Hallo liebe Leute,
habe gerade ein Quadrupel in der Hauptgärung.
Schüttung bestand aus Malz (Pilsner, Pale, bisschen Spezial Malz) und Zucker.
Zucker ca. 15%, davon 30 % im Kochen eingesetzt, den Rest in der Hauptgärung.
Hefe war die BE-256.
Gemaischt wurde bei 63 Grad (60 min) und 68 Grad (15 min).
Zu meiner Frage:
Meine RAPT Pill ist entweder falsch kalibriert oder so, denn ich habe eine OG von 1.065 SG mit Refraktometer gemessen (also Wert nach Kochen).
Meine Pille im Gärfass sagte 1.059 SG.
Durch die Zugabe von ca. 400 gr Zucker in der Hauptgärung und einem Volumen von gut 10 Litern, lande ich ja bei einer wirklichen OG von ca. 1.080 SG oder so. Ganz grob.
Gärung verlief relativ zügig, Anstelltemperatur lag bei 18 Grad, Temperatur wurde schrittweise bis auf 23 Grad erhöht.
EVG laut Pille 96% !!! Das kommt mir spanisch vor.
Gemessen mit Spindel war ich bei 2 Grad Plato... kommt schon eher hin. Würde 89% EVG bedeuten.
Ich habe das Jungbier spasseshalber mal probiert... es schmeckt relativ trocken (klar) und weißweinmäßig. Die Belgischen Aromen sind noch überhaupt nicht da.
Nun an die Profis: Warum schmeckt das so? Ich habe schon öfter ein Quadrupel gebraut, da war das Jungbier immer besser (so meine Einschätzung), wobei bei den anderen Suden auch die Schüttung und die Hefe eine andere war.
Würdet ihr den Geschmack des Jungbiers noch als normal bewerten?
Also, weißweinlastig, leicht säure, relativ schlank und trocken und noch leicht schwefelig. Ist ja auch klar, direkt am Ende der HG H2S durch die Hefe.
Quadrupel - Jungbiergeschmack
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Jannosch84
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Quadrupel - Jungbiergeschmack
Gruß Jan
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Colindo
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Re: Quadrupel - Jungbiergeschmack
Hi Jan,
die Zahlen, die du zur Zuckergabe angibst, passen zueinander. Auf die Pille kannst du dich aus vielen Gründen nicht mit den absoluten Werten verlassen, das dient hauptsächlich zur Erfassung des Verlaufs, also wann die Gärung beendet ist.
Viel Zucker im Bier bedeutet einen hohen EVG, da Zucker vollständig vergärt und so mehr als 100% scheinbaren Vergärgrad hat. 4°P reiner Zucker vergären zu -1°P.
Die Aromen, die du aus der Würze bekommst, werden hauptsächlich von der Hefe bestimmt. Wenn du das Rezept mit einer anderen Hefe, aber gleichen sonstigen parametern bereits gebraut hast wird der Unterschied klar von der Hefe kommen. Die Aromen können sich aber noch ändern, wenn Jungbieraromen abgebaut werden. Gib dem Bier mal noch vier Wochen und probiere danach.
Das einzige, was ich sicher sagen kann, ist dass man mit der Temperatur bei der Verwendung von Zucker sehr aufpassen muss. Wenn es sprittig schmeckt, musst du beim nächsten Mal die Gärtemperatur länger kühl halten. Bei 15% Zucker würde ich 48h bei 18°C halten bevor ich die Temperatur steigen lasse, damit die Hefe sich sicher nicht selbst aufheizt und überschießt.
die Zahlen, die du zur Zuckergabe angibst, passen zueinander. Auf die Pille kannst du dich aus vielen Gründen nicht mit den absoluten Werten verlassen, das dient hauptsächlich zur Erfassung des Verlaufs, also wann die Gärung beendet ist.
Viel Zucker im Bier bedeutet einen hohen EVG, da Zucker vollständig vergärt und so mehr als 100% scheinbaren Vergärgrad hat. 4°P reiner Zucker vergären zu -1°P.
Die Aromen, die du aus der Würze bekommst, werden hauptsächlich von der Hefe bestimmt. Wenn du das Rezept mit einer anderen Hefe, aber gleichen sonstigen parametern bereits gebraut hast wird der Unterschied klar von der Hefe kommen. Die Aromen können sich aber noch ändern, wenn Jungbieraromen abgebaut werden. Gib dem Bier mal noch vier Wochen und probiere danach.
Das einzige, was ich sicher sagen kann, ist dass man mit der Temperatur bei der Verwendung von Zucker sehr aufpassen muss. Wenn es sprittig schmeckt, musst du beim nächsten Mal die Gärtemperatur länger kühl halten. Bei 15% Zucker würde ich 48h bei 18°C halten bevor ich die Temperatur steigen lasse, damit die Hefe sich sicher nicht selbst aufheizt und überschießt.
Auf Youtube: The British Pint
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Jannosch84
- Posting Junior

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- Registriert: Samstag 9. Dezember 2023, 11:15
Re: Quadrupel - Jungbiergeschmack
Hallo Colindo,
ich denke auch, es wird die Hefe sein. Nun, wo ich abgefüllt habe, gehts auch wieder etwas.
Der Schwefel überdeckte viel und das Weißweinaroma ist auch nur noch in der Nase. Das Jungbier ist ansich mittlerweile ok gewesen.
Keine sprittigen Aromen oder andere Fehlaromen.
War halt anderes gewohnt - aber wie ist es so schön, gut Ding will Weile haben.
Ich vergesse die Flaschen nunmal und gucke was in ein paar Monaten bei rauskam.
:)
ich denke auch, es wird die Hefe sein. Nun, wo ich abgefüllt habe, gehts auch wieder etwas.
Der Schwefel überdeckte viel und das Weißweinaroma ist auch nur noch in der Nase. Das Jungbier ist ansich mittlerweile ok gewesen.
Keine sprittigen Aromen oder andere Fehlaromen.
War halt anderes gewohnt - aber wie ist es so schön, gut Ding will Weile haben.
Ich vergesse die Flaschen nunmal und gucke was in ein paar Monaten bei rauskam.
:)
Gruß Jan