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Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 20. Februar 2017, 20:53
von Chris1990
Hallo zusammen,
ich möchte gerne demnächst in Anlehnung an das Rezept "Pils fürs Volk" ein Pils brauen. Folgendes habe ich mir vorgestellt:
Original:
http://www.maischemalzundmehr.de/index. ... %20Pilsner
Menge: 63 Liter
High-Gravity-Faktor: 10%
Stammwürze: 12°P
Angestrebte Bittere: 32 IBU
Farbe: 9 EBC
Karbonisierung: 5,3 gCO2/Liter
Aroma-Beschreibung: süffiges Pils, nicht zu bitter, massenkompatibel
Schüttung:
90,5% Pilsener Malz
5% Carahell
4,5% Spitzmalz (lohnt sich das für guten Schaum oder ist das eher nicht notwendig?
Kochdauer: 75 Min
Hopfen:
Perle (9,6% Alpha) 75 Min Kochdauer, Anteil IBU 57%
Perle (9,6% Alpha) 40 Min Kochdauer, Anteil IBU 32%
Hallertau Mittelfrüh (3,4% Alpha) 5 Min Kochdauer, Anteil IBU 11%
Hefe: Z003 von Braupartner, 1,0l (entspricht W34/70)
Wasser: Hier die Daten meines Wasserversorgers:
https://www.stadtwerke-osnabrueck.de/fi ... yse_Osnabrück_Wasserwerk_Thiene_2015.pdf
Ich möchte die Restalkalität auf 0°dH mit Milchsäure einstellen. Oder sollte ich noch tiefer gehen? Ich meine mal einen Bereich zwischen -5°dH und 0°dH gelesen zu haben.
Maischprogramm:
Einmaischen bei 64°C
62°C für 25 Min
72°C für 30 Min
Abmaischen bei 78°C
Gärung= Anstellen der Hefe bei 8°C, Vergären bei 10°C
Was meint Ihr zu dem Plan? Mir kam der Anteil des Carahells etwas hoch vor und ich habe ihn deswegen reduziert. Für guten Schaum habe ich das Spitzmalz hinzugefügt.
Hat jemand schon einmal das Bier oder so ähnlich gebraut und kann mir etwas zum Geschmack etc. sagen?
Vielen Dank für Eure Hilfe!
Viele Grüße
Christopher
Edit: Spitzmaus wäre wirklich nicht so gut... Spitzmalz ist wohl besser. Blöde Autokorrektur. Die kennt sich wohl nicht so mit Brauzutaten aus.

Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 20. Februar 2017, 21:09
von Hopfenprinz
Hallo Chris,
Chris1990 hat geschrieben:Mir kam der Anteil des Carahells etwas hoch vor und ich habe ihn deswegen reduziert
10% Kara hell habe ich probiert, fand ich auch zu viel. Fahre jetzt 95% PiMa und 5% Kara hell (alternativ Karamünch, ist auch einen Sud wert!).
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 20. Februar 2017, 21:17
von Chris1990
Ich habe die Bittere auch auf 32 IBU angehoben. Meinst Du, das passt dann? Das sollte zwar ein süffiges Pils werden?!
Was wäre der Unterschied mit Caramünch?
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 20. Februar 2017, 21:29
von Hopfenprinz
Ich finde 32 IBU nicht viel. Das kommt aber darauf an, wie das mit Deinem Brauwasser harmoniert. Da gibt es hier welche im Forum, die das besser beurteilen können.
Karamünch gibt wieder ein anderes, etwas "kernigeres" Aroma. Das muss man halt mal testen. Ich kann empfehlen, nicht so große Sude zu brauen. Dann kann schneller nachgebraut und ausprobiert werden. Möglichst immer nur an einer Schraube drehen.
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 20. Februar 2017, 22:43
von Boludo
Cara hat meiner Meinung nach nichts im Pils verloren.
Ins Pils gehört Pilsner Malz.
Stefan
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 20. Februar 2017, 22:54
von Hopfenprinz
Dann nenn es halt Helles.
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 20. Februar 2017, 22:55
von DerDerDasBierBraut
Das Originalrezept hatte ich gebraut. Die 10% Cara sind erst nach 2-3 Monaten abgeklungen. Davor hatte das Pils eine störende nachhängende Süße.
Spitzmalz färbt nicht und hat auch keinen Einfluss auf den Geschmack. Es ist einfach nur ein -bewusst- schlecht gelöstes Malz, dass für mehr Eiweiß und damit für mehr Blume sorgt. Auf 5% CaraPils werde ich das nächste Mal auch runtergehen, wenn ich dieses Rezept braue. Wenn das immer noch zu viel ist fliegt das Cara komplett raus.
