Es wird a Bier

Hier kommt alles rein, was woanders keinen Platz hat.
Antworten
baeckus
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 233
Registriert: Mittwoch 22. November 2023, 00:17

Es wird a Bier

#1

Beitrag von baeckus »

Fricky
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1292
Registriert: Montag 15. November 2010, 13:28

Re: Es wird a Bier

#2

Beitrag von Fricky »

Nette Aktion, aber authentisch? Mit Spider aus Edelstahl und Flüssighefe von Weihenstephan? Ich denke, das kommt dem Brauen vor 10000 Jahren nicht ansatzweise nahe.

Gruß, Peter.
Benutzeravatar
gulp
Moderator
Moderator
Beiträge: 10703
Registriert: Montag 20. Juli 2009, 21:57
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Es wird a Bier

#3

Beitrag von gulp »

Puh, da weiß man gar nicht wo man anfangen soll. Alles falsch.
Besser ist das: https://www.youtube.com/watch?v=PdwYjFnFoJU&t=186s


Wer mehr wissen will, dem sei dieses Buch empfohlen: https://biergrantler.de/buecher-2/
bisschen scrollen bis >>> Hirschfelder/ Trummer Bier: Eine Geschichte von der Steinzeit bis heute

Gruß
Peter
>>Impfung rettet Leben und Kultur!<<

Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
https://stixbraeu.de
Benutzeravatar
Ludgerus
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 89
Registriert: Samstag 29. April 2023, 14:05
Wohnort: Essen

Re: Es wird a Bier

#4

Beitrag von Ludgerus »

Ich persönlich bin ja kein Fan vom Bierschof. Der Mann dahinter hat ja echt Ahnung, und viele Sachen, die er so macht sind auch inhaltlich spannend, aber mich stört die permanente Verballhornung klerikaler Gesten, Wörter und auch der Optik. Und das obwohl ich gar nicht soooo christlich bin. Mir kommt es teilweise einfach ein bisschen drüber und/oder erzwungen vor... aber sowas ist ja Geschmackssache.
Das Experiment an sich find ich spannend. Ich hätte vermutlich versucht mit Doldenhopfen und selbst gezogenem Sauerteig zu brauen :Smile
Ich hab einmal ein Lichtenhainer mit meinem Sauerteigstarter angesetzt. Hat recht gut geklappt. Ist nur nicht sauer geworden, da hat die Hefe deutlich alles andere dominiert. :Greets

Grüße Lutti
Benutzeravatar
gulp
Moderator
Moderator
Beiträge: 10703
Registriert: Montag 20. Juli 2009, 21:57
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Es wird a Bier

#5

Beitrag von gulp »

Also gut, ein paar Fehler aufgezählt:

>> Hopfen wurde vor 10000 Jahren zum Bier brauen noch nicht verwendet, auch keine Dolden.
>> Man hat nicht mit Malz gearbeitet. Vermutlich war es so: Gekeimtes Getreide und wilde Hefen wurden zur "Urbiersuppe". Im oben verlinkten Film bei 5:12.
>> Man hat nicht gekocht.

Dieser Bierschoff hat keine Ahnung von der Geschichte des Bierbrauens. Wie man sich nur da hinstellen mag um dergleichen Unsinn zu verbreiten? :Grübel

Gruß
Peter
>>Impfung rettet Leben und Kultur!<<

Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
https://stixbraeu.de
Duc1302
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 542
Registriert: Mittwoch 5. April 2023, 20:36

Re: Es wird a Bier

#6

Beitrag von Duc1302 »

Für den Bierschof braucht es halt Humor, aber der ist halt nicht jedem gegeben.
Fricky
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1292
Registriert: Montag 15. November 2010, 13:28

Re: Es wird a Bier

#7

Beitrag von Fricky »

gulp hat geschrieben: Donnerstag 12. Februar 2026, 20:02 Dieser Bierschoff hat keine Ahnung von der Geschichte des Bierbrauens. Wie man sich nur da hinstellen mag um dergleichen Unsinn zu verbreiten? :Grübel

Gruß
Peter
Seh ich auch so, mords Tamtam und Show, aber wenig Substanz.naja, wer's nag. :puzz

Gruß, Peter.
Benutzeravatar
DevilsHole82
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2019
Registriert: Dienstag 13. Oktober 2015, 10:03
Wohnort: Neunkirchen (Siegerland)

Re: Es wird a Bier

#8

Beitrag von DevilsHole82 »

Ludgerus hat geschrieben: Donnerstag 12. Februar 2026, 14:44 ... aber mich stört die permanente Verballhornung klerikaler Gesten, Wörter und auch der Optik. Und das obwohl ich gar nicht soooo christlich bin. Mir kommt es teilweise einfach ein bisschen drüber und/oder erzwungen vor... aber sowas ist ja Geschmackssache.
Genau das stößt mir auch auf. Ob Christ oder Nichtchrist. Ich empfinde es als anstößig als Nicht-Bischof so in einem Bischofs-Outfit aufzutreten. Man stelle sich mal vor, er würde statt Bischof im Umfeld von Pejes und Schtreimel auftreten. Der Aufschrei im Netz wäre wahrscheinlich etwas größer.
Gruß, Daniel

