Scheinbarer Vergärungsgrad...sowas ist mir noch nicht passiert

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mcorny76
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Scheinbarer Vergärungsgrad...sowas ist mir noch nicht passiert

#1

Beitrag von mcorny76 » Montag 2. November 2020, 12:31

Hallo Braugemeinde,

ich braue schon ein paar Jährchen.

Aber beim aktuellen Sud (Porter) ist mir ein Vergärungsgrad "passiert", welcher mich irgendwie nicht in Ruhe lässt.

Seht bitte selbst:

1) Schüttung (ja ja, etwas aufwendig, aber ich hatte mir zu viele Anregungen aus Mmum geholt)
2020 Schüttung Porter.JPG

2) Maischeschema -simple Kombirast im TP bei tatsächlich 66,3 C (etwas tiefer als die geplanten 67 C; nach ca. 90 Minuten waren es noch ca. 64,5 C)
2020 Maischeschema Porter.JPG

3) Gärverlauf (Tilt): 28 Liter Angestellt bei ca. 16-17 C mit 1xNotti (schon abgelaufen) und 1x Gozilla OGA9 (frisch). Es wurde ordnungsgemäß rehydriert.
2020 Tilt_Verlauf Porter.JPG
2020 Tilt_Verlauf Porter.JPG (51.3 KiB) 690 mal betrachtet

Gerade bei dem doch üppigen Einsatz der Cara-Malze wundert mich der Gärverlauf bzw. der extrem tiefe scheinbare Vergärungsgrad bis fast 0 Plato runter.

Ich kann es mir nicht erklären, da ja keine Übervergärer zum Einsatz kamen.

Lediglich die Kombirast ist mir etwas tiefer geraten wie geplant und ich hab etwas mehr geläutert (aus Geiz) als im Rezept vorgesehen (Normalerweise braue ich mit dem BM20, daher war ich mit dem TP mangels Erfahrungswerten nicht so "treffsicher"). Daher habe ich nach 70 Minuten Rast nochmals einen Wasserkocher voll Heißwasser nachgegossen und auf 90 Minuten Rast verlängert. Ansonsten lief alles planmäßig.

Im Kaltbereich arbeite ich immer gewissenhaft hygienisch, mein GF Conical wurde ausgiebig zuerst alkalisch (nach dem letzten Einsatz, CIP) und dann mit StarSan unmittelbar vor der Befüllung am Brautag gereinigt. Eine Infektion halte ich daher für weniger wahrscheinlich.
Die Gärung kam sehr schnell an und hat auch richtig deftig durchgezogen, trotz recht kalter Gärführung.

Gibt es zu diesem Phänomen evtl. ähnliche Erfahrungen oder Erklärungen?

Danke für eure Unterstützung.

Gruß, Michael
Gruß
Michael :Drink

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Re: Scheinbarer Vergärungsgrad...sowas ist mir noch nicht passiert

#2

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Montag 2. November 2020, 12:38

Tilt ist kein Messgerät. Was sagen Spindel oder Refraktometer?
"Da braut sich was zusammen ... "
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Viele Grüße
Jens

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Re: Scheinbarer Vergärungsgrad...sowas ist mir noch nicht passiert

#3

Beitrag von Brandergartenbier » Montag 2. November 2020, 12:39

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Montag 2. November 2020, 12:38
Tilt ist kein Messgerät. Was sagen Spindel oder Refraktometer?
Das wollte ich gerade auch sagen: Mach mal eine Vergleichsmessung.
Gruß Florian
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Re: Scheinbarer Vergärungsgrad...sowas ist mir noch nicht passiert

#4

Beitrag von mcorny76 » Montag 2. November 2020, 13:40

:puzz
Oh Mann, ich sollte mich schämen.

Ihr habt natürlich vollends Recht: Auf dem Tilt hängt ein fetter Brocken Hefe mit Harzen von den Kräusen, dadurch liefert der total falsche Werte.
Die Spindel zeigt 2,8 Plato, also ca. 74% scheinbarer Vergärgrad, das passt jetzt auch zu den Hefen.
Vielen Dank für eure Hilfe!

Zu meiner Verteidigung:
Bei den vergangenen Suden hatte ich keine so heftige Fehlmessung beim Tilt, daher hat sich irgendwann bei mir eingeschlichen, nicht mehr zusätzlich zu spindeln, da das meist recht sauber gepasst hat. An sich ist mir der absolute Wert auch nicht so wichtig, es geht mir vielmehr darum, das Ende der Gärung zu bestimmen, ohne auch nur einmal den Deckel zu lupfen.

Männers, vielen Dank nochmals für die Lösung des Knoten in des Brauers Kopf.
Prost
Michael
Gruß
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Re: Scheinbarer Vergärungsgrad...sowas ist mir noch nicht passiert

#5

Beitrag von Brandergartenbier » Montag 2. November 2020, 18:47

Aber den genauen Endwert ist doch sicher auch für dich interessant um den Alkoholgehalt zu bestimmen!?
Gruß Florian
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Re: Scheinbarer Vergärungsgrad...sowas ist mir noch nicht passiert

#6

Beitrag von mcorny76 » Montag 2. November 2020, 20:17

Brandergartenbier hat geschrieben:
Montag 2. November 2020, 18:47
Aber den genauen Endwert ist doch sicher auch für dich interessant um den Alkoholgehalt zu bestimmen!?
Auch wenn ich dich jetzt enttäusche...bei den Standard-Bieren berechne ich den Alkoholgehalt i.d.R. nicht. Ich überschlage das nur grob anhand der Stammwürze (mit Refraktometer bestimmt) und der SG vom Tilt. Aber wie heute gesehen, ist der Tilt nur ein grobes Schätzeisen :Wink

Da meine Biere meist zwischen 11,5 und 12,5 Plato Stammwürze haben und ich bekannte Hefen verwende, ist das meist total unspannend um ca. 5 vol.% alc.

Prost, Michael
Gruß
Michael :Drink

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Re: Scheinbarer Vergärungsgrad...sowas ist mir noch nicht passiert

#7

Beitrag von Brandergartenbier » Montag 2. November 2020, 21:02

mcorny76 hat geschrieben:
Montag 2. November 2020, 20:17
Brandergartenbier hat geschrieben:
Montag 2. November 2020, 18:47
Aber den genauen Endwert ist doch sicher auch für dich interessant um den Alkoholgehalt zu bestimmen!?
Auch wenn ich dich jetzt enttäusche...bei den Standard-Bieren berechne ich den Alkoholgehalt i.d.R. nicht. Ich überschlage das nur grob anhand der Stammwürze (mit Refraktometer bestimmt) und der SG vom Tilt. Aber wie heute gesehen, ist der Tilt nur ein grobes Schätzeisen :Wink

Da meine Biere meist zwischen 11,5 und 12,5 Plato Stammwürze haben und ich bekannte Hefen verwende, ist das meist total unspannend um ca. 5 vol.% alc.

Prost, Michael
Okidoki, wie du dein Bier herstellst ist alleine dein Bier (hohoho) :thumbsup
Gruß Florian
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