Hallo ihr lieben,
meine Thema wird vermutlich nur für die interessant sein, die schon ein wenig tiefer drin stecken, und sich daher einen konischen Fermenter mit Bodenablass bzw. einen klassischen Unitank gegönnt haben.
Auf der anderen Seite ist es vermutlich auch dann interessant, wenn man das Bier kurz nach dem Stopfen umfüllt. Also fange ich vielleicht erstmal an zu erklären.
Mein Herangehensweise ans Stopfen
In letzter Zeit bekommt man es immer öfter zu Ohren - und auch ich habe schon die Erfahrung gemacht - dass Biere zufriedenstellender sind, wenn ich das Hopfenstopfen (aka dry hop) nur für eine kurze Zeit durchführe. Die Öle gehen recht flott ins Getränk über. Und auch bzgl. Hop Creep, bei dem Enzyme auf dem Hopfen weitere vergärtere Zucker aus der Würze lösen, wodurch die ungewollte Nachgärung entsteht, macht eine kurze Kontaktzeit bei niedrigen Temperaturen natürlich Sinn.
Mein Stopfprozess
Soweit zu meinem Vorgehen. Nun zu meiner Frage: Das Hopfenstopfen - egal ob am Ende der Gärung bei kalten Temperaturen, oder während der Hauptgärung zum ausnutzen der Biotransformation (weniger interessant für den Hop Creep) - früher ich in den folgenden Schritten durch:
- beim Stopfen am Ende der Gärung: Cold Crash und Hefe ablassen (für Biotransformation diesen Schritt auslassen)
- Druck ablassen
- Tank Deckel öffnen und über den Blow-Off Arm wenig Druck CO2 fließen lassen (Ich weiß es gibt Sauerstoffärmere Varianten, die hier nicht Thema sein sollten. Ich hatte nie Probleme damit)
- Hopfen Pellets einstreuen
- Hopfenpellets sinken direkt in den Bodenablass, daher sprudle ich den Bodenablass 3-4 mal mit CO2 auf. Der Tank ist dabei zu. Ich muss den Druck natürlich öfter ablassen, damit ich anschließend unten mit ordentlich Druck einblasen kann.
- nach 24-36h hole ich den Hopfen wieder heraus. durch die Schwerkraft geht das recht gut. Sollte zwischendrin noch ein Aufsprudeln mit CO2 erfolgen, verlängert das den Prozess um ein paar Stunden, da es so lange dauert bis der Hopfen wieder abgesunken und komprimiert ist (besser zum ablassen). Damit zu meinem Problem.
Mein Problem
Wie auf den Bildern im Anhang zu sehen, lösen die Pellets sich bei den kühleren Temperaturen (10-20°C) nicht direkt auf. Auch nicht nach dem Aufsprudeln mit CO2. Das dauert in der Regel ein paar Stunden. Das hat zur Folge, dass die Pellets, bedingt durch die Schwerkraft, direkt wieder in den Bodenablass fallen. Der Kontakt zwischen Hopfen und Bier könnte also besser sein.
Natürlich kann ich das Aufsprudeln auch nochmals nach 3-4 Stunden vornehmen, aber der Weg in den Keller ist lang, und die Zeit im Alltag begrenzt.
Meine Frage
Jetzt meine Frage: Hat schon einmal jemand seinen Hopfen zerkleinert, bevor er damit gestopft hat? Grinder gibts seit der Legalisierung genug zu kaufen, sodass man die Pellets schön klein bekommen könnte. Die Idee ist, dass der zerkleinerte Hopfen länger in der Schwebe bleibt.
Es ist nicht so als wäre ich bereits davon überzeugt. Mehr ein Gedankenanstoß, den ich gerne diskutieren würde.
- Bekomme ich Probleme mit Oxidation?
- Extrahiere ich Geschmäcker ins Bier, die ich nicht will?
- Ist es vielleicht sogar vollkommen egal ob der Hopfen nun im Bodenablass hängt, oder im Hauptbereich des Tanks herumschwebt? Er schwebt da schließlich auch nicht ewig?
Ich freu mich auf eure Meinung.
Gruß Chris
Hopfen zerkleinern / grinden für Hopfenstopfen (dry hop)
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Bothi_braut
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Re: Hopfen zerkleinern / grinden für Hopfenstopfen (dry hop)
Hi Chris
Ich gebe die Hopfenpellets immer 3-4 Tage vor dem Cold Crash dazu.
