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Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Samstag 25. Oktober 2025, 18:01
von Monty
Hallo zusammen.

Leider habe ich zu folgenden Fragen keine Antwort gefunden. Wenn ich nur zu dumm zum Suchen bin, nehme ich gerne auch nen Link als Antwort.

Ich habe heute mein Reisbier Morgenröte von MMuM abgefüllt und erstmals die Hefe (W34/70) geerntet, weil ich nächstes oder spätestens übernächstes WE erneut brauen möchte, diesmal allerdings Orthofer Dunkles Amber Lager, welches ebenfalls mit W34/70 vergoren wird.

Macht es Sinn bzw. hat es Nachteile, Erntehefe aus einem anderen Sud zu verwenden? Die Hefe wurde einfach aufgeschwenkt und nicht gewaschen.

Wie dosiert man Erntehefe, um die richtige Anstellrate zu erreichen?

Alternativ hätte ich auch noch Trockenhefe parat liegen...

Danke.

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Samstag 25. Oktober 2025, 19:04
von mesmerize
Hi Monty, Erntehefe zu verwenden funktioniert ganz hervorragend. Bei gleicher Sudgröße und ungefähr gleicher Stammwürze sagt man bei UG ca. 1/2 der Erntehefe für den nächsten Sud, und für OG etwa 1/3. VG Tommy

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Sonntag 26. Oktober 2025, 09:24
von MaltHopMagic

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Sonntag 26. Oktober 2025, 09:55
von Malzknecht
MaltHopMagic hat geschrieben: Sonntag 26. Oktober 2025, 09:24 Hier noch etwas Erläuterung und Hintergrund:
https://malzknecht.de/besser-brauen/tip ... fe-ernten/

https://malzknecht.de/besser-brauen/tip ... _erntehefe
Danke für die Blumen!

Lustigerweise habe ich vorhin meinen Newsletter "Braukompass" an alle Abonnenten verschickt und genau das Thema mit aufgegriffen. Es war nämlich Thema bei Brulosophy letzte Woche und ich habe das Thema übersetzt und das Wichtigste zusammengefasst.

Was ist Braukompass??

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Sonntag 23. November 2025, 12:20
von Heinz0815
Hallo zusammen
als absoluter Anfänger hätte ich auch eine Frage zu dem Thema.
Mein zweiter Sud gärt momentan und ich möchte direkt im Anschluss einen Dritten ansetzen.
Wenn ich das richtig verstanden habe könnte ich die Hälfte der Hefe aus dem Gärfaß nehmen und damit neu ansetzen.

Was spricht dagegen die Hälfte der Hefe zu entnehmen/entsorgen und den nächsten Sud direkt im Gärfaß anzusetzen. Als Hefe habe ich Nova Lager also ug benutzt.

Es grüßt der neuer Hobbybrauer
Heinz

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Montag 24. November 2025, 17:29
von MaltHopMagic
Da spricht nichts dagegen.

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Montag 24. November 2025, 20:03
von jojo5
MaltHopMagic hat geschrieben: Montag 24. November 2025, 17:29 Da spricht nichts dagegen.
Kann ich so bestätigen! :thumbsup
Hab ich schon öfters gemacht, allerdings kommt man dann schnell dazu über alle 2 Wochen Bier brauen zu "müssen".

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Montag 24. November 2025, 20:18
von Birnsojjel
Nabend zusammen, weiß jemand, ob man die WHC Lowrider als Erntehefe weiter verwenden kann? Ich hab sie jetzt mal in die Kühlung gepackt und probiere es demnächst einfach mal aus… Aber da sie auch eine Saccharomyces cerevisiae sein soll, müsste es ja eigentlich funktionieren.

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Dienstag 25. November 2025, 09:33
von Colindo
Birnsojjel hat geschrieben: Montag 24. November 2025, 20:18 Nabend zusammen, weiß jemand, ob man die WHC Lowrider als Erntehefe weiter verwenden kann? Ich hab sie jetzt mal in die Kühlung gepackt und probiere es demnächst einfach mal aus… Aber da sie auch eine Saccharomyces cerevisiae sein soll, müsste es ja eigentlich funktionieren.
Das müsste die Windsor sein, die kann man problemlos mehrfach verwenden.

