Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Desotroyah
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Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#1

Beitrag von Desotroyah » Freitag 31. Juli 2020, 23:37

Liebe Braugemeinde,

für die grundsätzliche Rezeptauswahl und die Zutatenauswahl für mein dunkles Weizenbier habt ihr mich ja schon sehr gut beraten. Nun habe ich die Ressourcen alle zusammen und möchte am Sonntag brauen. Vorher würde ich euch aber gerne nochmal um eine kurze Rückmeldung zu meinem geplanten Vorgehen bitten - nicht, dass ich einen doofen Fehler mache. Hier also mein Rezept:

Zutaten:
  • 2 kg Weizenmalz dunkel für dunkle Biere EBC 14-18
  • 900 g Pilsner Malz für helle Biersorten EBC 3-5
  • 900 g Münchner Malz 1 für dunkles Bier EBC 12-17
  • 300g Caramelmalz Caramünch® 2 für dunkle Biere EBC 110-130
  • 200g Melanoidinmalz® EBC 60-80
  • 30g Tettnanger Hopfenpellets zum Bierbrauen, Alphasäuregehalt: 4,4%
  • Flüssighefe WYEAST XL 3068 "Weihenstephan Wheat" für Weizenbier
Gussmengen:
  • Hauptguss: 14l
  • Nachguss: 16l
Maischekochen:
  • Einmaischen: 35°C
  • Eiweißrast: 15 Minuten bei 55°C
  • Maltoserast: 40 Minuten bei 64°C
  • 1. Verzuckerungsrast: 20 Minuten bei 72°C
  • 2. Verzuckerungsrast: 20 Minuten bei 78°C
Würzekochen:
  • 75 Minuten kochen
  • Hopfenzugabe direkt zu Kochbeginn
Ziel-Stammwürze: ca. 12°P

Kurz noch zur Info: Das ist mein zweiter Sud, mein erster in der 20-Liter-Klasse. Das Rezept stammt vor allem aus Hagen Rudolphs Heimbrauen, versetzt mit Ideen und Informationen hier aus dem Wiki und dem Forum.

Über Rückmeldungen und sonstige Tipps würde ich mich freuen.

Viele herzliche Grüße
Desotroyah

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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#2

Beitrag von VolT Bräu » Samstag 1. August 2020, 00:13

Ich denke es ist nicht notwendig so tief (35 Grad) einzumaischen. Auf jeden Fall ist es nicht nötig 20 Minuten bei 78 Grad zu Rasten. Aufheizen auf ca. 78 Grad zum Abmaischen kann man machen. Die Jodprobe sollte vorher neutral sein.
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#3

Beitrag von guenter » Samstag 1. August 2020, 00:14

Lass die Rast bei 78° Grad weg, zumal es keine zweite Verzuckerungsrast gibt.
Siehe hier:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 21#p318521
Bier trinken ist besser als Quark reden! :Drink

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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#4

Beitrag von Braufex » Samstag 1. August 2020, 00:37

Hallo Desotroyah,

hast Du Dir eigentlich auch Gedanken zur Gärung gemacht?
Sie hat großen Einfluß auf den späteren Geschmack.
z.B.
- bei wieviel Grad Würzetemperatur wirst Du die Hefe anstellen (zugeben)?
- wie kannst Du diese Temperatur schnell erreichen?
- bei welcher Temperatur wirst Du Dein Weizen vergären?
Meine Empfehlung:
Die Würze schnell kühlen bis auf ca 18°C, erst dann die Hefe anstellen.
Bei Flüssighefe, wie die Wyeast 3068, solltest Du die Würze nach dem Anstellen belüften.
Den Gärbehälter mit der Würze in einem Raum mit relativ konstant 17 - 19°C stellen (Keller?)
Die Gärtemperatur in der Würze wird Dir dabei durch die Gärung auf ca. 20 - 21°C ansteigen (+2K).

