Kombucha im Unitank (Ss Brewtech Unitank 2.0) – Probleme mit Kühlung, Klärung und Gegendruckabfüllung

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Norim7
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Kombucha im Unitank (Ss Brewtech Unitank 2.0) – Probleme mit Kühlung, Klärung und Gegendruckabfüllung

#1

Beitrag von Norim7 »

Hallo zusammen,
ich versuche aktuell, Kombucha auf einem professionelleren Setup herzustellen und stoße dabei auf einige technische Probleme. Vielleicht hat hier jemand Erfahrung mit Unitanks bzw. druckbeaufschlagter Abfüllung bei Kombucha.
Mein Setup:
Ss Brewtech Unitank 2.0
Ss Brewtech Glykolkühler
Kegland Cannular Gegedruckabfüller
Erster Versuch / Vorgehen:
Der Unitank war nur ca. 25 % gefüllt, da ich zunächst einen Testlauf machen wollte.
Ziel war es, den Kombucha zu kühlen, etwas zu klären und anschließend unter Gegendruck abzufüllen.
Beobachtete Probleme:
Kühlung / Glykol:
Der Glykolkühler war anfangs auf –5 °C eingestellt.
Dabei ist mir aufgefallen, dass:
der Anfang des Kühlmantels vereist ist,
sowie später auch beide Glykol-Anschlüsse (Ein- und Ausgang) am Unitank sichtbar vereist waren.
Trotz der sehr niedrigen Glykoltemperatur ließ sich die Produkttemperatur im Tank nur auf etwa 7–8 °C senken.
Anschließend habe ich die Glykoltemperatur auf –1 °C erhöht, um Vereisung zu vermeiden.
Zusätzlich hatte ich den Eindruck, dass die konische Zone des Tanks kaum oder gar nicht aktiv gekühlt wurde, vermutlich aufgrund des sehr niedrigen Füllstands und eines teilweise „trockenen“ Kühlmantels.
Klärung / Sedimentation:
Durch die vergleichsweise hohe Produkttemperatur hat sich die Hefe bzw. das Trubmaterial nicht sauber im Konus abgesetzt.
Der Kombucha blieb entsprechend trüb.
CO₂ / Druck / Abfüllung:
Im Tank herrschten etwa 1,3 bar Druck. Das schon nach sehr kurzer Zeit (ca. 30 Minuten) über die CO2 Flasche.
Beim Abfüllen mit dem Kegland Cannular Gegedruckabfüller kam es ausschließlich zu starker Schaumbildung, die Flaschen ließen sich praktisch nicht füllen.
Erst nach einer Druckreduzierung auf ca. 0,1 bar konnte ich die Flaschen zu etwa ¾ füllen, bevor wieder vermehrt Schaum entstand.
Meine Kernfrage:
Würde sich die Gesamtsituation deutlich verbessern, wenn ich den Unitank z. B. auf 60 % oder mehr fülle, sodass:
der Kühlmantel vollständig benetzt ist,
niedrigere und stabilere Produkttemperaturen (Cold Crash) erreichbar sind,
sich Hefe/Trub besser im Konus absetzt,
und die Gegendruckabfüllung insgesamt stabiler und schaumärmer funktioniert?
Wäre ein Spunding Valve nützlich?
Zusätzlich interessiert mich:
Welche Zieltemperaturen für Kombucha vor der Abfüllung sich bei euch bewährt haben?
In welchen Druckbereichen ihr im Unitank bzw. am Cannular arbeitet?
Vielen Dank vorab für eure Einschätzungen und Erfahrungen.
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Innuendo
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Re: Kombucha im Unitank (Ss Brewtech Unitank 2.0) – Probleme mit Kühlung, Klärung und Gegendruckabfüllung

#2

Beitrag von Innuendo »

