Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

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Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#1

Beitrag von Griller76 » Donnerstag 16. April 2015, 12:56

Hallo an alle,

ich habe das Buch "Radical Brewing" von Randy Mosher. Ich will bitte das Bragot (manche schreiben es mit zwei "g") Rezept am Samstag brauen. Es sieht vor:
Malz: 5,4 Kg Amber Malz
2,7 Kg Pale Ale Malz
0,9 Kg Honig added to the secondary (ich vermute secondary ist hier die Nachgärung?)
Gewürze, added to the secondary je 23 Gramm Zimt und schwarzer Stangenpfeffer
22 Gramm gehackter kandierter Ingwer
je 6 Gramm Galgant und Gewürznelken
Wenn man möchte, kann man dieses traditionellerweise ohne Hopfen zubereitete Bier, noch mit einem Hopfen mit niedrigem Alphasäurengehalt wie East Kent Golding (14,2 Gramm) aromatisieren und damit auch für eine bessere Haltbarkeit sorgen.

Ausschlagsmenge: 19 Liter bei 24,5 °Plato
Hefe: alkoholtolerante englische Ale Hefe SAFBREW S-33, obergärige Trockenhefe
Alkoholgehalt: 10,5 bis 11,5% Vol.
Reife: 8 bis 12 Monate

Nun weiß ich, dass es ein kohlensäurearmes Bier ist. Ich habe trotz Recherche bitte einige Fragen dazu:
1. Wieviel Liter Hauptguss und Nachguss würdet Ihr mir empfehlen um auf 19 Liter Ausschlagsmenge zu kommen? Oder soll ich nur mit Vorderwürze arbeiten?
2. Wenn ich es richtig verstehe ist "secondary" das Bier in der Nachgärung?
3. Wann sollte der Honig idealerweise dazukommen (Würze vor der Hauptgärung, oder in der Nachgärung)?
4. Für die Nachgärung: Sollte ich da das Jungbier von der Hefe abziehen, oder darauf belassen? Ich nehme SAFBREW S-33, obergärige Trockenhefe. Wie lange sollte die Nachgärung dauern.
5. Reicht es, um genügend Gewürzaromen ins Bier zu bringen, diese in der Nachgärung gemahlen einzubringen, oder sollte ich sie doch lieber bereits am Ende des Würzekochens für ca. 10-15 Minuten beigeben?
Wenn die Gewürze in die Nachgärung kommen, wie lange sollten sie dann im Jungbier verbleiben?

Für Eure Hilfe wäre ich Euch sehr dankbar.

freundliche Grüße

Alexander
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#2

Beitrag von cosmophobia » Donnerstag 16. April 2015, 13:34

Griller76 hat geschrieben:2. Wenn ich es richtig verstehe ist "secondary" das Bier in der Nachgärung?
Bei den englischen Rezepten ist damit meist "Nach der Hauptgärung ohne Sediment in einen anderen Gärbehälter Schlauchen" gemeint. Hier versteht man ja unter Nachgärung oft die Karbonisierung.
Griller76 hat geschrieben:3. Wann sollte der Honig idealerweise dazukommen (Würze vor der Hauptgärung, oder in der Nachgärung)?
Siehe oben, praktisch als 2. kleine Gärung.
Griller76 hat geschrieben:4. Für die Nachgärung: Sollte ich da das Jungbier von der Hefe abziehen, oder darauf belassen? Ich nehme SAFBREW S-33, obergärige Trockenhefe. Wie lange sollte die Nachgärung dauern.
Ich denke, man sollte es von der Hefe abziehen. Bei der Länge bin ich überfragt.
Griller76 hat geschrieben:5. Reicht es, um genügend Gewürzaromen ins Bier zu bringen, diese in der Nachgärung gemahlen einzubringen, oder sollte ich sie doch lieber bereits am Ende des Würzekochens für ca. 10-15 Minuten beigeben?
Da dort auch "added to the secondary" steht sollte die Sache auch klar sein.

Ps: Das heutige Amber Malz hat glaube ich keine Enzyme, von daher frage ich mich, ob der Anteil Pale Ale Malz ausreicht?

