Tauschring - W100 Biere

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bluecatbrewery
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Re: Tauschring - W100 Biere

#151

Beitrag von bluecatbrewery »

Für mich passt die Auflistung auch gut und bis auf Sonntag abends (im Juni) kann ich mir die Verkostung relativ frei einteilen.

Was hält ihr davon diesen Freitag Abend (6.6.) die ersten drei Biere zu verkosten?
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schwarzwaldbrauer
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Re: Tauschring - W100 Biere

#152

Beitrag von schwarzwaldbrauer »

Hallo in die Runde,
Da ich morgen nicht zu Hause bin, habe ich einfach heute mal begonnen.
Hab mir die Bitter von jkb und Herbert52 (Old London V2) vorgenommen.
Mein Ole Bitter würde ja auch dazu gehören, aber wie ich schon mitteilte, musste ich alles was noch da war versenden :Ahh
Die beiden Biere sind fehlerfrei was Geruch und Geschmack angeht. Farbe und Trübung ist sehr ähnlich. Im Glas hält das von Herbert den Schaum länger.
Ein deutlicher Unterschied ergibt sich beim Riechen und im Gaumen: Das von Herbert ist brotig malzbetont bei Jans kommt mehr der Hopfen mit Zitrusnote zum Vorschein.
Beide Biere sind schön ausgewogen in der Bittere und trinken sich gut. Man merkt auch wie sich die Hefe darstellt: etwas brotig und erdig (?).
Beim Etikett geht ein besonderes Lob an Herbert: Toll gemacht und mit vielen Informationen, wie ich das bereits in Alpirsbach erlebt habe.

Jetzt bin ich natürlich äusserst gespannt wie mein Ole Bitter im Vergleich dazu abschneidet. Meine mich auch an diesen torfig-erdigen Hefegeschmack zu erinnern.

Die Bilder:
1. jkb
2. Herbert52

Edit:
S' Grüßle vergessen,
Dieter
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Re: Tauschring - W100 Biere

#153

Beitrag von schwarzwaldbrauer »

Jetzt das Dark Mild Ale von Matthias.
Ein Bier dieser Gattung habe ich vorher noch nie getrunken, kann das also völlig vorurteilsfrei beschreiben.
Dunkelbraun mit Trübung im Glas, schwach karbonisiert, entspricht dem was man vom Namen her erwartet.
Wenig Schaum.
Im Geruch erst mal malzbetont, das setzt sich auch im Gaumen fort: Weich und mild, erinnert an Sahnebonbon.
Dann kommen leichte Bitteraromen zum Vorschein, gut ausbalanciert, angenehm zu trinken.
Die W100 hält sich hier meines Erachtens im Hintergrund, trägt evtl. zum trockenen Charakter dieses Biers bei.
Finde das ein gelungenes Bier das man sicher gut zu salzigem Gebäck genießen kann.

Grüßle Dieter
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Re: Tauschring - W100 Biere

#154

Beitrag von Colindo »

Dieter legt so vor, da muss man ja mitmachen!

Zuerst gab es den Belhaven Best Clone von Jan (jkb):
- Optisch Überraschend trüb, wahrscheinlich ist noch Hefe in der Schwebe. Dadurch leider wenig Schaumstabilität. Die Kohlensäure war allerdings perfekt! Die Farbe ist auch gut getroffen.
- Geruch hopfig, ich schätze es sind Fuggle und EKG gemischt. Kommt mir jedenfalls sehr bekannt vor, ohne dass ich einen der beiden Hopfen klar erkennen könnte. Das erdige der Hopfen habe ich hier auch zum ersten Mal klar erkennen können.
- Geschmack im Antrunk direkt leicht sauer. Vielleicht Fehler bei der Wasserbehandlung? Oder die Hefe in der Schwebe schmeckt so...
Ansonsten schlank, leicht, etwas karamellig. Wenn es die 3,2% nach Rezept hat, mit erstaunlich viel Geschmack. Von der Hefe erkenne ich allerdings nichts, was heraussticht.

Meine Vermutung wäre, dass hier zuviel Hefe gegeben wurde, was bei der sehr niedrigen Stammwürze dazu geführt hat, dass die Hefe sich nicht abgesetzt hat. Hatte ich auch schon mal.


Als zweites gab es das Old London Best Bitter V2 von Herbert (Herbert52)
- Optisch sehr ansprechend: Klar bis auf einen leichten Kälteschleier, der beim wärmer werden verschwand. Dadurch zeigte sich eine tolle, typische Farbe von ca. 15 EBC. Keinerlei Hefe in der Schwebe und die, die im Bodensatz war, ließ sich beim Ausspülen nur mit viel Schütteln aus der Flasche holen. So kenne ich die W-100. Der Schaum war auch superstabil, Torrefied Wheat sei dank. Nur die Kohlensäure war mit etwas zu viel, vor allem aus meinem 10°C-Kühlschrank.
- Im Geruch komplex fruchtig mit Rosinen und anderen Trockenfrüchten vom Crystal, aber auch der Golding ist mit Birne und einer leichten Bailey's-Note erkennbar. Meine Frau, die selbst kein Bier trinkt, war vom Geruch regelrecht begeistert. "Gar nicht nach Bier, sondern wie Frühling nach einem Regenschauer".
- Geschmacklich wirklich gut getroffen, so könnte auch das Theakston Best Bitter schmecken. Karamellig, malzig, ganz leicht Brotinde, aber mit viel fruchtigen Komponenten. Ein wenig roter Apfel, Birne, Rosine... echt komplex. Für ein Best Bitter vielleicht einen Hauch zu intensiv, da könnte man 1°C niedriger vergären. Aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau.
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Re: Tauschring - W100 Biere

