Moin Leute,
Ich bin Besitzer eines Klarstein Mundeschenk XXL und habe mein erstes Bier relativ erfolgreich gebraut.
Genommen habe ich ein Rezept von MaischeMalzundMehr.
Um genau zu sein habe ich folgendes genommen:
https://www.maischemalzundmehr.de/index ... tte=rezept
Den ersten Versuch konnte ich direkt in die Tonne werfen, da ich alle angaben wie im Rezept genommen habe.
Danach habe ich erst gemerkt, dass es bei einer Anlage mit Malzrohrsystem zu wenig Wasser für den Hauptguss ist.
Ich habe dann einfach mal die Mengen vertauscht, da im Rezept der Nachguss mehr ist, als der Hauptguss.
Jetzt zu meiner eigentlichen Frage:
Wie genau muss ich solche Rezepte dann anpassen?
Bereits gelesen habe ich, dass ich mehr Wasser für den Hauptguss nehmen muss, da erst der Zwischenraum bis zum Malzrohr gefüllt werden muss.
Aber wie genau muss ich dann die Zutaten verändern?
Bei dem Rezept zum Beispiel habe ich nur die Ausschlagwürze geändert, also auf 30L die ich haben wollte.
Die Sudhausausbeute habe ich wie im Rezept gelassen, also bei 57,4%.
Das ergab ich Rezept dann 17L Hautguss und 25L Nachguss. (Dies habe ich nach dem ersten Fehlversucht dann einfach getauscht)
Insgesamt dann eine Schüttung von 6,87kg.
Vielleicht kann mir das jemand sagen/erklären.
Und vielleicht hat jemand bereits mehrere Erfahrungen mit dem Klarstein Mundschenk XXL und kann mir einen anderen Wert für die Sudhausausbeute sagen.
Nur zur Info:
Das Bier ist trotz meiner einfachen Anpassung was geworden und hat nicht schlecht geschmeckt :D
Besten Danke schonmal :)
Malzrohranlage Rezpetanpassung
- Commander8x
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- Beiträge: 1183
- Registriert: Dienstag 10. Dezember 2019, 07:15
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Re: Malzrohranlage Rezpetanpassung
Das ist ein eher fragwürdiges Rezept, auch ein paar Kommentatoren unten auf der Seite hatten das schon angemerkt.
Helle Biere werden ungefähr mit einem Verhältnis von 4:1 (Hauptguß : Schüttung) eingemaischt, so ist der Lehrbuchwert. Selbst wenn man das als Hobbybrauer nicht erreicht wegen der Bottichgröße, kann in dem Rezept was nicht stimmen (26 L Hauptguss : 10,3 kg Schüttung), das ist viel zu dick.
Generell sollte man Rezepte immer mit etwas Vorsicht genießen, und vor allem die wichtigen Informationen entnehmen. Den Rest kann man ohne Schaden unter den Tisch fallen lassen. Wichtig sind erstmal die Zusammensetzung der Schüttung, das Maischeschema (Rasttemperaturen und -zeiten), Hopfengaben (Bittereinheiten und Aromahopfensorten), Kochdauer, verwendete Hefe und Gärtemperatur - die Aufzählung ist nicht vollständig (und meine persönliche Vorgehensweise), und mit mehr Erfahrung entwickelt man eigene Vorlieben/Schwerpunkte.....
Hast Du schon ein bißchen was zu den speziellen Problemen von Malzrohranlagen gelesen? Z.B hier:
viewtopic.php?t=12242
viewtopic.php?p=541539
viewtopic.php?t=19331
Diese Malzrohr-Anlagen haben spezielle Eigenschaften, man sollte (wie Du schon erfahren hast) nie zuwenig Wasser haben, damit die Würze gut zirkulieren kann und unter dem Malzrohr nix anbrennt. Auch das Schrotbild ist wichtig (genügend Spelzen), ebenfalls wegen der Zirkulation. Bewährt hat sich zB nach dem Einmaischen erst einmal nicht zirkulieren zu lassen, damit sich der Schrot in Ruhe setzen kann und nicht durch die Pumpe festgezogen wird. Dann lieber vorsichtig anfahren.
Die Sudhausausbeute ist immer anlagenspezifisch. Du lernst sie erst durch Erfahrung und Berechnung selber kennen, ein Wert von einer anderen Anlage aus dem Rezept nützt Dir nichts! Bei Malzrohranlagen ist die Ausbeute eher geringer, ich tippe mal auf 50-55%, da können andere vielleicht noch mehr ergänzen. Hängt auch von Deinem Vorgehen beim Maischen und Läutern ab.