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#3

Beitrag von Griller76 » Donnerstag 16. April 2015, 15:22

cosmophobia hat geschrieben:
Ps: Das heutige Amber Malz hat glaube ich keine Enzyme, von daher frage ich mich, ob der Anteil Pale Ale Malz ausreicht?
Stimmt, vielen herzlichen Dank für Deinen Hinweis! Ich habe bei Weyermann angerufen und Herr Ferstel erklärte mir dort, dass durch daß Heißdarren und Rösten in einer Trommel alle Enzyme ausgeschaltet werden.
Als adäquaten Ersatz empfahl man mir Melanoidinmalz, was zwar nur eine schlechte Enzymqualtät hat, das ist aber noch bedeutend besser, als gar keine zu haben. Das Melanoidionmalz wird in einem anderen Verfahren in der Malztrommel gewonnen. Echt nett und kompetent die Mitarbeiter von Weyermann.
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#4

Beitrag von gulp » Donnerstag 16. April 2015, 15:36

Willst du jetzt 5,4 kg Melanoidin Malz reinwürzen? Das wird mastig ohne Ende! Würg. :Shocked

Gruß
Peter
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#5

Beitrag von Griller76 » Donnerstag 16. April 2015, 15:59

Hallo Peter,

was meinst Du bitte mit "mastig"? Welche Malzmischung würdest Du dann bitte vorschlagen?

freundliche Grüße

Alexander
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#6

Beitrag von gulp » Donnerstag 16. April 2015, 16:08

Servus Alexander,

schau mal hier: Antwort 8.

Kau mal auf Mela ein bißchen herum, genau das wird bei deinem Bier durchschlagen, aber gewaltig. Ich würde dafür MüMa nehmen und vielleicht 5 % Caraaroma.

Gruß
Peter
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#7

Beitrag von BrauFuchs » Donnerstag 16. April 2015, 16:11

Also bei Whiskymaischen reichen offenbar 15-20 % Malzanteil zur Verzuckerung aus.
Biere mit 40-50 % Rohfruchtanteil verzuckern die Enzyme auch.
Du hast ja 1/3 enzymaktives Malz (hoffentlich frisch und gut gelöst, wie von Weyermann üblich)
Ansonsten vielleicht die Schüttung auf 50/50 ändern.
Bei diesen historischen Rezepten liegt wie ich finde grade hier die Spannung, ob es klappt, denn früher hat es geklappt und zwar ohne technische Enzyme und mit vermutlich komplett unterlösten Malz.

Versuch dich dran. Klingt interessant!

Einmaischen 2,8-3 : 1 und evtl nicht lange Anschwänzen,je nach Kapazität deiner Anlage...

Edith: Ich hätte keine Angst vor Schüttungen mit viel "mastigen" Malzen, sowie die, die immer darauf pochen Karamellmalzanteil höhstens 10%! Alles Langweiler. Gerade bei der enormen Lagerzeit absolut vertretbar in der Hinsicht hoch zu gehen, auch wenn es bei der Stammwürze eine Herausforderung für den Gaumen gibt, muss man eben testen. :Smile
Gruß
Lukas

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#8

Beitrag von schnapsbrenner » Donnerstag 16. April 2015, 16:27

Moin,

bevor man mit radical brewing anfangt, muss man erst mal richtig lesen.
Amber Malt ist kein Cara-Amber

Amber malt:

Amber malt is a more toasted form of pale malt, kilned at temperatures of 150–160 °C, and is used in brown porter; older formulations of brown porter use amber malt as a base malt

ggfs könnte man brown malt nehmen.

VG

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#9

Beitrag von cosmophobia » Donnerstag 16. April 2015, 16:55

Stimmt Brown malt in geringerer Menge könnte ich mir auch gut vorstellen.
Biscuit Malz sollte Amber Malz sehr ähnlich sein, hat aber wahrscheinlich auch das "Enzym-Problem".

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#10

Beitrag von Rudiratlos » Donnerstag 16. April 2015, 16:56

@Griller: Ich will dich in keinster Weise kränken, und das klingt jetzt hoffentlich nicht herablassend, ich will dir nur einen gut gemeinten Rat geben: Aus all deinen posts (nicht nur die in diesem Faden) lese ich heraus, dass du doch noch ein rechter Newbie bist in Sachen Bierbrauen. Ich rate dir, erst mal ein paar "normale" Sude durchzuziehen, bevor du dich an sowas spezielles traust.
Dein wie vielter Sud wäre dieses Bier den?