#155

Beitrag von Colindo »

Ole's Bitter von Dieter (schwarzwaldbräu):
- Optisch an der helleren Grenze der Spec, ca. 12 EBC. Sehr fluffiger Eischneeschaum, ich bin beeindruckt. Kohlensäure war etwas hoch, aber passt so wohl für den deutschen Gaumen. Das Bier ist sehr klar mit hauchfeiner Eiweißtrübung.
- Im Geruch erinnert es mich stark an ein deutsches Helles. Kräuterig, vielleicht leichte Schwefelnote... Ist da ein deutscher Hopfen drin? Oder wurde das Bier kalt vergoren?
- Malzig, minimal karamellig. Es gibt leichte Fruchtnoten nach Pfirsich und Aprikose, die von der Hefe kommen könnten. Auch hier erinnert mich der Geschmack irgendwie an ein deutsches Helles.

Im Nachgang habe ich verstanden, was mich hier stört: du hast wahrscheinlich Pilsner Malz benutzt. Und dann noch das von Weyermann, was mir am wenigsten zusagt. Also ich habe mich schwer getan, da etwas dran vorbeizuschmecken. Eventuell können hier andere mehr zu Hopfen, Karamellmalz und/oder Hefe sagen.


Danach kam das Dark Mild von Matthias (Weißbierdoktor):
- Optisch schön dunkel, ca. 50 EBC. Leider trüb und mit wenig Schaumstabilität, ähnlich dem Bier von jkb. Vielleicht habt ihr beide die Hefe nicht zu Ende vergären lassen? Das würde, neben einem Overpitching, auch zu den Symptomen passen.
- Im Geruch viel Malz mit leichten Kakao- und Lakritznoten. Ich vermute, es ist nur Malz ohne Invertzucker? Der Hopfen zeigt sich dezent mit leichten, erdigen Noten.
- Geschmacklich hier, wie bei jkb, im Antrunk leicht sauer. Ich vermute, die Hefe schmeckt so auf der Zunge. Danach eine deutliche Süße, etwas Karamellmalz und Lakritze. Welche Aromen die Hefe hier gezeigt hat kann ich nur schwer sagen.
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Re: Tauschring - W100 Biere

#156

Beitrag von schwarzwaldbrauer »

Colindo hat geschrieben: Montag 9. Juni 2025, 16:38 Ole's Bitter von Dieter (schwarzwaldbräu):

Im Nachgang habe ich verstanden, was mich hier stört: du hast wahrscheinlich Pilsner Malz benutzt. Und dann noch das von Weyermann, was mir am wenigsten zusagt. Also ich habe mich schwer getan, da etwas dran vorbeizuschmecken. Eventuell können hier andere mehr zu Hopfen, Karamellmalz und/oder Hefe sagen.
Christoph, danke für die konstruktive Kritik - ich sehe dass ich über englische Biere noch viel lernen kann.
Aber ich habe kein Weyermann PiMa verwendet.
Die Schüttung war 90% Pale Ale Malz (Hersteller weiß ich nicht mehr), 5% Crystal Malt, 2% Melanoidin dunkel, 2% Cara dunkel, 1% Sauermalz.
Und der Hopfen: Magnum zur Bitterung und 2 Gaben East Kent Golding gegen Ende des Kochens.
Die Gärung verlief ziemlich konstant bei 20°C Umgebungstemperatur in der Wohnung.
Grüßle Dieter
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Re: Tauschring - W100 Biere

#157

Beitrag von schwarzwaldbrauer »

War heute Abend auch noch fleißig und habe die Stouts von Christian und Manuel probiert.

Zuerst das von Iron Hosch:
Tief dunkelbraun im Glas, wenig Schaum der auch schnell vergeht.
Die Aromen sind voller Kaffee, Kakao und Schokonoten. Evtl. könnte man auch was leicht rumiges herausschmecken.
Diese Aromen sind eigentlich genau die, die man aufgrund der Farbe und dem kräftigen Alkoholgehalt dieses Biers erwartet. Und sie halten sich sehr lange im Gaumen.

Dann die Blue Cat Brewery:
Das ist in der Struktur sehr ähnlich. Die Farbe ist ebenso dunkelbraun, der wenige Schaum vergeht schnell.
Man riecht und schmeckt die selben Aromen: Kaffee und Bitterschokolade, nur dass das Ganze trockener erscheint. Liegt das an der Austernschale? Die konnte ich explizit nicht herausschmecken, scheint aber die süßen Komponenten etwas zu dämpfen.
Auch dieses Bier hält sich lang im Gaumen.

Generell:
Beide Biere sind meines Erachtens frei von Fehlaromen und trinken sich gut.
Die W100, um die es eigentlich geht hält sich meiner Meinung nach im Hintergrund.