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 20. Februar 2017, 22:57
von hyper472
Boludo hat geschrieben:Cara hat meiner Meinung nach nichts im Pils verloren.
Ins Pils gehört Pilsner Malz.
Stefan
Grüß Dich Stefan,
auch wenn sich die Frage jetzt nicht ernst anhört, ich meine sie ernst: was hältst Du von CaraPils in dem Zusammenhang?
Viele Grüße, Henning
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 20. Februar 2017, 23:00
von Chris1990
Gut, mit den 10% hatte ich auch gedacht, dass das zu viel wird.
Meint ihr, 5% ist immer noch zu viel?
Oder was würde zum Beispiel Carapils im Gegensatz zu Carahell bringen?
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 20. Februar 2017, 23:03
von Boludo
Weyermann hat mir versichert, dass Carapils den Geschmack nicht verändert, sondern nur den Schaum verbessert. Irgendwie kann ich das nicht so richtig glauben.
Den Schaum im Pils stabilisiert man besser durch großzügige Hopfengaben.
Irgendwie haben viele total unbegründet Angst vor 100% PiMa.
Stefan
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 20. Februar 2017, 23:17
von DerDerDasBierBraut
CaraPils verändert den Geschmack definitiv. Bei 10% als wenn man Pils trinkt während man ein Karamellbonbon lutscht.
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 20. Februar 2017, 23:37
von gulp
Boludo hat geschrieben:Weyermann hat mir versichert, dass Carapils den Geschmack nicht verändert, sondern nur den Schaum verbessert. Irgendwie kann ich das nicht so richtig glauben.
Den Schaum im Pils stabilisiert man besser durch großzügige Hopfengaben.
Irgendwie haben viele total unbegründet Angst vor 100% PiMa.
Stefan
Servus Stefan,
100 % PiMa hat halt diverse Nachteile. Anfällig für DMS, Oxidation (ein paar % Cara-irgendwas können das eindämmen).
Soweit ich das richtig in Erinnerung habe arbeitest du mit Ascorbinsäure, was das angeht.
Um sich Dekoktionen zu sparen kann man schon, je nach Stil, tschechisch, deutsch, oder amerikanisch ein paar Prozent Cara... einsetzen. Wie immer muss man halt wissen was man macht.
Gruß
Peter, bei einem sensationellen Starckpils von Pyraser.
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 20. Februar 2017, 23:47
von Boludo
Ich rede hier auch von Pils.
Natürlich mach ich zB ins IPA Cara rein.
Aber nicht ins Pils.
Aber auch ein belgisches Triple wird mit 100% PiMa genau richtig.
Dann ist schön viel Platz für den Hopfen und die Hefe.
Hochvergorene Biere und Cara passt nicht.
Stefan
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 20. Februar 2017, 23:59
von gulp
Ich rede hier auch von Pils.
Ja nun, ich auch. Das sagt ja schon die Überschrift. Und in ein "echtes Pils" gehört auch keine Ascorbinsäure.
Hochvergorene Biere und Cara passt nicht.
Sehe ich halt anders, z.B. 2 oder 3 % Carahell passen da aus meiner Sicht sehr gut und ändern am EVG so gut wie nichts.
Peter
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Dienstag 21. Februar 2017, 07:02
von Boludo
Das mit dem Vergärungsgrad mit 3% Carahell mag sein.
Warum man in ein Bier, das möglichst trocken sein soll, Caramellaromen gibt, verstehe ich trotzdem nicht. Das hängt ja nicht nur mit dem Vergärungsgrad zusammen.
(Boehmisches Pils ist natürlich noch mal ne ganz andere Nummer)
Stefan
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Dienstag 21. Februar 2017, 07:03
von danieldee
Moin Zusammen,
hört sich sehr gut an dein Rezept, sollte wirklich massenkompatibel sein.
Ich finde auch wie Stefan schon schreibt, keine Angst vor 100% Pilsner Malz.
Wenn du hoch vergären willst würde ich da keine Bremsen wie Cara-X einbauen auch meine Meinung!
Boludo hat geschrieben:
Hochvergorene Biere und Cara passt nicht.
Stefan
Bei deinen sehr kurzen rasten musst du unbedingt aufpassen dass du Jodnormal wirst.