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#11

Beitrag von flying » Donnerstag 16. April 2015, 17:29

Münchner Malz Typ 40 ginge auch.
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#12

Beitrag von Seed7 » Donnerstag 16. April 2015, 18:06

Ist es Amber Malz oder Amber Malz Extract was Randy benuetzt? 5 kg Amber Malz scheint mir ziemlich unwahrscheinlich und besonders der von Thomas Fawcett ist auch noch ziemlich gebrannt.

Edit: er schreibt amber/biscuit malt, die beiden sind nicht das gleiche, da wuerde ich Biscuit50EBC nehmen und ein wenig Amber 100EBC

Edit 2: 30% Pale, convertiert das noch? Das Alt Englische Amber hatte noch enzymkraft, ein solches gibt es nicht mehr. Was am naehesten kommt ist Special Aromatic von MFB, hier leider nicht zu bekommen. Es ist ein helles Bruehmalz/Melandoin/Aromatic etwa 25 EBC.

Ingo
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#13

Beitrag von cosmophobia » Donnerstag 16. April 2015, 18:35

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Brühmalze das selbe Ergebnis liefen, wie Amber/Bisciut. Das Herstellungsverfahren ist doch ziemlich unterschiedlich.
Auch Münchner halte ich nicht für den richtigen Ersatz.
Seed7 hat geschrieben:Was am naehesten kommt ist Special Aromatic von MFB, hier leider nicht zu bekommen. Es ist ein helles Bruehmalz/Melandoin/Aromatic etwa 25 EBC.
Schade, so ein helles Brühmalz fände ich mal echt interessant.

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#14

Beitrag von Seed7 » Donnerstag 16. April 2015, 18:43

cosmophobia hat geschrieben:Ich kann mir nicht vorstellen, dass Brühmalze das selbe Ergebnis liefen, wie Amber/Bisciut. Das Herstellungsverfahren ist doch ziemlich unterschiedlich.
Auch Münchner halte ich nicht für den richtigen Ersatz.
Ein Amerikanischer Herstellen nennt sein Bruehmalz "Honey Malt".

Wie das Malz in 1888 war wissen wir nicht genau, die chance ist aber gross jedes Malz unebener in der qualitaet war und teilweis auch was mehr "bruehzeit" hatte. Auch hat was Amber, oder Brown, war sich mit der zeit geaendert. Eine mischung van Biscuit, Aromatic, Muenchner passt denke ich schon fuer ein Braggot. Die Rezepte und das Buch von Randy sind ja auch als inspiration gedacht und nicht als feststehende Anleitung.
cosmophobia hat geschrieben:
Seed7 hat geschrieben:Was am naehesten kommt ist Special Aromatic von MFB, hier leider nicht zu bekommen. Es ist ein helles Bruehmalz/Melandoin/Aromatic etwa 25 EBC.
Schade, so ein helles Brühmalz fände ich mal echt interessant.
Kauf dir einen Palm, das ist damit gemacht, mann sagt sogar mit 100%

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#15

Beitrag von cosmophobia » Donnerstag 16. April 2015, 18:52

Seed7 hat geschrieben:Kauf dir einen Palm, das ist damit gemacht, mann sagt sogar mit 100%
:Waa

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#16

Beitrag von Seed7 » Donnerstag 16. April 2015, 19:05

cosmophobia hat geschrieben:
Seed7 hat geschrieben:Kauf dir einen Palm, das ist damit gemacht, mann sagt sogar mit 100%
:Waa
Bild

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#17

Beitrag von Griller76 » Donnerstag 16. April 2015, 19:41

Rudiratlos hat geschrieben:@Griller: Ich will dich in keinster Weise kränken, und das klingt jetzt hoffentlich nicht herablassend, ich will dir nur einen gut gemeinten Rat geben: Aus all deinen posts (nicht nur die in diesem Faden) lese ich heraus, dass du doch noch ein rechter Newbie bist in Sachen Bierbrauen. Ich rate dir, erst mal ein paar "normale" Sude durchzuziehen, bevor du dich an sowas spezielles traust.
Dein wie vielter Sud wäre dieses Bier den?
Stimmt, ich bin ein ziemlicher Brauanfänger. Bis jetzt hatte ich gebraut, der Reihenfolge nach:
1. Helles Bier
2. Kölsch (das war eher ein Bestraf-, als ein Belohnbier, da zu sauer)
3. Doppelbock
4. Rauchweizen
5. Amber
6. Obamas Honey Ale
7. IPA
8. Oktoberfestbier
9. Red

Da das Bragot ein Weihnachtsbier werden soll, muß ich es bei einer Mindestlagerzeit von 8 Monaten jetzt brauen.

