Das aufwendigste Bier

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docpsycho
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Das aufwendigste Bier

#1

Beitrag von docpsycho » Mittwoch 25. März 2020, 17:10

Gude Jungs und Mädels,

so wie es aussieht habe ich, wie viele andere ohne Kinder sicher auch, in nächster Zeit etwas mehr Freizeit zur Hand. Deswegen kam mir die Idee ein etwas aufwendigeres Bier zu brauen.

Klar ich braue oft mit dekoktion, das ist den meisten schon zu aufwendig, fällt aber für mich nicht unbedingt in diese Kategorie.

Auch Kettle Sour was halt meistens 2 Tage braucht, fällt für mich auch nicht in die Kategorie, da man nicht wirklich mehr machen muss, man verteilt es einfach nur auf 2 Tage.

Auch Brettbiere fallen im Normalfall für mich raus, da der Aufwand lediglich auf die Wartedauer bei der Gärung bzw der Lagerung fällt.

Heiße Steine führen für mich hingegen schon in die richtige Richtung. Auch Keptinis geht ganz deutlich in die Richtung aufwändiges Bier. Tatsächlich steht das schon auf meiner Liste, nachdem ich bei der Mainzer Craft Beer Messe ein super geiles von einem kölner Bierhistoriker (sorry hab den Namen vergessen) getrunken habe.

Jetzt aber meine Frage, kennt ihr noch aufwendigere Biere mit denen ich mir die nächsten Wochen die Zeit vertreiben könnte?

Grüße, Felix
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Re: Das aufwendigste Bier

#2

Beitrag von Bilbobreu » Mittwoch 25. März 2020, 17:55

Moin,
wenn es ganz ungewöhnlich werden soll, wie wäre es mit einem Zauchischen Landbier?
https://books.google.de/books?id=04xJpb ... &q&f=false
Gruß
Stefan

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Re: Das aufwendigste Bier

#3

Beitrag von BrauWastlKoeln » Mittwoch 25. März 2020, 18:05

docpsycho hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 17:10
Tatsächlich steht das schon auf meiner Liste, nachdem ich bei der Mainzer Craft Beer Messe ein super geiles von einem kölner Bierhistoriker (sorry hab den Namen vergessen) getrunken habe.
Hi Felix,

denke das war dann mein Kepinis auf der Messe :Wink

Da ist man schon gute 10 Stunden dran bei 20-25 Liter. Meinen Brautag hatte ich unter den Dokus veröffentlicht:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=10&t=22494

Wollte jetzt wo man so viel Zeit hat wollte ich auch mal paar aufwändigere Sachen mit Dekoktion angehen.

Gruß
Sebastian

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Re: Das aufwendigste Bier

#4

Beitrag von danieldee » Mittwoch 25. März 2020, 21:14

Wie wäre es mit einem grätzer?
"Bier ist der überzeugende Beweis dafür,
dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will"
Benjamin Franklin

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Re: Das aufwendigste Bier

#5

Beitrag von muldengold » Mittwoch 25. März 2020, 21:23

Ein kleines Bier gefolgt ein paar Tage später von einem Monster mit frischer und fiter Hefe aus dem ersten Bier? z.b. Stout -> Russian Imperial Stout

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Re: Das aufwendigste Bier

#6

Beitrag von Bilbobreu » Mittwoch 25. März 2020, 22:48

danieldee hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 21:14
Wie wäre es mit einem grätzer?
...aber Grätzer ist doch nicht aufwändig. Da brauch nicht wesentlich länger für als für andere Stile.

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Re: Das aufwendigste Bier

#7

Beitrag von Micha Ale » Donnerstag 26. März 2020, 01:25

Guude Felix,
weiss genau was du meinst :Bigsmile !
Ich für meinen Teil braue grad auch unfassbar viel,
auch "verhältnismässig" aufwändige Sude wie Gose oder Lambic, was du ja aber schon ausgeklammert hast.
Steinbier soll diesjahr aber auch werden bei mir :thumbup

Aber ich braue vor allem auch Sachen wie Barley Wine, Dubbels, eben Biere die mindestens ein Jahr Lagern können...
zum einen, weil ich sonst gar nicht alles trinken könnte, was ich braue,
zum anderen, weil ich sonst für diese experimentelleren Sachen gar nicht so die Zeit habe.

