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Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2025, 20:41
von blackarrow1990
27.09. gebraut und am 04.10. abgefüllt.
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2025, 20:42
von rakader
Gut. Dann ist die Karbonisierung jetzt durch. Gib ihm 2-3 Tage bei 22-24 °C, 2 Tage hintereinander konstant, und es ist durch. Dann ab in die Reifung. Und nicht schon wieder kosten und schütteln
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Montag 13. Oktober 2025, 09:40
von Ras Tafaric
Nicht schimpfen, Radulph, Geduld ist eine Kunst die grad bei den ersten eigenen Bieren echt schwerfällt.
Auch wenn die erfahrenen Brauer sich selten noch daran erinnern wie man auf glühenden Kohlen sitzt. Ist die Hefe angekommen? Ich geh lieber nochmal gucken. Ist es fertig? Ist es karbonisiert? Wann kann ich denn endlich kosten?
Ich hab mein erstes Bier mit nem alten Wassermax aufkarbonisiert, weil ich unbedingt kosten musste. Schmeckte natürlich finster, weil Bier grad aus der Hauptgärung nicht grad selten einfach mal richtig mies ist.
Gib dem Ganzen noch 2 3 Sude und dann wird die Geduld schon besser.

Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Montag 13. Oktober 2025, 10:02
von Windkind
Ras Tafaric hat geschrieben: Montag 13. Oktober 2025, 09:40
Nicht schimpfen, Radulph, Geduld ist eine Kunst die grad bei den ersten eigenen Bieren echt schwerfällt.
[...]
Gib dem Ganzen noch 2 3 Sude und dann wird die Geduld schon besser.
Ist auch für mich ein relativ wichtiger Teil des "Lernens". Natürlich ist es auch wichtig, dass man Einsteigern in das Hobby mitgibt, dass Geduld gefordert ist - aber am Ende sammelt man so auch eigene Erfahrungen, wie sich ein Bier entwickelt. Solange man sich keine Infektion einfängt, bekommt man so direktes Feedback wie der Prozess abläuft. Auch beim "frühen probieren" kann man so selbst erschmecken, wie unrund ein junges Bier sein kann und wie groß der Impact einer kurzen Reifung sein kann. Auf den "glühenden Kohlen" sitze ich auch immer noch, aber weiß aus meiner eigenen Erfahrung mittlerweile, dass ich Gedult haben muss :D Bei kleinen Mengen besteht natürlich nur die Gefahr, dass das Bier weg ist, bevor es sich richtig entwickelt hat ;)
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Montag 13. Oktober 2025, 16:30
von rakader
Windkind hat geschrieben: Montag 13. Oktober 2025, 10:02
Ras Tafaric hat geschrieben: Montag 13. Oktober 2025, 09:40
Nicht schimpfen, Radulph, Geduld ist eine Kunst die grad bei den ersten eigenen Bieren echt schwerfällt.
[...]
Gib dem Ganzen noch 2 3 Sude und dann wird die Geduld schon besser.
Windkind hat geschrieben: Montag 13. Oktober 2025, 10:02
Ist auch für mich ein relativ wichtiger Teil des "Lernens". Natürlich ist es auch wichtig, dass man Einsteigern in das Hobby mitgibt, dass Geduld gefordert ist - aber am Ende sammelt man so auch eigene Erfahrungen, wie sich ein Bier entwickelt. Solange man sich keine Infektion einfängt, bekommt man so direktes Feedback wie der Prozess abläuft. Auch beim "frühen probieren" kann man so selbst erschmecken, wie unrund ein junges Bier sein kann und wie groß der Impact einer kurzen Reifung sein kann.
Das sehe ich in Teilen anders. Ich versuche ausführlicher zu erklären warum: Fehlende Geduld erhöht die Gefahr von Infektionen und Fehlschlüssen gerade am Anfang. (@Ras Tafaric sagt treffend "nicht grad selten einfach mal richtig mies".) Ich beobachte seit vielen Jahren hier im Forum, dass das der Punkt schlechthin ist, wo viele Anfänger abspringen und man sie nie wieder sieht, weil sie das Hobby wieder aufgeben. Das sieht man auch im Forum "Verkaufen". Ein weiterer Punkt: Warum muss ein Anfänger zwei oder drei Sude in den Gulli schütten, bis ein akzeptables Bier herauskommt? Ich meine, das muss nicht sein. Das kann man für alle vermeiden. Und in dieser Rolle sehen sich wohl auch die meisten erfahrenen Brauer, die hier Anfänger unterstützen.