Was von Herzen kommt gelingt, weil's einen gibt, der die Kelle schwingt. Heute back ich, morgen brau ich, wer heimlich nascht, den verhau ich.
Benutzeravatar
Brauladi
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 381
Registriert: Montag 12. Mai 2014, 20:01
Wohnort: Kassel

Re: Es wird a Bier

#9

Beitrag von Brauladi »

Vor 10.000 Jahren wurde noch kein Bier gebraut. Vor 10.000 Jahren wurden die Menschen gerade Mal sesshaft. In Türkei hat man eine frühe Siedlung entdeckt, da wird vermutet, dass aus Gedreide ein alkoholisches Gedränk hergestellt wurde. Was immer es auch war, mit Bier hatte das Nix zu tun. Vor 1.000 Jahren sah das schon anders aus. Aber da war die Steinzeit schon lange zu Ende.
Benutzeravatar
coyote77
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1096
Registriert: Sonntag 10. Januar 2016, 19:09
Wohnort: Paderborn

Re: Es wird a Bier

#10

Beitrag von coyote77 »

Wow, lauter Steinzeitexperten hier, die natürlich alles besser wissen, nur weil sie mal ein Buch gelesen haben.
Und mit einem hingerotzten Kommentar die Arbeit anderer schlecht machen. Herzlichen Glückwunsch. :thumbdown
Grüße, Andreas :Drink

Zum Biere drängt, am Biere hängt doch alles.
(Frei nach J. W. von Goethe)
Benutzeravatar
Brauladi
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 381
Registriert: Montag 12. Mai 2014, 20:01
Wohnort: Kassel

Re: Es wird a Bier

#11

Beitrag von Brauladi »

Was schreibst du hier für einen Quatsch. Ich mache keine Arbeit anderer schlecht. Und ich rotze hier keinen Kommentar hin. Man muss kein Historiker zu sein, um zu wissen, wann die Menschen sesshaft wurden. Und bei der Sesshaftwerdung standen andere Themen im Vordergrund. Lies dir den Beitrag von Peter durch.
Benutzeravatar
afri
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 6125
Registriert: Donnerstag 17. Januar 2013, 21:19
Wohnort: 31840 Hessisch Oldendorf

Re: Es wird a Bier

#12

Beitrag von afri »

Jetzt habe ich mir den Beitrag #1 endlich auch mal angesehen. Finde ich selbst bei wohlwollender Betrachtung furchtbar, für Ottonormaltrinkerin vielleicht im besten Fall unterhaltsam, aber fachlich einfach absurd für alle die sich bereits etwas mehr mit Bierherstellung befasst haben.
Bier ist ein Stück Lebenskraft!
Benutzeravatar
Brauladi
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 381
Registriert: Montag 12. Mai 2014, 20:01
Wohnort: Kassel

Re: Es wird a Bier

#13

Beitrag von Brauladi »

Genau so ist es. Sich in ein Bischofskostüm zu verkleiden und mit Malz von Weyermann ein Bier zu brauen das entspricht nicht dem Malz vor 1.000 Jahren. Und die temperaturmessung mit dem Finger, dazu gehört reichlich Erfahrung. Hier geht’s wohl eher um die Show und nicht ums Produkt!
Benutzeravatar
maecki-maecki
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1383
Registriert: Mittwoch 30. März 2022, 22:17

Re: Es wird a Bier

#14

Beitrag von maecki-maecki »

Meine Meinung: was die vier da veranstaltet haben ist Unterhaltung, nicht eine Hochschulvorlesung. Sieht man sofort an den Kostümen und hört man sofort am eingeschlagenen Ton.

Und mit Bildungsformaten würde man auch nicht im Fernsehen landen, also haben sie unserem Hobby was Gutes getan.

Das ganze hier auseinanderzunehmen ist wie im Kino lauthals über die physikalische Unmöglichkeit der Action-Szenen zu diskutieren…


Mäcki
Duc1302
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 542
Registriert: Mittwoch 5. April 2023, 20:36

Re: Es wird a Bier

#15

Beitrag von Duc1302 »

maecki-maecki hat geschrieben: Samstag 14. Februar 2026, 00:22 Meine Meinung: was die vier da veranstaltet haben ist Unterhaltung, nicht eine Hochschulvorlesung. Sieht man sofort an den Kostümen und hört man sofort am eingeschlagenen Ton.

Und mit Bildungsformaten würde man auch nicht im Fernsehen landen, also haben sie unserem Hobby was Gutes getan.

Das ganze hier auseinanderzunehmen ist wie im Kino lauthals über die physikalische Unmöglichkeit der Action-Szenen zu diskutieren…


Mäcki
:thumbup
Benutzeravatar
Becher
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 75
Registriert: Samstag 18. November 2023, 19:14
Wohnort: Bramsche

Re: Es wird a Bier

#16

Beitrag von Becher »

Hallo in die Runde.
Ich möchte als derjenige, der den Versuch praktisch umgesetzt hat etwas dazu sagen.