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Dienstag 25. November 2025, 17:31
von Birnsojjel
Prima, danke Christoph.
Wie könnte ich sowas rauskriegen, wenn man es nicht weiß? Oder anders: bist du dir sicher und woher weißt du das?😊

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Dienstag 25. November 2025, 17:40
von Sebasstian
Heinz0815 hat geschrieben: Sonntag 23. November 2025, 12:20 Was spricht dagegen die Hälfte der Hefe zu entnehmen/entsorgen und den nächsten Sud direkt im Gärfaß anzusetzen.
Meiner Meinung nach spricht schon was gegen dieses Vorgehen.
Nämlich, dass du dann das Gärfass nicht reinigen kannst. Das mag einmal gutgehen, aber häufig hintereinander solltest du das nicht machen. Lieber Hefe ernten (= entnehmen), Gärfass reinigen und desinfizieren und dann frisch befüllen und mit Erntehefe anstellen.

Und Thema Belüftung beachten! Eine schön aufgezogene Hefe macht dir sicher mehr Freude als eine die am Boden des Gärfasses dümpelt.

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Mittwoch 26. November 2025, 11:50
von Colindo
Birnsojjel hat geschrieben: Dienstag 25. November 2025, 17:31 Prima, danke Christoph.
Wie könnte ich sowas rauskriegen, wenn man es nicht weiß? Oder anders: bist du dir sicher und woher weißt du das?😊
Es gibt generell nur wenige Trockenhefestämme. Hersteller wie Mangrove Jack's oder WHCLab haben keine einzigartigen Stämme im Programm (zumindest nicht, dass ich es weiß) sondern bieten die gleichen Stämme wie die klassischen Hersteller Fermentis und Lallemand an. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich nur eine gewisse Anzahl an Stämmen gut für die Trocknung eignet. Wenn man sich dann die Eigenschaften anschaut, also neben der Maltotriose-Negativität noch die hervorgehobene Biotransformation, dann sieht man, dass die Lallemand Windsor genau so beworben wird.

Die S-33 als zweiter maltotriosenegativer Stamm (EDME genannt, nach der Firma, die den früher vertrieben hat) hat diese Biotransformation nicht oder deutlich weniger.

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Mittwoch 26. November 2025, 13:43
von Ernie
Birnsojjel hat geschrieben: Dienstag 25. November 2025, 17:31 Prima, danke Christoph.
Wie könnte ich sowas rauskriegen, wenn man es nicht weiß? Oder anders: bist du dir sicher und woher weißt du das?😊
Moin,

mittlerweile liefern KI-Tools wie z.B.: ChatGPT oder Copilot ganz brauchbare Ergebnisse.
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Gruß Ernie

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Mittwoch 26. November 2025, 22:05
von MaltHopMagic
Ernie hat geschrieben: Mittwoch 26. November 2025, 13:43
Birnsojjel hat geschrieben: Dienstag 25. November 2025, 17:31 Prima, danke Christoph.
Wie könnte ich sowas rauskriegen, wenn man es nicht weiß? Oder anders: bist du dir sicher und woher weißt du das?😊
Moin,

mittlerweile liefern KI-Tools wie z.B.: ChatGPT oder Copilot ganz brauchbare Ergebnisse.

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Gruß Ernie
Wo siehst du jetzt den Erkenntnisgewinn gegenüber dem Produktdatenblatt ?

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Mittwoch 26. November 2025, 23:02
von Birnsojjel
Colindo hat geschrieben: Mittwoch 26. November 2025, 11:50
Birnsojjel hat geschrieben: Dienstag 25. November 2025, 17:31 Prima, danke Christoph.
Wie könnte ich sowas rauskriegen, wenn man es nicht weiß? Oder anders: bist du dir sicher und woher weißt du das?😊
Es gibt generell nur wenige Trockenhefestämme. Hersteller wie Mangrove Jack's oder WHCLab haben keine einzigartigen Stämme im Programm (zumindest nicht, dass ich es weiß) sondern bieten die gleichen Stämme wie die klassischen Hersteller Fermentis und Lallemand an. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich nur eine gewisse Anzahl an Stämmen gut für die Trocknung eignet. Wenn man sich dann die Eigenschaften anschaut, also neben der Maltotriose-Negativität noch die hervorgehobene Biotransformation, dann sieht man, dass die Lallemand Windsor genau so beworben wird.