Viel Erfolg.
Gruß Erwin

Desotroyah
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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#5

Beitrag von Desotroyah » Samstag 1. August 2020, 07:15

VolT Bräu hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 00:13
Ich denke es ist nicht notwendig so tief (35 Grad) einzumaischen. Auf jeden Fall ist es nicht nötig 20 Minuten bei 78 Grad zu Rasten. Aufheizen auf ca. 78 Grad zum Abmaischen kann man machen. Die Jodprobe sollte vorher neutral sein.
Vielen Dank für die Tipps. Das mit der zweiten Verzuckerungsrast habe ich aus dem Buch von Hagen Rudolph, aber dann lasse ich die weg. Muss ich die anderen Rasten dann verlängern? Und mach ich die Jodprobe erst, wenn ich die 78°C schon erreicht habe oder vorher?
Braufex hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 00:37
Hallo Desotroyah,

hast Du Dir eigentlich auch Gedanken zur Gärung gemacht?
Hallo Erwin,
beim letzten Mal habe ich die Würze in einem kühlen Wasserbad gekühlt. Dafür hat beim letzten mal die Spüle gereicht, dieses Mal wird es wohl die Badewanne. Eine Kühlspirale oder sonstige technischen Kühlmöglichkeiten aber ich noch nicht. Beim Bierbraukurs wurde mir aber auch beigebracht, dass das Abkühlen der Würze nicht zwangsläufig sehr schnell passieren müsste - wie seht ihr das?
Ansonsten habe ich im Wohnzimmer sehr konstante 20-21°C, dort würde ich zur Gärung lagern. Keller könnte insgesamt zu kühl sein, wenn ich von der Angabe des Hefeherstellers (18-24°C Gärtemperatur) ausgehe.

Und noch eine konkrete Frage: Den Hopfen gebe ich direkt komplett zur kochenden Würze und koche ihn dann 75 Minuten lang mit, richtig?

Viele Grüße und Danke schonmal!

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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#6

Beitrag von guenter » Samstag 1. August 2020, 07:21

Du bleibst so lange bei 72° bis die Jodprobe OK ist.
Bier trinken ist besser als Quark reden! :Drink

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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#7

Beitrag von Braufex » Samstag 1. August 2020, 08:06

Der Hopfen kommt laut Deinem Rezept/Angaben in die Würze, sobald diese kocht. Ab da beginnt die berechnete Kochzeit, bei Dir 75min.
Wichtig: nach 75 min sehr schnell unter 80°C kühlen, da sonst die Berechnung der Hopfenmenge/Bittere nicht mehr passt (Nachisomerierung)!
Badewanne ist schon mal ein Anfang ;-)

Wie kalt ist denn Dein Keller, miss mal.
Zur Raumtemperatur kannst Du durch die entstehende Gärwärme nochmal gut 2-3 Grad dazurechnen, Du kannst auch eine Isomatte oder Decke rumwickeln.
Wenn Du eine Raumtemperatur von 21°C hast, ist dies meiner Meinung nach bei dieser Hefe etwas zu warm/nicht optimal, ergibt eine Gärtemperatur von ca.23 bis 24°C.
Je wärmer Du vergärst, desto schneller wird der Gärvorgang, desto mehr Wärme wird gleichzeitig freigesetzt. Und desto mehr unerwünschte Aromen entstehen durch die Gärung, vor allem in den ersten Stunden der Angärphase
Trinkbar wird es trotzdem :Wink

Aber probier einfach ...

Gruß Erwin

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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#8

Beitrag von Silbereule » Samstag 1. August 2020, 10:32

Desotroyah hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 07:15
Beim Bierbraukurs wurde mir aber auch beigebracht, dass das Abkühlen der Würze nicht zwangsläufig sehr schnell passieren müsste - wie seht ihr das?
Das klappt definitiv auch mit langsamen Abkühlen. Ich kühle immer über Nacht und habe sehr leckere Biere produziert. Ist wahrscheinlich ähnlich wie bei der Gurtpflicht. Seit ihrer Einführung wurden die Verkehrstoten auf 1/10 reduziert. Trotzdem passiert den allermeisten, die unangeschnallt fahren, auch nichts.

Herzliche Grüße
Steffen

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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#9

Beitrag von ggansde » Samstag 1. August 2020, 10:57

Moin,
das kann man so generell nicht sagen. Handelt es sich um helle Schüttungen wird bis runter auf 80 °C DMS nachgebildet. Je länger es bis zu dieser Temperatur dauert um so mehr. Das Bier hat dann einen Fehlgeschmack.
VG, Markus
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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#10

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Samstag 1. August 2020, 11:04

Falls man nicht aktiv kühlen kann, dann könnte man die Kochzeit auf 90 Minuten verlängern.

Nach 90 Minuten Kochzeit und 10-15% Verdampfungsrate soll sowohl das DMS, als auch das DMS-P (aus dem DMS nachgebildet werden kann) komplett verschwunden sein. Ich weiß spontan nicht wo das stand. Entweder Braumagazin oder jemand von unseren Fachkundigen hat es hier im Forum geschrieben.