Einige Braukollegen haben mich in meiner Anfangszeit hier genau an diesem Punkt an die Hand genommen, und ich bin bis heute dankbar. Mir ist zu Beginn kein Bier verrutscht. Das passierte erst ab dem 20. Sud, als ich nachlässiger wurde. Da aber hatte ich schon so viel Wissen, um dem Fehler selbst einzugrenzen.
Gerade das frühe Probieren halte ich für einen eklatanten Fehler. Da vertrete ich eine radikale Linie, ich weiß. Wer Fermentiert, kann das wohl besser nachvollziehen. Gurken oder Salzzitronen oder Essig braucht eben Zeit. Da ist es selbstverständlich - warum nicht beim Bier?
Auch gut: In vielen Großstädten gibt es Weinseminare, die das olfaktorische Zuordnen trainieren: Mir half vor 25 Jahren dazu ein Geruchs- und Geschmacksseminar mit einer französischen Geruchsorgel.
Auch die Hygieneregeln gemahnen: Tu's nicht! Gerade während der Gär- und Abbauprozesse ist das Bier besonders anfällig. Und schließlich der psychologische Effekt: Ein "Wow!!" wenn's beim ersten Schluck besser schmeckt als erwartet, ist doch allemal mehr wert, als eine stufenweise Verbesserung, wo immer der Eindruck des Fehlers mitschwingt und die Furcht es am Ende doch entsorgen zu müssen.
Vielleicht muss ich das Thema doch mal auf meine Webseite nehmen. Mich schreckt nur der Umfang der Beiträge zu diesem Thema ab
Cheers und

Radulph
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Montag 13. Oktober 2025, 18:58
von Windkind
rakader hat geschrieben: Montag 13. Oktober 2025, 16:30
Das sehe ich in Teilen anders. Ich versuche ausführlicher zu erklären warum: Fehlende Geduld erhöht die Gefahr von Infektionen und Fehlschlüssen gerade am Anfang. (@Ras Tafaric sagt treffend "nicht grad selten einfach mal richtig mies".) Ich beobachte seit vielen Jahren hier im Forum, dass das der Punkt schlechthin ist, wo viele Anfänger abspringen und man sie nie wieder sieht, weil sie das Hobby wieder aufgeben. Das sieht man auch im Forum "Verkaufen". Ein weiterer Punkt: Warum muss ein Anfänger zwei oder drei Sude in den Gulli schütten, bis ein akzeptables Bier herauskommt? Ich meine, das muss nicht sein. Das kann man für alle vermeiden. Und in dieser Rolle sehen sich wohl auch die meisten erfahrenen Brauer, die hier Anfänger unterstützen.
Weil ich es vielleicht nicht klar gesagt habe: Beim Thema Infektionen-vermeiden bin ich voll bei dir. Da würde ich auch jedem Anfänger ein Maximum an Sauberkeit und dann auch Geduld abverlangen. Klar, nach ein paar Tagen kann man mal einen kurzen Blick in den Eimer riskieren, ob die Hefe angekommen ist - aber darüber hinaus würd ich von allem abraten. Erstmal pauschal min(!) 10 Tage stehen lassen schadet keinem Bier (würde fast sogar 14 empfehlen) und dann sollte (bei Anfängern Raum- oder Kellertemperatur vorausgesetzt) die Gärung schon quasi durch sein. Dann kann man mal mit dem Messen anfangen.