Ich finde es schade, dass anstelle von offenem Interesse für unser gemeinsames Hobby, wieder einmal der in diesem Forum weit verbreitete Geist "alles Falsch" seinen vortritt hat. In den Vorangegangenen Kommentaren lese ich leider nicht ein einziges Mal die Aussage, dass jemand gerne mehr darüber erfahren würde. Nachdem ich darüber nachgedacht habe, solche Kommentare nicht an mich heranzulassen, habe ich mich dazu entschieden, dass es unfair wäre den Versuch nicht weiter zu beschreiben, da man es nicht besser Wissen kann. Wer ehrliches Interesse hat darf sich eingeladen fühlen weiterzulesen.

Die Idee, ein bierähnliches Getränk aus der neolithischen Revolution (Ort Mesopotamien) zu brauen, stammte vom lieben Bierschoff. Auf einer Reise im vergangenen Jahr hat er Göbekli Tepe in der Türkei besucht. zu dieser Zeit fand ein Forum statt, welches sich mit der Sesshaftwerdung der Menschheit in dieser Region beschäftigte. Dies weckte das Interesse und stellte aufgrund seiner offenen und herzlichen Art den ersten Kontakt her.

Ende Letzten Jahres schrieb er mich an, ob wir nicht gemeinsam etwas machen wollen.
In Göbekli Tepe wurden Steingruben gefunden in denen man Oxalate nachweisen konnte.
Damit kann man zuerst Rückschlüsse auf vieles ziehen, es kann aber durchaus auch ein Hinweis auf ein (stand heute) erstes Bierähnliches Getränk sein.
Nun bin ich aber kein Hobbybäcker. Ich persönlich finde das Thema spannend und ich habe Zugestimmt.
Es folgten lange Tage und Wochen in denen wir überlegt haben wie man etwas in der Art machen könnte.
Ziel ist es nicht ein Hundertprozentiges Rezept auszuarbeiten, sondern sich anzunähern und zu gucken was hätte vielleicht sein können.

Bevor ich nun weiter Ausführe, liefer ich gerne einige Quellen die wir für unseren Versuch genutzt haben.

- "A History of beer and brewing" - Ian S. Hornsey
- "Barley, Malt an Ale in the Neolithic" - M. Phil Thesis
- "Beer and its Drinkers: An Ancient near Eastern Love Story" - University Chicago
- "Mesolithisches Brauen am Haspelsee - Geschichtliche Hintergründe und Experimente" - Ulrich Bähr
- "Genussfreuden der Bronzezeit in Bötzingen am Kaiserstuhl" - Tünde Kaszab-Olschewski
- "The role of cult and feasting in the emergence of Neolithic communities. New evidence from G¨obekli Tepe, south-eastern Turkey" - Oliver Dietrich, Manfred Heun, Jens Notroff, Klaus Schmidt und Martin Zarnkow

Den persönlichen Kontakt zu Archäologen und Forschern führe ich nicht auf. Es übersteigt eine Schwelle über der man hier zu Glaubhaftigkeit bereit ist.

Die erste Frage, die wir uns gestellt haben war die der Rohstoffe.
Da wir uns zeitlich um die Sesshaftwerdung des Menschen bewegen (Bauphase Göbekli Tepe), kamen für uns nur Urgetreidesorten wie Emmer und Einkorn in betracht. Diese Getreidesorten sind nachweislich die ersten, die der Mensch bewusst angebaut hat. Dementsprechend war unsere Schlussfolgerung, dass der Mensch dieses Getreide kannte und auch durchaus aufsammeln konnte. Ganz nach dem Motto, was nicht gut für mich ist, werde ich auch nicht vermehren. Nach langer suche habe ich Emmermalz gefunden und auch ein Einkorn, welches vorgekeimt ist - aber nicht vermälzt. Die Schüttungszusammensetzung bestand am Ende aus 10 kg Emmermalz, 2kg Gekeimter Einkorn und 2 Kg Grünweizen.

- Emmermalz:
https://www.autobrasseur.fr/malts-et-fl ... ids-500_gr
- Gekeimter Einkorn:
https://raw-living.de/raw-superfoods/nu ... gKAkPD_BwE
- Grünweizen: überall verfügbar

Die Frage nach Wasser haben wir uns nicht gestellt. Für den Sud haben wir 55Liter Leitungswasser als Hauptguss genommen.
Einen Nachguss gab es nicht.