Die Pellet sinken dann zwar auf den Boden und zerfallen, durch die "ich nenne es mal" Gärbewegung schwimmt dann ein Teil davon auf und verteilt sich. Mit dem Cold Crash (und Zeit) sammeln sich die dann am Ende wieder auf dem Boden (alternativ geht auch etwas warten).
Von daher würde ich sagen, dass es nicht notwendig ist die Hopfenpellets zu verkleinern.
Stefan
Ich gebe die Hopfenpellets immer 3-4 Tage vor dem Cold Crash dazu.
Die Pellet sinken dann zwar auf den Boden und zerfallen, durch die "ich nenne es mal" Gärbewegung schwimmt dann ein Teil davon auf und verteilt sich. Mit dem Cold Crash (und Zeit) sammeln sich die dann am Ende wieder auf dem Boden (alternativ geht auch etwas warten).
Von daher würde ich sagen, dass es nicht notwendig ist die Hopfenpellets zu verkleinern.
Stefan
Mein Motto: Add more hops!
30L-Klasse; 50l Topf, 3.5k Induktion, Thermoport mit Läuterhexe, 2x Edelstahl Gärfaß, 2x Kühlschrank mit Inkbird, NC-Kegs und GDA für Flaschen.
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Bothi_braut
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Re: Hopfen zerkleinern / grinden für Hopfenstopfen (dry hop)
Hallo Stefan,
die Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Mit der Zeit zerfallen die Pellets wie gewünscht.
Was das aufschwimmen durch die Gärung angeht: Ich habe ich das Gefühl, fermenterbedingt ist in dem Bodenablass zu wenig Aktivität und zu viel sedimentierendes Material, als dass es zu einem Aufschwimmen und Durchmischen kommt. Da muss man schon etwas nachhelfen (in meinem Fall mit CO2). Durch die Sedimentation gibts zudem wenig Kontaktfläche zwischen Hopfen und Bier.
Worin vergärst du denn?
Wie gesagt, habe ich in meinem Prozess festgestellt, dass ich geschmacklich mit kurzen Stopfzeiten zufriedener bin (24-36h). Flott rein, und flott raus. Und zwischendrin am besten wenig Arbeit haben.
Derzeit ist die Arbeit noch höher. Ich Spüle den Boden mindestens einmal in diesem Zeitraum mit CO2, um auf meine Ergebnisse zu kommen.
Ich würde die Arbeit gerne verlagern. Hopfenpellets, die schon schön fein geschreddert sind, und zu Pellets gepresst wurden, durch einen Grinder mechanisch etwas auflockern, dann in flockiger Form stopfen, damit sie länger schweben. Vielleicht 1-2 mal den Boden spülen, und dann für 24-36h vergessen. Dann abzapfen.
Insofern ist deine vorgeschlagene Stopfdauer glaube ich nicht ganz das richtige für mich. Aber vielen dank für den Vorschlag :-)
LG Chris
die Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Mit der Zeit zerfallen die Pellets wie gewünscht.
Was das aufschwimmen durch die Gärung angeht: Ich habe ich das Gefühl, fermenterbedingt ist in dem Bodenablass zu wenig Aktivität und zu viel sedimentierendes Material, als dass es zu einem Aufschwimmen und Durchmischen kommt. Da muss man schon etwas nachhelfen (in meinem Fall mit CO2). Durch die Sedimentation gibts zudem wenig Kontaktfläche zwischen Hopfen und Bier.
Worin vergärst du denn?
Wie gesagt, habe ich in meinem Prozess festgestellt, dass ich geschmacklich mit kurzen Stopfzeiten zufriedener bin (24-36h). Flott rein, und flott raus. Und zwischendrin am besten wenig Arbeit haben.
Derzeit ist die Arbeit noch höher. Ich Spüle den Boden mindestens einmal in diesem Zeitraum mit CO2, um auf meine Ergebnisse zu kommen.
Ich würde die Arbeit gerne verlagern. Hopfenpellets, die schon schön fein geschreddert sind, und zu Pellets gepresst wurden, durch einen Grinder mechanisch etwas auflockern, dann in flockiger Form stopfen, damit sie länger schweben. Vielleicht 1-2 mal den Boden spülen, und dann für 24-36h vergessen. Dann abzapfen.