Wie demotivierend das Probieren ist, ist dann wohl auch Typ-Sache und individuell ;) Ich nehme deinen Hinweis aber gerne auf, dass das auch abschrecken mag - da ist sicher was dran. Gerade den Hinweis auf "wo immer der Eindruck des Fehlers mitschwingt" kann ich gut nachempfinden. Eins meiner Biere konnte ich nicht trinken, obwohl ich dazu extern Rückmeldung bekommen habe, dass nichts fundamental falsch ist. Da hat sich einfach früh die Meinung verfestigt, dass was nicht stimmt. Und tatsächlich war das Bier der Auslöser, dass ich persönlich jetzt jedem Bier mehr Zeit gebe und nicht mehr voreilig probiere!
Aber grundsätzlich würde ich niemandem verwehren wollen, mal direkt nach der Nachgärung eine Flasche zu öffnen - wenngleich der Hinweis angebracht wäre, dass man mit der nächsten im Besten fall nochmal 2-4 Wochen wartet. Und: Realistisch fällt ja beim Messen oder spätestens beim Abfüllen so oder so ein Schluck Jungbier ab, den wohl jeder Anfänger (oder alter Hase) probiert - und ab da kann es ja nur bergauf gehen ;) Daher muss man die Neulinge sicher etwas bremsen, aber insbesondere auch aufklären und ihre Erfahrungen machen lassen :) (wobei ich mich mit knapp 20 Suden immer noch selbst als Anfänger bezeichnen würde - daher aber vielleicht die Erinnerungen an die "richtigen Anfänge" noch frischer sind ;))
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Dienstag 14. Oktober 2025, 11:00
von dierabenfliegen
Ich stelle meine Weissbiere nach der Nachgärung in den Kühlschrank und probiere die ersten ca. 1-2 Wochen nachdem die im Kühlschrank waren. Gerade beim Weissbier habe ich da noch nicht wirklich schlechte Erfahrungen gemacht.
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Dienstag 14. Oktober 2025, 18:46
von rakader
dierabenfliegen hat geschrieben: Dienstag 14. Oktober 2025, 11:00
Ich stelle meine Weissbiere nach der Nachgärung in den Kühlschrank und probiere die ersten ca. 1-2 Wochen nachdem die im Kühlschrank waren. Gerade beim Weissbier habe ich da noch nicht wirklich schlechte Erfahrungen gemacht.
Und wieviel Weizenbiere hast Du bisher in welcher Zeit gebraut? Jenseits anekdotischer Evidenz: Weizen nimmt hier eine Spitzenposition bei Problemanfragen ein. Du hast schon all die Anfragen bei Weizen hier zur Kenntnis genommen und die immergleichen Probleme, die damit auftauchen? Überwiegend immer bei Anfängern…

Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Sonntag 2. November 2025, 19:35
von blackarrow1990
Zweiter Versuch: 5 Tage Hauptgärung, 12 Tage Nachgärung, davon 2 Tage im Kühlschrank. Das Ganze als Test, um zu sehen, ob ich auf dem richtigen Weg bin.
Insgesamt schön karbonisiert, mit stabilem Schaum und süffig. Leider noch etwas wenig Bananenaroma und immer noch ein spürbarer Hefegeschmack – aber hoffentlich verbessert sich das in ein bis zwei Wochen.
Sorry, dabei nur ein Duvel-Glas.
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Freitag 7. November 2025, 22:06
von blackarrow1990
Nach weiteren fünf Tagen hat sich der Geschmack deutlich verbessert. Die Hefe ist kaum noch wahrnehmbar, und das Aroma wirkt insgesamt harmonischer. Allerdings fehlt ein fruchtiges Aroma, davon ist nur wenig vorhanden.
Da ich dieses Mal bei 22 Grad vergoren habe (wie genau diese Messung war habe ich keine Ahnung), würde ich beim nächsten Versuch bei 18 Grad starten, die Temperatur einen Tag lang halten, am zweiten Tag auf 20 Grad erhöhen und am dritten Tag auf 22 Grad einstellen. Diese Temperatur würde ich dann beibehalten, bis die Gärung vollständig abgeschlossen ist.
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Samstag 8. November 2025, 08:08
von dierabenfliegen
Sieht doch schon sehr gut aus
Ich stelle idR bei 18 Grad an und bleibe auch in einem Korridor bis ca. 19 Grad bis Ende Gärung. Weiß nicht, ob die wirklich die 22 Grad brauchst.