Gruß Daniel
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Dienstag 21. Februar 2017, 08:13
von Sura
CaraPils hatte ich mal drin, das war für mich geschmacklich praktisch nicht vorhanden.....
Den RA würde ich irgendwo bei -3 machen. Statt 62°C würde ich lieber 64°C für 40min machen, und bei Pils in der Schüttung würde ich auch auf 57°C einmaischen und da mal 5-10min rasten. Pilsener ist nicht so gut vorgelöst wie Pale Ale Malz, da hilft die Rast beim Schaum. (Allerdings bei der Temperatur auch nicht zu lange rumlungern, so schlecht ist das dann doch nicht gelöst.... :) )
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Dienstag 21. Februar 2017, 22:06
von Chris1990
Vielen Dank für Eure Antworten!
An eine niedrigere RA hatte ich auch schon gedacht, bei meinem kleinen Brauhelfer kann ich nur bis 0°dH gehen. Kann man das da auch anders einstellen?
Ansonsten müsste ich per Hand die höhere Gabe an Milchsäure ausrechnen.
Dann werde ich wohl trotzdem mal die 3% Carahell versuchen, aber etwas tiefer einmaischen (57°C), direkt auf 64°C und 40 Min rasten, am Ende noch 30 Min bei 72°C.
Das Spitzmalz lasse ich auch drin, dann sollte der Schaum noch besser werden.
Was meint ihr zu dem Hopfen? Perle und Mittelfrüh? Als Aromagabe meine ich, dass der Mittelfrüh ganz gut passt.
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Dienstag 21. Februar 2017, 22:19
von DerDerDasBierBraut
Jepp. Perle muss in einem Pils dran und Mittelfrüh als Aroma mag ist auch sehr gern. Passt auch sehr gut zusammen.
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Mittwoch 15. März 2017, 21:29
von Exedus
Habe das Rezept auch auf meiner toDo Liste stehen :D
Allerdings ist es mit 30 IBU angegeben, was der Beschreibung des Bieres nach ja auch passen sollte. Wenn ich die Daten nun allerdings in den KBH oder in den IBU-Rechner nach Tinseth tipper, komme ich auf einen IBU Wert von ~38

Das ist ja schon eher Richtung richtig Herb!?
Ist die Angabe im Rezept einfach falsch? Habe die Nachisoimierungszeit auf 15 Minuten gestellt, aber selbst ohne lande ich noch bei ~36 IBU.
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Mittwoch 15. März 2017, 21:58
von flensdorfer
Sag doch dem kBH, dass Du 30IBU haben möchtest und stelle deine Nachiso-Zeit ein. Dann rechnet er doch aus, wie viel Hopfen pro Gabe notwendig ist.
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Donnerstag 16. März 2017, 12:08
von Exedus
Darum geht es ja, habe es wie gesagt ja gemacht :)
Und komme eben auf völlig andere Hopfengaben, als im Rezept gefordert. Daher ja die Frage, ob der IBU im Rezept falsch angegeben ist. (kommt mir allerdings merkwürdig vor, da ich annehme, dass bei MMuM der IBU Wert der jeweiligen Rezepte automatisch errechnet wird!? Also direkt bei den Rezepten meine ich. Oder ist das eine Benutzereingabe?)
Gibt nun natürlich zwei Möglichkeiten. Mit dem Wert von 30 IBU, der im Rezept angegeben ist die Hopfenmenge selbst berechnen und nachher ein anderes Bier, als das aus dem Rezept bekommen oder eben im KBH die gewünschte IBUs hochdrehen...
Wobei mir das relativ egal ist, was da im KBH steht, wenn ich ein Rezept nachbraue, halte ich mich daran...
Also mir gehts e igentlich tatsächlich nur darum zu wissen, ob das tatsächlich eine Fehlangabe im Rezept ist

Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Donnerstag 16. März 2017, 14:11
von flensdorfer
Die Alphawerte deiner Hopfen können ja auch abweichen von denen im Rezept.
Ich nehme auch Rezepte aus MMuM als Vorlage und baue die im kBh nach. IBU stelle ich auf Wunschwert, wähle meine Hopfen aus, passe die Zeitpunkte an und dann ist gut. Wurde bislang nicht enttäuscht.
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Donnerstag 16. März 2017, 14:15
von Exedus
Die alpha Werte habe ich selbstverständlich berücksichtigt
Geht hier ja auch nicht um den kbh, sondern um die IBU Werte im Rezept, die mir spanisch vorkommen

Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Donnerstag 16. März 2017, 14:19
von Bernstein
Also ich braue Pilsener und Helle mittlerweile nur noch mit 100% PiMa. Wenn, dann lieber Dekoktion. Das A und O bleibt definitiv das Wasser, die Hefe und die Gärführung.