Grutbiere, Roggenbier, brauen mit Brot, backen/kochen mit Treber, etc stehen auch grad bei mir an.
Ich weiss, du bist eh experimentell unterwegs, und das war quasi schon OT,
aber evtl doch ein Fingerzeig für den einen oder anderen Mitleser...
gut Sud!

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Re: Das aufwendigste Bier

#8

Beitrag von Spasskrapfen1 » Donnerstag 26. März 2020, 05:59

Wie wärs mit Danziger Jopenbier?
Liebe Grüße Robert

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Re: Das aufwendigste Bier

#9

Beitrag von Seed7 » Donnerstag 26. März 2020, 13:15

Lambiek nach der schleimmethode kann einen schone einige zeit beschaeftigen,

Wenn es wirklich viel aufwand sein muss, ein Helles, ohne spelzen, die werden natuerlich von hand aussortiert.....

Ingo
"Wabi-Sabi" braucht das Bier.

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Re: Das aufwendigste Bier

#10

Beitrag von gulp » Donnerstag 26. März 2020, 15:54

Brau halt was historisch belgisches. Mitte des 19. Jahrhunderts haben die die Würze bis zu 20 Stunden gekocht, um dunklere Farben hinzubekommen.
Flemisch Brown käme da in Frage. Mit ordentlicher Säuerung, Faßreifung und Verschnitt hast du da ein paar Jahre zu tun... :Bigsmile

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

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Re: Das aufwendigste Bier

#11

Beitrag von docpsycho » Freitag 27. März 2020, 08:58

Bilbobreu hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 17:55
Moin,
wenn es ganz ungewöhnlich werden soll, wie wäre es mit einem Zauchischen Landbier?
https://books.google.de/books?id=04xJpb ... &q&f=false
Gruß
Stefan
Cool. Das geht ja mit gebackenem Treber durchaus in Richtung Keptinis. Hast du dich an dem Rezept schonmal probiert?
BrauWastlKoeln hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 18:05
Hi Felix,

denke das war dann mein Kepinis auf der Messe :Wink

Da ist man schon gute 10 Stunden dran bei 20-25 Liter. Meinen Brautag hatte ich unter den Dokus veröffentlicht:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=10&t=22494

Wollte jetzt wo man so viel Zeit hat wollte ich auch mal paar aufwändigere Sachen mit Dekoktion angehen.

Gruß
Sebastian
Ah Gude Sebastian. Jupp, deinem Avatar nach warst du das :Bigsmile Danke nochmal für das Bier, es war wirklich großartig und überraschend. Den Bericht hatte ich mir damals einen Tag später direkt zu Gemüte geführt und wie gesagt auf meine Liste gesetzt. Sollte sie stattfinden und solltest du wieder kommen und sollte ich es bis dahin fertig haben (zu viel "sollte", ich weiß) bringe ich dir zur CBM eine Flasche mit.
Bilbobreu hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 22:48
danieldee hat geschrieben:
Mittwoch 25. März 2020, 21:14
Wie wäre es mit einem grätzer?
...aber Grätzer ist doch nicht aufwändig. Da brauch nicht wesentlich länger für als für andere Stile.
Das dachte ich mir auch.
Micha Ale hat geschrieben:
Donnerstag 26. März 2020, 01:25
Guude Felix,
weiss genau was du meinst :Bigsmile !
Ich für meinen Teil braue grad auch unfassbar viel,
auch "verhältnismässig" aufwändige Sude wie Gose oder Lambic, was du ja aber schon ausgeklammert hast.
Steinbier soll diesjahr aber auch werden bei mir :thumbup

Aber ich braue vor allem auch Sachen wie Barley Wine, Dubbels, eben Biere die mindestens ein Jahr Lagern können...
zum einen, weil ich sonst gar nicht alles trinken könnte, was ich braue,
zum anderen, weil ich sonst für diese experimentelleren Sachen gar nicht so die Zeit habe.

Grutbiere, Roggenbier, brauen mit Brot, backen/kochen mit Treber, etc stehen auch grad bei mir an.
Ich weiss, du bist eh experimentell unterwegs, und das war quasi schon OT,
aber evtl doch ein Fingerzeig für den einen oder anderen Mitleser...
gut Sud!
Gude Micha, ja experimentell bin ich schon ab uns an unterwegs, wobei das echt zurück gegangen ist. Aber zum Thema Roggenbier, das wird in der Tat auch mehr bei mir werden. Habe mir jetzt zum ersten Mal auch 25kg Roggen ins Malzlager gestellt. Das Zeug hats mir im letzten Jahr angetan, das Mundgefühl und Aroma ist einfach klasse. Da will ich mehr mit machen.

