Dann mal anders gefragt: warum willst du den Nachguss nicht behandeln?Majo_Craft hat geschrieben: Montag 16. Februar 2026, 15:49 Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich den Ansatz verstehe: Wenn das Aufsalzen am Ende nicht zum gewünschten Zielprofil führt, was ist dann der Zweck dahinter? Mein Verständnis ist, dass ich beim Aufsalzen des Hauptgusses exakt die Menge verwende, die notwendig ist, um das Zielprofil punktgenau zu erreichen.
Noch ein Wasserrechner (nach Braumagazin)
Re: Noch ein Wasserrechner (nach Braumagazin)
Bier trinken ist besser als Quark reden! 
- rakader
- Posting Freak

- Beiträge: 6227
- Registriert: Dienstag 1. Dezember 2015, 10:45
- Wohnort: Karpaten & Niederbayern
- Kontaktdaten:
Re: Noch ein Wasserrechner (nach Braumagazin)
Den Nachguss nicht zu behandeln macht nur Sinn, wenn man die Schwellwerte im Blick hat und keine Gefahr droht. Z.B. sollte man bei Milchsäure über 100 ppm genauer hinaschauen, bzw. über 100 ppm unterlassen. Auch ein zu niedriger Maische-pH ist ein Grund. U.a. deswegen teilt man Salze zwischen Haupt- und Nachguss auf. Es gibt aber noch andere Gründe.guenter hat geschrieben: Montag 16. Februar 2026, 17:15Dann mal anders gefragt: warum willst du den Nachguss nicht behandeln?Majo_Craft hat geschrieben: Montag 16. Februar 2026, 15:49 Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich den Ansatz verstehe: Wenn das Aufsalzen am Ende nicht zum gewünschten Zielprofil führt, was ist dann der Zweck dahinter? Mein Verständnis ist, dass ich beim Aufsalzen des Hauptgusses exakt die Menge verwende, die notwendig ist, um das Zielprofil punktgenau zu erreichen.
Punktgenau wirst Du das Zielprofil fast nie erreichen. Es soll lediglich eine Näherung sein.Majo_Craft hat geschrieben: Montag 16. Februar 2026, 15:49 Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich den Ansatz verstehe: Wenn das Aufsalzen am Ende nicht zum gewünschten Zielprofil führt, was ist dann der Zweck dahinter? Mein Verständnis ist, dass ich beim Aufsalzen des Hauptgusses exakt die Menge verwende, die notwendig ist, um das Zielprofil punktgenau zu erreichen.
Zum Verständnis: Das liegt am Wasserprofil des Hauswassers, dem Zielprofil selbst sowie den verfügbaren Salzen.
Eine Zielgenauigkeit ist auch bei 5-20 ppm Abweichung gegeben, je nach Wasserion und Wassermineral. Je nach Wasser werden Calciumsulfat und Calciumchlorid auch nicht ausreichen, um das Zielprofil zu erreichen. Da wird eventuell Salz oder Bittersalz nötig sein, um z.B. den Sulfat-Anteil SO4 zu erreichen. Bittersalz trägt aber Magnesium ein und kann das Bier kratzig machen. Insofern muss man abwägen, ob das vertretbar ist oder ob man nicht besser auf einen hohen Sulfatanteil verzichtet.
Zu den Wasserprofilen musst Du wissen, wie sich diese zusammensetzen. Je bevölkerungsstärker eine Region, desto mehr Brunnen sind in einem Profil zusammengefasst. Ferner schwankt die Zusammensetzung der ionisierten Salze nach Jahreszeit. Dies gleichen Wasserwerke durch prozentuale Mischungsanteile aus. Nur bei Dörfern sind einzelne Brunnen angegeben. Und auch das sind nur Mittelwerte über das Jahr gerechnet.
Und egal ob Hauswasser oder entmineralisiertes Osmosewasser, dieses Ausgangswasser muss wieder zu einem angenommenen idealen Brauwasser für den Bierstil/das Bierrezept angepasst werden. Da sind so viele Parameter am Werk, das kann nur eine Näherung sein.
Gemerkt: Wasserrechner sind ein Mittel, um die beste Näherung für das ideale Brauwasser pro Sud zu erreichen!
Da Wasserwerte schwankend sind, schreibt unsere Trinwasserverordnung regelmäßige Tests vor. Deswegen macht es für uns Hobbybrauer Sinn, die Werte mindestens einmal im Jahr abzufragen.
In Metropolregionen wie München kann man für genaue Werte eigentlich nur direkt vor Ort das Wasser analysieren. Das ist aus meiner Sicht aber vergebene Liebsmüh, da sich die Werte im nächsten Monat wieder verändert haben können.
Die Werte, die im Netz zu Großregionen zu finden sind, haben nur eine begrenzte Aussagekraft. Sie sind meist uralt, sogar historisch und entsprechen nicht mehr dem Stand der Zeit. Das Wasser des Großraums London ist hier ein gutes Beispiel. Aber: das Profil von London dient noch immer als Orientierung - nur nicht absolut.
Professionelle Brauereien haben meistens eigene Brunnen und ein Labor und analysieren ihr Wasser regelmäßg. Diese Möglichkeiten haben wir nicht. Wir als Hobbybrauer müssen lernen, mit dem Mittelwert zu leben.
Hoffe das erklärt es ein wenig besser.
Gruß
Radulph
---
„Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern.“ André Malraux
Neu: Herbstzeit, Kürbiszeit - Pumpkin Ale wie beim Amerikaner
Serie Brauzucker selber machen
Website: Stubby Hobbs
„Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern.“ André Malraux
Neu: Herbstzeit, Kürbiszeit - Pumpkin Ale wie beim Amerikaner
Serie Brauzucker selber machen
Website: Stubby Hobbs
Re: Noch ein Wasserrechner (nach Braumagazin)
Ja ok, und was genau ist jetzt die Frage bzgl. des Rechners? Du packst halt alles was du für die Gesamtmenge brauchst in den Hauptguss. Das ist nicht immer eine gute Idee, aber im Rechner kann man die Mengen doch einfach ablesen.Majo_Craft hat geschrieben: Montag 16. Februar 2026, 15:49 Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich den Ansatz verstehe: Wenn das Aufsalzen am Ende nicht zum gewünschten Zielprofil führt, was ist dann der Zweck dahinter? Mein Verständnis ist, dass ich beim Aufsalzen des Hauptgusses exakt die Menge verwende, die notwendig ist, um das Zielprofil punktgenau zu erreichen.
Jetzt mal Bier bei die Fische!