Hoffe, das hilft erstmal weiter. Der Rest kommt mit Erfahrung.
Gruß Matthias
(Kannst Du den Threadtitel noch editieren?)
Helle Biere werden ungefähr mit einem Verhältnis von 4:1 (Hauptguß : Schüttung) eingemaischt, so ist der Lehrbuchwert. Selbst wenn man das als Hobbybrauer nicht erreicht wegen der Bottichgröße, kann in dem Rezept was nicht stimmen (26 L Hauptguss : 10,3 kg Schüttung), das ist viel zu dick.
Generell sollte man Rezepte immer mit etwas Vorsicht genießen, und vor allem die wichtigen Informationen entnehmen. Den Rest kann man ohne Schaden unter den Tisch fallen lassen. Wichtig sind erstmal die Zusammensetzung der Schüttung, das Maischeschema (Rasttemperaturen und -zeiten), Hopfengaben (Bittereinheiten und Aromahopfensorten), Kochdauer, verwendete Hefe und Gärtemperatur - die Aufzählung ist nicht vollständig (und meine persönliche Vorgehensweise), und mit mehr Erfahrung entwickelt man eigene Vorlieben/Schwerpunkte.....
Hast Du schon ein bißchen was zu den speziellen Problemen von Malzrohranlagen gelesen? Z.B hier:
viewtopic.php?t=12242
viewtopic.php?p=541539
viewtopic.php?t=19331
Diese Malzrohr-Anlagen haben spezielle Eigenschaften, man sollte (wie Du schon erfahren hast) nie zuwenig Wasser haben, damit die Würze gut zirkulieren kann und unter dem Malzrohr nix anbrennt. Auch das Schrotbild ist wichtig (genügend Spelzen), ebenfalls wegen der Zirkulation. Bewährt hat sich zB nach dem Einmaischen erst einmal nicht zirkulieren zu lassen, damit sich der Schrot in Ruhe setzen kann und nicht durch die Pumpe festgezogen wird. Dann lieber vorsichtig anfahren.
Die Sudhausausbeute ist immer anlagenspezifisch. Du lernst sie erst durch Erfahrung und Berechnung selber kennen, ein Wert von einer anderen Anlage aus dem Rezept nützt Dir nichts! Bei Malzrohranlagen ist die Ausbeute eher geringer, ich tippe mal auf 50-55%, da können andere vielleicht noch mehr ergänzen. Hängt auch von Deinem Vorgehen beim Maischen und Läutern ab.
Hoffe, das hilft erstmal weiter. Der Rest kommt mit Erfahrung.
Gruß Matthias
(Kannst Du den Threadtitel noch editieren?)
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Illegitimis non carborundum.
Illegitimis non carborundum.
Re: Malzrohranlage Rezpetanpassung
Es gibt in der Grainfather G30 Anleitung zwei Formeln für die Berechnung der HG und NG Menge. Ich denke wenn Du mit den beiden Formeln und einer angenommenen Sudhausausbeute von 55% startest, sollte das eine gute Basis sein. An den nachfolgenden Brautagen dann immer nachsteuern bis es passt.
HG:
(Schüttung in kg x 2.7) + Totraum in l = HG
Totraum ist der Bereich unter dem Malzrohr - musst Du einmal auslitern
NG:
((Geplantes Endvolumen + 5) - HG) + (Schüttung x 0.8) = NG
HG:
(Schüttung in kg x 2.7) + Totraum in l = HG
Totraum ist der Bereich unter dem Malzrohr - musst Du einmal auslitern
NG:
((Geplantes Endvolumen + 5) - HG) + (Schüttung x 0.8) = NG
Gruß, Christian
-
Jarnold
- Posting Junior

- Beiträge: 47
- Registriert: Mittwoch 8. Januar 2025, 13:36
- Wohnort: Feldkirchen in Kärnten
Re: Malzrohranlage Rezpetanpassung
Ich benutze auch ein Malzrohrsystem und mittlerweile mache ich den HG nach Gefühl - und zwar mit so wenig Wasser wie möglich. Durch den erheblichen Totraum besteht sonst ein bisschen die Gefahr, dass zu viel Wasser für eine zu starke Verdünnung sorgt. Dann sinkt, wenn ich das richtig verstanden habe, die Enzymdichte, was den anstehenden Brauprozess verlangsamen kann. Desto kleiner die Schüttung, desto größer wird dieser Faktor, weil ja der Totraum immer gleich bleibt. Wenn du mal für dreieinhalb Kilo Schüttung auf 16 oder 17 Liter Wasser bei einer eher dunklen Schüttung kommst, dann ist das schon sehr dünn.
