Grünhopfen: wie?

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DerDallmann
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Grünhopfen: wie?

#1

Beitrag von DerDallmann »

Moin.

Am Sonntag möchte ich gern erstmalig Hopfen aus meinem Garten verarbeiten.
Es ist ein dt. Aromahopfen, mehr weiß ich nicht. Er riecht super und ist reif.
Bei dem Bier kommt es auf ein paar IBUs mehr oder weniger nicht an, also plane ich folgendes Vorgehen.

- Hopfen ernten während des Maischens und später Kochens
- Dolden vom Rest befreien + Wiegen. (Man braucht ca. die 10-fache Menge von Pellets, richtig?)
- Dolden anstatt der Whirlpool-Gabe im Maischesack bei flameout für 5 Minuten, dann mit kaltem Wasser sofort auf 80°C kühlen
- Maischesack und Dolden einfach mit runter kühlen und nach ca. 15 Minuten entnehmen

Kann das so klappen? Ich hatte noch nie mit Grünhopfen zu tun.
Mfg

Johst
Alchemist
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Re: Grünhopfen: wie?

#2

Beitrag von Alchemist »

Ich hab mal von der 5-fachen Menge gelesen. Vielleicht weiß da jemand moch was dazu.

Im Maischesack wird er aich halt nicht so gut verteilen, vor allem weil die thermische Bewegung gegen Null geht beim Kühlen. Warum nicht direkt rein werfen und dann mit dem Monofilament-Filter ausfiltern?
Viele Grüße.
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DerDallmann
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Re: Grünhopfen: wie?

#3

Beitrag von DerDallmann »

Da hab ich keine Lust drauf.

Der Maischesack hat viel Volumen. Ich denke, da ergibt sich ausreichend Verteilung. Man kann das Ding ja auch bewegen, raus ziehen und wieder absenken etc.
Mfg

Johst
rauchbier
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Re: Grünhopfen: wie?

#4

Beitrag von rauchbier »

Bei mir kommen die Dolden auch in einen Maischesack nach Flame out zu verschieden Zeitpunkten zwischen 85 - 70 Grad in die Würze. Ein Punkt noch ergänzt: Für Grünhopfenbiere maischen die Brauereien in der Regel stärker ein, da die Dolden naturgemäß einen hohen Wasseranteil mitbringen. Ich wollte dieses Jahr eigentlich mal die Variante einen Hopfentees ausprobieren. Leider ist das dann der Hektik am Erntetag zum Opfer gefallen.
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shudayo
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Re: Grünhopfen: wie?

#5

Beitrag von shudayo »

Moin,
Ich mache das (fast) genauso wie du geschrieben hast.
Du kannst ruhig die 10-fache Menge nehmen, die du sonst als Pellets genommen hättest. Mit weniger wird es aber auch ein gutes Bier.

Bezüglich des Timings, das Ernten des Hopfens ist nicht mal “nebenbei” gemacht sondern braucht Zeit und etwas Ruhe. Falls du noch jemanden hast der dir helfen kann, dann würde ich dir das empfehlen.
Ansonsten würde ich erst ernten und danach anfangen mit dem maischen.

Falls du den Artikel im Braumagazin noch nicht kennst: https://braumagazin.de/article/frischer-hopfen/
Gruß,
Alex

Cervisiam bibat
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DerDallmann
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Re: Grünhopfen: wie?

#6

Beitrag von DerDallmann »

rauchbier hat geschrieben: Donnerstag 19. September 2024, 08:01 Bei mir kommen die Dolden auch in einen Maischesack nach Flame out zu verschieden Zeitpunkten zwischen 85 - 70 Grad in die Würze. Ein Punkt noch ergänzt: Für Grünhopfenbiere maischen die Brauereien in der Regel stärker ein, da die Dolden naturgemäß einen hohen Wasseranteil mitbringen. Ich wollte dieses Jahr eigentlich mal die Variante einen Hopfentees ausprobieren. Leider ist das dieses Jahr dann der Hektik am Erntetag zum Opfer gefallen.
Ah, cool. Das klingt gut. Dann mache ich das auch so. :thumbsup
Ich will das mal gemacht haben, um ggf im nächste Jahr mal ein echtes Grünhopfenbier zu machen, ausschließlich mit Grünhopfen.
Mfg

Johst
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DerDallmann
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Re: Grünhopfen: wie?

#7

Beitrag von DerDallmann »

shudayo hat geschrieben: Donnerstag 19. September 2024, 08:05 Moin,
Ich mache das (fast) genauso wie du geschrieben hast.
Du kannst ruhig die 10-fache Menge nehmen, die du sonst als Pellets genommen hättest. Mit weniger wird es aber auch ein gutes Bier.

Bezüglich des Timings, das Ernten des Hopfens ist nicht mal “nebenbei” gemacht sondern braucht Zeit und etwas Ruhe. Falls du noch jemanden hast der dir helfen kann, dann würde ich dir das empfehlen.
Ansonsten würde ich erst ernten und danach anfangen mit dem maischen.

Falls du den Artikel im Braumagazin noch nicht kennst: https://braumagazin.de/article/frischer-hopfen/
Den Artikel kannte ich noch nicht. Danke für den Input.
Mfg

Johst
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Pivnice
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Re: Grünhopfen: wie?