PS: Die Eiweißrast bei 55°C ist nicht optimal. Überlege dir, was du mit dieser Rast erreichen willst, und dann mach gezielte Eiweißrasten bei 45°C und/oder 50°C.
Bei 45°C haben die Endopeptidasen ihr Optimum, bei 50°C die Exopeptidasen.
Endopeptidasen bauen vor allem trübungs- und schaumpositive hochmolekulare Proteine ab. Exopeptidasen knabbern FAN an den Enden der Proteine ab. FAN ist eines der wichtigsten Baumaterialien für die Hefe in der Vermehrungsphase.
Bei FAN-Mangel gibt's Schwefel ... Aber das musst du bei diesem Rezept eher nicht befürchten, wenn du deine Hefe gut behandelst.

Wenn du mit der 3068 gezielt Richtung Banane willst, dann kommen weitere Faktoren ins Spiel.
- niedriger Maische pH
- Rasten auf "hochvergärbar" trimmen" (ggf Zwischenrast bei 66-67°C einfügen)
- nicht underpitchen und beim Anstellen gut Belüften
- Hefe bei niedriger Temperatur anstellen (15°C) und bei niedriger Temperatur (16-17°C) "gedrosselt" gären lassen
"Banane" (Isoamylacetat) ist sehr flüchtig. Wenn es bei einer zu heftigen Gärung aus dem Gärspund lecker nach Banane riecht, dann entweicht das "gute Zeugs" gerade aus dem Jungbier und fehlt später im fertigen Bier.
Zuletzt geändert von DerDerDasBierBraut am Samstag 1. August 2020, 11:47, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#11

Beitrag von Desotroyah » Samstag 1. August 2020, 11:31

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 11:04
Falls man nicht aktiv kühlen kann, dann könnte man die Kochzeit auf 90 Minuten verlängern.

Nach 90 Minuten Kochzeit und 10-15% Verdampfungsrate soll sowohl das DMS, als auch das DMS-P (aus dem DMS nachgebildet werden kann) komplett verschwunden sein. Ich weiß spontan nicht wo das stand. Entweder Braumagazin oder jemand von unseren Fachkundigen hat es hier im Forum geschrieben.
Mir wurde gesagt, dass dann der Hopfen bitter werden könnte. Bringt es was, vielleicht erst 15 Minuten zu kochen, dann den Hopfen zuzugeben und dann noch 75 Minuten zu kochen?
DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 11:04
PS: Die Eiweißrast bei 55°C ist nicht optimal. Überlege dir, was du mit dieser Rast erreichen willst, und dann mach gezielte Eiweißrasten bei 45°C und/oder 50°C.
Bei 45°C haben die Endopeptidasen ihr Optimum, bei 50°C die Exopeptidasen.
Endopeptidasen bauen vor allem trübungs- und schaumpositive hochmolekulare Proteine ab. Exopeptidasen knabbern FAN an den Enden der Proteine ab. FAN ist eines der wichtigsten Baumaterialien für die Hefe in der Vermehrungsphase.
Bei FAN-Mangel gibt's Schwefel ... Aber das musst du bei diesem Rezept eher nicht befürchten, wenn du deine Hefe gut behandelst.
Danke für die Tipps. Dann lande ich jetzt bei folgendem Vorgehen:
  • Einmaischen: 40°C
  • Weizenrast: 10 Minuten bei 45°C
  • Eiweißrast: 10 Minuten bei 50°C
  • Maltoserast: 40 Minuten bei 64°C
  • Verzuckerungsrast: 20 Minuten bei 72°C
  • Jodprobe
  • Abmaischen bei 78°C

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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#12

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Samstag 1. August 2020, 11:44

Desotroyah hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 11:31
Mir wurde gesagt, dass dann der Hopfen bitter werden könnte. Bringt es was, vielleicht erst 15 Minuten zu kochen, dann den Hopfen zuzugeben und dann noch 75 Minuten zu kochen?
Hopfen wird beim Kochen bitter, weil die Alphasäure aus dem Hopfen isomerisiert (Iso-Alphasäure). Das wollen wir in der Regel. Es ist der Hauptgrund dafür, dass wir den Hopfen kochen :-).