Gruss, Matthias.
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 10. April 2017, 10:06
von Chris1990
Hallo zusammen,
ich möchte gerne demnächst in Anlehnung an das Rezept "Pils fürs Volk" ein Pils brauen. Folgendes habe ich mir vorgestellt:
Original:
http://www.maischemalzundmehr.de/index. ... %20Pilsner
Menge: 57,3 Liter
Stammwürze: 12°P
Angestrebte Bittere: 33 IBU
Farbe: 9 EBC
Karbonisierung: 5,3 gCO2/Liter
Aroma-Beschreibung: süffiges Pils, nicht zu bitter, massenkompatibel
Schüttung:
88% Pilsener Malz
10% Spitzmalz
2% Carahell
Kochdauer: 75 Min
Hopfen:
Saazer (3% Alpha) Vorderwürzehopfung, Anteil Menge 57%
Magnum (12,2% Alpha) 40 Min Kochdauer, Anteil Menge 32%
Saazer (3% Alpha) 5 Min Kochdauer, Anteil Menge 11%
Nachisomerisierungszeit: 15 Min
Hefe: Z003 von Braupartner, 1,0l (entspricht W34/70)
Wasser: Hier die Daten meines Wasserversorgers:
https://www.stadtwerke-osnabrueck.de/fi ... yse_Osnabrück_Wasserwerk_Thiene_2015.pdf
Ich möchte die Restalkalität auf -3°dH mit Milchsäure einstellen.
Maischprogramm:
Einmaischen bei 59°C
57°C für 5 Min
64°C für 40 Min
72°C für 30 Min
Abmaischen bei 78°C
Gärung= Anstellen der Hefe bei 8°C, Vergären bei 10°C
Was sagt ihr jetzt zu dem Vorgehen? Passt das so?
Vielen Dank für Eure Hilfe!
Viele Grüße
Christopher
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 10. April 2017, 14:10
von OS-Schlingel
Hallo Christopher,
Hier ist ein guter Artikel, der bei der Einstellung des Wassers hilft.
http://braumagazin.de/article/von-der-w ... rauwasser/
Vielleicht kannst Du Deinen PH Wert messen?
Würzekochen bei 5,4 PH ist vorteilhaft.
Gruß
Stephen
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 10. April 2017, 16:34
von Chris1990
Hallo Stephen,
vielen Dank für den Hinweis.
Ich habe ein billiges pH-Meter, ich habe es bisher aber noch nicht benutzt. Laut Berechnung soll der Maische-pH bei 5,71 liegen. Meine Restalkalität habe ich auf -2°dH eingestellt. Was soll ich denn noch tun, damit der pH-Wert weiter runtergeht? Ist das überhaupt notwendig oder sind die 5,71 auch in Ordnung?
Viele Grüße
Christopher
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Montag 10. April 2017, 22:47
von olibaer
Hallo zusammen,
ob der Einschätzungen rund ums' CaraPils könnte man schon verrückt werden:
DerDerDasBierBraut hat geschrieben:CaraPils verändert den Geschmack definitiv. Bei 10% als wenn man Pils trinkt während man ein Karamellbonbon lutscht.
Sura hat geschrieben:CaraPils hatte ich mal drin, das war für mich geschmacklich praktisch nicht vorhanden.....
Boludo hat geschrieben:Weyermann hat mir versichert, dass Carapils den Geschmack nicht verändert, sondern nur den Schaum verbessert ...
Eine Herstellerangabe und zwei konträre Meinungen aus den eigenen Reihen - zum verzweifeln.
Der Rohtsoffanalytik für
CaraPils folgend hat eine Einsatzmenge von bis zu 10% keinen Einfluss auf die gefordert
helle Bierfarbe und auch keinen (negativen)Einfluß auf den EVG.
Offen bleibt die Frage, ob eine Einsatzmenge von 10% "
CaraPils" in solch einem Maße einen "
Karamellgeschmack" erzeugen kann, dass es für ein "
Pilsbier" unerträglich bzw. nicht sortentypisch wird. Ich persönlich denke nicht, dass "
CaraPils" das in diesen Einsatzmengen leisten kann.
Das mache ich u.a. daran fest wie
CaraPils hergestellt wird und daran, was wir gemeinhin unter
Caramell verstehen.
