Starter aus Bodensatz, ein paar Anfängerfragen

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blackarrow1990
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Starter aus Bodensatz, ein paar Anfängerfragen

#1

Beitrag von blackarrow1990 »

Hallo zusammen,

ich mache meine Starter aktuell aus Bodensätzen von Gutmann zusammen mit Vitamalz. Das hat bisher zweimal gut funktioniert (ich weiss, zu früh zu sagen, dass die Methode zuverlässig ist). Falls es schiefgeht, habe ich zur Sicherheit immer Flüssighefe oder Trockenhefe parat. Hals von Bier und Vitamalz inkl. Flaschenöffner werden immer dezinfiziert.
Die Hefe ist bei den Gutmann-Flaschen recht gut zu erkennen, da das Bier sehr klar ist. Trotzdem bin ich mir beim Ausschenken nie ganz sicher, ob ich nicht doch zu viel Bier zusammen mit der Hefe in den Starter kippe.
Grundsätzlich mache ich es so:
Wenn ich merke, dass das Bier nicht mehr ganz klar ist und langsam Hefe mitkommt, kippe ich einfach den Rest komplett in den Starter.

Frage 1:
Ist es überhaupt schlimm, wenn etwas mehr Bier mit in den Starter gelangt?

Da ich noch Anfänger bin, finde ich es schwierig zu beurteilen, ob ein Starter wirklich „funktioniert“.
Am Anfang habe ich oft viel Schaum (vermutlich vom Bier + Vitamalz), der mit der Zeit weniger wird. Aber solange ich keine klare Kräusenbildung oder sichtbare Gärung in der Würze sehe, bin ich unsicher, ob der Starter wirklich aktiv ist.

Frage 2:
Gibt es zuverlässigere Anzeichen, woran man erkennt, dass ein Starter gesund und einsatzbereit ist?

Danke euch.
Colindo
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Re: Starter aus Bodensatz, ein paar Anfängerfragen

#2

Beitrag von Colindo »

Wenn du keinen Magnetrührer benutzt, verhält sich der Starter wie ein Minisud, das heißt es sollte eine ordentliche und klar erkennbare Kräusen geben, vor allem bei einer Weizenhefe.
Auf Youtube: The British Pint
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DerDallmann
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Re: Starter aus Bodensatz, ein paar Anfängerfragen

#3

Beitrag von DerDallmann »

blackarrow1990 hat geschrieben: Mittwoch 21. Januar 2026, 18:43
Frage 1:
Ist es überhaupt schlimm, wenn etwas mehr Bier mit in den Starter gelangt?

Da ich noch Anfänger bin, finde ich es schwierig zu beurteilen, ob ein Starter wirklich „funktioniert“.
Am Anfang habe ich oft viel Schaum (vermutlich vom Bier + Vitamalz), der mit der Zeit weniger wird. Aber solange ich keine klare Kräusenbildung oder sichtbare Gärung in der Würze sehe, bin ich unsicher, ob der Starter wirklich aktiv ist.

Frage 2:
Gibt es zuverlässigere Anzeichen, woran man erkennt, dass ein Starter gesund und einsatzbereit ist?
1: Das ist kein Problem. Was soll den Starter da schädigen?

2: Ich messe immer. Refraktometer. Da weisst du den VG und kannst ca. einschätzen, ob die Hefe den Zucker verarbeitet hat. Eine Garantie ist aber auch das nicht...
Mfg

Johst
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Re: Starter aus Bodensatz, ein paar Anfängerfragen

#4

Beitrag von blackarrow1990 »

Super, danke.

Ich hatte überlegt, einen Gärspund auf die Flasche zu setzen und durch das „Ploppern“ zumindest festzustellen, dass die Hefe aktiv ist. Aber die Messung mit dem Refraktometer ist natürlich die bessere Lösung. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das mit dem Gärspund überhaupt sinnvoll wäre, die Hefe braucht doch eher Sauerstoff, oder?

Heute habe ich die Flasche ein paar Mal geschüttelt, dabei hat sich recht viel Schaum gebildet, der teilweise sogar aus der Flasche ausgetreten ist. Ich gehe daher davon aus, dass sich etwas tut.
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DerDallmann
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Re: Starter aus Bodensatz, ein paar Anfängerfragen

#5

Beitrag von DerDallmann »

Du führst nicht nochmal Sauerstoff zu während der Gärung.
Belüften beim Anstellen reicht, danach entweder Magnetrührer, oder manuell aufschütteln.
Mfg

Johst
blackarrow1990
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Re: Starter aus Bodensatz, ein paar Anfängerfragen

#6

Beitrag von blackarrow1990 »

Okay, ich habe es irgendwann gelesen, dass es nicht komplett geschlossen sein darf. Also am Hals habe ich lose Aluminiumfolie, damit die Hefe im Kontakt mit Luft bleibt.
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DerDallmann
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Re: Starter aus Bodensatz, ein paar Anfängerfragen

#7

Beitrag von DerDallmann »

Mfg

Johst
blackarrow1990
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Re: Starter aus Bodensatz, ein paar Anfängerfragen

#8

Beitrag von blackarrow1990 »

Danke!
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Johnny H
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Re: Starter aus Bodensatz, ein paar Anfängerfragen

#9

Beitrag von Johnny H »

Es gibt ein paar kleinere Tricks, an denen man erkennen kann, ob sich im Starter was tut:

- bereits genannt bzw. erkannt wurden Änderung des Brechungsindex' und Schaumbildung.
- man kann auch ein langes brennendes Streichholz in den Kolbenhals halten, wenn dieser breit genug ist -> wenn genug CO2 da ist, verlöscht die Flamme
- in der Regel gibt es auch eine optische Änderung: die Flüssigkeit wird heller, und man sieht irgendwann, dass die Hefe mehr wird. Das erfordert aber ein bisschen Erfahrung.

Ich messe im Zweifel mit dem Refraktometer. So merke ich auch, wenn der Starter ausgegoren ist und ich aufstocken muss.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)
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