Insofern ist deine vorgeschlagene Stopfdauer glaube ich nicht ganz das richtige für mich. Aber vielen dank für den Vorschlag :-)
LG Chris
Re: Hopfen zerkleinern / grinden für Hopfenstopfen (dry hop)
Hallo Chris,
lustig, ich befasse mich ja gerade, in Vorbereitung auf die HBCon, auch wieder intensiv mit Hopfen.
Du hast natürlich einen sehr validen Punkt gefunden. der Konus eines ZKT ist darauf ausgelegt das Bier zu beruhigen, um, im Normalfall, das Geläger/ die Hefe besser abscheiden zu können. Genau das wirkt aber beim Stopfen einer innigen Durchmischung entgegen und verlangsamt damit auch die Lösungsvorgänge.
Wenn wir nach der HG stopfen, lösen wir unsere Pellets in sauerstoffarmen Wasser oder Bier vor. Wir können direkt über Triclamp einen "Behälter" mit dem ZKT verbinden. Wir legen zunächst die Pellets in diesem Behälter vor und begasen sie mit CO2 um die Lust auszutreiben. Danach nehmen wir Wasser, aus dem wir per CO2 'dusche', weitestgehend den gelösten Sauerstoff ausgetrieben haben. Von diesem Wasser drücken wir ebenfalls etwas in diesen "Behälter". Nach etwa 30 Minuten öffnen wir das Ventil zum ZKT um den "Slurry" in den Tank zu lassen und spülen im Anschluss mit etwas von dem Wasser nach. Wir haben statt Wasser auch schon Bier getestet, aber IMHO, steht der Aufwand (Schaum) nicht wirklich im Verhältnis zum Nutzen in Anbetracht der geringen Wassermenge (1-2l auf 6hl Bier).
Cheers
Jan
lustig, ich befasse mich ja gerade, in Vorbereitung auf die HBCon, auch wieder intensiv mit Hopfen.
Du hast natürlich einen sehr validen Punkt gefunden. der Konus eines ZKT ist darauf ausgelegt das Bier zu beruhigen, um, im Normalfall, das Geläger/ die Hefe besser abscheiden zu können. Genau das wirkt aber beim Stopfen einer innigen Durchmischung entgegen und verlangsamt damit auch die Lösungsvorgänge.
Wenn wir nach der HG stopfen, lösen wir unsere Pellets in sauerstoffarmen Wasser oder Bier vor. Wir können direkt über Triclamp einen "Behälter" mit dem ZKT verbinden. Wir legen zunächst die Pellets in diesem Behälter vor und begasen sie mit CO2 um die Lust auszutreiben. Danach nehmen wir Wasser, aus dem wir per CO2 'dusche', weitestgehend den gelösten Sauerstoff ausgetrieben haben. Von diesem Wasser drücken wir ebenfalls etwas in diesen "Behälter". Nach etwa 30 Minuten öffnen wir das Ventil zum ZKT um den "Slurry" in den Tank zu lassen und spülen im Anschluss mit etwas von dem Wasser nach. Wir haben statt Wasser auch schon Bier getestet, aber IMHO, steht der Aufwand (Schaum) nicht wirklich im Verhältnis zum Nutzen in Anbetracht der geringen Wassermenge (1-2l auf 6hl Bier).
Cheers
Jan
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.ulmer.de/usd-7118422/bier-brauen-.html
Die Seite zum Buch "Bier verstehen" https://www.ulmer.de/usd-6840552/bier-verstehen-.html
https://headlessbrewer.wordpress.com/
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Bothi_braut
- Neuling

- Beiträge: 6
- Registriert: Donnerstag 22. Februar 2024, 22:07
Re: Hopfen zerkleinern / grinden für Hopfenstopfen (dry hop)
Hi Jan,
sehr cooles Verfahren. Löst genau mein Problem. Und ist dabei noch viel simpler als mein Ansatz mit dem mechanischen grinden. Klingt aber auch danach, als wenn das Verfahren viel Spielraum lässt, um den Hopfensmoothie möglichst effektiv ins Bier zu bringen.