Die S-33 als zweiter maltotriosenegativer Stamm (EDME genannt, nach der Firma, die den früher vertrieben hat) hat diese Biotransformation nicht oder deutlich weniger.
Danke dir. Ich hatte dazu auch mittels ChatGPT die Eigenschaften der lowrider und der Windsor verglichen, die sich demnach schon unterscheiden. Z. B. bei Vergärungsgrad , Aromaprofil oder Alkoholtoleranz. Daher meine skeptische Nachfrage…
Ich meine mich an eine Übersicht vieler hefestämme und ihrer Bezeichnung bei verschiedenen Herstellern erinnern zu können, weiß aber leider nicht mehr woher die stammen könnte…

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Mittwoch 26. November 2025, 23:38
von Sliveroverlord

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Donnerstag 27. November 2025, 06:25
von Colindo
Birnsojjel hat geschrieben: Mittwoch 26. November 2025, 23:02
Colindo hat geschrieben: Mittwoch 26. November 2025, 11:50
Birnsojjel hat geschrieben: Dienstag 25. November 2025, 17:31 Prima, danke Christoph.
Wie könnte ich sowas rauskriegen, wenn man es nicht weiß? Oder anders: bist du dir sicher und woher weißt du das?😊
Es gibt generell nur wenige Trockenhefestämme. Hersteller wie Mangrove Jack's oder WHCLab haben keine einzigartigen Stämme im Programm (zumindest nicht, dass ich es weiß) sondern bieten die gleichen Stämme wie die klassischen Hersteller Fermentis und Lallemand an. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich nur eine gewisse Anzahl an Stämmen gut für die Trocknung eignet. Wenn man sich dann die Eigenschaften anschaut, also neben der Maltotriose-Negativität noch die hervorgehobene Biotransformation, dann sieht man, dass die Lallemand Windsor genau so beworben wird.

Die S-33 als zweiter maltotriosenegativer Stamm (EDME genannt, nach der Firma, die den früher vertrieben hat) hat diese Biotransformation nicht oder deutlich weniger.
Danke dir. Ich hatte dazu auch mittels ChatGPT die Eigenschaften der lowrider und der Windsor verglichen, die sich demnach schon unterscheiden. Z. B. bei Vergärungsgrad , Aromaprofil oder Alkoholtoleranz. Daher meine skeptische Nachfrage…
Ich meine mich an eine Übersicht vieler hefestämme und ihrer Bezeichnung bei verschiedenen Herstellern erinnern zu können, weiß aber leider nicht mehr woher die stammen könnte…
Bei den Zahlen musst du vorsichtig sein, da nicht normiert ist, wie die Hersteller die bestimmen. Oft hat Hersteller A generell höhere Vergärgrade angegeben als Hersteller B, obwohl sich die Hefen bei einem Splitsud dann gleich verhalten. Meine Herangehensweise ist mittlerweile, dass es wie gesagt viel weniger einzigartige Stämme gibt als man den Eindruck bekommt.

Meinst du als Übersicht diese hier? Die ist auch nicht 100% korrekt. Man muss alles kritisch hinterfragen.

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Donnerstag 27. November 2025, 07:13
von Birnsojjel
Danke für die Übersichten, sowas meinte ich…
Ich hinterfrage ja auch gerne, aber manchmal wären einfache Antworten irgendwie auch schön… 😬
Mein Fazit für meine Frage: da es vermutlich die Windsor ist, sollte das Ernten und Wiederverwenden funktionieren- das ist doch was 😊