Ansonsten vielen Dank für eure weiteren Anregungen aber ich möchte nicht unbedingt Biere mit mehr Gärungs- und/oder Lageraufwand brauen. Das mache ich ohnehin und das ist zum einen nichts neues für mich und zum anderen empfinde ich warten und zwischen drin mal eine halbe Stunde etwas machen nicht unbedingt als aufwendig. Ich suche, wie gesagt, eher nach etwas mit mehr Aufwand im Brauprozess. So wie ich die Sache aber sehe, ist das Keptinis in der Tat schon das aufwendigste Bier, was wir hier bezüglich des Brauprozesses ausfindig machen konnten.

Was ich aber hier gelernt habe, ist, dass man "aufwendig" laut Duden am ehesten mit "e" schreibt, mit "ä" ist es allerdings auch möglich. Ich persönlich hätte es eher mit "ä" geschrieben, da es von "Aufwand" kommt. Aber gut es heißt auch "Die Schänke" und "einschenken" :Bigsmile

Cheers, Felix
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Re: Das aufwendigste Bier

#12

Beitrag von HrXXLight » Freitag 27. März 2020, 09:25

Keptinis sind schon cool und brauen ne Weile, aber am längsten hat es bei mir gedauert den Backofen zu reinigen 😂😂😂
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Re: Das aufwendigste Bier

#13

Beitrag von Bierwisch » Freitag 27. März 2020, 11:12

danke für die Anregungen!

Keptinis ist auch bei mir ein Thema, noch dazu wo ich einen Holzbackofen habe. Leider fehlen mir die Backformen - was benutzt ihr dafür?
Wieviele würde man für 20 Liter fertiges Bier brauchen?

Danke & Gruß
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Re: Das aufwendigste Bier

#14

Beitrag von monsti88 » Freitag 27. März 2020, 11:28

Bierwisch hat geschrieben:
Freitag 27. März 2020, 11:12
Leider fehlen mir die Backformen - was benutzt ihr dafür?
da gibt es doch vom schwedischen Brauereiausstatter etwas passendes - auch für den passionierten Griller geeignet:

https://www.ikea.com/de/de/p/koncis-ofe ... lsrc=aw.ds
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Re: Das aufwendigste Bier

#15

Beitrag von Bierwisch » Freitag 27. März 2020, 13:28

Danke!
Von diesen Teilen habe ich sogar schon zwei!
Der Klügere kippt nach!

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Re: Das aufwendigste Bier

#16

Beitrag von muldengold » Freitag 27. März 2020, 18:08

Ich meine bei Ray Daniels in "Designing great beers" mal gelesen zu haben, dass die bei Pilsner Urquell sehr dünn einmaischen und dann die Würze ewig kochen (bis zu 4h!) um auf die Zielstammwürze zu kommen. Ob das stimmt weiß ich nicht. Ich wüsste jetzt auch nicht zu sagen worin genau der Benefit von dieser Prozedur stecken könnte - intensive Karamelisierung?, wäre aber inklusive Dekoktion wohl eine Beschäftigung von früh bis spät.

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Re: Das aufwendigste Bier

#17

Beitrag von aegir » Samstag 28. März 2020, 07:35

Du könntest einen Teil der Vorderwürze zusätzlich noch einkochen . Da wärst du auch während dem langweiligen Kochvorgang mit rühren beschäftigt.

Gruß Hotte

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Re: Das aufwendigste Bier

#18

Beitrag von Seed7 » Samstag 28. März 2020, 08:23

aegir hat geschrieben:
Samstag 28. März 2020, 07:35
Du könntest einen Teil der Vorderwürze zusätzlich noch einkochen . Da wärst du auch während dem langweiligen Kochvorgang mit rühren beschäftigt.
Zusaetzlich kann noch einen zuckersirup gemacht werden und caramalz und etwas melanoidin aehliches wird auch selber gemacht. Dann noch was roestiges und natuerlich etwas gerauechrtes.

Ich wuerde aber mit der wahl des saatgutes, der gerstenkultivar anfangen,

Ingo
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