Die Frage nach weiteren Zutaten hat uns viel länger und intensiver beschäftigt. Neben dem eingesetzten Beifuß, der für die Zeit in der Region plausibel ist haben wir uns bewusst für nur eine weitere zusätzliche Zutat entschieden. Der Beifuß ersetzt in unserem modernen Denken, den Hopfen der zu der Zeit noch lange nicht verwendet wurde. wir wollten ein schlichtes, minimalistisches Getränk nachbrauen um die eigentliche Charakteristik nicht mit zu starken Geschmäckern zu übertönen. Vorstellbar sind natürlich jegliche Art an Früchten, Honig, usw.
Die verwendeten Feigen, die in dem TV-Beitrag leider nicht gezeigt werden haben wir verwendet, da Sie für uns als beispielgebende Träger von Hefekulturen dienen. In den Sud wurden 8 frische Feigen direkt vor dem Anstellen gegeben (halbiert und zerquetscht). Die Idee dahinter war, dass Sie als "Gärstarter" gedient haben können.

Da wir uns gerade der Kulturen nähern, möchte ich betonen, dass die Wahl direkt von Martin Zarnkow kam. Die Zusammenarbeit war hervorragend. Solltest du dass hier lesen möchte ich mich nochmal öffentlich herzlich bei dir Bedanken!

Wir haben die TUM Primo 610 und den Lactobacillus Amylolyticus verwendet. Über Spontangärung im winterlichen Frankenwald brauchen wir nicht reden.

Damit steht die Zusammensetzung der Rohstoffe.

Der Prozess des Steinbierbrauens brauche ich nicht weiter beschreiben. Doppelter Inhalt ist im Forum unerwünscht, ich verweise auf:

viewtopic.php?t=28797&start=200

Dem hinzufügen möchte ich, dass selbstredend ein sicherer Umgang mit heißer Würze, glühendem Stein und Feuer geben muss.
Der Einsatz von Edelstahlpaddel, Eisenzange und anderem Hobbybrauerequipment (sowie auch meinem Bottich) ist darin begründet.
Mit größeren Finanziellen aufwand kann man hier bestimmt auch etwas noch authentischeres machen.

Noch bevor ich in "unserem" Forum einen Beitrag zu diesem Experiment verfassen konnte, indem ich das eine oder andere hätte berichten oder mit Bildern hätte zeigen können, hat man sich wie eben oben zu lesen darüber hergemacht. Ich finde es erschreckend, dass sich sogar Moderatoren direkt anschließen. Ich wünsche, dass sich jeder für sich durch seinen Kommentar befriedigt fühlt.

Ich bin mit der TV-Aufnahme unzufrieden, kann sie aber nicht rückgängig machen.
Glaubt Ihr wirklich, dass die teuren Kulturen in heiße Würze gegeben wurden?

Ich möchte es offen halten, zu einer interessierten, freundlichen Diskussion zurückzukehren, um nachfolgende Versuche zu optimieren.

Ich hoffe inständig, dass mit solchen Reaktionen keiner davon absieht sich selbst Versuchen zu widmen und diese dann auch zu teilen.
Ich nehme Entschuldigungen auch via privater Nachrichten entgegen.

Gruß Helge
baeckus
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 233
Registriert: Mittwoch 22. November 2023, 00:17

Re: Es wird a Bier

#17

Beitrag von baeckus »

Becher hat geschrieben: Samstag 14. Februar 2026, 07:42 Hallo in die Runde.
Ich möchte als derjenige, der den Versuch praktisch umgesetzt hat etwas dazu sagen.

Ich finde es schade, dass anstelle von offenem Interesse für unser gemeinsames Hobby, wieder einmal der in diesem Forum weit verbreitete Geist "alles Falsch" seinen vortritt hat. In den Vorangegangenen Kommentaren lese ich leider nicht ein einziges Mal die Aussage, dass jemand gerne mehr darüber erfahren würde. Nachdem ich darüber nachgedacht habe, solche Kommentare nicht an mich heranzulassen, habe ich mich dazu entschieden, dass es unfair wäre den Versuch nicht weiter zu beschreiben, da man es nicht besser Wissen kann. Wer ehrliches Interesse hat darf sich eingeladen fühlen weiterzulesen.

Die Idee, ein bierähnliches Getränk aus der neolithischen Revolution (Ort Mesopotamien) zu brauen, stammte vom lieben Bierschoff. Auf einer Reise im vergangenen Jahr hat er Göbekli Tepe in der Türkei besucht. zu dieser Zeit fand ein Forum statt, welches sich mit der Sesshaftwerdung der Menschheit in dieser Region beschäftigte. Dies weckte das Interesse und stellte aufgrund seiner offenen und herzlichen Art den ersten Kontakt her.

Ende Letzten Jahres schrieb er mich an, ob wir nicht gemeinsam etwas machen wollen.
In Göbekli Tepe wurden Steingruben gefunden in denen man Oxalate nachweisen konnte.
Damit kann man zuerst Rückschlüsse auf vieles ziehen, es kann aber durchaus auch ein Hinweis auf ein (stand heute) erstes Bierähnliches Getränk sein.
Nun bin ich aber kein Hobbybäcker. Ich persönlich finde das Thema spannend und ich habe Zugestimmt.
Es folgten lange Tage und Wochen in denen wir überlegt haben wie man etwas in der Art machen könnte.
Ziel ist es nicht ein Hundertprozentiges Rezept auszuarbeiten, sondern sich anzunähern und zu gucken was hätte vielleicht sein können.