Wünsche einen guten Start in die neue Woche,
Dieter
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Re: Tauschring - W100 Biere

#158

Beitrag von Colindo »

schwarzwaldbrauer hat geschrieben: Montag 9. Juni 2025, 22:31 Christoph, danke für die konstruktive Kritik - ich sehe dass ich über englische Biere noch viel lernen kann.
Aber ich habe kein Weyermann PiMa verwendet.
Die Schüttung war 90% Pale Ale Malz (Hersteller weiß ich nicht mehr), 5% Crystal Malt, 2% Melanoidin dunkel, 2% Cara dunkel, 1% Sauermalz.
Und der Hopfen: Magnum zur Bitterung und 2 Gaben East Kent Golding gegen Ende des Kochens.
Die Gärung verlief ziemlich konstant bei 20°C Umgebungstemperatur in der Wohnung.
Grüßle Dieter
Hmm, merkwürdig. Dann kann ich nicht sagen, woher dieser Eindruck eines deutschen Bieres kam. Die 4% Spezialmalze sollten es eigentlich nicht sein. Ich sehe auch gerade dass du dein Rezept ja mitgeschickt hattest, da hätte ich auch früher reinschauen können. :Ahh
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Re: Tauschring - W100 Biere

#159

Beitrag von Weißbierdoktor »

Colindo hat geschrieben: Montag 9. Juni 2025, 16:38
Danach kam das Dark Mild von Matthias (Weißbierdoktor):
- Optisch schön dunkel, ca. 50 EBC. Leider trüb und mit wenig Schaumstabilität, ähnlich dem Bier von jkb. Vielleicht habt ihr beide die Hefe nicht zu Ende vergären lassen? Das würde, neben einem Overpitching, auch zu den Symptomen passen.
- Im Geruch viel Malz mit leichten Kakao- und Lakritznoten. Ich vermute, es ist nur Malz ohne Invertzucker? Der Hopfen zeigt sich dezent mit leichten, erdigen Noten.
- Geschmacklich hier, wie bei jkb, im Antrunk leicht sauer. Ich vermute, die Hefe schmeckt so auf der Zunge. Danach eine deutliche Süße, etwas Karamellmalz und Lakritze. Welche Aromen die Hefe hier gezeigt hat kann ich nur schwer sagen.
dazu kann ich folgendes beitragen:

- Overpitching: angestellt wurde wie von Uli Peise empfohlen extrem moderat, bei mir waren es 680.000 Zellen je ml und °P.

- sVG: 71,4 %, ebenso wie bei der Schnellvergärprobe. Das wirft für mich die Frage auf, mit welchem VG bei der W100 überhaupt zu rechnen ist, soweit da eine sinvolle Aussage möglich ist, ohne die Sudhausarbeit zu berücksichtigen. Ich wäre sehr interessiert, welchen VG Ihr jeweils erreicht habt - idealerweise mit Schüttung und Maischprogramm, soweit Ihr Eure Rezepte nicht bereits bekanntgegeben habt. Bei mir war es eine einstündige Kombirast bei 69 °C.

- Invertzucker: ist reichlich drin, hier die Schüttung mit Prozentangaben:
schttg.png
schttg.png (6.53 KiB) 3497 mal betrachtet
Hopfen ist EKG.

- Trübung/Geschmack der Hefe:
Ich hab selbst keine Flaschen mehr, aber nochmal aus dem Keg beprobt. Das Bier ist unverändert trüb. Zellzahl = 0, die Trübung hat eine andere Ursache. Geschmacklich hat sich während der Nachgärung einiges getan - anfangs schmeckte es ziemlich auseinander, und es war ein deutliches Kirscharoma vorhanden. Das hat sich sehr abgerundet und von Kirsche merke ich nichts mehr. "Gruselig" hat es bei mir zu keinem Zeitpunkt geschmeckt. Ob die Hefe nun im ausgereiften Bier für ein englisches Ale typische Aromen zeigt, kann ich mangels Erfahrung mit diesen Stilen nicht sagen.
Grüße
Matthias

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Re: Tauschring - W100 Biere

#160

Beitrag von Colindo »

Interessant. Die Anstellrate sieht definitiv ok aus. Der sVG ist aber extrem gering. Ich hatte beim ersten Bier mit 20% dextrinhaltigem Glukosesirup 76% und beim Weizen ca. 80%. Der exakte Wert müsste auf meiner Flasche stehen, bin gerade auf der Arbeit. Bei dir mit 15% Invertzucker (sehr stiltypisch, super!) müsstest du an die 85-90% kommen.

Invertzucker müsste auch dafür sorgen, dass das Bier besonders klar wird, weil er keine Proteine mitbringt. Wie stellst du fest, ob die Trübung von der Hefe kommt? Meine Flasche war mit ziemlicher Sicherheit hefetrüb. Das Kirscharoma hätte ich gerne mitbekommen. Bei meinem Bier ist es aber auch verhältnismäßig rasch verflogen. Muss man anscheinend ähnlich schnell trinken wie ein Weizenbier...
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Re: Tauschring - W100 Biere

#161

Beitrag von Weißbierdoktor »

Colindo hat geschrieben: Dienstag 10. Juni 2025, 11:10 Der sVG ist aber extrem gering. [...] Bei dir mit 15% Invertzucker (sehr stiltypisch, super!) müsstest du an die 85-90% kommen.
Ich hatte mich über die 71 % sVG auch gewundert ... die Gärung sah eigentlich gesund aus, von Anstelltemperatur 19 °C hoch bis 25 °C. Ist die W100 eine Hefe, die zwischendurch mal steckenbleibt?
Colindo hat geschrieben: Dienstag 10. Juni 2025, 11:10 Wie stellst du fest, ob die Trübung von der Hefe kommt? Meine Flasche war mit ziemlicher Sicherheit hefetrüb.
sorry, das war sehr verkürzt ausgedrückt - mit "Zellzahl = 0" meinte ich: unter dem Mikroskop mit Zählkammer war keine Hefe mehr zu finden. Verdünnung 1:10 und dann sicherheitshalber nochmal im unverdünnten Bier.
Grüße
Matthias

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Re: Tauschring - W100 Biere

#162

Beitrag von IronHosch »

Weißbierdoktor hat geschrieben: Dienstag 10. Juni 2025, 10:55 [- sVG: 71,4 %, ebenso wie bei der Schnellvergärprobe. Das wirft für mich die Frage auf, mit welchem VG bei der W100 überhaupt zu rechnen ist, soweit da eine sinvolle Aussage möglich ist, ohne die Sudhausarbeit zu berücksichtigen. Ich wäre sehr interessiert, welchen VG Ihr jeweils erreicht habt - idealerweise mit Schüttung und Maischprogramm, soweit Ihr Eure Rezepte nicht bereits bekanntgegeben habt. Bei mir war es eine einstündige Kombirast bei 69 °C.
Ich habe bei meinem Stout lt. easydens einen sEVG von 78% erreicht.