Darum fahre ich parallel zum Braukessel gleich den Nachguss-Erhitzer hoch und maische dann mit so wenig wie möglich Wasser ein. Also rührbar, keine Klumpen, aber eher "trocken". Gebe im Laufe der Rasten etwas Wasser hinzu, damit auch die Umwälzung gut funktioniert. Schlussendlich stelle ich nach dem Abmaischen mit dem NG den Plato-Wert ein und dann geht's ans Kochen.
Ich weiß nicht, ob das jetzt das richtige Verfahren ist, aber so hat es sich bis jetzt bewährt.
Darum fahre ich parallel zum Braukessel gleich den Nachguss-Erhitzer hoch und maische dann mit so wenig wie möglich Wasser ein. Also rührbar, keine Klumpen, aber eher "trocken". Gebe im Laufe der Rasten etwas Wasser hinzu, damit auch die Umwälzung gut funktioniert. Schlussendlich stelle ich nach dem Abmaischen mit dem NG den Plato-Wert ein und dann geht's ans Kochen.
Ich weiß nicht, ob das jetzt das richtige Verfahren ist, aber so hat es sich bis jetzt bewährt.
40 Liter Chinakocher, 45 Liter Gärfass, 0 Liter Ahnung
Brauplan für 2025:
Altdeutsches Helles Pale Ale done
Kupfer Altbier done
Triticum Wormartia Weizenbier gärt
Ruby Light Mild Ale
Ruhrgold Mild Ale
Restebier
Brauplan für 2025:
Altdeutsches Helles Pale Ale done
Kupfer Altbier done
Triticum Wormartia Weizenbier gärt
Ruby Light Mild Ale
Ruhrgold Mild Ale
Restebier
Re: Malzrohranlage Rezpetanpassung
Mein Vorgehen dabei wäre, die Rezepte in der Grainfather App oder Brewfather anzulegen und erstmal mit den voreingestellten Anlagenwerten zu arbeiten. Dann das Rezept insofern kopieren, als dass das Verhätnis der Malze dem Rezept entspricht und die Mengen so anpassen, dass mit den angegeben Rasten etc. die geünschte Stammwürze erreicht wird (Farbe kann man erstmal "ausklammern").
Beim Hopfen ist es schon etwas komplizierter, und da bin ich auch noch nicht so tief drin - aber im ersten Schritt passt Du da die Hopfengaben mit deinen Alphasäure Werten dann so an, dass Du die IBU triffst. Bei Bitter- und Aroma Gaben würde ich tendenziell dazu übergehen, die Hopfenmenge für die Aromagaben (also z.B. 5min) nah an dem Originalrezept zu halten und dann die Bittergabe in der Menge so anzupassen, dass der Zielwert getroffen wird. (gefährliches Anfängervorgehen ;) )
Während des Brauens misst du dann fleißig die Würzemengen (Skala der Anlage) und immer auch die Stammwürze. Je nachdem wie du dir das zutraust kannst du dann schon während des Brauens anpassen (z.B. Nachgussmengen, Hopfengaben...) oder mindestens nach dem Brauen einmal eine Analyse machen. Basierend darauf kannst Du dann Ausbeute/Effizienz etc. in den Tools nachschärfen und nach und nach ein Profil für deine individuelle Anlage erarbeiten. Nach einigen Brautagen solltest Du das für Standardmalze dann sehr gut treffen.
Beim Hopfen ist es schon etwas komplizierter, und da bin ich auch noch nicht so tief drin - aber im ersten Schritt passt Du da die Hopfengaben mit deinen Alphasäure Werten dann so an, dass Du die IBU triffst. Bei Bitter- und Aroma Gaben würde ich tendenziell dazu übergehen, die Hopfenmenge für die Aromagaben (also z.B. 5min) nah an dem Originalrezept zu halten und dann die Bittergabe in der Menge so anzupassen, dass der Zielwert getroffen wird. (gefährliches Anfängervorgehen ;) )
Während des Brauens misst du dann fleißig die Würzemengen (Skala der Anlage) und immer auch die Stammwürze. Je nachdem wie du dir das zutraust kannst du dann schon während des Brauens anpassen (z.B. Nachgussmengen, Hopfengaben...) oder mindestens nach dem Brauen einmal eine Analyse machen. Basierend darauf kannst Du dann Ausbeute/Effizienz etc. in den Tools nachschärfen und nach und nach ein Profil für deine individuelle Anlage erarbeiten. Nach einigen Brautagen solltest Du das für Standardmalze dann sehr gut treffen.