Bevor ich nun weiter Ausführe, liefer ich gerne einige Quellen die wir für unseren Versuch genutzt haben.

- "A History of beer and brewing" - Ian S. Hornsey
- "Barley, Malt an Ale in the Neolithic" - M. Phil Thesis
- "Beer and its Drinkers: An Ancient near Eastern Love Story" - University Chicago
- "Mesolithisches Brauen am Haspelsee - Geschichtliche Hintergründe und Experimente" - Ulrich Bähr
- "Genussfreuden der Bronzezeit in Bötzingen am Kaiserstuhl" - Tünde Kaszab-Olschewski
- "The role of cult and feasting in the emergence of Neolithic communities. New evidence from G¨obekli Tepe, south-eastern Turkey" - Oliver Dietrich, Manfred Heun, Jens Notroff, Klaus Schmidt und Martin Zarnkow

Den persönlichen Kontakt zu Archäologen und Forschern führe ich nicht auf. Es übersteigt eine Schwelle über der man hier zu Glaubhaftigkeit bereit ist.

Die erste Frage, die wir uns gestellt haben war die der Rohstoffe.
Da wir uns zeitlich um die Sesshaftwerdung des Menschen bewegen (Bauphase Göbekli Tepe), kamen für uns nur Urgetreidesorten wie Emmer und Einkorn in betracht. Diese Getreidesorten sind nachweislich die ersten, die der Mensch bewusst angebaut hat. Dementsprechend war unsere Schlussfolgerung, dass der Mensch dieses Getreide kannte und auch durchaus aufsammeln konnte. Ganz nach dem Motto, was nicht gut für mich ist, werde ich auch nicht vermehren. Nach langer suche habe ich Emmermalz gefunden und auch ein Einkorn, welches vorgekeimt ist - aber nicht vermälzt. Die Schüttungszusammensetzung bestand am Ende aus 10 kg Emmermalz, 2kg Gekeimter Einkorn und 2 Kg Grünweizen.

- Emmermalz:
https://www.autobrasseur.fr/malts-et-fl ... ids-500_gr
- Gekeimter Einkorn:
https://raw-living.de/raw-superfoods/nu ... gKAkPD_BwE
- Grünweizen: überall verfügbar

Die Frage nach Wasser haben wir uns nicht gestellt. Für den Sud haben wir 55Liter Leitungswasser als Hauptguss genommen.
Einen Nachguss gab es nicht.

Die Frage nach weiteren Zutaten hat uns viel länger und intensiver beschäftigt. Neben dem eingesetzten Beifuß, der für die Zeit in der Region plausibel ist haben wir uns bewusst für nur eine weitere zusätzliche Zutat entschieden. Der Beifuß ersetzt in unserem modernen Denken, den Hopfen der zu der Zeit noch lange nicht verwendet wurde. wir wollten ein schlichtes, minimalistisches Getränk nachbrauen um die eigentliche Charakteristik nicht mit zu starken Geschmäckern zu übertönen. Vorstellbar sind natürlich jegliche Art an Früchten, Honig, usw.
Die verwendeten Feigen, die in dem TV-Beitrag leider nicht gezeigt werden haben wir verwendet, da Sie für uns als beispielgebende Träger von Hefekulturen dienen. In den Sud wurden 8 frische Feigen direkt vor dem Anstellen gegeben (halbiert und zerquetscht). Die Idee dahinter war, dass Sie als "Gärstarter" gedient haben können.

Da wir uns gerade der Kulturen nähern, möchte ich betonen, dass die Wahl direkt von Martin Zarnkow kam. Die Zusammenarbeit war hervorragend. Solltest du dass hier lesen möchte ich mich nochmal öffentlich herzlich bei dir Bedanken!

Wir haben die TUM Primo 610 und den Lactobacillus Amylolyticus verwendet. Über Spontangärung im winterlichen Frankenwald brauchen wir nicht reden.

Damit steht die Zusammensetzung der Rohstoffe.

Der Prozess des Steinbierbrauens brauche ich nicht weiter beschreiben. Doppelter Inhalt ist im Forum unerwünscht, ich verweise auf:

viewtopic.php?t=28797&start=200

Dem hinzufügen möchte ich, dass selbstredend ein sicherer Umgang mit heißer Würze, glühendem Stein und Feuer geben muss.
Der Einsatz von Edelstahlpaddel, Eisenzange und anderem Hobbybrauerequipment (sowie auch meinem Bottich) ist darin begründet.
Mit größeren Finanziellen aufwand kann man hier bestimmt auch etwas noch authentischeres machen.

Noch bevor ich in "unserem" Forum einen Beitrag zu diesem Experiment verfassen konnte, indem ich das eine oder andere hätte berichten oder mit Bildern hätte zeigen können, hat man sich wie eben oben zu lesen darüber hergemacht. Ich finde es erschreckend, dass sich sogar Moderatoren direkt anschließen. Ich wünsche, dass sich jeder für sich durch seinen Kommentar befriedigt fühlt.