Schüttung waren 76% Maris Otter Pale Ale Malz, 17% Torrified Wheat und 7% Chocolate Malz.
Kombirast bei 66°C für 60 Minuten.
Die Gärung lief mit Temperaturkontrolle bei 20°C.
Gruß, Christian
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Re: Tauschring - W100 Biere

#163

Beitrag von IronHosch »

Ich habe die ersten beiden Biere probiert. Hier meine Notizen (=Sensorik Laie).



Das Weizen von Colindo:
Weizen von Colindo
Weizen von Colindo
Schaum feinporig, hält sich relativ gut, dünne Schaudecke bleibt bis zum Schluss
Geruch getreidig
Optik typische Weizentrübung
Karbonisierung passend für ein Weizen
Etwas zu herb/bitter für meinen (Weizen-)Geschmack



Das Bitter von jkb:
Bitter von jkb
Bitter von jkb
W100-02.jpg (40.36 KiB) 3348 mal betrachtet
Schein feinporig, fällt schnell zusammen, dünne Schaudecke bleibt
Geruch leichte Zitrusnote
Optik relativ trüb
Karbonisierung für mich angenehm
Trinkt sich relativ angenehm, tendenziell etwas wenig Körper
Gruß, Christian
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Re: Tauschring - W100 Biere

#164

Beitrag von schwarzwaldbrauer »

Frage an Colindo, die ich vor der Verkostung des Weizens stellen möchte:
Hast du mit dieser Hefe versuchsweise ein deutsches Weissbier gemacht oder handelt es sich um einen typisch englischen Bierstil?
Wie schon gesagt: bei engl. Bieren hab ich ganz schön Lernbedarf.
Dieter
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Re: Tauschring - W100 Biere

#165

Beitrag von jkb »

Danke für eure Einschätzungen zu meinem Bier, deckt sich mit meiner Erfahrung. Warum es so trübe ist, wundert mich auch, evtl. nicht wallend genug gekocht. Ausgegoren sollte es auf jeden Fall sein, auch wenn ich einen sehr niedrigen EVG hatte. Overpitching könnte es aber auch sein, ohne Zellen zählen ist das ja immer etwas schwierig abzuschätzen.
Colindo hat geschrieben: Sonntag 8. Juni 2025, 20:52Geruch hopfig, ich schätze es sind Fuggle und EKG gemischt. Kommt mir jedenfalls sehr bekannt vor, ohne dass ich einen der beiden Hopfen klar erkennen könnte. Das erdige der Hopfen habe ich hier auch zum ersten Mal klar erkennen können.
- Geschmack im Antrunk direkt leicht sauer. Vielleicht Fehler bei der Wasserbehandlung? Oder die Hefe in der Schwebe schmeckt so...
Tatsächlich habe ich Wakatu benutzt, da wird auch die Zitronennote herkommen. Wasseraufbereitung war unauffällig, ebenso der pH-Wert. Vermutlich eher die schwebende Hefe.

Generell habe ich mir eingebildet, am Anfang etwas von dem beschriebenen KiBa Aroma geschmeckt zu haben, aber das ist recht schnell verflogen.
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Re: Tauschring - W100 Biere

#166

Beitrag von Colindo »

schwarzwaldbrauer hat geschrieben: Mittwoch 11. Juni 2025, 21:14 Frage an Colindo, die ich vor der Verkostung des Weizens stellen möchte:
Hast du mit dieser Hefe versuchsweise ein deutsches Weissbier gemacht oder handelt es sich um einen typisch englischen Bierstil?
Wie schon gesagt: bei engl. Bieren hab ich ganz schön Lernbedarf.
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Hi Dieter, das sollte ein ganz normales deutsches Weißbier sein. Ich hatte auf die KiBa-Aromen gesetzt, davon war bei dem Bier aber keine Spur. Probier's mal, ich fand's trotzdem verblüffend passend.
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Re: Tauschring - W100 Biere

#167

Beitrag von Herbert52 »