Ich bin nun reichlich verwirrt. Was nehme ich bitte nun?:

- 55% MüMa Typ 2 + 5% Caraaroma (ist MüMa Ty 40 das gleiche, wie Typ 2?)
- doch 60% Melanoidinmalz, bzw.: 30% Pale Ale 20% MüMa Typ 2 + 50% Melanoidmalz
- 60% brown malt
- 55% Biscuit 50EBC+ 5% Amber 100 EBC

Für eine klare Antwort wäre ich echt dankbar.

freundliche Grüße

Alexander
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#18

Beitrag von Havana » Donnerstag 16. April 2015, 20:13

Schau mal bei Mosher auf Seite 44 in der Malztabelle. Da ist Amber/Biscuit Malz exact beschrieben.
Eigene Herstellung ohne Probleme möglich.
Ich zitiere "Should convert itself".

Vielleicht solltest du beim lesen des Buches am Anfang beginnen. :Greets

Schönen Abend noch.

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#19

Beitrag von gulp » Donnerstag 16. April 2015, 20:18

Bei einem Bier mit ca. 25 P möchte man schon Wissen was man tut. Das kann z.B. noch ordentlich nachgären, wenn man meint das war es schon. Als 10. Sud hätte ich das nicht gemacht.
Für eine klare Antwort wäre ich echt dankbar.
Du hast ein paar klare Antworten erhalten. Jetzt musst du halt handeln. Unter uns gesagt ist das immer schlau, von den Besten zu lernen. In dem Fall von Seed7.

Gruß
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#20

Beitrag von Yeffie » Donnerstag 16. April 2015, 21:04

Griller76 hat geschrieben:5,4 Kg Amber Malz
2,7 Kg Pale Ale Malz
0,9 Kg Honig
Griller76 hat geschrieben:Ich bin nun reichlich verwirrt. Was nehme ich bitte nun?
Ich würde einfach ein Brühmalz mit dem ungefähr selbem EBC-Wert nehmen, wenn du kein Amber Malt auftreiben kannst. Ich nehme meistens irgend ein Ami-Rezept und passe das auf die Weyermann-Malze an. Ist bisher immer lecker geworden. Es sei denn, man will wirklich authentisch brauen, dann darf natürlich kein Aufwand gescheut werden, um an die richtigen Rohstoffe zu kommen.

Also; 9 Sude - das zeugt schon von einer gewissen Erfahrung! Mein 4. Sud hatte 24 Plato und wurde sehr gut. Die Brauerfahrung sagt doch nichts darüber aus, ob jemand gutes oder schlechtes Bier herstellen kann?! Es gibt auch solche Typen, die nach 100 Suden noch Bier mit Essig, Pilzen oder Käfern herstellen (behaupte ich jetzt mal..).

Bei 25 Plato sollte man sich eher Sorgen machen, wie man zu einer genügender Menge vitaler Hefe kommt. Eine Flüssigkeit herstellen (Brauen) kann jeder - in der Gärkeller-Arbeit liegt die wahre Kunst, dies ist der schwierigere Teil.

PS: was'n Galgant & Stangenpfeffer ? Muss mal googeln..
Planung: Lager
Gärung: Porter, Haferdünnbier
Reifung: Hüell Melon Pale Ale, Alt
Trinkreif: Oud Bruin, Quittenbier, Bière de garde, Baltic Porter, Kastanienbier

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#21

Beitrag von Griller76 » Freitag 17. April 2015, 11:17

Hallo an alle,

vielen Dank für die vielen Tips. Da ich das Bier möglichst historisch original nachbrauen möchte, werde ich das Amber/biscuit malt selber wie im Buch angegeben im Backofen bei Ober-Unterhitze herstellen.
Sollte ich da besser nur mit einem Blech in der Mitte arbeiten, oder doch auf allen drei Einschubebenen arbeiten. Nur dann habe ich Angst, dass es oben unten unten zu jeweils heiß würde, eventuell würde es helfen alle 5 Minuten die Bleche durchzutauschen?
Die Anleitung zum Malzrösten ist folgendermaßen:
Röste Pale Ale Malz für 15-20 Minuten bei 93 Grad Celsius, erhöhe dann auf 120-150 Grad für ein paar weitere Minuten.

freundliche Grüße

Alexander
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#22

Beitrag von cosmophobia » Freitag 17. April 2015, 11:28

Griller76 hat geschrieben:oder doch auf allen drei Einschubebenen arbeiten.
Wenn du Umluft hast sollte das gehen.

