13. Januar 2020, 13:59

Vielleicht ist mein WIPA was für Dich:
https://www.maischemalzundmehr.de/index ... Weizenbock

Mit den meisten Weizenhefen kommst Du aber mit 18°P deutlich höher als 7,5%-vol. Alk.
Gruß, Daniel

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Re: Weizen-IPA

#4

Beitrag von JokerPs » Montag 13. Januar 2020, 14:04

ich habe sowasim Oktober gemacht (siehe Anhang) mit dem Ziel, die Eigenarten beider Stile zusammen zu bringen, daher die WB Hefe. Gärung bei 23 Grad um Bananenaromen zu bekommen - aber die tereten ganz klar hinter den Mosaic zurück.

Es würde aber genausogut auch als gestopfter Weizenbock durchgehen.

Gruss
Mike
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Leibi
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Re: Weizen-IPA

#5

Beitrag von Leibi » Montag 13. Januar 2020, 20:35

Hi,

vielen Dank für die Antworten. Hab beim Weizen eigentlich immer die M20 von Mangrove Jack's genommen und komme mit der stabil auf einen EVG von 70 %. Macht bei 18 °P und 70 % EVG ziemlich genau 7 % Alk. vol.
Wollte auch bei klassischen Weizenhefen bleiben, da ich ebenfalls beide Stile vereinen will.
Hat jemand von euch Erfahrung mit der Wheat'n Fruity, der Ludwig oder der Maitre Brasseur von der Malzwerkstatt, evtl. auch bei einem stark hopfigen Weizen?
Bzw. andersrum formuliert: wenn ich bei so einem Weizen massiv mit Hopfen arbeite, brauch ich dann noch eine fruchtige Weizenhefe? Eigentlich brauch ich doch da eine, die richtig massiv klassische Weizenbieraromen (Banane, Nelke, ...) macht, dass die gegen den Hopfen nicht untergehen, oder?

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Re: Weizen-IPA

#6

Beitrag von JokerPs » Dienstag 14. Januar 2020, 08:25

Das kommt ja auf den Geschmack an. Bei der Schneider Hopfenweisse schmeckst Du auch nicht mehr viel Hefearomen :) Bei meinem bleibt von der Weizenhefe nicht sehr viel - da dominiert der Mosaic ganz klar. Das könnte man schon mal mit der M20 versuchen.

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Re: Weizen-IPA

#7

Beitrag von DevilsHole82 » Dienstag 14. Januar 2020, 12:12

Leibi hat geschrieben:
Montag 13. Januar 2020, 20:35
Hab beim Weizen eigentlich immer die M20 von Mangrove Jack's genommen und komme mit der stabil auf einen EVG von 70 %. Macht bei 18 °P und 70 % EVG ziemlich genau 7 % Alk. vol.
Die Hefe habe ich noch nicht verwendet. 70% sEVG wären bei 18°P Stammwürze ein Restextrakt von ~5,4%. Das wäre mir viel zu viel Restsüße für ein WIPA.
Wenn Du das so möchtest würde ich sogar auf Bitterwerte von um die 90 IBU gehen. Also eher in Richtung DWIPA (Double Wheat India Pale Ale).
Gruß, Daniel

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Re: Weizen-IPA

#8

Beitrag von daleipi » Dienstag 14. Januar 2020, 16:48

ich hab noch vor Weihnachten etwas ähnliches gemacht.

orientiert hab ich mich am Tab Fünferle https://www.maischemalzundmehr.de/index ... tte=recipe aber ohne hopfenstopfen.
Maischeverfahren hätte dieses sein sollen: https://hobbybrauer.de/modules.php?name ... d&tid=8137. nicht unbedingt für's erste Weißbier tauglich, aber das Abenteuer ruft!