Ich bin mit der TV-Aufnahme unzufrieden, kann sie aber nicht rückgängig machen.
Glaubt Ihr wirklich, dass die teuren Kulturen in heiße Würze gegeben wurden?

Ich möchte es offen halten, zu einer interessierten, freundlichen Diskussion zurückzukehren, um nachfolgende Versuche zu optimieren.

Ich hoffe inständig, dass mit solchen Reaktionen keiner davon absieht sich selbst Versuchen zu widmen und diese dann auch zu teilen.
Ich nehme Entschuldigungen auch via privater Nachrichten entgegen.

Gruß Helge
Danke!
Ciao baeckus
Colindo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2118
Registriert: Dienstag 16. Februar 2021, 16:36
Wohnort: bei Düsseldorf

Re: Es wird a Bier

#18

Beitrag von Colindo »

Hallo Helge,

vielen Dank für den ausführlichen Text. Da sieht man doch, wie viel Gedanken sich du und der Bierschoff über das Projekt gemacht haben. Die kritischen Stimmen hier, die entweder ad hominem in Richtung Bierschoff argumentieren, sich falsche Fehler wie die Hefegabe in heiße Würze ausdenken oder den leider vorhandenen Vereinfachungen der Fernsehproduktion auf den Leim gegangen sind finde ich daneben. Ich würde gerne alle bitten, beim nächsten Mal lieber kritisch nachzufragen, als von vorneherein zu verurteilen.

Mit besten Grüßen
Christoph
Auf Youtube: The British Pint
Benutzeravatar
coyote77
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1096
Registriert: Sonntag 10. Januar 2016, 19:09
Wohnort: Paderborn

Re: Es wird a Bier

#19

Beitrag von coyote77 »

:goodpost:
Genau das meine ich.
Hier wurde in den Kommentaren mehr Blödsinn behauptet wie in dem Film. Beispiel: behauptet wurde, es sei Hopfen verwendet worden. Stimmt nicht. Behauptet wurde, es sei einfaches Weyermann-Malz verwendet worden. Stimmt nicht. Behauptet wurde, dass vor 10.000 Jahren noch kein Bier gebraut worden ist. Nun, Archäologie ist eine Wissenschaft, die stark mit Hypothesen arbeitet. Wird bei Ausgrabungen etwas neues entdeckt, müssen auch die Hypothesen in Frage gestellt werden. Eine einfache: so war es, so steht es in diesem Buch- Aussage verbietet sich. Es gibt aus dieser Zeit keine schriftlichen Nachweise. Das macht so ein Experiment ja so spannend. Ich freue mich auf jeden Fall, mehr darüber zu erfahren.
Grüße, Andreas :Drink

Zum Biere drängt, am Biere hängt doch alles.
(Frei nach J. W. von Goethe)
Benutzeravatar
Ludgerus
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 89
Registriert: Samstag 29. April 2023, 14:05
Wohnort: Essen

Re: Es wird a Bier

#20

Beitrag von Ludgerus »

Colindo hat geschrieben: Samstag 14. Februar 2026, 11:14 Hallo Helge,

vielen Dank für den ausführlichen Text. Da sieht man doch, wie viel Gedanken sich du und der Bierschoff über das Projekt gemacht haben. Die kritischen Stimmen hier, die entweder ad hominem in Richtung Bierschoff argumentieren, sich falsche Fehler wie die Hefegabe in heiße Würze ausdenken oder den leider vorhandenen Vereinfachungen der Fernsehproduktion auf den Leim gegangen sind finde ich daneben. Ich würde gerne alle bitten, beim nächsten Mal lieber kritisch nachzufragen, als von vorneherein zu verurteilen.

Mit besten Grüßen
Christoph
Hallo Christoph,
Ich fühle mich jetzt einfach mal angesprochen, da ich in diesem Faden als erster das klerikale TamTam des Bierschoffs kritisiert habe. Ich möchte aber den "ad hominem" Vorwurf entschieden verneinen.
Wenn du dir meinen Post #4 noch mal durchliest, wirst du feststellen, dass ich ich das Fachwissen von Tobias G. Sehr wohl anerkenne. Mich stört einfach die Präsentation. Damit habe ich mitnichten das Experiment schlecht reden wollen.
Wenn ich den Faden so verfolge kann ich verstehen, dass @Becher etwas enttäuscht von der Wahrnehmung ist. Aber auch da möchte ich auf meinen ersten Post #4 verweisen. Ich schreibe explizit dass ich das Experiment an sich spannend finde! Berichte außerdem von einem eigenen Versuch, in dem ich mal mit Sauerteigstarter experimentiert habe.
Außerdem sage ich ja auch ganz klar, dass es Geschmackssache ist, die Art und Weise des Bierschoffs zu mögen oder eben nicht.
Ich finde aber durchaus, dass man die Art der Darstellung kritisieren darf.
Und das @Becher enttäuscht ist, kein einziges Mal gelesen zu haben, das jemand mehr über das Experiment wissen wollte kann ich verstehen, kann dann aber auch nur nochmal unterstreichen, dass ich sehr wohl mich an dem Experiment interessiert gezeigt habe.
Liebe Grüße
Lutti
Benutzeravatar
maecki-maecki
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1383
Registriert: Mittwoch 30. März 2022, 22:17

Re: Es wird a Bier

#21

Beitrag von maecki-maecki »

Becher hat geschrieben: Samstag 14. Februar 2026, 07:42 Ich möchte als derjenige, der den Versuch praktisch umgesetzt hat etwas dazu sagen.
Vielen Dank für die vielen Infos und große Hochachtung für den Aufwand und die Gründlichkeit, mit der Ihr gearbeitet habt.