Ich kenne "Kombucha" nicht.
Die Unitanks sind für 15PSi Fermentierung ausgelegt. Mit 1.3 bar bist Du drüber. Mit so viel Druck abfüllen wird nicht funktionieren. Ich würde sogar behaupten, das ist ziemlich gefährlich. Ich drücke mit 1 bis 1,5 PSI (0,05 bis 0,1bar) in Kegs um.
Geringes Vereisen an den Anschlussstellen ist nicht grundsätzlich falsch. Hier trifft warm (auch aus der Luft) auf kalt und Tauwasser fällt aus. Das vereist dann auch mal an den -5°C Metallanschlüssen. Solange das Glykolgemisch flüssig bleibt, ist das ok. An den ungedämmten Stellen verlierst Du viel Kühlwirkung. Der Kühlmantel ist oberhalb vom Konus. Bei 25% Füllung ist vermutlich nicht ausreichend Kühlmantel-Fläche um Dein Jungbier zur Abkühlung vorhanden. Anders gesagt: die geringe Menge Bier steht unterhalb vom oder knapp am Kühlmantel. Im Kopfraum über dem Bier hast du gut gekühltes CO2.
Innu
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Innuendo
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Re: Kombucha im Unitank (Ss Brewtech Unitank 2.0) – Probleme mit Kühlung, Klärung und Gegendruckabfüllung

#3

Beitrag von Innuendo »

ich habe chatGPT gefragt, ob meine Vermutung "das ist gefährlich" korrekt ist:
deine rolle: physik experte
test szenario: gegeben ist ein fermenter mit einem volumen von ca. 50 Liter. der fermenter darf laut hersteller mit maximal 15 PSI druck genutzt werden. ein anwender befüllt den fermenter mit co2 auf 18 PSI. simuliere ein plötzliches lösen einer 1,5 Zoll tri clamp schelle.
frage: wie viel meter fliegt die Tri Clamp Schelle in die höhe
bewerte das sicherheitsrisiko für umstehende personen
stil: kompakt
Die Antwort:
Ergebnis: Flughöhe der 1,5" Tri-Clamp-Schelle (18 psi, 50-L Fermenter)
18 psi liegt über der Herstellergrenze (15 psi) und ist sicherheitstechnisch nicht zulässig.
Für eine typische 1,5" Tri-Clamp-Schelle (ca. 0,1–0,2 kg) und einen realistischen Gas-Kopfraum im Fermenter von grob 5–10 L (nicht die vollen 50 L Gas) ergibt sich als praxisnahe Größenordnung:

typisch: 1–3 m
ungünstig (verkantungsfrei, viel Kopfraum, sehr schnelles “Aufspringen”): 3–6 m
extremer Worst Case: bis ~8–12 m (selten, aber physikalisch möglich)

Wichtig: Es kann auch seitlich weggeschleudert werden, nicht nur nach oben.
Sicherheitsrisiko für umstehende Personen: Sehr hoch.
Gründe (kurz):
Projektilgefahr (Augen-/Kopfverletzungen sind realistisch, insbesondere im Nahbereich)
Sekundärgefahr: Nicht nur die Schelle – auch Deckel/Ferrule/Anbauteile können sich lösen oder ruckartig bewegen
CO₂-Strahl + Flüssigkeitssprühnebel (Atem-/Augenreiz, Rutschgefahr)
Praktische Bewertung: Personen im Umkreis von 3–5 m und in Ausblasrichtung sind akut gefährdet.
Croissant
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Re: Kombucha im Unitank (Ss Brewtech Unitank 2.0) – Probleme mit Kühlung, Klärung und Gegendruckabfüllung

#4

Beitrag von Croissant »

Hallo in die Runde,

der Aufkleber auf den Beinen meines Unitanks warnt davor 30 psi zu überschreiten. Ich habe nach dem Hinweis von Innuendo mal ins Handbuch geschaut, dort wird lediglich 15 psi empfohlen.

Mein Tri-Clamp-Ventil geht bis 2,2 bar, dann muss das die Klammer also mindestens auch können.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen und eine weitere Frage anhängen, sorry Norim7, dass ich dafür Deinen Post „missbrauche“, zumal ich Dir auf Deine Kernfragen keine Antwort bieten kann: Ich vergäre gerade das erste mal unter Druck. Ziel ist ein Druck von 1,9 bar. Wie verhält es sich beim Umdrücken in meine Kegs mit dem Hefe-Schmodder, der sich unten im Schaurohr abgesetzt hat? Wird der aufgewirbelt, wenn sich beim Umdrücken der Innendruck langsam abbaut, oder bleibt der stabil an seiner Stelle?

Grüße
Croissant
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