Wenn du mit 6hl arbeitest kann ich natürlich verstehen, dass Sauerstoffeintrag auch auf einem finanziellen Level unbedingt vermieden werden muss.
Um das auf ein Heimbraulevel bzw. meine kleinen Tanks zu übertragen hier noch ein paar Anmerkungen und Fragen. Hast du da auch Erfahrungen?
1. Du schreibst "nach der HG". Nutzt ihr diese Technik auch zur Biotransformation, oder ist es da egal, weil ihr den Hopfen länger drin lasst? M.M.n. will ich auch hier keine Verzögerung zwischen der hohen Hefeaktivität und dem aufgeflockten Hopfen. Sollte sich übertragen lassen, oder?
2. Kann ich das Wasser zum Austreiben des Sauerstoffs nicht einfach aufkochen? Oder geht es einfach um Zeiteffizienz (Wasser muss erst abkühlen).
3. Tri Clamp Behälter? Von was genau reden wir hier? Von sowas? Siehe Link
Da ich mir mit den Bildrechten nicht sicher bin hier der Link zu Craft Hardware
https://www.crafthardware.de/products/d ... ri-clamp-3
Wenn man noch einen Schlauch an den Gasanschluss bastelt, kann man gut von unten mit CO2 und Wasser befüllen.
Oder darf ich mir die Prozedur anders vorstellen? Nehmt ihr kleinere TC Fittings?
Und wie ist das mit Rückständen. Wenn ihr nachspült kommt doch bestimmt wieder Luft in die Kammer. Oder wiederholt ihr den CO2-Spühlprozess für den "Nachguss"?
4. Hast du auf Hobbybrau-Level auch schon den Hopfen in einem Tricher mit Wasser gemischt, Deckel auf, reingießen, Deckel zu? Auf kommerziellem Level, verstehe ich, dass man das Risiko nicht eingeht, aber wenns beim Hobbybrauen in 90% der Fälle gut geht, wäre das zumutbar?
Beste Grüße, und danke für die tolle Idee
Gruß Chris
sehr cooles Verfahren. Löst genau mein Problem. Und ist dabei noch viel simpler als mein Ansatz mit dem mechanischen grinden. Klingt aber auch danach, als wenn das Verfahren viel Spielraum lässt, um den Hopfensmoothie möglichst effektiv ins Bier zu bringen.
Wenn du mit 6hl arbeitest kann ich natürlich verstehen, dass Sauerstoffeintrag auch auf einem finanziellen Level unbedingt vermieden werden muss.
Um das auf ein Heimbraulevel bzw. meine kleinen Tanks zu übertragen hier noch ein paar Anmerkungen und Fragen. Hast du da auch Erfahrungen?
1. Du schreibst "nach der HG". Nutzt ihr diese Technik auch zur Biotransformation, oder ist es da egal, weil ihr den Hopfen länger drin lasst? M.M.n. will ich auch hier keine Verzögerung zwischen der hohen Hefeaktivität und dem aufgeflockten Hopfen. Sollte sich übertragen lassen, oder?
2. Kann ich das Wasser zum Austreiben des Sauerstoffs nicht einfach aufkochen? Oder geht es einfach um Zeiteffizienz (Wasser muss erst abkühlen).
3. Tri Clamp Behälter? Von was genau reden wir hier? Von sowas? Siehe Link
Da ich mir mit den Bildrechten nicht sicher bin hier der Link zu Craft Hardware
https://www.crafthardware.de/products/d ... ri-clamp-3
Wenn man noch einen Schlauch an den Gasanschluss bastelt, kann man gut von unten mit CO2 und Wasser befüllen.
Oder darf ich mir die Prozedur anders vorstellen? Nehmt ihr kleinere TC Fittings?
Und wie ist das mit Rückständen. Wenn ihr nachspült kommt doch bestimmt wieder Luft in die Kammer. Oder wiederholt ihr den CO2-Spühlprozess für den "Nachguss"?
4. Hast du auf Hobbybrau-Level auch schon den Hopfen in einem Tricher mit Wasser gemischt, Deckel auf, reingießen, Deckel zu? Auf kommerziellem Level, verstehe ich, dass man das Risiko nicht eingeht, aber wenns beim Hobbybrauen in 90% der Fälle gut geht, wäre das zumutbar?
Beste Grüße, und danke für die tolle Idee
Gruß Chris