Colindo hat geschrieben: Sonntag 8. Juni 2025, 20:52 Als zweites gab es das Old London Best Bitter V2 von Herbert (Herbert52)
- Optisch sehr ansprechend: Klar bis auf einen leichten Kälteschleier, der beim wärmer werden verschwand. Dadurch zeigte sich eine tolle, typische Farbe von ca. 15 EBC. Keinerlei Hefe in der Schwebe und die, die im Bodensatz war, ließ sich beim Ausspülen nur mit viel Schütteln aus der Flasche holen. So kenne ich die W-100. Der Schaum war auch superstabil, Torrefied Wheat sei dank. Nur die Kohlensäure war mit etwas zu viel, vor allem aus meinem 10°C-Kühlschrank.
- Im Geruch komplex fruchtig mit Rosinen und anderen Trockenfrüchten vom Crystal, aber auch der Golding ist mit Birne und einer leichten Bailey's-Note erkennbar. Meine Frau, die selbst kein Bier trinkt, war vom Geruch regelrecht begeistert. "Gar nicht nach Bier, sondern wie Frühling nach einem Regenschauer".
- Geschmacklich wirklich gut getroffen, so könnte auch das Theakston Best Bitter schmecken. Karamellig, malzig, ganz leicht Brotinde, aber mit viel fruchtigen Komponenten. Ein wenig roter Apfel, Birne, Rosine... echt komplex. Für ein Best Bitter vielleicht einen Hauch zu intensiv, da könnte man 1°C niedriger vergären. Aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau.
Ich bin erstaunt wie gut mein Bier ankommt. Ich habe seinerzeit 6 Best Bitter für die HBCON gebraut. 2 veschiedene Sude jeweils gesplittet und mit 6 Hefen angesetzt. Bei unserer eigenen Verkostung ist das Bier mit der W100 als erstes ausgeschieden. Das Best Bitter mit der Ringwood Hefe hat uns am besten geschmeckt und dieses Bier hat den 3. Platz bei der HBCON erreicht.
Vergoren habe ich im Keller bei 16 Grad. Nach 4 Wochen war die Gärung noch nicht abgeschlossen, habe aber auf KEG gezogen und die Karbonisierung begonnen, Im KEG kam es aber nochmals zu einer starken Nachgärung bei einer Raumtemperatur von 21 Grad. Ich habe nur noch 1 Flasche von dem Bier, die und die andere Biere werde ich nächste Woche verkosten und die Berichte hier einstellen.
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Re: Tauschring - W100 Biere

#168

Beitrag von schwarzwaldbrauer »

Habe gerade das W100-Weissbier von Christoph, colindo, probiert.
Das kann man tatsächlich als Weissbier bezeichnen, wenn auch nicht mit den Bananen oder Nelken, die man bei diesem Bierstil gewohnt ist.
Stattdessen meine ich Pfirsich und etwas Birne herauszuschmecken also eindeutig hefebetont.
Das Bier ist blond, trüb und hat grobporigen Schaum, der auch einige Zeit hält. Die Hefe bringt ausser den schon genannten Fruchtaromen auch etwas erdiges hinein.
Der Hopfen hält sich im Hintergrund, auch wenn etwas kaltgehopft wurde.
Das kann man gut trinken, also war es den Versuch auf jeden Fall wert.
Danke für diese Erfahrung.

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Re: Tauschring - W100 Biere

#169

Beitrag von Colindo »

schwarzwaldbrauer hat geschrieben: Donnerstag 12. Juni 2025, 22:22 Habe gerade das W100-Weissbier von Christoph, colindo, probiert.
Das kann man tatsächlich als Weissbier bezeichnen, wenn auch nicht mit den Bananen oder Nelken, die man bei diesem Bierstil gewohnt ist.
Spannend. Als das Bier frisch war, war es eine Nelkenbombe. Ich muss es unbedingt auch noch einmal probieren.
Herbert52 hat geschrieben: Donnerstag 12. Juni 2025, 22:16 Das Best Bitter mit der Ringwood Hefe hat uns am besten geschmeckt und dieses Bier hat den 3. Platz bei der HBCON erreicht.
Tatsächlich? Bei MMuM steht die Fuller's-Hefe in deinem Rezept. Und sind die 16°C die Raumtemperatur oder war das kontrolliert?

Das Bier mit der W-100 war damals wahrscheinlich einfach zu jung. Scheint Zufall zu sein, ob die Hefe früh ihre fruchtigen Aromen zeigen kann oder ob es besser noch lagert.
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Re: Tauschring - W100 Biere

#170

Beitrag von jkb »

schwarzwaldbrauer hat geschrieben: Donnerstag 5. Juni 2025, 22:00 Beim Etikett geht ein besonderes Lob an Herbert: Toll gemacht und mit vielen Informationen, wie ich das bereits in Alpirsbach erlebt habe.
Dem muss ich zustimmen und gleich Richtung Herbert nachfragen, ob du die Etiketten selber druckst? Und wenn ja, mit welchem Papier?
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Re: Tauschring - W100 Biere

#171

Beitrag von schwarzwaldbrauer »

Heute habe ich mir das Trüpanosaurus von Tim vorgenommen. Tiefes dunkelbraun, leider kein Schaum.
Es riecht malzig süß. Der Geschmack ist deutlich von Kaffee dominiert. Der starke Alkoholgehalt, nach Etikett 9%Vol. versteckt sich dahinter. Damit merkt man dessen Wirkung erst nachdem man sich ein paar Schluck einverleibt hat.
Etwas mehr Hopfenbittere würde sicher gut passen.
Aber auch so ist es ein schönes Dessertbier, das sich noch ein paar Monate lagern und im Winter gut schlürfen lässt.
Danke Tim und Julien
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Re: Tauschring - W100 Biere

#172

Beitrag von IronHosch »

OT:
Aus dem Versandpaket gab es gestern das Martha Märzen von Dieter.
Martha Märzen
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Ein sehr gutes Bier. Kein Trinkwiderstand. Da hätte ich noch mehr trinken können.
Natürlich ein sehr subjektiver Eindruck. Aber nach dem schönen Sommertag gestern dann abends das Bier frisch ausm Kühlschrank. Ein Traum. :thumbup

Die Zutaten standen auf der Etikettenrückseite. Hier wäre ich durchaus an weiteren Details wie z.B. Rasten und Gärführung interessiert.
Danke!
Gruß, Christian
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Re: Tauschring - W100 Biere

#173

Beitrag von schwarzwaldbrauer »

Christian,
kriegst pn mit den Daten.

