Als ich vor gut einem Jahr wegen den immer gleichen Oxidationsproblemen (mache meist gestopfte Pale Ales) auf geschlossene Abfüllung gewechselt habe, hab ich mir auch zur Keg-Reinigung Gedanken gemacht und mir dafür eine geschlossene Methode überlegt.
Hier in Kurzform:
• Wenn Keg leer wird, steht er geschlossen bis zur Reinigung (da passiert nix, seit ich Kegs verwende nie ein Problem). Druck wie er eben beim Zapfen war, bei mir meist 1,5 bis 1,8bar.
• Zur Reinigung wird mit Hilfe eines selbst gedruckten Adapters am CO2-Port die Wasserleitung angeschlossen (Wasserdruck größer als Keg-Innendruck natürlich).
• Zuerst mal ca. 1lt rein, nur zum ersten Ausschwemmen der abgesetzten Schicht am Boden. Bissl schwenken.
• Über Nass-Port wieder mit Adapter auf Silikonschlauch das Waschwasser durch den vorhandenen Innendruck ablassen, das schäumt und man sieht die Trübung des Wassers (Konnektor drauf und wenn’s zu Blubbern anfängt kurz noch ausrotzen lassen und dann Konnektor wieder runter)
• Dann geschätzt 3lt, als erste richtige Innenspülung: dann Keg richtig von allen Seiten innen beaufschlagen, auch mit koordinierten Hin-und-Her-Bewegungen das Wasser innen zum Rotieren bringen usw. (mach ich das eine knappe Minute? Mir wird jedenfalls bei 4 Keg‘s warm
• Wieder über Nassport ablassen. Hier sieht man schon keine Trübung mehr.
• Das Ganze nochmal, 2. Spülung. Das geht sich alles mit den 1,5bar locker aus.
• Dann noch den meisten restlichen Überdruck ablassen bevor die geschlossene Abfüllung gemacht wird.
Heute dachte ich, ich schreib das mal hier rein, also hab ich sicherheitshalber erstmalig einen der Keg’s aufgemacht (also die waren alle seit dem ersten Mal nie offen, dürften ein gutes Dutzend Füllungen gewesen sein).
Glücklicherweise alles so wie erwartet, tadellos sauber. Auf den Fotos ist das immer so eine Sache, aber die sind so wie sie sein sollen bzw. gleich sauber wie vorher offen gereinigt. Unten am Bodenrand die streifigen Linien war schon immer drin vom Vorbesitzer.
Unabhängig davon, die geschlossene Abfüllung ist schon ein Game-Changer. Habe zwar immer nach dem offenem Einfüllen Kopfraum mit CO2 gespült, aber eigentlich funktioniert das nicht wirklich gut. Oxidation hat mir das Ganze schon ziemlich verleidet, ab dem 2. Keg war das schon merkbar und wurde bis zum 4. Keg immer schlimmer, Hopfengeruch/geschmack verschwindet, Farbe dunkler, Sherrytöne, …
Gut wenn das auch anders geht
Gruß, Franz


