Temperaturverluste beim Rasten

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ak59
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Temperaturverluste beim Rasten

#1

Beitrag von ak59 » Sonntag 12. April 2020, 21:03

Hallo zusammen,

bei meinen 1. Suden hatte ich jedesmal Probleme die Rasttemperatur zu halten. Die Temperatur fiel innerhalb on wenigen Minuten um 2-3° ab, an 50 Minuten ohne nachheizen ist nicht zu denken (ich hatte 1x eine im Forum erwähnte hitzebeständige Isolierung - ständig um den Top, aber die hat mir das olfaktorische Brauerlebnis zerstört (liegt wohl an der Verwendung eines Gasbrenners).).

Beim Versuch nachzuheizen sehe ich über meinen Tauchhülsensor kaum bis keine Erwärmung. Wenn ich dann anfange mit meinem Maischepaddel zu rühren, steigt die Temperatur dann sehr zügig an, aber wie weit ist schwierig vorherzusagen. Damit wird der Temperaturverlauf recht ungleichmässig und ich bin während der Rast immer etwas “unrastig”.

Alleine wenn ich die Maische ohne Nachheizen umrühre, steigt die Temperatur um 2-3° an. Ich denke, dass dies (ein wohlerwartetes) Schichtungsverhalten erklärt.

Beim letzten Sud fing das wieder so an und ich bin dazu übergegangen fast ständig nachzuheizen (so niedrig wie’s der Brenner zuliess) und zu rühren. Damit war ich dann zufrieden.

So, nun die eigentliche Frage: mach ich grundsätzlich/offensichtlich was falsch, das ich korrigieren müsste/sollte und gibt es irgendeine Abhilfe (ausser manuellem/autom. Rühren)?

Ostergrüße,

Andreas

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schwarzwaldbrauer
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Re: Temperaturverluste beim Rasten

#2

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Sonntag 12. April 2020, 21:21

Hi Andreas,
bei der ganzen Sache ist es natürlich wichtig, wo du die Temperatur misst. Das sollte dort sein, wo die erwärmte Maische aufsteigt. Wenn du von Hand rührst oder ein Rührwerk benutzt kann das sehr unterschiedlich sein.
Taste dich beim nächsten Sud einfach mal ran, indem du rührst und die Position des Thermometers oder Fühlers direkt dort platzierst, wo du am meisten erwärmte Maische vermutest.
Mußte das bei meinem selbstgebauten Rührwerk auch erst optimieren.

Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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Re: Temperaturverluste beim Rasten

#3

Beitrag von ak59 » Montag 13. April 2020, 09:35

Hi,

die Spitze der Tauchhülse hat etwa 5cm Abstand zum Rand und vielleicht 10 zum Boden (damit der Einfluss des wohl deutlich heisseren Metalls geringer ist). Mein Brenner hat 2 Ringe, wobei ich beim Nachheizen den inneren benutze, etwa dann mit 10cm Abstand zum Sensor. Ich kann auch den äußeren Ring Nutzen, der liegt ziemlich genau drunter.

Gruß,

Andreas

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Re: Temperaturverluste beim Rasten

#4

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Montag 13. April 2020, 10:27

Hallo Andreas,
hatte bei meinem Einkocher am Anfang die Tauchhülse auch weiter aussen am Topfrand. Durch die Form meines Rührflügels kommt aber in der Mitte des Topfes die warme Maische nach oben und verteilt sich dann nach aussen.
Darauf habe ich den Sensor weiter mittig platziert und habe den Eindruck, dass die Regelung damit viel feiner arbeitet (geringere Schalthysterese).

Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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Re: Temperaturverluste beim Rasten

#5

Beitrag von ak59 » Montag 13. April 2020, 10:50

Hallo Dieter,

d.h. für mich eigentlich, dass ich im Prinzip nichts falsch mache (zumindest solange ich nicht von Gas auf Elekro umstelle, wo ich den Maischetopf vielleicht doch vernünftig isolieren kann) und rühren “muss”, damit ich überall im Topf etwa gleiche Verhältnisse bekomme.

Den Sensor dauerhaft weiter in der Mitte platzieren “und” manuell zu rühren (mit Rührwerk natürlich kein Problem) schließt sich für mich aus und auf Dauer mag es langweilig zu sein ständig zu rühren. Ich hatte mich nur gefragt, wie das die Fraktion macht, die sagt “rasten beim Rasten”.

Viele Grüße,

Andreas

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Re: Temperaturverluste beim Rasten

#6

Beitrag von Decas » Montag 13. April 2020, 12:38

Also eine meiner ersten Anschaffungen nach dem Einkocher war das Rührwerk, so eine immense Vereinfachung und Erleichterung. Man hält sehr gut die Temperatur, hat mehr Zeit für ein Bierchen und die Ausbeute ist auch besser.

Was hält dich vom Rührwerk ab?

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Re: Temperaturverluste beim Rasten

#7

Beitrag von Mehrbier » Montag 13. April 2020, 14:55

Hallo Andreas,

als rührwerkloser Rührer kann ich deine Erfahrungen nachempfinden. Ich raste beim Rasten auch nur wenige Minuten. Vor jeder Temperaturmessung (ich messe per Hand) rühre ich noch zusätzlich einmal kräftig durch, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu haben. Bei mir macht es mittlerweile die Erfahrung mit der Anlage möglich, die Temperaturen relativ gut zu halten bei +/- 0,5 Grad. Ich kann recht gut einschätzen, wie lange und intensiv ich nachheizen muss um nach dem Rühren wieder die richtige Temperatur zu haben.

Ich arbeite ohne Isolierung in einem 50L Topf. Ich muss der Rührwerkfraktion allerdings recht geben: Einfacher und präziser ist es mit einem Rührwerk. Ohne Isolierung muss man dennoch ca. alle 10-15 min nachheizen.
Gruß
Gerdi

„Kein neues Bier brauen, weil der Kühlschrank voll ist, ist aber auch keine gute Option.“

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Re: Temperaturverluste beim Rasten

#8

Beitrag von ak59 » Montag 13. April 2020, 17:11

Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank, dass Ihr mich beruhigt habt, nichts grobes falsch zu machen.

Da mein Finanzminister jedesmal zusammenzuckt, wenn wieder ein Päckchen mit Brauhardware ankommt, werd ich erstmal beim Rasten nicht rasten, aber auf Dauer wird mir das wohl zu langweilig und ich versuch mich wohl am Selbstbau (dazu nochmal Dank zum Hinweis mit der Sensorplatzierung)- Beispiele gibts hier ja und fertige finden sich im Handel.

Viele Grüße,

Andreas

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