Wenn man den Hopfen nach dem Eiweißbruch (von mir aus nach 15 Minuten Kochzeit) hinzugibt, dann hat das fertige Bier etwas mehr Bittere (mehr IBU), als würde man ihn zum Kochbeginn rein werfen. Von den Hopfengaben vor dem Eiweißbruch bindet sich ein Teil der Bitterstoffe an das ausfallende Eiweiß. Diese gehen mit dem Trub verloren.
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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#13

Beitrag von Desotroyah » Samstag 1. August 2020, 14:15

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 11:44
Desotroyah hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 11:31
Mir wurde gesagt, dass dann der Hopfen bitter werden könnte. Bringt es was, vielleicht erst 15 Minuten zu kochen, dann den Hopfen zuzugeben und dann noch 75 Minuten zu kochen?
Hopfen wird beim Kochen bitter, weil die Alphasäure aus dem Hopfen isomerisiert (Iso-Alphasäure). Das wollen wir in der Regel. Es ist der Hauptgrund dafür, dass wir den Hopfen kochen :-).

Wenn man den Hopfen nach dem Eiweißbruch (von mir aus nach 15 Minuten Kochzeit) hinzugibt, dann hat das fertige Bier etwas mehr Bittere (mehr IBU), als würde man ihn zum Kochbeginn rein werfen. Von den Hopfengaben vor dem Eiweißbruch bindet sich ein Teil der Bitterstoffe an das ausfallende Eiweiß. Diese gehen mit dem Trub verloren.
Vielen Dank für die Erklärung. Ich mag mein Bier gerne nicht so bitter, also würde ich es am Anfang der Kochzeit dazugeben und insgesamt 90 Minuten kochen.

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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#14

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Samstag 1. August 2020, 14:41

Desotroyah hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 14:15
DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 11:44
Desotroyah hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 11:31
Mir wurde gesagt, dass dann der Hopfen bitter werden könnte. Bringt es was, vielleicht erst 15 Minuten zu kochen, dann den Hopfen zuzugeben und dann noch 75 Minuten zu kochen?
Hopfen wird beim Kochen bitter, weil die Alphasäure aus dem Hopfen isomerisiert (Iso-Alphasäure). Das wollen wir in der Regel. Es ist der Hauptgrund dafür, dass wir den Hopfen kochen :-).

Wenn man den Hopfen nach dem Eiweißbruch (von mir aus nach 15 Minuten Kochzeit) hinzugibt, dann hat das fertige Bier etwas mehr Bittere (mehr IBU), als würde man ihn zum Kochbeginn rein werfen. Von den Hopfengaben vor dem Eiweißbruch bindet sich ein Teil der Bitterstoffe an das ausfallende Eiweiß. Diese gehen mit dem Trub verloren.
Vielen Dank für die Erklärung. Ich mag mein Bier gerne nicht so bitter, also würde ich es am Anfang der Kochzeit dazugeben und insgesamt 90 Minuten kochen.
Das macht deinen Prozess aber nur unsicher. In deinem Rezept berechnest du die Bittere anhand der Alphasäure im Hopfen, der Kochdauer und der Ausschlagmenge. Heraus kommt ein halbwegs passender Richtwert für die Bittere des fertigen Bieres (IBU).
Wenn du beim Kochen eine ungewisse Menge Bitterstoffe mit dem Eiweißtrub wieder abtrennst, dann ist die Bittere des fertiges Bieres zwar geringer, aber ungewiss "hoch". Dann besser gleich die Hopfenmenge bei der Rezepterstellung reduzieren.
Wobei dein Weizen sicher nicht bitter wird, egal wie du es anstellst :Wink
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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#15

Beitrag von Desotroyah » Samstag 1. August 2020, 17:32

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 14:41
Desotroyah hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 14:15
DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 11:44


Hopfen wird beim Kochen bitter, weil die Alphasäure aus dem Hopfen isomerisiert (Iso-Alphasäure). Das wollen wir in der Regel. Es ist der Hauptgrund dafür, dass wir den Hopfen kochen :-).