Indes gehört die "
Schaum-positive-Wirkung" ebenfalls auf den Prüfstand. Ich mache das daran fest, dass ich schon 1000-sende Malzanalysen gesehen habe aber noch nie eine "
CaraPilsMalzAnalyse" entdecken konnte in der ein Analysenparameter aufgetaucht wäre, der in seiner Ausprägung auf eine "
Schaum-positive-Wirkung" hinweist.
Gleichwohl darf man sich auch vorstellen, dass 10%
CaraPils gegen 90%
Pilsnermalz, das protelytisch überlöst ist, nichts ausrichten kann - solche Vorgänge finden im besten Fall in unserer Phantasie statt.
Für eine Rezeptfindung oder fürs Nachbrauen möchte ich noch erwähnen, dass "
% von Gesamtschüttung" für uns immer nur eine Teilmenge einer "
Malzsorte" beschreibt - gänzlich ohne Qualitätskontext.
Ein Rezepturhinweis ähnlich wie "
..mit 100% Pilsnermalz gebraut" sagt nichts aus: Während sich der "
Industriebrauer" diese 100% aus 5erlei Malzqualitäten aus unterschiedlichen Silos immer wieder neu zusammenmischen kann, hat der Hobbybrauer 5 kg Malz vor sich, von denen er nichts weiß - das trennt Welten im Vorgang und im Ergebnis, obwohl beide 100% PilsnerMalz geschüttet haben.
Pils fürs Volk:
Hat für mich eine Stammwürze knapp an die 12 und einen Endvergärungsgrad um die 80-82%. Es ist Licht-Hell bis Hell und kommt mit IBU zwischen 27-33 daher. Das Hopfenaroma ist wahrnehmbar, aber dezent, in keinem Fall auffällig grasig-grün oder harzig, eher dezent fruchtig. Frisch gezapft erwarte ich einen "
bomben Schaum" - es muss einen zusammenhängenden und wiedererkennbaren Geschmackseindruck hinterlassen und reproduzierbar immer gleich schmecken - im Rahmen einer Mindestanforderung ;-)
Frohes Schaffen & Gruß
Oli
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Dienstag 11. April 2017, 00:31
von Boludo
Wenn das Carapils bis zu 10% weder den Schaum noch den Geschmack verändert, welchen Sinn hat es dann überhaupt?
Gibt es vielleicht einfach nur das "gute" Gefühl, dass man keine angeblich langweilige 100% PiMa Schüttung hat?
Stefan
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Dienstag 11. April 2017, 13:53
von Bernstein
Ein Schelm, wer böses dabei denkt. ;-)
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Dienstag 11. April 2017, 14:48
von Blancblue
Danke Oli, wieder ein interessanter Beitrag zum (mittlerweile gefühlt undurchdringlichen) Thema Malz.
Zum CaraPils - ein Berliner Braukollege schwört auf dieses Malz als eine "Vollmundigkeits-Geheimwaffe". Ich hatte letztens Mal einen Test gemacht - Pils 1 mit 100% und Pils 2 mit 95%Pilsner/5% CaraPils. Leider haben wir keine Blindverkostung wie geplant gemacht, sondern das Bier ging bei ner Party drauf. Gefühlt (und leider nur gefühlt) war das Pils mit CaraPils einen Tick vollmundiger und hatte einen Tick mehr Schaum. Aber da nicht Blindverkostet, ist dieses Gefühl nichts wert, ich werde also noch mal einen Versuch starten müssen.
Re: Hilfe bei Rezeptfindung "Pils fürs Volk"
Verfasst: Mittwoch 12. April 2017, 11:40
von raistlin
Ich habe das Pils fürs Volk letztens zum zweiten mal gebraut. Dieses mal mit 13% Stammwürze statt 12%. Ich habe es nach dem Originalrezept mit 9,5% Carahell gebraut. Das Ganze in Kombirast im Thermoport und mit Purania Wasser von Real. Den PH-Wert habe ich auf 5,5 beim Maischen und 5,4 beim Kochen eingestellt.
Fazit: Es war bis zur Geburtstagsparty nur 2,5 Wochen in der Kaltlagerung, ich fand es "trinkreif". Die Gäste haben das Fass weggesoffen und haben es neben anderen Bieren von einer Privatbrauerei am liebsten getrunken. Die meisten beschrieben es als erfrischendes leckeres Pils. Hatte auch 5,5 g CO2 / L.
Ich werde das Bier evtl. auch mal mit 100% Pilsener Malz brauen. Allerdings finde ich das Rezept so wie es ist fantastisch.
Gruß