Nach Deiner Darstellung finde ich, der Klamauk, der im Beitrag überwiegt wird dem Ganzen nicht gerecht. Ich vermute, mit der Darstellung habt Ihr Euch keinen Gefallen getan.

Mäcki
Benutzeravatar
gulp
Moderator
Moderator
Beiträge: 10703
Registriert: Montag 20. Juli 2009, 21:57
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Es wird a Bier

#22

Beitrag von gulp »

Noch bevor ich in "unserem" Forum einen Beitrag zu diesem Experiment verfassen konnte, indem ich das eine oder andere hätte berichten oder mit Bildern hätte zeigen können, hat man sich wie eben oben zu lesen darüber hergemacht. Ich finde es erschreckend, dass sich sogar Moderatoren direkt anschließen. Ich wünsche, dass sich jeder für sich durch seinen Kommentar befriedigt fühlt.
Ein Moderator, Einzahl und du kannst mich ruhig direkt ansprechen. Ich wüsste jetzt auch nicht, wo ich dich kritisiert haben soll.
Mit größeren Finanziellen aufwand kann man hier bestimmt auch etwas noch authentischeres machen.
Das wäre schön gewesen! Der Bierschoff spricht sehr selbstbewusst von experimenteller Archeologie.
Glaubt Ihr wirklich, dass die teuren Kulturen in heiße Würze gegeben wurden?
Das ist nun mal in dem Filmchen zu sehen, dass Flüssighefe zugegeben wird.
Die verwendeten Feigen, die in dem TV-Beitrag leider nicht gezeigt werden haben wir verwendet, da Sie für uns als beispielgebende Träger von Hefekulturen dienen. In den Sud wurden 8 frische Feigen direkt vor dem Anstellen gegeben (halbiert und zerquetscht). Die Idee dahinter war, dass Sie als "Gärstarter" gedient haben können.
Das ist ja mal eine echte Information. Danke, wieder was gelernt!

Jetzt könnte man natürlich noch über den Einsatz von Edelstahlsieben und geschrotetem "Korn" diskutieren, aber das lasse ich jetzt mal sein.

Also nix für ungut. Dass du bei der Aktion irgendwie beteiligt warst habe ich nicht gewusst und meine Kritik gilt dem Film, nicht dir.

Gruß
Peter
>>Impfung rettet Leben und Kultur!<<

Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
https://stixbraeu.de
Benutzeravatar
Becher
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 75
Registriert: Samstag 18. November 2023, 19:14
Wohnort: Bramsche

Re: Es wird a Bier

#23

Beitrag von Becher »

@Mäcki,
dass wir uns mit dem TV keinen Gefallen getan haben sehe ich genauso.

@ Peter:
Du hast Recht - Einzahl. Entschuldige bitte!

Die Hefegeschichte bringt mich auf die Palme. Es ist ein Trick, da dem Fernsehteam der Brautag zu lang wurde. Die Auswirkungen dessen waren mir zu dem Zeitpunkt nicht klar. Der TV-Beitrag hatte für mich keine Bedeutung, lediglich das Brau-Ergebnis. Jetzt muss ich damit leben.
Wenn ich die Kraft finde werde ich einen ausführlichen Bericht schreiben, oder wir können uns gerne mit einem Bier während der HBCon darüber austauschen. Das handwerkliche Brauen ist für mich von besonderer Bedeutung (siehe auch die Steinbierbeiträge) - so geht es mir gerade auch sehr Nahe, dass das Projekt durch den Beitrag vereinfacht und falsch an die Öffentlichkeit geriet.

Der Einsatz von Hobbybrauerequipment hatte für mich praktischen Nutzen und war für mich immer dann vertretbar, wo es keinen direkten Einfluss auf das Ergebnis hatte, sprich den Beifuß hätte ich auch umständlich herausfischen können.

Bezüglich dem geschroteten Getreide möchte ich dies hier einbringen:

https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/d ... av_id=9411

Das Schroten mit dem Reibstein hatte für mich durchaus Einfluss auf das Ergebnis, da das Schrotbild Teils sehr grob und Teils schon fast Mehlig war.
Dass das Getreide schon damals zerrieben wurde steht für mich außer Frage.

Wichtig ist es sich auszusprechen.