#8

Beitrag von Pivnice »

Hallo Johst
shudayo hat es bereits gesagt: Die Hopfenernte ist nicht mal “nebenbei” gemacht.

Du hast geschrieben: " ... dt. Aromahopfen, mehr weiß ich nicht "
Schade. Es wäre für dich von Vorteil zu wissen, welche Sorte du hast, damit du den optimalen Erntezeitpunkt treffen und den ungefähren Alphasäurengehalt kennst.

Die Hopfensorten haben recht unterschiedliche Reifetermine die natürlich auch standortabhängig sind.
Schau mal hier rein.

Abgeschätzte Ernetermine
https://www.lfl.bayern.de/ipz/hopfen/021184/index.php

Vorletzter Ernetermin 17. September (T6)
Zum vorletztem Erntetermin wurden nur noch die Hochalphasorten Hallertauer Magnum und Herkules beerntet.
https://www.lfl.bayern.de/ipz/hopfen/282153/index.php

Ich habe meinen Hopfen - und zwar die Sorte Opal - bei bestem Wetter am 4. September geerntet.
Da mein Opal-Hopfen (robuste Sorte) nicht behandelt wurde, war ein geringer Befall von Peronospora und Mehltau zu sehen.

Meine Tochter hat mir beim Hopfenzupfen geholfen. Wir waren den halben Nachmittag beschäftigt.
Ich habe die Dolden am Dachboden luftgetrocknet und jetzt in Beuteln vakuumiert. Lagerung im Kühlschrank.
20240904_1750_Opal.jpg
Hubert
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Re: Grünhopfen: wie?

#9

Beitrag von DerDallmann »

Ah, sehr cool.

Bei mir wirds deutlich weniger Hopfen sein, es ist eine recht kleine Pflanze. Der Erntezeitpunkt scheint gut zu passen. Die Blätter der Dolden werden an den Spitzen leicht braun und die Dolden riechen intensiv nach Hopfen.
Mir geht's zunächst erstmal darum, den Umgang damit kennenzulernen. Im nächsten Jahr mache ich dann mal ein "echtes" Grünhopfenbier.

Die Hopfenpflanze war ein Geschenk. Ausser "dt. Brauhopfen" stand nichts weiter auf dem Schild.
Mfg

Johst
rauchbier
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Re: Grünhopfen: wie?

#10

Beitrag von rauchbier »

Aus meiner Sicht trägt dein Bier auch dieses Jahr zu recht den Titel Grünhopfenbier. Mancher unkt ja, dass es Brauereien geben soll, die für ihr Grünhopfenbier "nur" die Dose aufmachen. Da ich auch nur 2 Hopfenpflanzen habe, reicht das perfekt für die letzte Hopfengabe.
iwoasnix
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Re: Grünhopfen: wie?

#11

Beitrag von iwoasnix »

Vermutlich zu spät, aber evtl. für 2025

Ich hab dieses Jahr 2024 die 10 fache Menge anstatt Typ 90 Pellets genommen (es hat unfassbar stark geregnet am Tag der Ernte) und die Dolden einfach in die Würze geworfen (ohne Säkchen etc. auch nicht sonderlich gereinigt...), Volumen deiner Würzepfanne bedenken!
IMG_4134.JPG
IMG_4133.JPG
IMG_4136.JPG
Ob es was geworden ist sehe ich nächste Woche, noch läuft die Edelreifung aka Flaschengärung :Bigsmile
Bierige Grüße Stephan

Speidel Braumeister 20L + Tilt pro + Ferminator Connect + Biersommelier Doemens.
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Shortbreaker
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Re: Grünhopfen: wie?

#12

Beitrag von Shortbreaker »

Da ich verschiedene Sorten habe und irgendwie im KBH rechnen will, nehme ich einfach ein Fünftel des Alphasäurewerts den ich beim Pellethopfen erwarten würde. Bei Tradition rechne ich also mit 1,2% statt mit 6%. Ob es stimmt weiß ich nicht, letztes Jahr hatte ich ein Zehntel angenommen, aber nur 1min vor Kochende die Doldenhopfengabe gemacht. Bier war Klasse, aber die Bitterung kam ja fast ausschließlich aus Pellets.
Diese Jahr möchte ich auch einen Teil als Vorderwürzhopfung geben und daher rechne ich eher konservativ. Außerdem trockne ich den Hopfen etwa 48h in der Garage auf einem aufgespannten Tuch. Richtig trocken ist er dann noch nicht, aber auch nicht mehr so feucht und vor allem gehen einige Tierchen dann schon raus. Danach wird alles vakuumiert und eingefroren.
Mundschenk XXL + Kloßtopf auf Kochplatte für Dekoktion;
Überzeugter Fermzilla Allrounder 60l - Nutzer;
wohl schlechtester Hopfenbauer aller Zeiten (bisher) :-)
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Pivnice
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Re: Grünhopfen: wie?

#13

Beitrag von Pivnice »

iwoasnix hat geschrieben: Montag 30. September 2024, 15:52 es hat unfassbar stark geregnet am Tag der Ernte und die Dolden einfach in die Würze geworfen
Na ja - suboptimal.
Hubert
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