Wenn man den Hopfen nach dem Eiweißbruch (von mir aus nach 15 Minuten Kochzeit) hinzugibt, dann hat das fertige Bier etwas mehr Bittere (mehr IBU), als würde man ihn zum Kochbeginn rein werfen. Von den Hopfengaben vor dem Eiweißbruch bindet sich ein Teil der Bitterstoffe an das ausfallende Eiweiß. Diese gehen mit dem Trub verloren.
Vielen Dank für die Erklärung. Ich mag mein Bier gerne nicht so bitter, also würde ich es am Anfang der Kochzeit dazugeben und insgesamt 90 Minuten kochen.
Das macht deinen Prozess aber nur unsicher. In deinem Rezept berechnest du die Bittere anhand der Alphasäure im Hopfen, der Kochdauer und der Ausschlagmenge. Heraus kommt ein halbwegs passender Richtwert für die Bittere des fertigen Bieres (IBU).
Wenn du beim Kochen eine ungewisse Menge Bitterstoffe mit dem Eiweißtrub wieder abtrennst, dann ist die Bittere des fertiges Bieres zwar geringer, aber ungewiss "hoch". Dann besser gleich die Hopfenmenge bei der Rezepterstellung reduzieren.
Wobei dein Weizen sicher nicht bitter wird, egal wie du es anstellst :Wink
Also lieber kochen bis zum Eiweißbruch und dann den Hopfen dazugeben?

Entschuldigt bitte die vielen Anfängerfragen; ich hab zwar mechanisch eine ungefähre Vorstellung davon, was ich morgen anstellen muss, aber die chemischen Details muss ich mir erst noch draufschaffen.

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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#16

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Samstag 1. August 2020, 17:37

Desotroyah hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 17:32
Also lieber kochen bis zum Eiweißbruch und dann den Hopfen dazugeben?
:thumbup
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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#17

Beitrag von Desotroyah » Montag 3. August 2020, 08:32

Ich hatte gestern einen sehr langen, anstrengenden und schönen Brautag. Mein Dunkles Weizen steht seit gestern um 20:30 Uhr im Keller und gärt vor sich hin. Vielen Dank noch einmal an alle, die mir so gute Tipps gegeben haben.

Es war ja mein erster 20l-Sud ohne durch einen Händler zusammengestellte Malzmischung. Dafür hat vieles schon sehr gut funktioniert. So war die Temperaturregelung bei den Rasten eigentlich gar kein Problem, ich habe die Temperaturen immer recht gut getroffen und auch ziemlich genau halten können. Das ging beim letzten Mal (mit 5l-Sud) noch deutlich schlechter. Und auch die grundlegenden Arbeitsabläufe haben gut funktioniert.

Ich bin aber beim Brauen auch wieder auf neue Probleme gestoßen, von denen ich einige meinem Equipment zurechnen würde. Vielleicht könnt ihr mir aber Hinweise geben, wie ich damit in Zukunft besser umgehen kann:
1. Bei der Brauvorbereitung am Samstag habe ich meine Spindel kaputtgemacht. Ich habe direkt ein Refraktometer bestellt, das heute geliefert wird. Ich habe von der Flüssigkeit im Gärbottich ein bisschen was abgezapft, damit ich heute die Stammwürze noch bestimmen kann. Muss ich aufgrund des Zeitverzugs mit Messungenauigkeiten rechnen? Kann ich jetzt im Zweifelsfall noch Wasser hinzugeben, um auf die angepeilte Stammwürze zu kommen?
2. Die Jodprobe nach der Maltoserast war erfolgreich. Die Jodprobe nach der Verzuckerungsrast wollte jedoch einfach nicht jodnormal anzeigen. Ich habe die Verzuckerungsrast sechs Mal um jeweils fünf Minuten verlängert, konnte am Ende aber immer noch einen deutlichen Farbumschlag ins Violette wahrnehmen. Das hat mich doch sehr gewundert, gerade weil sich das Jod vorher schon einmal kaum noch verfärbt hatte). Hat jemand von euch eine Idee, was ich falsch gemacht habe?
3. Das Läutern mit Küchensieb, Mulltuch und Litermaß war extrem anstrengend. Auch nach zweifacher Filterung durchs Mulltuch hatte ich immer noch viele Trübstoffe in der Würze. Ich nehme an, mit dem (doch recht groben) Mulltuch lässt sich hier kaum ein besseres Ergebnis erzielen? Hier hilft nur eine Investition in besseres Equipment, oder?
4. Ähnliches Problem beim Hopfenseihen: Der Whirlpool hat leider nicht den gewünschten Effekt gezeigt, hier muss ich etwas falsch gemacht haben. Auch hier waren nach zweifacher Filterung noch viele Trübstoffe im Sud vorhanden. Ich habe versucht, die so gut wie möglich loszuwerden (und bin dadurch auch insgesamt nur auf eine Ausbeute von ca. 12,5 Litern Jungbier gekommen), bin mit dem Ergebnis aber nicht ganz zufrieden. Auch hier nehme ich an, dass das verwendete Mulltuch (das dem Brauset beilag, mit dem ich hauptsächlich gearbeitet habe) für die Aufgabe einfach zu grob war. Auch hier hilft wahrscheinlich nur besseres Equipment?