Gruß Helge
Benutzeravatar
emjay2812
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 3787
Registriert: Sonntag 27. März 2005, 14:39
Wohnort: Föhren

Re: Es wird a Bier

#24

Beitrag von emjay2812 »

Da zimmern sich Journalisten aus einem Brautag ein Drei-Minuten-Filmchen zusammen. Das da nicht alles korrekt sein kann ist logisch.

Ich habe mal ein Praktikum in einem Radiosender gemacht und musste Töne von interviewten Personen schneiden. Da wurde gekürzt, weggelassen etc. Man hätte theoretisch dem Befragten eine ganz andere Aussage in den Mund legen können....
Benutzeravatar
gulp
Moderator
Moderator
Beiträge: 10703
Registriert: Montag 20. Juli 2009, 21:57
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Es wird a Bier

#25

Beitrag von gulp »

Das Schroten mit dem Reibstein hatte für mich durchaus Einfluss auf das Ergebnis, da das Schrotbild Teils sehr grob und Teils schon fast Mehlig war.
Dass das Getreide schon damals zerrieben wurde steht für mich außer Frage.
Servus Helge,

Mir geht es halt um die Enzyme. Rohfrucht hat da womöglich viel zu wenig im Vergleich zu Malz. Ha das denn genügt um ein Bier daraus zu machen.
Im Bierschoff Film wird ja zweifellos Malz verwendet. Aber funktioniert das auch mit Rohfrucht?

Merci für den Link zu den Reibsteinen. Gute Filme!
>>Impfung rettet Leben und Kultur!<<

Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
https://stixbraeu.de
Colindo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2118
Registriert: Dienstag 16. Februar 2021, 16:36
Wohnort: bei Düsseldorf

Re: Es wird a Bier

#26

Beitrag von Colindo »

Ludgerus hat geschrieben: Samstag 14. Februar 2026, 13:49 Hallo Christoph,
Ich fühle mich jetzt einfach mal angesprochen, da ich in diesem Faden als erster das klerikale TamTam des Bierschoffs kritisiert habe. Ich möchte aber den "ad hominem" Vorwurf entschieden verneinen.
Dein Post ist durchaus differenziert, das gebe ich gerne zu. Ich würde jetzt aber auch nicht gerne jeden einzelnen Post durchgehen, bis wir den schlimmsten Buhmann gefunden haben. So ein Faden schaukelt sich auch hoch, da gehört eine gewisse Dynamik dazu. Jeder einzelne kann dazu beitragen, diese Dynamik zu beeinflussen. Teile kritisieren und andere loben ist dabei ein guter Weg, denke ich.
Auf Youtube: The British Pint
Benutzeravatar
Becher
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 75
Registriert: Samstag 18. November 2023, 19:14
Wohnort: Bramsche

Re: Es wird a Bier

#27

Beitrag von Becher »

Mir geht es halt um die Enzyme. Rohfrucht hat da womöglich viel zu wenig im Vergleich zu Malz. Ha das denn genügt um ein Bier daraus zu machen.
Im Bierschoff Film wird ja zweifellos Malz verwendet. Aber funktioniert das auch mit Rohfrucht?
Wir haben Emmer als Malz aber Einkorn sowie Grünweizen als Rohrfrucht verwendet.
Die Stärke hat sich nicht vollständig umgesetzt. Das habe ich aber erwartet und als (für mich) authentisch akzeptiert.
Am Ende steht ein "Bier" mit einer Stammwürze von 7,2 und einem Alkoholgehalt von ca. 1,7 vol%.
PXL_20260206_162602650.PORTRAIT.ORIGINAL~2.jpg
Benutzeravatar
Becher
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 75
Registriert: Samstag 18. November 2023, 19:14
Wohnort: Bramsche

Re: Es wird a Bier

#28

Beitrag von Becher »

Dass es bereits Malz gegeben haben kann halte ich für möglich.
Ich stütze mich diesbezüglich auf eine bereits oben genannte Quelle:

https://mediatum.ub.tum.de/doc/1315510/1315510.pdf

Auf der Seite 15 steht:

"The grain may have been malted at nearby settlements and been brought there only
on special occasions. Genetic analyses have shown that the domestication of single-grained
einkorn and emmer wheat took place around the Karacada˘ g(Heunet al. 1997; Luo et al.
2007) in close vicinity to Göbekli Tepe."

Damit ist für mich die Verwendung von Malz in Ordnung.
Die Enzymatische Kraft des damaligen Malzes liegt wohl im Nebel der Vergangenheit.
dmvm
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 47
Registriert: Freitag 3. Mai 2019, 22:12

Re: Es wird a Bier

#29

Beitrag von dmvm »

Ich mag den Bierschoff... als oberfranke kann ich das mit nem schmunzeln schon auch nachvollziehen ;)
Finds sehr intetessant und ne gute annäherung wie das ggf mal war... jeder der scho mal gebraut hat wird doch 1 und 1 zusammen zählen können und feststellen, dass in dem kurzen zusammenschnitt nicht ansatzweise ein brautag ordentlich und im detail dargestellt ist.

Danne auch für die Details Helge.

Gerne weiter so ;)
Antworten