Hatte mal hier im Forum gelesen, dass mehr Banane auch ganz gut durch weniger Hefe beim Anstellen erzeugt werden kann.
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Samstag 8. November 2025, 08:29
von jbrand
blackarrow1990 hat geschrieben: Freitag 7. November 2025, 22:06
Nach weiteren fünf Tagen hat sich der Geschmack deutlich verbessert. Die Hefe ist kaum noch wahrnehmbar, und das Aroma wirkt insgesamt harmonischer. Allerdings fehlt ein fruchtiges Aroma, davon ist nur wenig vorhanden.
Da ich dieses Mal bei 22 Grad vergoren habe (wie genau diese Messung war habe ich keine Ahnung), würde ich beim nächsten Versuch bei 18 Grad starten, die Temperatur einen Tag lang halten, am zweiten Tag auf 20 Grad erhöhen und am dritten Tag auf 22 Grad einstellen. Diese Temperatur würde ich dann beibehalten, bis die Gärung vollständig abgeschlossen ist.
Die 22 Grad sind bestimmt ein Teil des Problems, gerade was die Banane angeht. Bei höherer Temperatur entsteht zwar mehr Bananenaroma, durch die dann aber sehr starke Gärung wird das Aroma auch sehr schnell ausgetrieben. Im Gärkeller riecht es dann wunderbar nach Banane, im fertigen Bier ist davon aber nur noch wenig zu schmecken.
Ich stelle ein Weizenbier bei 18 Grad an und lasse die Temperatur von alleine kommen, durch die stürmische Gärung beim Weizen klappt das sehr schnell. Bei spätestens 21 Grad kühle ich dann aktiv und halte die Temperatur. Und wichtig dabei: das sind die Temperaturen der Würze, nicht die Raumtemperaturen.
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Samstag 8. November 2025, 10:14
von Vestenrunner
blackarrow1990 hat geschrieben: Freitag 7. November 2025, 22:06
Nach weiteren fünf Tagen hat sich der Geschmack deutlich verbessert. Die Hefe ist kaum noch wahrnehmbar, und das Aroma wirkt insgesamt harmonischer. Allerdings fehlt ein fruchtiges Aroma, davon ist nur wenig vorhanden.
Da ich dieses Mal bei 22 Grad vergoren habe (wie genau diese Messung war habe ich keine Ahnung), würde ich beim nächsten Versuch bei 18 Grad starten, die Temperatur einen Tag lang halten, am zweiten Tag auf 20 Grad erhöhen und am dritten Tag auf 22 Grad einstellen. Diese Temperatur würde ich dann beibehalten, bis die Gärung vollständig abgeschlossen ist.
Servus,
zumindest ist es trinkbar geworden. Das ist doch schon mal gut. Gratulation!
Für Weizen empfehle ich des Lesen des alten Beitrags im Braumagazin:
https://braumagazin.de/article/stilport ... d-bananen/
Das hat mir auch sehr geholfen.
Im übrigen stelle ich mein Weizen sogar bei 16°C an und lasse es nach ein par Tagen auf 18°C ansteigen.
Ich finde die richtige Temperatursteuerung ist nicht nur bei untergärigen Bieren eines der wichtigsten Themen sonder auch bei obergärigen. Aus diesem Grund wird bei mir normalerweise auch obergäriges im Kühlschrank vergoren.
Cheers!
Peter
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Sonntag 9. November 2025, 07:43
von blackarrow1990
jbrand hat geschrieben: Samstag 8. November 2025, 08:29
Ich stelle ein Weizenbier bei 18 Grad an und lasse die Temperatur von alleine kommen, durch die stürmische Gärung beim Weizen klappt das sehr schnell. Bei spätestens 21 Grad kühle ich dann aktiv und halte die Temperatur. Und wichtig dabei: das sind die Temperaturen der Würze, nicht die Raumtemperaturen.
Das würde ich auch so ausprobieren: Start bei 18 °C, dann Kühlung ab 21 °C. Das sollte mit meinem System (Kühlschrank + Heizmatte unter dem Eimer + InkBird) gut funktionieren. Den Fühler würde ich direkt mit etwas Styropor umwickeln und am Eimer befestigen. So misst er ziemlich genau die Temperatur der Würze.
