Maischekessel

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Lugge11
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Maischekessel

#1

Beitrag von Lugge11 » Sonntag 18. Oktober 2020, 18:57

Hallo miteinander,
Nächstes Wochenende isses soweit, ich brau da mein erstes Bier. :thumbsup
Mit meinem "Klarstein Maischfest Maischekessel 30ltr." mit zusätzlichen Filtriereimer soll es losgehen. Nun habe ich fleißig das Forum gelesen und irgendwie rausgelesen, dass es besser wäre, während des Maischens mit einer Umwälzpumpe zu arbeiten. Nun hat das dieser Topf leider nicht und nun habe ich mir gedacht, wenn ich am Auslaufhahn eine kleine Umwälzpumpe anschließe und mit einem Schlauch oben in den Topf zurückpumpe, sollte es auch funktionieren. Wie würdet ihr das machen? Lassen wie es ist und immer fest mit der Hand rühren oder zusätzliche Pumpe anbringen?
Einige schlagen jetzt bestimmt die Hände über den Kopf zusammen aber wie gesagt , ist alles absolutes Neuland für mich und bin für jeden Rat dankbar.

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Re: Maischekessel

#2

Beitrag von guzzi-matz » Sonntag 18. Oktober 2020, 19:10

Ich würde ein Rührwerk drauf setzen. Oder halt fleißig von Hand rühren . :Wink

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Re: Maischekessel

#3

Beitrag von Lugge11 » Sonntag 18. Oktober 2020, 20:02


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Re: Maischekessel

#4

Beitrag von Brauwolf » Sonntag 18. Oktober 2020, 20:03

Die Idee mit der Umwälzpumpe ist gut und wird auch mit Erfolg praktiziert. Bis das aber zufriedenstellend läuft, musst du viel Geduld mitbringen. Gerade beim ersten Brauversuch will man aber Erfolge sehen.

Rühren, ob mit Kochlöffel oder Rührwerk, kannst du bei diesem System vergessen. Der Filterboden im Einsatz wirkt wie eine Firewall. Während die Flüssigkeit am Topfboden schon kocht, hast du oben noch eine lauwarme Maische. Selbst wenn du wie ein Irrer rührst, ob von Hand oder mit einem Turborührwerk, wirst du es nicht schaffen, eine homogene Temperaturverteilung zu erreichen. Das ist ganz einfach Physik.

Beschäftige dich mal mit dem Thema Kombirast. Hier wird das Brauwasser auf einen errechneten Wert über der Kombirasttemperatur vorgeheizt, z.B. 72° und das Schrot, welches meist Raumtemperatur hat, eingerührt. Aus der Mischung ergibt sich dann die Kombirasttemperatur, typisch 66-67°C. Das lässt du dann so 1 Stunde in Ruhe (Deckel drauf, nicht nachheizen). Danach machst du eine Jodprobe (falls noch nicht jodnormal hängst du noch 15 Minuten dran) und maischst ab - sprich du ziehst den Filtereimer hoch. Der weitere Ablauf nach Plan.

Gefühlt 96% aller Biere lassen sich so brauen, stressfrei ohne Pumpe und ohne Rührwerk.

Cheers, Ruthard
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Re: Maischekessel

#5

Beitrag von Alt-Phex » Montag 19. Oktober 2020, 01:35

Das Ding ist leider ne chinesische Fehlkonstruktion und nur so zu benutzen wie Ruthard das beschrieben hat. Oder du lässt den komischen Filtereimer weg, maischt normal und benutzt einen separaten Läuterbottich. Da reicht für den Anfang ein Hobbok mit einer Läuterspirale oder Saugkorb.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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Re: Maischekessel

#6

Beitrag von Lugge11 » Montag 19. Oktober 2020, 11:05

Danke für den Tip.
Ich werde dann doch auf Nummer sicher gehen und es diesmal mit der Kombirast versuchen.
Den Eimer aussenrum werde ich noch mit einer Dämmmatte zusätzlich isolieren, dann sollte die Temperatur hoffe ich einigermaßen kostant bleiben ohne das ich hier viel nachheizen muss.
Für den Anfang werde ich so schon zurecht kommen und für später mal überlegen wie ich das Problem löse.
Hat der Kombirast gegenüber den normalen Rasten ,die ich sonst machen würde, große Unterschiede an der Qualität der Maische?

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Re: Maischekessel

#7

Beitrag von Brauwolf » Montag 19. Oktober 2020, 13:04

Mit den Malzen, die du heute kaufen kannst, gibt es mit Kombirasten keine Probleme. Als ich vor fast 40 Jahren mit dem Brauen angefangen habe, waren die Malze so wenig gelöst, dass 30 Minuten Eiweißrast zwischen 50 und 60 Grad unumgänglich waren. Wenn du selber mälzt, kann das auch noch erforderlich sein, weil unsereiner nicht die Möglichkeiten hat, den Mälzprozess so unter Kontrolle zu halten wie eine gewerbliche Mälzerei.

Zum Isoieren kann man sich auch mit einer Bettdecke und einem Gürtel gut behelfen.

Cheers, Ruthard
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Re: Maischekessel

#8

Beitrag von Frommersbraeu » Samstag 24. Oktober 2020, 20:05

Hi,
ich hab den gleichen Kessel und bin beim ersten Sud auch voll auf die Nase gefallen. Der Filtereimer funktioniert schlichtweg nicht. Die Löcher sind zu groß und nach 2L Ablauf ist alles dicht. Ich hab mir mit meinem "alten" BIAB Sack beholfen und fahr damit ganz gut. Einzig bei komplexen Rastführungen musst du aufpassen dass nix anbrennt. Sonst hüpft dir die Temperatur Sicherung raus. Ist mir bei nem Weizen passiert, da half nur noch Umfüllen und putzen, gab dann eben ein dunkles Weizen. Mit Malzrohr auf und ab bewegen klappts aber auch
Brauen ist wie ein Überraschungsei:
Spiel, Spaß und Scho.. ach ne Bier!
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