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Re: Dunkles Weizen - Letzte Tipps?

#18

Beitrag von VolT Bräu » Montag 3. August 2020, 11:25

Desotroyah hat geschrieben:
Montag 3. August 2020, 08:32
Ich habe von der Flüssigkeit im Gärbottich ein bisschen was abgezapft, damit ich heute die Stammwürze noch bestimmen kann. Muss ich aufgrund des Zeitverzugs mit Messungenauigkeiten rechnen?
Nein, solange es nicht angärt (kühl lagern!) sollte das gehen.
Desotroyah hat geschrieben:
Montag 3. August 2020, 08:32
Kann ich jetzt im Zweifelsfall noch Wasser hinzugeben, um auf die angepeilte Stammwürze zu kommen?
Ja, kannst du machen. Aber nicht zu viel (ca. 10-20%), dann ggf. eher damit leben, dass es etwas stärker wird.
Desotroyah hat geschrieben:
Montag 3. August 2020, 08:32
2. Die Jodprobe nach der Maltoserast war erfolgreich. Die Jodprobe nach der Verzuckerungsrast wollte jedoch einfach nicht jodnormal anzeigen. Ich habe die Verzuckerungsrast sechs Mal um jeweils fünf Minuten verlängert, konnte am Ende aber immer noch einen deutlichen Farbumschlag ins Violette wahrnehmen. Das hat mich doch sehr gewundert, gerade weil sich das Jod vorher schon einmal kaum noch verfärbt hatte). Hat jemand von euch eine Idee, was ich falsch gemacht habe?
Möglicherweise passten die Temperaturen nicht? Thermometer checken. Wenn du über 80 Grad gekommen bist, kann sich Stärke lösen und außerdem werden die Enzyme stark geschädigt. Könnte eine Erklärung sein.
Desotroyah hat geschrieben:
Montag 3. August 2020, 08:32
3. Das Läutern mit Küchensieb, Mulltuch und Litermaß war extrem anstrengend. Auch nach zweifacher Filterung durchs Mulltuch hatte ich immer noch viele Trübstoffe in der Würze. Ich nehme an, mit dem (doch recht groben) Mulltuch lässt sich hier kaum ein besseres Ergebnis erzielen? Hier hilft nur eine Investition in besseres Equipment, oder?
Ja. Dabei ist die Maschenweite des Mulltuchs gar nicht so das Problem. Man filtert ja eigentlich über die Spelzen bzw den Treber. "Brew in a bag" geht auch und es ist auch nicht zwingend notwendig, dass die Würze ganz klar wird... Aber besorge Dir auf jeden Fall etwas besseres als das Mulltuch. Umso weniger Ärger hast Du nachher.
Desotroyah hat geschrieben:
Montag 3. August 2020, 08:32
4. Ähnliches Problem beim Hopfenseihen: Der Whirlpool hat leider nicht den gewünschten Effekt gezeigt, hier muss ich etwas falsch gemacht haben. Auch hier waren nach zweifacher Filterung noch viele Trübstoffe im Sud vorhanden. Ich habe versucht, die so gut wie möglich loszuwerden (und bin dadurch auch insgesamt nur auf eine Ausbeute von ca. 12,5 Litern Jungbier gekommen), bin mit dem Ergebnis aber nicht ganz zufrieden. Auch hier nehme ich an, dass das verwendete Mulltuch (das dem Brauset beilag, mit dem ich hauptsächlich gearbeitet habe) für die Aufgabe einfach zu grob war. Auch hier hilft wahrscheinlich nur besseres Equipment?
Hier bitte noch einmal nachlesen wie man einen Whirlpool richtig macht. Ganz kurz: Bei ca. 80 Grad rühren, mindestens 15 Minuten warten, vorsichtig von oben abziehen. Dann braucht man auch keinen Filter.
Ein sogenannter Monofilamentfilter kann zusätzlich eingesetzt werden oder den Whirlpool auch teilweise ersetzen. Ein Mulltuch bringt an der Stelle kaum etwas. Mehrfaches rühren ist auch schlecht.


Ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Beim nächsten Mal klappt es noch besser :thumbup
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