Holunderblüten im Bier - mitkochen oder stopfen?

Alles, was mit dem Thema Historische Biere, Grut- bzw. Kräuterbiere, Gewürzbiere, aber auch mit Sake Brauen oder Brauen mit ungewöhnlichen Fermentationsarten zu tun hat
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Bierbauch40
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Re: Holunderblüten im Bier - mitkochen oder stopfen?

#51

Beitrag von Bierbauch40 » Mittwoch 23. Dezember 2020, 19:11

Vielen Dank für den Bericht. Ich bin neugierig darauf, ihn zu probieren, weil ich Holunderblüten sehr gerne mag. Es ist genau das richtige Sommergetränk für heiße Tage. Mal sehen :)
"Kaltes Bier macht warmes Blut"

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Barney Gumble
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Re: Holunderblüten im Bier - mitkochen oder stopfen?

#52

Beitrag von Barney Gumble » Donnerstag 24. Dezember 2020, 05:53

Zwischenbericht zu meinem ersten Holla-Sud (sonst hab ich immer nur Säfte gemacht): die sehr sorgfältig entrappten und ent-tierten Blüten hatte ich ja gute 4 Monate in der TK und mit 92 g auf ca. 12 L Würze 5 min vor Ausschalten der Herdplatten also wie als Aromagabe beim Hopfen zugegeben.
Am 11.11. gebraut und am 21.11. geflaschelt mit 11,3 °P (auf 2,5) und mit Gutmannhefe vergoren. Die Gutmannhefe wurde nun nach ca. über 1 Monat zahm und der Holunder steht im schönen Kontrast zur Banane. Das mit dem grünen Paprika ist zum Glück an meinem Bier eher vorübergegangen, finde ich. Eigentlich hasse ich rohen Paprika von Kindesbeinen an, mit steigendem Alter werde ich da aber toleranter, kann also wirklich sehr individuelle Wahrnehme sein.
Bei meinem Bier ist vor allem derzeit bemerkenswert, dass der typische Holunder-Geschmack lange am Gaumen persistiert.
Sprich lange nicht mehr weggeht. Mag ich.
Für mich ist damit endlich mal wieder ein Experiment als recht gelungen anzusehen.
Trotzdem reizt es mich diesen Alkoholauszug (vielleicht mit einem guten Tequila) nächstes Jahr anzugehen.
VG
Shlomo
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Re: Holunderblüten im Bier - mitkochen oder stopfen?

#53

Beitrag von Schwalbenbräu » Donnerstag 24. Dezember 2020, 06:10

Hallo zusammen

Auch ich hab dieses Jahr mal einen Sud mit viel Holunder gemacht und einen Teilsud dann auch noch mit Holunder gestopft. Folgende Feststellungen habe ich gemacht:

- das ungestopfte Bier schmeckte stark nach Holunderblüte
- die gestopfte Variante war definitiv nochmals massiv aromatischer, roch für mich aber interessanterweise eher nach Holunderbeere, als nach Blüte
Mir schmeckte das Bier überhaupt nicht, während andere (auch Personen die sonst kein Bier trinken) begeistert waren.
- Der Bodensatz (speziell bei der gestopften Variante) wurde nie recht fest, sondern wsr irgendwie schleimig.

@Tilo: Ich würde Dir empfehlen, einfach die Karbonisierung mit dem Sirup zu machen.

Gruss Reto

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Re: Holunderblüten im Bier - mitkochen oder stopfen?

#54

Beitrag von BrauSachse » Donnerstag 24. Dezember 2020, 07:15

Schwalbenbräu hat geschrieben:
Donnerstag 24. Dezember 2020, 06:10

@Tilo: Ich würde Dir empfehlen, einfach die Karbonisierung mit dem Sirup zu machen.

Gruss Reto
Danke Reto, gute Idee!

Schöne Weihnachten
Tilo

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Re: Holunderblüten im Bier - mitkochen oder stopfen?

#55

Beitrag von Barney Gumble » Donnerstag 24. Dezember 2020, 15:39

Schwalbenbräu hat geschrieben:
Donnerstag 24. Dezember 2020, 06:10
Hallo zusammen

Auch ich hab dieses Jahr mal einen Sud mit viel Holunder gemacht und einen Teilsud dann auch noch mit Holunder gestopft. Folgende Feststellungen habe ich gemacht:

- das ungestopfte Bier schmeckte stark nach Holunderblüte
- die gestopfte Variante war definitiv nochmals massiv aromatischer, roch für mich aber interessanterweise eher nach Holunderbeere, als nach Blüte
Mir schmeckte das Bier überhaupt nicht, während andere (auch Personen die sonst kein Bier trinken) begeistert waren.
- Der Bodensatz (speziell bei der gestopften Variante) wurde nie recht fest, sondern wsr irgendwie schleimig.

@Tilo: Ich würde Dir empfehlen, einfach die Karbonisierung mit dem Sirup zu machen.

Gruss Reto
Das hatte ich auch vor, aber dann musst Du es genau vorher so ansetzen dass nicht zuviel Zucker im Vergleich zu Zuwenig Holunder reinkommt
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Re: Holunderblüten im Bier - mitkochen oder stopfen?

#56

Beitrag von BrauSachse » Donnerstag 24. Dezember 2020, 16:39

Ja, ich würde es einfach beim nächsten Sud (geplant ist ein Helles) an ein paar Flaschen testen. Den Zuckergehalt des Sirups kenne ich ja, da kann ich die Karbonisierung berechnen. Ob dann genügend Aroma mitkommt, werde ich sehen.

Euch allen ein frohes Fest
Tilo

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Re: Holunderblüten im Bier - mitkochen oder stopfen?

#57

Beitrag von Schwalbenbräu » Freitag 25. Dezember 2020, 00:06

[/quote]
Das hatte ich auch vor, aber dann musst Du es genau vorher so ansetzen dass nicht zuviel Zucker im Vergleich zu Zuwenig Holunder reinkommt
[/quote]

Aber Tilo schlug ja vor, zu stopfen. Da kann man natürlich so viel Sirup reinhauen, wie man will. Aber weil mit der Vergärung des im Sirup enthaltenen Zuckers einfach eine unbestimmte Menge an Aromastoffen durch das Gärröhrchen wieder rauspfeift, weiss man ja auch nicht recht, wieviel Sirup die gewünschte Wirkung erzielt. Abgesehen davon verändere ich mit dem Zucker natürlich den Vergärungsgrad und damit den Gesamteindruck.

Ich würde für mich nicht wieder mit Holunderblüten arbeiten, weils mir nicht geschmeckt hat.
Wenn, dann finde ich den Sirup zum Karbonisieren einen sinnvollen Ansatz. Will man den Geschmack pushen, kann man ggf, noch 24h warm stellen (z.b. 25 Grad), damit mehr CO2 entweicht und für die Karbonisierung mehr Sirup nötig ist.

Viel Erfolg!
Gruss
Reto

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Re: Holunderblüten im Bier - mitkochen oder stopfen?

#58

Beitrag von Barney Gumble » Montag 28. Dezember 2020, 08:46

Normal macht man einen 1:1 Zucker-Wasser-Auszug und dann kann man für zB 200 g benötigten Zucker nur 400 g Sirup hinzufügen, die vielleicht dann nur relativ (für sagenwirmal 50 L Bier) ziemlich wenig Holunder reinbringen, naja kommt vielleicht drauf an, wie viel man von den Blüten/Dolden in 400 g (werden nur geringfügig über 200 ml sein, da sich der Zucker ja komplett auslöst) Sirup unterkriegt..
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