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Donnerstag 4. Dezember 2025, 16:28
von Shortbreaker
ich möchte die Chance nutzen und mich hier mit einer Anschlussfrage einklinken:
Wie lagert man Erntehefe aus der Druckgärung am besten?
Ich habe ein Bier aus meinem Fermzilla Allrounder abgefüllt und würde gerne die Hefe bis zum nächsten Brautag darin lassen. An jenem Brautag beziehungsweise am Tag davor, würde ich sie entnehmen, damit ich den Gärehälter reinigen kann. In der Zwischenzeit stünde die Hefe die ganze Zeit im Allrounder in einer temperierten, Kühl- beziehungsweise Heizbox.
Die große Frage ist, bei welcher Temperatur und bei welchem Druck sollte ich diese Hefe lagern? Gefühlsmäßig wäre ich bei circa 5 °C und beim Druck, den das Bier am Ende hatte (etwa 0,7 bar).

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 09:46
von Colindo
Shortbreaker hat geschrieben: Donnerstag 4. Dezember 2025, 16:28 ich möchte die Chance nutzen und mich hier mit einer Anschlussfrage einklinken:
Wie lagert man Erntehefe aus der Druckgärung am besten?
Ich habe ein Bier aus meinem Fermzilla Allrounder abgefüllt und würde gerne die Hefe bis zum nächsten Brautag darin lassen. An jenem Brautag beziehungsweise am Tag davor, würde ich sie entnehmen, damit ich den Gärehälter reinigen kann. In der Zwischenzeit stünde die Hefe die ganze Zeit im Allrounder in einer temperierten, Kühl- beziehungsweise Heizbox.
Die große Frage ist, bei welcher Temperatur und bei welchem Druck sollte ich diese Hefe lagern? Gefühlsmäßig wäre ich bei circa 5 °C und beim Druck, den das Bier am Ende hatte (etwa 0,7 bar).
So kalt wie möglich ist, denke ich, klar, aber ich würde die Hefe druckfrei lagern. Das dadurch gebundene CO2 schädigt die Hefe unnötig. Generell wirst du Hefe aus einer Druckgärung weniger oft wiederverwenden können als Hefe aus offener Gärung, was natürlich nicht heißt, dass es nicht einmal gutgehen wird. Aber je weniger Druck desto besser.

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 10:00
von maecki-maecki
Shortbreaker hat geschrieben: Donnerstag 4. Dezember 2025, 16:28 ich möchte die Chance nutzen und mich hier mit einer Anschlussfrage einklinken:
Wie lagert man Erntehefe aus der Druckgärung am besten?
Ich habe ein Bier aus meinem Fermzilla Allrounder abgefüllt und würde gerne die Hefe bis zum nächsten Brautag darin lassen. An jenem Brautag beziehungsweise am Tag davor, würde ich sie entnehmen, damit ich den Gärehälter reinigen kann. In der Zwischenzeit stünde die Hefe die ganze Zeit im Allrounder in einer temperierten, Kühl- beziehungsweise Heizbox.
Die große Frage ist, bei welcher Temperatur und bei welchem Druck sollte ich diese Hefe lagern? Gefühlsmäßig wäre ich bei circa 5 °C und beim Druck, den das Bier am Ende hatte (etwa 0,7 bar).
Ich habe ein großes Einweck-Glas (ca 2 Liter), in das ich die Hefe aus dem Fermzilla abfülle. Gummi und Deckel drauf und dann in den Kühlschrank. Bis zu 3 Monaten habe ich die Hefe schon darin stehen lassen zum Wiederverwenden.

Mäcki

Re: Erntehefe in anderem Sud - Sinnvoll? Menge?

Verfasst: Freitag 5. Dezember 2025, 13:35
von Shortbreaker
Danke für die Antworten. Die Hefe ist die Zymoferm Z001, also eine flüssige Betriebshefe. Da ja alle flüssigen Zymofermhefen Betriebshefen sind, würde ich jetzt vermuten, dass sie alle aus der Druckgärung stammen, oder vergären die dort offen?
Bisher habe ich sie auch immer entnommen und dann in Gläser, aber ich denke mir halt, dass ich sie nirgendwo sicherer lagern könnte als in einem noch verschlossenen Druckbehälter nach abgeschlossener Gärung. Aber gut, den Druck könnte ich schon reduzieren, vielleicht gerade auf etwas (0,2bar) Überdruck.