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#23

Beitrag von gulp » Freitag 17. April 2015, 11:49

Es geht also los, eine Flut von Fragen wird auf uns zukommen.

Peter
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#24

Beitrag von Seed7 » Freitag 17. April 2015, 12:03

Alexander,

das rezept ist aus ~1500 und in 1888 aufgezeichnet, wie gleichmaessig war da das "kilning", wieviel ruachgeschmach hatte es, wie "pale" war das Palemalt damals. Haben die ueberhaupt Palemalz genommen und gerostet oder wurde es so etwa braunes malz. Du bisst voellig frei in der/deiner interpretation von "Historisch".

Nimm 250 g malz und versuche es so wie geschrieben, vergesse dabei nicht etwa alle 10 minuten das malz um zu arbeiten. Wenn fertig lasse es eine woche ruhen und mach eine 100% minimaische um zu sehen ob es noch enzymkraft gibt und ob die farbe stimmt.

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#25

Beitrag von flying » Freitag 17. April 2015, 12:41

Münchner Malz 40 ist nicht das Gleiche wie Typ II

https://www.heimbrau.de/bier/product_in ... rotet.html


oder das Best Malz von Amihopfen. Ist zumindest etwas dunkler..

http://amihopfen.com/Malz/Sackware-25kg ... ::805.html

Wichtig ist wohl das es sich um keine Karamellmalze, sondern um enzymhaltige Darrmalze handelt. Wenn auch die diastatische Kraft immer schwächer wird, je dunkler das Malz ist. Bei so einem historischen Malz dürfte es sich wegen der ungleichmässigen Temperaturverteilung beim Darren auch eher um ein Gemisch aus fast verbrannten und auch sehr hellen Körnern gehandelt haben? Letztendlich reichte es schließlich für die Verzuckerung aus.
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#26

Beitrag von Griller76 » Freitag 17. April 2015, 13:11

Ich bin echt überwältigt von der vielen Hilfe hier. Prima, dass es das Forum hier gibt!

Bitte, warum muss das frisch gedarrte Malz eine Woche ruhen?
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#27

Beitrag von schnapsbrenner » Freitag 17. April 2015, 13:53

gulp hat geschrieben:Es geht also los, eine Flut von Fragen wird auf uns zukommen.

Peter
es fangt schon an :Drink

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#28

Beitrag von flying » Freitag 17. April 2015, 14:07

Frisches Darrmalz besser 4 Wochen lagern. Zur Überwindung der Enzymstarre. Das Malz nimmt während der Lagerung etwas Wasser aus der Luft auf. Dabei erholen sich die Enzyme vom Trocknungsprozess und die staubtrockenen Spelzen werden elastischer. Bei einer Konditionierung mit Wasser vor dem Schroten kann die Malzlagerung etwas verkürzt werden.
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#29

Beitrag von Rudiratlos » Freitag 17. April 2015, 18:46

Griller76 hat geschrieben:
Rudiratlos hat geschrieben:@Griller: Ich will dich in keinster Weise kränken, und das klingt jetzt hoffentlich nicht herablassend, ich will dir nur einen gut gemeinten Rat geben: Aus all deinen posts (nicht nur die in diesem Faden) lese ich heraus, dass du doch noch ein rechter Newbie bist in Sachen Bierbrauen. Ich rate dir, erst mal ein paar "normale" Sude durchzuziehen, bevor du dich an sowas spezielles traust.
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Stimmt, ich bin ein ziemlicher Brauanfänger. Bis jetzt hatte ich gebraut, der Reihenfolge nach:
1. Helles Bier
2. Kölsch (das war eher ein Bestraf-, als ein Belohnbier, da zu sauer)
3. Doppelbock
4. Rauchweizen
5. Amber
6. Obamas Honey Ale
7. IPA
8. Oktoberfestbier
9. Red
Wie in meinem letzten post schon geschrieben, will ich dir nichts absprechen oder dich blöd von der Seite anmachen, aber nach 9 Suden solltest du die Fragen 1 und 3, und mit etwas Recherche auch 2, 4 und 5 deines Eröffnungsposts problemlos selber beantworten können.