Ich verwende diesmal aber Munich Classic (Trockenhefe).
Vestenrunner hat geschrieben: Samstag 8. November 2025, 10:14
Ich finde die richtige Temperatursteuerung ist nicht nur bei untergärigen Bieren eines der wichtigsten Themen sonder auch bei obergärigen. Aus diesem Grund wird bei mir normalerweise auch obergäriges im Kühlschrank vergoren.
Klar, wenn ich sowieso das System von oben habe, dann würde ich es auch für die obergärige Biere nutzen.
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Sonntag 9. November 2025, 13:03
von blackarrow1990
Ich habe das Bier aus dem dritten Versuch probiert, diesmal mit der M20 statt der W-68 vergoren und nur 0,3 g/L Hefe verwendet. Die Hauptgärung dauerte fünf Tage und lief komplett offen ab (abgedeckt nur mit einem sauberen Küchentuch über dem Eimer).
Das Ergebnis ist schon nach sieben Tagen Nachgärung bei Raumtemperatur und ein paar Stunden im Kühlschrank deutlich besser! Ordentlicher Druck in der Flasche, aber kein Überlaufen wie beim letzten Mal. Schmeckt richtig gut und ist jetzt schon super trinkbar.
Banane ist weniger vorhanden (aber da), ist mir letzendlich schon egal, das Bier ist einfach lecker und süffig.
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Montag 10. November 2025, 09:11
von Ras Tafaric
Mal Info am Rande (Herr Lehrer ich weiss was... ::P:):
Wenn du eine Bananenbombe willst, lies dich mal auf das Thema "Maltaseverfahren" ein. Damit kannst du den Glucoseanteil in deiner Würze exorbitant hochziehen und baust Unmengen deutlich mehr Isomylacetat auf, was auch gar nicht so schnell ausdünsten kann.
Ich würd, wenn du mit Trockenhefe arbeiten willst auch mal die Munich Classic versuchen. Auch die "banant" ganz ordentlich.
Freut mich auf jeden Fall, wenn die Biere mit der Lernkurve besser werden. Glaub mir, da ist das Ende der Fahnenstange noch lang nicht erreicht. Gib dir noch ein paar Sude und das Handwerkliche wird besser und deine Biere erreichen echt geniale Level.
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Montag 10. November 2025, 09:59
von dmvm
Mal ne Frage zum Maltaseverfahren... warum maischt man dann nicht gleich bei 45 grad ein wenn ich danach eh wieder auf 72 grad hoch gehe?
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Montag 10. November 2025, 10:10
von Ladeberger
Die Maltase benötigt Maltose als Substrat, das in entscheidender Konzentration erst während der Maltoserast > 60 °C gebildet wird.
Gruß
Andy
Re: Fragen zum Hefeweizen-Rezept (Anfänger)
Verfasst: Montag 10. November 2025, 11:44
von maecki-maecki
dmvm hat geschrieben: Montag 10. November 2025, 09:59
Mal ne Frage zum Maltaseverfahren... warum maischt man dann nicht gleich bei 45 grad ein wenn ich danach eh wieder auf 72 grad hoch gehe?
Das Dumme ist, dass die Amylasen für möglichst viel Einfachzucker eigentlich absteigende Rasten bräuchten (Dextrine aus Stärke durch Beta-Amylase bei um die 70, Maltose aus Dextrinen durch Alpha-Amylase bei um die 63, Glukose aus Maltose durch Maltase bei um die 45 Grad). Und noch dümmer ist, dass man nicht einfach absteigend Maischen kann, weil die Enzyme bei höheren Temperaturen bereits deaktiviert werden (Wobei manche geschichtliche Maischmethoden wohl trotzdem so ähnlich funktioniert haben).
Daher bringen wir immer kalte und noch enzymaktive Maische zurück ins Spiel, egal ob Maltaseverfahren oder Dekoktion oder mit kaltem Satz wie früher in Franken.
Ich klinge wie ein Oberlehrer ;-)
Mäcki