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Re: Tauschring - W100 Biere

#174

Beitrag von Herbert52 »

Colindo hat geschrieben: Freitag 13. Juni 2025, 06:24
Herbert52 hat geschrieben: Donnerstag 12. Juni 2025, 22:16 Das Best Bitter mit der Ringwood Hefe hat uns am besten geschmeckt und dieses Bier hat den 3. Platz bei der HBCON erreicht.
Tatsächlich? Bei MMuM steht die Fuller's-Hefe in deinem Rezept. Und sind die 16°C die Raumtemperatur oder war das kontrolliert?

Das Bier mit der W-100 war damals wahrscheinlich einfach zu jung. Scheint Zufall zu sein, ob die Hefe früh ihre fruchtigen Aromen zeigen kann oder ob es besser noch lagert.
Hallo Christoph,
Der Sud wurde auf 15°C gekühlt und dann im Keller vergoren, die Temperatur ist aber nie über 17°C gestiegen.
Ich habe das Rezept nochmal kontrolliert, ich habe schon gedacht ich hätte einen Fehler gemacht, aber da
steht nach wie vor die Ringwood Ale drin.https://www.maischemalzundmehr.de/index ... t%20bitter
Gruß Herbert
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Re: Tauschring - W100 Biere

#175

Beitrag von Colindo »

Herbert52 hat geschrieben: Samstag 21. Juni 2025, 09:37 Ich habe das Rezept nochmal kontrolliert, ich habe schon gedacht ich hätte einen Fehler gemacht, aber da
steht nach wie vor die Ringwood Ale drin.
Ja, sehe ich jetzt auch so. Ich könnte aber schwören, dass ich das Rezept direkt nach meinem Post nochmal kontrolliert habe und da immer noch Fuller's stand. Verrückte Welt...

Nur ein Grad Anstieg bei 24L ist ziemlich ungewöhnlich, hast du wirklich in der Kräusen gemessen? Ich bekomme 1°C schon bei 7-10 L und sehr niedriger Anstellrate.
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Re: Tauschring - W100 Biere

#176

Beitrag von bluecatbrewery »

Liebe Braukollegen, ich bin leider noch nicht zum Verkosten gekommen.
Hier sind ein paar Eckdaten meines Oyster Stouts.

Brauwasser: Kalzium 63, Magnesium 19, Sulfat 50, chlorid 55, Natrium 19 mg/l
Malz: PA Maris Otter, Gerstenflocken, Black Malt, Röstgeste
Hopfen: EKG
Maischen: 60 f. 15 min, 70 f. 60 min - pH 5,4
12 Stk Austernschalen, 30 min mitgekocht, auf 23,5 L Ausschlagwürze (nehme das nächste mal mehr oder evtl. auch das Fleisch dazu- geschmacklich war da bei Versand noch nichts wahrzunehmen. Werde es jedoch im September nach 6 Monaten Lagerung nochmal probieren - eigenes Keg)
11,5 P, nur 56 % VG

Ich habe auch festgestellt, dass kaum Schaum bei Einschenken aus der Flasche im Glas war. Aus dem Keg/Keezer gezapft war er feinporig, fest und hielt sich deutlich länger. Ich habe zum ersten Mal unter Druck abgefüllt (CO2 vorspülen gleich wie im Keg). Liegt es womöglich daran, dass die Flaschen zu früh wieder geöffnet wurden oder woran kann es liegen, wenn beim Zapfen die Schaumstabilität passt?

Beste Grüße,
Manuel
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Re: Tauschring - W100 Biere

#177

Beitrag von Colindo »

bluecatbrewery hat geschrieben: Mittwoch 25. Juni 2025, 18:37 Liegt es womöglich daran, dass die Flaschen zu früh wieder geöffnet wurden oder woran kann es liegen, wenn beim Zapfen die Schaumstabilität passt?
Hi Manuel, da würde ich aktive Hefe in der Schwebe vermuten. Oder war dein Bier komplett klar? Von den zwei anderen Bieren, die einen niedrigen VG hatten, waren beide trüb, deswegen die Vermutung.

Viele Grüße
Christoph
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Re: Tauschring - W100 Biere

#178

Beitrag von Colindo »

Ich bin dazu gekommen, zwei Stouts zu verkosten.

Zuerst das Choco Stout Pflaume von Herbert.
- Optisch dunkelbraun, nicht ganz schwarz. Glasklar mit beigem Schaum, der zwar nicht sofort zerfällt, aber auch nicht ewig bleibt.
- Im Geruch leichte Schokoladennoten mit deutlichem Fruchteinschlag. Die Pflaume ist auch präsent, meiner Meinung nach aber gut von den Fruchtestern umspielt.
- Im Geschmack intensive Pflaume, die ungewohnt gut zur Geltung kommt. Von anderen Fruchtbieren kenne ich das sonst so, dass da mehr im Geruch passiert als im Geschmack. Das Bier hat wenig Süße, ist auf der Zunge deshalb recht schlank. Dann die wuchtige Pflaume, mit etwas Schoko und Kirscharoma. Im Abgang eine merkbare, aber angenehme Bittere.
Ich merke, wie ich das Bier echt schnell wegtrinken kann, obwohl es mit 6,9% ganz schön zuhaut. Da zeigt sich der hohe (vermutlich?) EVG der Hefe von seiner besten Seite. Bei den Zutaten ist mir das Rauchmalz aufgefallen, von dem ich aber nichts bemerke.