Das Britische "Amber" drf man natürlich nicht mit "Cara-Amber" verwechseln, und 2/3 der Schüttung als Melanoidinmalz wäre schon recht krass. Egal, was die nette Dame am Telefon sagt...

Sowohl mit Obergärig im Allgemeinen, als auch mit der S-33 und einer hohen Honig-Gabe im Speziellen, kenne ich mich nicht aus. Aber bei um die 24°P Stammwürze brauchst du einen scheinbaren EVG von um die 80%, um auf die 11vol% Alk. zu kommen. Das ist nicht ganz so ohne weiteres erreichbar, da muss man dann schon wissen, was man tut. Vor allem bei einem hohen Anteil von relativ dunkeln Malzen und Spezialmalzen, zumindest ist das meine Erfahrung...



Edit meinte gerade noch, dass Bier ohne Hopfen nochmal ganz was anderes ist, da da konservierende Wirkung von eben diesem fehlt. Bei einer so hohen Stammwürze ist das nach meiner Einschätzung nochmal zusätzlich erschwerend. Da würde ich schon zusehen, dass die Gärung sehr zügig durchläuft.
Das Ursprungsrezept ist ja von anno-irgendwas. Könnte es da sein, dass das nicht ursprünglich auch etwas sauer wurde? Klar, die 11% Alk. konservieren natürlich auch, aber so ganz ohne Hopfen und bei langer Gärung (die früher sicher auch noch offen ablief), könnte doch...

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#30

Beitrag von Yeffie » Samstag 18. April 2015, 00:24

Rudiratlos hat geschrieben:Edit meinte gerade noch, dass Bier ohne Hopfen nochmal ganz was anderes ist, da da konservierende Wirkung von eben diesem fehlt. Bei einer so hohen Stammwürze ist das nach meiner Einschätzung nochmal zusätzlich erschwerend. Da würde ich schon zusehen, dass die Gärung sehr zügig durchläuft.Das Ursprungsrezept ist ja von anno-irgendwas. Könnte es da sein, dass das nicht ursprünglich auch etwas sauer wurde? Klar, die 11% Alk. konservieren natürlich auch, aber so ganz ohne Hopfen und bei langer Gärung (die früher sicher auch noch offen ablief), könnte doch...
So in der Art wein-artiges, oder nich? (isn't-it?)
Planung: Lager
Gärung: Porter, Haferdünnbier
Reifung: Hüell Melon Pale Ale, Alt
Trinkreif: Oud Bruin, Quittenbier, Bière de garde, Baltic Porter, Kastanienbier

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#31

Beitrag von BrauFuchs » Samstag 18. April 2015, 00:43

Geschmacklich dann evtl ähnlich dem Adam-Bier
http://braumagazin.de/article/adam/

Gruß
Lukas

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#32

Beitrag von Lehabraeu » Samstag 18. April 2015, 00:59

Griller76 hat geschrieben:Ich bin echt überwältigt von der vielen Hilfe hier. Prima, dass es das Forum hier gibt!

Bitte, warum muss das frisch gedarrte Malz eine Woche ruhen?

Muss es nicht. Könnte sich allerdings positiv auf den Geschmack auswirken

:thumbup
Bierige Grüsse,
Hans

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#33

Beitrag von Seed7 » Samstag 18. April 2015, 08:54

Rudiratlos hat geschrieben:Könnte es da sein, dass das nicht ursprünglich auch etwas sauer wurde?
Es ist sicher eine interessante Variante und Mann könnte es mal mit einem Lambik Blend oder den Roesselare Blend versuchen. Vom Honig Aroma wird dann denke ich nicht viel übrig bleiben wenn das oben genannte Rezept als Ausgangspunkt genommen wird, es hat sehr wenig Honig. Normalerweise nimmt Mann für einen Bragott etwa 50% Honig.

Noch mal zum Amber, das gemeine ist das es zwei Malze mit denn Namen Amber gibt, das Englische Amber (die rost version) und das Belgische Aromatic das auch oft Amber (die brueh version) genannt wird.

Ingo
"Wabi-Sabi" braucht das Bier.

