Wacken Hymir- Brettvergoren?

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Der KäpnBackfisch
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Wacken Hymir- Brettvergoren?

#1

Beitrag von Der KäpnBackfisch » Donnerstag 15. Oktober 2020, 00:26

Guten Tag liebe Hobbybrauergemeinde,

da dies mein erster Thread in diesem Forum ist, möchte ich mich kurz vorstellen: bin bekannt unter Namen Captain Backfisch und habe die Liebe für Bier seit 2-3 Jahren stetig kultiviert und stehe besonders auf neue Geschmäcker am Gaumen, betrifft es den feinen Hopfensaft.

Nun meine Frage, heute köpfte ich ein ''Giant Stout'' der Wacken Brauerei und und war überrascht, wie funky fruchtig es für ein Bier seiner Klasse schmeckt. Ich bin überzeugt, dass in meinem Bier brettanomyces als Hefe verwendet wurde, oder ist sie vielleicht ausversehen mit hereingeraten? Hat jemand von euch das Bier schonmal auf seinem Trinktisch gehabt und ähnliche Erfahrungen gemacht? Gibt es Biere der Wacken- Brauerei, welche mit Brettanomyces vergoren werden und somit eine Kontamination möglich ist?

Die Sache interessiert mich ziemlich und freue mich auf Antworten diesbezüglich. :Smile

mit Grüßen,
Der Captain

Pappelbräu
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Re: Wacken Hymir- Brettvergoren?

#2

Beitrag von Pappelbräu » Mittwoch 21. Oktober 2020, 17:34

Hallo Captain,

ich habe Hymir schon einmal getrunken (vor zwei Jahren), und das war ein ganz normales Imperial Stout, gut, aber nicht super. Bisschen schwachbrüstig/wässrig wie viele deutsche Interpretationen des Stils. Das mit der Bretthefe ist dann wohl eher eine Infektion.
Dazu würde dann auch passen, dass die beiden letzten Flaschen aus Wacken, die ich probiert habe (Yggdrasil (Red Ale) und Forseti (Dry Stout)) beide nicht in Ordnung (säuerlich) waren. Auch viele Untappd Bewertungen scheinen da auf gewisse Qualitätsprobleme hinzudeuten... Schade eigentlich, denn die meisten Biere von denen fand ich sonst gut (wenn auch keines richtig super war).
Ich verstehe nicht, dass die nicht gegensteuern können, dass mal eine Charge nicht OK ist, aber dass sich das so häuft... War vor zwei Jahren definitiv nicht so.
Aber anscheinend haben die da jetzt irgendwelche Bugs in ihrer Brauerei...

Tobias
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Re: Wacken Hymir- Brettvergoren?

#3

Beitrag von tbln » Mittwoch 21. Oktober 2020, 19:04

Von Flügge aus Frankfurt gibt es ein Stout, das mit Brettanomyces vergoren wird. https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 52#p315852

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Re: Wacken Hymir- Brettvergoren?

#4

Beitrag von Pappelbräu » Donnerstag 22. Oktober 2020, 00:15

Da soll dann aber auch so schmecken! ;)
Von dem Flüggebier habe ich auch schon gelesen, das muss ich auch mal probieren!
Tobias

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§11
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Re: Wacken Hymir- Brettvergoren?

#5

Beitrag von §11 » Donnerstag 22. Oktober 2020, 00:43

Naja, sowohl Stout als auch Porter sind historisch gesehen mit Brettanomyces (der britische Pilz :Wink ) vergoren worden. Da noch dazu einer der ersten, die Brett isoliert haben, das aus einem Baltic Porter getan haben wäre das für ein imperial Stout genau genommen sogar stilechte
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: Wacken Hymir- Brettvergoren?

#6

Beitrag von Bockelsbock » Donnerstag 22. Oktober 2020, 11:53

§11 hat geschrieben:
Donnerstag 22. Oktober 2020, 00:43
Naja, sowohl Stout als auch Porter sind historisch gesehen mit Brettanomyces (der britische Pilz :Wink ) vergoren worden. Da noch dazu einer der ersten, die Brett isoliert haben, das aus einem Baltic Porter getan haben wäre das für ein imperial Stout genau genommen sogar stilechte
:goodpost:
In dem Bock steckt jede Menge Craft

Mit einem leichten Hang zu Bockbieren!

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Re: Wacken Hymir- Brettvergoren?