Danach kam das Stout von IronHosch (Christian) an die Reihe. Wenn ich mich recht erinnere, war das an mein Frucht & Schoko Stout angelehnt.
- Tiefschwarz, relativ klar, aber leider mit schnell zerfallendem Schaum. Letzteres kann ich mir nicht erklären, mit Röstmalzen und der Menge Torrefied Wheat sollte das eigentlich wie Eischnee sein.
- Der Geruch erinnert mich direkt an das Rezept. Schokolade und Sahne in einer schönen Harmonie, mit leichten Fruchtestern von der Hefe. Ich meine, die Kirsche erkennen zu können.
- Geschmacklick einwandfrei mit viel röstigen Noten und einer angenehmen Bittere. Nur die Cremigkeit, die der Schaum sonst vermittelt, fehlt leider.
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Re: Tauschring - W100 Biere

#179

Beitrag von bluecatbrewery »

Colindo hat geschrieben: Donnerstag 26. Juni 2025, 09:21
bluecatbrewery hat geschrieben: Mittwoch 25. Juni 2025, 18:37 Liegt es womöglich daran, dass die Flaschen zu früh wieder geöffnet wurden oder woran kann es liegen, wenn beim Zapfen die Schaumstabilität passt?
Hi Manuel, da würde ich aktive Hefe in der Schwebe vermuten. Oder war dein Bier komplett klar? Von den zwei anderen Bieren, die einen niedrigen VG hatten, waren beide trüb, deswegen die Vermutung.

Viele Grüße
Christoph
Hallo Christoph, danke für deine Antwort. Das kann ich leider nicht mehr genau sagen. Bezüglich niedrigen VG war ich der Meinung, dass die Hefepropagation nicht wie gewünscht lief und deswegen womöglich mit zu wenig Hefezellen angestellt wurde.
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Re: Tauschring - W100 Biere

#180

Beitrag von Colindo »

bluecatbrewery hat geschrieben: Dienstag 1. Juli 2025, 11:29 Hallo Christoph, danke für deine Antwort. Das kann ich leider nicht mehr genau sagen. Bezüglich niedrigen VG war ich der Meinung, dass die Hefepropagation nicht wie gewünscht lief und deswegen womöglich mit zu wenig Hefezellen angestellt wurde.
Beste Grüße, Manuel
Ich hatte dein Bier vorgestern in der Flasche, das war komplett klar. Schaum hat sich schön gebildet, war aber nur mittelmäßig stabil. Nicht so schlimm wie bei den anderen, aber etwas schneller als ich es bei einem Stout erwarten würde. Die Schokoladennoten kamen gut raus, und ich meine direkt nach dem Antrunk so einen Hauch Umami festgestellt zu haben, den ich von meinem Meat Stout wiedererkannte. Im Abgang noch etwas viel Röstbittere, das kann also noch gut etwas lagern.

Das Bier war auch nicht sehr süß, also 56% VG sollte das nicht haben.
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Re: Tauschring - W100 Biere

#181

Beitrag von Colindo »

Gestern gab es das Imperial Porter von Silveroverlord (Tim):
- Tolle, tiefdunkle Farbe mit roten Reflexen. Das Bier war ganz klar und der Schaum stabil.
- Im Geruch Schokolade und verschiedene Malznoten, Karamell bzw. Toffee. Etwas Kirsche und die anderen, bekannten Fruchtnoten von der Hefe.
- Geschmacklich wirklich umwerfend. Eine ausgeprägte Süße im Antrunk, dann komplexe Noten von Trockenfrüchten mit etwas Kirsche im Abgang, passende Bittere. Die alkoholische Stärke habe ich kaum bemerkt, nur ganz am Ende als es wärmer wurde hatte es einen alkoholischen Geruch. Gefährlich lecker.

Mein Weizen habe ich vor kurzem auch nochmal probiert und kann die unangenehme Bittere, vermutlich vom Eiweiß des Weizenmalzes, bestätigen. Sehr schade. Von den phenolischen Noten war auch wenig übrig, aber noch erkennbar.
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Re: Tauschring - W100 Biere

#182

Beitrag von bluecatbrewery »

Spät aber doch- aufgrund der Sanierung meines Hauses kam ich den ganzen Sommer leider zu gar nichts!

Hier meine Bewertung zu Herberts Best Bitter:
Verkostung: Best Bitter


Erscheinungsbild
• Farbe: Bernstein bis Kupfer.
• Klarheit: Leicht trüb; insgesamt klar bis leicht trüb.
• Schaum: Feinporig, cremig, stabil. Nach 5 Minuten noch ca. 1,5–2 cm Schaum


Aroma
• Malz: Brotkruste erkennbar.
• Hopfen: Eher grasig; möglicherweise aufgrund längerer Lagerung.
• Fruchtigkeit: Schwache Orangennoten erkennbar?


Geschmack
• Malz: Leicht süßlich.
• Hopfen: Moderat, bitter, balanciert, nicht aggressiv.
• Nachtrunk: Trocken, leicht malzig; mittellang


Mundgefühl
• Körper: Leicht bis mittel, weich und rund.
• Kohlensäure: Lebendig, nicht zu stark.
• Trinkbarkeit: Angenehm, gut süffig.


Gesamteindruck
• Harmonisches, süffiges Ale.

Danke für die tolle Erfahrung! Die nächsten Biere folgen demnächst!