Ein Abenteuer war's, mit nix wie Pannen, weil ich als Maischebottich das erste und letzte Mal einen Suppen-/Getränkewarmhalter von Hendi genommen habe, der nur eine kleine Heizfläche in der Mitte hat. Die hat sich dann verpappt und der Heizer hat ausgeschaltet. irgendwann ist noch etwas angebrannt. ja, trotz viel rühren. also in andere Gefäße umfüllen, aufheizen, weitermachen...
ab den Dekoktionsschritten ging dann beim Maischen alles super. die Temperaturen haben genau hingehauen.
beim Umschlauchen in den Gärbehälter ist dann - nach über 10 Stunden Gepansche und Gebastle (hatte das Henditeil ja extra isoliert) - noch der Schlauch abgeganen. ich hatte dann eine versüßte Hose und zwischen Schuhen und Boden war extreme Haftung.

Schüttung war etwas über 5kg mit 50% Weizen, Rest Wiener (weil ich da soviel davon hab)
VWH mit Perle, ganz am Schluß noch Saphir und unter 80°C noch eine gute Menge weiteren Saphir für 30 Minuten.
mit hochgezogener Gutmann-Hefe bei ca 20°C angestellt und dann bei 18°C vergären lassen. war in 3,5 Tagen durch.

ist trotz allem gut geworden, extrem schaumstabil wenn auch mit unschönen große CO2-Perlen. Antrunk ist leicht bananig und wird dann vom Saphir-Aroma abgelöst. Schöne Hopfenaromen, feine deutlich wahrnehmbare Bittere ohne für ein Weißbier zu bitter zu sein. der Abgang ist geschmacklich kaum vorhanden, was aber wieder Lust auf einen weiteren Schluck macht.

und die Moral von der Geschicht: einfach ausproBIEREN!

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Re: Weizen-IPA

#9

Beitrag von Leibi » Dienstag 21. Januar 2020, 22:50

Hallo zusammen,

Danke nochmal für die vielen Tipps. Bin leider erst am Brautag dazugekommen, das Rezept komplett fertig zu machen. Daher konnte ich nicht alles umsetzen...
Maischen war am Ende jeweils 15 Minuten bei 45 und 48 °C, danach 5 Minuten bei 52, 45 Minuten bei 63 und 30 Minuten bei 72 °C. Danach hoch auf 78 °C und abläutern.
Hab jetzt 17 kg Malz auf 50 Liter Zielmenge genommen (knapp 50 % Weizen) und kam mit der Sudhausausbeite auf 64 %. Macht 17,9 °P Stammwürze und mit der Hopfung bin ich auf 46 IBU gekommen.
Hefe war die Danstar Munich Classic bei ca. 19 °C Temperatur. Vorhin ins Fass zur Nachgärung, war krass bananig ;-)
Hopfen insgesamt 340 g, macht knappe 7 g/l.

Gruß
Leibi

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Re: Weizen-IPA

#10

Beitrag von Boludo » Mittwoch 22. Januar 2020, 07:38

DerDallmann hat geschrieben:
Montag 13. Januar 2020, 13:19
Für 18°P würde ich mindestens 60 IBUs anvisieren.
Ein Weizen-IPA verträgt genausoviel Hopfen, wie ein normales IPA.
Ich wäre da eher vorsichtig. Durch das Weizenmalz fehlt jede Menge Malzkörper. Die 40 IBU einer Hopfenweisse sind schon recht ordentlich. IBU muss man immer im Gesamtzusammenhang sehen, die Zahl alleine sagt nicht besonders viel über die wahrgenommene Bittere aus.

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Re: Weizen-IPA

#11

Beitrag von DerDallmann » Mittwoch 22. Januar 2020, 07:41

Weizen-IPAs braue ich recht häufig. Mein Standard-WIPA hat 14,5°P und 46 IBUs, das ist aus meiner Sicht eher mild.
Die 60 IBUs hätte ich auf 18°P auf jeden Fall angesetzt. Aber das ist Geschmackssache.
Mit freundlichen Grüßen,

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Re: Weizen-IPA

#12

Beitrag von Boludo » Mittwoch 22. Januar 2020, 08:33

Ok, dann hast du da deutlich mehr Erfahrung als ich. Hab erst ein paar Tap 5 Clonversuche hinter mir.
Letztendlich hilft eh nur ausprobieren und entsprechend dem eigenen Geschmack anpassen.

Stefan

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