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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#34

Beitrag von Griller76 » Samstag 18. April 2015, 17:51

Rudiratlos hat geschrieben:
Griller76 hat geschrieben:
Rudiratlos hat geschrieben:@Griller: Ich will dich in keinster Weise kränken, und das klingt jetzt hoffentlich nicht herablassend, ich will dir nur einen gut gemeinten Rat geben: Aus all deinen posts (nicht nur die in diesem Faden) lese ich heraus, dass du doch noch ein rechter Newbie bist in Sachen Bierbrauen. Ich rate dir, erst mal ein paar "normale" Sude durchzuziehen, bevor du dich an sowas spezielles traust.
Dein wie vielter Sud wäre dieses Bier den?
Stimmt, ich bin ein ziemlicher Brauanfänger. Bis jetzt hatte ich gebraut, der Reihenfolge nach:
1. Helles Bier
2. Kölsch (das war eher ein Bestraf-, als ein Belohnbier, da zu sauer)
3. Doppelbock
4. Rauchweizen
5. Amber
6. Obamas Honey Ale
7. IPA
8. Oktoberfestbier
9. Red
Wie in meinem letzten post schon geschrieben, will ich dir nichts absprechen oder dich blöd von der Seite anmachen, aber nach 9 Suden solltest du die Fragen 1 und 3, und mit etwas Recherche auch 2, 4 und 5 deines Eröffnungsposts problemlos selber beantworten können.

Das Britische "Amber" drf man natürlich nicht mit "Cara-Amber" verwechseln, und 2/3 der Schüttung als Melanoidinmalz wäre schon recht krass. Egal, was die nette Dame am Telefon sagt...

Sowohl mit Obergärig im Allgemeinen, als auch mit der S-33 und einer hohen Honig-Gabe im Speziellen, kenne ich mich nicht aus. Aber bei um die 24°P Stammwürze brauchst du einen scheinbaren EVG von um die 80%, um auf die 11vol% Alk. zu kommen. Das ist nicht ganz so ohne weiteres erreichbar, da muss man dann schon wissen, was man tut. Vor allem bei einem hohen Anteil von relativ dunkeln Malzen und Spezialmalzen, zumindest ist das meine Erfahrung...



Edit meinte gerade noch, dass Bier ohne Hopfen nochmal ganz was anderes ist, da da konservierende Wirkung von eben diesem fehlt. Bei einer so hohen Stammwürze ist das nach meiner Einschätzung nochmal zusätzlich erschwerend. Da würde ich schon zusehen, dass die Gärung sehr zügig durchläuft.
Das Ursprungsrezept ist ja von anno-irgendwas. Könnte es da sein, dass das nicht ursprünglich auch etwas sauer wurde? Klar, die 11% Alk. konservieren natürlich auch, aber so ganz ohne Hopfen und bei langer Gärung (die früher sicher auch noch offen ablief), könnte doch...
Nun, ich denke, dafür ist ja so ein Forum u.a. da, um Fragen stellen zu können, oder?

Bei Weyermann hat man mich wegen der Malzröste gut beraten. Ich habe das pale Ale Malz zuerst bei ca. 95 Grad 15 Minuten im Backofen mit Heißluft gedarrt und alle 10 Minuten das Blech gedreht, sowie das Malz umgelagert.
Über 120 Grad, meinte man, sollte ich nicht gehen, damit noch genügend aktive Enzyme übrig bleiben. Also wurde dann für 6 Minuten bei 120 Grad gedarrt. Dann werde ich das Malz mal zwei Wochen ruhen lassen und vor dem Schroten mit 7% Wasser konditionieren.
Ich nehme eine leichte Hopfung mit East Kent Golding hinzu, um eine bessere Haltbarkeit zu erzielen und werde möglichst schnell vergären.
Ich denke, meine genaue Fragerei hier hilft durchaus auch anderen, welche das Rezept mal nachbrauen wollen. Diese können dann ja auf den Schatz unseres Forums zurückgreifen.
Danke nochmal für all die Tips

freundliche Grüße

Alexander
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Re: Bitte um Hilfe für englisches Bragot/Braggot Rezept

#35

Beitrag von Griller76 » Freitag 15. Mai 2015, 12:53

Hallo an alle,

am vergangenen Samstag habe ich mein Bragot nun gebraut, die HG ist nun durch und ich gab den Honig, sowie die Gewürze dazu. Bereits einen Tag danach schmeckt es unglaublich himmlisch, wie so ein Bierglühwein, angenehm süß aber nicht so pappert. Die Gewürze wärmen wohlig von innen. Ich bin mir sicher: Für den Winter wird das Bier der Hit!

freundliche Grüße

Alexander
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