Grüße aus Wien, Manuel
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Re: Tauschring - W100 Biere

#183

Beitrag von Weißbierdoktor »

Hallo,

bei mir hat es etwas länger gedauert - die Stouts haben sich bei mir bis in den Winter gehalten und ich habe eben das letzte verkostet. Hier die Eindrücke, die ich mir jeweils notiert hatte:

Best Bitter, jkb
light brown color, some haze
very little off-white head with big bubbles, not lasting
intense earthy-spicy hop aroma, phenolic?
medium-low body, very low carbonation
flavor fruity and somewhat sour/yeasty/vomity?, no distinct malt character,
moderate bitterness
finishing fruity with hoppy aftertaste
some yeast residue in the bottle

Weizen, Colindo
light gold color, some haze
voluminous, dense white head with good retention, lace
medium fruity aroma, reminding of Belgian ales, with very slight hints of banana and cherry
no malt or hop aroma
medium body and carbonation
moderate bitterness, lingering into the finish
light sourness
fruity flavor, very low malt, no hop flavor
aftertaste bitter
some yeast residue in the bottle

Bitter, Schwarzwaldbrauer
pale gold color, light haze
very dense, white head
aroma: spicy hops, slightly fruity
medium body and carbonation
medium-low bready malt
medium spicy hop flavor, medium-low bitterness
well balanced malt and hops
moderatly dry finish
lots of yeast sediment in the bottle

Bitter, Herbert52
verly light brown color, light haze
dense white head with very good retention
citrusy and floral aroma
medium-low body, medium carbonation
flavor fruity, very little malt and hop character
very light sourness
medium-high bitterness
dry finish, with lingering bitterness, and a fruity and phenolic aftertaste

Oyster Stout, Bluecatbrewery
nearly black color, clear
thick tan head with big bubbles
medium-low roast aroma, medium fruity esters
carbonation high and somewhat sharp
medium body
medium-high dark malt and roast flavor
medium-high fruitiness, reminding of German Weißbier
malt, bitterness and fruitiness well balanced
medium bitterness, lingering into the very dry finish
aftertaste bitter

Frucht-/Schoko-Stout, IronHosch
moderate, off-white head with small bubbles
nearly black color with ruby reflexes, clear
medium fruitiness (orange?)
medium-low dark malt aroma, like dark bread crust
medium-low carbonation
medium-high body
medium-high dark malt flavor, hints of stone fruit
very low roast character
low earthy hop flavor
light alcoholic touch
medium-low bitterness
very well balanced, dry throughout

Imperial Porter, Sliveroverlord
very dark brown color, clear
very low carbonation, no head at all
medium-high dark caramel and dark stone fruit aroma
medium-strong body
smooth, somewhat oily mouthfeel
medium-high sweetness, noticeable alcohol
medium-high, lingering bitterness
flavor: like aroma, but less intense; no noticeable hop flavor
bitter-sweet finish

Beim letztgenannten könnte ich mir gut vorstellen, daß die fehlende Carbonisierung ein Einzelflaschenphänomen war. Leider gab es mit der anderen Flasche einen traurigen Unfall, die stand vorne im Weinkühlschrank und ist beim Öffnen der Türe rausgefallen und zerbrochen.

Beim Oyster Stout, das ich erst vor einigen Tagen getrunken habe, bin ich mir relativ sicher, daß es eine weitergehende Nachgärung in der Flasche gab. Optisch war es völlig klar (GDA?), aber ich meine mich zu erinnern, daß unterhalb 500.000 Zellen/ml fürs Auge keine Trübung feststellbar ist.

Die W100 hat mich insgesamt eher nicht überzeugt; ich habe mein Dark Mild ein weiteres Mal gebraut und dann noch ein Bitter. Laut Uli Peise macht die Hefe ja aus unterschiedlichen Schüttungen sehr verschiedene Aromen. Die beiden Dark Mild fand ich eher sonderbar und sehr "eckig", bin aber auch bei englischen Bieren sehr unerfahren. Mein Bitter war (für mich) ein sehr gutes Bier, das allerdings eher als Bière de Saison hätte durchgehen können - sowohl geschmacklich, als auch vom VG (90,5 %). Gerade fällt mir auf, daß ich auch beim Bitter von Jan und Herbert phenolische Aromen aufgeschrieben hatte. Vielleicht weiß ja jemand mehr hierzu?

Ich fand die Tauschring-Aktion (meine erste Teilnahme an sowas) sehr spannend und würde das gerne jederzeit wieder machen. Danke nochmal an Jan und Euch alle!
Grüße
Matthias

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Re: Tauschring - W100 Biere

#184

Beitrag von Colindo »

Hi Matthias,

danke für das Feedback. Ich habe irgendwo noch 2 Flaschen meines Weizens stehen, da könnte ich noch einmal nachprobieren. Klingt auf jeden Fall alles passend.

Mir gefällt die Hefe bislang sehr gut. Vor kurzem habe ich die wiederbelebt und mehrmals verwendet. Ich fülle heute ein Best Bitter mit der ab und ein Dubbel ist gerade in der Gärung. Beide Male mit viel Zucker, da scheint der Hefe zu gefallen.

Die Hefe kann phenolische Aromen ausbilden. Mein Weizen hatte zu Beginn überwältigend Nelke. Wenn die Hefe wirklich von Theakston ist, so ist das für Brauereien aus Yorkshire auch typisch, dass phenolische Komponenten im Bier vorkommen. Es ist aber unter Umständen schwierig, das so auszubalancieren, dass das in jedem Bierstil schmeckt. Angeblich soll offene Gärung hier besser sein als Gärung unter Druck und es gibt sicher weitere Parameter in der Richtung.
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Re: Tauschring - W100 Biere

#185

Beitrag von Weißbierdoktor »

Sehr interessant. Ich hab gestern entdeckt, daß noch eine Flasche von Jans Bitter da war, und die gleich auch noch aufgemacht. Das hat mich sehr an meines erinnert. Beir mir waren die Phenole noch krasser und wie gesagt schmeckte es sehr Saison-artig.
Grüße
Matthias

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