#7

Beitrag von Der Käpn Backfisch » Freitag 6. November 2020, 01:52

Vielen Dank für die konstruktiven Rückmeldungen!

Eine Infektion der Brauerei, wie Tobias auch vermutete, wäre ja ein Ding, wenn auch für mich sehr interessant. Dass diese unentdeckt bleibt, halte ich für möglich bei einem Bier vom Kaliber des Hymir, das mit 8.5% Alkoholvolumen recht lang haltbar sein dürfte. Eine ungewollte Infektion mit beispielsweise Brettanomyces lässt sich ja auch erst nach 1-2 Jahren Lagerung erkennen, da dieser Hefestamm laut meines Kenntnisstandes sehr langsam arbeitet.

Mir hat es in diesem Bier vergleichsweise gut geschmeckt, es hatte die Nuance eines Rodenbach Crand Cru, kann natürlich mit diesem kaum mithalten. Zumal es zwei völlig verschiedene Biersorten sind und es beim Wackener höchstwahrscheinlich nicht gewollt ist.

Von dunklen Sauerbieren habe ich auch viel gutes gelesen und konnte für mich bestätigen: mein Geschmack ist's.
Das Flügge Bier ist sicher interessant. Sollte es auch denn deren Sortiment ist sicher kein Schnäppchen.

Dass der Brettanomyces-Pilz in einem Porter isoliert wurde habe ich auch noch nicht gewusst, danke für die Info §11! Wo hast du diese Information denn her, gibt es da ein Buch, was in meinem Schrank fehlt?

Zum Abschluss will ich sagen, dass dieses Forum mich begeistert! Hätte mir vor 2 Jahren nicht vorstellen können dass die Welt des Bieres so umfangreich ist und man regelrecht zum ''Nerd'' werden kann. Außerdem findet man hier so gut wie ausschließlich hilfreiche Infos und Tips, wenn man mal selbst die Maische rühren will.

Nun ist aber genug geschrieben, eine angenehme Zeit und ein gediegenes ahoi!

Grüße,
Der Käpn

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Re: Wacken Hymir- Brettvergoren?

#8

Beitrag von Beerkenauer » Samstag 7. November 2020, 06:56

Pappelbräu hat geschrieben:
Mittwoch 21. Oktober 2020, 17:34
Dazu würde dann auch passen, dass die beiden letzten Flaschen aus Wacken, die ich probiert habe (Yggdrasil (Red Ale) und Forseti (Dry Stout)) beide nicht in Ordnung (säuerlich) waren. Auch viele Untappd Bewertungen scheinen da auf gewisse Qualitätsprobleme hinzudeuten... Schade eigentlich, denn die meisten Biere von denen fand ich sonst gut (wenn auch keines richtig super war).
Ich verstehe nicht, dass die nicht gegensteuern können, dass mal eine Charge nicht OK ist, aber dass sich das so häuft... War vor zwei Jahren definitiv nicht so.
Aber anscheinend haben die da jetzt irgendwelche Bugs in ihrer Brauerei...

Tobias
ich hatte gestern auch das Forseti (Dry Stout) und musste es nach einem Schluck wegkippen. Es war unangenehm säuerlich und hat nach allem geschmeckt aber nicht nach Stout. Daher gehe ich auch davon aus, dass das so nicht gewollt war von den Brauern.

Stefan

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Re: Wacken Hymir- Brettvergoren?

#9

Beitrag von Pappelbräu » Montag 9. November 2020, 11:35

Beerkenauer hat geschrieben:
Samstag 7. November 2020, 06:56
ich hatte gestern auch das Forseti (Dry Stout) und musste es nach einem Schluck wegkippen. Es war unangenehm säuerlich und hat nach allem geschmeckt aber nicht nach Stout. Daher gehe ich auch davon aus, dass das so nicht gewollt war von den Brauern.

Stefan
Tja schade, genau so etwas ist dann auch wieder Wasser auf die Mühlen der "konservativen" Biertrinker und -Brauer in Deutschland. Ich verstehe vor allem nicht, dass die da anscheinend so hartnäckige Qualitätsprobleme haben und die nicht in den Griff kriegen. Vielleicht einfach mal sauber machen???? Wie gesagt, eigentlich haben die früher ganz anständige Sachen gemacht.
Ich glaube, ich habe das Forseti damals ausgetrunken, habe das aber eher aus sportlicher Herausforderung und nicht wegen des Genusses getan...
Tobias

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